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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : ENIGMA zum 3.



moskito66
23-05-04, 18:13
Sorry, mein Fehler, dass ich mich anscheindend nicht klar genug ausgedrückt habe.

Bei den ersten beiden Versuchen musste man nur die richtigen Rotoren in der richtigen Reihenfolge haben, sowie den „Schlüssel“ (AZQ) richtig einstellen. Anschliessend den chiffrierten Text eintippen => Klartext.

Also, ohne Spruchschlüssel, um es einfach zu gestallten.

Die korrekte Bedienung geht wie folgt:
Um die Bedienung zu verstehen, muss man wissen, dass es für die Enigma sogenannte „allgemeine“ und „spezifische“ Einstellungen gab, die den Schlüssel betrafen.
Der Tagesschlüssel war eine allgemeine Einstellung. Dieser war im Codebuch vorgeschrieben. Ein Tagesschlüssel war immer für 24 Stunden gültig (in den letzten Kriegsjahren wurde er alle 8 Stunden gewechselt) und in einem Codebuch standen in der Regel für einen Monat alle Schlüssel drin.
Der Spruchschlüssel war eine individuelle Einstellung und wurde vom Funker für jeden Spruch neu gewählt. Er bestand aus 3 ausgewählten Buchstaben, die die Ausgangsstellung der Walzen vorgaben. So konnte trotz einheitlichem Tagesschlüssel jeder Spruch mit einer anderen Einstellung codiert werden. Dabei ging der Funker wie folgt vor:
Die Walzen wurden anhand des Codebuches ausgewählt, die Ringe eingesetzt, und dann auf die Achse in richtiger Reihenfolge aufgesteckt. Auf dem Steckfeld wurden die jeweiligen Buchstaben vertauscht.
Dann musste sich der Funker eine beliebigen Spruchschlüssel ausdenken und einstellen. Da man aber die Ausgangsstellung auch beim dechiffrieren benötigt, diese aber nicht allgemein festgelegt war, musste sie mit übertragen werden. Dazu ein Beispiel:
Rotoren: B III II I
Keine Stecker!
Tagesschlüssel: F A Z (die drei Buchstaben werden voreingestellt)
Die zu verschlüsselnde Nachricht ist "LEUCHTTONNE". Der Funker dachte sich nun als
Spruchschlüssel: Y M T
aus. Da die Nachricht ohne den Spruchschlüssel unbrauchbar ist, wurde dieser zwei mal hintereinander übertragen, falls durch Rauschen oder andere Umstände etwas verloren gehen sollte. Also wurde die Enigma in die Ausgangsstellung (so wie sie der Tagesschlüssel F A Z vorgab) gebracht und dann YMTYMT eingetippt. was z.B. JBNZOB ergab. Die Enigma wurde dann auf den Spruchschlüssel eingestellt und die eigentliche Nachricht "LEUCHTTONNE" verschlüsselt, wobei man DMIAKDJRHVP erhielt.
So wäre in diesem Fall der Spruch: "JBNZOBRAGXIPLIRQ".
Zur Dechiffrierung benötigte man nun logischerweise den Funkspruch, eine Enigma, ein Codebuch und das Wissen damit umzugehen. Das Vorgehen war praktisch das Gleiche: zuerst wieder Walzen und Steckbrett nach Tagesschlüssel einstellen. Dann war der Spruchschlüssel zu ermitteln, indem man die ersten sechs Buchstaben des Codes bei Tagesschlüssel-Stellung eintippt. Für das obige Beispiel müsste, wenn alles gut geklappt hat, auch wieder YMTYMT herauskommen. Die Walzen mussten dann in die Stellung Y M T gebracht werden und der Rest des Codes konnte entschlüsselt werden.
Man erkennt also deutlich: Verschlüsselung und Entschlüsselung sind spiegelverkehrte Prozesse.
Text red. nach Steffen Sauer

Vy 73 de Moskito

moskito66
23-05-04, 18:13
Sorry, mein Fehler, dass ich mich anscheindend nicht klar genug ausgedrückt habe.

Bei den ersten beiden Versuchen musste man nur die richtigen Rotoren in der richtigen Reihenfolge haben, sowie den „Schlüssel“ (AZQ) richtig einstellen. Anschliessend den chiffrierten Text eintippen => Klartext.

Also, ohne Spruchschlüssel, um es einfach zu gestallten.

Die korrekte Bedienung geht wie folgt:
Um die Bedienung zu verstehen, muss man wissen, dass es für die Enigma sogenannte „allgemeine“ und „spezifische“ Einstellungen gab, die den Schlüssel betrafen.
Der Tagesschlüssel war eine allgemeine Einstellung. Dieser war im Codebuch vorgeschrieben. Ein Tagesschlüssel war immer für 24 Stunden gültig (in den letzten Kriegsjahren wurde er alle 8 Stunden gewechselt) und in einem Codebuch standen in der Regel für einen Monat alle Schlüssel drin.
Der Spruchschlüssel war eine individuelle Einstellung und wurde vom Funker für jeden Spruch neu gewählt. Er bestand aus 3 ausgewählten Buchstaben, die die Ausgangsstellung der Walzen vorgaben. So konnte trotz einheitlichem Tagesschlüssel jeder Spruch mit einer anderen Einstellung codiert werden. Dabei ging der Funker wie folgt vor:
Die Walzen wurden anhand des Codebuches ausgewählt, die Ringe eingesetzt, und dann auf die Achse in richtiger Reihenfolge aufgesteckt. Auf dem Steckfeld wurden die jeweiligen Buchstaben vertauscht.
Dann musste sich der Funker eine beliebigen Spruchschlüssel ausdenken und einstellen. Da man aber die Ausgangsstellung auch beim dechiffrieren benötigt, diese aber nicht allgemein festgelegt war, musste sie mit übertragen werden. Dazu ein Beispiel:
Rotoren: B III II I
Keine Stecker!
Tagesschlüssel: F A Z (die drei Buchstaben werden voreingestellt)
Die zu verschlüsselnde Nachricht ist "LEUCHTTONNE". Der Funker dachte sich nun als
Spruchschlüssel: Y M T
aus. Da die Nachricht ohne den Spruchschlüssel unbrauchbar ist, wurde dieser zwei mal hintereinander übertragen, falls durch Rauschen oder andere Umstände etwas verloren gehen sollte. Also wurde die Enigma in die Ausgangsstellung (so wie sie der Tagesschlüssel F A Z vorgab) gebracht und dann YMTYMT eingetippt. was z.B. JBNZOB ergab. Die Enigma wurde dann auf den Spruchschlüssel eingestellt und die eigentliche Nachricht "LEUCHTTONNE" verschlüsselt, wobei man DMIAKDJRHVP erhielt.
So wäre in diesem Fall der Spruch: "JBNZOBRAGXIPLIRQ".
Zur Dechiffrierung benötigte man nun logischerweise den Funkspruch, eine Enigma, ein Codebuch und das Wissen damit umzugehen. Das Vorgehen war praktisch das Gleiche: zuerst wieder Walzen und Steckbrett nach Tagesschlüssel einstellen. Dann war der Spruchschlüssel zu ermitteln, indem man die ersten sechs Buchstaben des Codes bei Tagesschlüssel-Stellung eintippt. Für das obige Beispiel müsste, wenn alles gut geklappt hat, auch wieder YMTYMT herauskommen. Die Walzen mussten dann in die Stellung Y M T gebracht werden und der Rest des Codes konnte entschlüsselt werden.
Man erkennt also deutlich: Verschlüsselung und Entschlüsselung sind spiegelverkehrte Prozesse.
Text red. nach Steffen Sauer

Vy 73 de Moskito

Willey
24-05-04, 10:51
Also kommt der Tagesschlüssel auf die Ringstellung und auf die Anzeige, und nach entschlüsseln des Spruchschlüssels dieser auf die Anzeige? http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/16x16_smiley-happy.gif

http://home.arcor.de/eldur/sig/willey110.jpg
http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/16x16_smiley-surprised.gif http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/16x16_smiley-surprised.gif http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/16x16_smiley-surprised.gif

moskito66
24-05-04, 14:36
genau. es ist aber kein spruchschlüssel in den ersten beiden beispielen vorhanden (der einfachheit halber).
http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif

Willey
24-05-04, 15:41
Geht trotzdem nicht http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif

B III II I Ring F A Z Anz F A Z

YMTYMT ergibt GDEHFX

Anz YMT

LEUCHTTONNE ergibt DKXUFWASWQZ

Rückwärts klappts dann auch. Anz F A Z, dann die ersten 6 ergibt YMTYMT, dann Anz Y M T, und der Rest ergibt LEUCHTTONNE http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/16x16_smiley-happy.gif.

http://home.arcor.de/eldur/sig/willey110.jpg
http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/16x16_smiley-surprised.gif http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/16x16_smiley-surprised.gif http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/16x16_smiley-surprised.gif

JG400 Kobra
07-06-04, 04:49
spätes replay....

also das Ding is genial http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif
hat zwar ne Weile gebraucht bis ichs kapiert habe, aber nun schaff ichs....
sag mal moskito, das der Tagesschlüssel und der Spruchschlüssel (zum. als Ausgangsposition), gleich war, um den "Erdachten" des Funkers zu erhalten- is das historisch korrekt? höt sich irgendwie zu "einfach" an...

http://mitglied.lycos.de/cobradelta1000/Avatar.jpg

JG400Pips
07-06-04, 09:43
Der Chef mal wieder http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif

http://www.hp-vorlagen.at/jg400/bilder/jg400avatar2.jpg

"Wie ein Floh,aber oho!"