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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Frage an Historiker



U-107_Brandl
10-05-05, 09:27
Ist mir nur gerade so eingefallen, da ich in meiner Kampagne gerade den 1. Juni 1944 erreicht habe....
Gibt es Berichte, dass deutsche U-Boote auch am D-Day teilgenommen haben bzw. in den Kanal geschickt wurden ? zB um den Nachschub zu stöen ? Denke mal, wenn überhaupt, dann wohl von Brest oder St. Nazaire aus, aber ich hab darüber noch nichts gefunden.

U-107_Brandl
10-05-05, 09:27
Ist mir nur gerade so eingefallen, da ich in meiner Kampagne gerade den 1. Juni 1944 erreicht habe....
Gibt es Berichte, dass deutsche U-Boote auch am D-Day teilgenommen haben bzw. in den Kanal geschickt wurden ? zB um den Nachschub zu stöen ? Denke mal, wenn überhaupt, dann wohl von Brest oder St. Nazaire aus, aber ich hab darüber noch nichts gefunden.

KptLt._Thomsen
10-05-05, 09:40
Ich habe jetzt zwar keine verlässliche Quelle, aber glaube mal gelesen zu haben, dass es keine Beteiligung der U-Waffe an der Abwehr des D-Day gab.

Warum? Könnte z.B. daran liegen, dass die Landung der Alliierten sehr überraschend für das OKW kam. Es gab eigentlich keine Möglichkeit für das OKW auf den Angriff zu reagieren. Somit auch für die allgemein etwas langsame Marine nicht erreichbar.

Suedwester
10-05-05, 09:43
Also ich denke, dass direkt nach der Invasion wahrscheinlich schon Boote gegen die Invasionsflotte geschickt wurden, wahrscheinlich von Brest, Lorient und St. Nazaire aus). Wissen tu ich es allerdings nicht genau. Was ich weiss ist, dass zwischen dem 6. Juni 1944 (D-Day) und dem 20. Juni KEIN alliiertes Schiff im Kanal durch U-Boote versenkt wurde. Ab August 1944 haben die Deutschen Mini-U-Boote im Kanal eingesetzt (mit schwachem Erfolg - auf ein versenktes Schiff kamen 5-6 verlorene Boote - die meisten aber durch Unfälle)

Suedwester
10-05-05, 10:07
Nachtrag:

Erstes im Kanal torpediertes Schiff nach der Invasion war die englische Fregatte HMS Goodson (K 480). Diese wurde am 25.06.1944 auf Patrouille zwischen England und den Invasionsstränden von U-984 mit einem Zaunkönig angegriffen und beschädigt. Konnte aber nach Portsmouth geschleppt werden. Für den Kommandanten von U 984, Oblt. Sieder, gab´s das Ritterkreuz. Auf seiner nächsten Patrouille wurde U-984 am 20. August 1944 in der Biskaya versenkt (keine überlebenden).

EU-Nimrod
10-05-05, 11:21
Soweit ich mich richtig erinnern kann, gab es diesen U-Boot-Einsatz. Jedoch sind die U-Boote nicht mal in die Nähe der Invasionsflotte gekommen. Die Strecken der Nachschubschiffe waren mit einem riesigen Aufwand geschützt, mit U-Jagdfahrzeugen, Luftüberwachung und Minenfeldern.
Teilweise wurden sogar noch Boote ohne Schnorchel eingesetzt. Von Dönitz gab es den Befehl, der besagte, daß der volle Einsatz von Boot und Besatzung gerechtfertigt ist, wenn auch nur ein Landungsfahrzeug mit zwei Panzern oder einer Kompanie Soldaten vernichtet würde. Von einigen wurde dieser Befehl auch als "Rammbefehl" tituliert, weil man ein Landungsboot nun eben mal nicht mit einem Torpedo versenken kann. Auf jeden Fall haben die U-Boote bei der Landung in der Normandie keine Rolle gespielt.

ParaB
10-05-05, 12:26
Zur Abwehr der Invasion wurde ursprünglich die Gruppe "Landwirt" gebildet, über 30 Boote vom Typ VIIc verteilt auf die Häfen Brest, Lorient, La Pallice und St. Nazaire. Allerdings war nur ein gutes Drittel der Boote war mit Schnorchel ausgestattet. Bereits in den Morgenstunden des 6. Juni liefen die ersten Boote aus.

Der Großteil der Boote wurde bereits beim Anmarsch aus der Luft angegriffen, was zu schweren Verlusten führte bevor die Boote auch nur ein feindliches Schiff zu Gesicht bekamen. Die Luftüberwachung im Invasionsgebiet war lückenlos, von hunderten von leichten überwassereinheiten der Allierten mal ganz abgesehen.

Die wenigen Boote die es überhaupt bis in ihr Operationsgebiet schafften sahen sich aufgrund stärkster Sicherung der Landungsräume und Nachschubrouten vor fast unlösbaren Problemen.


Die Wirkung der Boote auf die Invasion war gleich null.