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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erlebnisbericht eines jungen UBoot Matrosen



Voyager532
23-08-04, 12:52
Es ist der 19 September 1941. Mein Name ist Jan Krusel. Vor 2 Wochen bin ich 19 geworden, und gestern lag er da. Der Brief vom Militär. Ich bin eingezogen worden. Jeder meiner Freunde ist eingezogen worden, ich wurde noch verschont. Aber was solls, jetzt ist es eben so weit...

Nach der Grundausbildung soll ich auf ein UBoot, die U-52. Der Führer braucht mich um für die Sache zu kämpfen. Als Hamburger war das irgendwie klar mit der Marine, also los.

22 November
ich werde zum Bordfunker ausgebildet, einer der interessanteren Jobs denke ich. Werden wir sehen.

15 Januar
Antritt an Bord - Das Boot U-52 sieht im ersten Moment sehr beeindruckend aus. Später im inneren ist es jedoch so eng wie in einer ziemlich sehr jungen Jungfrau. Ich bin nicht sicher, ob ich mich hier eingewöhnen kann.

Der Kommandant bläst zum Antritt, ich hatte kaum meine Sachen verstaut. Was heißt verstauen? Dazu brauch man Platz, jeder Einzelne hier hat soviel Platz wie in einer Streichholzschachtel, ohne daß man die Streichhölzer vorher rausnimmt.

Er ist ein komischer Kauz. Vollbart, ruhig trägt stolz sein Ritterkreuz.
Seine Rede war sehr kurz: "Männer, schön daß Ihr wieder da seid. An die neuen: Willkommen an Bord. Auf Manöverstation."
Wir liefen aus Wilhelmshaven aus.

Es war an dem Tag ca. 17 Uhr. Die Kapelle, die normalerweise immer spielt hatte offenbar Feierabend, jedenfalls war an der Pier niemand.

"Ab sofort gehöst Du zur Steuerbordwache!" rief der UvD. "Wenn irgendwas aus den Lautsprechern kommt, was sich ähnlich wie Steuerbordwache anhöt, dann bist Du damit gemeint, verstanden?"
"Jawohl!" rief ich zurück.

Die Diesel machen einen gewaltigen Lärm in dieser Metallröhre.
Hoffentlich kommen wir zurück! schießt es mir plötzlich durch den Kopf. Ich rannte von den Unteroffiziertskojen rasch in die Zentrale, und von dort auf die Brücke. Ich wollte noch einmal das Land sehen, vielleicht war es das Letzte mal.

Als ich 2 Stunden später Zeit hatte meinen Arbeitsplatz zu inspizieren, mußte ich erschreckend feststellen, daß ich erschreckend wenig aus dem Funklehrgang behalten hatte. Die Geräte kamen mir irgendwie bekannt vor, aber zur erfolgreichen Bedienung mußte ich die Handbücher zu Rate ziehen.

Die Funkgeräte hatten nicht viel Sendeleistung, Sie wurden meist auch dazu verwendet zu höen, nicht zu senden. Funksprüche waren eher die Ausnahme. "Was macht eigentlich der Funker, der vor mir hier dran saß?" fragte ich den Kameraden aus dem Horchraum nebenan.
"Der ist tot." war die knappe Antwort. "Er wurde auf Wache auf der Brücke von einem Flugzeug angeschossen. Das fiese Ding flog direkt aus der Sonne, wir hatten es erst sehr spät bemerkt. Der Treffer ging direkt durch die Brust durch, nahe am Herzen vorbei. Ich stand direkt daneben." Er machte eine kurze Pause, dachte nach spielte ein wenig mit irgendwelchen Knöpfen seiner Apparatur. "Ich hab ihn am Leben gehalten, bis zum einlaufen. Meist schlief er, doch er lebte." Kurze Pause. "Im Lazarett ist er dann gestorben." Sein Gesicht wendete sich ab.
Ich ließ es darauf beruhen und setzte mich wieder an meinen Platz.

"Alle mal herhöen, hier spricht der Kommandant!" Alle Geräusche verstumtmen augenblicklich. "Wir haben Befehl Planquadrat AN46 zu patrollieren. Kann sein daß ich ein paar Tagen was Großes dort vorbeikommt. Etwas das aussieht wie ein Flugzeugträger. Ein Rudel aus 6 Booten ist bereits vor Ort, wir stossen dazu. Das ist alles. Ende!"
Eine Welle ging durchs Boot, ein Flugzeugträger bedeutet, daß er sehr viele Torpedos braucht, bis er sinkt. Es gibt auch viele Eskortschiffe.
Das bedeutet, daß die Torpedos rasch verschossen sind, und dann gehts wieder heim!
War mein erster Gedanke. ich wollte raus aus der Büchse. Irgendwie wollte ich raus hier...


(to be continued)

Die Wahrscheinlichkeit, ob da draußen im Universum irgendwo intelligentes Leben existiert, hängt letztendlich davon ab, wie intelligent dieses Leben ist.

Voyager532
23-08-04, 12:52
Es ist der 19 September 1941. Mein Name ist Jan Krusel. Vor 2 Wochen bin ich 19 geworden, und gestern lag er da. Der Brief vom Militär. Ich bin eingezogen worden. Jeder meiner Freunde ist eingezogen worden, ich wurde noch verschont. Aber was solls, jetzt ist es eben so weit...

Nach der Grundausbildung soll ich auf ein UBoot, die U-52. Der Führer braucht mich um für die Sache zu kämpfen. Als Hamburger war das irgendwie klar mit der Marine, also los.

22 November
ich werde zum Bordfunker ausgebildet, einer der interessanteren Jobs denke ich. Werden wir sehen.

15 Januar
Antritt an Bord - Das Boot U-52 sieht im ersten Moment sehr beeindruckend aus. Später im inneren ist es jedoch so eng wie in einer ziemlich sehr jungen Jungfrau. Ich bin nicht sicher, ob ich mich hier eingewöhnen kann.

Der Kommandant bläst zum Antritt, ich hatte kaum meine Sachen verstaut. Was heißt verstauen? Dazu brauch man Platz, jeder Einzelne hier hat soviel Platz wie in einer Streichholzschachtel, ohne daß man die Streichhölzer vorher rausnimmt.

Er ist ein komischer Kauz. Vollbart, ruhig trägt stolz sein Ritterkreuz.
Seine Rede war sehr kurz: "Männer, schön daß Ihr wieder da seid. An die neuen: Willkommen an Bord. Auf Manöverstation."
Wir liefen aus Wilhelmshaven aus.

Es war an dem Tag ca. 17 Uhr. Die Kapelle, die normalerweise immer spielt hatte offenbar Feierabend, jedenfalls war an der Pier niemand.

"Ab sofort gehöst Du zur Steuerbordwache!" rief der UvD. "Wenn irgendwas aus den Lautsprechern kommt, was sich ähnlich wie Steuerbordwache anhöt, dann bist Du damit gemeint, verstanden?"
"Jawohl!" rief ich zurück.

Die Diesel machen einen gewaltigen Lärm in dieser Metallröhre.
Hoffentlich kommen wir zurück! schießt es mir plötzlich durch den Kopf. Ich rannte von den Unteroffiziertskojen rasch in die Zentrale, und von dort auf die Brücke. Ich wollte noch einmal das Land sehen, vielleicht war es das Letzte mal.

Als ich 2 Stunden später Zeit hatte meinen Arbeitsplatz zu inspizieren, mußte ich erschreckend feststellen, daß ich erschreckend wenig aus dem Funklehrgang behalten hatte. Die Geräte kamen mir irgendwie bekannt vor, aber zur erfolgreichen Bedienung mußte ich die Handbücher zu Rate ziehen.

Die Funkgeräte hatten nicht viel Sendeleistung, Sie wurden meist auch dazu verwendet zu höen, nicht zu senden. Funksprüche waren eher die Ausnahme. "Was macht eigentlich der Funker, der vor mir hier dran saß?" fragte ich den Kameraden aus dem Horchraum nebenan.
"Der ist tot." war die knappe Antwort. "Er wurde auf Wache auf der Brücke von einem Flugzeug angeschossen. Das fiese Ding flog direkt aus der Sonne, wir hatten es erst sehr spät bemerkt. Der Treffer ging direkt durch die Brust durch, nahe am Herzen vorbei. Ich stand direkt daneben." Er machte eine kurze Pause, dachte nach spielte ein wenig mit irgendwelchen Knöpfen seiner Apparatur. "Ich hab ihn am Leben gehalten, bis zum einlaufen. Meist schlief er, doch er lebte." Kurze Pause. "Im Lazarett ist er dann gestorben." Sein Gesicht wendete sich ab.
Ich ließ es darauf beruhen und setzte mich wieder an meinen Platz.

"Alle mal herhöen, hier spricht der Kommandant!" Alle Geräusche verstumtmen augenblicklich. "Wir haben Befehl Planquadrat AN46 zu patrollieren. Kann sein daß ich ein paar Tagen was Großes dort vorbeikommt. Etwas das aussieht wie ein Flugzeugträger. Ein Rudel aus 6 Booten ist bereits vor Ort, wir stossen dazu. Das ist alles. Ende!"
Eine Welle ging durchs Boot, ein Flugzeugträger bedeutet, daß er sehr viele Torpedos braucht, bis er sinkt. Es gibt auch viele Eskortschiffe.
Das bedeutet, daß die Torpedos rasch verschossen sind, und dann gehts wieder heim!
War mein erster Gedanke. ich wollte raus aus der Büchse. Irgendwie wollte ich raus hier...


(to be continued)

Die Wahrscheinlichkeit, ob da draußen im Universum irgendwo intelligentes Leben existiert, hängt letztendlich davon ab, wie intelligent dieses Leben ist.

DSK_Marlowe
24-08-04, 10:52
Von dir?

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www.dsk.coolhere.com (http://www.dsk.coolhere.com)

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Voyager532
24-08-04, 12:30
na ja, wahrscheinlich doch nicht. so ein geistiger höhenflug ist nur möglich, wenn die sonneneruption im richtigen winkel zu unseren polkappenverlängerungen stattfinden, unter berücksichtigung der lage der venus und des mars.

diese konstellation tritt nur ein paar mal im jahr ein und ist nicht vorhersehbar.

aber im ernst, ich hab meine eigenen erinnerungen als bordfunker auf einem sm boot mit eingebracht.
ist wohl ein wenig zu ernst, der stoff oder so.
na ja, man darf auch mal was posten, wo man sich später denkt: was hast du bloss gemacht?

Die Wahrscheinlichkeit, ob da draußen im Universum irgendwo intelligentes Leben existiert, hängt letztendlich davon ab, wie intelligent dieses Leben ist.

negus1
24-08-04, 12:44
also ich fand's ganz unterhaltsam. nur dass der vormaliger puster auf brückenwache erschossen worden sein soll, war ein bisschen merkwürdig (seit wann zieht ein puster auf brückenwache?). aber im krieg passieren ja die merkwürdigsten dinge (vielleicht war er nur eine rauchen).

auch dass ein flugzeugträger viele torpedotreffer braucht, ist eher ein gerücht. denn anders als schlachtschiffe hatten träger für gewöhnlich keine gepanzerten Torpedogürtel.


aber wie geht es denn nun weiter?

Tank0r
24-08-04, 15:20
auf jetzt wollen wir die ganze geschichte höen http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif

Voyager532
25-08-04, 01:35
die kritik ist berechtigt. ich habe nicht so fürchterlich viel hintergrundwissen über den krieg.
ich habe logisch gedacht: großes schiff, viele torpedos.
man muß natürlich bedenken, daß das im kopf eines unteroffiziers stattfindet, und nicht in dem eines historikers.
warten wirs ab, vielleicht komme ich nochmal in den fluss.

Die Wahrscheinlichkeit, ob da draußen im Universum irgendwo intelligentes Leben existiert, hängt letztendlich davon ab, wie intelligent dieses Leben ist.

negus1
25-08-04, 02:01
hast du "Feindfahrten" von Hirschfeld gelesen? Der war auch Puster, zuerst auf U 109 und dann auf U 234. Als Funker hat der natürlich viel mitbekommen, denn alles was auf Deck so passierte, hat er als FT rausgepustet und umgekehrt hat er alles, was außerhalb des Bootes passierte, auch über FT mitbekommen. Nach dem Kommandanten also wahrscheinlich der bestinformierte Mann an Bord.

Voyager532
25-08-04, 03:25
Als Puster auf dem SM Boot Pegnitz war ich zeitweilig noch besser informiert als der Kommandant.
Jedenfalls solange wie der Weg zwischen Funkraum auf Deck 2 zur Brücke auf Deck 1 ist.
Aber nein, das Buch kenne ich nicht. Werd`s mir mal besorgen. Danke für den Hinweis. http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif

Die Wahrscheinlichkeit, ob da draußen im Universum irgendwo intelligentes Leben existiert, hängt letztendlich davon ab, wie intelligent dieses Leben ist.

AASelle
25-08-04, 05:42
Zumal die Funker das KTB führen mußten..... http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/16x16_smiley-wink.gif

gruß
Selle http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/16x16_smiley-surprised.gif

WAS DU NICHT WILLST; DAS MAN DIR TU; DAS FüGE KEINEM ANDEREM ZU (ISHTAR-TOR; BABYLON)
http://www.arcor.de/palb/alben/97/805297/120_3761346631363639.jpg

negus1
25-08-04, 06:01
Führen nicht (das war Sache des Kommandanten), aber auf der Schreibmaschine abtippen ... http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/16x16_smiley-wink.gif

Eagle_18
26-08-04, 02:54
Hey ich fand den bericht ganz in Ordnung, man kann scih richtig in den jungen Funker hineinversetzen und sein mulmiges Gefühl im Magen bei der Ausfahrt fömlich mitspüren http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif
im ernst