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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Feindfahrtbericht U-331



Kptl_Korth
24-07-08, 16:37
Hallo allerseits!

Hier werde ich bald meinen ersten Feindfahrtbericht schreiben. Gespielt wird mit dem unveränderten Silent Hunter III (ich hatte kürzlich zwar zusätzlich Living Silent Hunter III installiert, musste es aber leider wieder deinstallieren, da mein Computer damit überfordert war. Silent Hunter III hatte damit derart geruckelt, dass es nicht mehr spielbar war).

Berichtet wird über eine einzelne Feindfahrt von U-331 im Mai 1941 aus der Sicht des II WO Heinz Winkler. Wenn der Bericht allgemeinen Anklang findet, werden vielleicht noch weitere folgen.

In diesem Sinne: Ran an den Feind!

PS: Eine Sache möchte ich noch bemerken, für die ich auch bitte keine Kritik bekommen will: Ich schreibe den Bericht nicht im KTB-Stil sondern ich schreibe eine persönliche Schilderung die eher an einen Roman wie "Das Boot" erinnert. Das ist so gewollt und wem das nicht gefällt, sollte meinen Feindfahrtbericht lieber nicht lesen.

Kptl_Korth
24-07-08, 16:37
Hallo allerseits!

Hier werde ich bald meinen ersten Feindfahrtbericht schreiben. Gespielt wird mit dem unveränderten Silent Hunter III (ich hatte kürzlich zwar zusätzlich Living Silent Hunter III installiert, musste es aber leider wieder deinstallieren, da mein Computer damit überfordert war. Silent Hunter III hatte damit derart geruckelt, dass es nicht mehr spielbar war).

Berichtet wird über eine einzelne Feindfahrt von U-331 im Mai 1941 aus der Sicht des II WO Heinz Winkler. Wenn der Bericht allgemeinen Anklang findet, werden vielleicht noch weitere folgen.

In diesem Sinne: Ran an den Feind!

PS: Eine Sache möchte ich noch bemerken, für die ich auch bitte keine Kritik bekommen will: Ich schreibe den Bericht nicht im KTB-Stil sondern ich schreibe eine persönliche Schilderung die eher an einen Roman wie "Das Boot" erinnert. Das ist so gewollt und wem das nicht gefällt, sollte meinen Feindfahrtbericht lieber nicht lesen.

Kptl_Korth
25-07-08, 14:57
St. Nazaire, 8. Mai 1941, 10:08 Uhr


Ich muss mich beeilen, um rechtzeitig zu unserem Boot zu kommen. Mit schnellem Schritt laufe ich die Stirnseite des Bunkers entlang, bis ich zu Box 4 komme. Da sehe ich unser U-Boot. U-331, ein Typ VIIC. Das Boot ist klar zum Auslaufen. Alle Reparaturen wurden in der Werft erledigt, die Versorgung mit Proviant und Brennstoff ist abgeschlossen. Außerdem haben wir vierzehn G7e-Torpedos übernommen. Als ich an Bord gehe, werde ich nervös. Seltsam, eigentlich sollte ich das doch alles schon kennen. Es ist schließlich schon meine vierte Feindfahrt. Aber es hat sich auch einiges geändert seit damals. Die Tommys sind ausgefuchster geworden. Die Zeit der leichten Beute geht für die U-Boote zu Ende. Und bei der letzten Feindfahrt hatten wir nur mehr schieres Glück, dass sie uns nicht ersäuft haben. Der Zerstöer, der uns südlich von Irland auf den Fersen war, muss einen verdammt gewitzten Kommandanten gehabt haben. Die haben uns so genau geortet und ihre Bomben so geschickt geworfen, dass es kaum noch zu glauben war. Unser Boot war nach dieser Wasserbombenverfolgung total demoliert. Richtiggehend zusammengebombt. Die hätten uns gekriegt, wenn die nur mehr Wasserbomben an Bord gehabt hätten. Unser Glück, dass sie die Verfolgung nach vier Stunden einstellen mussten. Tja, zweiundvierzig Tage Werftliegezeit hat uns das beschert.

Der Alte kommt auf die Brücke. "Guten Morgen, Herr Leutnant! Na, ausgeschlafen?", sagt er und grinst dabei breit.
"Guten Morgen, Herr Kaleun. Naja, leidlich. Schlafe sowieso schlecht in letzter Zeit."
Der Alte scheint gute Laune zu haben. Schon gibt er Befehl: "Beide Maschinen kleine Fahrt voraus!"
Langsam nimmt unser Boot Fahrt auf und gleitet elegant aus dem Bunker ins Freie. Es ist ein wunderschöner Frühlingsmorgen. Die Sonne taucht St. Nazaire in ein warmes, freundliches Licht. Der Himmel ist fast wolkenlos. Elektrizität liegt in der Luft. Es ist immer so, wenn wir zu einer Feindfahrt aufbrechen. Es ist diese undefinierbare Spannung, diese Erwartungshaltung. Und die Gewissheit: es ist soweit, es geht wieder raus. Was wird uns diesmal erwarten?
An der Pier ist wieder - wie üblich - die Kapelle aufmarschiert um uns mit Musik zu verabschieden. Das könnten die sich wirklich sparen. Ist eine nutzlose und nervige Sache. Zum Glück sind wir bald daran vorbei und wenige Minuten später lässt der Alte mit den Maschinen auf langsame Fahrt gehen. Wir verlassen den Hafen. An der Pier winken uns die Leute noch immer zu.

http://img185.imageshack.us/img185/6572/auslaufenausstnazairelc1.th.jpg (http://img185.imageshack.us/my.php?image=auslaufenausstnazairelc1.jpg)
Auslaufen aus St. Nazaire


Plötzlich muss ich an Hasemann denken, den I WO von U-74. Vor zwei Tagen saßen wir noch im Offizierskasino und haben uns langsam mit Cognac volllaufen lassen. Dabei erzählte Hasemann den tollsten Seemannsgarn, je weiter der Abend fortschritt. Und nachdem wir dann die zweite Flasche Martell angefangen hatten, war es dann ganz aus: "...vier Zerstöer ham uns da verfolgt! Aber die ham uns nich erwischt. Haben ihre Bomben immer wieder ins Blaue geschmissen! Tja, die Tommys sin eben nich so schlau wie der gute Schramm. Der hat se alle ausgetrickst!", lallte er mit leuchtenden Augen. Hasemann neigte immer schon etwas zu übertreibungen. Trotzdem ist er ein netter Kerl, der immer gut gelaunt ist und jeden Blödsinn mitmacht. Unsere Besäufnisse sind mittlerweile schon legendär. Schramm, Hasemanns Kommandant, hat uns sogar einen Spitznamen gegeben: "Cognac-Köppe" heißen wir beide bei ihm nur noch. Als wir ihn mal - auch nicht mehr ganz nüchtern - im Kasino getroffen hatten, kam er zu uns an den Tisch. "Na, da sind ja wieder unsere beiden Cognac-Köppe! Wieviel haben wir denn schon intus? Was? Immernoch an der ersten Flasche? Na, da müssen Sie sich aber noch n bisschen ranhalten!"
Unwillkürlich fange ich an zu grinsen. Der Alte, der neben mir auf der Brücke steht, sieht das und schaut mich verwirrt an. "Was ist denn so komisch?", will er jetzt von mir wissen.
"Ach nichts, Herr Kaleun. Ich musste nur gerade an etwas denken."
Hasemann geht soweit ich weiß in drei Tagen auch schon wieder raus. Das ist dann schon seine siebte Unternehmung.

Der erste Tag verläuft ziemlich ruhig. Wir laufen durch die Biskaya mit Kurs Richtung Irland. Zum Glück lassen uns die verdammten Bienen in Frieden. Kein Fliegerangriff, den ganzen Tag. So kommen wir wenigstens ungestöt und zügig voran. Unser Operationsgebiet ist diesmal das Planquadrat AM 24, also an der Nordwestspitze Englands. Da dürfte einiges los sein. Normalerweise tanzt westlich von England der Bär, was Geleitzug- und Schiffsverkehr angeht. Da sollten wir eigentich nicht mit leeren Händen zurückkommen.

http://img180.imageshack.us/img180/3483/anmarschinsoperationsgebl3.th.jpg (http://img180.imageshack.us/my.php?image=anmarschinsoperationsgebl3.jpg)
Anmarsch ins Operationsgebiet

Magic1111
25-07-08, 15:13
Moin,

also der Bericht hat mir sehr gut gefallen !

Auch der Schreibstil ist in Ordnung !

Ich würde mal sagen:"Weiter so..."!

Viele Grüße,
Magic1111

Kptl_Korth
25-07-08, 16:19
9. Mai 1941

Am nächsten Morgen gehe ich wie gewohnt meine Wache. Es ist wieder ein wolkenloser und warmer Tag. Es ist nur etwas dunstig, wie das manchmal an heißen Sommertagen der Fall ist. Stück für Stück suche ich meinen Sektor mit dem Fernglas ab, als mich plötzlich die Meldung eines Brückenpostens zusammenfahren lässt: "Fahrzeug in sechzig Grad!"
Sofort drehe ich mein Glas in die angegebene Richtung. Ja, tatsächlich. Da sind Mastspitzen und eine sehr schwache, zerblasene Rauchfahne. Wahrscheinlich ein Frachter. Ich wende mich zum Turmluk und melde die Sichtung. Wenige Augenblicke später ist auch schon der Alte auf der Brücke. Einige Minuten guckt er sich die Sache durch sein Fernglas an. Dann murmelt er: "Ein Frachter. Na, wollen mal ein bisschen ranstaffeln an den Bruder." Er dreht sich zum Turmluk: "Welcher Kurs liegt an?"
"Kurs Drei-Null-Null liegt an", kommt die Antwort aus der Zentrale. Der Alte denkt einen Augenblick nach. "Steuerbord zehn auf Drei-Vier-Null gehen. Beide Maschinen große Fahrt voraus."
Die Befehle werden bestätigt und schon beginnt das Boot, sich langsam in Richtung der Rauchfahne zu drehen. So nähern wir uns rasch dem Schiff und nach zehn Minuten gibt der Alte Befehl zum Tauchen.

Ich stehe in der Zentrale und lehne mich an den Kartentisch. Der Alte ist im Turm geblieben und fährt jetzt das Sehrohr aus. Zwischendurch gibt er noch einige Ruderbefehle. Lange Zeit ist nichts weiter zu höen als das Summen der E-Maschinen, die jetzt auf langsamer Fahr laufen. Ich weiß, wir müssen jetzt warten, bis der Frachter uns vor die Rohre läuft. Das kann noch einige Zeit dauern, also schaue ich mir bei der Gelegenheit die Karte mal genauer an. Hier stehen wir jetzt, in Quadrat BF 27. Genau am Ausgang des Ärmelkanals. Bis zu unserem Operationsgebiet AM 24 ist es noch eine ganze Strecke. Noch zirka vier Tage wird es dauern, bis wir da sind.
Während ich noch auf der Karte schaue, meldet sich schon der Alte aus dem Turm: "Ist ein C2-Frachter. Wirklich nett. Etwa sechstausendfünfhundert Tonnen. Fährt unter griechischer Flagge. "Thessaloniki" heißt der Zossen..."
Ich versuche mir vorzustellen, wie das Schiff aussieht. Sechstausendfünfhundert Tonnen. Da wäre der Alte dem Ritterkreuz wieder ein ganzes Stück näher.
"I WO, sehen Sie mal im Schiffsregister nach, wie groß der Frachter genau ist."
"Jawohl, Herr Kaleun!" Der I WO nimmt sich das Schiffsregister und blättert eifrig darin herum. Dann geht er unter den Turm und meldet: "Herr Kaleun, die Thessaloniki hat genau sechstausendvierhundertzweiundzwanzig Bruttoregistertonnen!"
"Gut. Notieren Sie das mal!"
Dann lässt der Alte die Maschinen stoppen. Das Boot ist so gut ausgewogen, dass es sich von selbst im ausgefahrenen Sehrohr einpendelt.

http://img99.imageshack.us/img99/3977/dergriechischec2frachtewq4.th.jpg (http://img99.imageshack.us/my.php?image=dergriechischec2frachtewq4.jpg)
Der griechische C2-Frachter


Einige Minuten lang ist es still im Boot. Dann meldet sich der Alte wieder zu Wort: "Rohr eins und zwo klarmachen zum Unterwasserschuss!"
Aha! Es geht los!
"Bug links, Lage achtzig. Entfernung sechshundertfünfzig Meter. Gegnerfahrt zehn. Torpedotiefe vier Meter."
Während die Werte in den Torpedovorhalterechner eingegeben werden, nehme ich mir schon eine Stoppuhr vom Kartentisch. Der Alte lässt die Mündungsklappen öffnen. Noch einige Augenblicke wartet er, dann befiehlt er: "Rohr eins los!"
Es gibt ein gluckerndes Geräusch, der Torpedo hat das Rohr verlassen. Im selben Moment starte ich die Stoppuhr.
"Rohr zwo los!"

http://img179.imageshack.us/img179/6268/torpedosaufdemwegaa5.th.jpg (http://img179.imageshack.us/my.php?image=torpedosaufdemwegaa5.jpg)
Die Torpedos sind auf dem Weg

Zweiundvierzig Sekunden sollten die Torpedos für die Strecke brauchen. Der Sekundenzeiger bewegt sich langsam über das Ziffernblatt. Die Zeit dehnt sich wie Kaugummi. Ich spüre ein Kribbeln in der Magengegend. Zweiundzwanzig, dreiundzwanzig... Waren die Torpedos gut gezielt? Müssen sie ja wohl. Das war ein Angriff unter perfekten Voraussetzungen. Da muss man sich als Kommandant schon sehr dämlich anstellen, um da etwas falsch zu machen.
Dreiunddreißig, vierunddreißig... Los doch, verdammt noch mal! Wieso dauert das denn so lange? Noch acht Sekunden!
Mein Puls rast. Ich fange plötzlich an, furchtbar zu schwitzen. Sechstausendfünfhundert Tonnen! Fette Beute, und das schon am zweiten Tag der Feindfahrt!

KRAAAAAWUMMM! Ein dumpfer Schlag hallt durch das Wasser. Und wenige Sekunden später ein zweiter.
Ich atme tief durch, die Spannung fällt von mir ab. So einfach ist das. Glückwunsch, Herr Kaleun! Aus dem Bugraum höe ich Jubeln.
Der Alte flucht stattdessen aus dem Turm: "Ach so ein elender Mist! Die sind ziemlich weit achtern eingeschlagen."

http://img329.imageshack.us/img329/3582/trefferau3.th.jpg (http://img329.imageshack.us/my.php?image=trefferau3.jpg)
Erster Torpedotreffer


http://img329.imageshack.us/img329/4458/treffer2gy2.th.jpg (http://img329.imageshack.us/my.php?image=treffer2gy2.jpg)
Zweiter Torpedotreffer


Dann ist es wieder still. Der Alte beobachtet, ob der Frachter sinkt. Zehn Minuten vergehen.
"Liegt jetzt gestoppt. Ist achtern weggesackt. Aber jetzt rührt er sich nicht mehr."
Ich bemerke, dass ich die Stoppuhr ja noch in der Hand habe. Ich lege sie wieder auf den Kartentisch und gehe langsam unter den Turm.

http://img383.imageshack.us/img383/8744/angeschossenerc2frachtebm0.th.jpg (http://img383.imageshack.us/my.php?image=angeschossenerc2frachtebm0.jpg)
Der angeschossene Frachter sackt achtern weg


"Heilige Maria!" schreit der Alte plötzlich los. Im selben Moment kracht es gewaltig. Irgendwo zerspringt Glas. Metallisches Scheppern ertönt. Was zum Teufel war das jetzt?
Der alte klettert die Leiter zum Turm herunter. "Keine Meldungen? Nichts zu Bruch gegangen?"
"Nein, keine Meldungen, Herr Kaleun." antwortet der I WO.
"Na, dann war es auch nicht so wild... Tja, das ist ja wirklich nicht zu glauben. Die haben auf uns geschossen! Mit der Kanone auf dem Achterdeck. Und wie gut die getroffen haben! Direkt beim ersten Schuss! Ich werd noch verrückt..."
Der alte schüttelt heftig den Kopf und starrt ins Leere.
"Wie konnten die uns denn sehen? Das Sehrohr hatte doch nicht mal einen Gischtstreifen erzeugt. Wir liegen ja gestoppt!"
Betroffene Blicke in der Zentrale. Keiner antwortet. War ja auch wohl eher eine rhetorische Frage.
Der Alte schüttelt wieder den Kopf. Anscheinend kann er es immer noch nicht fassen.
"Das hätte böse ins Auge gehen können! Schwein gehabt."

Langsam geht er zum Luftzielsehrohr und blickt dann in unsere "Runde" aus dem I WO, dem Obersteuermann und mir. "Dem verpassen wir jetzt erstmal den Fangschuss. Dieses widerborstige Ding geht sowieso nicht unter, das hab ich schon gesehen. Dümpelt einfach durch die Gegend und bewegt sich nicht mehr."
Dann wendet er sich von uns ab und befiehlt: "Beide Maschinen langsame Fahrt voraus, Ruder hart backbord, auf Kurs eins-sechs-null gehen!" und wieder zu uns gewendet: "Müssen auch die Torpedos aus dem Heckrohr loswerden."
Nach ein paar Minuten steigt der Alte wieder in den Turm. Diesmal wird er den Sehrohrkopf ganz knapp über der Wasseroberfläche halten, damit wir nicht wieder entdeckt werden.

Edgtho66
26-07-08, 13:09
Yeep indeed, macht Lust auf mehr. http://www.ubisoft.de/smileys/read.gif http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif

Soni2
27-07-08, 13:42
Recht schön zu lesen. Mach mal so weiter.

Kptl_Korth
27-07-08, 15:32
Inzwischen retten sich die Besatzungsmitglieder auf dem griechischen Frachter. "Die haben jetzt zwei Rettungsboote ausgesetzt" sagt der Alte. Wenig später lässt er Rohr fünf bewässern und gibt die Zieldaten herunter.
"Rohr fünf los!"
Komischerweise bin ich gar nicht mehr aufgeregt. Eben waren wir noch auf der Jagd. Jetzt sind wir Henker. Wir versetzen dem angeschlagenen Schiff nur noch den Todesstoß. Die Spannung, das Jagdfieber ist vorbei. Ich habe sogar Mitleid mit dem geschundenen C2-Frachter. Was für eine Gemeinheit, das hilflose Schiff so unrühmlich abzumurksen! Im selben Augenblick könnte ich mich selbst ohrfeigen. So ein Quatsch, Heinz! Die ersten beiden Torpedos waren noch gut und recht und der dritte Aal ist plötzlich eine Gemeinheit? Blödsinn! Ach herrje, ich sollte nicht so viel nachdenken, das tut mir nicht gut.

http://img143.imageshack.us/img143/6159/fangschussausdemheckrohxz3.th.jpg (http://img143.imageshack.us/my.php?image=fangschussausdemheckrohxz3.jpg)
Fangschuss aus dem Heckrohr


Wieder ein lauter, dumpfer Knall. Das hat gesessen.
"Jetzt haben wir ihn aber", sagt der Alte. "Den Zossen hat's in der Mitte durchgesägt! Sinkt jetzt ziemlich schnell." und nach einer Weile: "Na bitte, geht doch. Auftauchen!"
Zurück in der Zentrale gibt der Alte Anweisung, die Torpedorohre nachzuladen und danach die Torpedos aus den Oberdeckstuben unter Deck zu bringen. Das ist ziemlich gewagt. Wir sind hier direkt vor der Haustür der Engländer und könnten leicht von einem Flugzeug überrascht werden. Der Alte will zwar auch noch die Flak besetzen lassen, aber das bringt uns in unserer Lage herzlich wenig. Mit einer mageren Zwillingsflak kann man einen entschlossenen Piloten unter Umständen nicht in Schach halten. Und die Tommys sind bekannt für waghalsige Manöver. Die ließen sich wahrscheinlich nicht mal von einem Dutzend Flaks davon abhalten, uns in Grund und Boden zu bomben. Andererseits haben wir kaum eine Wahl. Unser Kurs führt uns an Irland vorbei und endet in Planquadrat AM 24, was auch nicht viel weiter von England entfernt ist. Da ist es wohl im Grunde egal wann wir die Torpedos unter Deck bringen.

http://img170.imageshack.us/img170/5766/fangschusstreffertz7.th.jpg (http://img170.imageshack.us/my.php?image=fangschusstreffertz7.jpg)
Fangschuss trifft


http://img145.imageshack.us/img145/7418/frachterzerbrichttd2.th.jpg (http://img145.imageshack.us/my.php?image=frachterzerbrichttd2.jpg)
Frachter zerbricht in zwei Teile


http://img230.imageshack.us/img230/7743/frachtersinktraschpx3.th.jpg (http://img230.imageshack.us/my.php?image=frachtersinktraschpx3.jpg)
Frachter sinkt


Der Alte diktiert dem I WO einen Funkspruch:

FRACHTER "THESSALONIKI" 6422 BRT MIT DREI TORPEDOS IN PLANQUADRAT BF 27 VERSENKT. SINKEN WURDE BEOBACHTET.

Kurz und bündig teilen wir dem BdU unseren gerade erzielten Erfolg mit.

Das Boot ist inzwischen aufgetaucht. Neben der Brückenwache und mir sind noch der Alte und der I WO auf der Brücke. Die Flak ist besetzt und die Männer beginnen, die Torpedos aus den Oberdeckstuben vorzubereiten. Schon kommen die Schiffbrüchigen mit ihren beiden Rettungsbooten herangerudert. Schon in hundert Meter Entfernung fangen sie fürchterlich an zu zetern. Sie werfen die Arme theatralisch in die Luft, einige ballen die Fäuste.
Na schöne Scheiße! Das war ja zu erwarten. Jetzt bin ich mal gespannt, was der Alte zu tun gedenkt. Müssen wir das auch ausgerechnet hier veranstalten? Wieso konnten wir nicht ein paar Meilen weiterfahren?
Der Alte lässt eine Flüstertüte auf die Brücke reichen. Mit düsterem Blick steht er da und wartet ab. Keiner von uns versteht ein Wort von dem was die Seeleute rufen - wir können schließlich kein Griechisch.
Als die Rettungsboote noch etwa fünfzig Meter entfernt sind, nimmt der Alte die Flüstertüte vor den Mund: "Go away! Go away, or we will shoot you!"
Na das ist ja eine glänzende Idee Herr Kaleun. Wirklich grandios. Jetzt auch noch die Rettungsboote in Stücke schießen?
Die Männer an Deck beobachten die ganze Szene aus den Augenwinkeln, während sie sich weiter an den Torpedos zu schaffen machen.
"Die kommen immernoch auf uns zu, Herr Kaleun" sagt der I WO, der hinter mir steht.
Die Boote sind vielleicht noch dreißig Meter entfernt. Da wendet sich der Alte zur Flakbedienung: "Knallen Sie denen mal ein paar Schuss vor den Bug!"
Wenige Augenblicke später bellt die Zwozentimeter los und jagt sechs, sieben Granaten vor das erste Rettungsboot in die See.
Sofort herrscht Ruhe. Die Schiffbrüchigen starren uns mit großen Augen und offenen Mündern an. Niemand sagt mehr ein Wort.
"Na also" murmelt der Alte.
Die griechischen Seeleute haben so was wohl nicht erwartet. Sie sind sichtlich verwirrt und wissen aus der Situation nichts zu machen. Aber das Signal war eindeutig. Ihnen bleibt jetzt nichts anderes übrig, als umzudrehen. Ein, zwei Minuten dümpeln die Boote noch herum, dann wenden sie und entfernen sich langsam.

Einerseits kann ich den Alten verstehen. Zwanzig wildgewordene Griechen auf dem Oberdeck während wir in Seelenruhe unsere Torpedos verstauen - das ist riskant. Weiß der Teufel, was die anstellen, wenn die erstmal auf dem Boot sind.
Andererseits: müssen wir ihnen nicht helfen? Sie hätten sogar noch einigermaßen gute Chancen. Wir sind nicht weit von England entfernt. Und außerdem ist die Wahrscheinlichkeit, dass hier bald wieder ein Schiff vorbeikommt, auch recht groß.
Ich denke noch eine Minute nach, dann wende ich mich an den Alten: "Herr Kaleun?"
"Was ist denn?" gibt der Alte gereizt zurück.
"Vielleicht sollten wir den Seeleuten doch helfen. Wenigstens eine Karte und einen Kompass sollten wir ihnen geben. Wir sind nur hundert Meilen vor der Küste Englands... da könnten sie..."
Dem Alten fällt die Kinnlade herunter. Oje, was habe ich getan. Es sieht fast so aus, als wollte er mir an die Gurgel gehen. Stattdessen hebt er nur die Augenbrauen und atmet tief durch. Da hab ich wohl noch mal Glück gehabt. Er wiegt den Kopf hin und her und verzieht die Mundwinkel. Er ringt um eine Entscheidung.
"Das ist nicht ungefährlich in unserer Situation, II WO. Das wissen sie doch. Die Brüder scheinen auch ziemlich aufgebracht darüber zu sein, dass wir ihren Kahn versenkt haben. Ich will die jetzt lieber nicht an Deck haben."
"Ich glaube nicht, dass die irgendetwas Dummes anstellen werden. Wir haben denen einen Höllenschreck mit der Flak eingejagt" antworte ich darauf.
Der Alte wiegt wieder mit dem Kopf. Er denkt angestrengt nach. Natürlich wäre es ihm lieber, den Leuten zu helfen.
"Wenigstens Karte und Kompass" dränge ich wieder.
Der Alte nickt jetzt und starrt auf das Meer hinaus. Schließlich sagt er: "Na schön. Dann organisieren Sie das. Eine Karte und ein Kompass."
"Und vielleicht noch ein paar Lebensmittel?" füge ich hinzu.
"Ja, zum Teufel nochmal. Aber übertreiben Sie es nicht!"
"Jawohl, Herr Kaleun!" antworte ich und verschwinde im Turmluk. Kurz nach mir kommt der Alte auch herunter. Ich sehe ihn noch in seinem Schapp herumwühlen.
Karte und Kompass nehme ich selbst mit nach oben, die zwei Kisten Lebensmittel und vor allem Wasser werden später nach oben gereicht. Als ich wieder auf der Brücke stehe, ist der Alte schon wieder da. In seiner rechten Hand hält er eine P 38. Naja, denke ich mir. Sicher ist sicher. Schadet vielleicht nichts.
In der linken Hand hält er die Flüstertüte und beginnt nun, in Richtung der Boote zu rufen: "Get back! We will supply you with food!"
Gleichzeitig rudere ich mit den Armen und bedeute den Schiffbrüchigen, herzukommen.
In einem der Boote, die jetzt etwa zweihundert Meter entfernt sind, ist jemand aufgestanden. Der Alte wiederholt die Aufforderung. Einen Moment lang sind die Seeleute wohl etwas ratlos, doch dann kommen sie tatsächlich wieder zurück. Aha, die Herren verstehen also doch Englisch. Aber die müssen uns für total verrückt halten. Zuerst ballern wir ihnen mit der Zwozentimeter vor die Füße und dann sagen wir ihnen, sie sollen zurückkommen.
Inzwischen werden die beiden Lebensmittelkisten und das Trinkwasser heraufgereicht. "Kommen Sie mit", sagt der Alte zu mir. "Geben Sie das den Leuten."
Nacheinander klettern wir am Turm herunter und gehen auf das Achterdeck. Der Alte immer noch mit seiner P 38 in der Hand.

Ein paar Minuten später kommen die Schiffbrüchigen heran. Sie drängen sich alle ganz vorne in den Rettungsbooten, einige sind bereits aufgestanden. Sie wollen wohl direkt zu ans an Deck springen, wenn sie nah genug dran sind. Der Alte hebt die Pistole und poltert los: "Stay in your boat! Don't come on board!"
Die Seeleute fangen daraufhin wieder an zu lamentieren und zu zetern, bleiben aber dann doch in ihren Booten. Ich gebe ihnen die Karte und den Kompass sowie die Kisten mit den Lebensmitteln und sehe dabei, dass sie auch noch ein paar eigene Vorräte haben. Das dürfte dann erstmal reichen. Damit werden sie bestimmt acht bis zehn Tage auskommen, wenn sie sorgfältig rationieren.
Danach schiebe ich die Boote mit dem Fuß wieder weg. Doch die Männer machen keine Anstalten, zu verschwinden. Sie haben wohl immer noch die Hoffnung, zu uns an Bord zu kommen. Aber als sie die finstere Miene des Alten sehen und der Alte dann sogar noch den Hahn der Pistole spannt, haben sie es verstanden und beginnen damit, wegzurudern.
Na endlich, das wäre geschafft. Wenigstens wissen wir die Leute jetzt versorgt. Das ist schon ein beruhigendes Gefühl.

Nach einer Stunde sind die Torpedos unter Deck gebracht. Der Alte lässt die Flak festmachen und wir gehen mit langsamer Fahrt wieder auf unseren ursprünglichen Kurs. Wir sind nicht von Fliegern entdeckt worden, die Tommys haben uns in Frieden gelassen. Da können wir uns jetzt in Ruhe dem Mittagessen widmen. Die Stimmung an Bord ist sehr gut. Jeder freut sich, dass wir schon direkt zu Anfang so einen fetten Brocken versenkt haben. Aber am meisten dürfte sich der Alte freuen. Den griechischen Frachter eingerechnet, hat er jetzt runde achtundsiebzigtausend Tonnen. Da ist es zum Ritterkreuz nicht mehr weit.

Soni2
28-07-08, 01:51
Weiter so.

Kptl_Korth
28-07-08, 03:26
http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif

Magic1111
28-07-08, 03:31
Jepp, weiter so ! Sehr schön und spannend zu lesen ! Bin schon gespannt, wie´s weitergeht !

Viele Grüße,
Magic1111

prien1981
29-07-08, 12:01
moin ihr röhrenfahrer

ich will ja nicht unfömlich sein....
aber ATTACKE ATTACKE....
räusper... weiter so

gute fahrt
und
fette beute

Kptl_Korth
30-07-08, 02:40
10. Mai 1941

Es ist mitten in der Nacht, als von der Brücke schon wieder ein Schiff gemeldet wird. Sofort bin ich oben und suche mit meinem Fernglas in die Nacht hinein. Der Alte wurde auch schon geweckt und kommt wenige Augenblicke nach mir auf die Brücke. Das Schiff ist direkt voraus. Zuerst habe ich Schwierigkeiten, es zu finden. Aber als sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben, sehe ich es auch. Es ist ein kleines Frachtschiff. Wieviel Uhr haben wir jetzt? Kurz nach drei.
Es ist eine helle Nacht, der Mond strahlt sehr viel Licht ab. Der Alte gibt sofort Ruder- und Maschinenbefehle: "Steuerbord fünfzehn auf null-sechs-null Grad gehen. Beide Maschinen AK voraus."

http://img329.imageshack.us/img329/8278/derfrachterhx3.th.jpg (http://img329.imageshack.us/my.php?image=derfrachterhx3.jpg)
Der Frachter


Der Frachter steht genau im Neunzig-Grad-Winkel zu uns. Der Alte hat uns jetzt auf Parallelkurs gesetzt, um vor das Schiff zu kommen. Ich weiß schon, was er vorhat: Vorsetzen, tauchen, Sehrohrangriff. Bei diesem hellen Mondschein ist ein Sehrohrangriff möglich. Aber oft ist es nicht so hell. Dann sieht man im Sehrohr überhaupt nichts.
Der Alte wendet sich zu mir: "žII WO, können Sie die Flagge von dem Schiff erkennen?"
Ich nehme wieder das Fernglas vor. Angestrengt starre ich die Flagge an, die trotz des Mondlichts nur schwer zu erkennen ist. Wäre ja eine ziemlich unangenehme Situation, wenn wir hier ein neutrales Schiff angreifen würden. Einen Amerikaner zum Beispiel. Das würde einen riesen Skandal geben.
Ich schaue mir die Flagge genau an. Sie ist rot und oben rechts in der Ecke ist etwas blaues zu erkennen. Ein Engländer. Das muss ein Engländer sein. Keine Flagge sieht sonst so aus.
"Engländer, Herr Kaleun." sage ich.
"Sicher?"
"Ja, ganz sicher. Das ist ein Engländer."
"Na gut. Ich meine nämlich auch, die englische Flagge zu erkennen. Also dann. Gehen wir auf die Jagd!"
Etwa zehn Minuten lang fahren wir mit AK, dann haben wir uns schon weit genug vorgesetzt.

"Tauchen! Auf Sehrohrtiefe gehen!" befiehlt der Alte.
Es folgen einige Ruderkommandos. Wenn mich nicht alles täuscht, liegen wir jetzt wieder im Neunzig-Grad-Winkel zum Frachter. Die E-Maschinen laufen auf langsamer Fahrt, wir schleichen mit vier Knoten durch die See.
Jetzt heißt es wieder: warten. In ein paar Minuten müsste das Schiff in optimaler Schussposition stehen.
Der Alte, der inzwischen das Sehrohr ausgefahren hat, berichtet wieder: "Sally Hill heißt das Schiff."
Wir sind im Mondluv, der englische Frachter muss sehr hell vom Mond beleuchtet werden. Andernfalls könnte der Alte nicht den Namen erkennen.

http://img187.imageshack.us/img187/5319/sehrohrvonu331fc9.th.jpg (http://img187.imageshack.us/my.php?image=sehrohrvonu331fc9.jpg)
Das Sehrohr von U-331


"I WO, schauen Sie mal im Schiffsregister."
Das Schiffsregister gibt uns wieder alle Informationen, die wir brauchen. Die Sally Hill ist ein kleines Frachtschiff mit zweitausendvierhundertzwei Bruttoregistertonnen. Außerdem verrät uns das Register auch, dass die Sally Hill tatsächlich unter englischer Flagge fährt.
Und schon geht es los. Der Alte lässt Rohr eins bewässern und gibt danach die Zieldaten an. Dann lässt er die Mündungsklappe öffnen. Es dauert noch einige Minuten bis wir schießen können. In der Zentrale herrscht absolute Stille. Alle verharren in größter Spannung auf ihren Plätzen.

http://img210.imageshack.us/img210/7918/sehrohrangriffauffrachtsu5.th.jpg (http://img210.imageshack.us/my.php?image=sehrohrangriffauffrachtsu5.jpg)
Der Frachter im Sehrohr


Ich denke mir: lange können das die Engländer nicht mehr durchhalten. Ihre Handelsschiffe werden reihenweise versenkt. Und England ist – wie fast jedes Land – auf die Handelsschiffe angewiesen, umso mehr noch, da es eine Insel ist. Die ganzen wertvollen Güter wie Öl, Maschinenteile, Nahrungsmittel, Metalle, Waffen, Munition und so weiter und so fort, diese ganzen Güter werden systematisch auf den Meeresgrund geschickt. Ohne diese Güter ist England nicht mehr in der Lage, Krieg zu führen. Und nicht zu vergessen der Verlust von Schiffsraum. Was nützt einem Öl im nahen Osten, wenn man kein Schiff mehr hat, dass es transportieren kann? Nein, lange kann es nicht mehr dauern, bis England kapitulieren muss. Es sei denn... tja, es sei denn, Amerika tritt in den Krieg ein. Dann sieht die Rechnung schon wieder ganz anders aus. Aber noch gibt es keine Anzeichen dafür. Die Amerikaner haben sich bisher schön herausgehalten. Man kann nur hoffen, dass das so bleibt.
"Rohr eins los!" kommt es aus dem Turm.
Der Befehl lässt mich aus meinen Gedanken hochschrecken. Sofort ist die Anspannung wieder da. Ich lausche gebannt und warte. Zehn Sekunden, zwanzig Sekunden. Warten, warten, warten. Diese Warterei nach den Torpedoabschüssen macht mich noch wahnsinnig! Wenn ich wenigstens das Ziel sehen könnte, dann könnte ich es besser ertragen.
Doch nach vierzig Sekunden kommt die Erlösung: ein dumpfer Paukenschlag verrät uns, dass der Torpedo getroffen hat. Erleichterung macht sich breit. Der Obersteuermann grinst mich zufrieden an.

http://img75.imageshack.us/img75/5678/torpedowirdabgeschossennh3.th.jpg (http://img75.imageshack.us/my.php?image=torpedowirdabgeschossennh3.jpg)
Torpedo wird geschossen


http://img65.imageshack.us/img65/4506/torpedotrefferauffrachtgx8.th.jpg (http://img65.imageshack.us/my.php?image=torpedotrefferauffrachtgx8.jpg)
Treffer!


Der Alte beobachtet unterdessen die Wirkung des Torpedotreffers. Nach zwei Minuten sagt er erstaunt: "Der fährt einfach weiter! Unglaublich! Der ist nicht einmal langsamer geworden!"
Es scheint wohl wieder kein optimaler Treffer gewesen zu sein. Sonst würde das kleine Schiff nicht scheinbar unbeeindruckt weiterfahren. Aber selbst wenn der Torpedo sehr weit vorne oder achtern getroffen hat, ist das Schiff zumindest schwer beschädigt.

Noch einige Minuten guckt sich der Alte den angeschossenen Frachter im Sehrohr an. Dann stößt er wilde Flüche aus. Das Schiff macht wohl wirklich keine Anstalten zu sinken. Aber einen zweiten Torpedo wird der Alte wohl nicht mehr schießen wollen. Das wäre Verschwendung. Ganz abgesehen davon, dass jetzt aus diesem Winkel sowieso kein vernünftiger Schuss mehr möglich ist. Der Frachter ist ja weitergefahren.
Der Alte fährt das Sehrohr ein und kommt aus dem Turm heruntergeklettert. Er ist kurz davor, vor Wut zu explodieren, ich sehe es ihm an. Sein Gesicht verzieht sich zu einer Grimasse. "Auftauchen!" befiehlt er ein wenig zu laut. Dann kommt er zu mir. "II WO, lassen Sie das Deckgeschütz besetzen wenn wir oben sind!"
"Jawohl, Herr Kaleun!" antworte ich. Sofort trommele ich die Geschützbedienung zusammen.
Also versenken wir den Frachter mit dem Geschütz.

Es ist 3:28 Uhr als wir auftauchen. Ich klettere vom Turm herunter an Deck. Die Geschützmannschaft folgt mir und macht die Kanone klar. Der Frachter ist nur wenige hundert Meter entfernt. Er hat uns das Heck zugedreht. Feuer lodert auf dem Achterdeck.
Verdammt noch mal! Wieso rettet sich die Besatzung nicht? Oder glaubten die ernsthaft, uns noch entkommen zu können?
"Sprengmunition!" befehle ich.
Die Granaten werden durch das Turmluk herauf und dann zu uns nach vorne an das Geschütz gegeben.
"Haltepunkt ist ein Meter über Wasserlinie!" sage ich, während ich das angeschlagene Schiff durch das Fernglas beobachte.
Die erste Granate gleitet in den Verschluss der Kanone.
"Bereit!" meldet der Ladeschütze.
Da ruft der Alte schon von der Brücke herunter: "Feuererlaubnis!"
Im selben Moment befehle ich: "Feuer!"
Ein Knall, die erste Granate jagt in Richtung des Frachtschiffs. Fast ohne Verzögerung blitzt es am Schiffsrumpf auf. Treffer. Sekunden später wird die Kanone wieder bereit gemeldet.
"Feuer!"
Wieder ein Einschlag. Es folgt Schuss auf Schuss.
Nachdem wir vier Treffer erzielt haben, gibt es plötzlich eine heftige Explosion auf dem Achterdeck des Schiffes.

http://img257.imageshack.us/img257/5484/deckgeschtzfeuertrk1.th.jpg (http://img257.imageshack.us/my.php?image=deckgeschtzfeuertrk1.jpg)
Deckgeschütz feuert


"Feuer einstellen!" ruft der Alte.
Das scheint es schon gewesen zu sein. Der Frachter sackt deutlich sichtbar weg. Also wieder runde zweitausendfünfhundert Tonnen versenkt.
Im Licht der Flammen erkenne ich, dass einige Besatzungsmitglieder über Bord springen. Sie rufen irgendetwas, aber ich kann sie nicht verstehen weil der Wind ungünstig steht.
Helfen können wir den Schiffbrüchigen nicht. Wir können sie nicht an Bord nehmen. Und Lebensmittel können wir ihnen auch nicht geben. Die Leute treiben schließlich verstreut im Wasser herum. Wenn sie in einem Boot säßen, wäre es etwas anderes. So müssen wir sie ihrem Schicksal überlassen. Ihre überlebenschancen sind gering. Wenn nicht innerhalb der nächsten Stunden ein Schiff vorbeikommt und sie auffischt, werden sie... Ich darf hier nicht weiterdenken. Das ist nicht gut. Damit zerstöe ich mich nur. Wir haben Krieg. Das ist unsere Pflicht. Wir müssen das tun. Und weder ein Kaleun, noch ein II WO hat Einfluss darauf. Und außerdem: nehmen die Engländer denn Rücksicht auf uns? Die Tommys bekämpfen uns doch schließlich auch wo sie können!
Aber dann denke ich mir: ist das ein Grund, unschuldige Seeleute zu ersäufen?
Ich fühle mich hundeelend. Ich muss mich heftig zusammenreißen, um nicht meine Fassung zu verlieren. Ich habe diesen elenden Krieg so satt!

Während ich das Geschütz wieder sichern lasse, dreht das Boot schon nach backbord. Der Alte muss einen Ruderbefehl gegeben haben. Ich klettere am Turm hoch auf die Brücke, die Geschützmannschaft verschwindet im Turmluk. Durch das Fernglas beobachte ich das sinkende Frachtschiff. Es sinkt rasch mit dem Heck voran. Nach einer Minute ist es ganz verschwunden.
Wieviel haben wir bis jetzt versenkt? Ich rechne nach: sechstausendvierhundert Tonnen der C2-Frachter und jetzt noch einmal zweitausendvierhundert Tonnen. Macht zusammen knapp neuntausend Tonnen! Das ist schon eine reife Leistung. Neuntausend Tonnen, und wir sind erst zwei Tage auf See.

http://img214.imageshack.us/img214/4153/frachtersinktep8.th.jpg (http://img214.imageshack.us/my.php?image=frachtersinktep8.jpg)
Frachtschiff sinkt

Soni2
30-07-08, 08:24
Sehr schön. Dann wird sich für die anderen Aale auch noch eine passende Gesellschaft finden lassen http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif

Soni2
31-07-08, 17:00
Und wanns gehts weiter? Wollen doch wissen, ob dein Kommandant noch sein Halseisen bekommt.

Kptl_Korth
03-08-08, 01:33
Tja, ich hatte in den letzten Tagen irgendwie eine kleine Schreibblockade. Aber bald geht's weiter!

Magic1111
03-08-08, 09:59
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><div class="ip-ubbcode-quote-title">quote:</div><div class="ip-ubbcode-quote-content">Zitat von Kptl_Korth:
Tja, ich hatte in den letzten Tagen irgendwie eine kleine Schreibblockade. Aber bald geht's weiter! </div></BLOCKQUOTE>

...das kommt wohl davon, dass Dein Kaleu so unter "Halsschmerzen" leidet ?! http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif

(Halsschmerzen = Damals umgangssprachlich für Jemanden, der nach dem Ritterkreuz gierte. Da RK Halsorden...)

Viele Grüße und freue mich auf Fortsetzung !

Magic1111

Soni2
04-08-08, 02:56
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><div class="ip-ubbcode-quote-title">quote:</div><div class="ip-ubbcode-quote-content">Zitat von Kptl_Korth:
Tja, ich hatte in den letzten Tagen irgendwie eine kleine Schreibblockade. Aber bald geht's weiter! </div></BLOCKQUOTE>

Mach Dir keinen Streß. Die Ideen für eine gute Geschichte müssen richtig reifen, wie guter Wein.

Kptl_Korth
04-08-08, 05:20
So isses! Da kanns dann schonmal etwas dauern, bis man etwas brauchbares zu Papier gebracht hat.

Soni2
08-08-08, 09:36
Du wirst uns aber doch nicht untreu, oder? Wir wollen doch mit U-331 mitfiebern http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif Nicht aufgeben!

Magic1111
08-08-08, 15:18
Moin !

Nur Mut und weiterschreiben ! Ich will auch wissen, wie´s weitergeht !

Viele Grüße,
Magic1111

Schleicher007
09-08-08, 03:14
http://forums.ubi.com/images/smilies/cry.gif

Immer noch nix!Schade,aber ich hoffe doch auf eine Fortsetzung wie meine Vorredner und die "stillen"Leser auch.Nur Mut und ran an den "Feind" http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif

Gruß und immer 'ne Handvoll Wasser unter'm Kiel!!!

Kptl_Korth
09-08-08, 10:14
http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif Danke danke, Leute! Ja ich hab jetzt endlich wieder etwas zu Papier gebracht. Werde ich morgen reinstellen. Aber vorerst passiert nichts besonderes mehr. Bin jetzt zwei Wochen bei Sturm in meinem PQ rumgeschippert, ohne Feindkontakt. Aber der Showdown kommt noch. Habe jetzt einen Geleitzug gefunden...

Magic1111
09-08-08, 15:16
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><div class="ip-ubbcode-quote-title">quote:</div><div class="ip-ubbcode-quote-content">Zitat von Kptl_Korth:
http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif Danke danke, Leute! Ja ich hab jetzt endlich wieder etwas zu Papier gebracht. Werde ich morgen reinstellen. Aber vorerst passiert nichts besonderes mehr. Bin jetzt zwei Wochen bei Sturm in meinem PQ rumgeschippert, ohne Feindkontakt. Aber der Showdown kommt noch. Habe jetzt einen Geleitzug gefunden... </div></BLOCKQUOTE>

Moin !

Aha ! Dann ist´s bis zum Ritterkreuz für Deinen Kaleu wohl doch nicht mehr weit ! http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif

Na, mal sehen, wie´s weitergeht !

Viele Grüße,
Magic1111

Kptl_Korth
10-08-08, 08:38
11. Mai

Die folgenden Tage sind wieder so ruhig, dass sich schon Langeweile breit macht. Der Obersteuermann hantiert laufend mit seinen Stoppuhren herum (weiß der Teufel, was er damit ständig misst), und dem LI hängen die Mundwinkel so tief herunter, dass sie fast auf dem Boden schleifen. Beim LI kann ich es noch einigermaßen verstehen. Es gibt seit ein paar Stunden irgendwelche Probleme mit dem Backborddiesel, die er nicht in den Griff bekommt. Was ich aus den Meldungen an den Alten herausgehöt habe, zündet wohl ein Zylinder nicht. Das ist zunächst noch nicht so wild, der Motor läuft weiter. Aber er kann dann keine volle Leistung bringen, wenn es drauf ankommt.
Einzig der Alte grinst wie ein Honigkuchenpferd. Kein Wunder. Bei der Tonnage, die er bisher versenkt hat.
Beim Mittagessen reden wir nicht viel. Der LI stochert in seinem Essen herum wie ein trotziges Kind und der I WO schaut verträumt in die Gegend. Nur der Alte hat wieder sein breites Grinsen aufgesetzt. Mit riesigen Bissen verleibt er sich das Mittagessen ein. "Na, LI! Wie sieht es aus? Schon mit dem Diesel weitergekommen?"
"Noch nicht, Herr Kaleun." muffelt der LI.
Die Sache scheint ihm wirklich an die Nieren zu gehen. Sein geliebter Diesel funktioniert nicht mehr richtig. Und er kann ihm nicht helfen! Eine Tragödie...

Am Nachmittag gehe ich auf die Brücke. Der Wind ist stärker geworden und an der Kimm ist ein durchgehendes, schwarzes Wolkenband zu sehen. Das ist gar nicht gut. Sieht verdammt nach Sturm aus. Das würde uns gerade noch fehlen. Nicht nur, dass dann die Sicht auf wenige Kilometer schrumpfen würde. Auch Torpedos könnten wir dann nicht mehr so ohne weiteres schießen. Bei Tiefeneinstellungen von vier oder fünf Metern würde es dann immer noch zu Oberflächendurchbrechern kommen. Die Torpedos würden mehr Zeit in der Luft als im Wasser verbringen. Da wäre ein Angriff nicht möglich. Zumal Oberflächendurchbrecher mit Magnetpistole zu Frühzündungen neigen.

Als ich nach einer halben Stunde in die Zentrale herunterkomme, steht der Obersteuermann wieder mit der Stoppuhr am Kartentisch und drückt wild darauf herum. Jetzt halte ich es nicht mehr aus. Ich gehe zu ihm hin und stelle mich neben ihn. "Was messen Sie da eigentlich die ganze Zeit, Böhmer?"
Der Obersteuermann, der in Gedanken versunken war, guckt mich plötzlich mit großen Augen an. "Ähm... ich messe... öhh... ähmm... ja eigentlich messe ich gar nichts, Herr Leutnant."
"Warum legen Sie die Stoppuhr dann nicht wieder hin?" schlage ich vor.
Der Obersteuermann tut, wie ihm befohlen und legt die Stoppuhr wieder auf den Kartentisch. Dann senkt er den Blick und steht nun da, als hätte man ihm gerade eine Tracht Prügel verpasst.
Ach herrje. Jetzt habe ich den Obersteuermann um sein einziges Spielzeug gebracht.
Damit er trotzdem nicht vor Langeweile sterben muss, weise ich ihn an, mir seine Eintragungen auf der Karte zu erläutern.
Aber eigentlich interessiert mich das alles ziemlich wenig. Ich versuche mich nur ein wenig abzulenken, bis meine Wache beginnt.

Spät am Abend begegne ich dem LI in der O-Messe. Er grinst dermaßen breit, dass es ihm fast das Gesicht zerreißt. Ich kann mir schon denken, warum.
"Der Diesel ist repariert!" sagt er mit Triumph in der Stimme.
"Wirklich? Das ist ja... nun... sensationell! Herzlichen Glückwunsch, LI!"
"Vielen Dank!"
Dann rauscht er wieder in Richtung Maschinenraum ab. Naja, wenigstens ein Problem weniger.

Mitten in der Nacht wache ich auf. Das Boot schlingert so stark, dass es mich fast aus der Koje wirft. Draußen jault und heult es furchtbar. Meine Befürchtung hat sich also bestätigt. Der Sturm ist da.
Ich habe Schwierigkeiten, wieder einzuschlafen. Es schaukelt so heftig, dass man keine Sekunde ruhig liegen bleibt. So lasse ich mich zunächst einfach hin und her werfen und hoffe, dass ich irgendwann so müde werde, dass ich doch einschlafe. Aber nach einer halben Stunde wird mir die Sache zu lästig. Ich steige aus der Koje und gehe in die O-Messe. Dort klemme ich mich so zwischen die Back, dass ich einigermaßen ruhig sitze. Ja, das ist schon viel besser! Ich würde zwar lieber im Liegen schlafen, aber wenn das die einzige Möglichkeit ist... In der Back eingeklemmt schlafe ich nach wenigen Minuten wieder ein.



12. Mai

Am Morgen gehe ich auf die Brücke. Der Sturm ist fast unerträglich. Man kann kaum die Augen aufmachen, weil der Wind einem den Regen mit fürchterlicher Wucht ins Gesicht peitscht. Dazu ist jetzt auch noch Nebel aufgekommen, was die Sicht stark einschränkt. Das wird eine Freude, wenn ich heute meine Wache gehen muss. Der Alte hat aber zum Glück die Wachen schon verkürzt. Es werden jetzt zwei Stunden Wache gegangen, dann folgen zwei Stunden Tauchfahrt. Das ist gut, denn länger als zwei Stunden kann man es auf der Brücke sowieso nicht aushalten. Und die zwei Stunden Tauchfahrt kann man zum Schlafen nutzen. Dann schlingert das Boot schließlich auch nicht mehr.
Eine gute Seite hat das Wetter: es hält uns die Bienen vom Hals. Bei diesem Orkan brauchen wir vor Flugzeugen keine Angst zu haben. Die Tommy-Piloten sitzen jetzt alle auf ihren Flugplätzen fest und können sich nicht mehr hinauswagen.
Bei so einem Wetter möchte ich nicht in einem Geleitzug fahren. Und schon gar nicht auf einem Zerstöer. Diese Blechkästen sind für solche Windstärken nicht ausgelegt. Es ist schon mehr als einmal passiert, dass ein Zerstöer bei so einem Wetter abgesoffen ist. Aber die Tommys können es sich nicht aussuchen. Die müssen ihre Zerstöer bei diesem Wetter im Geleitzug fahren lassen. Wir müssen uns da gar keine Sorgen machen. Unser Boot kann nicht sinken. Da könnten wir in einen Taifun kommen. Vollkommen egal. überhaupt gibt es kein seetüchtigeres Schiff als ein U-Boot. Jedes noch so große Schiff kann in einem heftigen Sturm sinken. Wir nicht. Wir machen einfach das Turmluk dicht und das war's. Und wenn es uns zu bunt wird, dann tauchen wir eben. In fünfzig Meter Wassertiefe gibt es keinen Sturm mehr. Ist schon eine tolle Sache!



13. Mai

Wir stehen jetzt in der oberen, linken Ecke von Planquadrat AM 28. Gegen Mitternacht lege ich mich in die Koje. Aber die Ruhe währt nicht lang. Der I WO weckt mich um 1:20 Uhr und drückt mir ein FT in die Hand:

GELEITZUG IN QUADRAT AM 18 GESICHTET. GENERALKURS UM 90 GRAD, GESCHWINDIGKEIT 7 SEEMEILEN.

Ich bin noch schlaftrunken und muss das FT zweimal lesen, bevor ich es verstehe. Es kommt von einem anderen Boot, U-86. Langsam steige ich aus der Koje und taumele Richtung Kugelschott.
Als ich in die Zentrale komme, ist der Alte schon da. Er ist über den Kartentisch gebeugt. Als er mich sieht, dreht er sich um: "Hauen Sie sich mal wieder hin, II WO. Die ganze Sache hat keinen Sinn. Wir können da nicht angreifen. Der Sturm ist viel zu heftig. Die Brüder müssen wir diesmal ziehen lassen."
Das hatte ich schon fast befürchtet. Schon am Abend war der Nebel so dicht geworden, dass wir kaum noch etwas sehen konnten. "Hundert Meter Sicht" hatte die Brückenwache gemeldet. Bei diesem Wetter ist es ganz unmöglich, einen Angriff zu fahren. Da hilft alles nichts. Der Geleitzug ist für uns verloren. Und das, obwohl wir ihn leicht erreichen könnten.
Dem Alten steht die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Ich drehe mich um und gehe wieder in die Koje. Auch ich bin enttäuscht. Das wäre eine große Chance gewesen. Und dann macht uns ausgerechnet das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Eine Sauerei ist das!

Kptl_Korth
10-08-08, 09:16
14. Mai

Wir haben unser Operationsgebiet erreicht. Jetzt beginnen die Suchkurse. Weit ausholende Zickzack- und Schlängellinien innerhalb des Planquadrats. Der Sturm hat nicht nachgelassen. Unablässig werfen die Wellen das Boot hin und her. Es ist schwierig, voran zu kommen.
Im Boot herrscht eine widerliche Atmosphäre. Die Luft ist feucht, die Flurplatten sind feucht, sämtliche Hebel, Ventile, Handräder ja sogar die Decken in den Kojen sind feucht. Das tut den Lebensmitteln nicht gut. In wenigen Tagen wird das Brot durch und durch verschimmelt sein. Eine Schande ist das. Und wahrscheinlich wird nicht nur das Brot schimmeln. Bestimmt schimmelt hier alles. In ein paar Tagen werden wir nur noch auf einem dichten, grünen Schimmelteppich gehen. Vielleicht wachsen ja sogar Bäume in der Zentrale. Wundern würde es mich nicht bei dem Klima.



15 . Mai

Stunde um Stunde fahren wir unseren Suchkurs. Es kommen keine wirklich wichtigen Funksprüche herein. Nur U-202 meldet die Versenkung von zwei Frachtern mit zusammen sechstausendfünfhundert Tonnen. Ansonsten empfangen wir nur die üblichen Standort- und Statusmeldungen.
So kämpfen wir uns weiter durch den Sturm und öden uns gegenseitig an. Einige Männer von der Besatzung sind seekrank geworden. Der Sani soll ihnen zwar helfen, aber wir können hier an Bord nicht viel gegen Seekrankheit tun. Sie müssen das Geschlinger wohl oder übel ertragen und können nur hoffen, dass wir bald aus dem Sturmtief herauskommen.
Auch mir macht der Sturm zu schaffen. Ich erinnere mich noch genau an meine zweite Unternehmung. Da waren wir in der Nähe von Island unterwegs und sind auch in ein Sturmtief hineingeraten. Fast zwei Wochen hielt der Orkan an. Das war eine höllische Sache. Sowas macht einen fertig auf Dauer.

http://img149.imageshack.us/img149/9445/u331imsturmfv4.th.jpg (http://img149.imageshack.us/my.php?image=u331imsturmfv4.jpg)
U-331 im Sturm


Von den hundertvierzig Kubikmetern Treiböl, die wir zu Beginn der Fahrt gebunkert hatten, sind noch knapp hundert Kubikmeter übrig. Das ist noch eine ganze Menge. Vorerst müssen wir uns keine Sorge um den Brennstoffverbrauch machen. Wir haben auch noch massenweise Reserve für die Jagd, bei der ja erfahrungsgemäß viel Brennstoff zum Teufel gejagt wird. Wenn ich richtig gerechnet habe, benötigen wir für den Rückmarsch nach St. Nazaire etwa fünfundzwanzig Kubikmeter Treiböl, plus einer Reserve von zirka zehn Kubikmeter. Macht zusammen fünfunddreißig Kubikmeter. Also haben wir jetzt noch fünfundsechzig Kubikmeter zur freien Verfügung, was bei Marschfahrt von zehn Knoten für eine Strecke von gut dreitausend Seemeilen reicht.



16. Mai

Abends empfangen wir eine Aufforderung zur Standortmeldung für U-74. Ein Schreck durchfährt mich. U-74 ist das Boot, auf dem Hasemann fährt! Warum zum Teufel melden die sich nicht? Was ist da los?
Es gibt nur eine Erklärung: die Funkanlage muss zerstöt sein. Natürlich! Was sonst? Wahrscheinlich hatten die eine Wasserbombenverfolgung und jetzt haben sie ihnen die Funkanlage zerkloppt. Da kann man ja keinen Funkspruch absetzen! Ja, genau so muss es passiert sein. Wäre ja schließlich nicht das erste Mal. Schramm wird sich noch melden. Davon bin ich fest überzeugt. Ich glaube auch nicht, dass ihm etwas zugestoßen ist, schließlich ist er ein erfahrener Kommandant. Der hat bisher jede noch so schwierige Situation gemeistert. Unzählige Wasserbombenverfolgungen hat er schon hinter sich. Nie haben ihn die Tommys gekriegt. Ich denke da nur an diese Geschichte, wo Schramm von sage und schreibe drei Zerstöern in die Zange genommen wurde. Zehn Stunden haben die ihn verfolgt und fast zweihundertzwanzig Wasserbomben geworfen. Und Schramm ist entkommen! Natürlich, das Boot war ganz schön demoliert. Aber er ist entkommen.
Denkbar wäre aber natürlich auch, dass U-74 von einem Flugzeug angegriffen wurde. Flugzeugangriffe sind immer eine haarige Angelegenheit. Da kann es ganz schnell aus und vorbei sein... Aber daran will ich jetzt nicht denken.
Ich lege mich in die Koje und versuche, den Funkspruch zu vergessen. Der Funker hat eine Platte auf das Grammophon gelegt. "J'attendrai", eines meiner Lieblingslieder. Während leise im Hintergrund die Musik spielt, döse ich langsam ein.



17. Mai

Am nächsten Tag gehe ich schon früh morgens auf die Brücke. Der Sturm hat immer noch nicht nachgelassen. Es scheint so, als ob das Sturmtief unbeweglich über dem Planquadrat AM 24 steht und sich keinen Kilometer bewegt.
Lange halte ich es auf der Brücke nicht aus. Alle paar Sekunden rauschen mächtige Wasserschwälle auf mich herab. Nach zehn Minuten steige ich deshalb wieder hinunter ins Boot und setze mich in die O-Messe, um ein Buch zu lesen. Wenigstens ist so die tödliche Langeweile etwas besser zu ertragen.
Die Stimmung unter der Besatzung ist mittlerweile auf dem Tiefpunkt. Kaum einer redet mehr als nötig ist. Alle muffeln nur noch in der Gegend herum.



18. – 20. Mai

Die Tage vergehen, nichts passiert. Keine Kontaktmeldungen, keine Sichtungen, gar nichts. Der Sturm tobt immer noch und wird einfach nicht schwächer. Es ist, als ob wir dazu verdammt wären, bis an unser Lebensende bei Windstärke elf in Quadrat AM 24 herumzugurken.

Endlich, am 20. Mai, bekommen wir vom BdU ein neues Operationsgebiet zugewiesen. Wir sollen nun im Planquadrat AM 29 operieren. AM 29 ist ein Stück weiter südlich und in etwa vierundzwanzig Stunden zu erreichen. Ich habe die Hoffnung, dass wir dadurch dem Sturm entkommen. Es sind immerhin runde zweihundertfünfzig Seemeilen bis dahin.



21. – 24. Mai

Am nächsten Tag haben wir das neue Planquadrat erreicht und tatsächlich hat der Sturm nachgelassen. Wir haben zwar immer noch Windstärke acht, aber die See ist wesentlich ruhiger geworden. Es ist jetzt eher eine hohe, langgestreckte Dünung. Auch die Sicht ist jetzt viel besser geworden. Der Nebel ist verschwunden und der Himmel ist sogar annähernd wolkenlos. Was für eine Wohltat! Auch Torpedos können wir bei diesem Wellengang wieder schießen. Allerdings sind wir jetzt auch wieder den Flugzeugen ausgesetzt.
Mittags erreicht uns eine Kontaktmeldung von einem Seeaufklärer. Aber der Geleitzug ist zu weit entfernt. Keine Möglichkeit für uns, da heran zu kommen.
Wir werden hoffentlich trotzdem unsere Chance kriegen. Wir haben schließlich noch eine ganze Menge Torpedos an Bord. Es wäre schade, wenn wir die alle wieder nach St. Nazaire zurückbringen würden. Immerhin: neuntausend Tonnen haben wir ja schon versenkt. Das ist nicht wenig. Aber wenn wir jetzt noch einen Geleitzug angreifen könnten, wäre das natürlich der Höhepunkt der Unternehmung.

Von U-74 gibt es noch immer keine Nachricht. Ich versuche mir nach wie vor einzureden, dass Schramms Funkanlage defekt ist. Aber eigentlich glaube ich es schon nicht mehr. Ich kann mir nichts mehr vormachen: U-74 ist versenkt. Wenn der Funkkontakt abbricht, heißt das, dass das betreffende Boot abgesoffen ist. Es ist immer so.
Ich denke an Hasemann. Ich kann nicht glauben, dass er tot sein soll. Vor nicht einmal drei Wochen saßen wir noch im Offizierskasino, haben blöde Witze gerissen und uns mit Cognac besoffen.
Meine Güte, wenn ich damals gewusst hätte, dass ich ihn nie wieder sehen werde...

Soni2
11-08-08, 02:30
Sehr schön geworden http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif

Kptl_Korth
11-08-08, 09:41
Danke! Ich gebe mir Mühe...

Soni2
11-08-08, 10:38
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><div class="ip-ubbcode-quote-title">quote:</div><div class="ip-ubbcode-quote-content">Zitat von Kptl_Korth:
Ich gebe mir Mühe... </div></BLOCKQUOTE>

DAS merkt man in JEDEM Satz!

P.S.:
Ich hab mir sagen lassen, daß ich furchtbar zynischer Mensch wäre, und eine erhebliche Neigung zum Sarkassmus habe. Zur Abwechselung war das obige aber mal NICHT sarkastisch gemeint http://forums.ubi.com/images/smilies/88.gif

Kptl_Korth
11-08-08, 15:47
Ach was. Wirklich? Du und sarkastisch? Das hätte ich jetzt nicht gedacht. Aus deinen Äußerungen im Forum hatte ich eher geschlossen, dass du ein umgänglicher und friedlicher Typ bist. Tscha, so kann man sich täuschen! Aber ein bisschen Sarkasmus zwischendurch ist auch nicht schlecht http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif

Also: Weitermachen! http://forums.ubi.com/images/smilies/16x16_smiley-very-happy.gif

Soni2
11-08-08, 16:13
Tja, in Foren läßt sich Sarkasmus leider schlecht ausdrücken :/

Aber im Grunde hast Du recht. Ich bin im allgemeinen schon friedlich und umgänglich - muß ich bei meinem Job auch sein. Auch wenn mir der Sinn danach http://www.ubisoft.de/smileys/26.gif steht.

Fletcher_Z2
14-08-08, 15:00
Wirklich sehr schön geschrieben, anschaulich und lebendig. Bin schon gespannt, wie's weitergeht. Nur nicht nachlassen.

Magic1111
14-08-08, 16:30
Moin !

@ Kptl_Korth: Wieder sehr schön geschrieben, tolle Geschichte, sehr spannend ! Ruhig weitermachen, bin auf Fortsetzung sehr gespannt !

Viele Grüße,
Magic1111

Kptl_Korth
19-08-08, 16:54
Hallo an alle treuen Leser meines Feindfahrtberichts!

Da ich ab morgen in den Urlaub fahre, kann ich leider vorerst nichts mehr schreiben (ich mache unter anderem eine kleine Seereise durch die Nordsee nach England. Danach werde ich noch etwas in Holland Urlaub machen und in Belgien ein Museums-U-Boot besichtigen. Ich weiß nicht, ob das jemand kennt. Es ist ein sowjetisches Foxtrot aus den 60er-Jahren und es liegt in Zeebrugge. Da kann ich mich dann wieder für weitere Unterseeabenteuer inspirieren lassen... und vielleicht kann ich ja auch ein paar Fotos hier reinstellen, wenn es jemanden interessiert und erlaubt ist). Die nächsten zwei Wochen kommt also erstmal nichts mehr. Vorher stelle ich aber noch ein letztes Update hier rein. Ich hoffe es gefällt euch!

Beste Grüße von KL Korth!

Kptl_Korth
19-08-08, 17:05
25. Mai 1941


Um 6:34 Uhr erhalten wir eine Kontaktmeldung:

GELEITZUG IN QUADRAT AM 27 GESICHTET. GENERALKURS UM 140 GRAD, FAHRT 7 SEEMEILEN.

Ich beeile mich, um in die Zentrale zu kommen. Der Alte ist schon da und zirkelt auf dem Kartentisch herum. Wie weit ist der Geleitzug entfernt? Ist die Meldung interessant für uns? Wir haben zwar immer noch schweren Sturm, aber die Sicht ist mittlerweile recht gut. Ein Angriff wäre möglich.
Ich gucke auf die Karte. AM 27, das ist tatsächlich nicht weit weg. Das könnten wir erreichen.
"Wir operieren auf Geleitzug." teilt der Alte mir knapp mit.
Dann zirkelt er weiter auf der Karte herum. Er berechnet wohl einen Abfangkurs für uns. Das bedeutet, der Alte will tatsächlich angreifen. Wahrscheinlich hat er auch schon den BdU von seinen Angriffsplänen unterrichtet.
"Hmmm" brummelt er. "Das sieht wirklich nicht übel aus..."
Noch einige Minuten misst er mit Lineal und Zirkel auf der Karte herum, dann legt er beides zur Seite. Er hat anscheinend einen Kurs gefunden. Sogleich befiehlt er: "Auf Kurs null-fünf-null gehen. Beide Maschinen AK voraus!"
"Wann ist zusammentreffen zu erwarten, Herr Kaleun?" frage ich.
"In etwa fünf Stunden, wenn alles glattläuft" antwortet mir der Alte.
Fünf Stunden, das ist nicht mehr lange. Ich spüre, wie ich von Moment zu Moment aufgeregter werde. Wir sind auf der Jagd! Endlich bekommen wir unsere Chance. Nach dieser verdammten Gammelei im Sturm wurde das auch Zeit. Ich hatte schon nicht mehr damit gerechnet, dass wir noch etwas vor die Rohre bekommen.

http://img139.imageshack.us/img139/5078/dergeleitzugpj9.th.jpg (http://img139.imageshack.us/my.php?image=dergeleitzugpj9.jpg)
Der Geleitzug


Ich beschließe, auf die Brücke zu gehen und frische Luft zu schnappen.
Als ich oben bin, trampele ich von einem Bein aufs andere. Das ist eine furchtbare Spannung! Ich kann es kaum erwarten, dass wir angreifen. Wenn ich mich nur irgendwie beschäftigen könnte! Aber hier an Bord kann man ja nichts machen als entweder in der O-Messe an der Back zu hocken oder eben auf die Brücke zu gehen. Also versuche ich mich zu beruhigen und suche mit dem Fernglas die Kimm ab. Zentimeter für Zentimeter. Das hilft. Nach ein paar Minuten bin ich schon wesentlich ruhiger.
Trotzdem ziehen sich die folgenden Stunden endlos hin. Ich male mir aus, wie der Geleitzug aussehen könnte: Große Tanker, die bis zur Halskrause mit Benzin gefüllt sind. Schöne, dicke Frachter, randvoll mit Munition. Truppentransporter und fette Linienschiffe mit zwanzigtausend Tonnen... aber auch Geleitschiffe gehöen dazu. Fiese, schnelle Zerstöer, die mit Wasserbomben vollgepackt sind und nur darauf warten, ein verhasstes U-Boot damit traktieren zu können. Sofort wird mir mulmig. Was ist, wenn die uns vorher zur Schnecke machen? Wenn die uns unter Wasser drücken und uns so lange piesacken, bis wir am Ende sind? Plötzlich sehe ich vor mir ein U-Boot, das von einer Wasserbombe aufgerissen wird und dann in die Tiefe des Meeres wegsackt... Ach so ein Quatsch! Sowas wird nicht passieren. Der Alte ist ja auch nicht von gestern. Der macht es den Tommys nicht so einfach! Wird schon gutgehen!

Wir sind das einzige Boot, das auf den Geleitzug angesetzt wird. Im Moment gibt es keine anderen U-Boote hier in der Gegend. Das ist einerseits gut, denn so können wir den Zeitpunkt unseres Angriffs selbst bestimmen und müssen nicht warten, bis ein großer Rudelangriff koordiniert ist. Andererseits ist es aber auch ungünstig, denn so sind wir das einzige Ziel für die Zerstöer. Die Tommys können sich also ganz auf uns konzentrieren und müssen nicht mehrere Boote bekämpfen.
Nein. Ich glaube, es wäre mir doch lieber, wenn wir nicht alleine wären. Aber da können wir jetzt nichts machen. Da müssen wir durch. Den Angriff abbrechen können wir nicht. Wenn der Alte das tun würde, würde er in St. Nazaire vor ein Kriegsgericht kommen und erschossen werden. Wegen Feigheit vor dem Feind.

Um 10:37 Uhr bekommen wir eine weitere, aktuellere Kontaktmeldung von einem Seeaufklärer. Der Geleitzug ist jetzt nicht einmal mehr dreißig Seemeilen von uns entfernt. Bald müssten die ersten Rauchfahnen an der Kimm auftauchen.
Ich gucke durch das Fernglas und suche den Sektor direkt vor uns ab. Noch ist nichts zu sehen. Aber es kann sich nur noch um Minuten handeln. Immernoch preschen wir mit AK voran. Gute siebzehn Knoten machen wir.
Zwischendurch suche ich immer wieder den Himmel ab. Die ganze Sache ist mir nicht geheuer. Wenn jetzt ein Flugzeug auftaucht... Das wäre ein denkbar ungünstiger Moment. Das Flugzeug würde sofort unsere Position melden und die Zerstöer heranholen. Nicht nur, dass es dann mit dem Angriff aus und vorbei wäre. Wir säßen dann auch ganz schön in der Patsche.

"Fahrzeug in dreißig Grad!"
Das war der Obersteuermann. Seine Wache hat etwas entdeckt. Der Alte ist blitzschnell auf der Brücke. Ich folge ihm so schnell ich kann. Hinter mir kommt auch noch der I WO auf die Brücke.
"Da, in dreißig Grad!" sagt der Obersteuermann und deutet mit dem ausgestreckten Arm auf das Meer hinaus.
Ich gucke durch das Fernglas. Zuerst sehe ich nichts. Doch dann erkenne ich eine schwache Rauchfahne. Das ist doch kein Frachter! Oder doch?
Der Alte guckt sich das Schiff eine Minute lang an. Dann setzt er das Glas ab.
"Das ist der Feger." sagt er schließlich. "Wurde auch langsam Zeit."
Der Feger? Das ist schon der Feger? Meine Güte! Dann ist es jetzt so weit. Wenige tausend Meter dahinter folgt der Geleitzug!

http://img382.imageshack.us/img382/6567/derfegerfk4.th.jpg (http://img382.imageshack.us/my.php?image=derfegerfk4.jpg)
Der Feger


"Na dann wollen wir mal." sagt der Alte. "Einsteigen!"
Nacheinander klettern wir in die Zentrale hinunter. Der Alte steigt als Letzter ein und macht das Turmluk dicht.
"Tauchen! Auf Sehrohrtiefe gehen!" befiehlt er.
Was soll das denn jetzt? Will der Alte etwa den Zerstöer angreifen? Das ist doch heller Wahnsinn!
Aber dann sehe ich, dass der Alte zum Luftzielsehrohr geht und es ausfährt. Also anscheinend doch kein Angriff. Wahrscheinlich will er nur einen Rundblick nehmen.
Minutenlang beobachtet er, ohne seine Sichtungen an uns mitzuteilen. Dann ruft er den I WO und mich zu sich heran. Wir dürfen nun auch durch das Sehrohr gucken.
Zuerst ist der I WO dran. Dann komme ich an die Reihe.
Deutlich kann ich den Zerstöer erkennen. Er ist noch mindestens zweitausend Meter entfernt. Weiter links sind schon die ersten Schiffe aus dem Geleit zu erkennen. Vier Kolonnen, soweit ich es sehen kann. Es ist starker Wellengang und das Sehrohr wird immer wieder überspült. Das ist vorteilhaft für uns. Denn so können uns die Geleitschiffe kaum ausmachen. Bei diesem Seegang ist es praktisch unmöglich, ein Sehrohr zu erkennen, selbst aus kurzer Distanz.

http://img149.imageshack.us/img149/7739/derfegerimsehrohrds5.th.jpg (http://img149.imageshack.us/my.php?image=derfegerimsehrohrds5.jpg)
Der Feger im Sehrohr


http://img359.imageshack.us/img359/9228/dergeleitzugimsehrohrlj2.th.jpg (http://img359.imageshack.us/my.php?image=dergeleitzugimsehrohrlj2.jpg)
Der Geleitzug im Sehrohr


Der Alte fährt das Luftzielsehrohr wieder ein. Dann lehnt er sich an den Kartentisch und verschränkt die Arme.
Zunächst dachte ich ja, der Alte würde bis zum Einbruch der Dunkelheit Fühlung halten und dann einen Nachtangriff über Wasser fahren. Aber er hat anderes im Sinn. Sonst wären wir nicht getaucht. Er will also einen Unterwasser-Tagangriff durchführen. Mit dem Sehrohr. Na gut, mir soll es recht sein. Es ist im Prinzip egal, wie wir es machen.
Ich setze mich in den achteren Kugelschottrahmen. In wenigen Minuten wird das Feuerwerk beginnen. Dann räumen wir auf im Geleit. Ich bin gespannt, wie viel wir bei diesem Angriff versenken.
Mein Herz schlägt wie verrückt. Ich fange an zu zittern. Da oben fährt mit gemächlichem Tempo der Geleitzug, die Zerstöer jagen hin und her. Und hier unten lauern wir. Mit fünf Torpedos in den Rohren, bereit zum Abschuss. Keiner ahnt etwas! Niemand rechnet mit uns! Die werden ihr blaues Wunder erleben...

Der Alte geht in den Turm und fährt das Angriffssehrohr aus. Nach wenigen Augenblicken befiehlt er: "Auf Gefechtsstationen!"
In meinem Gedärm rumort es furchtbar. Diese elende Warterei! Wenn wir nur schon die Aale raushätten!
Zwanzig Minuten lang passiert gar nichts. Der Alte gibt nur hin und wieder Ruderbefehle. Dann befiehlt er plötzlich: "Rohr eins bis fünf klarmachen zum Unterwasserschuss!"
Ich habe keine Orientierung mehr. Wo sind wir? Stehen wir vor dem Geleit? Oder sind wir schon mittendrin? Wo ist der Feger? Und wo sind die anderen Geleitschiffe?
Der Alte gibt die Zieldaten herunter.
Es herrscht absolute Stille im Boot. Nur die langsamen, schwerfälligen Schraubengeräusche der Frachter sind zu höen.
Nur einen kurzen Moment später gibt der Alte schon die Befehle zum Abschuss der Torpedos. Die Rohre eins bis fünf werden in schneller Folge abgeschossen. Sofort nachdem die Torpedos die Rohre verlassen haben, fährt der Alte das Sehrohr ein und befiehlt: "Beide E-Maschinen kleine Fahrt voraus. Auf hundert Meter gehen."

http://img520.imageshack.us/img520/3748/torpedowirdgeschossenqj1.th.jpg (http://img520.imageshack.us/my.php?image=torpedowirdgeschossenqj1.jpg)
Torpedos werden geschossen


http://img356.imageshack.us/img356/1549/torpedoaufdemwegfa0.th.jpg (http://img356.imageshack.us/my.php?image=torpedoaufdemwegfa0.jpg)
Torpedo auf dem Weg


So schnell geht das also. Zuerst das Warten und die Minuten in Aufregung, und dann geht alles ruck zuck. Und der Alte scheint nicht einmal angespannt zu sein. Er hat seine Befehle ganz ruhig, fast gleichgültig gegeben. Für ihn scheint die ganze Sache ein Kinderspiel zu sein.
Das Boot beginnt schon, langsam abzukippen, als ein dumpfer Doppelschlag durch das Wasser dröhnt. Treffer! Da müssen zwei Torpedos fast gleichzeitig getroffen haben.
Ich atme stoßartig, mein Puls rast. Was ist mit den anderen Torpedos? Wo bleiben die Einschläge?
Quälende Sekunden vergehen, in denen nichts passiert. Das Boot taucht langsam immer tiefer. Wir passieren dreißig Meter, fünfunddreißig Meter, vierzig Meter.
Da! Wieder ein dumpfes Dröhnen! Dieses war der dritte Streich. Und noch ein Einschlag! Diesmal eindeutig achteraus. Also hat Rohr fünf auch getroffen!
Ich will laut herausbrüllen, will jubeln. Unsere Aale haben gesessen! Aber wir dürfen keinen Mucks von uns geben. Nur immer tiefer tauchen. Bloß kein Aufsehen erregen.

http://img375.imageshack.us/img375/8533/torpedotrefferauft2tankpx5.th.jpg (http://img375.imageshack.us/my.php?image=torpedotrefferauft2tankpx5.jpg)
Torpedotreffer auf T2-Tanker


http://img375.imageshack.us/img375/5897/t2tankerexplodiertpz2.th.jpg (http://img375.imageshack.us/my.php?image=t2tankerexplodiertpz2.jpg)
T2-Tanker explodiert


http://img212.imageshack.us/img212/3529/trefferaufc2cargo1nq6.th.jpg (http://img212.imageshack.us/my.php?image=trefferaufc2cargo1nq6.jpg)
Treffer auf C2-Cargo


http://img134.imageshack.us/img134/4392/trefferaufkleinenfrachtlt3.th.jpg (http://img134.imageshack.us/my.php?image=trefferaufkleinenfrachtlt3.jpg)
Treffer auf kleineren Frachter

Der Alte geht langsam in Richtung des Horchers. "Und?", fragt er jetzt mit gedämpfter Stimme. Der Horcher dreht an seinem Rad und starrt dabei ins Leere.
"Zerstöer peilt in sechzig Grad, weit entfernt" meldet er nun.
"Sonst keine Zerstöergeräusche? Wie sieht es direkt voraus aus? Nichts zu höen?"
"Nein, nichts, Herr Kaleun."
Der Alte geht jetzt in der Zentrale auf und ab. "Seltsam. Das ist wirklich seltsam. Sollte die Flankensicherung wirklich so weit entfernt sein, dass wir sie noch nicht höen können?"
Tja, das ist jetzt die große Quizfrage. Wo befinden sich die Zerstöer im Moment? Einer von ihnen, es muss der Feger sein, befindet sich jetzt steuerbord querab. Aber wo sind die anderen?
Die ganze Sache ist dem Alten nicht geheuer, das kann ich ihm ansehen. Er kaut auf seiner Unterlippe und geht weiter in der Zentrale auf und ab. Unvermittelt befiehlt er: "Backbord fünfzehn auf zwohundertzwanzig Grad gehen."
Wenn ich mich nicht irre, drehen wir jetzt um hundertachtzig Grad und fahren langsam wieder aus dem Geleit heraus.
Die Minuten vergehen, es passiert nichts. Der Horcher hat den Mund etwas geöffnet. Er dreht nervös an seinem Rad, dann meldet er: "Zerstöergeräusch in zweihundertachtzig Grad wird lauter, immer noch weit entfernt."
Aha, die Brüder schlafen also doch nicht. Aber wo sind die anderen Zerstöer? Das Geleit kann doch nicht nur von einem einzigen Sicherungsfahrzeug begleitet werden, oder?
Wir haben die hundert Meter erreicht. Ich gucke auf den Tiefenmesser. Der Zeiger steht genau auf der Grenze zum orangen Bereich. Glücklicherweise können wir noch ein ganzes Stück tiefer, wenn es nötig werden sollte. Bis auf etwa zweihundertdreißig Meter könnten wir im Notfall gehen. Danach wird es kritisch. Wann das Boot tatsächlich zerstöt wird, das kann keiner voraussagen. Ich will es auch eigentlich gar nicht so genau wissen.
"Schleichfahrt" befiehlt der Alte.
Um uns herum fängt es plötzlich an zu kreischen und zu krachen. Ich kenne es schon. Es sind die sinkenden Schiffe. Die geschundenen Schiffe schreien im Todeskampf. Eine verrückte Sache ist das. Es ist immer so, wenn ein Schiff sinkt. Es passiert immer dann, wenn ein Kahn ziemlich schnell absäuft. Denn dann gibt es im Inneren immer noch ein paar Räume, die nicht schnell genug mit Wasser volllaufen und mit Luft gefüllt bleiben. Wenn das Schiff dann sinkt und ersteinmal zwanzig oder dreißig Meter Wassertiefe erreicht hat, brechen die dünnen Blechwände von diesen luftgefüllten Räumen unter dem Wasserdruck. Die Bleche werden gewaltsam zerquetscht. Und genau das erzeugt dann diese furchteinflößenden Geräusche. Für uns ist das ein klares Indiz dafür, dass der betreffende Zossen wirklich abgesoffen ist. Unser Beweis, sozusagen.

http://img135.imageshack.us/img135/9619/t2tankersinktgw2.th.jpg (http://img135.imageshack.us/my.php?image=t2tankersinktgw2.jpg)
T2-Tanker sinkt


http://img135.imageshack.us/img135/3516/c2cargosinktwb9.th.jpg (http://img135.imageshack.us/my.php?image=c2cargosinktwb9.jpg)
C2-Cargo sinkt


http://img45.imageshack.us/img45/9472/kleinerfrachtersinktgt7.th.jpg (http://img45.imageshack.us/my.php?image=kleinerfrachtersinktgt7.jpg)
Kleiner Frachter sinkt


Der Alte wendet sich wieder zum Horcher: "Achten Sie mal auf die Sinkgeräusche. Wieviele Pötte saufen da ab?"
Der Horcher dreht wieder eifrig an seinem Rad. Es müssen mindestens zwei sinkende Schiffe sein. Denn es kommen eindeutig Geräusche von achteraus und voraus.
"Und?" drängt der Alte. "Was höen Sie?"
Der Horcher ist sich anscheinend noch nicht ganz sicher, denn er starrt nur mit leerem Blick und offenem Mund in die Gegend. Doch dann meldet er: "Zwei Schiffe achteraus, eines voraus!"
Also sogar drei Schiffe! Nicht schlecht. Drei Schiffe bei einem einzigen Angriff. Der Alte hat wirklich etwas weg. Auf dieser Unternehmung kann er sich das Ritterkreuz sichern. Ich würde zu gerne wissen, was das für Schiffe waren, die wir da aufs Korn genommen haben und wie groß sie waren. Aber den Alten kann ich jetzt schlecht fragen. Ist nicht gerade eine günstige Gelegenheit...
"Mal wieder auf den Zerstöer achten, Cramer" sagt er nun.

Ich verstehe immer noch nicht, dass der Horcher nur einen einzigen Zerstöer höt. Wo ist die Flankensicherung? Gibt es etwa keine? Machen das die Tommys überhaupt? Einen Geleitzug ohne Flankensicherung und nur mit einem Geleitschiff losschicken? Sollten es nicht mindestens drei Zerstöer sein? Und selbst wenn sie einige Seemeilen entfernt waren, müssten sie mit AK-Fahrt schon längst da sein. Ein Zerstöer macht in der Regel sechsunddreißig bis achtunddreißig Knoten bei AK.
Oder halten es die Tommys nicht für nötig, uns mehrere Schiffe auf den Hals zu hetzen? Sind sie sich ihrer Sache so sicher, dass sie nur einen einzelnen Zerstöer für unsere Jagd abstellen? Arrogant genug sind sie, die Tommys. Es wäre ihnen zuzutrauen.

http://img98.imageshack.us/img98/9441/zerstrerwi6.th.jpg (http://img98.imageshack.us/my.php?image=zerstrerwi6.jpg)
Zerstöer läuft auf U-331 zu


"Zerstöer läuft an in zwohundertachtzig Grad!" meldet der Horcher.
Ich klammere mich am Kugelschottrahmen fest. Jetzt geht es los. Jetzt kommen die Wasserbomben. Der Alte verliert keine Sekunde: "Beide E-Maschinen AK voraus, Ruder hart Steuerbord!" Dann wendet er sich zum LI: "Nochmal zwanzig Meter tiefer gehen."
Der Druckköper knackt und knarzt. Der Obersteuermann, der am Kartentisch lehnt, bewegt die Lippen, seine Augen sind weit aufgerissen. Spricht er ein Gebet?
Noch mache ich mir keine Sorgen. Hundertzwanzig Meter, das ist gar nichts. Wir können noch doppelt so tief, wenn wir müssen. Die Frage ist eben immer nur: wie tief schätzt uns der Feind? Wie tief stellt er seine Bomben ein? Fest steht, dass ihm sein Asdic nur sehr grob mitteilen kann, wie tief wir wirklich sind. Aber Glückstreffer kann es natürlich immer geben...

Leise sind nun die Zerstöergeräusche auch mit bloßem Ohr zu höen. Sie werden rasch lauter. Das hohe Singen der schnellen Dampfturbinen schneidet wie ein Messer in den Gehögang. Was für ein widerliches Geräusch! Das ist AK-Fahrt. Kein Zweifel. Die rauschen mit AK direkt auf uns zu!

EloKa-28-
19-08-08, 23:46
Erstmal meinen Glückwunsch zu den genialen AAR´s! List sich echt super!

In England kannst du dann ja auch beim russischen Kilo in Greenwich vorbei, das ist auch als Museumsboot in der Themse vertäut :-)

Magic1111
20-08-08, 13:12
Moin !

Tolle Fortsetzung, habe den Bericht wieder mit Spannung gelesen !

Sehr schön, weiter so !

Viele Güße,
Magic1111

Schleicher007
05-09-08, 07:39
Moin,moin,

lieber Kptl_Korth,
ich hoffe Du hattest 'nen schönen Urlaub und bist wohlbehalten wieder nach Hause gekommen!Ich weiß wie es nach dem Ankommen manchmal ist und möchte nicht drängeln...aber ich und bestimmt einige andere Mitkaleuns sind sehr gespannt auf eine Fortsetzung http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif .Bitte laß was von Dir höen,egal ob nur 'ne Antwort auf meinen Post,oder gleich mit der Geschichte.Mich würde es jedenfalls brennend interessieren wie es denn nun weiter geht!!

Gruß und immer 'ne Handbreit Wasser unter'm Kiel!!!

Schleicher

Kptl_Korth
06-09-08, 11:06
http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_eek.gif Wow! Hätte wirklich nicht gedacht, dass mein Feindfahrtbericht auf so viel positive Resonanz stößt! Vielen Dank!

Tscha, ich bin also wieder in good ol' Germany. Gerade angekommen. Mit meinem Feindfahrtbericht wird es bald natürlich weitergehen. Ich brauch jetzt nur ein paar Tage, um wieder ein bissel was zu schreiben...

Bis dann, ihr Seebären!

roteroktober200
06-09-08, 11:29
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><div class="ip-ubbcode-quote-title">quote:</div><div class="ip-ubbcode-quote-content">Zitat von Kptl_Korth:
Mit meinem Feindfahrtbericht wird es bald natürlich weitergehen.
</div></BLOCKQUOTE>

Das hoffe ich doch sehr!!! http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif

Kptl_Korth
06-09-08, 15:14
Ich hätte da auch noch eine generelle Frage (hat jetzt nichts mit meinem Feindfahrtbericht zu tun). Ich hab ja nun in Belgien dieses fesche Foxtrot besichtigt und auch ein paar Fotos gemacht. Ich hab mir überlegt, die Fotos hier ins Forum zu stellen, weiß jetzt aber nicht, ob das überhaupt erwünscht ist. Es hat ja schließlich nicht direkt etwas mit Silent Hunter III zu tun. Jetzt wollte ich wissen: darf man solche Fotos hier ins Forum stellen? Weiß zufällig jemand etwas darüber?

roteroktober200
06-09-08, 15:24
@Kptl_Korth

Natürlich kannst du die Fotos, hier in diesem Thread, reinstellen... http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif Das sollte kein Problem sein... nur ebend auf diesen (http://forums-de.ubi.com/eve/forums/a/tpc/f/469102863/m/1831098433) Beitrag achten.

Grüße Roteroktober

Kptl_Korth
07-09-08, 08:57
Alles klar. Danke für die Info, roteroktober. Dann werde ich mal ein neues Thema eröffnen. Denn hier passen die Fotos ja nicht wirklich...

Schleicher007
07-09-08, 13:25
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><div class="ip-ubbcode-quote-title">quote:</div><div class="ip-ubbcode-quote-content">Zitat von Kptl_Korth:
http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_eek.gif Wow! Hätte wirklich nicht gedacht, dass mein Feindfahrtbericht auf so viel positive Resonanz stößt! Vielen Dank!

Tscha, ich bin also wieder in good ol' Germany. Gerade angekommen. Mit meinem Feindfahrtbericht wird es bald natürlich weitergehen. Ich brauch jetzt nur ein paar Tage, um wieder ein bissel was zu schreiben...

Bis dann, ihr Seebären! </div></BLOCKQUOTE>

Juhu!!!Endlich gehts weiter...freue mich schon und welcome back!!! http://www.ubisoft.de/smileys/horsie.gif http://www.ubisoft.de/smileys/read.gif http://www.ubisoft.de/smileys/horsie.gif

Magic1111
09-09-08, 04:04
Freu´ mich auch schon auf die Fortsetzung... http://www.ubisoft.de/smileys/dancing_geek.gif

Viele Grüße,
Magic1111

Kptl_Korth
13-09-08, 10:27
"Wasserbomben!" ruft der Horcher mit mühsam unterdrückter Erregung in der Stimme. Ich halte mich noch fester am Schottrahmen fest. Noch wenige Sekunden, dann wird es knallen. Wie nah werden die Bomben explodieren?
KRRRAWUMMMM! Ein furchtbarer Doppelschlag wirft mich fast aus dem Kugelschott. Ich knalle mit der Nase an den Schottrahmen und sehe einige Augenblicke lang nur noch Sternchen. Die Beleuchtung fällt aus. Das war nah! Ich spüre, wie es unter meiner Nase langsam feucht wird. Ich muss bluten, und zwar ziemlich heftig. Schnell drücke ich mit dem Ärmel gegen meine Nasenlöcher. "Fundamentbolzen Backborddiesel gebrochen!" höe ich wie von weit her. Und schließlich melden sich noch andere Stimmen: "Abgasventile machen Wasser!"
"Luftverdichter ausgefallen!"
Wieder ein heftiger Schlag. Ein Poltern ist zu höen, jemand schreit laut auf. Und weitere Meldungen ertönen: "Hauptlenzpumpe ausgefallen!"
Die Beleuchtung funktioniert inzwischen wieder. Ich sehe den Alten, wie er sich am Luftzielsehrohr festhält und angestrengt mit den Kiefern kaut.
"Wassereinbruch im Dieselraum!" schreit eine Angststimme in die Zentrale. Der Alte ruckt mit dem Kopf herum: "LI, kümmern Sie sich darum. Ich fahre weiter!"
Der LI verschwindet nach Achtern. Der Alte lässt währenddessen mit der Fahrtstufe heruntergehen.
Noch eine vierte Explosion erschüttert das Boot. Diesmal etwas weiter entfernt. Die Zerstöergeräusche werden langsam leiser, bis sie mit bloßem Ohr überhaupt nicht mehr zu höen sind.

http://img353.imageshack.us/img353/3315/zerstrerwirftwasserbombar8.th.jpg (http://img353.imageshack.us/my.php?image=zerstrerwirftwasserbombar8.jpg)
Zerstöer wirft Wasserbomben


Der LI kommt nach zwei Minuten schon wieder zurück in die Zentrale. Also kann es so schlimm nicht gewesen sein. Ist wahrscheinlich nur ein kleines Ventil geplatzt oder etwas ähnliches. Ein Glück. Einen Moment lang hatte ich wirklich Muffensausen. "Wassereinbruch gestoppt!" meldet er und stellt sich wieder vor den Tiefensteuerstand.
Mann, Mann, Mann! Diese Serie lag verdammt gut! Wie weit mögen die Bomben entfernt gewesen sein? Man sagt, die britischen Wasserbomben haben einen letalen Radius von fünfzehn Metern. Schwere Schäden treten aber auch schon bei weit größeren Entfernungen zum Boot auf. Wie weit mag das jetzt gewesen sein? Vielleicht dreißig, vierzig Meter? Zwanzig Meter näher, und sie hätten uns gehabt. Dann wäre es jetzt aus und vorbei. Wir haben jetzt schon ganz schöne Schäden. Die Hauptlenzpumpe und der Luftverdichter sind ausgefallen und zusätzlich ist das Fundament von einem der Diesel gebrochen. Die Hauptlenzpumpe und den Luftverdichter wird der LI wohl wieder hinkriegen, aber das gerissene Fundament kann er nicht reparieren. Da hilft alles nichts. Wir können den Backborddiesel nicht mehr verwenden.

"Auf hundertsechzig Meter gehen!" befiehlt jetzt der Alte. Der LI gibt die nötigen Tiefenruderbefehle und das Boot neigt sich langsam nach vorne. Jetzt dreht sich der Alte zum Horcher: "Machen Sie Meldung!"
Der Horcher dreht seinen Kopf zu uns herüber und flüstert: "Zerstöer peilt in sechzig Grad. Wird leiser."
Na gut. Der erste Anlauf wäre überstanden. Jetzt haben wir wieder ein paar Minuten. Wir können nun versuchen, uns zu verdünnisieren.
"Schleichfahrt". Der Alte atmet tief durch. Ihm ist die Anspannung deutlich anzusehen. Schleichfahrt also wieder, zwei Knoten. Wie schnell kommen wir mit Schleichfahrt voran? Ich rechne nach: zwei Knoten, das sind dreikommasieben Stundenkilometer. Also dreitausendsiebenhundert Meter in sechzig Minuten, das macht... rund sechzig Meter pro Minute. Sechzig Meter, wie lächerlich. Das ist nicht einmal eine Bootslänge! Es ist zum Mäusemelken! Wenn wir nur schneller vorankämen! Aber wir können nicht. Die Batteriekapazität erlaubt es nicht. Nach einer Stunde mit siebeneinhalb Knoten sind die Batterien leer. Wir aber müssen noch viel länger hier unten ausharren. Wir können nicht mit unseren Vorräten aasen. Immer schön Strom sparen. Langsam langsam dahinschleichen wie eine Schnecke.

Das Boot hat die hundertsechzig Meter erreicht. Ich spitze die Ohren: wieso ist kein Asdic zu höen? Die Brüder müssen doch langsam mal wieder mit der Suche beginnen. Oder haben die es etwa schon aufgegeben? Ich blicke zum Horcher. Er dreht sein Rad nur noch ganz geringfügig. Mit offenem Mund starrt er ins Leere und horcht.
"Und?" meldet sich der Alte.
"Geräusch peilt in vierzig Grad. Gleichbleibend." meldet der Horcher sofort.
Meine Nase blutet nun nicht mehr. Dafür ist mein Ärmel über und über mit Blut voll. Schöne Schweinerei. Andererseits kann ich froh sein. Ich hätte mir auch die Nase brechen können. Das wäre weitaus schlimmer gewesen.
Leise atme ich ein und aus. Der Schweiß rinnt mir über das Gesicht und durchnässt meinen Bart. Ich fühle mich unwohl. Mir ist schlecht, es stinkt im ganzen Boot. Wonach, das lässt sich schwer sagen. Es ist ein Gemisch, ein Cocktail aus vielen widerlichen Gerüchen. Und jetzt kommt noch irgendein neuer Geruch hinzu. Ich kann nicht bestimmen, was es ist.
"Zerstöergeräusch in fünfzig Grad, wird schnell lauter!" meldet der Horcher.
Der Alte überlegt einen Moment. Dann befiehlt er: "Ruder hart backbord!"
Der seltsame Geruch wird stärker. Was zum Teufel ist das? Es riecht scharf, wie... Chlor! Ja, kein Zweifel! Das ist Chlorgas! Da muss irgendwo Batteriesäure in die Bilge laufen. Natürlich, die Batteriezellen sind ja recht empfindlich. Die haben die Detonationen nicht überstanden. Irgendwo sind Batteriezellen gerissen und laufen nun aus.
Gerade, als ich das melden will, höe ich schon eine Stimme rufen: "Chlorgas!"
Der Alte wendet sich zum LI und nickt ihm zu. Der LI versteht sofort und verschwindet auch schon.
Der Horcher macht indessen wieder Meldung: "Zerstöer läuft an in fünfzig Grad!" Also wieder: Zähne zusammenbeißen und festhalten. Ich höe immer noch kein Asdic. Das ist seltsam. Suchen die etwa nicht mehr nach uns? Oder glauben die etwa schon, dass wir versenkt sind? Warum sollten sie? Trümmerteile können jedenfalls nicht an der Oberfläche schwimmen. Aber vielleicht irgendetwas anderes? Vielleicht... Öl! Ja, das könnte sein. Vielleicht hat es bei dieser Höllenpaukerei einen Treibölbunker erwischt. Vielleicht schwimmt da oben jetzt ein Ölfleck und die Tommys glauben, wir wären schon hin. Wäre eine mögliche Erklärung.

Von achteraus ertönen nun Detonationen. Es höt sich an wie ein weit entferntes Gewitter. Eins, zwei, drei, vier, fünf Wasserbomben zähle ich. Ich bin mir sicher: die beharken einen Ölfleck. Warum sonst sollten sie die Bomben so weit ab werfen? Ich sehe zum Alten hinüber. Er grinst leicht. "Die wissen nicht, wo wir sind!"
Der LI kommt wieder in die Zentrale und macht seine Meldung: "Sechs Zellen in der Heckbatterie gerissen. Säure ist neutralisiert."
Der Alte nickt zufrieden. Das ist schön zu höen. Dann ist wenigstens die Chlorgasproduktion gestoppt. Das hätte sonst ziemlich gefährlich werden können. Mit Chlor ist nicht zu spaßen.
"Was macht der Zerstöer?" fragt der Alte nun.
"Geräusch peilt in hundertdreißig Grad. Wird leiser."
Der Alte dreht sich wieder zu uns. "Tja", sagt er. "Denen haben wir es aber gezeigt! Ein T2-Tanker, ein C2 und noch ein kleiner Frachtdampfer!"
Ich brauche einige Augenblicke, bis ich verstehe, was er meint. Er redet von den versenkten Schiffen. Das haben wir also bei diesem Angriff versenkt. Ein T2, ein C2 und ein Frachtdampfer! Meine Fresse! Nicht schlecht. Das hat sich gelohnt. So fette Beute macht man nur selten bei einem einzigen Angriff. Aber ich kann mich nicht so recht darüber freuen. Meine Gedanken kreisen immer noch um den Zerstöer. Warum nur setzen die ihr Asdic nicht ein? Was hecken die nur aus? Irgendwas stimmt doch da nicht!
Der Alte dagegen ist jetzt die Ruhe selbst. Zufrieden grinsend steht er da, als wenn das alles ein Sonntagsspaziergang wäre. Von Zeit zu Zeit fragt er den Horcher nach dem Zerstöer. Aber die Tommys greifen nicht mehr an. Das Geräusch wird nicht mehr lauter, kein neuer Anlauf erfolgt.

Eine Viertelstunde warte ich noch wie gelähmt im Schottrahmen. Dann meldet der Horcher: "Geräusch wird schnell leiser. Zerstöer läuft ab!"
Zerstöer läuft ab? Das kann doch nicht schon alles gewesen sein! Was ist da nur los? Mir wird mulmig. Irgendetwas ist faul im Staate Dänemark! Die denken sich bestimmt nur wieder irgendeine neue Gemeinheit aus. So dumm sind die Tommys nämlich nicht. So leicht hat sich noch nie ein Zerstöer abschütteln lassen.
Ich warte und warte, nichts passiert. Wir schleichen weiter mit zwei Knoten durch die Tiefe, Minute um Minute. Der Zerstöer lässt nichts von sich höen.
"Die haben uns verloren!" sagt der Alte nun. "Scheinen ziemliche Anfänger zu sein."
Anfänger?! Sowas gibt's bei den Tommys nicht! Wenn jemand weiß, wie man richtig ein U-Boot ersäuft, dann sind das die Tommys!
Oder haben die sich doch durch einen Ölfleck täuschen lassen, wenn es denn wirklich einen gibt? Zugegeben, ein fetter Ölfleck an der Oberfläche macht mächtig Eindruck. Da kann man schon auf die Idee kommen, dass das U-Boot abgesoffen ist. Aber normalerweise knüppelt man dann erst recht noch mal drauf. Um sicher zu gehen.

Nach weiteren fünf Minuten lässt der Alte auf Sehrohrtiefe gehen. Die E-Maschinen laufen mittlerweile wieder auf halber Fahrt und wir kommen rasch nach oben. Der Horcher gibt keine neue Meldung mehr. Der Zerstöer scheint wirklich weg zu sein. Unglaublich! So eine kurze Wasserbombenverfolgung habe ich noch nie erlebt! Nur ein einziger Anlauf. Allerdings haben die ersten drei Bomben verdammt gut gelegen. Es ist eine Menge zu Bruch gegangen.
Der Alte fährt das Luftzielsehrohr aus und nimmt einen ersten Rundblick. Dann verharrt er und dreht schließlich den Kopf zu uns herüber: "Da ist der Zerstöer! Ist mindestens viertausend Meter entfernt. Scheint sich jetzt zwischen den Frachtschiffen herumzuschlängeln."
Ich kann es kaum glauben. Der Zerstöer ist einfach abgehauen! Da hatte der Alte also doch Recht. Kaum hatten sie uns geortet, haben sie uns auch schon wieder verloren. Und dann hatten sie anscheinend keine Lust mehr und sind abgerauscht...
Der Alte fährt das Sehrohr wieder ein. "In zehn Minuten tauchen wir auf!"
Ich bin gespannt, was der Alte jetzt vor hat. Eigentlich gibt es nur eine einzige Möglichkeit: auftauchen – nachstoßen – wieder angreifen. Denn noch haben wir nicht alle Torpedos verschossen. Wir müssen so lange angreifen, bis wir entweder keine Torpedos mehr haben oder der Diesel zu Ende geht. So will es der BdU!

Als wir auftauchen ist der Geleitzug schon ein ganzes Stück entfernt. Der Zerstöer ist nicht mehr zu sehen. Ich wundere mich immer noch darüber, dass die Schiffe nur von einem einzigen Geleitschiff geschützt werden. So etwas Ungewöhnliches habe ich noch nicht erlebt. Aber für uns ist es natürlich von Vorteil. Die Gefahr, die von zwei oder drei Zerstöern ausgeht, ist ungleich größer als bei einem einzelnen Schiff.
Der Alte lässt mit dem Diesel wieder auf AK gehen und korrigiert den Kurs zum Geleitzug. Also tatsächlich: nachstoßen und wieder vorsetzen für einen zweiten Angriff. Wir erreichen nicht unsere vollen siebzehn Knoten, denn den Backborddiesel können wir ja nicht mehr benutzen. Aber auch so kommen wir schnell genug voran um uns wieder vor den Geleitzug zu setzen. Es wird nur etwas länger dauern.
Soweit ich es mitgekriegt habe, hat sich der LI aber schon in den Maschinenraum verdrückt und wurstelt nun an dem beschädigten Motor herum. Ich weiß wirklich nicht, wie er diesen Schaden wieder beheben will. Das Fundament reparieren kann er jedenfalls nicht so ohne weiteres. Dazu fehlen uns schließlich die Mittel. Aber möglicherweise könnte er irgendeine provisorische Lösung finden.

Der Alte steht neben mir auf der Brücke und macht ein finsteres Gesicht. Ich bin mir nicht ganz sicher, was in ihm vorgeht. Irgendetwas scheint ihn ziemlich zu beschäftigen. Vielleicht macht er sich Gedanken darüber, ob er sich auf dieser Reise noch das Ritterkreuz sichern kann... Jedenfalls kann er sich wohl keine Sorgen um die feindliche Abwehr machen. So leichtes Spiel wie bei diesem Mal hatten wir noch nie. Nur ein Zerstöer, und dazu anscheinend noch ein ziemlicher Anfänger. Einfachere Bedingungen kann man sich kaum denken.
Ich beobachte weiter aufmerksam die Kimm. Hin und wieder schaue ich auch nach oben in den Himmel. Es ist eigentlich seltsam: wir sind auf dieser Unternehmung noch nicht ein einziges Mal von einer Biene belästigt worden. Dabei gurken wir die ganze Zeit schon dicht vor England herum. überhaupt hatten wir auf dieser Fahrt viel Glück bis jetzt. Keine Flugzeuge, ein Zerstöerkommandant der sich ziemlich dumm angestellt hat und dazu jede Menge dicke Frachter, die wir versenken konnten.

Wir kommen gut voran. Es sind nun gut zwei Stunden seit dem Auftauchen vergangen und wir haben uns schon fast wieder vor den Geleitzug gesetzt. In etwa einer halben Stunde werden wir uns wieder in einer Ausgangsposition für einen Angriff befinden. Dann geht die ganze Prozedur erneut los. Torpedos sind mittlerweile wieder nachgeladen. Wir haben noch genau fünf Stück: vier in den Bugrohren und einen im Heckrohr. Wir können sozusagen noch einen kompletten Satz verschießen. Fünf Torpedos. Wenn sie alle treffen, können wir noch einmal richtig abräumen. Mit fünf Torpedos lässt sich einiges versenken.

Magic1111
14-09-08, 05:34
Klasse Fortsetzung ! http://forums.ubi.com/images/smilies/11.gif

Hat mir wieder sehr gut gefallen, bin schon gespannt wie es weiter geht ! http://www.ubisoft.de/smileys/read.gif

Viele Grüße,
Magic1111

Schleicher007
15-09-08, 05:29
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><div class="ip-ubbcode-quote-title">quote:</div><div class="ip-ubbcode-quote-content">Zitat von Magic1111:
Klasse Fortsetzung ! http://forums.ubi.com/images/smilies/11.gif

Hat mir wieder sehr gut gefallen, bin schon gespannt wie es weiter geht ! http://www.ubisoft.de/smileys/read.gif

Viele Grüße,
Magic1111 </div></BLOCKQUOTE>


Moin,moin,

da kann man nichts mehr zu sagen...weiter so!!!

Gruß Schleicher!!!

Schleicher007
29-09-08, 04:01
Moin,moin Kptl_Korth,

will ja nicht nerven,aber gehts bald weiter???
Brauch mal wieder ein bisschen http://www.ubisoft.de/smileys/read.gifstoff http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif!!!

Gruß Schleicher!!!

Kptl_Korth
29-09-08, 09:23
Ja, ich habe den Feindfahrtbericht nicht vergessen! Aber bei mir tanzt im Moment der Bär. Hab kaum Zeit für irgendetwas. Ich weiß, ich muss mich mal wieder hinsetzen. Muss mal sehen, ob ich das die nächsten Tage schaffe...

Aber nochmals vielen Dank für eure positive Resonanz! Sowas liest man gerne! *gebauchpinselt fühl* http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif

Magic1111
30-09-08, 01:05
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><div class="ip-ubbcode-quote-title">quote:</div><div class="ip-ubbcode-quote-content">Zitat von Kptl_Korth:
Ja, ich habe den Feindfahrtbericht nicht vergessen! Aber bei mir tanzt im Moment der Bär. Hab kaum Zeit für irgendetwas. Ich weiß, ich muss mich mal wieder hinsetzen. Muss mal sehen, ob ich das die nächsten Tage schaffe...

Aber nochmals vielen Dank für eure positive Resonanz! Sowas liest man gerne! *gebauchpinselt fühl* http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif </div></BLOCKQUOTE>

Moin,

freu´ mich auch schon auf die Fortsetzung... http://www.ubisoft.de/smileys/read.gif http://www.ubisoft.de/smileys/dancing_geek.gif

Viele Grüße,
Magic1111

Lt.MRomer
03-10-08, 14:57
Echt gut geschrieben...ich freu mich schon auf die fortsetzung.

nach diesen zwei sehr guten vorlagen, werd ich wohl mich dann auch mal um einen beitrag dieser art kümmern müssen...mal schauen.

Kptl_Korth
01-11-08, 13:59
Hallo allerseits!

Tjaaa, ich weiß, ich weiß. Hab lange nichts mehr geschrieben. Wie gesagt, es war in letzter Zeit etwas stressig bei mir. Aber ich habe schon wieder etwas weitergemacht (lohnt sich nur noch nicht, reinzustellen. Ist erst etwa ne halbe DIN-A-4-Seite). Es geht also weiter!

Schleicher 007, ich wollte eigentlich auch auf deine PM antworten, wusste aber leider nicht, wie das geht *schäm* http://www.ubisoft.de/smileys/bag.gif

Naja, jedenfalls bin ich dabei. Vielleicht krieg ich das nächste Update ja schon morgen oder übermorgen abend hin, wenn ich noch ein paar Stündchen zum schreiben finde...