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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Informationen zu Wabos



Muencheberg
19-06-05, 05:13
ich hab mal wieder meine U-Boot Bücher ausgekrahmt und beim wieder lesen einige interessante
Dinge gefunden, welche Euch evtl auch interessieren könnten.
So zum BEispiel über Wabos:

Es gab bei der britischen Marine die anfangs konventionelle leichte Wabo MK IV (200kg) und
die schwere Wabo MK VII mit 250 kg. Die MK VII ist ca 76 cm lang. Beide Wabos fürhen diesselbe
Menge an Sprengstoff mit (220lbs), allerding ist bei der schweren Wabo das Totgewicht höher, worauf natürlich auch die Sinkgeschwindigkeit höher ist. Diese liegt bei der leichten Wabo (MK IV) bei 10 Fuß/s (3 m/s) und bei der schwere Wabo (MK VII) bei 17 Fuß/s (4,9 m/s).
Die MK IV besaß eine Einstelltiefe bis 152 Meter, wobei die schwere Wabo bis zu 274 Meter tauchen konnte bis sie exp0lodierte.

Anzumerken ist noch, das die Briten die nicht schriftlich fixierten Tabus der optimalen Nottauchtiefen kannten!
Wodurch ist leider nicht bekannt. Vermutlich durch Spionage, Gefangenenaussagen oder auch dechiffrierten Funksprüchen.
Letzteres glaube ich kaum, da solche Daten wohl kaum über Funk "ausposaunt" wurden.


Zerstöungskraft der MK IV und MK VII:

Bei einer Detonation in einer Entfernung von 7-8 Meter zum U-Boot, wurde deer Druckköper aufgebrochen.
In einer Entfernung von 12-13 Meter wurde "nur" der Druckköper beschädigt.
Ich habe auch schon Berichjte gelesen, indem geschrieben wurde, daß eine normale Wasserbombe schon in einer Entfernung von 10mm Meter Schäden am U-Boot anrichten konnte. Wahrscheinlich in Form von zerbrochenen Gläsern oder Lichtausfall, oder es ist dem Koch vor Schreck das Messer aus der Hand gefallen :-)
(Letzteres ist meine persönliche Anmerkung
:-) )

Beide Typen von Wabos wurden vom Heck gerollt oder die MK IV konnte durch Werfer gestartet werden. Letzteres war in einer Entfernugn von bis zu 37 Metern möglich.

Wurfbild:
Anfangs sah es aus wie eine 5 beim Würfeln. 2 Werfer auf jeder Bordseite und eine Abrollbahn.
Später es 8 Werfer. Es wurden dann auf 3 Bahnen Wabos abgerollt und die Werfer gestartet. Dabei wurden in einer Serie bis zu 17 Wabos ins Wasser gelassen. In welcher Reihenfolge dies geschah, ist mir verborgen geblieben,
da es leicht undurchsichtig beschrieben wurde.

Auch gab es 10 Wobos von 2 Bahnen und vier Werfern um Munition zu strecken. Der 5 -Satz (wie am Anfang beschrieben
blieb für Notwürfe, bei schnellen Entdeckungen, immer einsatzbereit)



Es gab auch andere Entwicklungen im Bereich der Startvorrichtungen. So wurden zum BEispiel die vorderen GEschütze weggelassen
und statt dessen ein Gerät mit erstens 4 und zweitens 5 Startrohren in verschieden Neigungswinkeln und Richtungen eingesetzt.
Oder ein Gerät mit einer Schußentfernung für Wabos bis 400 Meter vorraus. Beide Geräte bewährten sich nicht.


Statt dessen wurde zweiteres weiterentwickelt zu einem Gerät was im Dreiecksmuster 3 Wabos vom Typ MK VI verschießt, welche einen Zerstöungsradius von 6-7 Metern hatten. Sie sollten so geworfen werden, daß das U-Boot genau in dem Mittelpunkt der Explosion ist. Diese Wabos konnten aufgrund des neuen
Tiefen-Asdics sehr genau eingestellt werden. Das Gerät nannte sich "Squid" und wurde 1943 eingeführt. Die MK VI hatte einen hydrostatischen oder einen zeitgesteuerten Zünder.

1946 wurde die Effektivität von den U-Jagd-Waffen veröffentlicht.
Squid kommt dabei fast am besten weg.
3er Squid 16%
6er Squid 26%
Hedgehog 28%
Mousetrap 17% (amerikanischen Gegenstück)
Wabos normal 6%


Es gab auch Ideen, das eine Waboi MK II mit Raketenmotoren abgefeuert werden konnte bis 400 Meter.
Durch hinzufügen oder weggnehmen der Motöchen konnte die Reichweite differentiert werden.
Das wurde aber schnell wieder fallen gelassen. (haben Bomben so ansich :-) )

zu letzt noch eine britische Entwicklung nämisch MK X. Ein riese unter den Wabos. 53,3 cm im Durchmesser und7,16 Meter lang. Der Durchmesser erinnert uns ja stark an ein Topedorohr, nicht wahr? So ist es auch. Diese
Wabo wurde durch ein Torpedorohr getstartet und konnte auf 3 Tiefen eingestellt werden. 200, 600 und 800 Fuß. 200 Fuß war wohl sehr unbeliebt. Die Mindestgeschwindigkeit des Jägers war auf 20!!! knt. begrenzt.
Bis zu 15 ist ASDIC Kontakt möglich. Die Wirkung des 1000lbs war enorm. Der Zünder wurde durch TNT ersetzt. Diese Wabo hatte sogar noch eine Auftriebskammer, welche die Sinkgeschwindigkeit begrenzte, damit
der Zerstöer klarlaufen konnte. Bei einer Tiefeneinstellung von 600 Fuß und maximaler GEschwindigkeit waren Eigenschäden nicht ausgeschlossen. Schäden am Asdic und an der Motorenaufhängung kamen vor.

Weitere Entwicklungen waren die Wabos vom Typ MK XI. Eine MK VII mit höheren Sinkgeschwindigkeiten und Torpex als Sprengmittel. Sehr teuer und enorm effektiv. übertifft alle Wabos bis auf die MK X.


Was die Amis betrifft, hielten die nicht viel von den britischen Systemen. Sie hatten noch normale Systeme aus dem WK I. Ihre Bomben konnten anfangs nur bis auf ca 120 Meter sinken. Ihre Boote konnte ja im vergleich zu den deutsche nicht sehr tief tauchen und das bezogen Sie auch auf deutsche Boote. Allerdings mußten die Amis wieder eins drauf setzen nämlich hatten diese Wabos 400lbs. Eine enorme Sprengkraft. Nur trafen sie nix :-)
Bis 42 hatten die Amis maximale tiefen bis 300 Fuß dann 600 Fuß. Eine Wabo hatte dabei 1 min Sinkzeit. Bei einer Ausweichgeschwindikeit von 6 knt des U-Boot ist es allerdings dann schon aus dem Gefahrenbereich ausgelaufen.
(ca 180 Meter)

Auf die Amerikanischen Wurfeinrichtungen gehe ich nicht näher ein, wenn es gewünscht wird kann ich ja noch ein paar Sätze
dazu schreiben. ABer soviel ist zu sagen (ich habe wirklich gelacht dabei):
"wo die Briten zielen, streuen die Amerkianer, die us-mentalität und die industriellen Möglichkeiten spielen dabei eine Rolle!"

sgoericke
19-06-05, 09:07
Danke für die Infos aber die Amerikanischen Abwurfvorrichtungen würden mich auch Interessieren,wenns möglich währe ???

Zeffus
19-06-05, 09:52
Danke für die Info. Wirklich sehr interessant.
Gibt es auch Statistiken (so unzulänglich sie sein mögen) wieviele dtsch. U-Boote durch WaBos versenkt wurden?

Lavo4kin
19-06-05, 18:40
Ich tippe auf 59% der gesamten Verlüste.

Copyoffline
19-06-05, 21:27
insgesammt wurden 75% der deutschen Uboote im Gefä cht versenkt. Aber dabei sind auch viele durch Flugzeuge versenkt worden.

Muencheberg
20-06-05, 04:36
Noch ein paar Sätze zu den amerikanischen Systemen:
Es gab bei den Wurfsystemen sogenannte "Guns"
Am Anfang des Krieges nutze man die Y-Guns, welche querschiff zu viel Platz beanspruchten und auch kein schnelles Nachladen möglich war. Später wurden die K-Guns eingeführt. Die NAmen kommen vom Aussehen des Gestells.
Anfang 1942 wuden die ersten K-Guns probeweise auf Zerstöern installiert.

Bei Der K-Gun (Projector MK 6) gibt es längs auf der Schiffsseite 4-6 Wurfgeräte (normale Zerstöer), 8 bei Geleitzerstöern. Dazu meist noch 2 Ablaufbühnen achtern. Bei der MK 6 flog der Stempel der Ladungsträger noch mit in Meer. Daraufhin wurde MK 9 entwickelt. (Bestandteil K-Gun)

Die Wurfweite betrug bei der K-Gun 100 Meter. IM Vergleich zu Briten sehr viel. Weswegen man hier ruhig von "streuen" reden kann.

Interessant ist noch zu wissen, daß die 4,6,8 K-Guns meist nur nach einer Seite werfen konnte, je nach Behinderung der Torpedorohrsätze der unt. Zerstöertypen.

Es wurden im allgemeinen am Anfang des Krieges 40 MK7 und 10 MK6 und später 30 MK7 und 32 Mk6 mitgeführt. Mit Einführung der MK9 sah es dann so aus: 36 MK9 10 MK6.

In wie weit die MK6 (amerikanisch)der MK VII (britisch) ähnelt oder sogar indentisch ist, weiß ich nicht, da es hierzu keine Anmerkungen gibt. (analog mit der MK 9 und MK IX usw.)