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Jadefalke7685
28-04-09, 19:51
Hallo

So, lange nimmer gemeldet und alles ein wenig aus den Augen verlorenhttp://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif

Hab auch gleich mal ein Thema worüber es reichlich Diskussionsstoff gibt, und zwar:

Welches waren wirklich die besten U-Boote im WW2?

In einem anderen Forum, wo ich mich aber irgendwie nicht regestrieren kann, wurde die gleiche Frage gestellt und war doch erschrocken wieviel Halbwissen dort verbreitet wurde und Fakten gänzlich ignoriert oder zurecht gebogen wurden.

Woran macht man das " Beste " Boot überhaupt aus? An der Technik? An der Crew? An der Effizienz wärend ihrer Einsätze? Am Einsatzgebiet und Gegner?

Immer wieder lese ich " die deutschen U-Boote waren die besten und basta " und es wurden so tolle Paradevergleiche zwischen " Balao und dem Typ XXI "( welches ja nie wirklich zum richtigen Einsatz kam )und das Japaner, Engländer, Holländer etc aber auch U-Boote hatten, wurde irgendwie vergessen.

Deswegen würde ich vorschlagen wir tragen alle Dinge die wir wissen ( auch wenn sie vll unbedeutend erscheinen )zusammen und entscheiden ganz am Ende welches die wirklich " besten " Boote im WW2 waren.

Den Anfang mache ich dann und schreibe ein paar Fakten zu den US-Booten.

55% der gesammten versenkten japanischen Schiffstonnage gingen auf das Konto der U-Bootfahrer der US Navy, so gesehen war gerade mal 2% aller amerikanischen Streitkräfte im Pazifik für den Verlust von mehr als der hälfte aller versenkten japanischen Schiffe verantwortlich, wovon 52 U-Boote der US Navy über den ganzen Krieg hinweg verloren gingen.

Bemerkenswert finde ich auch, das alle US-Boote mit Klimaanlagen und Duschzellen versehen waren, klingt vll im Moment unwichtig,vll auch nicht, ich persönlich würde da eher ein Vorteil drin sehen was die Moral der Crew angeht wärend ihrer monatelangen Feindfahrten.

Wie schaut es mit der Technik in den U-Booten aus? Im besagten Forum musste ich so ne Grütze lesen wie " Wenn schon der Capain in Ölzeug am Periskop steht weil die Boote nicht richtig dicht waren..." erinnert mich das stark an den Haaren herbei gezogen und an einem Film den ich mal gesehen habe, ebenso das Gerücht " Das US Crews gern geschummelt haben bei den Abschüssen, so sollen allein schon Treffer = als versenkt gegolten haben und so die riesige Zahl der versenkten Schiffen entstanden sein sollen..." was ich mir nicht vorstellen kann das dies der Wahrheit entspricht, denn...

Nach meinen suchen im Internet bin ich auf etliche Feindfahrtprotokolle gestoßen die penibel festhielten welche Schiffe angegriffen wurden, welche versenkt wurden UND welche getroffen/beschädigt wurden aber NICHT sanken...anschließend Gesammttonnage versenkt und Gesamttonnage beschädigt, desweiteren haben die US-Boote in Wolfpacks zusammen gearbeitet, das heisst, mindestens 2-3 Boote zusammen, vom Auslaufen bis zur Heimkehr, niemals getrennt es sei denn durch Versenkung. Deswegen tue ich das was ich da im Forum gelesen habe einfach mal als Gerücht ab, denn wie schon geschrieben, warum dann bei den Protokollen extra beschädigte Schiffe auflisten und anschließend müssten alle Captains des Wolfpack bewusst falsche Angaben gemacht haben, was ich mir nicht vorstellen kann.

Aber zurück zur Technik, Fakt ist, das die US-Boote nicht wirklich tief tauchen konnten im Gegensatz zu den Deutschen Booten, in wie fern da die Größe eine Rolle spielt, kann ich nicht sagen. Ob es auch wirklich relevant war auch nicht, wobei ich eher zu Nein tendiere, dafür spricht das die US-Boote gezielt Kriegsschiffe angegriffen haben und sich bewusst so einer WaBo-Verfolgung aussetzten aber trotzdem gerade mal 52 U-Boote verloren haben wärend 783 deutsche U-Boote verloren gingen!

Wie scheuts mit dem Zielsystemen der U-Boote aus? Darüber kann ich so wenig schreiben, immer wieder wird geschrieben das die deutschen die besten hatten waren, ich persönlich komme mit dem Amerikanischen besser zurecht und habe ( Achtung, muss nicht wirklich so gewesen sein ) irgendwo mal gelesen das einige US Captains nur anhand des Sonars einen Treffer landen konnten, ob dies stimmt weiss ich nicht, auch nicht in wie weit es etwas über die Technik aussagt.
Auch habe ich keine genauen Zahlen zu versenkten Schiffen im Pazifik durch U-Boote gefunden, hier schwanken die Zahlen stark zwischen 1400 und 4000 versenkten Schiffen wärend ziemlich eindeutig von knapp 3000 versenkten Schiffen durch deutsche U-Boote zu lesen ist. Bei den deutschen U-Bootcrews hieß es ja ein Schuß ein Treffer, die Amerikaner haben wiederum auf Schiffe geschossen die sehr schnell waren, so schlecht können die Zielsysteme danna uch nicht gewesen sein...

Bei der Frage nach dem " besten " U-Boot im WW2 denke ich kann man gar nicht meiner Meinung nach auf die technischen Kleinigkeiten eingehen, die Einsatzgebiete sowie die Gegner waren komplett anders womit ich auf den für mich persönlichen Entschluss komme, das rein von der Effizienz der U-Boote die deutschen mit den amerikanischen U-Booten gleich auf waren.

Ich denke man muss tiefer in die Details gehen und vor allem die Boote der anderen Nationen dazu holen um am Ende das wirklich " Beste " U-Boot im WW2 finden zu können.

Jadefalke7685
28-04-09, 19:51
Hallo

So, lange nimmer gemeldet und alles ein wenig aus den Augen verlorenhttp://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif

Hab auch gleich mal ein Thema worüber es reichlich Diskussionsstoff gibt, und zwar:

Welches waren wirklich die besten U-Boote im WW2?

In einem anderen Forum, wo ich mich aber irgendwie nicht regestrieren kann, wurde die gleiche Frage gestellt und war doch erschrocken wieviel Halbwissen dort verbreitet wurde und Fakten gänzlich ignoriert oder zurecht gebogen wurden.

Woran macht man das " Beste " Boot überhaupt aus? An der Technik? An der Crew? An der Effizienz wärend ihrer Einsätze? Am Einsatzgebiet und Gegner?

Immer wieder lese ich " die deutschen U-Boote waren die besten und basta " und es wurden so tolle Paradevergleiche zwischen " Balao und dem Typ XXI "( welches ja nie wirklich zum richtigen Einsatz kam )und das Japaner, Engländer, Holländer etc aber auch U-Boote hatten, wurde irgendwie vergessen.

Deswegen würde ich vorschlagen wir tragen alle Dinge die wir wissen ( auch wenn sie vll unbedeutend erscheinen )zusammen und entscheiden ganz am Ende welches die wirklich " besten " Boote im WW2 waren.

Den Anfang mache ich dann und schreibe ein paar Fakten zu den US-Booten.

55% der gesammten versenkten japanischen Schiffstonnage gingen auf das Konto der U-Bootfahrer der US Navy, so gesehen war gerade mal 2% aller amerikanischen Streitkräfte im Pazifik für den Verlust von mehr als der hälfte aller versenkten japanischen Schiffe verantwortlich, wovon 52 U-Boote der US Navy über den ganzen Krieg hinweg verloren gingen.

Bemerkenswert finde ich auch, das alle US-Boote mit Klimaanlagen und Duschzellen versehen waren, klingt vll im Moment unwichtig,vll auch nicht, ich persönlich würde da eher ein Vorteil drin sehen was die Moral der Crew angeht wärend ihrer monatelangen Feindfahrten.

Wie schaut es mit der Technik in den U-Booten aus? Im besagten Forum musste ich so ne Grütze lesen wie " Wenn schon der Capain in Ölzeug am Periskop steht weil die Boote nicht richtig dicht waren..." erinnert mich das stark an den Haaren herbei gezogen und an einem Film den ich mal gesehen habe, ebenso das Gerücht " Das US Crews gern geschummelt haben bei den Abschüssen, so sollen allein schon Treffer = als versenkt gegolten haben und so die riesige Zahl der versenkten Schiffen entstanden sein sollen..." was ich mir nicht vorstellen kann das dies der Wahrheit entspricht, denn...

Nach meinen suchen im Internet bin ich auf etliche Feindfahrtprotokolle gestoßen die penibel festhielten welche Schiffe angegriffen wurden, welche versenkt wurden UND welche getroffen/beschädigt wurden aber NICHT sanken...anschließend Gesammttonnage versenkt und Gesamttonnage beschädigt, desweiteren haben die US-Boote in Wolfpacks zusammen gearbeitet, das heisst, mindestens 2-3 Boote zusammen, vom Auslaufen bis zur Heimkehr, niemals getrennt es sei denn durch Versenkung. Deswegen tue ich das was ich da im Forum gelesen habe einfach mal als Gerücht ab, denn wie schon geschrieben, warum dann bei den Protokollen extra beschädigte Schiffe auflisten und anschließend müssten alle Captains des Wolfpack bewusst falsche Angaben gemacht haben, was ich mir nicht vorstellen kann.

Aber zurück zur Technik, Fakt ist, das die US-Boote nicht wirklich tief tauchen konnten im Gegensatz zu den Deutschen Booten, in wie fern da die Größe eine Rolle spielt, kann ich nicht sagen. Ob es auch wirklich relevant war auch nicht, wobei ich eher zu Nein tendiere, dafür spricht das die US-Boote gezielt Kriegsschiffe angegriffen haben und sich bewusst so einer WaBo-Verfolgung aussetzten aber trotzdem gerade mal 52 U-Boote verloren haben wärend 783 deutsche U-Boote verloren gingen!

Wie scheuts mit dem Zielsystemen der U-Boote aus? Darüber kann ich so wenig schreiben, immer wieder wird geschrieben das die deutschen die besten hatten waren, ich persönlich komme mit dem Amerikanischen besser zurecht und habe ( Achtung, muss nicht wirklich so gewesen sein ) irgendwo mal gelesen das einige US Captains nur anhand des Sonars einen Treffer landen konnten, ob dies stimmt weiss ich nicht, auch nicht in wie weit es etwas über die Technik aussagt.
Auch habe ich keine genauen Zahlen zu versenkten Schiffen im Pazifik durch U-Boote gefunden, hier schwanken die Zahlen stark zwischen 1400 und 4000 versenkten Schiffen wärend ziemlich eindeutig von knapp 3000 versenkten Schiffen durch deutsche U-Boote zu lesen ist. Bei den deutschen U-Bootcrews hieß es ja ein Schuß ein Treffer, die Amerikaner haben wiederum auf Schiffe geschossen die sehr schnell waren, so schlecht können die Zielsysteme danna uch nicht gewesen sein...

Bei der Frage nach dem " besten " U-Boot im WW2 denke ich kann man gar nicht meiner Meinung nach auf die technischen Kleinigkeiten eingehen, die Einsatzgebiete sowie die Gegner waren komplett anders womit ich auf den für mich persönlichen Entschluss komme, das rein von der Effizienz der U-Boote die deutschen mit den amerikanischen U-Booten gleich auf waren.

Ich denke man muss tiefer in die Details gehen und vor allem die Boote der anderen Nationen dazu holen um am Ende das wirklich " Beste " U-Boot im WW2 finden zu können.

Yossarian1943
29-04-09, 06:12
Duschen würde ich auch vermissen http://forums.ubi.com/images/smilies/16x16_smiley-very-happy.gif, aber die Amerikaner brauchten sicher auch mehr Komfort auf pazifischen langstecken.

Komfort bedingt eine gewisse Grösse. Und so groß waren die deutschen Boote nicht. Dafür in Bezug auf Zerstörungstiefe beim tauchen robuster.

Die deutschen Typ VII Boote wurde zwar im Atlantik eingesetzt, waren aber imho keine ausgewiesenen Langstreckenboote, daher auch nicht ganz so komfortabel.

Improvisierte Duschen gab es sehr wohl. Mit Segeltuch im Maschineraum. Auf U 564 wurde das vom LI eingeführt und von der Besatzung mit Begeisterung angenommen.

Und wenn ich nun so ein armer Kommandant wäre, ohne Dusche http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_razz.gif, würde ich mein Ölzeug irgendwann auch nicht mehr ausziehen...

Außerdem gab es in deutschen Booten viel Kondeswasser, war also alles irgendwie feucht.

Jadefalke7685
29-04-09, 21:52
Nun, das es auf deutschen U-Booten enger war, ist klar, trotzdem würde ich am Rad drehen irgenwann wenn ich wochenlang in so ner Büchse hausen müsste, improvisierte Dusche hin oder her...es gab ja nicht nur das Typ VII, wie sah es auf dem größeren Typ IXer aus?

In dem anderen Forum sind alle der meinung das Komfort unwichtig gewesen sei und die Amis eh nur Weicheier waren, aber ich persönlich denke schon das es besonders der Moral an Bord gut tat wenn man Wochenlang unterwegs war und zumindest etwas Komfort hatte. Und die Klimaanlagen waren wohl bei den tropischen Temperaturen eh nicht weg zu denken aus den US-Booten.

Ich frage mich trotzdem, welches denn nun wirklich die Besten waren, wovon es abhängig gemacht wird zu sagen dies und jenes Boot war das Beste im WW2...
Versenkte Tonnage? Verluste? Die deutschen Boote haben deutlich mehr Tonnage versenkt, aber für mich reicht das alleine nicht aus. Deutsche U-Boote haben meist gekniffen auf Kriegsschiffe los zu gehen wärend die Amis ohne mit der Wimper zu zucken wiederum auch mal feindliche Einsatzgruppen angegriffen haben und das bei deutlich weniger Verlusten aber auch weniger versenkten Tonnage...also ich kann wirklich nicht sagen dies oder jenes Boot war das Beste, ich sehe zumindest die Amis und Deutschen auf gleicher Höhe, aber es gab ja auch noch andere Nationen mit U-Booten, vll nicht so viele, aber vll gerade deswegen hat man nicht an die anderen Nationen gedacht wo vll noch bessere U-Boote waren?

TheMorpheus2000
30-04-09, 02:06
Interessantes Thema http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif

Es ist schwierig hier einen Vergleich zu ziehen, aber einen Versuch ist es bestimmt wert. Auf subsim.com hat es nicht funktioniert, aber über das Amerikanische Ego kann man eben nicht diskutieren^^.

Ich denke das das Japanische Unterwasser-Ortungssystem (wie auch immer) bestimmt nicht so ausgefeilt war wie jenes der Engländer (ab 41), was die relativ niedrigen verluste der U.S. Boote im vergleich zu den Deutschen erklären würde. Hätte die Amerikaner genauso tief tauchen können wie die Deutschen wären deren Verluste bestimmt noch wesentlich geringer ausgefallen. Daher ist die Tauchtiefe schon ein sehr relevanter Faktor. Nehmen wir einfach die "Normale" Tauchtiefe eines Amerikaners her, z.B. 300 Fuß? Das wären dann ~100 Meter, ein Deutsches Boot (z.B. vom Typ XI) könnte aber durchaus auf 200+ Meter tauchen), 100+ Meter unterschied die dem Boot das Leben retten können. Immer wieder habe ich auch gehört das die Akkuzellen der Deutschen wesentlich ergiebiger gewesen sein sollen, aber näheres weiß ich dazu leider auch nicht.

Emotional schwanke ich immer wieder zwischen U.S. Booten und den Deutschen, als 12 Jähriger habe ich bereits "Silent Service" auf einem Commodore64 gespielt, das war in den 80ern. Heute spiele ich gerne den TypXI in SH4, und ist mein erklärtes Lieblingsboot der Deutschen aus dem zweiten Weltkrieg. Es ist etwas schwerfälliger beim Manövrieren als der Typ VII weil es größer ist, jedoch spielt für mich die Einsatzreichweite eine Wichtige Rolle. Ausserdem sieht es einfach geil aus http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif Vom Komfort her jedoch würde ich lieber auf einem Amerikaner dienst machen, hier sind natürlich die Boote der Gato Klasse legendär, natürlich auch die der Balao Klasse, aber deren Einsatzreife kam eben relativ spät im Krieg. Ich weiß auch nicht wieso man bei den Deutschen Booten so wenig auf die Bedürfnisse der Manschaft eingegangen ist, aber die Umstände unter denen diese Männer leben mußten möchte ich nicht am eigenen Leib erfahren müssen.

Ein ganz großer - riesiger - vernichtender Nachteil der deutschen Booten waren die Radar, und Radar-Warnungsgeräte. Hätte die Deutschen jedes anfliegende Flugzeug vie Radar wahrnehmen können, wären die Verluste bestimmt bedeutend geringer ausgefallen. Ich habe immer wieder nur gelesen das die meisten Deutschen Boote durch Catalinas und ähnliche Uboot-Jäger Flugverbände versenkt wurden. Hier hätte entsprechend gehandelt werden müssen, der Schnorchel war jedenfalls ein Schuss ins Knie, soweit ich das beurteilen kann.

Trotzallem, ich bin eine Laie und bitte mögliche Falschangaben zu entschuldigen http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif

lg morph

Karnusan
30-04-09, 20:02
Also ich denke, dass hier ein direkter Vergleich schwierig ist. Wie bereits angeklungen hatten die deutschen U-Boote einen wesentlich härteren Gegner als die amerikanischen. Nicht nur, dass die Briten im späteren Verlauf dank Radar in der Lage waren, die deutschen U-Boote ohne Sicht anzugreifen. Es gelang sogar, den deutschen Enigma-Schlüssel zu knacken, wodurch die ALliierten über die deutschen Boots-Bewegungen genauestens informiert waren.
Technisch gesehen waren die deutschen Boote den amerikanischen wohl in vielen Dingen überlegen (Tauchtiefe, Bewaffnung, Unterwasser-Reichweite). Dafür punkteten die amerikanischen mit einem gewissen Komfort für die Besatzungen, was die Moral nicht unerheblich beeinflusst haben dürfte.
Aber es ist eben schwer, einen echten Vergleich zu ziehen. Alleine der Schnorchel (den meines wissens nur die deutschen Boote hatten) war eine interessante Entwicklung.

Man könnte nun natürlich noch die Rubrik 'Was wäre wenn . . . ' eröffnen.
Wenn die neuen Boote rechtzeitig einsatzbereit gewesen wären, mit ihrer enormen Geschwindigkeit.
Oder wenn der Walther-Antrieb wirklich zum Einsatz gekommen wären (ein deutsches U-Boot hätte dann angreifen und nahezu unauffindbar verschwinden können)
Oder wenn die deutschen zu Kriegsbeginn nicht so überheblich gewesen wären und die Radartechnik weiter entwickelt hätten, so dass sie ihren Vorsprung, den sie ja zu Kriegsbeginn hatten) behalten oder gar ausgebaut hätten.

Und ja, ich schweife vom Thema ab. Aber das sind eben so Gedanken die mir kommen, wenn ich darüber nachdenke http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif

Karnusan

orkfighter_14
01-01-16, 11:01
Also man muss sich halt entscheiden was man bei ubooten wichtiger findet , die Deutschen typ7 hatten eine tauchtiefe von 260 m( hab mal mit einem ehemaligen uboot Mann geredet , der meinte dass er damals sogar 300 geschafft hätte) dafür halt eine maximalgedchwindigkeit von 17-18 Knoten, und die torpedobewAffnung war ok , aber nicht so groß wie die amerikanische ,( diese hatten in manchen Typen sogar 4 heckrohre!! , auch konnten sie schneller fahren so über 20 Knoten , und jetzt kommt der entscheidende Punkt :
Die amiboote konnten nichtmal 200 m tief erreichen ! , ich glaub so 150 m war dass tiefste , kein Vergleich mit den deutschen ubooten , die Unsichtbarkeit eines Bootes war die wichtigste Waffe der uboote , aber in diesem Fall benötigten die Amerikaner auch nicht so eine tiefe weil die japsen nur schlechte zerris hatten

Lukin1971
01-01-16, 11:53
Was das Beste U-Boot ist, ist die Frage des Einsatzes. Prototypen wie z.B. das Walther-U-Boot lassen wir mal außen vor. Das war aber mit wegweisend für die zukünftige technische Weiterentwicklung.

Die amerikanischen U-Boote waren für Langstrecken bestimmt, deutlich größer und hatten teils auch einen größeren Torpedovorrat. Zudem den Vorteil daß im Pazifik durch Wetterbedingungen in gewissen Wassertiefen die Ortung für den Gegner erschwert war.

Die deutschen Typ VII-U-Boote waren im Nordatlantik effizient, aber halt keine wirklichen Langstrecken-U-Boote. Sie waren konsequent auf geringes Profil und auf Angriff getrimmt. Eine Feindfahrt an die US-Küste war wenn überhaupt aufwendig nur mit unterwegs stationierten Milchkühen möglich. Mit der erhöhten Entdeckungsgefahr im Zeitraum der Neubetankung/Bestückung mit Waffen. Für die Langstrecke gab es bei den deutschen das etwas größere, echte Langstrecken-U-Boot Typ IX.

Man sollte bei der Frage nach dem besten U-Boot immer das Anforderungsprofil mit im Auge haben. Ein Typ IX U-Boot oder ein amerikanisches vom Typ Typ Gato/Balao waren größer, schwerfälliger. Dafür für Langstrecken regelrecht prädistiniert (bei Gato/Balao wegen dem Haupteinsatzgebiet Pazifik) und schwerer bewaffnet (mehr Torpedos und Rohre). Der Typ IX war ja in den Gebieten US-Ostküste, Braslien aber auch teils im Pazifik im Einsatz.

Hinzu kommt auch noch, daß die allierten U-Boot-Ortungssysteme denen der Deutschen überlegen waren (wenn die Deutschen auch sonst auf anderen Gebieten technisch fortschrittlicher waren als die Alliierten). Die deutschen haben die Effizienz und Wirksamkeit von Radar unterschätzt. Mit Systemen wie Asdic und deren Nachfolgern wurden die grauen Wölfe statt zu Jägern zu Gejagten.

Was auch nicht zu verachten ist, daß die U-Boote vom Schlage einer Gato/Balao/Typ IX deutlich mehr Besatzung benötigten als der Typ VII.

Während die amerikanischen U-Boote im Pazifik in gewissen Tauchtiefen quasi nicht ortbar waren (komme jetzt nicht auf den Begriff wie sich diese Unterwasserzone nennt), hatten die Achsenmächte diesen Vorteil im Atlantik nicht. Wenn man diese Zone im Pazifik erreicht hatte war man vor der Ortung durch die Japaner fast zu 90% sicher. Weil die Systeme der Japaner die Amerikaner in dieser Wasserzone aufgrund des Temperaturwechsels nicht orten konnten.

Das ganze verfärbt die Frage um die besten U-Boote auch etwas. Weil hier natürlich vorkommende Effekte eine Tarnung der U-Boote unterstützten, die in anderen Regionen nicht vorhanden waren. Abgesehen wie gesagt auch vom Vorteil der Ortungstechnik auf Seiten der Alliierten. Und daß die Allierten die Enigma geknackt hatten, demzufolge der Funkverkehr ein offenes Buch für die Alliierten war und die Deutschen das nicht wirklich mitbekommen hatten bzw. wo dann festgestellt auch keine Lösung für dieses Problem gefunden haben.

Der Rest (Tauchtiefe vs. Geschwindigkeit) wurde ja bereits erwähnt.

Hinzu kamen auch Sabotage durch Zwangsarbeiter auf Seiten der Deutschen und technische Ausfälle: Torpedos explodierten ab und zu bereits im Rohr (was in den meisten Fällen den Totalverlust von Boot+Besatzung bedeutete), Blindgänger, anfängliche Probleme mit dem Torpedotyp 2 (halten der Tiefe, unzuverlässige Magnetzündung).

Um mal auf die beiden Spiele Silent Hunter 3/4 anzuspielen: In SH 3 habe ich sehr gern den Typ VII benutzt. Möglichst höchste Ausbaustufe soweit verfügbar. Flak und Bordkanone (8,8er) waren ein Muß. Die Netzsäge an der Front vom VIIer war in SH3 leider nie sinnvoll nutzbar. Die war ein sinnfreies Ausstattungsgimmick. Im Gegensatz zur Realität funktionierte der Typ 2 Torpedo in SH3 meistens (nicht immer) so wie er sollte.

Am effizientesten war ein Schuß mit dem T2 unterhalb des Kiels (idealerweise in Höhe Maschinenraum (oder Waffenlager bei Schlachtschiffen/Zerstörern/Kreuzern) mit Magnetzündung. Zerstörer brauchten so 1 Torpedoschuß. Selbst die großen Cargos selten mehr als 2, teils auch mit 1 Schuß. Tanker je nach der Größe 1-2 Torpedos.

Der T1 war maximal nachts effektiv. Die Blasenbahn die der T1 warf, war sonst zu sehr verräterisch.

Alternativ auch den Typ IX für die Langstreckeneinsätze (sobald ich die Chance dazu bekommen habe). Denn eine Langstreckenfahrt an die US-Küste hatte auch ihren Reiz. Auch der größere Torpedobestand an Bord. Auch wenn der Typ IX im Vergleich zum VIIer schwerfälliger war und länger brauchte um abzutauchen.

Bei SH4 im Pazifik waren die Gato/Balao-Boote meine Favoriten. Wobei die Balao-Boote den Nachteil der geringeren Tauchtiefe gegenüber den deutschen Booten im Vergleich zur Gato etwas kompensieren konnten.

Duschzellen würde ich mal als "Luxus"gimmick ansehen. Beim U-Boot kommt es auf die konsequente/effiziente Nutzung des angebotenen Raumes als Gesamt-Waffenkonzept an (bei A-U-Booten mit extrem langen Tauchzeiten und Primärwaffe Marschflugkörper mag die Sache wieder anders aussehen). Aber die konventionellen U-Boote brauchten jeden verfügbaren Platz für die Waffensysteme und Reserven.

Sprich wenn Platz für Duschzellen da ist wäre auch Platz für X mehr Torpedos oder ein größeres Munitonslager für Flak/Bordgeschütz oder für einen größeren Dieseltank und damit einen größeren Aktionsradius vorhanden. Was ist im Fall eines Kampfes entscheidender ?

Die Amerikaner konnten aufgrund der eh schon großen U-Boote die für die Pazifik-Langstrecken notwendig waren ganz anders mit den Platzmöglichkeiten hantieren. Zumal sie durch ihre verteilten Basen zig Möglichkeiten hatten, die Schiffe wieder neu zu bestücken mit Sprit und Bewaffnung. Bei den deutschen im Atlantik zählte die Platzeffizienz und geringe Silhouette/Schiffsgröße deutlich mehr.

In San Franzisco liegt übrigens ein U-Boot der Balao-Klasse (SS-383 Pampanito) im Hafen, wenn man sich mal so einen Brocken im Original anschauen will. Dagegen ist ein Typ VII ein Matchbox. (97 m Länge der Balao zu 67 m vom Typ VII) :D

Dafür hatten die deutschen interessante Detailentwicklungen wie das Sauerstoffrohr (fahren mit Diesel unterwasser), radarabweisende Spezialbeschichtungen (sprich spezielle Stealthbeschichtungen der Bootsoberfläche um die Radarentdeckung zu erschweren (vorerst aber nur mit geringer Haltbarkeit gegenüber Salzwasser). Es gab auch erste zielsuchende Torpedos in der Entwicklung.

Markus49er
19-05-16, 10:01
Wirklich interessante Diskussion....

Ich war letzte Woche zufällig wirklich in San Francisco und hab mir am Pier 45 die USS Pampanito angeschaut.

Erster Eindruck bereits am Pier: Whisky Tango Foxtrot! ^^
Das Teil ist wirklich groß für ein U-Boot aus jener Zeit!

Wer einmal durch die Röhre eines Typ VII geklettert ist fühlt sich auf einem Balao wie in einem Wohnzimmer!
Aber: Von Luxus kann man definitiv nicht sprechen! Soviel muss schon auch gesagt werden!
Die Unterbringung der Mannschaft war sehrwohl auch beengt - lediglich die Offiziere hatten relativ viel Komfort durch einen eigenen Quartiersbereich...
Die Dusche an Bord empfand ich als absolut unumgänglich! Wenn man sich die ansieht, ist der Platzbedarf derart minimal dass man meiner Meinung nach nicht mehr über deren Notwendigkeit diskutieren braucht! Weniger als 1 Quadratmeter der "verschwendet" wird - im Gegenzug dafür stinkt die Besatzung sich nicht gegenseitig an! Auf längeren Feindfahrten ein nicht zu unterschätzender Faktor!

Äußerst interessant war auch meine Unterhaltung mit einem an Bord befindlichen Veteranen der in der Nachkriegszeit auf einem Boot der Tench Klasse gefahren ist und mit seinem Fachwissen Rede und Antwort stand.
Er bestätigte mir meine Interpretation der Grundidee der US-Boote: Ausdauer!
Dafür benötigt man nun mal auch eine gute Moral der Besatzung. So hatten sie nicht nur eine Dusche, sie hatten auch einen eigenen Bäcker an Bord der Nachts frische Brötchen und Kekse gebacken hat - der Geruch verbreitete sich im ganzen Boot und beeinflusste die Moral der Besatzung in ganz besonderem Maße!
Er fuhr unter Offizieren die im Pazifik im Kriegseinsatz waren und diese berichteten oft, dass dieser Geruch den der Bäcker verbreitete ein wahres Stimmungswunder auch bei langen, nervenaufreibenden Feindfahrten war und durchaus die eine oder andere unangenehme Spannung an Bord von vornherein vermieden wurde. Stunden lang Wasserbomben, 24 Stunden unter Wasser, kaum schlaf... da ist jeder Mensch an seinen Grenzen... und dann dieser Geruch... eine Dusche... und die Besatzung war wieder wie ausgewechselt!

Technisch habe ich mich mit ihm auch unterhalten - er bezeichnete den Schnorchel als sehr gelungene Erfindung die sie wohlwollend nach dem Krieg von den Deutschen übernommen hätten.
Während seiner Zeit bei der Atlantikflotte lernte er auch ehemalige Deutsche U-Boot-Fahrer kennen die 3 von der US Navy übernommene Typ XXI den Amis näher brachten. Diese lagen vor Florida...
Zitat: "Welten besser als alles andere was es auf der Welt gab!"
Mit der Besatzung eines Typ VII hätte er jedoch nicht tauschen wollen... er schätze zwar deren Robustheit und Wendigkeit, aber das Fehlen von Radar und der "Komfort" an Bord waren für ihn Grund genug zu sagen: Die Dinger waren tödlich - aber nicht nur für den Feind!
Das Typ XI schätzte er als schlechter ein als die Balao - zwar immer noch robuster, aber hat nicht mehr den Wendigkeitsvorteil des Typ VII und dennoch nicht die Ausstattung eines Balao.

Interessant auch seine Aussage: "Informationsvorsprung und Moral sind ein größerer Vorteil als Robustheit und Schnelligkeit"
Die Amis wussten eben wo der Feind war bevor dieser wusste dass sie da waren und auch nach 2 Monaten auf See war die Moral noch gut genug um ein ausgedehntes Gefecht durchzustehen.
Radar aber auch Dusche und Bäcker sei Dank....