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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schwarzenegger will weiter hinrichten lassen



Ventox
16-05-07, 04:43
http://onnachrichten.t-online.de/c/11/02/43/70/11024370.html

Ich möchte das nicht weiter kommentieren, also lest besser selbst.
Nur so viel dazu, wenn es in einem Land mit Todesstrafe so gut wie keine Morde mehr geben würde, und es garantiert keine Fehlurteile geben würde, selbst dann wäre ich nicht für die Todesstrafe.
Außerdem will man doch in den USA so Bibeltreu sein.
Was ist dann mit dem Gebot "Du sollst nicht töten"?
http://www.mdr.de/kultur/647735-hintergrund-661112.html
"5. Du sollst nicht töten.
Hier steht das Gebot für die Tötung eines Mitmenschen durch den Einzelnen. Das hebräische "rasach" (= töten) meinte ursprünglich nur ungesetzliches, willkürliches Töten. Das Gebot schloss also das Töten im Krieg oder die durch die Gemeinschaft angeordnete Tötung, wie die Todesstrafe, aus. Später erweiterte sich die Bedeutung auf alles, was sich gegen menschliches Leben richtet. Dazu gehöt aktuell auch die Diskussion um das vorgeburtliche Leben bzw. und den Umgang in der Forschung mit Embryonen."

Ventox
16-05-07, 04:43
http://onnachrichten.t-online.de/c/11/02/43/70/11024370.html

Ich möchte das nicht weiter kommentieren, also lest besser selbst.
Nur so viel dazu, wenn es in einem Land mit Todesstrafe so gut wie keine Morde mehr geben würde, und es garantiert keine Fehlurteile geben würde, selbst dann wäre ich nicht für die Todesstrafe.
Außerdem will man doch in den USA so Bibeltreu sein.
Was ist dann mit dem Gebot "Du sollst nicht töten"?
http://www.mdr.de/kultur/647735-hintergrund-661112.html
"5. Du sollst nicht töten.
Hier steht das Gebot für die Tötung eines Mitmenschen durch den Einzelnen. Das hebräische "rasach" (= töten) meinte ursprünglich nur ungesetzliches, willkürliches Töten. Das Gebot schloss also das Töten im Krieg oder die durch die Gemeinschaft angeordnete Tötung, wie die Todesstrafe, aus. Später erweiterte sich die Bedeutung auf alles, was sich gegen menschliches Leben richtet. Dazu gehöt aktuell auch die Diskussion um das vorgeburtliche Leben bzw. und den Umgang in der Forschung mit Embryonen."

der.Launebaer
16-05-07, 05:15
Bin ich dafür!

Moralapostelei fängt nicht erst bei der Todesstrafe an. Es sollte lieber über Wege nachgesacht werden, die Todesstrafe unnütz zu machen. Denn der Bedarf scheint laut dem Artikel riesig.

riederbirk
16-05-07, 10:04
Bin auch für die Todesstrafe.
Ich sehe es gar nicht ein, dass 20-fache Möder ein schönes Leben im Knast haben dürfen, inklusive Bücherei, Fitnessraum und dem ganzen Schnickschnack.

JohnMcArthur
16-05-07, 10:56
Keiner von Euch war je in einem kalifornischen, noch sonst einen amerikanischen Knast. Leider hat die amerikanische Justiz viele Schwächen, als Beispiel möchte ich Indizienurteile anführen bei den es selbst dann zur Strafe kommt wenn die Geschworenen an der Schuld des Angeklagten glauben, obwohl diese nicht bewiesen werden konnte. Es sind leider immer wieder Unschuldige hingerichtet worden, jeder der sich in die Rolle eines solchen Menschen hineinversetzen kann, wird sich nicht mit so einer Bestrafung abfinden wollen. Ein Täter kann mit seiner Schuld fertig werden, aber wie schaut es mit einem Unschuldigen aus der in der Todeszelle sitzt?

VonKuno
16-05-07, 11:32
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><div class="ip-ubbcode-quote-title">quote:</div><div class="ip-ubbcode-quote-content">Originally posted by der.Launebaer:
Es sollte lieber über Wege nachgedacht werden, die Todesstrafe unnütz zu machen. </div></BLOCKQUOTE>

Da gibts nur einen: Wohlstand für Alle! Aber gleichmässig verteilt, sonst geht ganz schnell die Neid-Nummer los. http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif

Rübe ab ändert nix an den Zuständen, die Menschen zu Verbrechern werden lassen...

der.Launebaer
16-05-07, 12:04
Aber ist die Todesstrafe der Grund dafür, dass Unschuldige verurteilt werden? Nein.

Bekömpft lieber die Ursachen, als euch über die "Lösung" zu streiten! Ich bin jedenfalls schwer dafür, dass eindeutig verurteilte Verbrecher zur Rechenschaft gezogen werden und zwischen Mord, Vergewaltigung und eben Raubkopierern und Steuerhinterziehern ein meilenweiter Unterschied besteht, was die Verurteilung angeht.

Es kann jedenfalls nicht angehen, dass man als Raubkopierer ca. 5 Jahre sitzt, während ein Möder mit guter Führung schwuppdiwupp schnell aus dem Kanst kommt, sofern sein Gutachten halbwegs positiv ausfällt.

der.Launebaer
16-05-07, 12:05
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><div class="ip-ubbcode-quote-title">quote:</div><div class="ip-ubbcode-quote-content">Originally posted by JohnMcArthur:
Keiner von Euch war je in einem kalifornischen, noch sonst einen amerikanischen Knast. </div></BLOCKQUOTE>

Ja und? Gutmenschelei hilft hier absolut nichts! Ein Gefängnis oder eben "der Knast" soll auch das sein, wofür er berüchtigt ist und kein eingezäuntes Landschulheim mit kurzen Besuchszeiten und Massenküche.

MiGCap
16-05-07, 12:10
Mir geht die Art und Weise, wie Täter mit Samthandschuhen angefasst werden, während man die Opfer vergisst, auch schon sehr auf den Keks ... http://forums.ubi.com/images/smilies/51.gif

JG27_Dierk3er
16-05-07, 12:16
Bin trotzdem gegen die Art und Weise wie in USA die Todesstrafe praktiziert wird.
Da werden Indizienprozesse geführt. Und "Laien" (und nichts anderes sind diese Geschworenen dort) entscheiden dann über das Schicksal eines Menschen und dessen Leben.

Es gibt dort schon so viele Fehlurteile. Die kann man nie wieder gut machen. http://www.ubisoft.de/smileys/wchand.gif

Ich bin der Meinung, man dürfte höchstens die Todesstrafe verhängen, wenn es ein eindeutiges Gerständnis des Täters gibt, und er dieses glaubhaft ohne Zwang vor Gericht wiederholt.

Alles andere ist reine Show für das Volk. http://forums.ubi.com/images/smilies/51.gif

M;an muss sich dort vor Augen halten, dass in den USA im Gegensatz zu Deutschland "lebenslänglich" auch wirklich lebenslänglich ist.
Da gibts keine Begnadigung, keine Bewährung und keine vorzeitige Entlassung.
Und verglichen mit deren Anstalten, sind unsere JVA´s reine Luxushotels.

Soviel von mir dazu.

btw: Würd ja gerne mal Wolles Meinung dazu höen. http://forums.ubi.com/images/smilies/59.gif http://forums.ubi.com/images/smilies/16x16_smiley-wink.gif

MiGCap
16-05-07, 12:19
Wieso? http://forums.ubi.com/images/smilies/blink.gif

der.Launebaer
16-05-07, 12:21
Diskutieren wir jetzt die Todesstrafe an sich oder in Amerika?

Dann ist ja klar, dass in Amerika einiges geändert werden muss, was eben den Show-Effekt und die Richtigkeit der Strafe angeht!

Aber die Idee der Todesstrafe finde ich verglichen mit anderen Urteilen gerechtfertigt.

Bremspropeller
16-05-07, 12:33
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><div class="ip-ubbcode-quote-title">quote:</div><div class="ip-ubbcode-quote-content">Mir geht die Art und Weise, wie Täter mit Samthandschuhen angefasst werden, während man die Opfer vergisst, auch schon sehr auf den Keks ... </div></BLOCKQUOTE>

Siehe Beispiel "Stephanie" in Sachsen http://forums.ubi.com/images/smilies/51.gif

ScherbenfIieger
16-05-07, 12:42
Ein richtiges Argument für die Todesstrafe hab ich hier noch nicht gelesen...

Ich kann mir keine Staatsform vorstellen, der ich das Recht zugestehen würde, Bürger vom Leben zum Tode zu befödern.
Und wem ist gedient, wenn man hinterher sagt, 'Er hat wen umgebracht, da haben wir ihn auch umgebracht'.

N8_Falke
16-05-07, 12:52
Was rechtfertigt eigendlich die Todesstrafe? http://forums.ubi.com/images/smilies/blink.gif
Ich finde keier hat das Recht über das Leben eines anderen zu bestimmen. Jeder soll sich den Todesteitpunkt selbst aussuchen, oder ihn dem Zufall überlassen.
Und ich finde dieser Gedanke gehöt in einen modernen demokratischen Staat.
Egal wie schwer ein Verbrechen war, niemand verdient den Tod. Man lebt ja schließlich nur ein Leben.

-luwi-
16-05-07, 12:53
Ich bin nicht für die staatlich legitimierte Ermordung von Menschen.

Einerseits bin ich der Meinung, daß man sich damit auf das Niveau des Täters herab begibt.
Andererseits sind das mittelalterliche Barbarenmethoden, die erwiesenermaßen Kriminalität nicht senken und zudem (ebenso erwiesen) beträchtlich teurer sind als 'normales' Gefängnis/Sicherheitsverwahrung.

Ein weiterer Punkt ist die zweifelsfreie 'Feststellung' eines Täters. Sowas ist nicht 100%ig möglich. Es gibt nur 100%ig Tote/Hingerichtete. Selbst neuerdings immer mehr verwendete DNA-Analysen machen keine 100%ige Schuld fest, sondern stellen lediglich fest, daß die oder jene Probe von dem oder dem ist.
Von den abartigen Indizienprozessen über'm großen Teich u. Verurteilung nach Gefallen/Mißfallen der Nase des Angeklagten bzw. brav Männchen machen vor diesen blöden 'Geschworenen' die sich einbilden das Recht zu haben jemand zu töten, mal ganz zu schweigen.

Wenn am staatlich ausgeführten Mord festgehalten wird, dann würde ich auch fordern, im Falle eines fälschlich Verurteilten und Hingerichteten, eine Bestrafung der Schuldigen nach gleichem Muster. http://forums.ubi.com/images/smilies/59.gif
Also ...
Die staatlichen Möder (umgangssprachlich Henker genannt) ebenso verurteilen und hinrichten. Mord ist es ja dann sogar nach geltenden Gesetzen gewesen. 'Niederer' Beweggrund der Tötung war Geld, das Geld für den 'Job' als angeheuerter staatl. Möder.
Die ausführenden Richter/Geschworene wären als Mordauftraggeber/Schreibtischtäter zu belangen.


Ich verstehe eigentlich nicht, wie Richter/Geschworene/Staatsanwälte das dort mit ihrem Gewissen vereinbaren können und ruhig schlafen können, ihr Leben ganz normal weiterführen, bei bekanntgewordenen Fällen von Fehlurteilen, wo dann später der wirkliche Täter ermittelt wurde, und sie jemanden der es nicht war in den Tod schickten.

MaJoWi
25-05-07, 11:58
Bin auch kategorisch gegen die Todesstrafe.

Wie war das noch: derjenige von Euch der ohne Schuld ist werfe den ersten Stein. Wobei der Autor dieses Zitats Kinderschänder auch am liebsten mit 'nem Mühlstein um den Hals schwimmen schicken würde.

Todestrafe ist imho nur die staatliche Ausformung niederer Racheinstinte und einer aufgeklärten, humanistischen Gesellschaft nicht würdig. Die Menschenwürde und damit implizit auch das Menschenleben hat im Wertesystem auf dem unsere Verfassung begründet ist einen absoluten Wert.

Das oft angeführte Argument, man könne die krankhaft, notorischen Kapitalverbrecher nicht heilen und solle Sie deshalb töten weil es der wirtschaftlichste Weg ist die Sicherheit der Allgemeinheit zu garantieren, stellt die Wirtschaftlichkeitsüberlegung über den als absolut behaupteten Wert der Menschenwürde.

Bei den verbrechern ist das aus dem Bauch heraus gedacht vielleicht ja noch zu verschmerzen. Aber dann kommen die nächsten Ideen: Sterilisation von "Erbkranken" und "Asozialen". Klingt ja erstmal auch nicht so dumm.

Schließlich endet man dann wahrscheinlich beim Einsatz von 1-Euro jobbern zum Minenräumen in ehemaligen Krisengebieten.

Ich möchte daher alle Befürworter der Todesstrafe doch recht herzlich bitten nach Amerika, China, Nord-Korea oder sonst wo hin auszuwandern und ihre Ideen zur moralischen und ökonomischen Selektion Ihrer Mitbürger / "Volksgenossen" dort einzubringen.

Mit freundlichem Gruss El_Marta http://www.ubisoft.de/smileys/97_2.gif

der-blaue-max
25-05-07, 14:12
Naja, ein notorischer Kinderschänder z.B. was wollen wir denn noch mit dem? Wofür bewahren wir den auf? Jeder hat ja möglicherweise das Recht auf eine zweite Chance. Nutzt er die nicht, und wird wieder zum Verbrecher, kann ich nur sagen weck damit und gut.

Was soll das? was sollen wir mit dem? Er hat ein Leben zerstöt, nach der Straße ein zweites genommen, dann nimmt man halt seins.

Wozu soll so ein Mensch am Leben bleiben?
Welches Recht hat so ein Mensch noch zu leben?
Was kann man noch von diesem Menschen erwarten?
Was will die Gesellschaft noch mit so einem Menschen?

Es sterben jeden Tag hunderte wg. nichtigeren Dingen. Ein Besoffener fährt ein Kind tot. Ein Raser zerstöt eine Familie. Leben kommen und gehen. So traurig wie das ist.
Ich würde auf einen Menschen der zum wiederholten Male tötet und das mit absicht, keinen Cent geben.

Möglicherweise Rache, warum nicht?
Rache ist ein normales Gefühl. Wenn mir jemand mein Kind nehmen würde, würde ich sagen: "Natürlich Rache".
Und wenn es mir hundertmal das Kind nicht zurück bringt. Der Typ soll hängen und aus......

Soll ich dann erleben, wie er nach 20 Jahren wieder entlassen wird? Warum?

Ist meine persönliche Meinung. Ich denke aber das ist wie mit der Politik oder Religion. Jeder hat seine Meinung und wird sich davon auch nur schwer abbringen lassen!

Ich akzeptiere es, wenn jemand diese Form der Strafe ablehnt! Ich möchte aber auch, daß Leute akzeptieren, daß ich und einige Andere diese Form der Strafe befürworten!

Ich bin da sehr rigoros, ich weiß, aber genau so wenig wie mir jemand sagen kann warum der Staat das recht zum Töten haben soll, genau so wenig kann mir jemand sagen warum so ein Mensch noch leben soll.

An Abschreckung glaube ich auch nicht. Mein Argument ist nur: Was wollen wir noch mit diesem Menschen? Was können wir von Ihm erwarten? Und natürlich Rache. Wieso auch nicht? Ich hätte kein Problem offen zu dem Menschen, der ein mir liebes Leben genommen hat.: "Ich will Rache!" .Nur weil ein Gesetzgeber gesagt hat, wir dürfen in der Strafe den Rachegedanken nicht anwenden?
Möglicherweise hat er sich geirrt, und man muß den Rachegedanken ernst nehmen!!!???

Möglicherweise sterbe ich morgen, weil ich mir beim Popeln in der Nase einen Finger breche und auf dem Weg ins Krankenhaus überfahren werde.
Das ist eben so. Ich sage nicht das es schön ist, ich finde es auch nicht gut, aber jedes Leben wird ein Ende haben. Das einem Möders kann meinetwegen früher und schneller kommen.

KBSMarcAntonius
25-05-07, 14:28
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><div class="ip-ubbcode-quote-title">quote:</div><div class="ip-ubbcode-quote-content">Todestrafe ist imho nur die staatliche Ausformung niederer Racheinstinte und einer aufgeklärten, humanistischen Gesellschaft nicht würdig </div></BLOCKQUOTE>

Findest du ?
Stell dir mal die folgende Frage:
Wie würde ich reagieren - was würde ich wollen

Mein 7 jähriges Kind (Mädchen/Junge) wird von so einem Tier entführt, vergewaltigt, brutal getötet und danach noch ein paar mal vergewaltigt, zerstückelt und im Wald verscharrt-
Das ganze macht dieser Täter bei 3-4 anderen Kindern im selben Alter.


Die Frage ist, kann ein Mensch - also du und ich - so etwas in vollem Umfang vergeben ?
Ich muss dabei nicht gross überlegen, ich würde wollen, das er so schnell wie möglich seinen Platz auf Erden abgibt um sich an anderer Stelle zu verantworten.
Bin ich nun ein schlechter Mensch ?

MaJoWi
25-05-07, 18:22
Hallo!

Nein, das ist durchaus nachvollziehbar ("Mühlstein"), aber was hast Du im Endeffekt erreicht?

Mit Sicherheit eine Leiche mehr und vielleicht weitere Untaten verhindert. Die Todesstrafe wird so etwas nicht aus der Welt schaffen.

Es zeigt sich leider immer wieder, das die Menschen, wenn sie ihren natürlichen Racheinstinkt ausleben über das Ziel hinausschiessen und Irren ist menschlich.

Verzicht auf Rache ("Auge um Auge Zahn um Zahn") ist meiner Ansicht nach nicht Vergebung, bestenfalls Begnadigung.

Wenn es um Kindermöder und andere hoffnungslose psychopathen geht, dann muss mein Kopf auch meine Gefühle bändigen. Als nicht Betroffener habe ich es da auch vergleichsweise leicht.

Man kann aber recht schnell selbst zum Möder werden: Eifersucht, Gruppendynamik und Rachebedürfnisse, die dann noch mit "vernünftigen" Gründen gerechtfertigt werden (Auschwitz, Rote Armee Fraktion, Bomber Harris, palästinensische Selbstmordattentäter).

Es gibt auch Länder in denen man wegen Korruption dran glauben darf. Auch nicht unsympathisch, aber trotzdem falsch.

P.S. Das mit den "Volksgenossen" und der "Selektion" diente nur zur Verdeutlichung des Wertgegensatzes und war nicht so gemeint, dass jeder der aus dem hohlen Bauch nach Todesstrafe ruft gleich ein kompletter Nazi ist.

Der gesellschaftlichen Nutzen, darf keine Rechtfertigung für eine fremdbestimmte Tötung sein.

Ein schlechter Mensch wird man, wenn man sich gehen lässt.

MiGCap
25-05-07, 20:15
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><div class="ip-ubbcode-quote-title">quote:</div><div class="ip-ubbcode-quote-content">Originally posted by MaJoWi:
... vielleicht weitere Untaten verhindert. </div></BLOCKQUOTE>


Das reicht mir dicke zur Rechtfertigung im angeführten Fall ...

JG27_Dierk3er
25-05-07, 20:22
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><div class="ip-ubbcode-quote-title">quote:</div><div class="ip-ubbcode-quote-content">Originally posted by KBSMarcAntonius:
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><div class="ip-ubbcode-quote-title">quote:</div><div class="ip-ubbcode-quote-content">Todestrafe ist imho nur die staatliche Ausformung niederer Racheinstinte und einer aufgeklärten, humanistischen Gesellschaft nicht würdig </div></BLOCKQUOTE>

Findest du ?
Stell dir mal die folgende Frage:
Wie würde ich reagieren - was würde ich wollen

Mein 7 jähriges Kind (Mädchen/Junge) wird von so einem Tier entführt, vergewaltigt, brutal getötet und danach noch ein paar mal vergewaltigt, zerstückelt und im Wald verscharrt-
Das ganze macht dieser Täter bei 3-4 anderen Kindern im selben Alter.


Die Frage ist, kann ein Mensch - also du und ich - so etwas in vollem Umfang vergeben ?
Ich muss dabei nicht gross überlegen, ich würde wollen, das er so schnell wie möglich seinen Platz auf Erden abgibt um sich an anderer Stelle zu verantworten.
Bin ich nun ein schlechter Mensch ? </div></BLOCKQUOTE>


<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><div class="ip-ubbcode-quote-title">quote:</div><div class="ip-ubbcode-quote-content">Das reicht mir dicke zur Rechtfertigung im angeführten Fall ... </div></BLOCKQUOTE>


Mir nicht! http://forums.ubi.com/images/smilies/51.gif

Es ist nicht unsere Aufgabe "zu vergeben" wie du oben fragtest.
Eine lebenslange Freiheitsstrafe ist absolut angemessen.
Ich behaupte, dass dies langfristig für den Täter eine größere Strafe ist, als den schnellen Tod.

Problem ist halt nur, dass es in Deutschland eben kein "lebenslang" gibt.

@MarcAntonius: Du argumentierst hier mit einer besonderen schwere des Verbrechens und versuchst mit Gruselgeschichten die Taten bei uns zu emotionalisieren.
Klaro schreit da jeder gleich "Vergeltung" laut ins Horn.
Macht sich auch gut, der Rache nachzugeben.
Doch im Endeffekt stellen wir uns auf die Stufe der Täter.
Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Und wenn uns das manchmal im Weg steht, so ist das halt Pech.
Da muss man dann schlucken, und das beste draus machen.

Ventox
25-05-07, 22:27
Es wäre schon interessant zu sehen, wie viele von den Befürwortern der Todesstrafe bereit wären, das Amt des Henkers zu übernehmen.
Hat es nicht schon wieder mal eine Panne bei einer Hinrichtung gegeben?
Ich meine so etwas gestern gelesen zu haben.
Sie soll angeblich 2 Stunden gedauert haben.

MaJoWi
25-05-07, 23:48
Da wär ich nicht zu optimistisch.

Es finden sich immer solche "Helden", die stolz darauf sind die "Drecksarbeit" zu machen.

Lebenslang gibt es. Schon mal was von lebenslanger Sicherheitsverwahrung gehöt? Ist halt nur teuer.

Ich habe den Eindruck, dass in den letzten 2 Jahrzehnten der Stress im überlebenskampf und die Zuwanderung / Eingliederung von ehemaligen Bürgern totaltärer Regime aus dem sogenannten Osteuropa oder anderen Ländern ohne humanistisch demokratisches Wertesystem zum Anstieg des individuellen Gewaltpotentials geführt hat.

Das äußert sich einerseits in Gewaltkriminalität und andererseits in dem Ruf diese auch schön gewaltätig zu bestrafen.

Im letzteren Fall besteht die Gefahr sich umso besser und gerechter zu fühlen je lauter man sich empöt und je drastischer man bestrafen will. Ich will sagen, derjenige der besonders schlimme Verbrecher kreuzigen will ist doch keinesfalls moralisch besser oder gerechter als derjenige dem es genügen würde ihn einzuschläfern (auch nicht gut) oder ihn Lebenslang ins Loch zu stecken. Das Gegenteil ist der Fall.

Das humanistisch, zivilisatorische Korsett der Menschen ist dünn, darunter sitzt bei uns allen ein "Tier".

Das ganze wird noch angeheizt von alarmistischer Berichterstattung, Privatsendern a la Pro 7 und RTL und Politikern und Geschäftemachern, die die Verunsicherung der Bürger nutzen, um einen überwachungs-und Strafapparat zu schaffen mit dem sie dann letztendlich machen können was sie wollen

BenQ-the-Hawk
26-05-07, 08:53
die Todesstrafe ist für mich auch eine Abschreckung für Täter, oder ist zumindest so gedacht. Das das nicht hinhaut belegt die Verbrechensrate in God's own Country.

Ich bin gegen die Todesstrafe da sie

1. gegen die Menschrechte ist

2. selten eine 100%ige Schuld festzustellen ist

3. das Todesurteil nicht immer ausgesprochen wird (ein normaler Möder wird hingerichtet, ein Möder aus dem Drogenmilieu gibt ein paar Infos und kommt nach 5 jahren frei)

ich bin mit dem "Rechtssystem" der BRD recht zufrieden. Allerdings bei Sexualstraftaten immer lebenslange Sicherheitsverwahrung

der.Launebaer
26-05-07, 09:03
Ist eure unantastbare "Menschwürde" nicht auch beschnitten, wenn jemand lebenslang unter schlechten Bedingungen im Gefängnis sitzt?

Oder frei kommt und allgemein als Möder etc. bekannt ist.

Meiner Meinung nach hat man sich seine Würde verspielt, nach einer drastischen Tat.

@Ventox: Dass dazu einige bereit sind zeigt uns die Geschichte bis heute ausführlich und immer wieder.

Eure ganze Grundsatzdiskussion hinkt an allen Ecken, denn sobald der Mensch emotional in die Sache involviert ist, ist keine sachliche Lösung mehr möglich. Rache gehöt zum Menschen, seit jeher... Eine Diskussion über den Sinn der Todesstrafe halte ich nach wie vor für absurd, da sie wohl wichtiger erscheint, als das Angehen und Verhindern der Dinge, die die Todesstrafe als Ausgang haben (könnten).

MaJoWi
26-05-07, 10:35
Hallo Launebär, nichts gegen Gefühle an sich, aber ich denke man sollte sich nicht immer durch Gefühle leiten lassen und schon gar nicht vor Gericht. Freiheitsberaubung, Einschränkung der Freizügigkeit ist eine Einschränkung der Menschenwürde/ Bürgerrechte des Täters. Das ist richtig. Aber er bleibt immer noch ein Mensch.

Man kann und sollte sich um Sachlichkeit bemühen. Hundertprozentig ist das nie möglich, denn es sind immer Menschen und Gefühle beteiligt.

Wo es allerdings hinkt weiss ich nicht und warum Diskussionen über soclch wichtige Themen absurd sein sollen verstehe ich auch nicht.

Anscheinend fordern immer mehr Leute die Todesstrafe und das kann dazu führen, dass sie eingeführt wird. Wenn ich meine dass ich diese Leute dazu bringen kann, ihre Entscheidung für die Todesstrafe zu überdenken, dann ist das nicht absurd sondern zwingnd notwendig und völlig normal. Mein Beitrag zur verhinderung von Verbrechen durch den Staat.

Das es wichtiger ist Straftaten zu vermeiden als die Todesstrafe zu fordern, darin stimme ich Dir voll zu.

Diese Diskussion wäre auch nicht nötig und man könnte sich notwendigeren und auch angenehmeren Dingen widmen, wenn nicht immer Leute daherkämen und die Todestrafe fordern würden. Sie ist per Grundgesetz nicht statthaft und das aus gutem Grund (s.o.).

Und ich akzeptiere nicht, dass Leute die Todestrafe beführworten. Was nicht heissen soll, dass ich die Leute rundherum ablehne. Denn es geht hier nicht darum ob man einen unterschiedlichen Musikgeschmack hat oder um Ladenöffnungszeiten. Es geht um Menschenleben und grundsätzlichste Inhalte unserer Verfassung.

Gruss El_Marta

der.Launebaer
26-05-07, 12:42
Versteh mich nicht falsch, natürlich muss man sich um Sachlichkeit bemühen, doch das ist so gut wie kaum möglich, wenn Gefühle und Emotionen im Spiel sind. Und das ist zu 90% der Fall!

Ich sehe einfach nur keinen Sinn darin, unumstößliche Dinge zu diskutieren. Sachlichkeit ist wichtig, aber eben unmöglich. Moralisches Denken und Ethik hin oder her.

Der Mensch ist nicht so zivilisiert, wie man es gerne hätte. Sonst würde es ja auch keinen "Anlass" für Todesstrafen geben.

Sie zu erlauben und munter/naiv drauf los zu "morden" halte ich jedoch auch für bedenklich. Irgendwie lässt sich bei diesem Thema kein richtiger Schlußstrich setzen.

Jedenfalls bin ich schwer dafür, dass die Bestrafung bei Mord- und Sexualstraftaten erheblich angezogen werden muss. Es kann einfach nicht angehen, dass mittlerweile mehr Druck auf Raubkopierer gemacht wird, als auf Möder und Triebtäter...

Und da sind wir wieder bei der Würde des Menschen: Nur weil es um Geld geht, stehen alle Kopf. Dass jeden Tag Menschen unschuldig zu Opfern werden, damit hat man sich in der Rechtssprechung und Fahndung wohl gewöhnt.

Tetrapack
26-05-07, 14:23
Man darf sich ruhig mal vor Augen halten warum die Todesstrafe überhaupt mal eingeführt wurde.. einerseits um Blutrachen zu verhindern, aber hauptsächlich wurde sie von Herrschern dazu benützt ihre Macht zu erhalten.

Heute kann die Todesstrafe eigentlich nur noch als Prävention (ein toter Täter kann kein Wiederholungstäter werden) wirken und das ist eigentlich wegen der möglichen lebenslangen Sicherheitsverwarung auch nicht mehr nötig. Ist es denn nicht eine grössere Strafe wenn ein Möder sein Recht auf Freiheit verliert und ein Leben lang darüber nachdenken muss was er getan hat, als ihn umzubringen?

Früher gab es auch mal Köperstrafen, aber es scheint für jeden selbstverständlich zu sein, dass sie abgeschafft wurden. Bei der Todesstrafe machen jedoch viele eine Ausnahme und mir ist nicht so ganz klar warum. Denn beide wiedersprechen dem grundlegendsten Menschenrecht:
Das Recht auf Leben und köperliche Unversehrtheit

Wie auch hier schön zu sehen wird dieses Thema immer schnell emotionalisiert, nur muss sich halt jeder Fragen ob der Gerechtigkeit genüge getan wurde wenn man Vergeltung übt. Wird das Opfer wieder lebendig wenn man den Täter umbringt? Die Todesstrafe kommt als Prävention einfach zu spät..

Klar kann man sagen dass der Mensch halt so ist.. aber das Zeitalter der Aufklärung und die Idee des Humanismus ist noch ziemlich jung. Das Denken der Menschen grundsätzlich zu ändern nimmt halt viel Zeit in Anspruch. Vllt sollte man sich auch vor Augen führen dass die Todesstrafe in Europa erst in den letzten 60 Jahren abgeschafft wurde.

JohnMcArthur
27-05-07, 07:59
Für mich ist hier vor allem die Rolle des Staates wichtig. Er der uns die Regeln zum Leben vorgibt, er der uns schützen soll, er der uns bestraft und födert. Er soll und muß aus meiner Sicht die Verantwortung haben, auch für Menschen die gefehlt haben und Verbrechen begingen. Diese vor sich selbst und anderen schützen und ihn ein diesen zwingen erforderlichen Umständen trotzdem menschenwürdiges alternatives und zum Wohle aller mögliches Leben zu gewähren. Jeder Mensch hat das Recht auf Busse, jeder Mensch sollte wenn eine Seite an ihm Schlecht ist trotzdem die Möglichkeit finden seine guten Seiten zu leben, auch wenn eine Rehabilitation unmöglich erscheinen sollte.
Das für mich wichtigste aber ist.....der Staat darf nicht töten! Unsere Vergangenheit sagt uns warum. Und diejenigen die sich hier für die Todesstrafe einsetzen, sollen sich in die Rolle der Henker und Richter reinversetzen!

Ventox
27-05-07, 08:27
Ich möchte nichts mit einem Menschen zu tun haben, der andere Menschen töten kann, noch dazu Wehrlose.
Und so ein zum Tode Verurteilter ist bei seiner Hinrichtung wehrlos.
Einen Möder verachten wir und fragen uns, wie konnte er nur einen Menschen töten.
Nicht anders geht es mir bei einem Henker.
Was bin ich froh, das der Schwarzenegger in die USA ausgewandert ist, und nicht nach Deutschland.

KIMURA
27-05-07, 10:04
Die Todesstrafe und die Begründung dazu, sowie auch deren Ablehnung ist sicher eines der heikelsten Themen in unserer Gesellschaft. Ich muss dazu sagen, dass ich gelegentlich Briefkontakt zu einem Insassen in der Deathrow habe – ich nenne diesen Mann George Porter. George Porter sitzt nun seit fast 17 Jahren im Todestrakt und einen Termin für seine Hinrichtung besteht immer noch nicht, zumal das Verfahren nochmals neu aufgerollt wurde wegen Ermittlungsfehler der Polizei und fragwürdigen Ungereimtheiten am Tatort. Im folgenden Gerichtverfahren wurde er des Mordes an seiner Freundin und deren Liebhaber zum Tode verurteilt.

Meine Meinung ist klar – auch aus dem Briefwechsel mit ihm, meiner Mutter, die in noch engerem Kontakt zu George Porter steht und den Unterlagen des 2.Verfahren und persönlichen Kontakt zu George Porter – dass er mit grösster Wahrscheinlichkeit der Täter in diesem Fall war. Für meinen Begriff besteht für ihn eine geringe Chance zum Wiederholungstäter zu werden, sollte er je auf freien Fuss kommen.

Dennoch bin ich Befürworter für die Todesstrafe aber halte die generelle Anwendung der Todesstrafe bei "žeinfachen Morden" als ungeeignet. Es ist wirklich schwierig hier eine definierbare Linie zu finden. Ich persönlich denke, dass die Todesstrafe nur bei Serientaten, Delikten gegen Kinder und bei Delikten mit extremster Grausamkeit angewendet werden sollte. Die Vorgehensweisen bei einer Tötung unterscheiden sich doch erheblich und bei gewissen Taten wird so menschenverachtend vorgegangen, dass meiner Meinung nach kein anderes Strafmass möglich sein kann als die Todesstrafe. Was für ein Strafmass soll denn einer erhalten, der einem 6-jährigen Kind den Kopf abtrennt um danach in dessen Mund zu onanieren und Sex mit seiner Lebensgefährtin vor dem abgetrennten Kopf des Kindes hat? Ich persönlich empfinde bei solchen Arten von Taten keinerlei Bedürfnis dem Täter noch irgendeine Form von Gnade zukommen zu lassen.

Das Instrument der Todesstrafe dient sicher dazu, den Angehöigen der Opferfamilie ein bestimmtes Mass an Gerechtigkeit zu vermittelt und den Verlust der Familie auszugleichen. Ganz klar bringt es die Opfer der Tat nicht zurück, aber dennoch empfinden die Opferfamilien doch eher eine Art Gerechtigkeit bei Aussprache über dies hohe Strafmass.

JohnMcArthur
27-05-07, 10:41
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><div class="ip-ubbcode-quote-title">quote:</div><div class="ip-ubbcode-quote-content">Originally posted by Ventox:
Ich möchte nichts mit einem Menschen zu tun haben, der andere Menschen töten kann, noch dazu Wehrlose.
Und so ein zum Tode Verurteilter ist bei seiner Hinrichtung wehrlos.
Einen Möder verachten wir und fragen uns, wie konnte er nur einen Menschen töten.
Nicht anders geht es mir bei einem Henker.
Was bin ich froh, das der Schwarzenegger in die USA ausgewandert ist, und nicht nach Deutschland. </div></BLOCKQUOTE>

Dann wäre er hier Kanzler geworden und würde sich für die Wahrung des Weltfriedens, einem engen Kontakt zum russischen Reich, der Erhöhung der Mehrwertsteuer und dem rehabilitierenden Strafvollzug aussprechen.

http://forums.ubi.com/images/smilies/784.gif

der-blaue-max
27-05-07, 11:23
Naja, ich denke es ist wie mit der Religion.
Darüber kann man nicht streiten. Jeder hat seine Meinung und ich akzeptiere die. Meine Meinung ist:
Es gibt Verbrechen die die Todesstrafe verdienen!
Wenn jemand Tötet um seinen Trieb zu befriedigen, oder um sich zu bereichern und dieses mit Vorsatz tut, habe ich kein Problem damit!
Möglicherweise könnte ich noch sagen zweite Chance. Wenn diese dann aber auch nicht genutzt wird hätte ich keine Schlaflose Nacht mit einer Hinrichtung!

Ich verstehe aber auch die andere Seite.