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princess-o-p
25-06-06, 07:25
Trickster schaute entzückt zu Schatten und Keksus, wie die Liebenden unter des Vollmond Lichtes ihre Hände hielten und einfach still ihr Beisammensein genossen. Dann wendete sie ihren Blick Asmaron zu. Er jedoch, nachdem er ihn gesehen hatte, blickte schnell wieder zu den anderen und sagte: "Das wäre erst einmal geschafft. Wir treten nun die letzte Phase unserer Reise an, dann ist es beendet. Wir haben höchstens fünf Tage zeit, denn bei Neumond müssen wir Zafeer erreicht haben. Wir müssen uns also sputen..." "Zafeer?", fragte Schatten. "Das ist die Schlucht", antwortete Asmaron wie selbstverständlich. "Was für eine Schlucht? Du hast von einem Gebirge gesprochen?", sagte Keksus, er fühlte sich ein wenig betrogen. "Keksus, ", Asmaron seufzte, "die Schlucht liegt mitten im Gebirge, sie ist schließlich von Bergen umgeben...und heißt Zafeer...", er erklärte es wie einem Kleinkind, denn er sah auch die verwunderten Blicke der anderen und musste sich selbst eingestehen, dass das tatsächlich aus seinen vorherigen Erläuterungen nicht so deutlich herausgekommen sein könnte. "Also wollen wir hier weiter Stunden rumstehen und diskutieren oder können wir mal langsam los?", fragte Norou entnervt. Am Ende beschlossen sie alle kurz Proviant zu holen, wenn es überhaupt in der Nacht was zu holen gab, und dann aufzubrechen, was auch so geschah.
So ritten sie dem Mond entgegen, in die verlassene Wüste 'Aksi-Sahir hinein.
Trickster schaute noch immer Asmaron von der Seite an: Er war so still, schien ihr irgendwie traurig. Sie fasste ihren Mut zusammen und fragte ihn schließlich flüsternd: "Was bekümmert dich?" Asmaron schaute auf. Er war verwundert, dass sie ihn das fragte und freute sich deshalb umso mehr über ihr Interesse an ihm. "Es ist alles", gab er leise zurück. "Ich?"
"Ja"
"Und noch?"
"Hier und jetzt"
"Was ist so schlimm daran?"
"Es ist bald vorbei"
"Freust du dich denn nicht?"
"Ich habe alle liebgewonnen"
"Ich auch"
"Wir haben alle zusammen gekämpft, gegenseitig unser Leben gerettet und beschützt, haben schon so viel zusammen durchgestanden und dann ist es einfach vorbei und wir werden uns trennen"
"Aber wir werden uns nicht trennen?"
"Das wünsche ich mir"
"Ich auch"
Trickster ergriff seine Hand, was ein sanftes Lächeln auf seine Lippen zauberte.
"Ich habe Angst"
"Wovor?"
"Dass ich dir nicht das bieten kann, was du verdienst"
Trickster lächelte verlegen.
"Das einzige, was ich will, bist du"
Sie schaute beschämt auf den Hals ihres Pferdes und versuchte den Strähnen zu folgen um sich von der Hitze, die ihren Köper durchströmte, abzulenken. "Trickster?"
"Ja?", sie schaute zu ihm und er war näher gekommen.
Sie konnte nicht anders und sagte: "Küss mich"
"Hach ja", seufzte Schatten. "Endlich gehen die zwei mal aus sich raus und sagen was Sache ist!" Keksus lachte laut auf und umarmte sie. Er hatte sich während sie ritten hinter sie gesetzt und nur die Zügel seines Kamels in der Hand gehalten, er wollte einfach bei Schatten sein.
"Ach, diese romatische Stimmung...", stöhnte Norou auf und verdrehte die Augen, doch in Wirklichkeit wünschte sie sich einfach Kumo herbei, um mit ihm durch den glitzernden Sand zu Reiten, dem Himmel entgegen.
"Vater", sagte Noa. Er drehte sich ihm zu. "Ich spüre sie nicht mehr."
Alle hatten diesen Satz gehöt und alle schauten sie zurück, zurück zu Noa, der den Kopf hingen ließ. Dessen Gesicht man nicht erkennen, doch einen kleinen Tropfen, der, während er fiel, von dem Lichtschein des Mondes erfasst wurde und kurz aufleuchtete, man sehen konnte. Sie verstanden alle sofort was er damit meinte: Er konnte nicht mehr Yuna, seine Mutter spüren. Nicht fühlen, ob sie nun am Leben war oder nicht.
Die ganze Nacht durchritt die Gruppe stillschweigend. Nicht ein Wort. Sie alle konnten den möglichen Verlust ermessen...
Allmählich ging die Sonne auf und Andrey schlug vor, solange es noch frisch war, die Zelte aufzubauen und den Tag über in diesen auszuruhen, denn in der Kühle der Nacht würden die Kräfte mehr geschont werden. Sie hielten sie alle fünf Minuten später an. "Hey", rief blade den anderen zu und zeigte nur mit dem Finger in die Tiefe der Wüste hinein. Diese jedoch konnten nichts erkennen, bis Keksus die Augen ein wenig zukniff und schließlich eine verschwommene Bewegung vernahm. Alle sahen nun noch angestrengter und tatsächlich: Es näherte sich von der Hitze verschwommen scheinende Banner, drei oder vier von der Zahl, dunkelrot mit schwarzer Aufschrift und einem böse wirkendem Zeichen. Kurz darauf erschienen auch die ersten Männer. Sie wirkten geheimnisvoll, denn sie alle waren völlig bedeckt von weinroten Tüchern, die nur den Augen gestatten hervorzublicken. Man könnte meinen, es war ein ganzes Heer, das auf sie zugeritten kam, langsam und ruhig schunkelnd. "Zieht eure Waffen!", befahl Asmaron und sofort waren alle in Stellung. "Ba-da-wi", sprach Noa langsam. "Was?", fragte Keksus. "Es sind Badawi", kicherte Noa. "Woher willst du das wissen?", fragte Schatten ungläubig. "Es steht auf ihrem Banner." Nun musste er laut auflachen. Die anderen aber sahen verdutzt hinüber und wollten erstmal selbst lesen. "Nun gut. Wir sollten die Waffen wieder wegstecken, vielleicht sind es ja freundliche Beduinen", schlug Andrey vor und alle nickten zustimmend.

"Wo bleibt es denn?!", brüllte Corona herum. Da er selbst den Weg nach Zafeer kannte, und dementsprechend auch wusste, dass sie ein Schiff gebrauchen würden, hatte er zwei Einheiten der königlichen Flotte zum Standort Aramadan, entlang des Tigris, bestellt, doch ließen sich seine Männer Zeit. "Bin ich hier denn komplett von Idioten umgeben!", grundlos schlug er einem seiner Soldaten ins Gesicht, woraufhin sich Firen an ihn wand: "Ich verstehe Euren Ärger, Meister, aber findet Ihr nicht, wir sollten, solange wir nichts zu tun haben und "entspannen" können, die Männer weiterhin auf die Begegnung mit der Gruppe vorbereiten?" "Wieso?", gab Corona hingegen nur desinteressiert zurück. "Es ist so: Das letzte Mal, dass die Männer gemordet haben, war in dieser jämmerlichen verlassenen Stadt, und selbst da waren es Frauen und Kinder. Ich fürchte, Eure Soldaten könnten aus der übung kommen", erklärte Firen ganz sachlich. "Was also schlägst du vor, Bursche?", Corona zog misstrauisch seine linke Augenbraue hoch. "Ich hielte es für angebracht, es ist nur zu Eurer Ehre, sich die Soldaten austoben zu lassen", Firen räusperte sich kurz. "Und was hat das mit meiner Ehre zu tun?" "Welcher loyaler Untertan lässt seinen König für Proviant bezahlen, damit dieser dessen Sicherheit verteidigt?", erwiderte Firen. Mit einem Grinsen auf den Lippen. Wie er sich freute. Seine Mordgelüste waren gestiegen seit Corona ihn unter seine Fittiche genommen hatte. Laut lachte Corona auf: "Männer, an die Waffen, die Bürger dieser Stadt haben noch eine Rechnung zu begleichen!"

"Es ist schön auch mal fremde Menschen hier zu sehen", sagte der Anführer der Nomaden mit einem dreckigen Akzent. "Habt Dank dafür, dass ihr uns so freundlich aufgenommen habt und mit uns teilt. Wir selbst haben auch etwas, kostet nur", Asmaron hielt ihm die Tasche entgegen, in der sich einige Früchte aus Aramadan befanden. "Sagt mir, Haja, wieso seid Ihr so nett zu uns?", fragte blade-devil misstrauisch. Haja, seine Anhänger und Andrey, Asmaron und Keksus hätten sich beinahe verschluckt als sie das höten. "Versteht mich nicht falsch. Ich hatte nur immer Geschichte gehöt, Geschichten wie, dass Nomaden rauben und töten, nicht dass sie Fremdlinge herzlich empfangen und aufnehmen..." "Wir sind ein Nachfolgerstamm. Das heißt, wir haben uns nicht erst zusammengeschlossen und sind "ausgewandert", weil wir das Leben in der Zivilisation nicht mehr mochten. Es ist viel eher so, dass wir Nachkommen unserer früheren Generationen sind und somit nichts außer Wüste und Stammesanhänger kennen. Wer wäre da nicht froh auch mal andere Menschen zu sehen?", erklärte Haja. blade stellte noch weitere Fragen, die den Rest zum Verschlucken brachte, doch hatten die Beduinen immer eine freundliche Antwort parat und so lagen die Männer auf den reichlich vorhandenen Kissen und aßen, tranken Wein und unterhielten sich über belanglose Dinge.
Die Frauen dagegen befanden sich in einem anderen Zelt, das viel ausgeschmückter war und von hängenden Tüchern übersäht war. Schatten, Trickster und Norou staunten nur, in welch kurzer Zeit die Frauen dieses prächtige Zelt aufgebaut hatten. "Sagt, wie ist es mit Männern in fast gleicher Anzahl zusammenzusein und...wie ist es zu kämpfen?", fragte eine der schönen Beduidinnen. Die anderen schauten sich jedoch verständnislos an und Norou fragte: "Was genau meint Ihr?" Die Badawifrauen kicherten und erklärten: "Ihr tötet Männer. Und Eure Männer verbieten es euch nicht. Ihr seid ausgebildet, und Eure Männer verbieten es euch nicht. Und nicht jeder Mann hat in Eurem Stamm eine Frau..." Die Frauen schauten Schatten, Norou und Trickster erwartungsvoll an. "Aber wir sind doch kein Stamm. Wir sind Freunde..." antwortete Schatten schulterzuckend. "Und wohin geht die Reise der Freunde?" Ihre Blicke wurden immer neugieriger. "Wir ziehen weiter in die Wüste, mal sehen was uns dort erwartet", gab Norou diplomatisch zurück. "Um ehrlich zu sein, wir befinden uns gerade auf dem Weg zu der Schlucht Zafeer...", Schatten hatte schon ebenfalls ein wenig zu viel des Weines getrunken und konnte einfach ihren Mund nicht halten. Die Badawis wichen zurück und wiederholten das Wort "Zafeer", als sei es etwas, das man nicht aussprechen dürfe. "Wir bewundern wahrhaftig Euren Mut, edle Frauen!", eine der Frauen verbeugte sogar kurz ihren Kopf. "Was redet Ihr? Warum sagt Ihr sowas?", Trickster schien besorgt zu sein. "Ja wisst Ihr denn nicht?", eine der Frauen nahm ihr Kopftuch ab und rückte näher an die drei Babylonierinnen und flüsterte: "Ihr reitet in den Tod! Ich warne Euch! Nicht Zafeer ist der Ort des Bösen, sondern das, was euch davor erwartet!" Die Frauen rückten zusammen. Eine andere fuhr fort: "Den Dhashat müsst ihr fürchten!" "Ohja", sprach eine Frau von einer hinteren Ecke des Zeltes. "Der Ort der Verwirrung! Am besten ihr kehrt um, denn in Zafeer gibt es ohnehin nichts besonderes und anders als durch den Dhashat kommt ihr nicht durch..." "Was genau erwartet uns denn dort?", Schatten traute sich kaum zu fragen. "Shht, gebt Acht auf den Wahnsinn, der dort lauert....psst, wir wagen nicht einmal mehr darüber zu sprechen..." Und schon legten sich die Frauen als wäre nichts geschehen hin und schliefen ein. Verwundert und ein wenig eingeschüchtert beobachteten Schatten, Trickster und Norou die friedlich schlafenden Frauen. "Ach, die sind doch verrückt. Erzählen erst so einen Mist und legen sich dann gleich schlafen. Sie selbst sind doch des Wahnsinns!", schimpfte Norou um sich und den anderen die Angst zu nehmen, doch mit einem verlegenen, gequälten Lächeln seitens Schatten und Trickster wurde sie sofort wieder entmutigt.
Schon bald zeigten Wein, Hitze und Erschöpfung ihre Wirkung. Allesamt dösten vor sich hin. Selbst die Pferde, die draußen vor den Zelten mit leichten weißen Tüchern bedeckt waren, um nicht komplett der Sonne ausgesetzt zu sein, waren eingenickt.

Ungeduldig liefen die Clanmitglieder auf und ab und andere saßen einfach nur vor dem Eingang der Höhle in Zafeer und konnten es nicht erwarten gegen die Truppe zu kämpfen. "Na, ich wusste ja, dass jemand, der sich auf Schatten einlässt, ein kompletter Vollidiot ist, aber dass sie nicht einmal nach Wochen endlich eintanzen zeigt, dass ich sie sogar damit überschätzt habe..."

Noa reckte und streckte sich, rieb ich den Schlaf aus den Augen, mochte sie jedoch noch nicht aufmachen.
"Ahhh!", sofort erwachten die Männer von dem entsetzlichen Schreckensschrei Schattens. Sie öffneten die Augen und verstanden nicht, wo sie sich befanden....

Panisch stürzten die Frauen aus dem Zelt und trafen auf die Männer, die sie beruhigten. "Alles....es ist alles weg...!", schrie Norou. Andrey lachte: "Ja, das ist schlimm, ich weiß, aber so ausser euch habe ich euch noch nie erlebt!" Auch die anderen kicherten ein wenig, sich dem Ausmaß ihres Problems nicht bewusst.
Wirklich alles war weg: Ihr Geld, ihr Schatz, ihre Ersatzkleidung, Pferde, Proviant, alles. Ihnen waren geblieben lediglich das, was sie trugen und die zwei Zelte, jedoch ohne etwas darin. "Die haben uns beklaut, ver*** nochmal! Ich wusste es! Ich wusste doch, man dürfe ihnen nicht trauen! Und was nun?!", schrie blade wie von Sinnen plötzlich los. "Egal wie anstrengend das jetzt sein wird, wir müssen weiter, es ist ja nicht mehr weit, vier Tage haben wir ja noch...", wollte Asmaron alle beruhigen. Doch die Frauen schauten sich gegenseitig verheißungsvoll an, denn sie wussten etwas, was keiner der Männer nur denken konnte...

asmaron
25-06-06, 10:17
Da packte Blade Asmaron am Kragen. "žDu willst mir sagen, dass wir zu Fuß, ohne Wasser und ohne Nahrung vier Tage durch diese gottverdammte Steinwüste laufen sollen? Bist du völlig übergeschnappt???", schrie er ihn mit wutverzerrtem Gesicht an.
"žBlade...ich...", ächtzte Asmaron, doch mehr brachte er nicht heraus. Blades eiserner Griff schnürte ihm die Luft ab. Wie gelähmt verfolgten die anderen das Schauspiel. Blade hingegen konnte sich gar nicht mehr beruhigen. "žIch habe diesen Wüstenschlangen ja gleich nicht getraut, aber gestern wollte ja niemand auf mich höen! Friedliche Beduinen! Ha! Das ich nicht lache! Das einzige was sie uns gelassen haben sind unseren Waffen, aber was sollen die uns in dieser Einöde nützen? Willst du mit deinem Schwert einen Sandkäfer erlegen? Wir werden in dieser Wüste elendig verrecken, wenn wir weitergehen!" "žBlade... lass mich los... du verstehst nicht.", ächtzte Asmaron. "žICH VERSTEHE NICHT!?!", schrie Blade außer sich vor Wut. "žDu warst es doch, der uns in diese Situation gebracht hat, und alles nur wegen deinem König, der angeblich hinter diesem verdammten Tor stecken soll!" Andrey sah, wie sich das Gesicht, von Asmaron leicht bläulich färbte. Er bekam keine Luft mehr!
"žBLADE!", brüllte Andrey, "žJetzt reicht's! Lass ihn sofort los!" Im selben Augenblick zog er sein Schwert und hielt es Blade an die Kehle.
Sofort lies er Asmaron los und taumelte benommen zurück. Asmaron hingegen brach hustend und keuchend auf dem Sand zusammen. Trickster stürtzte zu ihm und legte ihren Arm um ihn. "žWas sollte das?", schrie Andrey Blade an. Immernoch zeigte die Schwertspitze auf dessen Kehle. "žIch... ich war nicht bei Sinnen... Es tut mir leid!", flüsterte er und sah besorgt zu Asmaron, der sich gerade wieder aufrappelte. "žSchon gut Blade... schon gut...", krächtzte er und rieb sich den Hals. "žSteckt die Schwerter weg! Wir sind nicht hier um uns gegenseitig anzufallen!" Er starrte Blade an. Er wusste nicht was er von ihm halten sollte. Sicher Blade war ein hervorragender Kämpfer und hatte der Gruppe schon so oft geholfen, aber auch er hatte heißes Blut, so dass er sich nicht immer beherrschen konnte. Aber konnte Asmaron ihm das in dieser Situation übel nehmen? Fest sah er Blade in die Augen. "žIch kann dich verstehen... ich kann euch alle verstehen... ihr habt auf dieser Reise mehr für mich getan, als es jemals andere für mich getan haben... ihr habt mehr in diesen Wochen erlebt, und mehr durchgestanden, als es viele Menschen ihr ganzes Leben nicht tun werden... und ich kann nur für mich sprechen, aber ich glaube es geht den Meißten so... ich habe in euch Freunde gefunden, die ich um keinen Preis verlieren möchte.
Ich weiß, dass für euch die Situation ausweglos erscheinen mag... keine Pferde, kein Proviant, keinWasser... aber es ist nicht so wie es scheint... Wenn wir unsere Route ein bisschen ändern, dann werden wir innerhalb, von einem halben Sonnenumlauf den Rand der Wüste erreichen, wo das Gebirge anfängt. Dort müsste es genug Wasser und Wild geben, dass wir uns die restlichen Tage versorgen können... nur es ist wichtig, dass wir die Schlucht Zafeer vor dem Neumond erreichen! Ansonsten wir das Tor für uns verschlossen bleiben... wir haben sowieso Glück, dass wir bald Neumond haben... wenn wir zu spät kommen müssen wir ein Monat warten und das können wir nicht... Corona sitzt uns im Nacken... wenn sie herausbekommen haben, das wir in Aramadan an Land gegangen sind und nicht weiter flussabwärts, wird es sowieso die reinste Hetzjagd!
Und Blade... dieser König von dem du gesprochen hattest, war nicht mein König, sondern der König von uns allen... es stimmt, er war mein Freund und ich nehme diese Strapazen auf, weil er mein Freund war und weil der Verrat von Corona aufgedeckt werden muss... Und auch wenn viele Leute in dieser Gruppe es aus verschiedenen Gründen tun, manche im Hinblick auf eine Belohnung...", dabei zwinkerte er Keksus zu, "žmanche aus den Gründen der Rache und des Verrats...", er blickte zu Andrey und Noa, "žund manche, aus dem Grund, dass es sie nichts mehr in Babylon hält...", er sah zu Norou, "žSo mache ich es wegen einer Freundschaft! Doch du kannst dir sicher sein, dass ich dieses Abenteuer für jeden von euch auf mich genommen hätte, weil ihr meine Freunde seid, für die ich auch mein Leben geben würde." Verlegen über den Redeschwall seiner Gefühle senkte Asmaron den Blick. Es war vollkommen still... nur der Wind malte in der Morgensonne seine Muster in den glitzernden Sand. Er fuhr durch die Gewänder der Gefährten und spielte mit ihnen.
Dann lief Blade auf Asmaron zu. Er legte dem Schwertmeister die Hand auf die Schulter und blickte ihm tief in die Augen. "žIch habe noch nie einen Menschen wie dich getroffen... und ich schätze mich glücklich, dass du mich zu deinen Freunden zählst... Ich habe wirklich überhaupt nichts verstanden... es tut mir leid...", sagte er.
Asmaron sah ihn ernst an und sagte: "žWenn du dich jetzt vor mir in den Staub wirfst, dann vergeb ich dir vielleicht..."
Völlig verdutzt starrte Blade ihn an...
Dann konnte Asmaron sich nicht mehr halten und lachte lauthals los... keine Sekunde später vielen die alle mit ein und der Streit war vergessen.
Eine Stimmung der Hoffung vertrieb den Schrecken und sie machten sich auf den Weg durch die ausgedörte Wüste.

Als sie ein paar Stunden marschiert waren und ihnen schon der Schweiß wie Wasser den Rücken hinunterrann, schlossen aufeinmal Schatten und Trickster zu Asmaron auf und bedeuteten ihm, dass sie mit ihm sprechen wollten. "žWas ist los?", fragte Asmaron, als er die besorgten Gesichter der beiden Frauen sah. Trickster blickte kurz zu Schatten und sagte dann: "žDie Frauen der Beduinen haben uns gestern etwas erzählt..."

princess-o-p
25-06-06, 13:23
"Und was?", fragte er. Doch keine Antwort. Er drehte sich um. Alle standen sie still da und starrten geradeaus. Er drehte sich wieder um und erblickte eine Gestalt, wie sie wundervoller nicht hätte sein können. "Mutter?", Noa fielen fast die Augen aus dem Kopf, so überrascht war er. Die anderen überkam ein mulmiges Gefühl. Norous Herz bebte vor Aufregung. "Sie..sie..er...", stotterte sie und alle sahen, wie schnell sich ihr Brustkorb auf und ab bewegte. Sie bekam kaum Luft. Keksus stellte sich sofort hinter sie und zog ihre Schultern zurück, damit ihre Lunge wieder Freiraum hatte. Doch es half nichts.
"Noa!", schrie Andrey, als er sah, dass sein Sohn geradewegs in die Leere lief. "Nein, das war nicht Yuna. Vermutlich spielen uns die Trauer über ihren Verlust und die Fata Morgana nur einen Streich", stellte blade trocken fest. Norou jedoch fiel auf die Knie und rang verzweifelt nach Luft. "Tut doch was!", schrie Schatten besorgt.
Da war die unbekannte Gestalt auch schon verschwunden. Doch starrten die Männer, während Schatten und Trickster versuchten Norou zu helfen, Noa hinterher, der weiterlief und sich plötzlich zu verwandeln schien. "Noa, was tust du?!", schrie Asmaron und gleich darauf lief Andrey hinter seinem Sohn her. Gerade eben leuchtete noch die letzte goldene Locke im Scheine der glühenden Sonne auf, da verfärbte sie sich auch in ein tiefes schwarz und Nebel umgab den Jungen. "Was wird hier gespielt?", brüllte Asmaron, der eine Falle vermutete und machte sich ebenfalls auf den Weg zu Noa.
Norou kniete nun nicht mehr, nein, sie presste sich gegen den Boden. Tief steckte sie die Hände in den heißen Sand und schrie laut auf vor Schmerz der Verbrennung. Ihre Beine jedoch strampelten wild umher. "Es zieht mich rein, ahhhh, es zieht mich rein!!", schrie sie als ginge es um ihr Leben. Trickster kullerte eine Träne die Wange hinab, denn sie konnte Norou nicht helfen. All das kam so schnell und unerwartet und lief weiter noch schneller ab, sie hatte nicht einmal die Zeit zu überlegen. Schatten jedoch dachte überhaupt nicht nach sondern zog mit blade-devil an den Gewändern Norous um sie aus dem Sand zu ziehen, denn sie bohrte sich durch ihre hastigen Bewegungen nur noch tiefer hinein. "Hö auf dich zu wehren. Wir holen dich da raus!", rief blade und zog nun noch fester. "Trickster! Beweg deinen Arsch hierher!", schrie Schatten die wie angewurzelte Trickster an. Doch sie bewegte sich nicht und weinte nur stattdessen vor sich hin.
"Geh nicht, bleib hier!", schrie Noa. überhaupt schrien alle. Alle waren verwirrt, wussten nicht wie ihnen geschieht und erst recht nicht konnten sie einschätzen, welche Konsequenzen all diese kuriosen Geschehnisse nach sich ziehen würden. Noch im Lauf dachte Andrey darüber nach, ob er nicht sicherheitshalber sein Schwert ziehen sollte, er legte sogar schon seine linke Hand auf den Knauf, doch verwarf er sogleich wieder den Gedanken das Schwert gegen seinen eigenen Sohn zu erheben. Je näher er ihm kam, desto intensiver spürte er die Wächteraura, die seinen Sohn umgab. Er verstand nur nicht, warum sich Noa verwandelt hatte, denn dies geschah üblich dann, wenn Gefahr vorhanden war, und dies schien nicht der Fall zu sein. "Nimm mich mit!", rief Noa aus und schlug paradoxerweise um sich. Durch seine unkontrollierten Bewegungen hatte er nicht bemerkt, wie sich Andrey ihm genähert hatte und schlug ihm heftigst gegen die Brust, als er sich um sich selbst drehte. Der Schlag kam so schnell und kräftig, dass sein Vater keine Zeit hatte zu reagieren und gegen Asmaron, der bereits hinter ihm war, prallte, wobei beide zu Boden gingen...
Trickster konnte nicht mehr. Sie konnte dem Druck nicht mehr standhalten und brach zusammen: Sie sank in die Knie und verdeckte ihr Gesicht mit beiden Händen und höte nicht auf zu weinen...
Norou dagegen sank noch tiefer und schrie weiter vor Schmerz, denn nun lag die ganze Vorderseite ihres kraftlosen Köpers auf dem brennenden Sand...

Andrey-Delany
25-06-06, 15:10
..Noa schien zielstrebig auf eine riesige Sanddüne zu zuhalten. Als Andrey und Asmaron näher kamen, konnten sie vier Gestalten auf dem riesigen sandigen Hügel erkennen. Die eine war in einen goldenen Harnisch gehüllt und ein seltsam geformter Helm verdeckte ihr Gesicht, der einem
Löwenkopf ähnelte . Die andere Gestalt, die von den beiden Rittern flankiert wurde, war ganz in weiss gekleidet, ihre Gewänder schienen silbrig in der Nacht zu leuchten. Corona. Andreys Augen flackerten vor Zorn. Doch es schlug sofort in Verzweiflung um, als er die dritte Gestalt erkannte. Dort oben stand die Mutter seines Sohnes, Yuna, gleich neben Corona. Mit zitternden und unsicher werdenden Schritten folgte er weiter Noa, der wie schlafwandelnd durch den Sand marschierte.
" Was hat das zu bedeuten?," fragte Asmaron seinen einstigen Schüler. Andrey schüttelte ungläubig den Kopf, wand seinen Blick aber nicht von der Sanddüne. " Ich weiss es nicht, Asmaron, aber es verheißt nichts Gutes." Andrey versuchte, Yunas Blick einzufangen, doch seine einstige Geliebte starrte nur monoton geradeaus und schien ihn nichteinmal mehr wahrzunehmen.
Dann war Noa bei den vieren angelangt. Andrey erkannte, wie Corona eine beschwöende Geste machte und sofort erstarrte sein Sohn als wäre er aus Stein. Andrey beschleunigte seine Schritte und rannte in Richtung Yuna, die sich aber immernoch nicht rührte. Doch plötzlich versperrte ihm der goldene Ritter mit gezogenem Schwert den Weg. " Wage es nicht, dem König zu nahe zu treten," sprach eine Asmaron und Andrey vertraute Stimme. Firen. In Andrey stieg der pure Zorn auf, doch Asmaron packte ihn von hinten und hielt ihn zurück. " Du Verräter, du elender!," schrie er. " Firen, du musst nicht mit ihm gehen, komm mit uns, wir sind deine Freunde...," versuchte Asmaron Firen zu überzeugen, doch dieser fiel ihm sogleich ins Wort. " Euer Freund?," fragte Firen spöttisch, nachdem er das Visir des Helmes geöffnet hatte.
" Ich bin so lange ein Freund, wie ich euch von Nutzen bin, euer verdammtes Tor zu öffnen. Aber Corona hat mir mein Schicksal und meine Aufgabe erklärt. Ich gehöe nicht zu euch. Akzeptiert das." In Asmarons Augen stiegen Tränen. Er erinnerte sich noch an den jungen Firen, wie er ihn trainiert hatte und wie gut sie sich immer verstanden hatten. " Du warst einmal mein Schüler, Firen." " Dieser Schüler ist tot, Asmaron. Er starb schon vor langer Zeit," entgegnete Firen kalt und drehte sich zur Seite, um sein Schwert an Yunas Kehle zu legen. Dann lachte Corona herzhaft. " Wie schön, dass die Familie wieder vereint ist. Bin ich nicht gnädig?," sprach er spöttisch. Asmaron hatte mittlerweile Andrey losgelassen, beide hatten ihre missliche Lage erkannt. Corona legte den Kopf schräg. " Du weisst doch, dass du in dem Kampf nicht gewinnen kannst, Andrey." Mit diesen Worten schritt er langsam zu Noa herüber und zog in einer umständlichen Bewegung sein Schwert. " Sieh dir deine Schlampe an. Interessant, was Folter alles mit so einem armen kleinen Ding machen können, nicht wahr?," sagte er schadenfroh und grinste böse. Andrey wollte zu Corona eilen, um dich auf ihn zu stürzen, doch da war dessen Klinge schon an Noas Kehle und so blieb Andrey abrupt stehen. " Du kannst mir nicht entkommen, Andrey Delany. Und alle, die du liebst werden sterben, denn das ist deine Strafe, Verräter," fügte er kalt hinzu. " Er mag mich im Schwertkampf besiegen. Er mag stärker und schneller sein als ich, dein Sohn. Doch meinem Einfluss kann er sich nicht entziehen," fuhr Corona fort. " Und es gibt nichts, was du tun kannst, denn deine Schlampe würde sonst auch sterben," sprach Corona mit sichtlichem Genuss und grinste erneut boshaft. " Lass es dir eine Lehre sein, dass du und alle, die du liebst, niemals vor mir Schutz finden werden. Egal, wo ihr euch verkriecht, ich finde euch. Und ich nehme euch das Leben." Mit diesen Worten holte Corona in einem weiten Bogen mit seinem Schwert aus und lies es auf den Hals des wehrlosen, erstarrten Noa herabsaussen. Widerstandslos durchschnitt die Klinge die Halsschlagader und trennte den Kopf von den Schultern. Köper und Haupt fielen leblos in den Sand, während Corona die blutige Klinge nun auf Andrey richtete und teuflisch grinste. " Du lebst nur, weil ich es will, Welpe," sprach er zornig und mit triumphierender Stimme.
Plötzlich erwachte Yuna aus ihrer Starre, packte
Firens Klinge und drückte sie von sich, während Asmaron sich auf seinen ehemaligen Schüler stürzte...

asmaron
27-06-06, 11:04
"žELDENDER VERRÄTER!", schrie Asmaron und stürtzte sich auf den hämisch lachenden Firen. Noch im Laufen zog der mit beiden Händen seine Schwerter und schlug ohne Vorwarnung zu. Frien lachte nur noch lauter und wich ihm mit atemberaubender Geschwindigkeit aus. "žHa! Auch der Schwertmeister wird alt!", höhnte er. Er zog nichteinmal sein Schwert. Sein Gesicht strahlte absolute überlegenheit aus. Mit wutverzerrter Miene setzte Asmaron zu einem komplizierten Ausfall an, den kein normaler Mensch ohne eine Waffe zu heben hätte ausweichen können. Wäre Asmaron bei Sinnen gewesen hätte er das vermutlich auch bemerkt, doch durch den plötzlichen Verlust von Noa konnte er nicht klar denken. Immer verbissener versuchte er Firen Schaden zuzufügen, doch jedem Angriff wich er spielend und hämisch grinsend aus. Immer weiter verhöhnte ihn Firen. Die Sonne brannte unerbärmlich auf sie herab. Der Schweiß sammelte sich auf Asmarons Stirn und rann an den Schläfen herab. Firen hingegen schien die Hitze trotz seiner schweren Rüstung nicht im greringsten etwas auszumachen. Dann geschah es... der Schweiß geriet Asmaron in die Augen und die Sonne schien ihm direkt ins Gesicht... für einen kurzen Moment war er geblendet, doch es reichte aus um ihn stolpern zu lassen.
Als er wieder sehn konnte, sah er Firen mit gezücktem Schwert über sich und lachen. Aus den Augenwinkeln konnte er beobachten, wie zwischen Andrey und Corona ein heftiger Kampf entbrannte, doch auch hier konnte man sehen, wer als Sieger hervorgehen würde... und es würde nicht Andrey sein. Wie in Zeitlupe blickte Asmaron zu den Anderen aus seiner Gruppe... Noa lag leblos in seinem Blut am Boden... Trickster kiete weinend auf dem kochend heißen Sand... auch mit ihrem tränenverschmierten Gesicht sah sie immer noch wunderschön aus... Asmarons Blick schweifte weiter... er sah, wie Norou schon bis zum Hals im Sand versunken war und Schatten, die sich verzweifelt mit Keksus abmühte Norou aus dem Treibsand zu ziehen... dann erblickte er Blade, der so schnell er konnte auf Andrey und Asmaron zurannte... er rief Asmaron eine Warnung zu... "žIch habe versagt...", dachte Asmaron und blickte zu Firen auf, der sein gleißendes Schwert schon hoch zum Schlag erhoben hatte. Er dachte an seinen Freund den wahren König, der nun für alle Zeit in seinem Exil bleiben musste... "žMein König, ich habe versagt... und das so kurz vor dem Ziel...", kam ihm nur noch über die Lippen.
Doch plötzlich, als er in Firens wahnsinnige Augen blickte, machte sich in ihm ein Gefühl der unbändigen Wut breit. Mit einem letzten unglaublichen Kraftakt riss er sein Schwert herum und zielte genau auf Firen... dann lies er los...
Mit einer unheimlichen Geschwindigkeit sauste die Klinge los und teilte die Luft mit einem sirrenden Geräusch. Diesmal blieb Firen keine Zeit mehr auszuweichen... das überlegende Gesicht Firens verwandelte sich in eine Fratze des Entsetzens, kurz bevor sich die Klinge genau in sein Herz bohrte...
Doch zuminderst hätte sie sich in sein Herz bohren sollen, doch das tat sie nicht. Die Klinge fuhr durch Firen als wäre er Luft und bohrte sich etliche Meter hinter ihm in eine Sanddühne. Firens Kehle entfuhr ein unmenschlicher Laut, dann löste er sich vor den Augen Asmarons auf...
"žASMARON NEEEEIIN!", höte er plötzlich hinter sich einen Schrei des Entsetzens. Als Asmaron sich umdrehte sah er Blade, der auf ihn zugerannt kam, geradewegs auf die Stelle zu, an der noch ein paar Sekunden zuvor Firen gestanden hatte. "žDU HAST IHN UMGEBRACHT DU MIESES SCHWEIN!", schrie Balde aus leibeskräften und zog seine Waffe.
"žEr redet mit der Luft!", dachte Asmaron verblüfft. Dann sah er sich ein weiteres Mal um. Trickster saß noch immer schluchzend in der Wüste... Norou wältzte sich im Staub und schrie nach Hilfe... Schatten und Keksus waren bei ihr und versuchten die ganze Zeit sie auf die Beine zu hieven... Noa lag wimmernd im Sand und schrie nach seiner Mutter und Andrey und Blade waren in einen heftigen Kampf mit der Luft verwickelt! Es sah so aus, als wären seine Gefährten durchgedreht. Nur langsam setzte sich für Asmaron Baustein für Baustein zussammen...
"žHöt auf!", schrie er plötzlich. "žEs ist nicht so wie ihr denkt! Vertraut nicht auf eure Augen! Sie gaukeln euch etwas vor!" Doch die Anderen höten nicht auf ihn... jeder schien verbissen um sein Leben zu kämpfen.
Dann stand Asmaron auf und lief auf Trickster zu. Doch als er ihr näher kam, stieß sie einen unglaublichen Angstschrei aus.
Trickster sah durch eine Schleier der Tränen, wie sich der Torso ihres Geliebten aufrichtete und auf sie zukam. Das war zuviel für sie. "žOh ihr Götter! Wie könnt ihr nur so grausam sein?", fragte sie sich unter einem heftigen Weinkrampf. Dann riss sie sich ihren Dolch aus dem Ärmel und führte ihn zu ihrem Herzen... sie konnte nicht mehr... und immer noch wankte der Torso auf sie zu... gerade als sie zustechen wollte und dem Ganzen ein Ende bereiten wollte war der Torso heran und schlug ihr mit voller Wucht den Dolch aus der Hand.
Als Asmaron sah, wie Trickster den Dolch zu ihrem Herz hob, hielt ihn nichts mehr! So schnell er konnte überwand er die letzten Schritte zu ihr und schlug ihr ohne zu zögern mit der linken Hand den Dolch weg. Zwar zog er sich eine üble Schnittwunde an der Hand zu, doch es war ihm egal! Nur Trickster zählte! Die jedoch schrie wie am Spieß, versuchte sich aus seinem Griff zu befreien und sagte er solle sie loslassen. Doch Asmaron dachte nichteinmal daran. Ruhig redete er auf Trickster ein und als sie sich immer noch nicht beruhigen wollte, verpasste er ihr eine schallende Ohrfeige. Wie vom Donner gerührt starrte Trickster Asmaron an. "žAsmaron!", hauchte sie, "žaber wie... du warst doch... ich hab gesehn wie du..." Gleich fieng sie wieder an zu weinen.
Asmaron nahm nahm sie behutsam in den Arm und wiegte sie wie ein Kind. Dann strich er ihr eine Strähne aus dem Gesicht und sah sie an. "žDu darfst nicht an das glauben, was dir deine Augen zeigen! Sie gaukeln dir etwas vor! Sieh dich um! Sieh dir die Anderen an!" Trickster blickte hinüber...
Norou lag immer noch im Staub und gab gurgelnde Laute von sich, Keksus und Schatten waren noch immer bei ihr. Andrey und Blade kämpften noch immer mit der Luft und Noa lag wimmernd im Sand.
"žWas ist hier los?", fragte Asmaron entsetzt. "žDer Dhashat...", flüsterte Trickster und starrte noch immer auf die Anderen. "žWas?" Asmaron sah sie verwundet an. "žDer Dhashat... wir sind im Dhashat!", erwiederte sie.

Andrey-Delany
28-06-06, 10:51
" Wie können wir sie wieder zur Besinnung bringen?," fragte Asmaron Trickster verzweifelt.
Daraufhin kam ihr eine Idee. " Du musst ihnen Schmerzen zufügen, um sie aus der Traumwelt zu befreien." So ging Asmaron gleich zu dem nahestehenden blade-devil herüber. Asmaron wartete auf den geeigneten Moment, denn blade-devil fuchtelte immernoch in der Luft umher. Dann stürzte sich der Schwertmeister auf ihn und beide rollten die Düne herab. Der Kopfgeldjäger riss ungläubig die Augen auf und wollte Asmaron nun seinerseits einen Schlag versetzen, als sie sich nichtmehr abwärts durch den Sand bewegten. Doch der Schwertmeister hob abwehrend die Hand und erklärte ihm den Grund.
" Wir sind im Dhashat, Visonen suchen uns hier heim und entführen uns in eine Traumwelt. Der Schmerz bringt uns in die Wirklichkeit zurück."
Blade-Devil nickte ihm anerkennend zu, dann fing er plötzlich lauthals an zu lachen, als er Andrey mit der Luft kämpfen sah. Er ging die wenigen Schritte zu seinem Freund herüber und genoss es sichtlich, ihm einen kräftigen Schlag ins Gesicht zu verpassen, während Asmaron Noa aus dem Sand zog und ihm eine heftige Ohrfeige gab. Da stürzte sich Noa sofort auf Asmaron, ohne das dieser etwas dagegen tun konnte. Sie kullerten gemeinsam die Düne herunter, Asmarons lautes Lachen wäre beinahe im Sand versunken. Doch sie landeten glücklich und Asmaron konnte es Noa erklären, bevor er ihm eine weitere Tracht Prügel verpassen konnte.
Andrey blickte blade-devil zornig an und holte schon zum Schlag aus, doch dann erklärte ihm der Kopfgeldjäger sein Handeln. Sofort eilte Andrey die Düne herab, zog Norou aus dem Sand und musste sich kurz überwinden, um ihr eine Ohrfeige zu knallen. Da blickte sie ihn plötzlich entgeistert an. " Du Schuft!," schrie sie. " Na warte," fügte sie flüsternd hinzu und stürzte sich auf Andrey, dass beide durch den Sand kullerten. Trickster ging zu Keksus herüber und schlug ihm ohne zu Zögern kräftig ins Gesicht. Verdutzt blickte Keksus Trickster an, doch dann begriff er. " Du musst ihr Schmerz zufügen, damit sie aus der Traumwelt entkommt," sprach sie zu Keksus und machte eine Kopfbewegung zu Schatten hin, die immernoch verzweifelt versuchte, etwas in dem Wüstenboden zu finden und immer wieder Norous Namen brüllte.
Vorsichtig schlich sich Keksus an sie heran, da
drehte sich Schatten plötzlich um und funkelte ihn an. " Du bist Schuld, dass sie stirbt. Du bist an ihrem Tod Schuld, " brüllte sie Keksus an. Er wusste nicht, was er sagen sollte. Da stürzte sich Schatten plötzlich auf ihn. " Nur wegen dir stirbt sie. Weil du ihr nicht helfen willst! Möder!," brüllte sie, während die beiden den Abgang herunterkullerten. " Ich wünschte ich könnte dich hassen, verdammt. Wieso tust du uns das alles an,?" kreischte sie weiter. Keksus kamen die Tränen. Es machte ihn unendlich traurig, dass seine Schatten ihn so anbrüllte. Und er wusste, dass ein Fünkchen Wahrheit in ihrer Aussage lag. Er würde einmal Tricksters Tod sein.
Behandelst du alle Frauen so schlecht oder machst du das nur bei mir?," brüllte sie Andrey an, während sie durch die Wüste rollten. Er konnte nichts erwiedern, denn dann lief er Gefahr Sand zu schlucken und dieses Risiko wollte er nicht eingehen. " Norou!," rief Trickster. Die Gerufene horchte auf und lies von Andrey ab. " Lass ihn, er hat dich aus den Fängen des Dshahat befreit!"
Sofort rappelte sie sich auf und half mit betroffener Miene auch Andrey hoch. " Entschuldige...," sagte sie unsicher, sah ihm dabei aber nicht in die Augen. " Schon gut," erwiederte er mit einem versöhnendem Blick. " Kommt!," schrie Asmaron. " Wir müssen Keksus von Schatten befreien."
Als sie die Düne absuchten, fanden sie nur eine illusionierte Schatten. Keksus war verschwunden.
Der Dieb war gegangen. Aus freiem Willen. Er lies seine Geliebte alleine ziehen, denn er würde ihre Freundin nicht sterben lassen. Das konnte er um der ganzen Gruppe willen nicht zulassen.
Entschieden marschierte Keksus in die entgegengesetzte Richtung. Es wäre doch gelacht, wenn er sich nicht des Nachts in Coronas Lager schleichen könnte, um etwas von dessen Plan aufzuschnappen und die Informationen den Anderen zukommen zu lassen. Doch er würde sie niemehr wieder sehen, keinen von ihnen. Das hatte er sich geschworen. Bei der Liebe zu seiner Schatten und um Tricksters Leben Willen.



Die letzten Tage waren die Hölle für ihn gewesen, er war dem Tod nur knapp von der Schippe gesprungen. Er hatte die Grausamkeit der Wächter beobachtet. Und er hatte sich verändert.
Dieses Wesen, mit dem er in Kontakt gewesen war,
hatte ihm etwas gegeben. Seit er sich auf den Kadaver gerettet hatte, plagten ihn jeden Morgen und Abend Krämpfe. Seine Haut hatte begonnen, sich in ein schwärzliches Rot zu verfärben und seine Hände verformten sich immer mehr zu monströsen Klauen. Er spürte, wie die Zähne in seinem Kiefer wuchsen und welch Muskeln sich unter seinem Köper neu bildeten. Er würde es dem Clan heimzahlen. Er würde Obermeister Khumar vernichten, er würde die Ennai töten... und doch wollte er in seinem tiefsten Inneren immernoch seine Pflicht als Rechte Hand des Oberhauptes vom Clan der Skorpione erfüllen. Er spürte einen Hunger schon seit Tagen, doch kein Tier hatte ihn stillen können. Er hatte eine schlimme Befürchtung, was seine neue Nahrung anging...da roch er plötzlich etwas. Seine Sinne waren in den letzten Tagen sehr viel feiner geworden und nun nahm er den Geruch von Menschen war. Frisches Menschenfleisch. Ohne, dass der Mensch in ihm etwas dagegen machen konnte, lief ihm bei dem Gedanken das Wasser im Munde zusammen. Schnell hechtete er in gebückter Haltung, wie es Affen taten, über den Dünenkamm. In der Ferne erkannte sein scharfes Auge eine Gruppe Nomaden,
welche wohl der überschüssigen Pferde nach zu Urteilen irgendwo Beute gemacht haben mussten. Er würde noch warten, bis die Sonne ihr Haupt geneigt hatte und im Schutze er Nacht würde er dann genüsslich ihr Blut trinken.

asmaron
29-06-06, 12:22
"žWo ist Keksus?", fluchte Trickster, als sie ohne zu zögern die Sanddüne herunter rutschten. Kaum waren sie unten angekommen rannten sie auf Schatten zu, die wimmernd am Boden kauerte. Plötzlich blickte sie auf und ihr Gesicht verzog sich. Man konnte sie vor Wut beben sehen. "žKOMMT MIR NICHT ZU NAHE!", schrie sie, "žIhr! Ihr allein seid schuld an ihrem Tod! Genauso wie Keksus! Verschwindet! Ich will nichts mehr mit euch zu tun haben!" Sie riss ihren Dolch aus dem Gürtel und hielt ihn drohend vor sich. Die Schneide funkelte im grellen Sonnenlicht...
Dann Asmaron gab Blade ein Zeichen und er verstand. Langsam ging Asmaron auf Schatten zu und redete behutsam auf sie ein. Blade musste grinsen... "žEr stellt sich wirklich geschickt an der Schwertmeister.", dachte er annerkennend. Schattens volle Aufmerksamkeit richtete sich nun auf Asmaron, so dass es für Blade ein Leichtes war sich hinter sie zu schieben. Gerade als sich Schatten auf Asmaron stürzen wollte, packte Blade sie am Arm, riss sie herum und versetzte ihr im selben Augenblick einen heftigen Stoß in die Magengegend. Schatten brach zussammen und krümmte sich auf dem Boden. Schon war Trickster heran und kümmerte sich um ihre Freundin. "žSo hättest du das auch nicht machen müssen, ne Ohrfeige hätte es auch getan!", zischte sie Blade an. Der zuckte nur mit den Schultern und sagte: "žDie Sache mit dem Dolch war mir nicht geheuer... ich dachte wenn sie dann auf mich losgeht..." Er unterbrach sich selbst, als er sah wie sich Schatten stöhnend aufrappelte. "žWas ist denn hier los? Spinnt ihr jetzt völlig?", wollte sie wissen. Trickster nahm sie in den Arm und erzählte ihr alles.
"žUnd wo ist Keksus?", fragte Schatten, als Trickster fertig war. "žWir wissen es nicht...", antwortete sie, "žIch hab ihn zu dir geschickt, damit er dich aufweckt, aber dann seid ihr die Düne runtergerollt und wir haben uns oben noch um die Anderen gekümmert... als wir dann ankamen lagst du auf dem Boden und von Keksus fehlte jede Spur."
Plötzlich machte Andrey sie auf eine Spur aufmerksam, die direkt in die Wüste führte, und sich nach einer Weile in der flirrenden Hitze verlor. "žEr ist gegangen...", sagte er, "žAber wieso? Er weiß genau, dass wir ihm nicht folgen können! Das ist die völlig falsche Richtung!" Er blickte zum Himmel. Die Sonne stand schon recht niedrig... "žWir müssen weiter, wenn wir überleben wollen! Wir werden noch einige Stunden brauchen, bis wir die Ausläufer des Gebirges erreichen..."
Schatten wurde bleich... "žnein...", hauchte sie, und blanke Angst stand ihr ins Gesicht geschrieben... "žNein!"
Und damit riss sie sich von Trickster los und rannte hinter den Spuren her. "žSchatten bleib stehn!", schrie Andrey. Er sah die Andern an. "žWir können ihnen nicht..." Er verstummte als er die Gesichter der Gruppe sah... "žVerdammt! Na dann los!", rief er und alle rannten hinter Schatten, direkt in die Wüste hinein.
Bittere Tränen liefen Schatten die Wangen herab, als sie den Spuren folgte so schnell sie konnte... Was war geschehen, das Keksus einfach so verschwand? Das hatte er noch nie getan! Es musste etwas schreckliches passiert sein... "žKEKSUS!", schrie sie aus Leibeskäften. "žWo bist du?" Sie hastete weiter.
Keksus stapfte entschlossen durch die Wüste... er durfte nicht zu den anderen zurückkehren, bis er von dieser schrecklichen Plage befreit war... Dann höte er wie jemand seinen Namen schrie... "žSchatten!", ging ihm durch den Kopf... Sie durfte ihn nicht finden! Hastig sah er sich nach einem Versteck um, doch die öde Wüste bot keins... "žKEKSUS!", schrie Schatten immerwieder. Als sie um eine Düne bog sah sie ihn plötzlich vor sich... Er stand da... mitten in der Wüste... die Sonne stand ihm im Rücken und verlieh dem Augenblick eine ehrfurchtsgebietende Aura... in seinen Augen schimmerten die Tränen, als er Schatten ansah. "žBleib dort!", sagte er mit fester Stimme, "žBleib bei ihnen!", und deutete auf Trickster, Asmaron, Blade, Norou, Adrey und Noa, die gerade um die Sanddüne bogen. "žAber warum Keksus?", fragte Schatten, "žWarum verlässt du uns?"
Keksus blickte in ihre tiefschwarzen Augen. "žDu hattest recht!", sagte er, "žDu hattest so recht... Ich bin eine Gefahr für dich und für Trickster und für euch alle! Lass mich ziehn Schatten... mal sehn was ich noch gegen den alten Corona so alles ausrichten kann..." Er sah sie tapfer an... "žIch werde dich nie vergessen!", flüsterte er mehr zu sich selbst als zu den Anderen, wandte sich mit einem Lächeln ab und lief der Sonne entgegen.
"žKEKSUS!", schrie Schatten. Kleine Bächlein der Tränen rannen ihr die Wangen herab, als sie ihm nachlief. "žEs ist mir egal ob du eine Gefahr für uns bist! Es ist mir so was von egal!" Jetzt war sie dicht hinter ihm... "žIch liebe dich...", schluchzte sie. Keksus blieb stehn. Langsam... ganz langsam drehte er sich zu Schatten um... blickte in ihr wunderschönes tränenverschmiertes Gesicht und über ihre nachtschwarzen Haare. Er streckte die Hand aus und strich ihr sanft die Tränen von der Wange. "žWas ist wenn ich dich eines Nachts töte? Was ist dann? Du weißt das würde ich mir nie verzeihen!" Schatten sah zu ihm auf und fuhr im mit zitternder Hand durchs Haar. "žIch will dich nicht verlieren!", sagte sie und lehnte sich an ihn, "žIch weiß wir schaffen das! Wir werden eine Möglichkeit finden dich zu heilen! Die Liebe ist stärker als ein Dämon, weißt du?" Nun weinte auch Keksus... er zog sie an sich und hob mit seine Fingern ihr Kinn an, so dass sie ihm in die Augen schauen musste... "žIch hätte warscheinlich keinen Augenblick ohne dich verkraftet...", flüsterte er ihr zu und lächelte sie an. Dann küsste er sie... immer noch glänzten ihre Wangen vor Tränen...
Hinter ihnen stand die Gruppe und sah ihnen gerührt zu. Auch Tricksters Wangen waren feucht... da spührte sie wie Asmaron ihre Hand ergriff und sie behutsam drückte. Dankbar und glücklich sah sie zu ihm auf. Asmaron zwinkerte ihr zu: "žIst doch alles noch mal gut gegangen!", sagte er, während er ihre Tränen trocknete. "žJa alles ist gut gegangen...", antwortete sie, lehnte sich an ihn und sah wieder zu Schatten und Keksus, die noch immer nicht von einander lassen konnten. Dann gab Asmaron sanft das Zeichen zum Aufbruch und sie liefen los, mit der Sonne im Rücken und als ihre Gestalten schon lange Schatten warfen, nahm Andrey Asmaron beiseite.
"žAsmaron ich muss dir was sagen..." Er blickte ihn ernst an. "žWas ist los?", fragte dieser. "žKeksus... es geht um Keksus... wie du weißt, kenne ich mich gut in den Fähigkeiten der Wächter aus... so weiß ich, dass, wenn man die Kontrolle über den Geist einer Person übernehmen will, enorme Kraft braucht... soviel Kraft hat zurzeit nur ein Wächter... Corona... Wenn wir ihn nicht töten, wird Keksus nie mehr ganz frei sein..." Nachdenklich sah Asmaron auf die ersten Ausläufer der Berge. Sie hatten es bald geschafft... "žNun gut... dann haben wir jetzt sogar einen Grund diesen Verräter umzubringen! Allein was er meinem König angetan hat reicht aus..." Andrey sah die Entschlossenheit, die er ausstrahlte und war sich sicher... Er mochte ihn gewiss nicht als Feind haben...

princess-o-p
29-06-06, 14:34
"Bitte versprich mir, dass du mir nie wieder eine solche Angst einjagst...", Keksus konnte sich nicht weiter gegen diesen flehenden Blick wehren und versprach: "Nie wieder!" Noch einmal drückte er sie fest an sich und bedeutete allmählich loszugehen.
Als der Rest der Gruppe oberhalb der Düne angekommen war, diskutierten Trickster, Andrey und blade darüber, wie eine gewöhnliche Wüste eine solche Wirkung auf solch erfahrene Kämpfer zu haben vermochte. "Wieso sind wir überhaupt hier wenn ihr wisst, was dieser Ort für Grausamkeiten birgt?", fragte blade verständnislos. "Nicht Asmaron wusste davon, sondern ich und Schatten. Und auch wir haben das erst neulich von den Frauen der Badawi erfahren. Aber wir dachte nun mal, vor allem nachdem sie uns bestohlen hatten, sie hätten gelogen um uns Angst zu machen oder so...deswegen nahmen wir das nicht weiter ernst....", antwortete darauf Trickster. "Aber dennoch habt ihr Angst gehabt, nicht wahr?", stichelte Andrey, womit er sich einen leichten Schlag in den Arm einfing. "Das hast du nun davon!", Trickster streckte ihm die Zunge raus.
Asmaron hatte alles beobachtet und war überrascht von der lockeren Art, wie die drei vor ihm mit einander umgingen. Nach einer kurzen überlegung sagte er: "Ich möchte, dass ihr alle mir einen wichtigen Gefallen tut..." Nun liefen sie alle auf gleicher Höhe. Er schwieg. "Fahr fort", drängte Norou, die es mal wieder nicht aushalten konnte. "Wie ihr wisst, ist mir die Freundschaft zu euch sehr ans Herz gewachsen. Da wir nun eine solch lange Zeit mit einander verbracht haben und noch einen wesentlichen Teil der Arbeit vor uns haben, möchte ich bitte, dass sich jeder einzelne von euch mit jedem anderen einzelnen über das jeweilige Verhältnis zueinander ausspricht. Ich möchte, dass alle Differenzen beseitigt werden und dass einfach jeder das Gefühl hat, das Vertrauen darauf, dass er sich auf jeden dieser Gruppe verlassen kann. Könntet ihr euren Stolz überwinden und es wenigstens versuchen?" Verlegen und ohne zu antworten schauten alle auf ihre Füße. Klar, nicht jeder verstand sich mit jedem, aber insgeheim sahen alle ein, dass es so nicht weiter gehen konnte... "Bitte?", brach Asmaron die Stille. Trickster seufzte. Schwärmerisch lächelte sie ihn an. Wie mochte sie doch seine Art. Seinen Hang zum Frieden, den er um jeden Preis irgendwie zu erreichen versuchte, schon immer, sein nicht-Leiden von Differenzen innerhalb Freundschaften, diesen gutgläubigen Charakterzug und diese Hoffnung darin, dass alles gut ausgehen würde. Ihm zu Liebe tat sie auch deshalb den ersten Schritt. Nur musste sie überlegen, mit wem sie sprechen sollte. Da fiel es ihr ein: Noa. Noch kein Wort hatte sie mit ihm gewechselt, obwohl sie doch nach Antritt der Reise einen so guten und vertrauten, seltsamerweise, Draht zu Yuna gehabt hatte. So nahm sie ihn beiseite. Asmaron schätze es sehr, dass sie hinter ihm stand und ihn bei allem unterstützte.
Von Trickster ermuntert ging Schatten auf Norou und Andrey auf Keksus zu. Schließlich auch blade und Asmaron.

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"Wie geht es dir, Kleiner?", fragte Trickster. "Joa, geht schon. Muss ja schließlich, nicht wahr?", schüchtern blickte Noa zu ihr. "Also, ", sie atmete tief durch, "erzähl mir was von dir"....

Schatten1988
30-06-06, 05:25
"žNaja..." begann Noa zu erzählen "žDu kennst meine Mutter, du kennst meinen Vater...was soll ich dir denn noch erzählen?" Trickster sah nachdenklich auf den Boden und kratzte sich nachdenklich an ihrer Wange. "žMh...naja...Was isst du denn am liebsten?" Noa sah sie verwundert an uns räusperte sich. "žSollte das nicht eigentlich ein Klärendes Gespräch werden?" Trickster verschränkte die Arme und sagte zu Noa: "žNa du machst es einen ja auch nicht gerade einfach..." "žPfffff..." Noa verschränkte ebenfalls stur seine Arme. Die Beiden saßen Wortlos gegenüber und wussten beide nicht was sie sagen sollten. Da entdeckte Noa eine kleine unscheinbare Narbe an Tricksters Hals. Er fand es seltsam, dass noch niemand, nicht einmal Asmaron, sie bemerkt hatte. "žWoher hast du die denn?" fragte Noa und deutete auf Tricksters Hals. Diese strich an ihren Hals entlang. "žDie? Die habe ich mir zu gefügt als ich noch ganz kleine war. Ich lebte damals bei einen alten, weisen Mann und hatte nur einen Freund damals." Noa höte interessiert zu. "žWir haben gespielt und er hat das Schert seinen Vaters gestohlen...Mein Gott waren wir damals unvorsichtig und gedankenlos." Da fing Noa laut an zu lachen "žDu höst dich an wie eine alte Frau!" Ihm standen schon die Tränen in den Augen, so sehr musste er lachen. "žHey, lass das! Ich bin nicht alt! Ich bin nicht einmal 25! Naja ist ja auch egal... jedenfalls hat er mich aus versehen damit gestriffen...Das gab Ärger aber mir ist zum Glück nicht ernsthaftes passiert..." Plötzlich stand Noa auf und sagte: "žIch hatte auch eine beste Freundin wo ich klein war! Vater hat damals ganz lange im Bett liegen müssen. Sie lebte mit ihrer Mutter in der Stadt! In Babylon!" Noa fing an zu erzählen. Er erzählte Trickster alles was er bisher erlebt hatte und sie höte zu und lachte. Sie merkten nicht, wie die Nacht hereinbrach.

Die Nomaden löschten auch das letzte Feuer in ihrem Lager und legten sich schlafen. Unbemerkt konnte sich Hassildor nun den Zelten nähern. Bereits der Gedanke an das viele Fleisch der Menschen ließ ihn fast wahnsinnig werden. Langsam schlich er heran. Plötzlich höte er aber, wie sich noch 2 der Männer abseits der Zelte unterhielten. "žIm Dhashat sterben sie alle...auch diese Gruppe wird darin elendig untergehen..." "žAber sie waren doch außergewöhnlich..." antwortete einer. Dann begannen sie über die Frauen der Gruppe zu sprechen, sie begannen so zu sprechen, als wären sie gerade Wegs aus der Gosse gekommen. Doch Hassildor konnte in einer der Beschreibungen Schatten und Trickster erkennen. In ihm kam der Stolz des Clans hoch und er wollte direkt zu Khumar rennen um ihn die Botschaft zu überbringen. Doch im gleichen Atemzug erinnerte er sich, wie sein Anführer mit ihm umgegangen ist und in Hassildor kam Wut auf. Er stieß einen gewaltigen Schrei aus. Davon aufgeweckt, kamen sofort alle Männer des Lagers angerannt. Ihnen stockte der Atem als sie das grauenhafte Biest sahen, dass mit seinen hasserfüllten Augen auf den Wüstensand starrte.
Doch gleich sah er ruckartig auf und in ihm kamen seine neu erwonnenen Triebe auf. Seine Augen blitzen fömlich auf als er die vielen Menschen sah. Hassildor fing leicht an zu knurren und die Menschen begannen ängstlich wegzurennen. Doch wie man vor einem wilden Wüstenwolf nicht wegrennen soll, so sollte man auch nicht vor Hassildor nicht wegrennen. Denn nun wurde er erst richtig wild. Er sprang umher und riss einen Mann. Das Blut verschmierte sein Gesicht, oder das, was davon noch übrig war. Aber als plötzlich eine Frau direkt neben ihm anfing zu schreien, schreckte er auf und sah sie fast wahnsinnig an. Hassildor machte einen gewaltigen Satz auf sie zu...Eins war gewiss: Sie würde diese Nacht nicht sein letztes Opfer sein.

"žWas? Du kennst Darkwarrior auch?" Schatten war sichtlich erstaunt, da sie Norou nicht für jemanden gehalten hatte, der solche versifften Tavernen aufsuchen würde. Norou nickte nur "žAber das ist eine etwas komplizierte Geschichte mit ihm..." Im gleichen Augeblick kam Asmaron zu ihnen. "žWollen wir noch vor Sonnenaufgang weiter?" Norou stand auf und antwortete ihm: "žJa...in der Mittagshitze lässt es sich so schwer laufen..."
Sie ginge zu den Anderen und fingen an sich zu beraten. "žWenn wir Glück haben..." fing Blade an, "ž...dann müsste am Fuß der Berge ein kleines Dorf sein..." Verwundert sah Asmaron Blade an "žWoher weißt du das?" Blade räusperte sich und antwortete dann: "žNunja...sagen wir es so: Ich habe eine Art Verwandte dort...Meine Mutter..." Andrey hätte sich in dem Augenblick in den Sand schmeißen können. Er fand es einfach nur irre komisch. Auch Asmaron musste lächeln obwohl er nicht wusste, warum. "žGut, also versuchen wir bis zu deiner ...Mutter...zukommen." Andrey bekam kaum noch Luft, aber er versuchte sich zusammen zu reißen.

Obwohl Asmaron angewiesen hatte, nicht zu reden um Kraft zu sparen, liefen Schatten und Trickster weiter hinten und redeten.
"žWas wirst du tun wenn das hier vorbei ist?" "žWie?" "žNaja, wenn dass hier vorbei ist...du weißt schon, der König frei, Corona besiegt...Was wirst du tun?" Trickster zuckte mit den Schultern. "žIch schätze mal du wirst mit Asmaron mitgehen oder?" "žWahrscheinlich..." "žOk...dass muss ich akzeptieren..." "žWieso akzeptieren?" "žNa wenn der König frei ist, wird er Asmaron sicher belohnen und du als seine Freundin..." Trickster schüttelte den Kopf und sagte: "žIch weiß nicht worauf du hinaus willst..." "žIch spreche davon, dass du dann nicht mehr mit mir und Keksus zusammen sein wirst...keine gemeinsamen Raubzüge mehr..." "žIch weiß nicht. Eigentlich würde ich alles Beides gerne machen..." "žDas wird aber wahrscheinlich nicht gehen..." "žEgal...Wir bleiben trotzdem Freunde!" Trickster lachte Schatten an obwohl Schattens Worte sie nachdenklich stimmten.

"žBlade, ich habe eine Frage..." "žKeksus, hebe dir deine Kraft auf...." Keksus sah sich nach Asmaron um. Dieser war aber bereits wieder bei Trickster. "žIch habe gehöt, in den Bergen ist es zum Teil kälter als hier...stimmt das?" Blade wischte sich den Schweiß von der Stirn "žNaja...ganz oben auf den Bergen liegt zum Teil Schnee...es ist unterschiedlich...Andere Kleidung werden wir bestimmt benötigen..."
"žSchnee...was soll das denn sein?" in Gedanken versunken ging Keksus weiter. "žWas auch immer dieser "žSchnee" sein soll...in Babylon habe ich ihn bestimmt noch nie gesehen..."

"žIhr geht mit etwa einem Viertel der Männer durch die Tunnel und raubt wegen mir ein paar reiche Karawanen aus. Aber wehe ihr tötet jemanden!" Khumar gab seinen Leuten konkrete Anweisungen. Er würde in der zwischen Zeit mit dem Rest der Leute an einer versteckten Oase rasten. Während die Anderen neuen Proviant besorgen würden.
Plötzlich kam einer seiner Späher angeritten "žKhumar! Ich habe Vor ein paar Tagen Königlich Späher in Aramadan gesehen! Der König zieht zum Tor! MIT WENIGSTENS 1000 MANN! Und unter ihnen sind wenigstens die Hälfte Wächter!" erschöpft brach der Späher zusammen. "žKhumar fing seinen treuen Späher auf und legte ihn in die Arme einer seiner Leute. "žKümmert euch um ihn! Gebt ihm Wasser und alles was er braucht!" Sofort wurde der Späher weggebracht. Khumar zog sich in sein Zelt zurück und setzte sich an seinen durch Kisten improvisierten Schreibtisch. Er stützte seinen Kopf ab und kratzte sich Gedankenversunken an seinem Kinn. "žWächter also...das wird hart..." Dann
lehnte er sich zurück und betrachtete sein Schwert und sein Schild, welche an ein Fass angelehnt in der Ecke standen. "žAber wir sind wenigstens vorbereitet...fragt sich nur...was will der König am Tor?" ....

princess-o-p
01-07-06, 13:35
Wie mikrig diese kleine Hafenstadt doch aussah. Trotz der züngelnden Flammen, die noch weit hinauf in den Himmel schlugen.
Zufrieden standen Corona und Firen am Bug und betrachteten das Ergebnis: "Hach, das war mal wieder nötig!" "Ihr seid ein hervorragender Gebieter, Meister. Und ein noch besserer König. Wir müssen uns beeilen um das Tor noch vor den Bastarden zu erreichen." "Das wird nicht so leicht werden, Firen. Der Dhashat liegt auf dem Weg, das könnte zu Komplikationen führen, aber..." "Der Dhashat?!", unterbrach Firen Corona. "Ja. Eine wundersame Wüste. Man kann nicht sagen, sie sei die Hölle auf Erden, denn sie kann auch schöne Sachen hervorrufen, jedoch kann sich keiner gegen sie wehren." "Ihr sprecht von einer Wüste, Meister. Gegen das bisschen Sand werden wir jawohl sicherlich ankommen, denkt Ihr nicht?" "Du irrst, Firen. Selbst ein Wächter vermag es nicht gegen diese mysteriösen Kräfte anzustehen. Ist das nicht seltsam? An diesem Ort sind selbst Wächter ihr unterworfen...", Corona wurde still. "Ihr seid beeindruckt, nicht wahr?" "Ich selbst bin noch nie dort gewesen, es sind nur Legenden, die ich zu höen bekam. Geschichten. Aber allein der Gedanke, dass es sowas tatsächlich geben kann, eine einfache Wüste, fasziniert mich. Ja. Man kann sagen ich bin beeindruckt. Diese Grausamkeit....", er schien eine Weile nachzudenken, drehte sich dann plötzlich um und brüllte seine Soldaten an: "Könnt ihr nicht schneller rudern, ihr Versager?! Macht, dass ihr voran kommt!!!" "Nun, wenn ich das richtig verstanden habe, wäre es nicht gerade die beste Entscheidung, dort hindurch zu marschieren. Was habt Ihr stattdessen vor?" Misstrauisch blickte Corona ihn kurz an, und antwortete dann: "Wir werden ein Stück weiter die Tigris hinabfahren, eine Tagesreise ungefähr, so umfahren wir den Mittelpunkt der Wüste. Ich nehme an, so schlau waren unsere Flüchtlinge auch..."


Keksus sah, dass blade ganz alleine ritt. Also löste er sich von Schatten und holte ihn schnell ein. "Hallo blade", lächelte er. "Na Keksus, alles klar? Geht es dir und Schatten gut?", fragte blade eher höflichkeitshalber. "Ah, Schatten...Ja, es geht uns gut. Sag mal....Denkst du eigentlich noch an Yuna?", fragte Keksus neugierig und schaute dabei verlegen auf seine Füße. "Aber natürlich", antwortete dieser nüchtern. "Ähm, und liebst du sie noch?" Verwundert schaute blade Keksus an, sagte darauf: "Sie ist tot Keksus, und in all dem Stress, den wir zur Zeit haben, hatte ich noch nicht eine Minute um über ihren Tod trauern zu können. Sie war eine gute Schülerin und noch eine bessere Kämpferin und .... "Gefährtin". Nur mit ihr hätte ich jemals glücklich werden können. Aber es ist vorbei. Das Schicksal wollte es nicht so und wir haben alle ziemlich viele Fehler begangen, schlimme Sachen gemacht, und ich kann nur hoffen, dass sie sie mir verziehen hat. Aber Liebe? Nein. Ist das nicht eigenartig?" "Aber keineswegs, du edler Kopfgeldjäger. Du liebst sie also nicht mehr, soso...", lächelte er ihn an. blade dagegen verstand überhaupt nicht, was dieses Gegrinse und Fragerei sollte, ebenso Schatten und Trickster, die direkt hinter ihnen waren.
"Was macht er da? Findest du sein Verhalten auch nicht komisch?", fragte Trickster. Doch Schatten sah besorgt aus und schwieg.
"Wusstest du eigentlich, dass du ein ziemlich guter Kämpfer bist, blade?", Keksus legte seinen Arm um blade, aber eher locker freundschaftlich. "Ja, äh, danke Keksus. Nett von dir." "Ach, keine Ursache. Weißt du was ich denke?" "Nein, verrats mir", sagte blade desinteressiert und schaute zur linken Seite. "Ich denke, Yuna wusste nicht was sie verpasst...."

asmaron
01-07-06, 17:45
Dann verschlug es Keksus den Atem. Die ziemlich verwahrloste Gruppe, hatte gerade eine große Sanddüne passiert und vor ihnen breitete sich der unglaublichste Anblick aus, den sie jemals gesehen hatten...
Von der Düne aus flachte die Wüste ab und lief auf ein Tal zu, dass die Wüste flankierte. Unten schlängelte sich ein kleiner Fluss durch das Tal, brach den öden, staubigen Bann der Wüste und ließ sich die Ufer zu beiden Seiten in einem wunderschönen Grün erstrecken... Palmen säumten den kleinen Fluss und dahinter konnte man grüne Auen erkennen... und dann fiel der Blick auf das, was allen den Atem stocken ließ...
Ein gigantisches Gebirge erhob sich aus der hügeligen Landschaft jenseits des Flusses... Es schien, als hätten die Götter selbst sie aus dem Boden gestampft und darum gewetteifert, wer von ihnen den höheren Berg erschaffen konnte... Die untergehende Sonne färbte die felsigen Berghänge in ein tiefes Rot, was diese Urtitanen noch gewaltiger erscheinen ließ... Sie schienen kein Ende zu nehmen, durchstießen selbst die Wolkendecke um ein vielfaches und waren im obernen Teil strahlend Weiß... man konnte nicht genau die Gipfel erkennen, da die Sonnenstrahlen von diesem reinsten Weiß reflektiert wurden und das Licht zurückwarf.
Keksus legte den Kopf in den Nacken, kniff die Augen zusammen und versuchte das Ende der Titanen auszumachen. Dann schüttelte er den Kopf, deutete mit der Hand dorthin wo er den Gipfel vermutete und fragte Blade etwas.
"Schnee... das ist Schnee Keksus!", antwortete Blade ernst, "Im Winter ist das ganze Tal weiß... Schnee ist so kalt wie in einem Weinkeller in Babylon... und im Winter ist es hier so kalt, wie in einem Weinkeller... manchmal sogar noch kälter! Dann ist auch dieser Teil der Wüste, wo wir jetzt stehen ganz mit Schnee bedeckt... Und dort oben ist es das ganze Jahr so kalt! Ich war mir gar nicht mehr bewusst wie gigantisch dieser Anblick ist! Ich war lange fort..." Dann wandte sich Noa an Blade und fragte: "Die Berge sind so hoch! Sogar ich kann den Gipfel nicht sehen! Wie kommt das?" Blade grinste. "Der Schnee leuchtet auf, wenn die Sonne ihn anstrahlt... deswegen kannst du ihn nicht sehen... es wäre genauso wenn du direkt in die Sonne schaust... man kann die Gipfel nur zwei mal am Tag sehen! Morgens kurz vor Sonnenaufgang und Abends kurz nach Sonnenuntergang... Dann strahlt die Sonne nicht mehr auf den Schnee und der Gipfel wird für kurze Zeit sichtbar... Die Berge sind so hoch, dass sie noch nie bezwungen wurden! Die wenigen Leute die es versucht hatten, sind nie wieder zurückgekehrt..." Bei diesen Worten drehte sich Keksus erschrocken zu Asmaron um. Asmaron musste lachen, als er Keksus's entsetztes Gesicht sah. "Nein Keks! Keine Angst, ich hab nicht vor euch über die Berge zu scheuchen! Das würden wir nicht überleben! Es gibt einen Pass, der eine Tagesreiße weiter unten liegt! Wir müssen nur dem Flusslauf folgen, dann werden wir morgen Abend zu einem Tal kommen, das direkt in das Herz des Gebirges führt... wenn wir dort reingehen müssen wir aufpassen, das wir uns nicht verlaufen! Im Gebirge gibt es viele Nebentäler, die fast gleich aussehen und die fast alle mit dem Tod enden können... doch zunächst brauchen wir andere Kleidung und ich hoffe, dass wir uns in dem Dorf vor dem Tal mit Mulis ausrüsten können..." Keksus nickte beruhigt und sie begannen den Abstieg in das Tal. Als sie die hälfte des Abstiegs hinter sich hatten, deutete Blade plötzlich auf die Berge. Die Anderen folgten seinem Blick und staunten noch mehr... jetzt waren die Gipfel zu sehen... die Berge waren noch rießiger als zunächst angenommen... die weiße Fläche des Schnees führte noch viel höher hinauf... "Von hier unten kommt man sich vor wie ein kleines Kind!", staunte Norou und die Anderen konnten ihr nur zustimmen...

Keksus
01-07-06, 18:36
Nachdem die Gruppe den Anblick eine Weile genossen hatte, machten sie sich wieder auf den Weg, denn die Zeit wurde knapp, Corona war ihnen mit seiner Armee nach wie vor im Nacken, auch wenn er womöglich andere Wege nehmen würde, und das war asmaron bewusst, weshalb er zur Eile antrieb.

Direkt nach dem sie wieder losgegangen sind, ging Keksus zu Asmaron.
"Ich hoffe du vergisst nicht, dass ich mit Schatten und Trickster eigentlich nur die Krone holen sollte" sagte er ohne Umwege zu Asmaron, und zwinkerte ihm dabei zu.
Asmaron verstand sofort was Keksus wollte.
"Mach dir keine Sorgen Keksus, du bekommst deinen Lohn." antwortete Asmaron etwas schroff. Ihm war bewusst das er Keksus quasi angeheurt hatte, aber mittlerweile waren sie zu Freunden geworden, er fragte sich ob Keksus all das überhhaupt wahr nahm, denn nach wie vor, scheint es ihm nur ums Geld gehen.

Nach diesem kurzen Gespräch, liess sich Keksus wieder zu Schatten und Trickster zurückfallen, die eine angeregte Unterhaltung führten. Ihn intressierte weniger worum es dabei ging. Er hoffte nur, dass sie bald wieder rasten könnten, denn er bekam höllische Kopfschmerzen.
Allerdings sagte er den anderen nix davon, um nicht unnötig Probleme zu bereiten, ausserdem war die letzte Rast ja erst vor ein paar Stunden gewesen.

Schließlich kamen sie nach einem ereignislosen Weg beim Dorf an, wo sie nur misstrauisch beäugt wurden. Scheinbar kamen nicht oft Fremde hier her.
Allerdings liessen sie sich davon nicht aufhalten, und machten ihre Besorgungen. Asmaron konnte sich aber ein leichtes lachen nicht verkneifen als er blade ansah, der sich auf dem Weg machte, seine Mutter zu besuchen.
Doch dann ging auch er los, und hoffte ein paar Mulis auftreiben zu können, schliesslich hatten sie kaum noch was, womit sie die Tiere hätten bezahlen können. Andrey und Norou erkundeten in der Zeit die Stadt, und Keksus horchte sich in der Zwischenzeit in einer Bar am Stadtrand um.

Schatten, Trickster und Noa gingen in der Zwischenzeit los um Kleidung zu kaufen, und ihre Vorräte aufzufrischen. Ausserdem waren ihre Waffen vom Sand in der Wüste stumpf geworden, und mussten geschärft werden. Allerdings wird es schwer sein an all diese Dinge zu kommen, da sie ja dank den Badawi keine einzige Münze mehr hatten.

princess-o-p
07-07-06, 10:30
Doch leider mussten sie alle feststellen, dass die Badawi selbst ihre Schätze, die sie auf dem Piratenschiff ergattert hatten, gestohlen haben. Somit hatten sie absolut kein Geld für ihre Besorgnisse. Das stellte für die Gruppe ein ziemlich großes Problem dar, denn einfach so durch ein Gebirge zu wandern, ohne Ausrüstung und Vorräte, wäre schier Selbstmord gewesen. Sie mussten sich etwas überlegen. So bat zum Beispiel blade-devil seine Mutter um einen kleinen Anteil ihrer Ersparnisse, was er versprach schnell wieder zurückzuzahlen. Doch damit hatten sie immer noch nicht genug. Also begaben sich Schatten und Keksus wieder auf Beutefang, während der Rest der Gruppe versuchte mit den Händlern des Dorfes Rabatte auszuhandeln.
Leider machten die geübten Diebe Schatten und Keksus keine allzugroßen Fang. Was hatten sie auch anderes erwartet?, fragten sie sich hinterher. Schließlich seien sie in einem kleinen grauen Dorf am Ende der Welt, wo sich jeder selbst versorgen musste. Woher also sollten die alten Bewohner Geld haben?
"Höen Sie doch bitte. Wir sind auf dringlichster Mission unterwegs. Um genau zu sein eigentlich um Ihren Arsch zu retten! Also wird es doch wohl einen Nachlass geben? Der Hilfsbereitschaft wegen...?", drängte Norou schon ganz ungeduldig. Sie hatte sichtbar Mühe, ihre Verständnislosigkeit und Wut unter Kontrolle zu halten. Währenddessen warteten Andrey und Asmaron draußen.
"So, jetzt reicht's aber... Sie undankbares Etwas! Rücken Sie sofort raus mit dem Zeug und mit dem Geld!", brüllte sie, während sie ihn an dem Halsende seines Gewandes packte und ihm ihren Säbel unter die Kehle hielt. "Oh bitte, bitte nehmen Sie alles was Sie brauchen... Aber verschonen Sie mich", bettelte der Verkäufer. Als Andrey und Asmaron den Lärm im Haus bemerkten und gerade nachsehen wollten, was darin vor sich ging, kam Norou rausgerannt, mit voll bepackten Säcken auf den Armen. "Was..äh?", fragte Andrey verständnislos. Da schaute Asmaron kurz hinein und sah den Mann bewusstlos am Boden liegen. Kopfschüttelnd sagte er nur: "Na prima. Die Retter werden zu Räubern... Das hast du toll gemacht Norou!" "Wenn alles vorbei ist, zahlen wir es ihm doch wieder zurück, versprochen", zuckte Norou einfach nur mit den Schultern.

Als nun all das geschehen war, zogen sie ohne weiteren Verzug los, denn sie lagen schlecht in der Zeit und mussten sich beeilen. Zwar lag das Dorf direkt am Fuße des Berges, doch hatten sie noch einige Kilometer zu wandern um an die felsigen Gesteine zu gelangen. blades Mutter hatte sie noch vor Anbruch davor gewarnt, die Schlucht des Gebirges zu passieren, schließlich wären Menschen, die sich dort hineingetraut hatten, nie wieder gesehen worden. Sie machte sich große Sorgen. Man munkelte im Dorf, es gäbe dort Tieren, ja bestialische sogar, die schlimmer waren als hungrige Wölfe. Da hatte Noa noch gefragt, was denn Wölfe seien, worauf Asmaron antwortete, sie seien soetwas wie böse, große, wilde Hunde. Darauf bekam es auch der Rest der Gruppe mit der Angst zu tun. Dennoch gingen sie weiter.
Als sie nun endlich vor der riesigen Felswand standen und alle Blicke nach oben gerichtet waren, sagte Asmaron: "So, wir sind bald da." Nach einem stummen Nicken der anderen machten sich Asmaron und blade wieder auf den Weg. Doch dann drehte sich blade um. "Wollt ihr jetzt woll kommen oder was?" Sie konnten einfach nicht mit dem Staunen aufhöen. "Sowas gigantisches, majestätisches habe ich noch nie gesehen!", flüsterte Schatten schon fast ehrfürchtig. "Ob es hier hallt?", fragte sich Trickster und noch bevor irgendeiner etwas dagegen einwenden konnte, schrie sie auch schon los: "Ahhhh!" Dann war es still. Gespannt lauschte sie. Und auf einmal, nur einen Augenblick später: "Ahhhh! Ahhhh! ahhhh! ahhhh!" "Unglaublich", stammelte Norou vor sich hin. Plötzlich zitterten die Berge und kleine Steine rollten zuerst und kamen dann wie Geschosse von oben angeflogen. Instinktiv bügten sich alle, sodass sie nur ein paar Kleine auf den Rücken abbekamen. "Tu das nie wieder! Keiner von euch!", ärgerte sich Andrey, leise. blade machte sich mal wieder Sorgen. Wenn jetzt irgendetwas schief gehen würde, dann säßen sie in der Falle. Von allen Seiten umgeben von Felsen, die sie nicht erklimmen konnten, weil sie einfach zu steil waren, der Pass so eng, dass in einer Zweierreihe hatten m*****ieren müssen...es würde noch gefährlich werden...
"Höt ihr das auch?", fragte Noa neugierig. Erschrocken wandten sich die anderen zu ihm um. "Was ist Junge? Was höst du?", fragte Keksus ängstlich. "Es kommt... ich glaube es kommt von unten..." Die anderen jedoch verstanden nicht. Da kniete sich Noa hin und drückte seinen Kopf gegen den steinigen Boden. "Was höst du, Sohn?", fragte Andrey und tat es ihm gleich. "Ich meine ein Rauschen zu vernehmen. Sowas wie ein Plätschern...", beschrieb Noa. "Es ist eindeutig ein Bach, oder ein kleiner, schmaler Fluss", er setzte sich wieder auf und stellte dann fest: "Ein Fluss fließt unter diesem Grund." "Na das passt ja mal wieder. Nicht nur, dass wir von sonst was für welchen Ungeheuern angegriffen werden, uns auch verlaufen könnten, jetzt besteht auch noch die Gefahr, dass wir einstürzen. Na prima!", Norou wurde allmählich ungeduldig. Auch sie hatte eine gewisse Vorahnung, die sie scheinbar beunruhigte. "Jetzt mal mal nicht den Teufel an die Wand, Norou. Bis hier hin haben wir es geschafft. Die restlichen Kilometer werden doch ein Kinderspiel, meinst du nicht auch", versuchte Trickster sie zu ermutigen. "Wir sollten weiter."
Eine Stunde später, in der alle schweigend und andächtig durch das immer kühler werdende Gebirge m*****ierten, wurde Keksus etwas schlagartig klar. Er blieb stehen. Die anderen aus Verwunderung ebenfalls. "Was wenn der wahre König gar nicht aus seinem Exil befreit werden möchte. Hast du nicht gesagt, Asmaron, diese Welt sei ein Paradies?" Da dämmerte es Asmaron. Darüber hatte er noch gar nicht nachgedacht. Benommen stolperte er zurück und setzte sich auf einen Steinbrocken und stammelte nur "Nein, nein" vor sich hin...

"Da wären wir. Allemann von Bord!", befahl Corona. Ohne seinen Soldaten Zeit zur Entspannung zu geben, befahl er ihnen sich sofort auf die Pferde zu schwingen und loszureiten. Vor ihnen lag nach bereits zwei Stunden Ritt Schnee auf dem Boden und sie konnten ihren Atem sehen. "Ihr kennt aber doch den Weg, oder Meister?", fragte Firen, der zu des Königs Rechten ritt. "Zweifelst du etwa an deines Königs Kompetenz?", und wieder wurde er zornig. Als sich Firen ängstlich wie ein Hund zusammenzog, antwortete er wieder etwas freundlicher: "Siehst du den Stern da? Er ist nicht wie jeder Stern. Siehst du? Er leuchtet bläulich. Wir haben bereits Neumond, nur dann kann man ihn sehen. Er weist uns den Weg, denn er befindet sich direkt über dem Tor. Es wird allmählich dunkel, wir sollten uns beeilen."

"Und wenn schon", Asmaron sprang von seinem Felsen auf, nach einanderhalb Stunden des Denkens, in den auch die anderen sich schweigend zur Ruhe gesetzt und gewartet haben. "Unsere Anstrengungen und Mühen waren nicht umsonst, meine Freunde. Sorgt euch also nicht. Der König ist gegen seinen Willen dort eingesperrt worden. Wir sollten ihm wenigstens die Wahl lassen. Und so wie ich ihn kenne, ist er nicht gerade der Mensch, der sein Volk leiden lässt wenn er selbst glücklich ist... Wir sind ihm wenigstens die Wahl schuldig... Ich bin es..."

asmaron
07-07-06, 15:57
Die anderen nickten... Asmaron hatte recht... Sie konnten nicht jetzt einfach aufgeben! Dann leuchteten Norous Augen auf... "žWenn dort wirklich das Paradis ist, dann waren die Mühen und Anstrengungen keinesfalls umsonst, selbst wenn Elion nicht mitkommen wollte... vielleicht würde sie in dem fremden Land hinter dem Tor auch eine neue Heimat finden... in Persien zuminderst hielt sie nichts mehr, nachdem sie die Garausamkeiten dieses Landes am eigenen Leib erfahren durfte... was soll ich noch dort... ohne Kumo...", dachte sie sich.
Schon bestigen sie wieder ihre Mulis und ritten auf den schneebedeckten Pass zu, der sich vor ihnen auftat. "žDann sind wir doch schon bald da!", sagte Keksus aufgerehgt zu Asmaron. Blade jedoch schüttelte nur den Kopf... "žDas sieht nur so aus! Hier in diesem Gebirge sind die Entfernungen sehr schwer auszumachen... diese Giganten", sagte er und deutete auf die Berge, "žlassen alles viel kleiner erscheinen... Wir brauchen minderstens noch einen Tag bis zum Pass, wenn wir von jetzt an durchreiten und danach liegt uns bis zum Tor eigentlich noch ein Ritt von zwei Tagen vor, den wir aber in maximal einem Tag bewältigen müssen!" Er sah zu Asmaron hinüber. "žWie sollen wir das schaffen? Sollen wir Tag und Nacht durchreiten?", wollte er wissen. Asmaron hatte ihn jedoch die ganze Zeit nicht angesehen... er hatte immer wieder zurückgestarrt... jetzt wandte er sich an Blade. "žUns wird gar nichts anderes übrig bleiben!", sagte er mit besorgter Stimme, "žWenn du nicht sofort sterben willst, dann müssen wir das tun!" Mit diesen Worten deutete er mit sorgenvoller Miene hinter sich.
Alle drehten sich um. Vom schaukelnden Rücken der Mulis aus konnte man in der Ferne noch das Dorf erkennen... jetzt bemerkten sie die rießige Staubwolke, die sich über dem Dorf erhoben hatte... und dann stockte den Gefährten der Atem. Sie sahen wie sich hinter dem Dorf tausende kleiner schwarzer Pünktchen mit hoher Geschwindigkeit näherten... schon hatten die ersten den Dorfrand erreicht und schon stieg schwarzer Qualm auf... ein Haus nach dem Anderen ging in Flammen auf... Hektisch rannten Menschen hin und her und es dauerte nicht lange, da stand das ganze Dorf in Flammen... ungläubig starrten die Gefährten auf das grausame Schauspiel was sich ihnen bot. Plötzlich packte Blade sein Schwert so fest, dass ihm die Knöchel weiß hervortraten und riss sein Muli herum. "žMutter... ich werde dich rächen! LEHAL DU DRECKIGER BASTARD!", schrie er und wollte seinem Tier die Sporen geben, doch Norou versperrte ihm den Weg. "žBlade komm zu dir! Du kannst ihr nicht mehr helfen... sie würden dich töten noch bevor du auch nur auf hundert Meter an sie rangekommen bist!", redete sie auf ihn ein. "žDu verstehst nicht!", schrie er, "žDas ist meine Mutter! Er wird sie umbringen der Dreckskerl!" Trickster die neben ihn geritten war, legte ihm die Hand auf die Schulter und sagte: "žBlade... wir verstehen dich... aber du kannst niemanden damit helfen wenn du in den sicheren Tod reitest! Weder ihr, noch uns... Du kannst immer noch hoffen! Vielleicht hat sie die Soldaten ja rechtzeitig bemerkt und ist geflohen... vom Dorf aus konnte man die Staubwolke bestimmt schon von weitem sehen!" Sie glaubte nich das, was sie sagte, doch Blade schien es zu beruhigen... Tränen der Wut schimmerten in seinen Augen und mit einem Ruck riss er sich von dem grässlichen Anblick los. Ohne sich nocheinmal umzudrehen ritt er auf den Pass zu. Als er ein paar Meter geritten war rief er... "žKommt... wir haben Lehal nun wirklich im Nacken und dürfen uns keine Verzögerung mehr leisten! Ich weiß nicht wie sie das geschafft haben, aber ich weiß, dass sie Pferde und eine bessere Ausrüstung haben... los Asmaron hat recht... wenn wir bleiben, sterben wir!"
Und schweigend setzte sich der Tross wieder in Bewegung... erschüttert von der Grausamkeit des Verräters und voller Bewunderung für Blade...

Keksus
07-07-06, 16:56
All diese Vorkommnisse stimmten Keksus nachdenklich.
Asmaron, der Keksus nachdenklich Blick bemerkte sprach ihn an.
"Keksus! Was ist los?"
"Es...es ist nur...ich weiss nicht ob wir wirklich das Tor öffnen sollten. Was wenn...Was wenn Corona nur das beste will?
Er hat soviel angerichtet, und das nur damit ein König nicht befreit wird? Er hätte ihn doch einfach töten können."
da unterbrach Andrey ihn
"Nein, hätte er nicht. Die Wächter sind untereinander so etwas wie verbunden. Alle teilen sich die selbe Lebensenergie.
Und wenn einer stirbt, merken dies auch die anderen, aber nicht durch schmerz, sondern dadurch das sie stärker werden.
Wenn Corona den König einfach getötet hätte, hätten dies alle anderen Wächter gespürt."
"Aber ist es nicht doch so, das Corona uns vieleicht vor etwas grösserem bewahren will. Es war in Babylon doch alles bestens bis wir mit dieser Reise anfingen.
Was ist nun wenn wir einen grossen Fehler begehen? Vieleicht sollten wir einfach alles so lassen wie es ist. Ich vertraue Corona genauso wenig wie ihr, doch wenn wir jetzt aufhöen wird vieleicht wieder alles wie früher"
Asmaron machten diese Worte wütend. Er wollte einfach nichht glauben was Keksus da sagte, schliesslich ging es dadrum seinen Freund zu befreien.
"Es wird kein Fehler sein", sagte er daraufhin als abschliessende Worte, und ritt weiter. Doch die Worte von Keksus lagen noch in der Luft.
Keksus selbst wollte zwar noch etwas sagen, doch er kam nicht mehr dazu, seine Kopfschmerzen wurden noch stärker, und die ungewohnte Kälte tat ihr übriges.
Keksus wurde schwarz vor augen, und er fiel von seinem Reittier. Schatten war die erste die dies bemerkte, und sofort aufschrie.
Sofort drehten sich alle um. Und Andrey entfuhhr sofort ein "Verdammt!". Denn er wusste, das Keksus wohl bald wieder zum Problem werden würde.
Dann schrie er die anderen sofort an "WORAUF WARTET IHR NOCH?! SCHNELL! FESSELT IHN! Sonst haben wir hier gleich wieder ein Problem!"
Doch so schnell konnten die anderen nicht reagieren. Gerade als Andrey ihm die ersten Fesseln anlegen wollte, zog Keksus seinen Dolch, und verpasste ihm eine Schnittwunde quer übers Gesicht.
Der Schnitt war nicht nur Oberflächlich, sondern ging tief ins Fleisch, so sehr, das man bereits das weiss des Knochen sehen konnte. Und der Schmerz durchfuhr Andrey so stark,
das er bewusstlos zu Boden fiel. Und die Niederlage gegen einen Nichtwächter, würde ihn sein Leben lang verfolgen, zumal ihn die Narbe für immer dadran erinnern würde.

Schatten1988
08-07-06, 10:31
"žHaltet ihn fest!" schrie Asmaron und deutete mit seinem bereits gezogenen Schwert auf Keksus. Blade tat dies auch sofort und versuchte Keksus von hinten zu packen, dass Asmaron ihn an den Füßen festhalten konnte. Doch Keksus zog einfach Blades Arm nach Vorne über seine Schulter hinweg und Blade damit dicht an sich heran. Keksus holte kräftig mit seinem Arm aus und rammte Blade seinen Ellenbogen tief in den Bauch. Blade taumelte zurück und hielt sich den Bauch.
Asmaron lief auf Keksus zu, doch im Lauf gab er Norou noch ein Handzeichen. "žTrickster, komm mit!" schrie Norou und packte Trickster am Arm.
"žKomm zu dir!" schrie Asmaron und schlug ihm mitten ins Gesicht. Doch Keksus ließ sich davon nicht beeindrucken und holte ebenfalls mit seinem Dolch aus. Der Schlag hätte Asmaron direkt im Gesicht getroffen, genau wie es Andrey erging, doch Schatten schob sich blitzschnell dazwischen und schlug mit ihrem Handgelenk gegen das von Keksus. Der Dolch flog weg und landete lautlos im Schnee, direkt neben Andrey. Noch bevor Keksus reagieren konnte, schmiss sich Schatten zur Seite und nahm den Dolch an sich.

"žNoa, jetzt!" schrie Asmaron plötzlich und im selben Augenblick drehte Noa, der sich hinter Keksus geschlichen hatte, Keksus' Arme nach hinten. Keksus schrie laut auf. Sein Echo hallte, noch lauter als Tricksters vor ein paar Stunden.
Ein leichtes Grollen erfüllte die Luft. Entsetz sah Asmaron den Gipfel des Berges hinauf. Noa, der von Asmarons Blick so schon ängstlich wurde, drehte sich langsam um. Und genau das, was Andrey vorher schon befürchtete, trat ein. Langsam löste sich der Schnee von den Bergen. Er würde den Pfad, auf dem die Gruppe entlang ritt begraben...und alles mit sich reißen.

"žAsmaron!" rief Trickster plötzlich von irgendwoher. "žHier oben!" höte man Norou Sekunden später.
"žDA!" rief Blade Asmaron zu und deutete auf eine leicht zu erklimmende Felserhöhung. Trickster und Norou winkten und machten auf sich aufmerksam.

Während Noa die Maultiere nahm und Blade und Asmaron Andrey wegschleppten, machte Keksus keine Anstallten sich in Sicherheit zu bringen. Im Gegenteil. Er lief auf Schatten zu. "žGib mir den Dolch!" drohte er "žGib ihn mir oder wir werden von der Lawine begraben..." Schatten aber blieb stur stehen. Ab und zu sah sie zu Trickster und Asmaron hoch. Doch die Beiden konnten ihr nicht helfen. Schatten wollte das auch nicht. Sie wollte nicht, dass die Beiden sich unnötig für sie in Gefahr begeben. Langsam wurde Keksus ungeduldig. "žWenn du nicht willst..." flüsterte er, packte Schattens Handgelenk und zog drückte fest zu. "žGib ihn her!" "žNein! Vergiss es! Lass mich los!"
"žIch muss dich nicht töten. Ich muss nur Ennai töten!"

Von oben sah Trickster auf die Beiden herab. "žDie Situation kenn ich doch..." murmelte sie leise vor sich hin.

"žKhumar, wir haben etwas erlegt..." Khumar hielt sein Pferd an und höte seinem Untergebenen zu. "žEin wildes Tier...oder vielleicht doch nicht...Wir wissen nicht was es ist!" Khumar verzog Nachdenklich das Gesicht. Dann sprach er zu einem seiner Hauptmännern: "žübernehmt ihr die Führung. Ihr kennt den Weg...Ich sehe mir diese Sache genauer an. Khumar gab seinem Pferd die Sporen noch bevor sein Hauptmann antworten konnte und ritt seinen Untergebenen hinterher.

"žKeksus, bitte..." Schatten sah Keksus mit traurigen Augen an. "žKomm zu dir...Trickster ist deine Freundin..." "žIch kenne niemanden namens `Trickster'...Ich kenne niemanden namens `Keksus'...Ich kenne euch nicht...Ich muss nur Ennai töten..." Keksus zog Schatten am Handgelenk hoch und wollte sie gerade ohnmächtig schlagen, als Schatten wütend wurde. "žDu kennst mich also nicht?" Sie holte mit den Beinen aus und trat Keksus vor die Brust. Dieser ließ sie sofort fallen und fiel rückwärts in den Schnee. Schatten jedoch landete auf den Füßen und hielt sich nur das Handgelenk. "žDann such dir jemand anderes mit dem du Reisen kannst...Ich kündige"
Wütend murmelte Schatten noch böse Worte vor sich hin bis sie endlich die Rufe Asmarons bemerkte. Die Lawine kam immer näher.
Schatten zog Keksus hoch und schleppte ihn zu dem Felsen auf dem sich die Anderen bereits befanden.
Blade und Noa zogen den ohnmächtigen Keksus hoch, Asmaron half Schatten hinauf. "žBeeilt euch!" schrie Norou und half Asmaron das letzte Stück Schatten hochzuziehen. Sie hatte gerade die Füße auf den Felsen aufgesetzt als die Schneemaßen schon an ihnen vorbei rollten.

"žMein König, es ist immer wieder eine Freude ein rebellisches Dorf nieder zu brennen." Schwärmte Firen als er sich wieder auf sein Pferd setze. Corona lächelte ihm zu. "žWas soll das heißen rebellisch?" Freak kam angerannt. Ihm fiel schon zu lange auf, dass sein König sich ins Schlechtere veränderte. "žMein Herr, was haben diese Leute euch getan? Warum brennt ihr jedes Dorf nieder was wir passieren?" "žSchweigt Freak. Wärt ihr nicht schon lange mein treuer Diener, ich würde euch sofort aufspießen lassen für eure Zweifel." Firen lachte Freak spottend aus doch dieser war nicht klein zukriegen. "žSeid dem überfall auf dem Palast habt ihr kein Respekt mehr vor eurem Volk! Ihr ward einmal ein guter König doch nun seid ihr ein grausamer Tyrann." Der sonst so ängstliche und unterwürfige kleine Mann lief entschlossen an Coronas Pferd heran. "žWieso tut ihr das? Was haben euch diese paar Diebe getan dass das ganze Volk dafür Leiden muss?" Firen zog sein Schwert und richtete es auf Freaks hals. Er sah an dem verzierten Schwert hinauf und Firen direkt ins Gesicht. "žWarum musste Law sterben, wenn ihr jetzt das Werk deren fortsetzt die er bekämpft hat?" "žHöt sofort auf!" schrie Corona und zog sein Schwert. "žIhr wisst nicht wovon ihr sprecht! Law war mein treuster Diener. Es war sein Schicksal für mich zu sterben, so wie es das Schicksal aller ist, die sich dem Leben des Königs verschreiben!"
Firens Blick wechselte nun verwirrt zwischen Corona, dessen Gesicht nun mehr Wut und Hass ausstrahlte als je zuvor, und den kleinen Mann, auf dem Firen sein Schwert richtete. "žBitte höt auf damit, Unschuldige zu quälen! Ihr seid doch sonst nicht besser als..." Plötzlich machte Corona eine drohende Handbewegung und Freak wurde von hinten von 2 Wächtern gepackt.
"žFiren folgt mir. Wir sammeln unsere Leute." Als ob gerade nichts passiert wäre, drehte Corona sein Pferd ab und ritt langsam voraus.

Firen sah Freak noch nach, wie ihn die Wächter in eine dunkle Gasse schleppten. Firen wendete sich stumm ab. Die Schreie die aus der Gasse kamen ließen ihm einen eiskalten Schauer über den Rücken laufen. Plötzlich wurde es stumm. Firen drehte sich ruckartig um, um zu sehen was passiert sei. Doch das einzige was er sah, war etwas Blut, welches das bisschen Schnee, der auf der Erde lag, rot färbte. Betrübt und doch nachdenklich ritt er seinem König nach. Seine Zweifel wurden immer größer. Doch er konnte es nicht offen sagen. Er hatte Angst vor dem Schicksal welches Freak erlebte. Doch konnte Firen es noch abwenden? Immer wieder hallten die Worte Coronas in seinem Kopf.
"ž...so wie es das Schicksal aller ist, die sich dem Leben des Königs verschreiben..."

"žDa haben wir ja gerade so noch mal Glück gehabt, was?" Blade ließ sich erschöpft hinfallen während Noa, Norou und Trickster versuchten, Andreys Wunde mit dem wenigen Mitteln die sie hatten, zu verarzten. "žAlles in Ordnung?" Asmaron stützte Schatten ab. Sie lächelte ein wenig und sagte dann: "žJa...Ich bin nur ein bisschen außer Atem." "žDas nimmt langsam überhand mit ihm..." sagte Asmaron und deutete auf Keksus, der bewusstlos auf dem Boden lag. "žAber wir können nichts tun um ihm zu helfen..." setzte er fort. "žIch weiß..." flüsterte Schatten, ließ den Dolch, den sie die ganze Zeit in der Hand hielt, einfach fallen und ging auf Trickster zu.
Diese stand auf und lächelte "žNa wenigstens konnten wir die Maultiere retten...das heißt wir müssen die restliche Strecke nicht laufen" "žDas wird wohl nichts." Unterbrach Blade, der sich immer noch ausruhte. "žEr hat Recht." Sagte Asmaron. "žHier ist alles vom Schnee überschüttet. Da kommen wir nie durch..." "žHeißt das, wir müssen einem Umweg nehmen?" fragte Noa verzweifelt. Er hatte einfach keine Lust mehr Ewigkeiten durch die Ödnis zu laufen. Asmaron nickte und wollte gerade den Weg erklären, doch Trickster unterbrach ihn.
"žNaja wenigstens leben wir alle...Naja...fast..."sagte sie und sah zu Andrey, der sich langsam wieder regte. Langsam hob er seinen Arm. Er konnte ihn nur zitternd halten, streckte aber trotzdem seinen Zeigefinger aus "žNoch lebe ich..." "ž...Ja, NOCH...aber nicht mehr lange" scherzte Norou woraufhin Trickster kichern musste.

Doch das hätte se lieber nicht getan, denn ihre Stimme erkennend riss Keksus die Augen auf, sprang hoch und schnappte sich den Dolch, den die Anderen unvorsichtiger Weise noch nicht weggenommen hatten. Wie besessen lief er das kurze Stück auf Trickster zu. Asmaron, Blade, Norou. Sie alle versuchten Keksus irgendwie festzuhalten, doch Keksus stieß sie einfach von sich.
Es trennten ihn nur noch wenige Schritte von Trickster, deshalb holte er bereits aus und machte sich bereit zu zustechen. Trickster wich zurück, fliehen konnte sie nicht. Sie waren ja von metertiefen Schnee umgeben. Keksus ließ den Dolch hinab sausen. Es würde Tricksters Tod sein.
Doch im gleichen Augeblick stellte sich Schatten Keksus in den Weg. "žNein, hö auf!" rief sie noch und versuchte sich Keksus entgegenzustemmen, dessen Blick vom Gleichgültigen ins Entsetzte verwandelte.

"žEs sieht aus wie ein Wolf..." sagte einer der Männer zu Khumar. "ž...doch auch wie ein Mann." Setzte dieser fort und stocherte mit dem Schwert in dem toten Köper herum. "žWie wir euch bereits sagten: wir haben keine Ahnung wer oder was das ist." Khumar beugte sich hinab und sah sich den Köper genauer an. Er hob die gewaltigen Pranken der Bestie an und bemerkte, dass sich schwere Eisenketten an seinen Gelenken befanden. Er wendete sich fragend zu seinen Leuten um und deutete auf die Ketten. "žDie hatte er schon um. Wir benutzen doch keine Ketten zum kämpfen." Khumar betrachtete den Hals des Monsters und bemerkte eine kleine Tätowierung. Ein kleines Sonnenähnliches Symbol, von dem sich einzelne strahlenartige Ausläufer bis zum Schlüsselbein schlugen. Khumar stand erschrocken auf und konnte seinen Augen nicht trauen. "žHassildor..." flüsterte er. "žWas sagtet ihr?" fragte einer der Männer. Khumar wendete sich von dem toten Köper ab. "žEs war nicht so wichtig. Wir reiten weiter. Dieses `Ding` lassen wir hier. Ich glaube nicht, dass wie es gebrauchen könnten." Er schwang sich auf sein Pferd und ritt weg. Seine Leute folgten ihm.
"žWas ist nur aus ihm geworden? Und vor allem: Wie?" Khumar konnte es einfach nicht verstehen was passiert ist. Eine böse Ahnung machte sich in ihm breit. Doch würde sie sich erfüllen?

Schatten sah Keksus starr in die Augen. Ihre Lippen zitterten, ihre Hand wanderte an ihren Bauch von dem sich ein schrecklicher Schmerz ausbreitete. Keksus sah verwirrt und dann entsetzt an ihr herunter. Um ihre Hand herum färbte sich ihr Oberteil langsam rot. Trickster hielt sich erschrocken die Hände vor ihr Gesicht.
Noch immer sah Schatten Keksus an. "žKeksus..." Schatten huschte ein Lächeln über die Lippen. Dann wurde ihr Blick wieder traurig. "žDu..." Dann schloss sie ihre Augen und sackte zusammen. Keksus hielt sie fest damit sie nicht auf den Boden knallen würde.
Asmaron kam nach einer Schrecksekunde angerannt, stützte Schattens Kopf und legte sie behutsam auf die Erde. Noa und Trickster kümmerten sich sofort um sie um das Schlimmste zu verhindern.
Asmaron ballte die Fäuste zusammen. Seine Fingernägel hinterließen bei ihm selber tiefe Kerben. Dann sah er wütend zu Keksus, der immer noch da stand und noch nicht einmal bemerke, dass er noch immer den Dolch in der Hand hielt.
Asmaron packte Keksus am Kragen "žDu...weißt du was du getan hast? Nicht nur dass du meine Trickster ständig töten willst...jetzt stichst du schon meine...meine `Schwester` ab. Ich wüsste keinen Grund dich nicht sofort umzubringen!"

"žFiren kommt endlich!" rief Corona ungeduldig. Doch Firen machte sich große Sorgen. Vielleicht wäre es besser gewesen doch bei Asmaron zu bleiben? Vielleicht waren seine Ziele ehrenvoller als die des Königs...und vielleicht wäre er dann bei echten Freunden gewesen.

"žEs ist nur gestriffen!" rief Noa freudig. "žDer Dolch hat sie nur gestriffen. Sie wird überleben!" Asmaron ließ Keksus los und wollte es mit eigenen Augen sehen. Freudig stand Trickster auf und fiel Asmaron um den Hals. "žSie ist zwar noch ohnmächtig, aber es ist nicht all zu schlimm. Trotzdem sollte sie es nicht gleich überstürzen..." So jung Noa noch war, so viel hatte er von den Anderen bereits gelernt und wusste bereits von was er sprach. Erleichtert ließ auch Blade die Schultern sinken. "ždann können wir ja jetzt klären wo wir lang müssen. Der Weg zum Pass ist zwar jetzt durch den Schnee versperrt, aber wenigstens wird uns das die Königliche Armee erstmal vom Hals halten." "žTrotzdem müssen wir uns beeilen!" rief Norou dazwischen. Asmaron machte eine beruhigende Geste und erklärte: "žBevor unsere Zwei verletzten nicht richtig wach sind, kommen wir eh nicht weiter. Also höt mal zu: .... "ž

"žFiren! Die Männer warten..." rief Corona ungeduldig. Firen schluckte und ritt an die Front des Heeres. Er sah in die erwartungsvollen Gesichter der Männer und Wächter. Er wusste dass er jetzt irgendwas Ermutigendes sagen sollte, doch fiel ihm nichts ein. Zu viele Gedanken schwirrten in seinem Kopf herum und verwirrten ihn. "žFiren?" fragte einer der unteren Hauptmänner und ritt heran. Firen holte tief Luft und rief über das Heer: "žMänner. Der Sieg war wieder einmal unser. Und so wird auch der Krieg zu unseren Gunsten ausgehen!" Ein gewaltiger Jubelschrei folgte Firens Worten. "žReiten wir los!" befahl er und sofort setzte sich das gesamte Heer in Bewegung. Doch Firen fühlte sich schlecht. Ihm wurde immer unbehaglicher mit jedem Tag der verstrich.

Keksus
08-07-06, 17:22
"Wir sind fast am Ziel, und Lehal und seine Truppen werden uns so schnell wohl nicht in die Quere kommen.
Allerdings müssen wir jetzt durch tiefsten Schnee stapfen, und in dieser Region auch noch rasten.
Allerdings werden wir bei diesen Temperaturen Abends rasten, und Mittags über reisen, weil es dann wärmer ist.", erklärte Asmaron.
"Ich finde aber wir sollten unsere Gruppe etwas dezimieren" , warf Blade daraufhin ein, woraufhin ihn fast alle nur verwundert ansahen, doch sie wussten genau was kommen würde.
"Ich finde wir sollten Keksus zurücklassen. Er kann sich nicht allzulange kontrollieren. Seine Anfälle werden zu häufig, und er selbst wird mittlerweile in diesem Zustand immer stärker.
Und irgendann wird er uns eines Abends wohl noch umbringen." Diese Worte klangen für alle einleuchtend, doch niemand wollte ihn einfach sterben lassen,
auch wenn das Risiko immer grösser wird. Nach langem grübeln fällte Asmaron eine Entscheidung. "Wir werden ihn mitnehmen".
Allerdings stiess blade daraufhin einen tiefen seufzer aus. "Aber blade, pass darauf das er nicht wieder das tun kann, was er versucht hatte. Halte deine Klinge immer griffbereit...und wenn es sein muss...tu was zu tun ist", sprach asmaron,
wobei er den letzten Teil leise sprach, kaum noch verständlich.

Keksus hockte nur vor Schatten, sein Blick war glasig. Er konnte nicht glauben was gerade geschehen war. Und das war nicht zum 1. mal geschehen. Er wusste nicht wie er noch weiterleben sollte, jedemal wenn e sihn überkam, er die Macht über sich selbst verlor, musste Schatten leiden.
Er wollte all das nicht länger zulassen. Sein Entschluss stand fest, und er würd eihn durchführen, solange er sich noch unter KOntrolle hatte, den das nächste mal würde er sie vieleicht nicht wieder zurückerlangen können.
Er nahm den Dolch der auf einen Stein gefallen war, der aus dem Schnee ragte, wobei ein metallisches schleifne zu höen war, was die anderen sofort höten. Sofort drehten sie sich zu Keksus um, und Blade war der erste der seine Klinge zog und vorstürmte.
Gerade als er bereit war es zu tun, zum wohl der Gruppe, und von Schatten, ertönte wieder diese dunkle Stimme in seinem Kopf.
"Gut...Gut gemacht. Ein Ausgezeichneter Anfang! Und nun, tu, was du eigentlich tun sollst! SOFORT!". Das rüttelte Keksus wach, ein ausgezeichneter Anfang das seine Freundin fast gestorben ist? Das war zuviel für ihn.
"Das soll ein guter Anfang gewesen sein? Die Liebe meines Lebens wäre fast gestorben! Nein! Das ist kein guter anfang!", schrie Keksus daraufhin. Wodurch Blade verwundert stehen blieb, und auch die anderen ihn nur verwunert ansahen, da sie nicht wussten mit wem er sprach.
"Ich werde euch nicht länger macht über mich gewähren!" fuhr er fort, und hob den Dolch mit beiden Händen über seinen Kopf. Blade war der erste der sofort reagierte un vor stürmte, um ihn von der Tat abzuhalten.
"Ich werde gerächt werden! Abe rich werde nicht sterben weil ihh rmich nicht mehr braucht! Ich werde euch aus meinem Kopf jagen!" fuhr er fort. Und liess die KLinge auf seinen Kopf zurasen. Plötzlich höte man nur noch ein metallisches Klirren,
danach absolute Stille. Die Zeit schien stillzustehen. Dann höte man ein weiteres metallisches Klirren. Und Blade stand keuchend mit seinem Schwert, welches er waagerecht über Keksus Kopf hielt, da. Er konnte die Klinge im letzten moment abwehren, die danach auf einen Stein gefallen ist.
Doch der Spuk schien damit endlich vorbei zu sein.

Keksus saß mit weit aufgerissenen Augen da, er hatte sich hie rbereits einmal sterben sehen, und den Schmerz gespürt. Doch dieser schmerz, trat nicht ein. Aber sein Kopf, fühlte sich frei an. Die Stimme war verstummt, das dunkle gegangen.

Lehal, dröhnte der Kopf, urplötzlich fiel er mit einem Aufschrei von seinem Pferd. "Ich...ich habe ihn verloren...das kann nicht sein!" , fluchte er leise zu sich selbst. Seine Truppen und Firen sahen ihn nur verwundert an...

Schatten1988
11-07-06, 14:52
"žWas ist passiert?" "žSchnell! Helft ihm auf!" Die Hauptmänner des Königs stiegen sofort von ihren Pferden ab und zogen ihren König hoch. Auch Firen ritt heran, jedoch stieg er nicht von seinem Pferd ab, so wie er es sonst sofort getan hätte. Er sah nur von oben auf den Lehal herab. Er sah in diesen Moment so schwach aus. Als Lehal wieder auf den Beinen stand und sich an sein Pferd lehnte, warf er Firen einen leicht zornigen Blick zu. Doch im gleichen Augenblick versperrte ein Hauptmann Firen die Sicht zu dem König. Zusammen mit den anderen Hauptmännern stützte er Lehal als dieser wieder auf sein Pferd stieg.
Der König saß wieder fest im Sattel, das Heer wieder in Bewegung durch die relativ engen Täler des Gebirges.
Wieder ritt Firen neben seinem König. Immer noch gingen ihn tausende Gedanken durch den Kopf.
Doch diese wurden Gestöt, als Lehal Firens Namen sagte und den anderen Soldaten und Männern, die um ihn herum ritten, ein Handzeichen gab, dass sie Abstand halten sollten.
"žFiren, ich bin nicht sonderlich erfreut, dass ihr vorhin so Tatlos ward."
Firen, der versuchte den Blicken Lehals auszuweichen, wusste nicht was er sagen sollte. Er konnte ja nicht sagen, dass er kein vertrauen mehr zu seinem König hatte. Das wäre sein sicherer Tot gewesen. "žIch war...", begann er notzulügen. "ž...nur wie gelähmt euch so Leiden zu sehen..." "žFiren, lügt mich nicht an!" schrie Lehal ihn plötzlich an. "žDenkt ihr ich sei blind?" Lehal zog an den Zügeln seines Pferdes, sodass dieses kurz scheute. "žIch bin ein Wächter! Der Mächtigste von allen! Ich weiß um Eure Gedanken!" Firen schluckte. Anscheinend hatte er die Fähigkeiten Lehals vergessen. Und das, obwohl er mit eigenem Augen sah, was Lehal alles konnte.
Lehal schüttelte den Kopf. "žFiren, ihr denkt falsch von mir..."

Blade steckte sein Schwert in den Schnee um zu prüfen wie tief dieser wohl wäre. "žBlade, was tust du da?" fragte Asmaron, welcher sich Blade von hinten näherte. Leider hatte er nicht damit gerechnet, dass Blade sich so erschrak, dass er den Halt verlor und beinahe vorwärts in den Schnee fiel. Gerade so, konnte Blade sein Gewicht nach hinten verlagern und landete, samt Schwert, unsanft auf dem Boden. Asmaron fing an zu grinsen, doch Blade stand beleidigt auf und klopfte sich den Schnee und den Dreck von der Hose. "žFalls es dich interessiert, ich schaue wie tief der Schnee ist...Wir sitzen jetzt schon seit Stunden hier herum. Die Diebin hält immer noch ein Nickerchen und Andrey liegt faul rum." Ruckartig schleuderte Blade seine Hand hoch und zeigte zum Himmel. "žEs ist sogar schon Nacht geworden!" schimpfte er. "žWarum bist du denn so gereizt?" fragte Asmaron und ging einen Schritt auf Blade zu. "žIch habe es satt hier zu warten! Wir sind so nah am Ziel...Und jetzt hält uns so eine Kleinigkeit auf!" Asmaron schüttelte den Kopf und versuchte Blade zu erklären: "žWas soll das denn bitte werde, wenn wir hier mit zwei Leuten rumlaufen...ja was heißt rumlaufen?? Die Beiden können momentan ja nicht einmal laufen!" Doch Blade grummelte nur etwas in sich hinein und setze sich auf die Kante des Felsens auf dem die Gruppe sich befand. Seufzend drehte auch Asmaron sich um. "žAußerdem liegt Meterhoher Schnee um uns herum...Wir müssen uns eh noch was einfallen lassen, wie wir von hier runter kommen..."

Noa saß in der Zwischenzeit bei seinem Vater und sah zu, wie dessen Gesicht langsam heilte. "žEs ist nicht zu glauben..." fing Norou auf einmal an zu erzählen und zeigte auf Andrey Gesicht. "žSein Gesicht heilt zu schnell...So was habe ich noch nie gesehen..." Noa ließ den Kopf sinken und antwortete Norou: "žTja...Er ist halt ein Wächter..." Noch bevor ihm Norou antworten konnte, stand Noa auf und setzte sich neben Blade, und ließ die Beine baumeln.

"žIhr denkt ich wäre ein böser Mann, nicht wahr?" Lehal sah Firen mit einem Blick an, wie der von Müttern, wenn sie ihren Kindern erklären wollen, was sie falsch gemacht haben. "žDiese Menschen sind selber schuld an ihrem Unglück. All diese Menschen haben diesen elenden Dieben auf irgendeine Art geholfen..." Firen umklammerte die Zügel seines Pferdes und stotterte Lehal zu: "žDas...das stimmt doch gar nicht...." Lehal aber redete weiter: "žEgal ob sie ihnen nun direkt oder indirekt geholfen haben...das ist egal...Sie haben diesen Dieben geholfen...Diesen Dieben, die dich weggejagt haben und dich ausgestoßen haben!" Plötzlich ließ Firen die Zügel los und sein Pferd blieb stehen. Er kniff die Augen zusammen und hielt sich die Ohren zu. "žNein, höt auf! Das ist nicht wahr!"
Doch Lehal fing jetzt erst richtig an. Menschen zu manipulieren indem er ihnen Lügen erzählt, das konnte er. Als König und Wächter war er auch sehr überzeugend. Er ritt an Firen heran und griff nach den Zügeln des Pferdes. Nachdem das Pferd wieder normal lief und Firen die Zügel wieder in der Hand hielt, begann Lehal wieder von vorn. "žLasst mich erzählen was wirklich geschah..." Firen ließ alles mit starrem Blick über sich ergehen während sie weiter ritten.

Schattens Brustkorb hob und senkte sich nur langsam. Trickster krempelte ihr Oberteil soweit hoch, dass sie die Verletzung etwas oberhalb der Hüfte grade so erreichen konnte. Sie hatte etwas Schnee genommen und ließ diesen nun in ihrer Hand schmelzen. "žSchau." sagte sie zu Keksus. Er hockte Trickster gegenüber, vor Schatten, mit starrem und glasigem Blick. "žWenn man es in der Hand hält wird es zu Wasser..." Mit dem Schmelzwasser versuchte sie, das Blut von Schatten abzuwischen, was ihr auch recht gut gelang. Aber Keksus reagierte nicht. Er saß noch genau so da, wie vorher, ohne sich zu bewegen. Trickster zog die Augenbrauen zusammen und ließ den Kopf sinken.
Plötzlich kam ihr ein Frage in den Sinn, weshalb sie den Kopf wieder anhob
"žKeksus? Ist das jetzt vorbei?" Keksus hob nur langsam den Kopf. Dann nickte er. "žFühlst du dich anders?" fragte Trickster nach und versuchte ihm in die Augen zu sehen. Wieder nickte Keksus nur.
"žNa dann..." erleichtert stand Trickster auf. Sie wollte gerade weggehen als Keksus doch noch sagte: "žDie Stimmen sind weg." Er hob seinen Kopf und sah Trickster in die Augen. "žSie sind alle weg..."
Trickster lächelte ihn an und ging dann auf Asmaron zu.

"žVerstehst du nun, Firen?" Wie hypnotisiert nickte Firen. Lehal schien ihn wieder unter voller Kontrolle zuhaben. "žWir sind die Guten..." Wieder nickte Firen nur. Mit einem Grinsen ritt Lehal vor Firen voran.
Firen holte tief Luft und sagte dann: "žVerzeiht mir, dass ich an euch gezweifelt habe. Es wird nicht wieder vorkommen." Demütig sah Firen auf die Mähne seines Pferdes. Selbstsicher und immer noch mit einem breitem Grinsen auf dem Gesicht drehte sich Lehal auf dem Rücken des Pferdes zu Firen um und wank ihn zu sich an die Spitze des Heeres. Firen kam tatsächlich angeritten und war wieder so stolz, wie am Anfang, neben de König reiten zu dürfen.
"žDarf ich erfahren was denn nun vorhin los war?" fragte Firen unterwürfig. Lehal lachte und antwortete: "žIch habe nur einen Diener verloren. Nichts von großer Sache aber schade da er sich in einer ausgezeichneten Position befand." "žWer war er?" fragte Firen neugierig. "žIhr kennt ihn, Firen. Sein Name ist Keksus."
Firen riss die Augen auf. "žKeksus?" dachte er sich. "žIch weiß dass ihr ihn kennt. Aber das tut nichts zur Sache. Ihr gehöt nun nicht mehr zu ihm, sondern zu mir." Auch wenn Firen wieder unter dem Einfluss von Lehal stand kamen in ihm Zweifel auf. Er schluckte und fragte weiter. "žUnd er sollte für euch Tri...Ennai töten, nicht wahr?" Auf Lehals Nicken hin ritt Firen etwas von ihm weg und dachte nach. "žDann ist Lehal daran schuld, dass Keksus so ausgeflippt ist und Trickster angegriffen hat...und mich angegriffen hat...Dann ist Lehal auch daran Schuld dass..."
Firen schüttelte seinen Kopf und verdrängte seine Gedanken. Er musste jetzt voll und ganz seinem König vertrauen. Doch das war für ihn gar nicht so einfach.

Trickster nahm Asmarons Hand und fragte ihn: "žWas war denn mit Blade los?" Asmaron sah zum Himmel hinauf und sagte: "žEr langweilt sich einfach..." Auch Trickster sah zum Himmel hinauf. "žNeumond..." flüsterte sie und Asmaron nickte. "žNeumond. Genau wie an dem Tag wo der ganze Spaß angefangen hat..." dann sah er sie an. Trickster lächelte ihn an und strich ihm sanft über die Schultern. "žDas ist schon alles solange her..." Asmaron nickte. "žNaja wenigstens lief bis jetzt alles gut..." "žFür uns..." unterbrach Trickster ihn. Leicht deprimiert sah Asmaron zu Boden. Trickster umarmte ihn noch einmal. Dann sah Asmaron nach Andrey.

"žNa Noa?" Blade starrte auf den Schnee während Noa sich neben ihn hinsetzte. "žHey..." Antwortete dieser und starrte ebenfalls auf den Schnee. Eine Weile lang schwiegen sich die Beiden an. Doch endlich holte Noa tief Luft und fragte Blade: "žDu...du liebst doch meine Mutter?" Blade sah Noa kurz an und stocherte dann mit seinem Schwert noch mal im Schnee herum. "žNicht mehr...Ich hab mir geschworen sie zu vergessen..." Betrübt sah Noa herab. "žAußerdem..." begann Blade wieder. "žAußerdem hast du doch gesagt, du fühlst sie nicht mehr. Und da du ja immer noch die engste Beziehung zu ihr hattest, vertraue ich auf dein Gefühl." Schockiert sah Noa Blade an. "žSoll das heißen, du nimmst ihren Tod einfach so hin?" "žManchmal ist es besser zu vergessen als zu leiden...Und das sage ich dir als Kopfgeldjäger. Aber anstatt mit mir darüber zu reden, solltest du lieber mal mit deinem Vater reden." Sagte Blade und deutete über seine Schulter hinweg auf Andrey, der sich, dank seines Wächterblutes, langsam wieder bewegte.
Noa sah noch kurze Zeit zu Andrey, doch dann starrte er wieder auf den Schnee und sagte zu Blade: "žIch wüsste nur gerne was ihr zu gestoßen ist..."

Keksus saß immer noch vor Schatten. Die Anderen hatten sich schon hingelegt. In dieser Nacht wären sie eh nicht weiter gekommen, auch wenn Andrey sich mit unglaublicher Geschwindigkeit erholte.
Keksus aber blieb wach. Er wollte der erste sein, den Schatten sieht wenn sie aufwachen sollte. Aber es schien nicht den Anschein zu haben, als ob sie das sobald würde. Keksus wusste nicht ob sie nun schlief oder ob sie noch ohnmächtig war. Das einzige was er wusste war, dass er daran schuld war. Traurig ließ er den Kopf hängen. Doch plötzlich höte er, wie Schatten immer schwerer atmete. Er riss seinen Kopf hoch und beugte sich über Schatten drüber. Sie zog die Augenbrauen zusammen. Scheinbar hatte sie Schmerzen. In dem Moment wurde Keksus klar, dass Schatten nicht mehr ohnmächtig war, sonst würde sie ja keine Schmerzen fühlen. Er strich ihr sanft über das Gesicht und streichelte ihre Hand. Als Schattens Hand kurz zuckte, glaube Keksus, sie würde wach werden. "žSchatten? Schatten?" flüsterte er damit er die Anderen nicht weckte. "žHey..." Doch Schatten reagierte nicht. Keksus schob ihr Oberteil vorsichtig hoch um die Stelle, an der er sie verletzt hatte, direkt streicheln zu können. Plötzlich bemerkte Keksus, dass Schatten ihren Mund leicht geöffnet hatte und sah ihr ins Gesicht. Und wirklich machte Schatten in diesen Augenblick die Augen auf. Keksus lächelte sie an und sie musste sich kurz sammeln. Dann erinnerte sie sich. Keksus, Trickster, der Dolch. Blitzschnell rollte Schatten sich nach hinten weg, trat Keksus aus versehen vor die Nase und landete auf den Füssen. Keksus fiel zurück und hielt sich die Nase. Schatten sah ihn total außer Atem an. Plötzlich fühlte sie diesen tiefen Schmerz an ihrem Bauch und sackte zur Seite weg. Sie wollte sich noch irgendwo abstützen doch es war nirgendwo etwas. Keksus sprang auf und hielt Schatten fest, bevor sie zur Seite wegkippen würde. "žHey. Es ist alles in Ordnung...Ich bin wieder normal." Flüsterte er ihr zu. Schatten sah ihn kurz ungläubig an. Dann ließ sie sich einfach in seinen Armen sinken. "žLeg dich wieder hin." Flüsterte Keksus ihr zu und legte sie behutsam auf den Boden.

Endlich gab auch Lehal seinen Männern das Zeichen dass sie rasten durften. Erschöpft ließen sich alle fallen und warfen die Waffen zur Seite weg.
Auch Firen stieg von seinem Pferd ab als er bemerkte, wie ein Späher, den sein König schon Tage vorher losgeschickt hatte, angerannt kam. "žMein König!" schrie er "žDas Tal ist von einer Schneelawine blockiert! Da kommen wir niemals durch!" nachdenklich kratzte sich Lehal am Kinn. "žNun gut, dann müssen wir eben eine andere Route nehmen" ...

Keksus
12-07-06, 09:21
Keksus war wieder normal, doch er fühlte sich fast wie blind. Die Dunkelheit hatte ihm Kraft verliehen, und diese war nun gegangen.
Doch so durfte er nicht denken. Durch diese Dunkelheit wäre Schatten fast gestorben, und er konnte nicht zulassen das das wieder passieren wird.
Er wollte sie beschützen, und deshalb versuchte er noch stundenlang wach zu bleiben, doch irgendwann schaffte er es einfach nicht mehr. Zwar war er noch der Meinung er wäre wach,
doch in Wirklichkeit war er schon lange eingeschlafen.

Auch Trickster versuchte wie der Rest der GRuppe zu schlafen, doch jedesmal wenn sie es schaffte einzuschlafen wachte sie nach ein paar Minuten wieder auf.
Sie wusste was sie zu tun hatte, und bald war es soweit. Doch was würde dann passieren? Was genau würde mit ihr geschehen? Wär sie danach noch sie selbst?
Und warum ausgerechnet sie? All diese Fragen quälten sie, und sie wollte mit jemanden darüber reden. Deshalb ging sie zu Asmaron, und weckte ihn.
Diese Aufgabe war zwar nicht gerade einfach, doch einfacher als alles was sie bisher durchgemacht hatte. Und shcliesslich schaffte sie auch das.

Asmaron, der noch im Halbschlaf war, nahm Trickster, die sich über ihn beugte, erst nur verschwommen wahr.
Schliesslich rang er sich dazu durch sie aufzusetzen.
"Was ist los? Du solltest schlafen wie die anderen auch, hier kann uns vorerst nix passieren.
Es wird nicht plötzlich ein Eisdrache aus den Bergen zu uns schweben.", erzählte er ihr dann, und konnte sich bei der Stell emit dem Drachen ein leichtes lachen nicht verkneifen.
Schliesslich wusste jeder das es keine Drachen gibt.
"Es...es ist nur...Ich habe viele Fragen...Warum ich? Warum bin ausgerechnet ich der "Schlüssel"? Was wird geschehen wenn es soweit ist? Was wird danach aus mir? Werd ich überhaupt noch ich sein? Werd ich das alles überhaupt überleben?"
Diese Vielfalt von Fragen überwältigte selbst Asmaron, obwohl er sich bereits denken konnte das sie sich so viele Fragen stellen würde. Immerhin rückte der Augenblick immer näher.
Allerdings wusste er auf viele Fragen keine Antwort. Allerdings wusste er einwas sicher: "Du wirst dabei nicht sterben, und du wirst auch noch du selbst bleiben.", er atmete kurz durch, und fuhr dann fort,
"Allerdings kann ich dir nicht sagen was genau passieren wird. Und auch weiss ich nicht warum es ausgerechnet du bist, die für diese Aufgabe geboren wurde. Viele der alten Schriften sind verloren gegangen, oder verbrannt wurden.
Viele Leute wollten das das Tor einfach vergessen wird. Aber das ist auch schon alles was ich darüber weiss.", er überlegte noch kurz ob ihm vieleicht doch noch etwas einfällt, und für einen kurzen Moment glaubte er auch noch etwas zu wissen,
doch da entfiel ihm der Gedanke auch schon wieder. Und er blickte Trickster an. Dann redete er weiter "Und nun solltest du auch wieder schlafen. Morgen werden wir das Tor erreichen, und wir sollten alle ausgeruht sein. Und du besonders."
Dann gab er ihr noch einen Kuss auf die Wange, und wünschte ihr noch eine gute Nacht, dann legte er sich wieder schlafen. Und Trickster, die jetzt zumindest etwas ruhiger war, schaffte es auch einzuschlafen.

Der Rest der Nacht verlief vollkommen ruhig, nur ab und zu waren Geräusche zu höen, die wohl einige Tiere machten die hier leben.

Zu Sonnenaufgang schliesslich wachten alle auf. Schatten spürte zwar noch den Schmerz an der Stelle wo der Dolch sie gestriffen ahtte, doch sie konnte wieder laufen, und auch sonst ging es ihr halbwegs gut.
Andreys Wunde war bereits wieder verhielt, und es blieb nur eine Narbe zurück.

Nur Keksus schlief noch tief und fest, und wollte sich einfach nicht wecken lassen. Immer wenn es jemand versuchte war sein einziger Kommentar das er doch wach wäre, und dann schlief er weiter. Schatten reichte es allerdings schon, schliesslich hatten sie in der letzten
Nacht genug Zeit verloren. Sie nahm sich eine Hand voll Schnee, und legte diesen Keksus in den Nacken, der daraufhin sofort aufschreckte, und einen Schrei nicht unterdrücken konnte.
Doch diesmal hatten sie nochmal Glück gehabt, denn der Schrei löste keine neue Lawine aus.

asmaron
14-07-06, 08:23
Dann begann der anstrengende Marsch durch den metertiefen Schnee. Oft sanken sie so tief ein, dass zu beiden Seiten rießige Schneewände aufragten. Sie liefen dicht hintereinander... der Erste musste versuchen die Schneemassen beiseite zu räumen, so dass die Anderen ihm folgen konnten... immer wieder mussten sie sich abweschseln und schon bald waren sie am Ende ihrer Kräfte. Doch der Pass schien kein Stück nähergekommen zu sein. Ihre Hände und Zehen waren taub vor kälte und in Andreys Bart hiengen schon kleine Eiszapfen. Fluchend schob Keksus einen Eisbrocken beiseite. "Ich hab für den Rest meines Lebens genug von diesem Zeug! Schnee! Ha, kein Wunder, dass ich in Babylon geboren bin! Da hätt ich auch bleiben sollen!"
Schatten die direkt hinter ihm lief musste grinsen und rieb sich die Hände. Vor Kälte war ihre Nase ganz gerötet... "Tja... wer war dann die ganze Zeit so scharf auf diesen Schnee?" Keksus fluchte nocheinmal ausgibig über das grelle Weiß und bahnte sich seinen Weg weiter...
Gerade als die Sonne am Zenit stand, tönte von vorne ein Jubelschrei, als Blade die letzten Meter der Schneemassen durchbrach. Lachend klopften sie sich den Schnee von den Wollmänteln und sahen zum Pass hinauf. "žEs ist nicht mehr weit.", sagte Asmaron, "žWenn wir den Pass überwunden haben werden wir das Tor schon von weitem sehen." Trickster bemerkte, dass auch er leicht aufgerehgt war und zog ihn beiseite.
"žWas ist los mit dir? Was wird uns da oben erwarten?", wollte sie wissen. Mit seinen tiefschwarzen Augen sah er sie forschend an. "žDu kennst mich wirklich schon fast zu gut!", sagte er und zwickte sie liebevoll in die Nase, "žNunja... es ist schon so lange her, als ich das letzte Mal hier war... in meiner Erinnerung ist alles verschwommen... ich weiß nur noch, dass der Anblick gigantisch war, als ich damals der Pass überwunden hatte..." Da bemerkte er, dass alle Gespräche verstummt waren und ihm alle zugehöt hatten. "žNa... wie wäre es, wenn wir uns das selbst anschauen, was meint ihr?", fragte er die Runde. Das ließen sie sich nicht zweimal sagen und mit neuer Kraft machten sie sich auf den Weg, immer den schmalen Pass vor Augen.

"žMein König...", fragte ein Begleiter Lehals, "žWir sind noch minderstens einen halben Tag vom Tor entfernt! Wie sollen wir das rechtzeitig schaffen?" Lehal warf ihm einen niederschmetternden Blick zu und zischte ihn an. "žWir werden es rechtzeitig schaffen! Zweifelst du an mir? Wenn wir in das nächste Seitental einbiegen, dann kommen wir wieder auf den Hauptweg zurück und haben die Lawiene hoffentlich hinter uns gelassen!" Firen höte nur mit halben Ohr zu... er war tief in seinen Gedanken versunken und dachte nach...

"žFast...", keuchte Norou, "žFast haben wir es geschafft! Nur noch ein paar hundert Meter, dann werden wir sehen ob sich unsere Reise gelohnt hat." Und tatsächlich... die Gruppe hatte im Laufe des Nachmittags fast die ganze Strecke hintersich gebracht und war nun beinahe am Pass angelangt. Dennoch konnten sie noch keinen Blick auf das dahinterliegende Tal erhaschen. Mittlerweile stand ihnen die Sonne im Rücken und schon nahmen die Berge wieder eine rötliche Färbung an.
Dann hielt es Keksus nicht mehr aus. Er packte Schatten an der Hand und rannte einfach los. Zunächst standen die Anderen nur da und sahen sich verdutzt an. Dann grinste Blade und grummelte, "žNa warte Keks... Dich krieg ich!", und rannte den beiden hinterher. Keinen Liedschlag später konnte man eine kleine, heruntergekommene und völlig verdreckte Gruppe den Pass hinaufrennen sehen.
"žKeks du Ratte... glaubst wohl du wirst der Erste sein was?", schnaufte Blade dicht hinter ihm. Schatten drehte sich im laufen lachend um und rief: "žTja Blade! Ein guter Kämpfer bist du ja, aber im Laufen waren die Diebe schon immer besser!"
Der Abstand zum Pass schmolz mit jedem Schritt... die Anderen hatten schon fast aufgeholt, so dass die ganze Gruppe schon fast nebeneinander die Anhöhe hinaufrannte.
Und dann öffnete sich aufeinmal der Pass... die Berghänge schoben sich zurück und gaben einen gigantischen Anblick frei.
Sie hatten den Pass bezwungen, und der Weg schlängelte sich sanft in ein schneebedecktes Tal hinab. Zu beiden Seiten streckten sich die gewaltigen Berge gen Himmel auf deren Hängen der Schnee schimmerte.
"žNa toll!", fluchte Andrey wütend und funkelte Asmaron an, "žSoll das ein Witz sein? Dafür haben wir uns die ganze Mühe gemacht? Wo ist denn dein verdammtes Tor?" Auch die Anderen sahen Asmaron mit einer Mischung aus Enttäuschung und Wut an. Der jedoch ginste nur und streckte die Hand aus. "žSeht genau hin...", sagte er nur. Die Anderen folgten seinem Blick. "žWas soll da sein?", fuhr Andrey ihn an, "žIch sehe nur eine verdammte graue Felswan..." Dann riss er die Augen auf.
"žDa...Das gibt's nicht!", stieß er hervor. Eine graue Felswand streckte sich am Ende des Tales den Himmel empor. Doch war diese Felswand keineswegs einfach nur eine Wand... wenn man genau hinsah konnte man rießige Muster und Runen auf ihr erkennen, die sich über die ganze Felswand zogen. "žDas ist das Tor?", fragte Norou ungläubig und sog die Luft ein.
Jetzt konnte man die gewaltigen Steinflügel des Tores erkennen. Dort wo sie sich trafen verlief ein senkrechter Spalt, der nicht die kleinste Lücke aufwieß. Zental war ein Pentagramm ähnliches Muster eingemeiselt, das vollkommener nicht hätte sein können. Flankiert wurden das Tor von zwei gigantischen Wächtern aus Stein, die schützend ihre Waffen über das Tor hielten und jeden Feind sofort beim alleinigen Anblick in die Flucht geschlagen hätten. Das war es, was sie zunächst für Berge gehalten hatten! Das ganze Tor war mit einem gewaltigen Riegel gesichert der sich im unteren Drittel der Felswände befand. Auch er war mit unzähligen Runen der alten Sprache verziert worden. Und das Ganze lag da in einem rötlichen Schimmer, den die untergehende Sonne sanft die Berghänge hinabgleiten ließ.
Da unterbach plötzlich Noa die Stille.
"žSeht dort!", rief er und machte sie auf etwas aufmerksam, was etwas versteckt unterhalb des Tores lag. Die Anderen mussten die Augen zusammenkneifen, damit sie etwas erkennen konnten.
"žDer Clan!", stieß Asmaron hervor, "žDas sind die Banner des Clans... Wie haben sie das geschafft?" Doch seine Frage blieb unbeantwortet, als seine Freunde auf tausende von kleinen Punkten starrten, die sich vor dem Tor verbarrikadiert hatten.

Schatten1988
14-07-06, 12:45
Schatten schluckte. Sie hätte damit rechnen müssen, dass der Clan hier sein würde. Sie wusste von der Plänen Khumars und dass er hinter Trickster her war.
"žDas darf doch nicht wahr sein!" zischte Asmaron und zog sein Schwert. "žIhr...ihr! Ihr habt uns ... ihr habt Trickster in eine Falle gelockt! Ich hätte es wissen müssen!" wütend rannte er auf Schatten zu. Im Zorn vergas er seine geschwisterliche Beziehung zu Schatten total und war in diesen Moment bereit sie zu töten.
Auch Andrey und Blade zogen die Waffen. Im Notfall wollten sie eingreifen können. Trickster versuchte Asmaron aufzuhalten. Sie hielt ihn am Arm zurück und versuchte ihn zu beruhigen. "žLass mich los!" rief Asmaron und versuchte sich loszureißen. "žNein, Asmaron! Schatten und Keksus würden uns niemals verraten! Sie sind unsere Freunde!" Vorsichtshalber wollte Keksus seinen Dolch ziehen. Doch da war nichts. Nervös tastete er seinen Gürtel ab, doch der Dolch war weg. Da fiel es ihm ein: Sein Dolch lag noch immer im Tal auf der Felserhöhung. Wie konnte er ihn nur dort liegen lassen?
"žNein! Wie kannst du so was nur sagen! Sie haben uns schon einmal verraten!" schrie Asmaron und riss sich endgültig von Trickster los. "žWarte Asmaron!" rief Trickster doch Asmaron stürmte bereits vor.
Doch er wurde aufgehalten. Andreys Schwert versperrte ihm den Weg. "žHö ihr wenigstens zu, wenn sie dir was erzählt." Sagte er und sah Asmaron aus dem Augenwinkel heraus an.
"žÄhm...Schatten..." Keksus versuchte Schatten unbemerkt auf sich aufmerksam zu machen, doch sie reagierte nicht. Ihr gingen andere Dinge durch den Kopf. Noch nie hatte sie Asmaron zu wütend gesehen. Er hasste sie im Moment fömlich. Das hatte sie noch nie erlebt.
"žAsmaron..." begann Trickster zu erklären. "žWenn sie uns verraten hätten, dann wären wir doch schon viel früher von dem Clan gefangen genommen wurden. Vertrau ihnen doch..." ungläubig sah Asmaron zu Trickster runter. Als er sich zu Schatten umdrehte, sah diese ihn nur enttäuscht an.
Plötzlich schob sich Norou in Asmarons Sicht. "žTrickster hat Recht. Ich kenne den Clan, ich wäre schließlich auch fast einer von ihnen gewesen. Wenn Keksus und Schatten uns in eine Falle gelockt hätten, dann wären wir schon lange gefangen genommen wurden." "žAußerdem..." setze Andrey Norous Satz fort "ž...zählen Schatten und Keksus für den Clan als Verräter. Ich hab selbst gesehen wie Keksus im Kerker saß. Was hätten sie also davon, im nächsten Moment würden sie auch bloß sterben." Mit einem ruhigen Blick steckte Andrey sein Schwert weg und sah Asmaron an. "žDas kann gestellt gewesen ein..." zweifelte er "žDer Clan spielt kein Theater, Asmaron. Glaub mir, ich hab oft genug mit diesen Typen zu tun gehabt. Nichteinmal wenn du sie im Kampf fast tötest, stellen sie sich tot um zu überleben." Bemerkte Blade. Asmaron sah wieder zu Schatten herüber, erinnerte sich an früher im Waisenhaus. Dann musste er schmunzeln. Er ging auf Schatten zu und sagte: "žHabt ihr ein Glück dass die Anderen überzeugen können." Erleichtert ließ Trickster die Schultern sinken.

"žNagut!" sagte Andrey und klatsche die Hände zusammen. "žDann wollen wir mal sehen wie da unten vorbei kommen." Vorsichtig legte er sich an den Rand des Hanges. Gleich darauf kamen auch die Anderen dazu und taten es ihm gleich. Außer Asmaron und Schatten. Die Beiden standen sich immer noch gegenüber. "žTut mir Leid." Flüsterte Asmaron und umarmte Schatten kurz. "žKein Problem." Flüsterte Schatten zurück.
Dann gingen sie zu den Anderen.

Andrey kratzte sich am Kopf "žHach. Das sieht aussichtslos aus. überall Wachen und Soldaten." "žUnd Soldatinnen..." fügte Schatten hinzu und sah auf das Lager herab.
Plötzlich höte Blade ein klappern hinter sich und sah sich nach hinten um. Noch bevor er die Anderen warnen konnte, sauste der Knauf eines Dolches auf ihn herab und Blade wurde ohnmächtig.
Aber Noa bemerkte das natürlich. Er rief nach seinem Vater und sprang auf. Aber bevor dieser reagieren konnte, höte man schon ein lautes: "žFesseln!" und Andrey konnte seine Hände nicht mehr bewegen. Asmaron erging es ebenfalls so und Noa war starr vor Furcht da mindestens 8 Mann ihre Schwerter auf ihn richteten. Auch auf Norou wurden die Waffen gerichtet. Als sie sich wehren wollte drehte ihr ein Mann den Arm nach hinten und hielt ihr ein Messer an den Hals. Schatten sprang auf und wollte den Anderen helfen. Doch noch bevor sie einen Schritt machen konnte, wurde sie schon festgehalten. Als sie hoch, sah erkannte sie die Männer Khumars. Sie sah sich nach Keksus um doch auch er wurde gerade von 4 Männern überrumpelt.
"žAlle Fesseln und ins Lager bringen!" befahl der Anführer der Männer. Er schob den Mann, der Schatten gefangen hatte, zur Seite und packte Schatten am Kinn und hob dieses gewaltsam an. "žAh...Schatten...schön eine ehemalige Vorgesetze zusehen...Ein gut gemeinter Ratschlag: Wenn ihr seht dass dort unten ein Kriegslager steht. Schreit nicht so rum dass das ganze Tal es höt." Dann stieß er es zur Seite weg und befahl seinen Männern: "žIhr wisst, was ihr mit ihr machen müsst...bringt die Verräter in eines der Zelte. Khumar wird sich selbst um sie kümmern wollen. Die Anderen, sperrt sie weg und stellt Wachen auf!" Die Männer setzen sich in Bewegung, Blade wurde weggetragen. Als einer jedoch Trickster abführen wollte, stellte der Anführer sich in den Weg. "žSie übernehme ich...Ich werde mit ihr direkt zu Khumar gehen...schließlich ist ja noch eine obere Position frei..." sagte er und grinste Schatten, die ihn bereits wütend ansah, an.

Khumar saß in seinem Zelt und studierte die Landkarten. Auch wenn seine Leute zäh waren, wenn sie sich in der Wüste oder im Gebirge verlaufen würden, würden viele von ihnen sterben. Und das konnte und wollte Khumar nicht zu lassen.
Plötzlich kam seine Wache, die draußen vor dem Zelt aufpasste, herein und meldete: "žWir haben sie! Wir haben die Ennai!" "žWAS?" ruckartig stand Khumar auf und schmiss dabei aus versehen ein paar Karten von seinem Tisch. "žUnd nicht nur die! Ratet einmal wer noch dabei war!"

"žVerdammt das darf doch nicht war sein!" schrie Andrey und schmiss eine Holzkiste um.
Man hatte ihn, seinen Sohn, Asmaron, Norou und den bewusstlosen Blade in eine Art Gehege eingesperrt. An den Seiten und hinten befanden sich große, steile Felsen an denen man nicht hinaufklettern konnte. Vorne wurden Holzpfähle angespitzt und wie Palisaden in den Boden gerammt. Jedoch waren diese so lustlos hingesetzt, dass zwischen den einzelnen Pfählen immer soviel platz war, um bequem durch zusehen.
Davor standen Zwei Wachen, jeweils mit Speer und einem kleinem Schild. Die Waffen hatte man Asmaron und den Anderen abgenommen und in eine Kiste geworfen, welche extra von Zwei Männern bewacht wurde.
"žBeruhige dich." Sagte Asmaron. "žWir können nichts tun solange wir hier drin sind. Unsere Waffen sind weg und wir kommen nicht an sie heran." Andrey setzte sich auf die Kiste die er gerade umgeschmissen hatte. "žWir könnten doch die Wachen überrumpeln" schlug Noa vor, doch Asmaron schüttelte nur den Kopf. "žWenn es nur diese Zwei Wachen wären..." begann Andrey seinem Sohn zu erklären. "ž...aber da draußen sind hunderte von denen." Norou nickte und setzte sich neben Blade auf den Boden. Sie hob seinen Arm an und ließ ihn, schlaff wie er war, einfach wieder zu Boden fallen. "žSelbst wenn Schneewittchen hier wach sein würde. Wir kämen niemals gegen sie an." "žSchnee-wer?" fragte Noa aber Norou kam nicht dazu zu antworten da Asmaron bereits begann zu reden. "žWir können nur hoffen, dass diese Typen Trickster nichts antun..."

Trickster saß in der Zwischenzeit in einem Extra Zelt auf einem Holzstuhl. Sie war nicht gefesselt, was sie sehr verwunderte. Allerdings saß in einer Ecke des Zeltes eine Wache auf einem Fass und beobachtete Trickster. Auch das wunderte Trickster, denn die Wache war eine Frau. Sonst war sie es gewohnt nur Männer als Soldaten zu sehen. Da wurden die beiden Planen, die an der Vorderseite des Zeltes festgemacht waren, zu Seite geschoben und ein großer, gut gekleideter Mann trat herein. Er redete mit der Wache, die daraufhin das Zelt verließ. Trickster sah stumm zu, wie er sich einen anderen Stuhl heran zog und sich ihr gegenüber setze. "žSoso..."sagte er "žIhr seid also die Ennai...Ich hatte mir euch viel älter vorgestellt..." Trickster schwieg "žNagut, wenn ihr nicht reden wollt...Ich weiß eh bereits wer ihr seid. Aber der Höfligkeit halber: Mein Name ist Khumar. Ich bin der Anführer des Clans, von dem ihr sicherlich bereits durch Schatten gehöt habt." Trickster sah ihn gleichgültig an. Nur langsam öffnete sie ihren Mund "žDas dachte ich mir bereits..." lachend stand Khumar auf und lief ein wenig im Zelt herum. "žIhr seid gut..." sagte er wackelte ein wenig mit seinem Zeigefinger.
"žUnd ihr wisst sicherlich breites was ich von euch will..."

"žWas hast du vor? Willst du dir einen Tunnel hinaus graben?" sagte Schatten ironisch zu Keksus als dieser im Dreck wühlte. "žJa" sagte er nur kurz und wühlte weiter. Schatten verdrehte die Augen. "žDu weißt aber schon, dass ab etwa einen halben Meter hier nut Stein und Fels ist, ja?" "žMhmh" "žHöst du mir zu?" "žWas?" Keksus sah Schatten fragend an. "žVergiss es..." antwortete Schatten und holte tief Luft.
Auf einmal höte sie, wie jemand vor dem Zelt mit den Wachen redete und kurz darauf jemand hinein kam. Erstaunt sah der Mann, der hineinkam, zu Keksus herab und dann zu Schatten. Plötzlich fing er an, rot anzulaufen. Dann verschwand er wieder ohne ein Wort zusagen. Keksus zog die Augenbrauen hoch und sah Schatten an. Diese zuckte mit den Schultern und sagte: "žWarum nicht? Er gehöt schließlich auch zum Clan, nicht wahr?" "žDann war das wirklich der Typ mit den Pferden? Der im Lager vor der Stadt?" Schatten nickte nur und setzte sich dann hin.

"žJetzt sagt mir schon was ihr am Tor wollt?" schrie Khumar Trickster an und schlug auf die Lehne ihres Stuhls. Sie zuckte nur zusammen, schwieg weiter, verriet die Anderen nicht. Khumar lief um ihren Stuhl herum und rieb sich die Stirn. "žWas für ein Glück für euch, dass ich euch noch brauche."
Dann setze er sich wieder hin. "žIhr habt außerdem Glück, dass ich ein Menschenfreundlicher Mensch bin." Er überlegte kurz. "žVielleicht redet einer eurer Begleiter eher als ihr." Ruckartig stand er wieder auf und verließ das Zelt, woraufhin die Frau wieder herein kam.

Blade lehnte seinen Kopf zur Seite und strich sich über den Kopf. "žWow, tut mir der Kopf weh..." stöhnte er und versuchte sich aufrecht hinzusetzen. Da begann Asmaron zu brüllen. "žLasst mich runter ihr verdammten Schweine! Hundesöhne!" Man hatte ihn an den Schultern gepackt und hielt ihn ebenfalls an den Füssen fest. Asmaron wehrte sich. Er ließ sich nicht so einfach gegen seinen Willen durch die Gegend tragen. "žAsmaron!" schrie Noa und stürzte vor. Doch eine der Wachen stemmte ihr Speer gegen Noa, sodass dieser nicht durch kam. Er konnte nur zusehen, wie Asmaron in eines der Zelte geschleppt wurde. Hastig sah Noa zu Norou die Blade hoch half. Doch sie schüttelte nur betrübt den Kopf. Noa starrte lange Zeit auf das Zelt, in welches Asmaron verschleppt wurde.

Der Sand wirbelte auf, als Asmaron unsanft auf den Boden geworfen wurde. Asmaron stütze sich mit den Händen auf den Boden ab, versuchte aufzustehen. Der Sand brannte in seinen Augen. Als er endlich auf beiden Beinen stand und das Brennen in den Augen verflogen war, erkannte wer da auf einem Stuhl saß und besorgt zu ihm sah.
"žTrickster!" rief er und lief auf sie zu. Er wunderte sich noch, da Trickster nicht aufstand, so wie sie es sonst getan hatte. Er kniete sich vor Trickster hin. Seine Knie wurden noch dreckiger als sie eh schon waren. Asmaron streckte seinen Hals vor um Trickster zu küssen. Als sich ihre Lippen wieder trennten, sah er in ihr betrübtes Gesicht. "žWas...was ist?" fragte Asmaron besorgt. "žAh...da haben wir ja anscheinend genau den Richtigen erwischt..." ertönte eine Stimme hinter ihm. Asmaron drehte sich um. In der Dunkelheit des, so schon nur spärlich beleuchtetem, Zeltes erkannte man die Umrisse eines Mannes. Sein Bein hang über die Lehne eines Stuhles, einer seiner Arme ebenfalls, allerdings über die Rückenlehne. Dann setze er sich richtig hin. Sein Gesicht wurde von dem Licht beschienen das durch die Ritze zwischen den Planen des Zeltes fiel. Der Mann stand auf und stellte sich herrschend vor Asmaron und Trickster hin. Verwirrt sah Asmaron wieder zu Trickster. "žKhumar...der Anführer..." flüsterte sie leise.
Asmaron sprang blitzschnell auf und stellte sich demonstrativ vor Trickster. Plötzlich fing Khumar an zu lachen. "žIhr seid schon ein lustiger Haufen."
Auf einen Schlag wurde sein Gesicht wieder todernst. "žEs ist schön dass ihr mir die Ennai gebracht habt. Trotzdem will ich endlich wissen was ihr am Tor zusuchen habt!!" schrie er.
Aber Asmaron blieb standhaft. "žEs ist egal was wir vorhaben...Eins ist sicher: Unsere Ziele sind im Gegensatz zu euren ehrenvoll..." Khumar stellte sich direkt vor Asmaron. Beide konnten den Atem des jeweils Anderen spüren. "žWollt ihr mich beleidigen?" zischte Khumar. Asmaron grinste. "žIch kenne eures Gleichen. Geldgierig, machtbesessen und zu dumm um die Gefahr zu erkennen..."
Die Ader auf Khumars Stirn trat hervor. Selten brachte ihn jemand so aus der Fassung, dass er bereit war denjenigen zu töten. "žIhr nennt mich dumm?" Asmaron kniff die Augen zusammen.
Da schrie Khumar nach den Wachen, die auch sofort angerannt kamen und Asmaron aus dem Zelt schleiften.
Trickster sprang auf und lief hinterher.

"žDA! ASMARON!" schrie Noa der immer noch am Zaun verharrte und mit der Hand auf ihn zeigte. Gleich kamen auch Andrey und die Anderen angerannt und lehnten sich an die Palisaden um durchschauen zu können. Entsetzt beobachteten sie, wie einer der Männer Asmaron auf die Knie zwang während ein Anderer sein Schwert zog. Hinter ihnen stand Khumar mir verschränkten Armen da und sah zu. In seinem Gesicht erkannte man eine gewisse Art von Genugtuung.

Da kniete Asmaron nun. Direkt vor ihm lag sein jahrelanges Ziel. Wie lange hat er gearbeitet um hier her zu gelangen? Was hat er alles unternommen um so weit zukommen? Und nun, alles dahin. Er drehte sich zu seinen Freunden hinter den Palisaden. Dann zu dem Zelt in dem Keksus und Schatten waren. Er dachte an Yuna, Nostradamus und alle die leiden oder sogar sterben mussten, nur weil sie ihnen geholfen hatten. Asmaron kamen die Tränen. Er drehte sich ein letztes Mal zu Trickster um. Sie stand da im Staub und versuchte an den Leuten von Khumar vorbei zukommen, was sie allerdings vergeblich versuchte. Ihr Gesicht war verzweifelt und mit Tränen verschmiert.
Plötzlich bekam Asmaron einen Tritt und ihm wurde gesagt, er solle runter sehen, was er auch tat.
"žEin letztes Wort?" fragte Khumar während er seinem Soldaten schon ein Handzeichen gab, er solle sich bereithalten.
Für kurze Zeit schwieg Asmaron. "žJa..." sagte er plötzlich. "žFreunde!" schrie er "žEs tut mir Leid! Trickster! Ich liebe dich!"
Khumar verdrehte die Augen und gab wieder ein Handzeichen. Sein Untergebener nickt ihm zu und zog das Schwert. Während er ausholte fing Asmaron weiter an zu schreien: "žELION, ES TUT MIR LEID DASS ICH DICH NICHT RETTEN KONNTE!" dann kniff er die Augen zusammen. Khumar verzog nachdenklich die Augenbrauen. "žElion? Habe ich mich verhöt?" Er nahm seine Arme auseinander und zog sein Schwert. Die Klinge des Mannes sauste auf Asmaron herab. Dann gab es ein metallisches Klirren und Khumar stemmte sein Schwert gegen das seines Untergebenen.
Als dieser dann endlich sein Schwert herunter nahm, und Khumar das seine auch weggesteckt hatte, fragte er Asmaron: "žWas wisst ihr über Elion?...meinen König?"

Verwirrt sah Asmaron zu Khumar herauf.

Keksus
04-08-06, 17:48
Verwirrt sah Asmaron zu Khumar herauf. Dann warf er ihm einen vernichtenden Blick zu. "žReicht es dir nicht, dass du uns hier schon demütigst? Wagst du jetzt auch noch meinen König zu beleidigen, Verräter?", fauchte er Kuhmar an.
"žHa!", lachte Kuhmar auf, "žDein König ist ein dreckiger Bastard... sieben Jahre lang war ich oberster Heerführer der königlichen Armee... sieben Jahre lang hab ich dem König treu und pflichtbewusst gedient und niemals hatte er etwas an mir auszusetzen, doch vor ein paar Monaten hat sich alles verändert!" Zornig ballte er die Fäuste. "žEs fing damit an, dass er mich von einem Tag auf den nächsten zum normalen Fußsoldaten degradieren lies und nichtmal dazu ist er persönlich gekommen das miese Schwein! Dann hatt er der Reihe nach alle hohen Offiziere entlassen und durch rohe, grausame Kerle ersetzt. Nach und nach hat er aus der disziplinierten Armee einen hinterhäligen, saufenden und mordenden Haufen gemacht, die jegwedes Ehrgefühl verloren hatten... Doch dass wurde mir zuviel... Ich konnte nicht mit ansehen, wie er meine Arbeit von sieben Jahren in nur ein paar Monaten zerstöte! Also floh ich aus der Armee und suchte mir im geheimen meine Freunde die das gleiche Schicksal ereilt hatte... und so entstand der Clan...
Fast jeder Mann der hier im Lager ist, war mir einst treu untergeben im damaligen Heer...", er machte eine ausholdende Geste, die das gesamte Lager einschloss. "žUnd für jeden dieser Männer würde ich meine Hand ins Feuer legen, so wie sie es für mich tun würden. Und du lächerlicher Wurm willst mir sagen ich habe nicht das Recht deinen König zu beleidigen?", schloss er und funkelte Asmaron an.
Für ein paar Sekunden war es totenstill im Lager. Jeder hatte Khumars Geschichte gelauscht und war wie gebannt an seinen Lippen gehangen. Niemand rechnete mit einer Antwort auf seine Frage, die er zuletzt an Asmaron gerichtet hatte. Umso verblüffter waren alle, als sie von Asmaron ein lautes "šNein!' höten.
Asmaron, der noch immer im Dreck vor Khumar kniete, blickte ihm ernst ins Gesicht und wiederholte "žNein, das darfst du nicht... weil auch du einem Betrug aufgesessen bist, so wie ganz Persien!", antwortete er mit fester Stimme.
"žWas sagst du da?", fuhr Khumar ihn an.
"žDer König, der jetzt Persien ins Unheil stürzt, ist nicht der König den du kennst. Nicht Elion war es der dich deines Amtes enthoben hat, sondern ein Verräter... doch gib mir die Zeit alles zu erklären... es ist eine lange Geschichte..."
Und so fing Asmaron zu erzählen... Von dem Verrat von Lehal, wie er herausbekommen hatte, was geschehen war, wie Lehal auf ihn aufmerksam geworden war und wie er alles für die Rettung von Elion vorbereitet hatte... Wie er sich mit der Diebesbande zussammenschloss und wie er Trickster ausfindig gemacht hatte, wie er sich mit der Gruppe aufmachte und welche Gefahren sie gemeistert hatten und wie immer schrecklichere Tatsachen über den Wächterkult in erfahrung gebracht wurden... wie sie sich durch Wüsten und Schnee gekämpft hatten, wie sie von Lehals Heer gejagt wurden und wie sie schließlich von Khumars Spähern aufgegriffen wurden. Gerade als er seine Geschichte beenden wollte, töhnte ein Schrei duch das Lager.
"žWIR WERDEN ANGEGRIFFEN!", schrie ein Soldat vom vorgelagertem Wall aus.
Khumar reagierte sofort. "žGebt den Gefangenen ihre Waffen wieder und lasst sie frei!"
Als sich keiner bewegte schie er: "žLOS! Macht schon! Ich weiß was ich tue!"
Doch gerade als er sah wie einer seiner Männer zu dem Zelt rannte, in dem Schatten und Keksus gefangen waren, rief er ihm zu: "Halt! Die beiden nicht! Man kann ihnen trotz allem nicht trauen!"
Dann zog er Asmaron zu sich heran und raunte ihm zu:
"Ich weiß nicht so recht was ich von deiner Geschichte halten soll, aber darüber unterhalten wir uns später... wenn es ein später gibt. Dennoch glaube ich, dass wir für dasselbe Ziel kämpfen, deshalb tut ihr gut daran keinen von unseren Männern oder Frauen anzugreifen."
Dann zog er sien Schwert, und lies seine Männer in Verteidigungsposition gehen, denn das Lager war kurz davor überrannt zu werden, und überall hagelte es brennende Pfeile.

Lehal war mit seinem Pferd auf einen Hügel geritten, und beobachtete von dort aus, mit Firen an seiner Seite, das Lager des Clans, und amüsierte sich darüber
wie die wenigen Männer des Clans verzweifelt versuchten das Lager zu beschützen.
Doch sie waren nicht nur zu 2. auf dem Hügel. Direkt neben Lehal war Yuna, gefesselt, und übel zugerichtet, und kaum fähig die Augen aufzuhalten. Hinter ihr eine Wache,
die ihr bei der kleinsten Falschen bewegung ihren Speer durch die Rippen jagen würde.
Schliesslich wendete sich Lehal an sie.
"Nun meine kleine. Seht euch das an! Seht euch an was mit meinen Feinden passiert!"

asmaron
05-08-06, 05:11
Und wirklich... als Yuna ihren Blick über das Lager schweifen ließ, sah sie, dass es nicht gut um ihre Freunde stand. Obwohl Lehals Armee durch den unglaublichen Gewaltmarsch stark dezimiert worden war, strömten noch immer tausende von gerüsteten Soldaten die Hügel hinab. Wie eine unaufhaltsame eiserne Lawiene waltzte sich die Armee den Pass hinab auf das Lager des Clans zu, das den Weg zum steinernen Tor versperrte. Von überall her tönte der Kampflärm und die lauten Signale der Fanfaren, überall waren die Standarten und Uniformen in den Farben des Königreiches zu sehen und schon schlug die erste Woge von Soldaten auf den ersten vorgelagerten Verteidigungswall des provisorisch errichteten Lagers.
Die Männer des Clans kämpften wie die Löwen. Für Jeden der im Kampf fiel, stürtzten sich die Anderen noch verbissener in die Schlacht. Doch was sollten sie tun, wenn für jeden getöteten Feind zwei neue nachrückten. Als der erste Verteidigungswall zu fallen drohte, stürtzte sich sogar Khumar der das ganze Szenario beobachtet hatte mit seiner Leibgarde in den Kampf. Er feuerte seine Männer an und hielt ihnen vor Augen was geschehen würde, wenn sie auch nur für einen Augenblick nachlassen würden. Auch die Gruppe um Asmaron hatte sich Seite an Seite mit den Männern des Clans gegen die Horden des Königs geworfen. Allein Blade wütete wie ein Besessener durch die Reihen von Soldaten. Schon bald war er über und über mit fremden Blut besudelt, das sich aber auch mit seinem eigenen vermischte. Eine verirrte Lanze hatte seinen linken Arm geschrammt und ein Schwertstreich, dem er nicht mehr rechtzeitig ausweichen konnte, zog sich quer über seine Brust. Es brannte höllisch, aber Blade gab nicht auf.
Inzwischen hatte sich Asmaron zu Trickster durchgekämpft und zog sie hinter eine kleine Niesche, in der sie kurzweilig sicher waren. Asmaron packte Trickster am Arm und zwang sie ihn anzusehen. "žHö mir jetzt gut zu...", sagte er und strich ihr über die Wange. "žEs steht nicht gut um das Lager... das weiß hier jeder. Die einzige Möglichkeit diese Schlacht vorzeitig zu beenden ist das Öffnen des Tores. Du weißst das kannst nur du allein... keiner von uns kann dir dabei helfen. Du musst jetzt den steinernen Torweg entlanglaufen, wenn du es zum tor geschafft hast, gibt es neben der rechten Statue einen schmalen Weg, der zu einer Treppe führt. Wenn ich mich recht erinnere, war in den Aufzeichnungen davon die Rede, das es die längste Treppe von Persien ist... aber du darfst nicht aufgeben verstehst du? An dir hängt das Leben von all diesen Männern hier! Wenn du es geschafft hast, müsstest du durch die Treppe hoch bis auf die Schulter der Statue kommen. Von dort aus führt ein Weg in das innere des Giganten... irgendwo dort muss ein Raum verborgen sein, in dessen Mitte ein kleiner Altar steht, mit einer kleinen Vertiefung. Dort musst du den Stein aus der Krone hineinlegen. Dann sollte sich der Mechanismus aktivieren... aber denk dran nur du kannst den Stein in die Kuhle legen. Niemand außer dir!"
Mit diesen Worten langte er in seine Manteltasche und wurde bleich. Er riss sich den Mantel vom Leib und begann wie wild seine Taschen zu durchwühlen. "žWas ist los?", wollte Trickster wissen. Doch Asmaron höte sie gar nicht. In seinem Kopf überschlugen sich die Gedanken, sein Herz raste. Da packte Trickster ihn am Arm. "žWas ist los Asmaron?", wiederholte sie. Sie hatte ihn noch nie so verzweifelt gesehen.
"žDer Stein...", stotterte er, "žDer Stein... er ist weg..."
Nun wurde auch Trickster bleich... damit hatte selbst sie nicht gerechnet. "Das kann doch nicht sein! Schau nochmal nach!", sagte sie und half ihm beim durchsuchen. "Wann hast du ihn denn zum letzten mal gehabt?", wollte sie wissen. Asmaron sah sie an... "Ich hab ihn noch in der Tasche gehabt, als wir über den Pass gegangen sind... das ist es ja... der kann nicht einfach so rausgefallen sein... ich hab die Tasche immer fest verschlossen...", sagte er verzweifelt. Da wurde Trickster plötzlich hellhöig... "Fest verschlossene Taschen? Hmm... wer war den oben am Pass dabei... Andrey, Blade, Noa, Asmaron, Norou, Ich... und Keks und Schatten... wer kommt wohl eher in Fage...", dachte sie laut und sah Asmaron an. Asmaron blickte verdutzt und schlug sich an den Kopf. "Keksus und Schatten! Das ich da nicht draufgekommen bin!", stieß er hervor, drehte sich ohne zu zögern um und rannte im Schutze des Walles in das Lager zurück mit Trickster dicht auf den Fersen.

Andrey-Delany
06-08-06, 11:28
Derweilen kämpften blade-devil, Norou, Noa und Andrey gemeinsam an dem beinahe schon verlorenen dritten Verteidigungswall. Lehals Heer strömte wie eine unaufhaltsame Lawine den verteidigenden Clankriegern entgegen. Andrey hatte ein ungutes Gefühl. Denn unter all den heranstürmenden Massen des persischen Heeres befand sich kein einziger Wächter, das spürte er. Er konnte nur die Anwesenheit eines einzigen Wächters ausmachen, dessen machtvolle Präsenz ihm nur zu bekannt war. Lehal. Immer wenn die angreifende persische Armee ihm eine Atempause schenkte, schweiften seine Blicke zu den Bergen. Irgendwo hier verbarg sich sein ärgster Feind, der seine Geliebte genommen hatte und auch beinahe seinen Sohn. Die Wut, die in ihm aufstieg, verlieh ihm eine übermenschliche Kraft, und so scheuten die
königlichen Krieger seine Nähe, flohen sogar vor ihm angesichts des Leichenberges zu seinen Füßen. Norou hingegen wehrte sich tapfer und auch vor blade-devil schienen sich die Perser zu fürchten. Noas Zorn hingegen kannte keine Grenzen, er verfolgte seine Peiniger bis zu ihrem Tode. Der verteidigende Offizier gab sofort den Befehl zum Gegenangriff, Andrey und blade-devil bildeten die Spitze, während Noa und Norou zur Verteidigung zurückblieben. Mit lautem Gebrüll stürmten sie den Pass hinauf und liesen ihre Klingen tanzen. Dabei bewegten sie sich in einem völlig aufeinander Abgestimmten Bewegungsablauf, sodass sie sich gegenseitig verteidigen konnten. Da konnte blade-devil kurz einen Blick auf den Felsvorsprung erhaschen, auf dem Yuna zusammen mit Firen und Corona stand und der Schlacht zusah. Doch es blieb keine Zeit, seinen Kampfgefährten darauf aufmerksam zu machen. Die Anwesenheit von Yuna verlieh blade-devil neue Kraft. Verbissen kämpfte er sich an Andreys Seite an der Spitze des angreifenden Keils durch die persische Armee.

Plötzlich traf es Andrey wie ein Schlag. Mit einem mal verspürte er die Anwesenheit gleich mehrerer hundert Wächter. Er lies sich zurückfallen und berichtete es dem Kommandanten.
Dieser hingegen blieb gelassen. " Man bildet sich viel in der Schlacht ein, Junge. Der Sieg ist für uns greifbar nah, ein Rückzug? Undenkbar." Andrey schüttelte den Kopf. " Ihr versteht nicht. Dort oben warten Hunderte von Kriegern, gegen die eure Männer nicht den Hauch einer Chance haben. Es sind keine Menschen, die uns da oben erwarten," versuchte er den Kommandanten zu überzeugen. Dieser lachte jedoch nur auf. " Ich werde meinen Männern den Ruhm nicht nehmen," erwiederte er ernst. " Wenn ihr gehen wollt, geht." Mit diesen Worten wandte sich der Kommandant von Andrey ab und beobachtete das fortschreitende Schlachtgeschehen. Andrey biss sich auf die Lippen und schüttelte erneut den Kopf. Dann ging er nach vorne und zog blade zurück, damit sie im Kern der vorstoßenden Truppen reden konnten. " Was ist los?," fragte blade aufgebracht. " Wächter. Sie warten dort oben auf uns." Andrey zeigte den Abhang hinauf. " Der Kommandant glaubt mir nicht, aber wir müssen uns zurückziehen." " Nein," wiedersprach blade-devil entschlossen. " Willst du unbedingt sterben?," fauchte Andrey. Er war es langsam Leid, dass ihm niemand glaubt und deswegen die Niederlage so gut wie sicher war. " Yuna ist dort oben," sagte blade mit fester Stimme und sah Andrey durchdringend an. Andreys magen zuckte zusammen.
Er wusste nicht was zu tun. Sie hatten die Rampe erklommen und nun stellten sich ihnen in einiger Entfernung Krieger mit langen Speeren entgegen, die ein weiteres Vorankommen unmöglich machten.
Plötzlich gingen die Lanzenträger in die Knie und schußbereite Bogenschützen erschienen hinter ihnen. Auch auf den Felsvorsprüngen links und rechts von der Rampe erschienen jetzt Männer mit gespannten Bögen. Ein riesiger Hagel von Pfeilen ergoss sich über der Angriffstruppe des Clans.
Die Geschosse färbten den Himmel schwarz und zahllose Clankrieger fielen. Andrey riss blade hinter einen Felsvorsprung, der sie der Schusslinie entzog. " Wir müssen hier Weg. Die Wächtertruppen werden gleich auf dem Vormarsch sein und ihnen haben wir nichts entgegenzusetzen," erinnerte Andrey blade. " Nein, ich werde zu Yuna gehen. Und wenn ich auf dem Weg sterbe, so sei es dann. " Mit diesen Worten zerrte er die Leiche eines königlichen Soldaten hinter den Felsvorsprung und versuchte, sich die Uniform überzuziehen. " Viel Glück, mein Freund," sagte Andrey und packte blades Handgelenk zum Kriegergruß. Der Kopfgeldjäger lächelte schwach. " Bestell Lehal tödliche Grüße von mir." Andrey konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen und rannte schließlich so schnell er konnte den Abhang hinunter. blade-devil legte sich auf den Boden und und spielte den verletzten Soldaten, während die Speerträger der königlichen Armee vor rückten und der Angriffstruppe des Clans den Todesstoß versetzte. " Hier," ahmte blade-devil das Keuchen eines schwer verletzten nach. Ein könglicher Soldat erschien in seinem Blickfeld und zog ihn hoch. Der Kopfgeldjäger stellte sich schwach und machte sich schwer, damit sie ihn nicht durchschauten. Dann suchte er den Kommandanten der Truppe. Als er ihn fand, sprach er zu ihm:" Ich habe eine Nachricht von dem Kopfgeldjäger und dem Verräter." Der Kommandant schaute ihn kurz prüfend an, dann nickte er. " Ich soll sie König Lehal persönlich überbringen, es sei äusserst wichtig," versuchte er den Kommandanten zu überzeugen. Er sah blade ein weiteres Mal zweifelnd an. " Gut," sagte er schließlich und wies ihm den Weg zu Lehal.
Entschlossen schritt blade-devil seinem sicheren Tod entgegen.

So schnell sie konnten, eilten Trickster und Asmaron Richtung Gefangenenlager. Doch plötzlich
verschwand die Sonne und ein gewaltiger Schatten
legte sich auf das Tal. Asmaron konnte nicht anders und wandte den Blick zum Himmel. Es war kein weiterer Pfeilhagel, nein. Es war viel schlimmer. Der Himmel war erfüllt von fliegenden Gestalten, die von einem silbrig leuchtenden Mann angeführt wurden. Es traf Asmaron wie ein Schlag. Die Wächter. Er war starr vor Angst und auch Trickster lähmte der unglaublich majestätische Anblick des Wächterheeres. Dann setzten sie zum Sturzflug an. Wie Adler, die Hasen fingen, fielen sie über die verteidigenden
Clankrieger her. Doch auch eine Gestalt unter den Clankriegern erhob sich in die Lüfte. Von weitem schien es so auszusehen, als ob seine Schwingen brannten, doch das musste ein Trugbild sein. Er stürzte sich auf die gigantische übermacht der Wächter und hielt sie auf, so gut er konnte. Ihr Anführer jedoch fand eine Lücke in der Ein-Mann Verteidigung und hielt direkt auf Asmaron zu, der sich immernoch nicht von der Stelle rührte. Lehal landete elegant direkt vor ihnen und zog sogleich sein Schwert. Als wäre es
das Signal gewesen, erwachte Asmaron aus seiner Lähmung und stellte sich zwischen Lehal und Trickster. " Dachtest du ernsthaft, du könntest dich mir in den Weg stellen, Schwertmeister," fragte Lehal kalt. Bevor Asmaron antworten konnte, lies der Wächter sein Schwert durch die Luft saussen. Mit großer Mühe konnte Asmaron sich gegen den übermächtigen Gegner zur Wehr setzen. Doch seine Gegenangriffe gingen sofort ins Leere und gewährten Lehal eine erneute Offensive. Lehal tat so, als wollte er sein Schwert in Asmarons Brust stoßen, drehte aber im letzten Moment die Klinge, sodass seine Parrierstange gegen Asmarons Stahl knallte. Der Schwertmeister taumelte von der Wucht des Angriffs zurück und Lehal fand die Lücke in seiner Deckung. Beinahe beiläufig schlug er Asmarons Waffe beiseite und stach zu. Instinktiv
wollte Asmaron zurückweichen, dennoch erwischte ihn die Schwertspitze. Der Stahl durchbohrte seinen Augapfel und Lehal riss ihn gewaltsam aus der Augenhöhle. Asmaron taumelte gegen die Felswand und brach in die Knie. Dann drehte sich Lehal nach Trickster um, doch diese war verschwunden. Er fluchte laut. Dann wandte er sich wieder Asmaron zu. " Deine kleine Ennai werde ich noch bekommen. Aber jetzt ist es Zeit, für dich zu sterben, Asmaron."
" Auch wenn ich sterbe, sie werden Elion befreien," keuchte Asmaron. Wütend trat ihm Lehal vor die Brust, dass er rückwärts fiel und gegen die Felswand donnerte. Knochen splitterten in Asmarons Köper und er verlor das Bewusstsein. Langsam und in einer zeremoniellen Bewegung erhob Lehal sein Schwert zum Todesstoß.
Dann sausste seine Klinge auf Asmarons Brust herab, unaufhaltsam und unmenschlich schnell.
Doch plötzlich riss etwas den Stahl aus seiner Bahn. " Du wirst ihn nicht töten. Eher sterbe ich dafür," ertönte neben ihm eine bekannte Stimme. Lehal musste lächeln. " Andrey, du überraschst mich. Soviel Loyalität und ehrenvolles Handeln hätte ich gerade von dir am wenigsten erwartet." " Genug deiner verräterischen Worte, lass die Klingen sprechen," sprach Andrey entschieden. Mit diesen Worten stürmten die beiden aufeinander los und ein unvergleichlicher Kampf entbrannte.

blade-devil war indessen auf dem Felsvorsprung angekommen, doch weit und breit war kein Zeichen von der rein-weissen Gestalt Lehals zu erkennen.
Stattdessen stand ein Krieger in goldener Rüstung zu ihm und beobachtete die Schlacht, neben ihm eine verstöte und in Ketten gelegte Yuna, die gezwungen war, sich dieses Gemetzel mit anzuschauen. " Du kommst zu spät, blade," sagte Firen amüsiert. " Er ist nichtmehr hier. Du hast versagt." "Gib sie frei, Firen. Ich bitte dich, wir waren einmal Freunde...," begann blade, doch Firen unterbrach ihn, nachdem er sich zu blade umgedreht hatte. " Freunde? Freunde sind füreinander da, wenn man sie braucht, Freunde nutzen niemanden aus. Ihr habt mich nur benutzt! Meine Talente kamen euch gelegen, ein geschicktes Schwert mehr konnte ja nicht schaden! Aber damit habe ich abgeschlossen, ich habe mein wahres Schicksal gefunden." Mit diesen Worten zog er sein Schwert und hielt es an Yunas Kehle. " Ihr Leben liegt in meinen Händen." " Lass sie aus dem Spiel!," brüllte blade-devil vor Zorn. Firen legte den Kopf quer und schaute blade nachdenklich an. " Nein, " sagte er dann entschieden und trat Yuna die Beine weg, dass sie auf den staubigen Felsboden knallte. Wutentbrannt stürmte blade auf Firen zu. Die Mordlust flackerte in seinen Augen.

asmaron
06-08-06, 17:15
Derweil hatte Trickster alles aus einer dunklen Ecke beobachtet. Als sich Asmaron zwischen sie und Lehal stellte hatte sie ihre Chance genutzt und hatte sich nach einem geeigneten Versteck umgesehen. Nach der Niederlage von Asmaron wäre sie beinahe wutentbrannt auf Lehal losgegangen, doch Andrey war ihr zuvorgekommen. Zum Glück, wie sie jetzt feststellte, denn sie hätte keinen Augenblick gegen Lehal bestanden und sowohl sie und Asmaron wären gestorben und alles wäre umsonst gewesen. Doch nun fasste sie einen Entschluss...
Kurz sah sie zu den beiden Kämpfenden hinüber und ihr wurde schmerzlich bewusst, dass Andrey zwar ein hervorragender Kämpfer war, jedoch niemals so gegen Lehal gewinnen würde. Dann riss sie sich von dem Anblick los und stürmte hinüber zu dem bewusstlosen Asmaron, packte ihn und schleifte ihn mit sich in den nächsten Schatten. Hastig riss sie ihren Ärmel in Streifen und formte eine schmale Binde, die sie geschickt über Asmarons Augenhöhle legte und am Hinterkopf verknotete. Sie legte besorgt ihre Stirn in Falten, als sie das viele Blut sah, das ihm die Wange hinab rann. Dann hievte sie ihn hoch und taumelte eher unter der schweren Last, als dass sie lief in Richtung Gefangenenzelt. Plötzlich höte sie eine vertraute Stimme.
"žTrickster, Trickster was ist passiert?", rief Noa als er auf sie zulief, dicht gefolgt von Norou. "žWas ist mit Asmaron?", wollte Norou wissen, als sie ihr beim tragen half. "žNoa... du musst sofort zu deinem Vater! Er kämpft dort hinten mit Lehal... ich fürchte jedoch er hält nichtmehr lange durch. Beeil dich!", keuchte Trickster. Ohne ein weiteres Wort rannte Noa in die Richtung aus der Trickster gerade gekommen war. "žWo willst du mit ihm hin?", schrie Norou schließlich um gegen den Kampflärm anzukommen. "žZu Schatten und Keks! Sie haben den Stein!", rief Trickster zurück, "žUnd Asmaron ist dort fürs erste sicher!"
So schnell sie konnten legten sie die restlichen Meter zum Zelt zurück, vor dem schon lange keine Wachen mehr standen.
"žTrickster!", rief Schatten aufgebracht, als diese die Zeltplane zurückschlug, "žUnd Norou..." Dann verschlug es ihr den Athem als sie Asmaron anblickte. "žWas haben die Schweine mit Asmaron gemacht?", wollte Keksus wissen, der als erster wieder etwas herausbrachte. Wütend zerrte er an seinen Fesseln. "žEs war Lehal...", begann Trickster, unterbrach sich jedoch selbst und sagte, "žIch erklär euch alles später... Jetzt müssen wir Asmaron versorgen und dann muss ich zum Tor und zwar schnell..." Sie legte Asmaron behutsam auf den Boden, riss ihren Ärmel weiter in Fetzen und wechselte den notdürftigen Verband, der inzwischen schon blutdurchtränkt war. Dann kamen ihr Schatten und Keksus zu hilfe, die bereits von Norou befreit worden waren. So gut es ging verbanden sie seine Verletzungen und wuschen das Blut ab. Dann setzte sich Trickster erschöpft auf eine Holzkiste und seuftzte... "žWir haben alles in unserer Macht stehende getan... was jetzt geschieht liegt in den Händen der Götter..."
"žWas tun wir nun?", fragte Keksus in die Runde. Der Kampflärm von drausen kam langsam aber stetig näher... "žIch werde jetzt versuchen das Tor zu öffnen... ich weiß nicht ob es mir gelingt, aber damit es mir gelingt brauche ich auf jeden Fall den Stein!", sie sah Keksus und Schatten an... "žNa was ist? Asmaron hat ihn nichtmehr... wer sonst könnte verschlossene Taschen ausräumen?" "žVerdammt bin ich leicht zu durchschauen was?", wollte Schatten wissen. Mürrisch kramte sie in ihrer Tasche und zog schließlich den Stein heraus. Selbst im halbdunkel des Zeltes funkelte er in seiner ganzen Pracht. Achselzuckend warf sie Trickster den Stein zu... "žSchau mich nicht so vorwurfsvoll an Trickster! Ich konnte halt nicht aus meiner Haut...", sagte sie und zwinkerte ihr zu. "žNun gut... da wir das auch geklärt hätten, werde ich mich jetzt auf zum Tor machen... Asmaron hätte es so gewollt... wünscht mir Glück...", sagte Trickster und erhob sich. "žDu spinnst wohl!", rief Schatten und stand ebenfalls auf, "žDu glaubst doch wohl nicht, dass wir dich allein gehen lassen! Das müsstest du doch eigentlich wissen... wielange sind wir jetzt befreundet?" "žGenau!", sagte Keksus, "žDu sollst nicht den ganzen Spaß alleine haben." Er grinste sie an. Innerlich war Trickster erleichtert, dass sie nicht von ihren Freunden im Stich gelassen wurde, dennoch sagte sie, "žWir können aber Asmaron nicht schutzlos zurücklassen..." Da meldete sich Norou zu Wort. "žIch bin doch auch noch da...", beruhigte sie Trickster, "žIch werde ihn mit meinem Leben verteidigen... ich weiß wie viel dir an ihm liegt..." Gerührt drückte Trickster sie an sich... auch wenn sie vorher noch nie wirklich mit Norou zu tun hatte, fühlte sie sich in diesem Moment so verbunden mit ihr, wie noch nie zuvor. "žDanke...", hauchte sie nur. Dann schlug Keksus die Plane zurück und die drei Diebe machten sich in Richtung Tor davon...

Andrey-Delany
07-08-06, 10:19
Währendessen wurde Noa Zeuge, wie sein Vater nach und nach Lehal unterlag. Andrey kämpfte mit unmenschlicher Kraft und Schnelligkeit, seine Technik unvergleichlich. Doch Lehal war einfach zu mächtig. Er schien Andrey Attacken immer voraus zu ahnen und konterte dementsprechend. Funken sprühten jedesmal, wenn sich ihre Klingen kreuzten, mit solcher Kraft kämpften die beiden Wächter. Noa konnte nicht anders, als diesem unvergleichlichen Klingentanz zuzuschauen, das Spektakel zog ihn in seinen Bann. Immer wieder wirbelte der Stahl durch die Luft und traf auf Widerstand. Andrey hielt sich tapfer, doch seine Kräfte liesen langsam nach. Im Gegensatz zu Lehal, der im Gegenteil noch stürmischer Angriff, als er Andreys beginnende Erschöpfung bemerkte. Keiner hatte dem Anderen bisher eine Wunde zufügen können, so konzentriert kämpften sie. Doch Andrey konnte diesen Kampf nicht gewinnen, auch wenn er verzweifelt versuchte, seinem Schicksal zu trotzen. Lehals Attacken wurden immer schneller, selbst Noas Wächterauge konnte den Bewegungen kaum noch folgen. Mit einem machtvollen senkrechten Hieb, der einen Mann in entzwei gespalten hätte, beendete Lehal
seinen kraftvollen Ansturm. Keuchend kreuzte Andrey seine beiden Schwerter zur Parade und versuchte, Lehals Waffe einzuklemmen. " Nicht schlecht für einen Verräter," sagte Lehal spöttisch, während Funken zwischen den Klingen hervorquollen. " Jemand, der die Mutter seiner Tochter tötet und sein eigen Blut so schäbig behandelt, wie du es tatest, hat es nicht ander verdient," hielt Andrey dagegen. " Du hast doch keine Ahnung, wie es ist, etwas getan zu haben, dass dein Leben zerstöen kann, " grollte Lehal plötzlich aufbrausend. " Du weisst garnicht, wie es ist, so etwas durch zu machen, " brüllte er zornig. " Oh doch, Lehal, das weiss ich. Auch mein Sohn zweifelte an mir." Als Noa das höte, schrak er auf. Sein Vater hatte offen gelegt, was er sich nie getraut hatte, ihm zu sagen. " Doch ich habe ihm mein Vertrauen geschenkt und ich liebe ihn Lehal. Kinder brauchen Liebe, aber das wirst du weder verstehen noch wirst du es fertig bringen, so ein Gefühl zu empfinden, " sprach Andrey kalt und entschlossen. Lehal stieß ein bestialisches Brüllen aus und schwang seine Klinge erbarmungslos zur Seite. Nach und nach zwängte er sich durch die stählerne Schere und durchbrach schließlich die Deckung. Dann stach er zu. Andrey duckte sich knapp unter dem Schwertstoß hinweg und ging zum Gegenangriff über. Doch Lehal drehte sich mit einer blitzschnellen Bewegung ausser Reichweite an Andreys Seite vorbei und lies seine Klinge herabsaussen. Brennender Schmerz durchfuhr Andreys Schulter, als sich der rasiermesserscharfe Stahl durch sein Fleisch fraß. Doch er schrie nicht, sondern lies sich sofort fallen, denn er erwartete einen weiteren Schwertstreich von Lehal hinter seinem Rücken. Andrey spürte den Luftzug, den der blitzschnell
wirbelnde Stahl verursachte, entging aber dem zu hoch gezielten Hieb seines Gegners. Plötzlich erkannte er aus den Augenwinkeln, wie etwas auf sie zuraste. Lehal wich zurück und schließlich konnte der liegende Andrey seinen Sohn ausmachen. Aber er erkannte ihn nicht wieder. Noas Augen schienen zu brennen, so stark war das rote Feuer in ihnen. Sein Gewand wie seine Haare waren so schwarz wie die Nacht es nur sein konnte und ein animalisches Knurren kam über die jugendlichen Lippen. Der Griff seines Schwertes knirschte, als Noa fester zupackte. " Oh, da ist er ja, dein Sohn. Komm schon, aber du wirst es bereuen, " sprach Lehal geheimnisvoll. Andrey hatte sich inzwischen wieder aufgerichtet und war an die Seite seines Sohnes getreten. Er musste ihn mit aller Kraft zurückhalten, damit dieser sich nich sofort auf Lehal stürzte. Dann
wies die Hand des Wächterkönigs auf ein Felsplateau. Als die Beiden seiner Geste folgten, erkannten sie schwach, wie ein schwer gepanzerter Krieger gegen einen uniformierten Perser kämpfte. Daneben lag die zerbrechliche Gestalt einer Frau, zusammengesackt und wie tot.
Beide mussten sie nicht sehen, um zu wissen, wer es war. Sie spürten es. " Sie wird sterben, wenn du gegen mich kämpfst," sagte Lehal entschlossen und lächelte kalt. Noa entfuhr ein zorniger Schrei und entwand sich dem Griff seines Vaters.
Es war, als hätte die Luft Feuer gefangen, als Noa seine brennenden Schwingen ausbreitete und seiner Mutter entgegen flog. " Nun ist dein Schicksal besiegelt, Andrey. Du kannst mich alleine nicht besiegen," sprach Lehal siegessicher. " Nicht alleine. Aber das ist er ja auch nicht, " erklang eine dunkle Stimme hinter ihnen. Beide wandten sich um und erblickten Khumar. " Es ist Zeit für dich zu sterben, Tyrann, " sagte Khumar mit solcher Entschlossenheit, dass der sonst so sichere Lehal kurz zu wanken schien.

asmaron
13-08-06, 14:06
Hoch oben auf dem Plateau ging der Kampf zwischen Firen und Blade unerbittlich weiter. Beide waren so in den Kampf vertieft, dass sie nicht bemerkten, dass sich Noa gerade einen Weg durch die feindlichen Linien zu ihnen bahnte.
Keiner der beiden hatte bisher einen Vorteil erlangen können und immer wieder waren die Schwerter mit voller Wucht aufeinnander geprallt. Dennoch kennzeichnete Firens schillernde Rüstung schon einige Kratzer und Dellen
die ihm jedoch keinen nenneswerten Schaden zugefügt hatten. Blade hingegen ergieng es schlechter. Die Wunde an seinem Bein und der Lanzenstreich auf seiner Brust schmerzten höllisch und lenkten hin ab. Zudem hatte er schon gefährlich viel Blut verloren und mit der Zeit wurde er schwächer und schwächer. Firen hingegen schien das zu spüren und deckte ihn mit immer heftigeren Attacken ein. Dann in einem kleinen Moment der unachtsamkeit täuschte Firen eine Finte vor, indem er mit dem Schwert auf Blades ungeschützten Arm zielte. Als Blade jedoch ruckartig seine Hand zurückriss, trat Firen ihm mit voller Wucht gegen das verletzte Bein. Blade schrie vor Schmerz auf, verlor den Halt und stürtzte zu Boden. Geistesgegenwärtig riss er gerade noch rechtzeitig sein Schwert hoch und fieng Firens Schlag ab, der direkt von oben kam. Dann hatte er keine Kraft mehr... er fühlte wie ihm der Griff seines Schwertes entglitt und wie es neben ihn in den Staub fiel. Dann explodierte ein greller Schmerz an seiner Kehle und Blade wusste sofort, dass er diesmal zu langsam gewesen war...
Firen stand aufrecht über ihm... auch er war völlig außer Atem. Sein Schwert, das vom Blut rötlich schillerte, schob er nun langsam in den Gürtel zurück. Aus der Wunde an Blades Hals, quoll das Blut in Strömen... auch aus seinen Mundwinkeln bildete sich ein kleines Rinnsal. "žEs hat sich gezeigt wer besser war!", höhnte Firen und beugte sich zu ihm herab. "žAuch wenn du nicht schlecht warst und ich zu einer List greifen musste, hat das alles der Kleinen da hinten nichts genützt. Jetzt wird sie doch sterben...", sagte er mit einem teuflischen Grinsen auf dem Gesicht. Blade jedoch ballte vor Wut die Fäußte, doch dann stieß seine Hand im Staub auf einen harten Gegenstand. Es war der Schwertknauf! Dann sah er zu Firen auf und fing ebenfalls an zu grinsen. "žFiren... du warst niemals besser als ich... das wirst du bald verstehen... sehr bald.", sagte er, packte sein Schwert fester und riss es mit einem unglaublichen letzten Kraftakt herum. Dem völlig überraschen Firen blieb überhaupt keine Zeit mehr zu reagieren. Die Schneide traf ihn direkt in den Bauch, riss sein Kettenhemd quer auf und trat tief in sein Fleisch ein. Ungläubig starrte Firen auf das Schwert, das sich in seinen Unterleib gebort hatte. "žWie kann das...", weiter kam er nicht... ein Pfeil bohrte sich von hinten in seine Kehle und zerfetzte seine Stimmbänder. Als Firen vor Blade zusammenbrach konnte Blade Noa sehen, der bei Yuna stand und eine Armbrust, die er scheinbar einem toten Soldaten abgenommen hatte, in der Hand hatte. Dann sah Blade das dem Jungen Tränen in kleinen Bächen die Wangen hinunterrannen, als Noa langsam auf ihn zuging.
"žHe... Kleiner... nicht so traurig!", sagte Blade, als sich Noa zu ihm gekniet hatte. Dann bekam Blade einen Hustenanfall und spukte Blut. Als er sich wieder beruhigt hatte, sah er zu Noa auf und sagte: "žIch muss gräslich aussehen was? Na egal... hö mal Kleiner. Ich bin mächtig stolz auf dich! Den Dreckskerl haben wir gemeinsam fertig gemacht was? Aber weißt du, jetzt wo ich´s nicht mehr schaffe musst du allein auf deine Mutter aufpassen! Lass nicht zu, dass sie sich noch mal allein davon macht... das war der größte Fehler, den ich je gemacht habe, als ich sie ziehn ließ..." Seine Stimme wurde immer leiser und Noa musste sich bemühen um überhaupt noch was zu verstehen. "žUnd jetzt hö auf zu Weinen!", redete Blade weiter, "žWillst du das ich als Letztes, bevor ich mich auf meine letzte Reise mache, einen verheulten jungen Mann sehe?" Da musste sogar Noa schmunzeln, obwohl im weiter ungehindert die Tränen hinunterliefen. "žNa siehst du! Und jetzt lass mich noch einmal Yuna sehen..." Sofort rutschte Noa ein Stückchen beiseite und hob Blade ein bischen an, sodass Blade freie Sicht auf Yuna hatte, die wie ein schlafendes Mädchen auf dem Felsplateu lag. Dann führte Blade seine Hand zu seiner Schulter, wo Noa ihn noch stützte und legte seine Hand auf Noa's. "žIch danke dir... du hast eine wunderschöne Mutter..." Dann hauchte der Kopfgeldjäger von Babylon seinen letzten Atemzug... ein Kopfgeldjäger mit soviel Ehre und Anstand, wie sie nichteinmal die Götter selbst hatten.

Andrey-Delany
14-08-06, 11:50
Laute Todesschreie drangen an Tricksters Ohr, als sich die drei Diebe so unauffällig wie möglich einen Weg durch das Schlachtgetümmel zu bahnen versuchte. Sie hatte ganz klar ihr Ziel verfolgen, rief sich noch einmal Asmarons Wegbeschreibung in den Kopf und fand auch schnell die Statur, von der er gesprochen hatte. Khumars Männer waren nicht unvorbereitet auf den Angriff der Wächter gewesen,
denn im Schatten der Felsen hatten Bogenschützen gelauert, die nun ihre Pfeile den engelsgleichen Kriegern entgegen schickten. Zum Schutz der Fernkämpfer hatten die anderen Soldaten zehn Fuß lange Spieße ergriffen und eine Formation um die Bogenschützen eingenommen, die diese sehr gut von den Luftangriffen schützte. Keiner von ihnen durchbrach die Reihen der Clankrieger, ohne aus zahlreichen Wunden zu bluten und von Pfeilen gespickt zu sein. Das Klirren von Stahl und die Schreie der Sterbenden erfüllten die Luft. Es kostete Trickster große Mühe, sich auf ihr Ziel zu konzentrieren. Soviel Leid geschah hier. Soviel Blut, soviel Tod und soviel Hass. Sie musste dem ein Ende setzen. Sie musste zum Tor.
Plötzlich spürte sie einen kräftigen Luftzug instinktiv warf sie sich auf den Boden und zog Schatten mit sich. Keksus reagierte nich ganz so schnell. Die Schwertklinge des Wächters hatte seinen Unterarm aufgeschlitzt und ein Schrei des Schmerzes kam ihm über die Lippen. Schnell fasste Schatten Keksus Hand und zog ihn hoch. So schnell sie konnten, rannten sie Hand in Hand auf den Höhleneingang neben der Statue zu. Trickster spürte den Luftzug so stark wie eben, aber diesmal kam er von vorne. Sie blickte einem
hünenhaften persisch stämmigen Krieger in die Augen, dessen Schwingen ihn direkt auf die Gruppe zutrugen. Er setzte zum Sturzflug an und hob sein Schwert. Der blitzende Stahl spiegelte sich in der Sonne und blendete Trickster. Sie erwartete den Aufprall des Wächters, doch er kam nicht. Stattdessen drang ein animalisches Brüllen an ihre Ohren und der Luftzug erstarb. Plötzlich erblickte sie, wie etwas über ihnen auf sie stürzte. Mit einem Hechtsprung löste sie sich von Schattens Hand und entging dem fallenden Wächter. Schatten hingegen hatte weniger Glück. Der schwere Köper des Hünen fiel direkt auf ihre Schultern und lies sie das Gleichgewicht verlieren. Hilflos mit den Armen rudernd stürzte sie zu Boden, der tote Köper quer auf ihrem Nacken. Schnell schob sie sich vor, damit das Gewicht ihr Genick nicht brach, konnte sich aber nicht unter der Leiche des Wächters herauswinden. Trickster wollte ihr helfen, doch Schatten schüttelte den Kopf. Ihre Hand ging zu ihrem Gürtel, dann schleuderte sie Trickster den Stein zu. Keksus versuchte verzweifelt, den Köper des Hünen von seiner Geliebten herunter zu hieven. Schatten blickte Trickster entschlossen an und schrie:" Geh! Geh und öffne das Tor!" Einen Augenblick zögerte die Diebin noch, dann rannte sie zu dem Eingang der Höhle. Sie duckte sich, als sie einen Wächter hinter sich bemerkte, worauf dieser gegen die Felswand donnerte. Sie beachtete ihn nicht weiter und betrat die Höhle. So schnell sie konnte eilte sie die Steintreppen hinauf, die sich kreisfömig emporwanden. Immer weiter rannte sie, immer ihr Ziel vor Augen. Sie ignorierte ihre köperliche Erschöpfung, sie musste das Schloss finden, koste es, was es wolle. Zu ihrer Rechten konnte sie aus den Augenwinkeln düstere, kunstvolle Wandmalereien ausmachen. Sie lief zu schnell, als dass sie es genauer erkennen konnte, doch etwas an der Art der Symbole machte ihr Angst. Schließlich erblickte sie Licht am Ende des Tunnels und trat gleich darauf auf ein riesiges Felsplateau hinaus. Die Ebene schien ein makelloses Oval zu sein, an dessen Rand Felswände vor dem Sturz bewahrten. Doch das war kein gewöhnliches Gestein, es war rabenschwarz. Genau vor ihr erstreckte sich ein gewaltiges Tor aus schwarzem Fels, blasse Runen bedeckten die Torflügel und ein seltsames in sich verflochtenes Muster, dass
eine Schlange darstellen sollte, hielt die Flügel geschlossen. Auf den Flügeln des Tores saßen versteinerte Figuren, die die grässlichsten Gestalten, die Trickster je gesehen hatte. Es mussten Dämonen sein, die unerwartete Besucher abschrecken sollten. Aber sie verblichen verglichen mit den beiden riesigen menschenähnlichen Statuen, die neben dem Tor wachten und ihre gigantischen Speere gekreuzt hatten. Doch wo sollte sie nun den Stein hinbringen, wo befand sich das Schloss? Gerade in diesem Moment, als die Sonne höher stieg, spiegelte sie sich gleißend in einem winzigen Punkt zwischen den Speeren der Wächter wieder. Dort musste es sein. Trickster ging entschlossen vorwärts und stieg über die Treppen der altarartigen Erhebung, auf der das Tor sich befand. Plötzlich begann es zu knirschen und das Bröckeln von Gestein wurde immer lauter. Dann begriff Trickster. Der Fels, der ihre wahre Natur verbarg, brach von den Dämonengestalten ab. Darunter erschienen sie sehr viel lebendiger. Geflügelt, gehönt und von rabenschwarzer Haut, gespaltene Hufe anstatt von Füßen und scharfe, dolchlange Klauen. Manche hielten Schwerter oder Speere in Krallen, andere Peitschen. Manche hatten Skorpionschwänze oder Scheren anstatt ihrer Klauen. All ihre Augen leuchteten rötlich und richteten sich auf Trickster. Sie erhoben sich in die Lüfte, gackerten, kreischten und gaben sie seltsamsten Töne von sich. " Wer wagt es, sich dem Tor zu nähern?," donnerte eine tiefe Stimme, in der soviel Bosheit lag, wie sie Trickster noch nie gespürt hatte, selbst als Chanetal ihr wahres Wesen gezeigt hatte. Dann nahm sich Trickster zusammen und schrie:" ich bin die Ennai von Persien. Gib den Weg frei, denn ich habe die Macht, das Tor zu öffnen!"

Die Kampf zwischen Khumar, Andrey und Lehal tobte auf seinem Höhepunkt. Norou konnte da nicht länger zusehen. Sie schwang Asmaron über die Schulter und trug ihn zur Zeltplane, wo sie ihn versteckte. Dann eilte sie Khumar und Andrey zu Hilfe, die selbst gemeinsam dem mächtigen Lehal nichts entgegen zu setzen hatten.

Keksus hatte gerade den Köper des Hünen mit Mühe von Schattens Rücken herunter gezerrt, da erkannte er aus den Augenwinkeln, wie ein anderer Wächter zum Sturzflug ansetzte. Keksus rollte sich zur Seite und zerrte Schatten mit sich, doch der Wächter kam garnicht bis zu ihnen. Etwas brennendes, Mannsgroßes prallte gegen ihn und der Krieger fiel leblos zu Boden.
Dann erblickten sie Noa, der über ihnen schwebte. Seine schwingen schienen zu brennen und in seinen Augen loderte ein erbarmungsloses Feuer. In seinen Armen lag die zerbrechliche Gestalt einer Frau. Langsam und Flügelschlagend landete er. Dann rief ihm Keksus zu:" Wir müssen zu Trickster, sie ist da drin." Er wies zum Höhleneingang. Noa nickte nur und eilte los. Schatten und Keksus hatten Mühe, mit dem Halbwächter Schritt zu halten.

Andrey-Delany
26-08-06, 10:16
Firen spürte die Kälte, die sich in seinem Köper ausbreitete. Von Erzählungen her wusste er, dass dies seinen Tod bedeuten würde. Es war nicht so, als würde er frieren. Es fühlte sich mehr so an, als würde sich von innen nach außen eine Eisschicht in ihm ausbreiten. Unaufhaltsam und gnadenlos. Doch die Menschen, die erzählt hatten, kurz vor ihrem Tod würde man sein ganzes Leben noch einmal kurz in Rückblenden war nehmen, bevor man starb, hatten unrecht. Es war garnichts. Firen fühlte sich leer und unerfüllt.
Dann langsam breitete sich ein Gefühl des Glücks und der Erlösung in seinem Köper aus, so unaufhaltsam wie davor die Kälte. Seine Lider wurden schwer und eine unglaubliche Müdigkeit überkam ihn, während er das Gefühl seines glücklichen Sterbens genoss. Er schloss die Augen. Doch er konnte noch sehen. Er erkannte, wie er durch eine gewaltige schwarze Masse rauschte und in weiter Ferne ein gleißend helles Licht schien. Es war zwar erst nur wie ein blasser Schimmer am Horizont, doch irgendetwas lies ihm wissen, dass er bald in gleißende Helligkeit eingehüllt werden würde. Immer schneller bewegte er sich auf den Lichtschimmer zu. Doch plötzlich verdunkelte sich das Licht. Der gleißend helle Schein verfärbte sich blutrot
und Firen gewahr seltsam wabernde Wände zu seinen Seiten, in denen sich bewegende Gesichter von Menschen zu unendlichen Qualen verzerrten.
Er wollte fliehen, doch hinter und vor ihm erschienen plötzlich Wände aus roter, schwammiger Masse. Langsam zog sich der Raum um ihn zusammen. Panisch blickte sich Firen nach einem Ausgang um, doch es war aussichtslos. Er war gefangen und sein Käfig würde ihn erdrücken.
Je näher die Wände rückten, desto klarer vernahm er schrille Schreie, die eine Qual ausdrückten, wie er es nie zuvor erlebt hatte. Dann plötzlich fingen die Wände Feuer und das Gekreische steigerte sich immer weiter, Firen spürte ein brutales Hämmern in seinem Kopf und sein ganzer Köper fühlte sich an, als würde er zerreissen. Er hatte sich das Fegefeuer immer anders vorgestellt, doch seine Seele hatte es wohl nicht anders verdient. Plötzlich spürte er eine erdrückende Hitze über sich und als er hoch schaute, erblickte er die brennende blutrote Decke, in der sich immer wieder die verzerrten Gesichtszüge von Menschen abzeichneten. Der Anblick des Bodens war der gleiche. Firens Angstgefühle steigerten sich ins Unermessliche.
Er spürte, wie er Feuer fing und langsa, wie die Kälte, die seinen Tod ankündigte, fraßen ihn die brennenden Massen von innen heraus auf. Nun würde das Fegefeuer seine Seele einfangen. Er konnte nicht die Augen von dem Geschehen verschließen und so musste er mitansehen, wie sein eigener Köper von den brennenden Wänden zerquetscht wurde. Er wollte schreien, doch es ging einfach nicht. Dann spürte er, wie die Massen des Fegerfeuers seine Seele in sich aufnahmen. Plötzlich war alles schwarz. Er spürte nichts ausser dem harten Steinboden, auf dem sein Rücken lag. Als er merkte, dass seine Augen geschlossen waren, öffnete er sie. Das erste, was er sah, war der blutrote Saum einer seltsam geschnittenen Kutte. Er blickte an dem Gewand hoch, konnte aber das Gesicht der Gestalt nicht erkennen, da eine weite, blutfarbene Kapuze es bedeckte. Er wollte sich umsehen, doch etwas hielt ihn davon ab. Aber das brauchte er auch nicht, um zu wissen, wo er war. Langsam erhob sich der goldene Ritter Firen von dem staubigen Steinboden, dann wandte er sich dem Schlachtgeschehen zu. Khumars Speerkämpfer und die Bogenschützen konnten der Macht der Wächter nichtmehr lange stand halten, das wusste er. Sein Blick schweifte weiter und erkannte seinen König, wie er mit dem unverwechselbaren Wächterfeind Andrey, Heermeister Khumar und der Kriegerin Norou kämpfte. Dann stieg ihm ein süßlicher Duft in die Nase. Mit Genugtuung blickte er auf die Leiche von blade herab, aber etwas ihn ihm wollte mehr. Seinem Köper dürstete es nach Blut. Ohne zu zögern stürmte er zur Rampe und den felsigen Weg hinab in die Schlacht. Dann stürzte er sich auf den Clankrieger, der ihm am nähsten war und tötete ihn schneller, als dieser Imstande war, es wahrzunehmen. Der Tod des Mannes befriedigte Firen ungemein, doch sein Köper schrie nach mehr. Und so warf er sich zügellos auf den nächsten Feind.

Lehal hielt einen kurzen Moment inne. Der Preis dafür war ein Schnitt über den Unterarm, den ihm Khumar beibrachte. Dann wich der König der Wächter zurück. Er bewegte sich nun ausschließlich in der Defensive und fing alle Angriffe der drei mit gekonnten Paraden ab oder wich ihnen behände aus. Doch Lehal konzentrierte sich kaum noch auf den Kampf. Sein Blick war gen Himmel gewandt. Als sich Khumar aus dem Kampf zog und ausmachte, was Lehals Blick auf sich gezogen hatte, verstand er nicht. Hoch oben auf dem Felsplateau stand in majestätischer Pose eine hochgewachsene Gestalt in einer blutroten Kutte. Khumar spürte sofort das Böse, dass dieses Wesen ausstrahlte. Etwas derartig lebensverneindendes und zerstöungswütiges hatte er noch nie in seinem Leben verspürt. Sein Blick
schweifte über das Schlachtfeld und er sah, dass
die Lage seiner Männer besser war als er erhofft hatte. Sie schlugen sich gut. Doch plötzlich erblickte er, wie ein persicher Soldat, der schon eine Weile zu Boden gegangen war, wieder aufstand. Selbst auf die Entfernung konnte Khumar erkennen, dass der Mann seine Wunde hätte nicht lebend überstehen können. Ein tiefer Schnitt in der Kehle und eine bluttriefende Wade hätten ihn eigentlich mindestens kampfunfähig machen müssen. Stattdessen stürzte sich der Soldat voller Eifer in die Reihen der Clankrieger. Khumars Blick wanderte wieder zu dem Felsplateau, wo die Gestalt in der blutfarbenen Kutte posierte. Obwohl er nach den ganzen Befehlbrüllereien garkeine Stimme mehr hatte, rief er Andrey und Norou zu: " Wir müssen hier weg. Schnell! Diesen Kampf können wir nicht gewinnen!" Norou wandte sich dem Anführer des Clans zu. Bevor sie den Mund öffnen konnte, sprudelten die Worte aus Khumars Mund. Er schilderte ihr, was er beobachtet hatte. Angst schwang in seiner Stimme mit. Und da dieser furchtlose Anführer sich die Blöße gab, Furcht vor etwas zu zeigen, musste die Lage wohl sehr schlimm sein. Norou nickte ihm zu und wandte sich zu Andrey um. " Ich komme gleich nach," keuchte er, als sie ihn am Unterarm aus dem Kampf ziehen wollte. Lehal machte keine Anstalten, die Gelegenheit zu nutzen. Es wäre Andreys Tod gewesen, doch irgendetwas hielt ihn davon ab. Khumar und Norou rannten so schnell sie konnten zu dem Gang mit der Statue, die zum Tor führen sollte. Doch Norou konnte nicht anders und wandte sich ein letztesmal zu Andrey um. Die beiden Wächter hatten nun Abstand zwischen sich geschaffen. Niemand traute sich, in diesen Kampf einzugreifen, denn jeder wusste, was dieses Duell für die beiden Kontrahenten bedeutete. Dann stießen die engelsgleichen Schwingen aus ihrem Schulterblättern und die beiden Erzfeinde erhoben sich in die Luft. Khumar ergriff Norous Arm und zerrte sie mit sich, damit sie sich von dem Anblick lösen konnte.

Wulveclaw
04-09-06, 19:26
occ:

Jetzt mal ernsthaft... diese Rolle hatte ich für Firen nicht vorgesehen. ^^

Andrey-Delany
04-09-06, 20:13
ooc:

ich glaube, niemand hatte die Rolle seines Charakters so vorgesehen, wie sie nun ist http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif

asmaron
09-09-06, 18:09
Zur gleichen Zeit erlangte Asmaron im Zelt wieder das Bewusstsein. Er wollte sich aufsetzen und krallte sich sogleich an der Zeltwand fest. Um ihn herum drehte sich alles. Zudem spürte er einen heftigen pochenden Schmerz, dort wo sein linkes Auge war. Als schließlich der Boden aufhöte zu schwanken und alles wieder an seinem Platz war, wagte er vorsichtig seine Hände zu seinem Gesicht zu heben. Sogleich traf er auf einen weichen Verband und als er näher zu seinem Auge tastete, fühlte er, dass der Verband immer nässer wurde. Dann besah er seine Hände und konnte die rötliche Flüssigkeit auf seinen Fingern schillern sehen. Dann flutete ein Schwall der Erinnerungen über ihn.
Shaina und er waren auf dem Weg zu Daray und Nistar... sie hatten vielleicht den Stein... dann... da war Lehal... der Kampf... er war nicht schnell genug... und dann der Schmerz... dieser grauenhafte Schmerz....
Und dann nichts mehr...
Asmaron zwang sich auf die Füße und musste sich wieder festhalten um einer neuen Schwindelattacke zu entgehen... von drausen tönte noch immer der Kampflärm, doch er war schon nah... sehr nah...
Schnell tastete Asmaron nach seinem Schwert und war erleichtert als seine Hand auf den vertrauten Knauf seines Schwertes traf. Er hatte es einst bei seiner Prüfung selbst geschmiedet und er hätte es sich nie verziehen wenn er es verloren hätte. Dann sammelte er sich nocheinmal, zog sein Schwert und trat aus dem Zelt und ins pure Chaos.
Kaum hatte er die Plane zurückgeschlagen, flog ihm ein Krieger in den Farben des Clans entgegen, einen Pfeil bis zum Anschlag in seiner Brust versenkt.
Kurz blickte er sich um und orientierte sich... das Tor lag zu seiner Rechten... links von ihm standen die Wälle des Clans oder zuminderst das was von ihnen übrig war... die Männer des Clans waren schon dabei wie die Hunde zu fliehen und wer konnte es ihnen verübeln... die übermacht war erdrückend... immer mehr Männer der königlichen Armee stürmten auf die letzten Verteidiger ein... die Luft war erfüllt vom Rauschen der Flügel von hunderten von Wächtern... dann stockte Asmaron der Atem... hoch oben auf einem Felsplateu stand ein hochgewachsener Mann... er trug eine blutrote Robe und versteckte sein Gesicht in der abgrundtiefen Dunkelheit seiner Kapuze. Doch das war nicht das schlimmste... nein... das Schlimmste war, dass sich um den Mann herum Soldaten erhoben, mit schlimmsten Wunden gekennzeichnet und teilweise mit abgerissenen Gliedmasen... doch es schien ihnen überhaupt nichts auszumachen... ganz im Gegenteil. Diese Kreaturen warfen sich mit noch unerbittlicher Grausamkeit in den Kampf... Asmaron riss sich von dem schrecklichen Anblick los. Er rannte wie er noch nie in seinem Leben gerannt war... Kein Wunder, dass die Krieger des Clans das gleiche im Sinn hatten... alle die sich noch auf den Beinen halten konnten rannten, so schnell sie nur konnten, doch es war vergebens... Das Tor war verschlossen und die restlichen Männer des Clans wurden zusammengetrieben wie Vieh und waren schließlich eingekesselt. In ihrem Rücken die steinernen Wände der gewaltigen Torflügel und vor ihnen eine Armee des Grauens... es war nur eine Frage der Zeit bis einer nach dem anderen abgeschlachtet war...

Plötzlich donnerte eine gewaltige Stimme über das gesamte Schalchtfeld. Es höte sich so an als hätten die Urmächte selbst das Wort ergriffen. "žWER WAGT ES SICH DEM TOR ZU NÄHERN?"
Danach folgte Stille... unmenschliche Stille... jeglicher Kampf war unterbrochen... alle Krieger die noch auf den Beinen standen wandten sich mit Angst erfüllten Gesichern um und blickten zum Tor hinauf. Selbst die blutrünstigen Monster und ihr Meister in der dunklen Robe hielten mitten im Kampf inne... Ja sogar Andrey und Lehal erstarrten mitten in der Luft und blickten zum Tor. Nur das gleichmäßige Flügelrauschen der beiden war zu höen. Dann dröhnte wieder die Stimme des Tores bis in die letzte Ecke des Tales. "žWAHRLICH DU BIST DIE ENNAI!", sagte sie, "žUND ICH FüHLE, DASS DU DEN STEIN BEI DIR HAST, ABER HAST DU AUCH DAS BLUT DES ANFüHRERS DER WÄCHTER? OHNE DEM BLEIBT DIR DER ZUGANG ZUM TOR VERWEHRT!"
Die Worte hallten und hallten zwischen den Berghängen wieder bis sich das Echo in den weiten Tälern verlor. Asmaron konnte nicht glauben was er da höte... "žDas Blut des Anführers der Wächter... davon war nichts in den Aufzeichnungen gestanden...", murmelte er vor sich hin und sah zum Tor auf, dort wo irgendwo Shaina war, der es nun vermutlich nicht besser ging als ihm... "žDer Anführer der Wächter... das ist Lehal dieser Bastard! Obwohl er nur durch Verrat die Wächter befehligt ist er dennoch zur Zeit ihr Anführer!" Dieser Gedanke traf ihn wie ein Blitz.
Dann drehte er sich um und sah auf zu Lehal und Andrey, die immer noch gegenüber hoch in den Lüften schwebten. Tausende von anderen Gesichtern taten es ihm gleich.

Andrey starrte Lehal an... ihm war der gleiche Gedanke gekommen wie Asmaron... Lehal... Lehals Blut... Er solle verdammt sein wenn er es schaffen würde Lehal auch nur einen Tropfen Blut abzuknöpfen... das war unmöglich!
"žNun Andrey...", ertönte Lehals ölige Stimme, "žNun liegt es an dir ob die Männer dort unten sterben oder überleben... doch ich würde sagen ihre Chancen stehen schlecht... sehr schlecht!" Lehals Gesicht verzog sich zu einem teuflischen Grinsen. Andrey wurde bleich... er wusste das er keine Chance gegen Lehal hatte... das wusste er nur zu gut... Lehal war nach Elion der mächtigste Wächter der zur Zeit am Leben war... und wenn Elion schon tot war, dann war er der Mächtigste... dennoch hob Andrey mutig sein Schwert...
"žIch werde das tun wofür...", Andrey verstummte plötzlich mitten im Satz und riss die Augen auf. "žKhumar!", schoss es ihm durch den Kopf, "žKhumar hatte Lehal eine Wunde am Arm zugefügt!" Das Blut von ihm hatte gespritzt und hatte Andrey am Ärmel getroffen... langsam drehte Andrey den Kopf und sah auf seinen Ärmel... und wirklich... ein großer dunkelroter Fleck hatte sich auf seinem Hemd gebildet... dann blickte er wieder Lehal auf und blickte ihm direkt in die Augen und im selben Moment schien auch Lehal zu begreifen... Mit einem lauten Aufschrei legte Andrey die Flügel an und raste direkt auf das Schlachtfeld zu... gerade rechtzeitig denn Lehal reagierte nicht weniger schnell... der gezielte Schlag von Lehals Schwert sauste nur wenige Millimeter an Andreys Kopf vorbei... "žHALTET IHN AUF!", höte Andrey Lehal hinter sich brüllen und als wäre das ein Zeichen gewesen brach tief unter ihnen wieder der Kampf aus.
Die restlichen Bogenschützen des Clans taten ihr bestes um Andreys Rückzug zu decken und die Lanzen und Schwertkämpfer versuchten das gegnerische Heer aufzuhalten, dass nun wieder auf den letzten Rest der Verteidiger eindrang. Dennoch konnten sie nicht zwei Wächter aufhalten, die Andrey auf halber Strecke entgegenflogen, um ihm den Weg zu versperren. Da riss Asmaron einem der Langbogenschützen den Bogen aus der Hand, schnappte sich einen Pfeil, zog die Sehne des Bogens bis zum Anschlag zurück und entließ den Pfeil... Er hatte Glück... der Pfeil bohrte sich genau zwischen die beiden Flügel des einen Wächters, der sich noch im Fallen versuchte an seinem Mitstreiter festzuhalten, so dass beide wie ein Stein zu Boden fielen. Asmaron drückte dem völlig verdutzten Schützen seinen Bogen in die Hand und rannte los zum Fuße der Statue. Dann ruderte er mit den Armen und schrie immer wieder Andreys Namen und versuchte ihn auf sich aufmerksam zu machen.
Andrey pfiff der Wind nur so in den Ohren... immer noch raste er auf das Schlachtfeld zu, als er plötzlich in dem ganzen Getümmel einen Mann ausmachte, der immer wieder die Arme schwenkte und aus leibeskräften seinen Namen brüllte... Andrey änderte seine Flügelstellung und driftete nun leicht nach links und hielt nun auf den Mann zu... kurz darauf erkannte er, dass es Asmaron war, der ihn zu sich holte... dann riskierte er einen kurzen Blick zurück und war erleichtert... Lehal der ihm die ganze Zeit dicht auf den Versen war, fiel zurück, weil ihn nun die Bogen und Armbrustschützen mit Hagelschauern von Pfeilen und Bolzen eindeckten, denen er immer ausweichen musste... Dann landete er sanft neben Asmaron. "žDu siehst ja schrecklich aus!", sagte er zu ihm und grinste ihn an. "žDank' dir! Du siehst auch nicht viel besser aus! Aber dafür haben wir keine Zeit! Hast du das Blut von Lehal?" Andrey nickte und deutete auf seinen blutverschmierten Ärmel. Asmarons Grinsen wurde immer breiter... "žGut! Dann schau, dass du hoch zu Shaina kommst! Du musst da rein.", sagte er dann und deutete auf den versteckten Eingang neben der Statue. "žGehst du nicht mit?", wollte Andrey wissen. Asmaron schüttelte den Kopf. "žIch bleib hier unten und verteidige den Zugang. Ihr müsst schließlich irgendwie wieder runter, wenn das Tor offen ist." Andrey nickte und sah den Schwertmeister ernst an. "žViel Glück!", sagte Asmaron und reichte ihm die Hand. "žUnd sag Shaina das es mir gut geht und sie es schaffen wird..." Andrey nickte nocheinmal und verschwand dann im geheimen Zugang zur Statue.
So schnell er konnte raste er die Treppen hinauf die kein Ende mehr nehmen wollte... er nahm sogar immer drei Stufen aufeinmal, doch es schien als würde die Treppe direkt in den Himmel führen. Langsam begann er unsicher zu werden... er wusste nicht, ob er irgendetwas übersehen hatte... eine Tür in der Wand vielleicht, doch er zwang sich zur Ruhe und stürmte weiter die Treppe hinauf.
Schließlich am Ende seiner Kräfte stolperte er auf den obersten Treppenaufsatz. Dann traf er auf Shaina und die Anderen, die auf dem ovalfömigen Plateu eigekesselt zwischen wiederwärtigen Wesen standen und angsterfüllt in die Runde blickten. "žNUN HABT IHR DAS BLUT ODER HABT IHR ES NICHT?", donnerte nocheinmal die unmenschliche Stimme an Shaina gewandt. "žIch habe es!", keuchte Andrey atemlos. Alle drehten sich zu ihm um. "žIch habe es...", sagte er nocheinmal und stolperte auf Shaina zu. Der Kreis der Monster brach auf und ließ Andrey ein. "žAndrey!", rief Shaina, "žWie... wo hast du es?" Andrey deutete nur erschöpft auf seinen Ärmel, auf dem noch immer das Blut schillerte. Sofort nahm Shaina den Stein und wickelte ihn in Andreys Ärmel ein sofort nahm der Stein eine rötliche Färbung an... nicht oberflächlich sonder bis in sein tiefstes inneres.
Da ertöhnte die Stimme ein weiteres Mal. "žWOHL AN DENN... WENN ES EUER WUNSCH IST DAS TOR ZU ÖFFNEN, DANN TUT ES JETZT UND LEGT DEN STEIN IN DIE VERTIEFUNG DES SCHLOSSES!"
Die Wesen um sie herum wichen zurück als Shaina auf das Schloss zuging. Das Plateu ermöglichte es, bis zum Schloss in der mitte des gigantischen Tores zu gehen. Tief unter ihr konnte sie noch immer den Lärm der Schlacht höen, in der es mittlerweile nur noch um das nackte überleben ging. Plötzlich flammte der Stein auf... zunächst war es nur ein Glimmen, doch je näher Shaina dem Schloss kam, desto heller wurde er. Schließlich war sie nur noch wenige Meter entfernt und sie riss die Arme in die Luft. Jetzt strahlte der Stein heller den je und gleißend helles Licht ließ das ganze Plateu aufleuchten.
Und dann presste Shaina den Stein in die Vertiefung des Schlosses...
Das Licht erlosch und es geschah nichts... überhaupt nichts... Shaina und die Anderen starrte ungläubig auf das Tor, dass sich keinen Zentimeter bewegte... Sie wollte ihren Augen nicht trauen... all die Strapazen, all die Abenteuer, all die Toten und dieVerluste für nichts und wieder nichts? Shaina spürte wie ihr die Tränen in die Augen schossen und wie sich alles zu drehen begann... und dann höte sie es ganz leise klicken.
Langsam, ganz langsam begannen sich die Schlangen zu entwirren... immer wieder klickte es als sich ein Riegel nach dem anderen zurückschob und als das Schloss offen war, flammte plötzlich die Augen der beiden Wächterstatuen auf und bündelten ihre Lichtstrahlen auf Felswände, die gegenüber der rießigen Statuen emporragten. Die Soldaten unten auf dem Schlachtfeld konnten die immens große Hitze spühren und alle Wächter, die sich noch in der Luft befanden, rasten im Sturzflug herab um der tödlichen Hitze zu entgehen. Nicht wenige landeten mit versengten Flügeln und waren noch kaum bei Bewusstsein. Der Schnee zerfloss zu Wasser, noch bevor die Lichtstrahlen die Felswand erreichten, und rauschte in kleinen Sturzbächen die Hänge hinab. Als der Schnee völlig geschmolzen war, gab er den Anblick auf eine rießige Rune frei, die aussah wie eine Sonne und dann trafen die Lichtstrahlen direkt auf die Mitte der Sonne.
Gleißend hell flammte sie auf und es sah so aus als würde sie beginnen sich langsam um ihre eigene Achse zu drehen. Von unten konnte man unmöglich sagen ob das Wirklichkeit oder ob das nur ein eigenartiger Lichtreflex war, aber plötzlich war ein leises Dröhnen zu höen... die Sonne drehte sich immer schneller und das Dröhnen würde immer lauter. Es war kein normales Geräusch... es war als würde es aus dem eigenen Köper kommen, als würde jeder einzelne Knochen anfangen zu vibrieren. Dann als die Sonne schon zu einem einzigen Kreis verschwommen war und das Dröhnen zu einem gewaltigen Donnern angeschwollen war, flammte die erste Rune auf dem rießigen steinernen Torflügel auf. Einen Augenblick später leuchtete die zweite Rune auf, dann die dritte und schließlich erstrahlte das ganze Tor in gleißendem Weiß. Die Menschen unten auf dem Schlachtfeld kniffen die tränenden Augen zusammen und hoben die Hände vor ihr Gesicht, doch das Licht schien einfach durch sie durchzudringen.
Dann von einem Moment auf den anderen erloschen die Lichtstrahlen und ein schwarzer Mantel der Dunkelheit legte sich über das Tal. Es war totenstill... nichts rehgte sich.
Dann erzitterten die beiden Torflügel. Zentimeter für Zentimeter schob sich das Tor auf und nun flammten wieder einzelne Runen auf.
Dann riss sich Nistar von dem unglaublichen Anblick los und brüllte um gegen den Lärm anzukommen: "žLos! Wir müssen wieder runter, wenn wir durch das Tor wollen!"
So schnell sie konnten wollten sie den unheimlichen Ort mit den Kreaturen hinter sich lassen und machten sich an den langen Abstieg.

Als sie schließlich unten angelangt waren empfing sie Asmaron, der es tatsächlich geschafft hatte den Zugang versperrt zu halten. Auch das Tor war nun fast ganz geöffnet und es hätte nichteinmal mehr Khumars Anweisungen bedurft, denn die Krieger des Clans ließen es sich nicht zweimal sagen, sich hinter das Tor zurückzuziehen. Als schließlich auch der letzte Mann des Clans sich soweit zurückgezogen hatte, dass er nichtmehr von den Bogenschützen der Wächter erreicht werden konnte blickten sie alle nocheinmal zurück. "žWarum folgen sie uns nicht?", wollte einer der wenigen Männer wissen. Andrey sah ihn an. "žNie würde ein Wächter das Land hinter dem Tor betreten.", sagte er, "žEs sei denn er wird dazu gezwungen...", fügte er noch hinzu, aber nur so, dass es gerade er selbst höen konnte.

Dann erschien plötzlich Lehal am Fuße der steinernen Torflügel. Sein weißes Gewand war an vielen Stellen zerrissen und an seinem rechten Arm blutgefärbt. "žWartet nur ihr feigen Hunde!", schrie er außersich vor Wut. "žWartet nur... euch wird das gleiche Schicksal ereilen wie all diejenigen von euch die heute gefallen sind..." Dann streckte er seinen Arm aus und deutete drohend auf die Gruppe. "ANI HÄWA OJEW MAWÄT VE LEHISCHAWA OJEW LECHIMA NEZACH!!!", donnerte seine Stimme zu ihnen hinab.
"Was war denn das?", flüsterte Shaina Asmaron zu während sie ihn am Ärmel zupfte. Sie sah auf und erstarrte als sie Asmarons versteinerten Gesichtsausdruck sah. Er sah fürchterlich aus. Sein improvisierter Verband hatte sich an der einen Stelle von seinem Blut schon ganz schwarz gefärbt und am ganzen Köper war er mit kleineren Wunden übersäht. Doch ihn schien das nicht weiter zu stöen. Ohne seinen Blick von Lehal abzuwenden antwortete er mit zitternder Stimme, "Lehal hat in der alten Sprache einen Schwur geleistet... Ein Schwur in der alten Sprache ist bindender als alles was es auf dieser Erde gibt... selbst über den Tod hinaus. Er sagte: 'Ich bringe meinen Feinden den Tod und schwöe ihnen Krieg für immer!'"

Andrey-Delany
25-09-06, 13:50
Der Lichtstrahl war nurnoch ein schwaches Glimmen, doch jeder der Wächter wusste, dass das Tor noch offen war. Sie trauten sich nicht in das Gefängnis, dass sie selbst geschaffen hatten. Sie hatten Angst. Angst davor, den Gefangenen zu begegnen, die sie einst in die Welt hinter das Tor gesperrt hatten. Denn das war nun ihre Welt geworden und wenn sie ihre Feinde erkannt hätten, wären sie verloren in dieser fremden Welt. So hatte Lehal befohlen, ein Lager vor dem Tor aufzuschlagen und Maßnamen zu ergreifen, eine absolut unüberwindbare Verteidigung davor zu errichten, damit Asmaron mit seinen Männern nicht lange auf ihrer Heimatwelt überleben könnten, wenn sie zurückkehrten. Er war unendlich wütend und hatte nicht vor, Ruhe zu geben, bevor Neschecks und Asmarons Leben ausgehaucht war. Schon seit langer Zeit spürte er fast nichtsmehr, lediglich der unbändigen Durst nach Blut und Leid zeigten ihm, dass er überhaupt noch am Leben war. Es war zu Lehals Natur geworden, sich von den Schmerzen der Menschen zu ernähren. Er konnte garnicht anders. Und er genoss es jedesmal, wenn eine Schlacht bevorstand, die unermessliches Leiden versprach.
Doch nun war es an der Zeit, vor seinen Meister zu treten, vor das Wesen, was ihn zu dem gemacht hatte, was er nun war. Lehal weilte schon lange nichtmehr unter den Lebenden und hatte fast alle Gefühle schon vergessen. Ausser zwei. Zorn und Angst. Zorn über seine Niederlage, die er hier wieder erwarten erlitten hatte und Angst vor den Konsequenzen. Langsam schritt er zu dem unverkennbaren Zelt aus blutrotem Leinen. Seit sein Meister von dem machtvollen Lichtstrahl durchbohrt worden war, hatte er ihn nicht zu Gesicht bekommen. Doch er würde sich hüten, ihn nach seiner Verletzung zu fragen. Lehal schlug die Plane beiseite und trat vorsichtig in das Zelt. vor der rabenschwarzen Ebenholzstange, die das gesamte Gewicht des blutroten Leinens trug, saß sein Meister ,in seine blutroten Robe gewandet, im Schneidersitz auf einem Teppich, auf dem die schwarze und rötliche Farben lebendig ineinander zu zerfließen schienen. Lehal schluckte den Kloß in seinem Hals herunter und noch einmal spielte sich die endgültige Niederlage vor seinem inneren Auge ab. Sie waren durch das Tor geflohen, diese Feiglinge. Doch er würde sie gebührend empfangen, wenn sie wieder durch das Tor gekrochen kommen würden, diese Maden!
" Es war unvermeidlich, lieber Lehal," ertönte die wohlklingende Stimme unter der blutroten Kapuze. Sein Meister legte keinerlei Wert auf Höflichkeit oder Etikette. " Mach dir keine Gedanken über dein Versagen. " " Werdet ihr mich bestrafen,?" fragte Lehal, wie ein Kind, dass die Konsequenzen nach einem Streich fürchtet, dass es seinen Eltern gespielt hat. Der Meister lächelte, doch in dem Lächeln lag keinerlei Wärme. " Sollte ich dich etwa nochmal töten, mein Lieber?," fragte er und lachte. Doch sein Lachen fand ein abruptes Ende und seine Stimme wurde ernst. " Tot nutzt du mir nicht, das weisst du. Er wäre eine Erlösung für dich. Du bist gestraft genug damit, dein Dasein als mein Diener zu fristen." Lehal fröstelte es. Es lag soviel Wahrheit und soviel Macht in diesen Worten. Er war der Sklave seines Meisters und konnte seinem Schicksal nicht entfliehen. " Was hast du nun vor, Lehal? Wie gedenkst du, der Lage Herr zu werden?," fragte sein Meister. " Nun...," Lehal begann zu stottern. " Der Anführer des Clans ist tot...," begann er, doch sein Meister unterbrach ihn mit in einem gelassenem Ton, dass Lehal ein kalter Schauer den Rücken herunter lief.. " Lehal, mein lieber Lehal...was soll ich nur mit dir machen? Du belügst mich. Ich habe die Lüge in diese Welt gebracht. Denkst du etwa, ich bemerke deinen kleinen Versuch, deine Niederlage durch eine kleine Lüge mit einem winzigen Erfolg zu schmücken, nicht?" Dann wurde er lauter und seine Stimme war voller Zorn. Lehal zitterte vor Angst wie ein kleines Kind, als die Worte wie das Donnern eines mächtigen Sturms aus dem Mund seines Meisters sprudelten, . " Du hast versagt, Diener! Das musst du akzeptieren. In jeder Hinsicht hast du versagt, wir haben mehr als nur diese Schlacht verloren! Ich hätte dich auch zur Strafe zur ewigen Folter in das Reich meines Herrn verbannen können. Aber Ahriman hat keine Zeit für solche Kleinigkeiten, wie deine kümmerliche Seele zu quälen! Sei dankbar, dass ich kein grausameres Schicksal für dich gewählt habe. Denn wenn du mich ein weiteres Mal hintergehst, wird meine Strafe weitaus schmerzvoller für dich sein!" Dann verflog sein Zorn schlagartig. " Hast du auch Wahrheiten für mich,
mein lieber Lehal?," fragte er gewohnt gelassen und mit einem leichten Anflug von Spott in der ruhigen Stimme. "Wir...haben eine Gefangene," antwortete Lehal, noch immer zitternd. Er hatte seinen Meister noch nie so in Rage erlebt . Und ihm war klar: er konnte ihm wirklich noch viel schlimmere Qualen bereiten. Lehal wusste um die beinahe grenzenlose seines Meisters und er zweifelte nicht an seinen Worten. Furcht erfüllte den ganzen Köper des sonst so stolzen Wächterkönigs. Mit aller Mühe schaffte er es, sich zu beherrschen und fuhr schließlich fort, denn er wollte die Geduld seines Meisters nicht noch einmal auf die Probe stellen:" Sie hat sich uns freiwillig gestellt. Den Tätowierungen nach zu Urteilen gehöt sie zum Clan der Wüstenskorpione und...," wieder unterbrach ihn sein Meister. " Sie will mit mir sprechen. Und das wird sie. Jetzt. Führe mich zu ihr." Mit diesen Worten erhob sich der Meister.
Als würde sich plötzlich eine Flutwelle vor ihm aufbauen, schreckte Lehal hoch und beeilte sich, auf die Beine zu kommen, dann führte er seinen Meister durch das Lager. Eifrig waren seine Männer damit beschäftigt, direkt vor dem Tor Gräben auszuheben und türmten die Steine zu Wällen auf oder positionierten sie so, dass sie bei einem Anstoß eine Lawine in Richtung Tor auslösen würde. Doch alle, die sie auf ihrem Weg trafen, machten den Weg hastig frei, denn niemandem war der Mann in der blutroten Robe geheuer. Sie kamen schließlich zu den zwei schwer bewaffneten, muskelbepackten Wächtern, die eine Frau bewachten. Der Mann in der roten Robe machte eine wegwischende Bewegung und sagte:" das ist nicht nötig." Dann richtete er das Wort an die ganz in schwarz gekleidete junge Frau.
"Daray," sagte er mit erfreuter Stimme. " Es zeugt von Mut, dass du dich mir stellst. Deine Position ist nicht grade günstig, ich könnten dich einfach töten," begann er und lächelte kalt. Daray kniete sich langsam vor dem Mann hin und blickte zu ihm auf. " Ich will euch dienen, Herr. Ich weiss, dass ich für die falsche Seite eingetreten bin, doch als ich euch sah, erschien mir alles sonnenklar. Vergebt mir meine vergangenen Taten und ich will euer Werkzeug sein," sprach Daray voller überzeugung.
Der Anblick dieser unvorstellbar bösen Macht in einer Person manifestiert hatte Daray seit dem erstem Moment fasziniert, als sie den Mann gesehen hatte. Sie hatte ihre Liebe zu Nistar in kurzer Zeit einfach verloren. Und er war ihr egal. Die Macht des Bösen hatte sie in ihren unbesiegbaren Bann gezogen.
Dann schlug der Mann seine Kapuze zurück. Sein Gesicht war von so makelloser Schönheit, wie einem Menschen nur möglich. Schulterlanges, hellblondes, beinahe weisses Haar flatterte im Wind. Er wirkte äusserlich nicht älter als zwanzig Sommer. Seine Augen waren von einem eisigen Blau, dass es Daray fröstelte, als sie ihn anschaute. " Ich weiss. Du würdest mir bis in den Tod folgen, meine Liebe," sprach er voller Ernst und überzeugung. Dann berührte er sie mit der Hand an der Stirn. Daray konnte seine Macht deutlicher denn je spüren und sie fühlte, wie etwas davon in sie überging. Wellen grausamer und abgrundtiefböser Gedanken schlugen über ihr zusammen. Es pochte immer stärker in ihrem Kopf und sie dachte, es würde sie umbringen. Doch langsam lies es wieder nach. Sie fühlte sich entschlossener dennje. " Auf dich habe ich gewartet. Schon so lange," sagte der junge Mann erfreut. Dann wand er sich wieder Lehal zu. " Versammle die gefallenen Krieger des Clans und ich werde zwei Dutzend von ihnen auswählen. Gib Daray alles, was sie haben will und wenn ihr fertig seid, schickst du sie mit den zwei dutzend Clankriegern hinter das Tor. Du hast bist nach all deinem Versagen noch klug genug, zu erkennen, was ich beabsichtige," befahl er. Lehal nickte nur.
" Ja, Meister, " sprach er unterwürfig und eilte davon. Daray hatte den König der Wächter noch nie so demütig erlebt. Dann wand sich der Mann wieder Schatten zu. " Du kannst mich Vaya nennen," sagte er freundlich zu ihr, dann nahm er ihre Hand und half ihr hoch. " Du wirst etwas für mich tun. Und zwar das, was der liebe Lehal nicht fertig gebracht hat. Finde Asmaron und seine Männer. Ziehe mit ihnen, bis ihr Elion gefunden habt. Dann töte sie beide, vernichte die Ennai und mach dem Leben des Verräters der Wächter ein Ende, der, der sich Neschek nennt."
" Ja, Meister Vaya," erwiederte Daray, immernoch überwältigt von dieser gewaltigen Macht des Bösen, von der ein Teil nun in ihr sein würde. " Doch bevor du deine Reise antrittst, werde ich dir einiges beibringen, was dir helfen wird, deine Aufgabe zu erfüllen, meine Liebe," sagte er. Daray war sprachlos, sie war noch nie mit so offenen Armen empfangen worden. Vaya lächelte kalt und seine Augen glitzerten eisig. " Komm mit, wir haben nicht viel Zeit. Das Tor wird nicht ewig offen stehen."

Schatten1988
28-09-06, 10:58
-Fortsetzung folgt...-