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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Abtei Nonantola



Christoph1955
24-06-10, 02:33
Wie aus weiter Ferne hört er einen merkwürdigen Gesang und schlägt die Augen auf. Sein erster Blick geht zu einem geöffneten Fenster, die Blätter eines Olivenbaums rascheln leise im Wind. Dann erst schaut er sich um.....und weiß nicht, wie er hierher gekommen ist.

"Was.....verdammt, wo bin ich," murmelt er und versucht, sich im Bett aufzusetzen, was aber nicht gelingen will. Stöhnend fällt er wieder zurück auf das Lager.

Er sieht sich das Zimmer an, viel steht hier nicht, es ist ziemlich karg eingerichtet, ein kleiner Tisch mit Stuhl, ein Schrank und dieses Bett in dem er liegt. Über der Tür hängt ein Kreuz, mehr gibt es nicht zu sehen.

Leise öffnet sich die Tür und ein Mann in einer braunen Kutte schaut vorsichtig hinein, lächelt und........verschwindet gleich wieder.

Wenige Minuten später ist er wieder da, diesmal mit einer dampfenden Tasse in der Hand.

"Wie schön Euch wach zu sehen," begrüßt er ihn, als er ans Bett tritt, sich den Stuhl heranzieht und ihm dann hilft, einen Schluck des Tees zu trinken.

Verständnislos schaut er den Mann an, trinkt noch einen Schluck, danach sinkt er wieder kraftlos zurück.

"Ich bin Bruder Luigi und habe Euch mit zweien meiner Brüder vor zehn Tagen am Strand gefunden, nachdem wir mit unserem Fischerboot heimkehrten.
Ihr wart fast gänzlich bewußtlos während der ganzen Tage, doch konnte Euch unser Heilkundiger zwischendurch immer wieder ein wenig Flüssigkeit einflößen. Zum Glück besitzt Ihr eine glänzende Kondition und ein starkes Herz, sonst hätte es schlecht ausgesehen für Euch."

Er lächelt ihn an. "Könnt Ihr mir Euren Namen nennen?"

Christoph1955
24-06-10, 03:10
Bruchstückhaft kehrt die Erinnerung zurück, der fürchterliche Sturm, das tosende Meer und das kleine Schiff, dass plötzlich von dieser riesigen Welle erfasst wurde, die es kapitulieren ließ.

Er war allein in den vom Sturm entfesselten Fluten, konnte aber eine größere Planke des Schiffs ergreifen und sich damit wohl retten. Stunden später war es vorbei, das Meer beruhigte sich und er trieb dahin, wie lange, weiß er nicht mehr. Irgendwann muss er dann bewußtlos geworden sein und hier an den Strand gespült.

"Mein Name," murmelt er, "ist Christoph Büttner, ja, ich erinnere mich" und er erzählt Bruder Luigi, was passiert ist.

"Ihr habt wirklich großes Glück gehabt," lächelt Luigi.
"Nun müsst Ihr erstmal zu Kräften kommen, in den nächsten Tagen."

Er sieht Luigi an und jetzt erst denkt er daran, welch große Sorgen man sich daheim um ihn machen wird, langsam kehrt auch das Zeitgefühl zurück und er fragt Luigi nach dem Datum.

"Ich sollte schon fast eine Woche wieder daheim sein, ich muss sofort eine Nachricht schicken, irgendwie, welche Möglichkeiten habe ich hier," sagt er und versucht wieder, sich aufzurichten, was aber nur halb gelingt.

"Beruhigt Euch, morgen trifft unser Versorgungsschiff ein, unsere einzige Verbindung zur Außenwelt, es wird Eure Nachricht gern übermitteln, ich werde für Euch schreiben, anders wird es wohl nicht gehen.

Wo soll die Botschaft denn hingehen?"

Christoph spürt, wie ihm vor Erschöpfung wieder die Augen zufallen wollen.

"Eine Insel, in der Nähe von England - Annoport," kann er noch flüstern, dann übermannt ihn wieder der Schlaf.

Luigi beobachtet ihn eine Weile, hört die ruhigen Atemzüge und denkt, dass es ein gesunder Schlaf ist diesmal, die beste Medizin, wenn er wieder erwacht, wird er sicher schon mehr zu sich nehmen können und jeden Tag etwas kräftiger werden.

Leise steht er auf und verlässt den Raum um sich auf die Suche nach Bruder Hilarius zu machen, dem Mönch mit dem großen Wissen der Heilkunde.

Christoph1955
25-06-10, 02:38
Nachdem er am gestrigen Abend wieder erwacht war, fühlte er sich schon etwas besser. Bruder Luigi brachte ihm dann eine große Tasse heiße Hühnerbrühe, danach musste er einen Tee trinken, der scheußlich schmeckte, aber Luigi achtete darauf, dass er die Tasse leerte bis auf den letzten Tropfen.

"Es ist eine Teemischung, die nur Bruder Hilarius kennt, damit seid Ihr schneller wieder bei Kräften," erzählte er und zwinkerte ihm vergnügt zu, denn er war doch sehr froh, dass seine Pflege für den Gestrandeten den gewünschten Erfolg gebracht hat.

Er hat Luigi dann noch die Nachricht an Synola diktiert, da das Versorgungsschiff kurz nach Sonnenaufgang bereits eintreffen sollte.

Erst nachdem Luigi den Umschlag verschlossen und ihm nochmals versichert hat, die Nachricht auch ganz sicher weiter zu geben, ist er wieder eingeschlafen.

Christoph1955
25-06-10, 03:12
Als die Sonne schon hoch am Himmel steht und ihre Strahlen durch das geöffnete Fenster schickt, erwacht er und diesmal gelingt es ihm sich aufzurichten, ein Weilchen bleibt er auf der Bettkante sitzen, dann steht er auf.

Ein wenig schwindelig noch geht er ans Fenster und schaut hinaus. Durch die Zweige des Olivenbaums blickt er auf ein herrlich grünes Land, weite Felder erstrecken sich vor seinen Augen, dahinter kann er den blauen Streifen des Meeres sehen bis zum Horizont.

Wieder geht leise die Tür auf - Bruder Luigi scheint ein Hellseher zu sein - mit einem großen Tablett beladen kommt er ins Zimmer.

"Guten Morgen, ahh, ich sehe, Ihr fühlt Euch schon wieder stärker," begrüßt er ihn, als er ihn am Fenster erblickt.

"Guten Morgen Bruder Luigi," grüßt Christoph zurück und lächelt. "Ist das Versorgungsschiff angekommen?"

"Das ist schon lange wieder unterwegs," antwortet Luigi lachend und stellt das Tablett auf den Tisch.

"Eure Botschaft wird überbracht werden, der Kapitän des Schiffes ist ein guter Freund und dazu besitzt er ein edles Gemüt, so das Ihr Euch nicht sorgen müsst. In etwa zwei Tagen wissen Eure Angehörigen was geschehen ist," redet er dann weiter und holt einen kleinen Hocker unter dem Tisch hervor, auf dem er Platz nimmt.

Aus der Kanne auf dem Tablett strömt der herrliche Duft von Kaffee, Christoph lässt sich auch sofort am Tisch nieder, wie lange hat er schon keinen Kaffee mehr getrunken......

"Den Tee gibt es nach dem Bad, in das ich Euch nach dem Frühstück führen werde, aber nun stärkt Euch erst einmal," spricht Luigi mit seiner leisen, angenehm ruhigen Stimme.

"Wir stellen hier vieles selbst her, das Brot ist frisch gebacken, die Orangenkonfitüre eingemacht und unsere Hühner, Kühe und Ziegen geben uns jeden Tag das meiste, das wir zum Leben brauchen. Und wir sind sehr genügsam.

Verzeiht, wenn ich Euch jetzt wieder allein lasse, aber ich muss zum Gebet, danach hole ich Euch ab und wir werden zum Badehaus hinüber gehen. Es ist nicht weit von hier und den kurzen Weg solltet Ihr mit Begleitung schaffen," lächelt er und verlässt das Zimmer.

Christoph schaut ihm lächelnd hinterher und lässt sich das Frühstück schmecken, die erste feste Nahrung nach langer Zeit. Er will so schnell wie möglich wieder auf die Beine kommen, damit er die Rückreise nach Annoport antreten kann, auch wenn Synola nun die Nachricht seiner Rettung erhält weiß er doch, dass sie ihn sehnlichst erwarten wird in Annoport.

Christoph1955
30-06-10, 12:15
Christoph sitzt mit einem Buch auf einem bequemen Liegestuhl im Garten der Abtei.

Es geht ihm von Tag zu Tag besser, was der guten Pflege von Bruder Luigi und Bruder Hilarius zuzuschreiben ist. Zum Glück muss er den schrecklichen Tee nicht mehr trinken, dafür dreimal am Tag einen wohlschmeckenden Saft.

Er denkt oft an seine Verlobte, sicher wird sie die Nachricht bereits erhalten haben und ihn in Sicherheit wissen. Wie er sie kennt, hat sie bestimmt schon die Fortuna auf den Weg hierher geschickt, also wird er die nächsten Tage einfach abwarten, ob Larssen hier eintrifft.

Aus der Ferne hört er die Glocke, die alle Mönche zum gemeinsamen Gebet ruft, danach wird dann das Abendessen gereicht.

Er beschließt, noch ein wenig zu lesen, in etwa einer halben Stunde wird er sich dann frisch machen für die abendliche Mahlzeit.

Christoph1955
03-07-10, 03:11
Kapitän Larssen hat die Abtei nach der Wegbeschreibung des Einheimischen gut gefunden und ist von den Mönchen aufs Herzlichste begrüßt worden. Man hat ihm gleich ein Gästezimmer eingerichtet und Bruder Giovanni mit der Botschaft zur Fortuna geschickt, dass Larssen bis zur Abfahrt hier verweilen wird.

Nun sitzt er mit dem Kapitän beim Frühstück im Garten der Abtei, die Männer haben sich viel zu erzählen. Mit Freude vernimmt er, dass Synola in Annoport alles im Griff hat. Trotzdem will er schnellstmöglich aufbrechen und plant die Abreise bereits für den morgigen Tag. Auf der Fortuna kann er sich schließlich während der Überfahrt noch weiter erholen, es sollte mindestens zwei Tage dauern, bis sie Annoport erreicht haben werden.

Bruder Luigi bringt ihnen noch eine Kanne frischen Kaffees und setzt sich ein wenig zu ihnen. Ihm und Bruder Hilarius hat er schon das Versprechen abgenommen, dass sie unbedingt in naher Zukunft Annoport besuchen sollen, sie werden als Gäste jederzeit willkommen sein.

Christoph1955
04-07-10, 04:59
Nach einem ausgiebigen Frühstück mit Kapitän Larssen, Bruder Hilarius und Bruder Luigi heißt es Abschied nehmen von den Mönchen und dieser schönen Insel.

Dieser Abschied ist begleitet von guten Wünschen und dem Versprechen, sich gegenseitig zu besuchen, sobald es die Zeit zulässt.

Dann macht er sich mit Larssen auf den Weg zur Fortuna, den Fußmarsch bekommt er schon hin, allerdings noch nicht so schnell wie vor dem erlittenen Schiffbruch.

Nach 1,5 Stunden sind sie am Hafen angekommen und marschieren geradewegs auf die Fortuna zu.

Synola
31-08-10, 02:19
Die Fortuna läuft langsam in den kleinen, aber schmucken Hafen ein, weiter draußen auf dem Meer kann Synola einige Fischerboote ausmachen. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, alles geht gemächlich seinen Lauf und niemand scheint es eilig zu haben.

Das Schiff macht am Pier fest und die Leinen werden festgezurrt und schon bald verlässt sie mit Cristoph, Hilarius und Luigi das Schiff. Kapitän Larssen wird später nachfolgen, er kennt ja den Weg zur Abtei noch. Auch ihr Gepäck lassen sie noch an Bord, dieses werden später einige Schiffsjungen ins Haus bringen.

Christoph1955
31-08-10, 02:42
Diesmal kann er den kleinen Ort erst so richtig genießen und viele Dinge aufnehmen, die er beim ersten Besuch gar nicht bemerkt hat.

Auf dem kleinen Marktplatz stehen die bunten Marktstände verstreut, dazwischen laden Bänke zum Verweilen ein und einen hübschen Brunnen in der Mitte des Platzes gibt es auch.

Gleich gegenüber, nur durch die schmale Gasse vom Marktplatz getrennt, sehen sie einige kleine Geschäfte, sowie ein Gasthaus mit einigen Tischgruppen auf dem Vorplatz.

Rund um den Marktplatz spenden Oliven- Mandel- und Feigenbäume Schatten und einige Eselkarren warten auf ihren Einsatz.

Langsam gehen sie nun weiter, zur Abtei.

Synola
31-08-10, 02:51
Synola genießt den Anblick des kleinen Ortes und nimmt sich vor, dass dies bestimmt nicht ihr letzter Besuch ist.

Lächelnd schaut sie ihren Mann an und bemerkt, dass es ihm wohl ebenso ergeht.

"Lass uns in den nächsten Ferien wieder hierher kommen und ein wenig länger bleiben," sagt sie zu ihm.

Mittlerweile haben sie den geschlungenen Pfad erreicht, der durch die hügelige Landschaft zur Abtei führt.

Synola
31-08-10, 03:12
Abt Maurizio und einige der Mönche bereiten ihnen einen herzlichen Empfang, als sie in der Abtei eintreffen.

Im Speisesaal ist bereits ein großer Tisch gedeckt mit allerlei heimischen Leckereien und frischem Obstsalat und beide müssen nun erst einmal vom Tag ihrer Vermählung erzählen.

Zuerst jedoch dankt Synola dem Abt persönlich zur Rettung ihres Gatten.

<span class="ev_code_BLUE">"Meine Liebe, das war doch selbstverständlich, wie froh bin ich doch, ihn heute so gesund und glücklich wiederzusehen,"</span> antwortet er lächelnd und bittet sie dann zu Tisch.

Synola
31-08-10, 03:37
Nach ihrer Erzählung und nachdem sie sich gestärkt haben, brechen sie auf, die Mönche werden wieder einmal zum Gebet gerufen.

Ungefähr 500 Schritte von der Abtei entfernt befindet sich das Sommerhaus, ehemals von einem reichen Händler erbaut, der hier öfter einige Urlaubstage verbracht hat. Nach seinem Tod hat er das Haus dann der Abtei vermacht, zum Dank für ihre Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit.

Synola stößt einen leisen Freudeschrei aus, als sie das Haus erblickt, so wunderschön ist es gelegen und nur wenige Schritte vom weißen Sandstrand entfernt.

http://s1.directupload.net/images/100831/6up7wkni.jpg (http://www.directupload.net)

Christoph1955
31-08-10, 03:43
Auch drinnen ist das Haus freundlich und gemütlich eingerichtet und es erwartet sie noch eine Überraschung.

Einen riesigen Korb mit Obst, Brot, Käse und Wein hat der Abt hier aufstellen lassen, in mehreren Vasen sind Blumen verteilt, gar nicht satt sehen kann man sich daran.

"Hier lässt es sich gut leben, was meinst Du," fragt er seine Frau liebevoll.

Synola
31-08-10, 03:57
"Meine Güte, das ist weitaus mehr, als ich erwartet habe," lächelt Synola ihren Gatten an und umarmt ihn liebevoll.

"Ein wahres Schmuckstück haben wir hier gefunden, ich freue mich so sehr auf die nächsten Tage. Gleich morgen nach dem Aufstehen können wir noch vor dem Frühstück im Meer schwimmen, wie herrlich das doch ist," schwärmt sie.

Es klopft und sie eilt zur Tür, es sind die Schiffsjungen mit ihrem Gepäck.

Kira ist noch dabei, alles zu beschnüffeln und Synola kramt nun zuerst ihr Fressen aus der Tasche, sicher wird die Hündin hungrig sein.

Später werden sie gemeinsam zum Strand gehen, aber zuerst soll sie sich hier ein wenig mit allen neuen Dingen vertraut machen.

Synola
03-09-10, 06:44
Synola setzt sich im Liegestuhl auf, als sie wildes Gebell vom Strand her hört.

Kira ist mit Christoph im Wasser und beide vergnügen sich in der Brandung, die heute ein wenig stärker ist als in den letzten Tagen.

Vergnügliche und geruhsame Tage haben sie hier verbracht. Gestern hat ihnen Abt Maurizio beim gemeinsamen Abendessen noch gesagt, sie könnten jederzeit das Sommerhaus anmieten, sollten sie gerne wiederkommen, sind sie gern gesehene Gäste.

"Was wir ganz sicher auch machen werden," denkt sich Synola mit einem Lächeln.

Auch sie wird heute noch einige Male im Meer baden, aber nun legt sie sich zunächst wieder zurück, um die warmen Sonnenstrahlen noch eine Weile zu genießen.

Synola
04-09-10, 03:46
Nach einem ausgiebigen Frühstück beginnt Synola mit dem Packen, während Christoph ein letztes Mal mit Kira zum Strand hinunter geht.

Gleich danach werden sie sich von den freundlichen Mönchen verabschieden, dann geht es wieder zurück in die Heimat.

Synola
04-09-10, 04:20
Der Abschied fällt herzlich aus und sie versprechen, im nächsten Frühjahr ganz bestimmt wieder zu kommen.

Zwei Schiffsjungen bringen die Koffer zur Fortuna, Kapitän Larssen steht bereits wartend an Deck, so dass sie gleich ablegen können.