1. #1
    Avatar von neven869 Forum Veteran
    Registriert seit
    Dec 2010
    Ort
    Das Deck der Python Regius
    Beiträge
    1.493

    Die Tränenfeste

    Nach einigen Tagen Aufenthalt in dem kleinen Hafen ziehen die Bettler tiefer ins Land. Es beginnt zu regnen und die Gruppe von ungefähr fünfzig Bettlern zieht sich in eine Höhle zurück. Dort entzünden sie Feuer und versuchen, sich mit Decken zu wärmen. Außerhalb der Höhle wird der Regen immer stärker.
    Erik sitzt mit Manfred und einigen anderen Bettlern an einem der Feuer und sie unterhalten sich über das bisherige.
    "Ich habe gehört, Feldherr Neven sei entkommen" beginnt Manfred. "Er soll eine Wache in der Nacht gepackt, dem Wachmann einen Beutel über das Gesicht gezogen und sich dann in dessen Uniform vom Acker gemacht haben. In der Nacht hat er angeblich den Richter nach seinem Schwert gefragt."
    "Was wisst ihr über Feldherr Neven?" fragt Erik, der aufmerksam geworden ist.
    Einer der jungen Bettler sagt: "Ich habe gehört er soll an die 2 Meter groß sein und mit der bloßen Hand Gebäude zum Einsturz bringen können."
    Ein anderer erwidert: "Ich hörte er könne sich so schnell bewegen, dass eine Reaktion auf seine Angriffe unmöglich sei und sein Schwert soll schärfer sein als man je eine Klinge machen könnte."
    Manfred schüttelt den Kopf. "Er ist weder 2 Meter groß noch hat er übernatürliche Kräfte. Allerdings: Er ist eine edele Erscheinung und ein meister im Kampf. Und sein Schwert ist vollkommen zurecht eine gefürchtete Waffe."
    "Woher weißt du das alles über ihn?" fragt Erik.
    "Wisst ihr, weshalb ich "der Veteran" genannt werde? Ich stand dem Feldherrn gegenüber. Ich habe gegen ihn gekämpft. Und ich sage euch:
    Es war kein Vergnügen. Meine Angriffe schlugen alle fehl. Er nahm es mühelos mit mehreren von uns auf und tötete einen nach dem anderen. Zuletzt stand ich ihm allein gegenüber. Er griff an und durchtrennte mein Schwert. Mit dem selben Angriff fuhr mir die Spitze seines Schwertes von der linken Schulter bis zu meinem Bauch und ich brach verwundet zusammen. Ich wachte nach einiger Zeit in unserem lager auf. Ich erfuhr, dass Neven die Verwundeten vom Schlachtfeld auflesen und zu uns bringen ließ."
    Der junge Bettler wirft ein: "Ich habe gehört, dass sein Schwert an den Burgherrn der Tränenfeste verkauft wurde. Außerdem soll er seine Leute angewiesen haben nach Neven Ausschau zu halten."
    Manfred blickt Erik an. "Nun, wenn du dein Schwert holen willst, will ich dir helfen Neven."
    Neven blickt auf. "Nein. Ihr habt mir schon genug geholfen. Ich sollte meinen Weg alleine fortsetzen. Doch eine Frage habe ich noch: Wie hast du mich erkannt?"
    Manfred lächelt leicht. "Ganz einfach: Dein Siegelring ist mir schon damals aufgefallen. Du solltest ihn besser abnehmen, wenn du weiterziehst."
    "Danke für den Rat," erwidert Neven. "Ich will eich nicht gefährden. Also lebt wohl!" Er steht auf und macht sich auf den Weg.
    Share this post

  2. #2
    Avatar von neven869 Forum Veteran
    Registriert seit
    Dec 2010
    Ort
    Das Deck der Python Regius
    Beiträge
    1.493
    Ein Mann schleppt sich erschöpft zu einem Bauernhaus auf dem Land. Weit und breit sind nur Schnee und der klare Himmel zu sehen. Neven hat seit Tagen nichts gegessen und klopft müde an die Tür. Ein Bauer öffnet und sieht Neven in die Augen. "Ich heiße Erik und bin ein wandernder Bettler. Ich will um Unterkunft bitten."
    Der Bauer ruft nach seiner Frau und wendet sich dann an Neven. "Ich weiß, wer ihr seid, Feldherr. Und obwohl ihr meinen Bruder getötet habt, gewähre ich euch Gastrecht."
    "Was? Ihr wisst wer ich bin? Und warum gewährt ihr mir Gastrecht?"
    "Es gehört sich nicht, einem Hilfesuchenden sterben zu lassen. Ihr wisst das doch?"
    "Nun schon, aber dennoch" will Neven erwidern, aber den Bauer zieht ihn ins Haus. Er schließt die Tür und wendet sich wieder an Neven: "Ihr solltet euch in Acht nehmen. In letzter Zeit ziehen öfters Wachen von der Festung aus hier vorbei. Sie scheinen Euch zu suchen. Wir werden euch erstmal etwas zu essen geben."
    Share this post

  3. #3
    Avatar von neven869 Forum Veteran
    Registriert seit
    Dec 2010
    Ort
    Das Deck der Python Regius
    Beiträge
    1.493
    Am nächsten Morgen kommt eine Gruppe von Reitern zum Hof. Sie steigen von ihren Pferden und nähern sich dem Haus. Als der Bauer die Tür öffnet, fragt er: "Was wollt ihr hier? Sucht ihr etwa Feldherr Neven?"
    "Nein, der wurde vor ein paar tagen von einem unserer Leute getötet. Wir wollen hier die Steuern eintreiben."
    "Ich habe bereits gezahlt"!, antwortet der Bauer, doch die Wachen packen ihn und zerren ebenfalls seine Frau sowie einen Bettler aus dem Haus.
    "Oh, ist das etwa ein Bettler? Betteln ist verboten, dass weißt du?" richtet sich der Kommandant der Soldaten an den Bauern. Dieser antwortet: "Nein, das ist kein Bettler. Er ist mein Vetter, der eine lange Reise hinter sich hat und auch überfallen wurde."
    Während er dies sagt wirft sich seine Frau vor die Haustür, um die Soldaten zurückzudrängen. Allmählich verliert einer der Soldaten die Geduld. Er wirft die Frau nieder und zieht seine Pistole.
    Ein Schuss hallt durch die Landschaft. Die Frau des Bauern sackt zusammen und fällt zu Boden. Der Soldat lässt die Pistole fallen und dreht sich um. Dann bricht er tot zusammen. Neven steht mit der Pistole des Kommandeurs in der Hand neben dessen Pferd. Er steht noch immer so da, wie er geschossen hatte. Als der Bauer seiner Frau hilft, sich wieder aufzurichten, kommen die Soldaten wieder aus ihrem Schock. Sie blicken auf den toten Mann und dann auf den Bettler. Der Kommandant reißt ihm die Pistole aus der Hand und befiehlt seinen Männern: "Nehmt diesen Bettler fest und bringt ihn ins Bergwerk."
    Ihre Aufmerksamkeit richtet sich nicht mehr auf die Bauern. Neven wehrt sich nicht, die Soldaten nehmen ihn fest und transportieren ihn ab.
    Share this post

  4. #4
    Avatar von neven869 Forum Veteran
    Registriert seit
    Dec 2010
    Ort
    Das Deck der Python Regius
    Beiträge
    1.493
    In seiner Zelle geht Neven auf und ab. Heute wird man ihn ins Bergwerk bringen. Vorher wird man ihn durchsuchen und seine Wertsachen entnehmen. Und wenn man den Siegelring entdeckt, wird Neven entlarvt. Er hat nicht vor, seinen Ring zu verschlucken, oder gar das Bergwerk je zu erreichen. Dort würde er zwar einiges finden, was er als Waffe verwenden konnte, doch er wäre weit entfernt von der Tränenfeste, in deren Kerker er sich gerade befindet. Wenn er sie erreichen würde, wäre die Besatzung bereits vorbereitet und Nevens Ziel würde erschwert werden.
    Also versucht er, einen Weg zu finden, die Zelle zu verlassen...
    Share this post

  5. #5
    Avatar von neven869 Forum Veteran
    Registriert seit
    Dec 2010
    Ort
    Das Deck der Python Regius
    Beiträge
    1.493
    Neven zögert keinen Moment mehr. Er greift nach dem Gitter seiner Zelle und bricht es nach mit ganzer Kraft auf. Eine der Stangen nimmt er als Schlagstock mit. Als er weiterläuft, kommt er in eine Schmiede. Dort findet Neven einen handlichen Hammer, den er statt seiner Stange mitnimmt. Beim Aufgang kommen ihm allerdings Wachen entgegen, die ihn entdeckt haben. Einer von ihnen legt mit seiner Muskete an und schießt. Die Kugel streift Nevens Arm, Doch dieser bleibt ruhig. Er rennt auf die Wachen los und schlägt dem ersten Soldaten den Schädel ein und zieht ihm einen Dolch aus dem Gürtel, welchen er der zweiten Wache durch das Herz rammt. Mit dem Hammer erschlägt Neven auch noch den, der die Muskete trägt. Doch dieser versucht mit der Muskete den Hieb abzuwehren, wobei die Muskete zerbricht.
    "Vermaledeit", denkt sich Neven, "das Teil hätte ich gut gebrauchen können!" Neven steigt die Treppe rauf und betritt den Hof. Er sieht, wie Leute Kisten und Fässer mit Schießpulver in die Waffenkammern bringen. Offenbar wurde die Festung erst kürzlich mit Kanonen und anderen Waffen ausgestattet. Es herrscht ein so großes Treiben, dass Neven nicht auffällt, als er sich in die Waffenkammer begibt. Dort nimmt er sich ein Beil und einen Schild und geht wieder nach draußen. Als er vor dem Tor der Waffenkammer steht sehen ihn die Soldaten. Sie ziehen ihre Waffen und rennen auf ihn zu. Es entbrennt ein Kampf im Vorhof der Burg. Neven wehrt sich gegen die zahllosen Wachen und streckt alle Angreifer nach und nach nieder. Der gesamte Boden ist mit Blut und Toten bedeckt. Bei diesem Handgemenge verliert Neven seinen Siegelring. Einer der Soldaten hebt ihn auf und blickt auf den Kämpfenden. Ohne lange nachzudenken ruft er: "das ist Feldherr Neven!"
    Kurz darauf fällt er tot zu Boden und Neven hebt seinen Ring auf. Er wurde enttarnt und in Kürze würde der Burgherr bescheid wissen, dass es Neven ist, der in seinem Vorhof kämpft.
    Als Neven inmitten von Leichen steht und seinen Blick auf das Tor zum Innenhof richtet, sieht er eine Kanone, die mit Kartätschen geladen und auf ihn gerichtet wurde. Als sie abgefeuert wird, springt Neven waagerecht nach vorn und bedeckt mit dem runden Schild sein Gesicht. Neven fällt zu Boden. Er blutet am rechten Auge und hält es sich mit der Hand zu. Schnell reißt er ein Stück von seinem mantel ab und Bindet es um seinen Kopf, sodass es das Auge bedeckt. Der verwundete Feldherr lässt sich dennoch nicht beirren und steht wieder auf. er rennt auf die Kanoniere zu und ringt sie nieder. Er sieht keine Wachen mehr. Auch nicht im Innenhof. Neven geht durch das Tor und beginnt die Gänge nach einem Weg zum Burgherren abzusuchen...
    Share this post

  6. #6
    Avatar von neven869 Forum Veteran
    Registriert seit
    Dec 2010
    Ort
    Das Deck der Python Regius
    Beiträge
    1.493
    Nach fast einer Stunde erreicht Neven eine große Pforte. Als er versucht, die zu öffnen merkt er, dass sie verschlossen ist. Neven stößt die Tür auf und sieht einen Mann am Fenster stehen. Neven gefriert dass Blut vor Zorn in den Adern, als er diesen Mann mit der Hand über Nevens Schwertklinge streichen sieht.
    "Ah, Feldherr Neven! Welch angenehmer Besuch!"
    "Spart euch das! Sagt, warum ihr das getan habt, Bürgermeister Flint!"
    "Wie meint ihr?" entgegnet der Bürgermeister.
    "Verdammt noch mal, ihr habt den Hafenarbeiter töten lassen, dann den Lagermeister und ihr habt dafür gesorgt, dass die Spuren auf mich liefen. Und diese Gelegenheit habt ihr genutzt um mein Schwert in eure schmutzigen Fittiche zu bekommen! Wie damals. Ihr habt das Verschwinden meines Vaters genutzt um ihn seinen Einfluss zu nehmen. Er stand euren Plänen immer im Wege. Ihr habt mein Schiff verkauft, ihr habt mich verbannt, obwohl ich nichts unrechtes tat! Ich habe meine Verbannung eingehalten. Was wollt ihr noch von mir!"
    Flint beginnt wütend zu werden. "Verdammt, ich will Rache! Ihr habt bei eurer Verbannung fast eine ganze Generation von Soldaten mitgenommen und damit meine Pläne vernichtet. Als unsere Stadt sich den Forderungen der mächtigen Herrscher beugen musste, verlor ich meinen Sitz als Bürgermeister. Ich wusste, dass ihr schuld an allem wart. Hättet ihr nicht einen Großteil unserer Jungen und unsere besten Kapitäne mit ihren Schiffen mitgenommen, wäre ich nun der Herr über ein Land, statt nur einer Stadt! Doch ich verschaffe mir Trost. Ihr geltet vielen Menschen als Held. Was meint ihr, wie viele Leute kommen werden, nur um das Schwert ihres Helden zu sehen? Dabei wird ihnen egal sein, dass dieses Schwert erkauft ist, durch den Tod ihres Helden."
    Ein Schuss kracht und eine Kugel trifft Neven an der rechten Schulter. Hinter einer der Säulen des Gebäudes erscheint ein junger Mann und stellt sich neben Flint.
    "Darf ich vorstellen: Das ist Gerhard, der das alles für mich erledigt hat."
    "Angenehm", keucht Neven mit Wut im Auge. Doch er bleibt noch immer ruhig.
    "Nun", spricht Gerhard, "es bereitet mir Freude, denjenigen so schwer angeschlagen zu sehen, der doch Unmengen an Feinden beisiegt haben soll. Oder lastet etwa der Verlust eurer Liebe so schwer auf euch, dass ihr verweichlicht?"
    Durch diese beleidigende und linke Aussage wird Neven zornig. Er rafft sich auf und ergreift Gerhards Muskete, wobei er Gerhard zur Seite wirft. Mit einem Stoß des Bajonetts trifft er Flint im Bein und entreißt ihm das Schwert. Neven umklammert den Griff des Schwertes mit beiden Händen und holt nach den fliehenden aus. Er schlägt zu und zerschlägt mit dem harten Stahl eine der steinernen Säulen. Gerhard stößt eine Tür zu einer Brücke über den Hof auf und er und Flint flüchten über diese. Neven nimmt abermals die Muskete und zielt. Der Schuss fällt, doch trifft die Kugel nur eine Laterne, die nun in den Hof fällt. Auf einmal erhellt ein feuriges Licht die Festung. Die Laterne hatte ein Fass mit Schwarzpulver zur Explosion gebracht und damit das gesamte randvolle Pulvermagazin entzündet. Ein weiterer lauter Knall und schon bricht die Brücke zusammen, welche Flint und Gerhard mit sich ins Verderben reißt.
    Neven eilt zum Fenster und durchschlägt die Scheibe. Unterhalb des Fensters tobt das kalte Meer, welches immer wieder mit seinen Wellen gegen die felsigen Klippen schlägt. Neven packt sein Schwert noch fester und springt hinab in die Tiefe, während hinter ihm die gesamte Tränenfeste in die Luft fliegt...
    Share this post

  7. #7
    Avatar von neven869 Forum Veteran
    Registriert seit
    Dec 2010
    Ort
    Das Deck der Python Regius
    Beiträge
    1.493
    Am morgen wird ein Körper von den Wellen an den steinigen Strand gespült. Neven hält noch immer sein Schwert in den Händen, als er in der Kälte auf den nassen Steinen liegt und immer wieder von Wellen überspült wird. Nach einer Weile kommt er zu sich und schleppt sich etwas vom Wasser weg. Seine Wunden brennen, das Blut am Auge ist bereits die einer klebrigen Kruste geworden. Er versucht sich aufzurichten, knied letztlich aber nur. Schmerz und Kälte durchströmen seinen Körper, das Aufstehen wird zu einer Qual für ihn. Er hatte bei seinem Kampf, bei dem er nicht seine Rüstung oder seinen eigenen Schild trug viele leichte Verletzungen erlitten. Doch auch diese schmerzen und brannten wie die zwei Schusswunden, die er erlitten hatte.
    Der Wind weht durch sein langes blondes Haar, welches durchnässt ist. Neven hält sein Schwert vor sich. Als die ersten Sonnenstrahlen die Wolkendecke durchbrechen spiegelt sich das Licht an der glänzenden Klinge und strahlt ihm ins Gesicht. Ein Schatten tut sich jedoch auf und Neven verspürt einen kräftigen Tritt von der Seite, der ihn wieder zu Boden wirft. Neven richtet sich mit aller Kraft auf und sieht den Angreifer an. Es ist ein gerüsteter Kämpfer, der eine glänzende Plattenrüstung, sowie ein silbrig schimmerndes Schwert und einen Helm trägt. Mit hoher aber kräftiger Stimme spricht die angreifende Person: "Nur ich, habe ein Anrecht auf Nevens Schwert". Noch bevor Neven etwas erwidern kann, drängt der unbekannte Ritter auf Neven ein. Nur mit Mühe kann sich Neven gegen die flinken und kräftigen Angriffe wehren. Seine Schmerzen machen diesen Kampf zu einer Folter. Der Ritter bringt Neven zu Fall. Neven blickt dem Angreifer an das Wehrgehänge dann in die Augen. Ein plötzlicher Stoß von Wärme und Wohlbefinden durchströmt Neven. Er greift nach einem kunstvollen Dolch, der an dem Wehrgehänge des Ritters hängt und fängt damit einen Stoß ab. Er nutzt die Überraschung um den Ritter zu Fall zu bringen und nimmt den Helm von seinem Kopf ab.
    Neven blickt in die blauen Augen eines wunderschönen Gesichts. sehr langes blondes Haar kommt zum Vorschein und die weichen Gesichtszüge wirken erschreckt, doch noch immer stark. Neven steht auf und nimmt die Bind um seinen Kopf ab. dann wendet er sich der am Boden liegenden Frau zu und beginnt: "Marie! Marie d´Artois! Wenn du wüsstest, wie sehr dein Anblick mein Herz erfreut!"
    Marie ist sichtlich überrascht und blickt den Verwundeten an. "Neven? Du lebst! Aber..."
    "Ja Marie, ich lebe. Wenn ich auch nicht unbedingt unversehrt bin."
    "Aber ich hörte, du seist tot! Und dein Schwert! Wieso hörte ich, es sei zum Ausstellungsstück geworden?"
    "Ich wurde reingelegt und habe das Schwert wieder. Aber das alles verliert an Bedeutung, jetzt wo du vor mir stehst.
    Die beiden fallen sich in die Arme. Doch Marie sieht ihren Verlobten an. Er sieht stark mitgenommen aus, also bringt sie ihn zu ihrem Schiff...
    Share this post

  8. #8
    Avatar von neven869 Forum Veteran
    Registriert seit
    Dec 2010
    Ort
    Das Deck der Python Regius
    Beiträge
    1.493
    "Nun weißt du, was mir in letzter Zeit geschehen ist. Was ist mit dir, Marie? Als ich damals in Edenreuth ankam fand ich nur Verwüstung und brennende Trümmer vor. Ich dachte damals, du wärst tot. Ich habe dich 10 Jahre lang gesucht und nie irgendetwas neues über dich gehört."
    "Kurz nach deiner Abreise aus Edenreuth reiste ich nach Engelsbach. Dort erfuhr ich, dass ein Kreuzzug vonstatten gehen sollte und ich schloss mich an. Die Vorbereitungen gingen schnell vonstatten und bald schon war ein Hafen gebaut. All das wurde geleitet von Guy Forcas und ausgeführt von einem Adligen, der erst kürzlich ein Lehen dort erhalten hatte. Ich segelte mit der Vorhut nach Osten und führte erste siegreiche Kämpfe. Doch nach einiger Zeit erfuhr ich durch ebendiesen Adligen, dass dieser Kreuzzug mit dem leid von Kindern erkauft worden war. Es wurden Kinder verkauft, um der Flotte freies Geleit durch Korsarengewässer zu verschaffen. Wir stellten uns dem entgegen und konnten die Flotte von Guy Forcas vernichten. Dann rückte Kardinal Lucius an. Er war der Herr über diesen Kreuzzug. Wir mussten nach Edenreuth fliehen, doch Lucius griff uns auch dort an. Meine Männer hielten sich tapfer. Barnabas Recken kämpften auch hart gegen die Truppen des Kardinals. Doch es folgte Angriffswelle auf Angriffswelle. Das Kreuzfahrerheer war gigantisch und wir konnten sie nur mit Mühe aufhalten. Nach einiger Zeit sahen wir die Aussichtslosigkeit unsere Lage ein und evakuierten das Volk und die Soldaten. Edenreuth wurde niedergebrannt. Während der Adlige im Orient versuchte, den Kaiser zu heilen, zog ich nach Engelsbach um Lucius zu bekämpfen und Zeit zu schaffen. Der Adlige fand auch den Vetter des Kaisers wieder. Sie kamen zurück und es entbrannte ein Wettrennen um die Fertigstellung des Doms. Es gelang, den Doms vor Lucius fertigzustellen und der Kaiser rückte mit seiner Flotte an. Lucius konnte geschlagen und festgenommen werden. Er hatte 10 Jahre lang jede Nachrichtenverbinden nach außerhalb des Kaiserreichs abgeschnitten. Daher konnte während all dieser Kämpfe, die sich über diese lang Zeit zogen keine Nachricht dich erreichen."
    Neven nickt nachdenklich. Marie betrachtet sein Gesicht. "Was ist mit deinem Auge passiert, lass es mich mal sehen."
    Mit großer Umsicht betrachtet Marie Nevens Verletzung und reinigt sie.
    "Werde ich es verlieren?" fragt Neven
    "Wenn du es schonst nicht. Es wird in gut einem Monat wieder verheilt sein." antwortet Marie Neven. Sie umarmt ihn liebevoll. Neven erwidert die Umarmung. "Wohin segeln wir nun?" fragt sie ihn.
    "Ich kann noch nicht hier weg."
    "Weswegen? Die Tränenfeste ist zerstört, Flint ist tot, du hast dein Schwert und mich wieder."
    "Ja Marie, aber ich muss noch meine Unschuld beweisen. Flint war ein absoluter Bürokrat. Alles was er gemacht und in Auftrag gegeben hat, wurde von ihm persönlich mehrfach aufgeschrieben. Vielleicht finde ich in den Trümmern der Tränenfeste ja noch einen Beweis meiner Unschuld. Dann können wir Kurs auf Annoport setzen."
    Share this post

  9. #9
    Avatar von neven869 Forum Veteran
    Registriert seit
    Dec 2010
    Ort
    Das Deck der Python Regius
    Beiträge
    1.493
    Neven wühlt noch immer in den Ruinen der Tränenfeste. Er schiebt einige Steine beiseite und finde zwei Tote. Durch die Trümmer bedeckt, waren die beiden Körper vor der Explosion geschützt gewesen. Es sind Flint und sein Handlanger Gerhard. Neven öffnet Gerhards Mantel und durchsucht die Taschen. Tatsächlich findet er ein Auftragsschreiben. Bei der weiteren Suche entdecken Neven und Marie einen Keller, in dem zahllose Schriftstücke liegen. Neven findet genaue Angaben über alles, was er braucht um seine Unschuld zu beweisen. Er kann sein Glück kaum fassen und vor Freude umarmen sich Marie und Neven. "Jetzt können wir lossegeln" spricht Neven freudestrahlend, aber erschöpft.
    Share this post