1. #41
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    Ein Schiff auf dem Meer, welches Richtung Kalkutta segelt, hat einen uns wohlbekannten Passagier inklusive dessen Freund an Bord. Der Seegang meint es recht gut mit ihm und doch steht er an der Rehlung und hält sich verkrampft daran fest, während er die Augen geschlossen hat.

    Folgendes Ereignis hat ihn hierhin geführt:

    Als er in Shanghai einem Brieftaubenzüchter aufsuchte, um eine Nachricht nach Annoport zu seiner Liebsten zu senden, erläutert er auch diesem seine Mission. Und als er die alte Nachricht in Händen hielt, erkannte dieser Züchter, durch die 3 (mittlerweile sehr ausgeblasste) rote Linien an linken Rand das Papier dieser Nachricht, und schickte den Suchenden zu einem anderen Taubenmann. Dieser wiederrum konnte sich ein wenig an die Dame erinnern und meinte das sie vorhatte nach Indien zu Reisen. Der Mann nahm noch schnell den Dienst der Tauben in Anspruch und versandte so eine Nachricht an seine Synola und erläuterte darin, dass er sie sehr vermisse es ihm aber gut gehe und er nun nach Indien müsse ...
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  2. #42
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    "Die Erde hat mich wieder" murmelt der Mann leise in seinen leichten Bartansatz als er das Schiff verlässt und indischen Boden unter sich spürt. Dann wandert sein Blick nach oben und er sieht seinen Freund und folgt ihm, nachdem er seinen Seesack richtig geschultert hat. Der Vogel fliegt auf einen Turm zu, in dem ein paar seiner entfernten Verwandten sitzen.

    "Hast Recht Vogel - zuerst sollte ich Synola über meinen Aufenthaltsort berichten, bevor ich mich hier auf die ... naja .. nicht sehr erfolgversprechende Suche begeben werde ..."

    Kurze Zeit später verschwindet der Mann in dem Turm - ein paar Minuten darauf verlässt zuerst eine Taube das Gebäude bevor der Mann wieder zum Vorschein kommt und sich nun eine Bleibe sucht ...
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  3. #43
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    Nach ein paar Tagen macht sich abermals eine Taube auf die Reise und kurz danach sieht man einen Mann das Turmtor durchschreiten. Als er einen kurzen Blick auf seine goldenen Taschenuhr geworfen hat spricht er zu einem Beo der neben ihm auf einem großen Stein sitzt ...

    Ich hatte es mir schon gedacht, dass ohne Anhaltspunkte die Suche hier enden wird ... nun ist es bestätigt .... komm Vogel .... lass uns das Schiff betreten und nach Hause fahren.

    Der Mann steckt die Uhr behutsam zurück und schultert dann gekonnt seinen Seesack und macht sich auf den Weg zum Hafen, wo er ein Schiff - mit wackeligen Beinen - vorsichtig betritt ...
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  4. #44
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    Von weitem schon hört sie das Geschrei der Händler und kurz darauf hat sie den großen Marktplatz erreicht. Hier reiht sich ein Marktstand an an den anderen und es wimmelt nur so von Menschen, die mit großen Körben unterwegs sind, um ihre Einkäufe zu tätigen.

    Sie steuert den ihr am nächsten gelegenen Marktstand an und erkundigt sich nach dem Rathaus, mit den paar Brocken der ihr noch geläufigen italienischen Sprache.......der freundliche Händler weist ihr gestenreich den Weg und deutet dabei mit der Hand auf die gegenüber liegende Seite des Platzes.
    Synola schaut in die angewiesene Richtung und sieht das Gebäude, sie dankt dem Mann und macht sich auf den Weg.

    Am Rathaus angekommen, stellt sie den Koffer ab, wischt sich über die Stirn und rückt ihren Hut zurecht. Dann ergreift sie wieder den Koffer und geht auf einen der Gardisten zu, um ihm ihr Ansinnen zu erklären.

    Kurze Zeit später steht sie endlich in dem etwas kühleren Gebäude und hat nach einer kurzen Suche das Büro des Bürgermeisters gefunden. Der Sekretär im Vorzimmer bittet sie herein und bietet ihr ein Glas Wasser an, was sie dankend annimmt und fast in einem Zug leert.
    Bei dem Gespräch erfährt sie, dass eine Postkutsche von hier aus die umliegenden Dörfer jeden Tag anfährt und sie hat Glück, denn die Kutsche wird in einer Stunde wieder unterwegs sein und für einen guten Preis wird der Bote sie sicher mitnehmen können.

    Da die Briefe und Pakete hier im Rathaus abgeholt werden, könne sie hier gerne warten, sagt er ihr und die Zeit bis zum Eintreffen der Kutsche würde er gern ein wenig mit ihr plaudern, es ginge doch recht gut mit ihren Sprachkenntnissen und er würde doch recht gern ein wenig mehr über sie und ihre Heimat erfahren.
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  5. #45
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    Das angenehme Plauderstündchen mit dem Sekretär vergeht wie im Flug, in dieser Zeit hat Synola noch einen Espresso getrunken und auch ein wenig von dem ihr angebotenen Gebäck verspeist.

    Nachdem der Bote mit der Postkutsche eingetroffen ist, kümmert sich der Sekretär persönlich darum, dass sie für einen relativ kleinen Obulus nach Pistunina mitreisen kann, sie würde das Dorf am frühen Abend erreicht haben.

    Synola verabschiedet sich sehr herzlich von dem Sekretär und bedankt sich für seine vorzügliche Gastfreundschaft und Hilfe. Wäre der Weg nicht so weit, würde sie gerne noch einmal im Laufe ihres Urlaubs hier in Messina vorbeischauen.

    „Eine Tagestour.....mal sehen, ob es sich ergibt“, denkt sie, während ihr der Sekretär galant die Hand reicht und ihr beim Einstieg in die Kutsche behilflich ist.

    „Versprechen Sie mir, mich vor Ihrer Rückreise noch einmal zu besuchen, denn Sie müssen ja zum Hafen“, sagt er, ihr zuzwinkernd und Synola gibt ihm dieses Versprechen lachend....während die Kutsche bereits anfährt und er schnell die Türe schließt.

    Aufatmend lehnt sich Synola zurück, hat sie doch nun endlich die letzte Etappe ihrer Reise erreicht und ist bald am Ziel.
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  6. #46
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    Seit einigen Tagen genießt Synola nun schon ihren Urlaub bei ihrer Freundin Francesca und ihrer Familie. Eigentlich wollte sie sich in einer kleinen Pension einmieten, aber davon wollte Francesca nichts wissen. Sie hätten doch genug Platz im Haus und sie wolle gern jede freie Minute mit ihrer Freundin verbringen, wo sie sich doch so lange nicht gesehen hatten.
    Es gab Augenblicke, in denen sie ihre Freundin um ihre Familie beneidete.....Francesca hatte einen überaus ansehnlichen und herzensguten Ehegatten und dazu drei liebreizende Kinder, wovon eines noch fast ein Baby war. Der Kleine fing gerade erst an zu krabbeln.
    Aber wenn sie dann sah, wieviel Arbeit solch eine Familie verursachte, war sie oftmals doch froh, frei und ungebunden zu sein. Schließlich war sie erst verlobt, wenn überhaupt, das wäre noch abzuwarten.
    Und es gab keine Hausangestellten wie ihre Bella.....soviel Geld warf die Farm nicht ab. Nur einige Hilfskräfte, die Bellas Mann bei der Arbeit auf Feld und Hof unterstützten. Um die Hausarbeit und die Kinder kümmerte sich Francesca allein.

    So blieb Synola also auf Bitte ihrer Freundin auf der Farm und versuchte ihr einige Arbeiten abzunehmen, so gut sie konnte. Francesca ließ aber nicht gerade viel zu und so hatte Synola es sich angewöhnt, morgens noch vor dem Frühstück zu der kleinen Badebucht zu spazieren und dort zu schwimmen. Danach legte sie sich auf ihre mitgebrachte Decke, ließ sich von der Sonne trocknen und döste noch ein Weilchen vor sich hin, wobei sie dem Geräusch der Wellen lauschte, die sich am Ufer brachen.

    In diesen Momenten dachte sie an Kapitän Hiob und seinen Plan....war sie doch gespannt, ob sich alles so entwickeln würde wie gedacht. Jedenfalls nahm sie sich vor, dass – wenn Tom erst wieder in Annoport wäre – dieser eine Überraschung erleben würde. Aber so weit war es noch lange nicht, zuerst einmal würde sie die Tage hier auf Sizilien voll auskosten und dann würde man weitersehen.
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  7. #47
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    Die wundervollen Tage auf Sizilien sind so schnell vergangen und langsam neigt sich der Urlaub seinem Ende zu.
    Synola hat viel mit Francesca und ihren Kindern unternommen, vor allem hat sie viel eingekauft, viel mehr als sie eigentlich wollte. Aber auf den Märkten in der Umgebung, die sie besucht haben, gab es eine solch reichhaltige Fülle an Waren, dass sie einfach so manch schönes Teil kaufen musste. Auch die Kinder sind an diesen Einkaufstagen nicht zu kurz gekommen und werden sie sicher nicht so schnell vergessen.

    Das Wetter ist immer noch herrlich mit Sonnenschein bis zur Abenddämmerung und Synola denkt mit etwas Wehmut daran, dass es in Annoport sicher bereits herbstlich geworden ist, wenn sie wieder heimkommt.

    Diese letzten Urlaubstage will sie darum noch voll auskosten......auch heute hatte sie beschlossen, sich am Strand aufzuhalten und es sich mit einem Buch gemütlich zu machen.
    Nach einem ausgiebigen Spaziergang war sie schläfrig geworden und eingedöst, nun reckt sie sich und setzt sich auf. Mit einem Blick auf die Uhr stellt sie fest, dass es bereits später Nachmittag ist und so packt sie ihre Sachen zusammen, um mit Francesca noch einen Kaffee zu trinken, bevor es Zeit für das Abendessen wird.

    Morgen wird sie gemeinsam mit ihrer Freundin und den Kindern wieder hierher kommen, dann können sie auch das kleine Paddelboot mitnehmen.

    So freut sie sich schon auf den morgigen Tag, während sie langsam den schmalen Feldweg entlanggeht, der zur Farm führt.
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  8. #48
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    Der Tag ihrer Abreise ist gekommen......Synola und Francesca sind sehr früh aufgestanden, um noch eine Stunde in Ruhe zu frühstücken, bevor die Kinder erwachen. Von den dreien hat Synola sich gestern Abend bereits ausgiebig verabschiedet.

    Nun drängt Matteo, Francesca’s Ehemann, zum Aufbruch......soll sie doch am frühen Abend in Messina am Hafen sein, wo die Esperanza mit Kapitän Rostron sie wie verabredet in Empfang nehmen soll. Ihren Koffer hat er bereits auf die Kutsche gepackt und wartet nun ein wenig ungeduldig darauf, dass sich die Freundinnen voneinander verabschieden.

    Nach einer letzten innigen Umarmung geleitet Francesca ihre Freundin zur Haustür, wo Synola ihr das Versprechen abnimmt, sie im kommenden Frühjahr in Annoport zu besuchen......dann steigt sie in die Kutsche und kurz danach lässt Matteo das Pferd antraben. Das Gefährt setzt sich langsam in Bewegung und Synola winkt ihrer Freundin noch einmal zu......bis die Fahrt schneller wird und Francesca ihrem Blick entschwunden ist.

    Synola lehnt sich zurück und lächelt in sich hinein.....etwas später wird Francesca sicher den kleinen Lederbeutel mit den Silberlingen unter dem Kopfkissen finden, denn sie wollte partout kein Geld annehmen. Die Farm reicht zwar zu einem guten Leben, doch weiß Synola, dass für Sonderausgaben kein Geld mehr übrig ist und hat so zu dieser kleinen List gegriffen. Neben dem Geld wird sie noch einen Flakon mit ihrem Lieblingsparfüm finden, worüber sie sich sicher auch freuen wird.

    Während die Landschaft an ihr vorüber zieht, denkt Synola an die vergangenen schönen Tage und auch schon ein wenig an die zukünftigen......in einigen Tagen wird sie wieder in Annoport sein und ein wenig flau wird ihr bei diesem Gedanken. Sie freut sich zwar schon auf ihre Heimat, doch was Kapitän Hiob’s Plan angeht, ist die Zukunft mehr als ungewiss.
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  9. #49
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    Am frühen Abend haben Synola und Matteo die Hafenstadt Messina erreicht. Die Fahrt war ohne besondere Vorkommnisse verlaufen und sie haben nur zwei Mal eine kurze Rast eingelegt um etwas zu essen und zu trinken. Francesca hatte ihnen reichlich Proviant in einen Korb gepackt, damit wären sie wohl mehrere Tage ausgekommen.

    Geschickt lenkt Matteo nun die Kutsche durch die Stadt, was bei der Menge an Leuten gar nicht so einfach ist. Wie schon bei ihrer Ankunft sind sehr viele Menschen hier unterwegs, auf dem Marktplatz reiht sich ein Stand an den nächsten und Synola bedauert es ein wenig, keine Zeit mehr zu haben.

    Sie umrunden den Marktplatz und Matteo lenkt die Kutsche zum Hafengelände. Hier angekommen, übergibt er die Pferde an einen Burschen, mit der Bitte, die Pferde abzuschirren und zu tränken, danach sollen sie in einem Stall untergebracht werden, denn er wird erst morgen wieder heimwärts fahren.

    Bald darauf sind sie unterwegs zum Hafen, es ist nur noch ein kleiner Fußweg und als der Hafen in Sichtweite kommt, hält Synola bereits Ausschau nach der Esperanza.
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