PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : (Eigene) Gedichte



Klassiker
01-05-04, 01:38
Angeregt durch Bl4ck J4cks gestern gepostetes Gedicht dachte ich, man könnte ja einen Thread machen, wo jeder der will seine eigenen Gedichte (oder lieblingsgedichte) schreiben kann.

Ich mach mal mit einem Eigenen den Anfang:

Der Krieg:

Schwarzer Himmel
Schwarze Erde
erhellt durch einen Feuerstoss
verbunden nur durch Bombenregn
Und warum?
Warum den bloß?

Tote Kinder
Tote Greise
liegen im verbrannten Moos
ohne jeden letzten Segen
Und warum?
Warum denn bloß?

Junge Männer
Junge Kinder
wollen mutig sein und groß
ziehn' mit Müh zur Schlacht den Degen
und warum?
Warum denn bloß?

Magre Arme
Magre Beine
auf dem Felde pausenlos
arbeiten der Kinder wegen
Und warum?
Warum denn bloß?

Schwarzes heute
Schwarzes morgen
dunkel, tod und hoffnungslos
Hoffnung kann's auch gar nicht geben
Und warum?
Warum denn bloß?

So, jetzt wo ich mich hier schon mit meinen Ergüssen blamiert habe, macht ihr mal weiter http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif

Mfg der Klassiker

______________________________
"Was einmal gedacht wurde lässt sich nicht mehr zurücknehmen" Möbius in Dürrenmatts die Physiker

"Manchmal ist eine Zigarre eben einfach nur eine Zigarre" Sigmund Freud

[This message was edited by Klassiker on Sun May 02 2004 at 02:31 PM.]

[This message was edited by Klassiker on Sun May 02 2004 at 02:44 PM.]

[This message was edited by Klassiker on Sun May 09 2004 at 10:54 PM.]

Klassiker
01-05-04, 01:38
Angeregt durch Bl4ck J4cks gestern gepostetes Gedicht dachte ich, man könnte ja einen Thread machen, wo jeder der will seine eigenen Gedichte (oder lieblingsgedichte) schreiben kann.

Ich mach mal mit einem Eigenen den Anfang:

Der Krieg:

Schwarzer Himmel
Schwarze Erde
erhellt durch einen Feuerstoss
verbunden nur durch Bombenregn
Und warum?
Warum den bloß?

Tote Kinder
Tote Greise
liegen im verbrannten Moos
ohne jeden letzten Segen
Und warum?
Warum denn bloß?

Junge Männer
Junge Kinder
wollen mutig sein und groß
ziehn' mit Müh zur Schlacht den Degen
und warum?
Warum denn bloß?

Magre Arme
Magre Beine
auf dem Felde pausenlos
arbeiten der Kinder wegen
Und warum?
Warum denn bloß?

Schwarzes heute
Schwarzes morgen
dunkel, tod und hoffnungslos
Hoffnung kann's auch gar nicht geben
Und warum?
Warum denn bloß?

So, jetzt wo ich mich hier schon mit meinen Ergüssen blamiert habe, macht ihr mal weiter http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif

Mfg der Klassiker

______________________________
"Was einmal gedacht wurde lässt sich nicht mehr zurücknehmen" Möbius in Dürrenmatts die Physiker

"Manchmal ist eine Zigarre eben einfach nur eine Zigarre" Sigmund Freud

[This message was edited by Klassiker on Sun May 02 2004 at 02:31 PM.]

[This message was edited by Klassiker on Sun May 02 2004 at 02:44 PM.]

[This message was edited by Klassiker on Sun May 09 2004 at 10:54 PM.]

Urayn
01-05-04, 05:00
Johannes R. Becher:
Kinderschuhe aus Lublin

Von all den Zeugen, die geladen,
vergess ich auch die Zeugen nicht.
Als sie in Reihn den Saal betraten,
erhob sich schweigend das Gericht.

Wir blickten auf die Kleinen nieder,
ein Zug zog paarweis durch den Saal.
Es war, als tönten Kinderlieder,
ganz leise, fern, wie ein Choral.

Es war ein langer bunter Reigen,
der durch den ganzen Saal sich schlang.
Und immer tiefer ward das Schweigen
bei diesem Gang und Kindersang.

Voran die Kleinsten von den Kleinen,
sie lernten jetzt erst richtig gehn
- auch Schuhchen können lachen, weinen -,
ward je ein solcher Zug gesehn?

Es tritt ein winzig Paar zur Seite,
um sich ein wenig auszuruhn,
und weiter zieht es in die Weite -
es war ein Zug von Kinderschuhn.

Man sieht, wie sie den Füßchen passten -
sie haben niemals weh getan,
und Händchen spielten mit den Quasten,
das Kind zog gern die Schuhchen an.

Ein Paar aus Samt, ein Paar aus Seiden,
und eines war bestickt sogar
mit Blumen, wie sie ziehn, die beiden,
sind sie ein schmuckes Hochzeitspaar.

Mit Bändchen, Schnallen und mit Spangen,
zwerghafte Wesen, federleicht -
und viel sind viel zu lang gegangen
und sind vom Regen durchgeweicht.

Man sieht die Mutter, auf den Armen
das Kind, vor einem Laden stehn:
"Die Schuhchen, die, die weichen, warmen,
ach Mutter, sind die Schuhchen schön!"

"Wie soll ich nur die Schuhchen zahlen.
Wo nehm das Geld ich dafür her...."
Es naht ein Paar von Holzsandalen,
es ist schon müd und schleppt sich schwer.

Es muss ein Strümpfchen mit sich schleifen,
das wund gescheuert ist am Knie....
Was soll der Zug? Wer kann `s begreifen?
Und diese ferne Melodie....

Auch Schuhchen können weinen, lachen....
Da fährt in einem leeren Schuh
ein Püppchen wie in einem Nachen
und winkt uns wie im Märchen zu.

Hier geht ein Paar von einem Jungen,
das hat sich schon als Schuh gefühlt,
das ist gelaufen und gesprungen
und hat auch wohl schon Ball gespielt.

Ein Stiefelchen hat sich verloren
und findet den Gefährten nicht,
vielleicht ist der am Weg erfroren -
ach, damals fiel der Schnee so dicht....

Zum Schluss ein Paar, ganz abgetragen,
das macht noch immer mit, wozu?
Als hätte es noch was zu sagen,
ein Paar zerrissener Kinderschuh.

Ihr heimatlosen, kinderlosen,
wer schickte euch? Wer zog euch aus?
Wo sind die Füßchen all, die bloßen?
Ließt ihr sie ohne Schuh zu Haus?

Der Richter kann die Frage deuten.
Er nennt der toten Kinder Zahl.
....ein Kinderchor. Ein Totenläuten.
Die Zeugen gehen durch den Saal.

Die Deutschen waren schon vertrieben,
da fand man diesen schlimmen Fund.
Wo sind die Kinder nur geblieben?
Die Schuhe tun die Wahrheit kund:

Es war ein harter dunkler Wagen.
Wir fuhren mit der Eisenbahn.
Und wie wir in dem Dunkel lagen,
so kamen wir im Dunkel an.

Es kamen aus den Ländern allen
viel Schuhchen an in einem fort,
und manche stolpern schon und fallen,
bevor sie treffen ein am Ort.

Die Mutter sagte: "Wie viel Wochen
wir hatten schon nichts Warmes mehr?
Nun werd ich uns ein Süppchen kochen."
Ein Mann mit Hund ging nebenher:

"Es wird sich schon ein Plätzchen finden",
so lachte er, "und warm ist`s auch,
hier braucht sich keiner abzuschinden...."
bis in den Himmel kroch ein Rauch.

"Es wird euch nicht an Wärme fehlen,
wir heizen immer tüchtig ein.
Ich kann Lublin nur warm empfehlen,
bei uns herrscht ewiger Sonnenschein."

Und es war eine deutsche Tante,
die uns im Lager von Lublin
empfing und "Engelspüppchen" nannte,
um uns die Schuhchen auszuziehn,

und als wir fingen an zu weinen,
da sprach die Tante: "Sollt mal sehn,
gleich wird die Sonne prächtig scheinen,
und drum dürft ihr jetzt barfuss gehn....

Stellt euch mal auf und lasst euch zählen,
so, seid ihr auch hübsch unbeschuht?
Es wird euch nicht an Wärme fehlen,
dafür sorgt unsere Sonnenglut....

Was, weint ihr noch? `s ist eine Schande!
Was tut euch denn, ihr Püppchen, weh?
Ich bin die deutsche Märchentante!
Die gute deutsche Puppenfee.

`s ist Zeit, ihr Püppchen, angetreten!
Was fällt euch ein denn, hinzuknien.
Auf, lasst uns singen und nicht beten!
Es scheint die Sonne in Lublin!"

Es sang ein Lied die deutsche Tante.
Strafft sich den Rock und geht voraus,
und dort, wo heiß die Sonne brannte,
zählt sie uns nochmals vor dem Haus.

Zu hundert, nackt in einer Zelle,
ein letzter Kinderschrei erstickt....
Dann wurden von der Sammelstelle
die Schuhchen in das Reich geschickt.

Es schien sich das Geschäft zu lohnen,
das Todeslager von Lublin.
Gefangenenzüge, Prozessionen.
Und - eine deutsche Sonne schien....

Wenn Tote einst als Rächer schreiten
und über Deutschland hallt ihr Schritt
und weithin sich die Schatten breiten -
dann ziehen auch die Schuhchen mit.

Ein Zug von aber tausend Zwergen,
so ziehen sie dahin in Reihn,
und wo die Schergen sich verbergen,
dort treten sie unheimlich ein.

Sie schleichen sich herauf in Stiegen,
sie treten in die Zimmer leis.
Die Henker wie gefesselt liegen
und zittern vor dem Schuldbeweis.

Es wird die Sonne brennend scheinen.
Die Wahrheit tut sich allen kund.
Es ist ein großes Kinderweinen,
ein Grabgesang aus Kindermund....

Der Kindermord ist klar erwiesen.
Die Zeugen all bekunden ihn.
Und nie vergess ich unter diesen
die Kinderschuhe aus Lublin.





Bei des Nachtwächters Ankunft zu Paris (http://gutenberg.spiegel.de/heine/gedimisc/zeitg06.htm)

An den Nachtwächter (http://gutenberg.spiegel.de/heine/gedimisc/zeitg19.htm)

Freude schöner Götterfunken (http://gutenberg.spiegel.de/schiller/gedichte/freude.htm)

Urayn

LastUnicorn
01-05-04, 12:17
Deine Arme ließen mich los, Dein Atem verstarb
Du, der mich nur zweimal berührte

Heißes Flsütern, die Umarmung Deines Köpers
Wir erfrieren gemeinsam

Schmerzhaft, in der Nacht, als wir uns küssten
Glaubte ich, Dich an mich zu reißen, wäre genug, und zerstöte es

Ich kann nichts sehen, Du bist nicht hier
Habe alles verloren

Stark ersehnte Traumbotschaft
Weit entferntes, unerreichbares Gefühl

Langsam, sanft, eingehüllt in Schmerz
Ein Gebet, zerstückelt und zerfetzt

Ein im Regen rostender Schrei
Ich kann so nicht mehr sein, nicht alleine

Der verbliebene, alles durchdringende Duft Deines Haars

Selbst wenn mein Atem verlöschen sollte
Will ich nie fern davon sein
Sollte ich zerbrechen
So töte mich!

-----------------------------
Man nennt mich einen Spötter. Es ist wahr, ich lache oft, aber ich lache nicht darüber, wie Jemand ein Mensch, sondern nur darüber, daß er ein Mensch ist, wofür er ohnehin nichts kann, und lache dabei über mich selbst, der ich sein Schicksal teile. Die Leute nennen das Spott, sie ertragen es nicht, daß man sich als Narr produziert und sie duzt; sie sind Verächter, Spötter und Hochmütige, weil sie die Narrheit nur außer sich suchen. Ich habe freilich noch eine Art von Spott, es ist aber nicht der der Verachtung, sondern der des Hasses. Der Haß ist so gut erlaubt als die Liebe, und ich hege ihn im vollsten Maße gegen die, welche verachten.
--- Georg Büchner

Klassiker
02-05-04, 05:58
Johann Wolfgang von Goethe

Die Sonne tönt nach alter Weise (aus Faust1)

Die Sonne tönt nach alter Weise
in Brudersphären Wettgesang.
Und ihre vorgeschriebne Reise
vollendet sie mit Donnergang.
Ihr Anblick giebt den Engeln Stärke
wenn keiner sie ergründen mag.
Die Unbegreiflich hohen Werke
sind herrlich wie am ersten Tag.

Und schnell und unbegreiflich schnelle
Dreht sich umher der Erde Pracht.
Es wechselt Paradieses-Helle
mit tiefer schauervoller Nacht.
Es schäumt das Meer in breiten Flüssen
am tiefen Grund der Felsen auf,
und Fels und Meer wird fortgerissen
In ewig schnellem Sphärenlauf.

Und Stürme brausen um die Wette
vom Meer aufs Land vom Land aufs Meer
Und bilden wütend eine Kette
der tiefsten Wirkung rings umher.
Da flammt ein blitzendes Verheeren
dem Pfade vor des Donnerschlags.
Doch deine Boten, Herr, verehren
das sanfte wandeln deines Tags.

______________________________
"Was einmal gedacht wurde lässt sich nicht mehr zurücknehmen" Möbius in Dürrenmatts die Physiker

"Manchmal ist eine Zigarre eben einfach nur eine Zigarre" Sigmund Freud

Lunaya
02-05-04, 06:10
Goethe - Luna

Schwester von dem ersten Licht,
Bild der Zärtlichkeit in Trauer!
Nebel schwimmt mit Silberschauer
Um dein reizendes Gesicht;
Deines leisen Fußes Lauf
Weckt aus tagverschloßnen Höhlen
Traurig abgeschiedne Seelen,
Mich und nächt'ge Vögel auf.

Forschend übersieht dein Blick
Eine großgemeßne Weite.
Hebe mich an deine Seite!
Gib der Schwärmerei dies Glück;
Und in wollustvoller Ruh
Säh der weitverschlagne Ritter
Durch das gläserne Gegitter
Seines Mädchens Nächten zu.

Des Beschauens holdes Glück
Mildert solcher Ferne Qualen,
Und ich sammle deine Strahlen,
Und ich schärfe meinen Blick.
Hell und heller wird es schon
Um die unverhüllten Glieder,
Und nun zieht sie mich hernieder,
Wie dich einst Endymion.

+++++++++++++++++++++++++++++++++

Sister of the earliest light,
Type of loveliness in sorrow,
Silver mists thy radiance borrow,
Even as they cross thy sight.
When thou comest to the sky,
In their dusky hollows waken,
Spirits that are sad, forsaken,
Birds that shun the day, and I.

Looking downward far and wide,
Hidden things thou dost discover.
Luna! help a hapless lover,
Lift him kindly to thy side!
Aided by thy friendly beams,
Let him through the lattice peeping,
Look into the room where, sleeping,
Lies the maiden of his dreams.

Ah, I see her! Now I gaze,
Bending in a trance Elysian,
And I strain my inmost vision,
And I gather all thy rays.
Bright and brighter yet I see
Charms no envious robes encumber;
And she draws me to her slumber
As Endymion once drew thee

[This message was edited by Lunaya on Sun May 02 2004 at 02:21 PM.]

Lunaya
02-05-04, 06:15
Do you think the time is right?
May I say goodbye to pain filled days and endless lonely nights?
I've lived my life and done my best, an example tried to be.
So I can take that step beyond and set my spirit free?
I didn't want to go at first, I fought with all my might.
But something seems to draw me now to a warm and living light.
I want to go I really do. It's difficult to stay.
But I will try as best I can to live just one more day.
To give you time to care for me and share your love and fears.
I know you're sad and afraid, because I see your tears.
I'll not be far, I promise that, and hope you'll always know
that my spirit will be close to you wherever you may go.
Thank you for loving me. You know I love you too,
that's why it's hard to say goodbye and end this life with you.
So hold me now just one more time and let me hear you say,
because you care so much for me, you'll let me go today.

Susan A. Jackson

Lunaya
02-05-04, 06:17
Do not stand at my grave and weep
I am not there, I do not sleep

I am a thousand winds that blow
I am the diamont glints on snow

I am the sunlight on ripened grain
I am the gentle autumn´s rain

When you awaken in the mornings hush
of quiet birds in circled flight
I am the stars that shine at night

Do not stand at my grave and cry
I am not there, I did not die...

- Autor weiß ich nimmer -

Klassiker
02-05-04, 06:18
Nochmal Goethe(wo wir schon mal bei ihm sind http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif)
und nochmal Faust1

Das ist die Welt
sie steigt und fällt
und rollt beständig.
Sie klingt wie Glas
wie bald bricht das?
Ist hohl inwendig

Hier glänzt sie sehr,
und hier noch mehr,
ich bin lebendig!
Mein lieber Sohn
halt dich davon!
Du musst sterben!
Sie ist von Ton
es gibt Scherben!


"Edit": Wow, Lunaya "Do not stand at my grave" ist super!! Schade, dass du den Autor nicht mehr weißt
______________________________
"Was einmal gedacht wurde lässt sich nicht mehr zurücknehmen" Möbius in Dürrenmatts die Physiker

"Manchmal ist eine Zigarre eben einfach nur eine Zigarre" Sigmund Freud

[This message was edited by Klassiker on Sun May 02 2004 at 02:51 PM.]

Lunaya
02-05-04, 06:27
Und hier noch eins über Katzen http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif
Is zwar lyrisch nichts revulutionäres, aber da werd ich immer so emotional *g*

PS: Ahja, hab ich von ner amerikanischen Züchterwebsite, kenn den Verfasser aber nicht noch seinen Namen.

A Breeders Poem
I love my little kitty, she makes my house a home,
She always is my best friend, I never feel alone
She makes me smile, she makes me laugh, she fills my heart with love
Did some breeder breed her? Was she sent down from above? I've never been a breeder, or seen life through their eyes
I hold my little kitty, just sit and criticize.
I've never know their anguish, I've never felt their pain,
The caring of their charges, through snow or wind or rain

I've never waited all night long for kittens to be born,
The stress and trepidation when they're still not there at down
I've never felt the heartache of a little life in my hands,
A darling little kitten who weighs just 60 grams

Should you do that instead of this? Or this instead of that?
Alone you fight, and hope one day he'll grow into a cat
Bring joy to another being and make a house a home
You know it's all just up to you, you fight this fight alone

Formula, bottles, heating pads you've got get this right
Two hourly feeds for this little mite throughout the day and night
In your heart you know it, you'll sureley lose the fight
To save this little baby, but God willing, you just might

Day one he's in there fighting, you say a silent prayer
Day two and tree he's doing well, with lots of love and care
Day four and five - he's still alive ,your hopes soar to the heavens
Day six he slips away again, dies in your hands day seven

You take this little angel and bury him alone
With aching heart and burning tears, (and an exhausted groan )
You ask yourself "Why do this? Why suffer all the pain?"
But see the joy that kittens bring - it really self explains

So, when you think of breeders and label them with "greed"
Think what they sometimes endure to fill another's need
And when you buy a kitten, with pounds and pence you part,
You only pay with money ...
We pay with our heart

Klassiker
02-05-04, 06:44
Bleiben wir doch bei Katzen. http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif
Eines meiner liebsten "moderneren" gedichte (immer gemessen an Goethe http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif)

Der Panther

Sein Blick ist vom vorübergehn der Stäbe
so müd geworden dass er nichts mehr hält.
Ihm ist als ob es tausend Stäbe gäbe,
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte
der sich im allerkleinsten Kreise dreht
ist wie der Tanz von Kraft um eine Mitte
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich langsam auf, dann geht ein Bild hinein,
dringt durch der Glieder angespannte Stille
und höt im Herzen auf zu sein.

Rilke

______________________________
"Was einmal gedacht wurde lässt sich nicht mehr zurücknehmen" Möbius in Dürrenmatts die Physiker

"Manchmal ist eine Zigarre eben einfach nur eine Zigarre" Sigmund Freud

Lunaya
02-05-04, 07:06
okay http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif

In meinem Hirn, als wär's ihr eigner Raum,
Schleicht auf und nieder auf der weichen Tatze
Geschmeidig sanft die schöne, stolze Katze.
Und ihrer Stimme Tun vernimmt man kaum.

So zart und heimlich ist ihr leis' Miauen.
Und ob sie zärtlich, ob sie grollend rief,
Stets ist der Klang verhalten, reich und tief
Und Zauber weckend und geheimes Grauen.

Die Stimme, die schwere Perlen sank
In meines Wesens dunkle Gründe nieder,
Erfüllt mich wie der Klang der alten Lieder,
Berauscht mich wie ein heißer Liebestrank.

Sie schläfert ein die grausamsten Verbrechen,
Verzückung ruht in ihr. Kein Wort tut not,
Doch alle Töne stehn ihr zu Gebot
Und alle Sprachen, die die Menschen sprechen.

Auf meiner Seele Saitenspiel ließ nie
Ein andrer Bogen so voll Glut und Leben
Die feinsten Saiten schwingen und erbeben,
Kein anderer so königlich wie sie,

Wie deine Stimme, rätselvolles Wesen,
Seltsame Katze, engelsgleiches Tier,
Denn alles, Welt und Himmel, ruht in ihr,
Voll Harmonie, holdselig und erlesen.

- unbekannt -

Klassiker
02-05-04, 07:46
Weil es hier irgendwie dazupasst:

Das Literaturlateral (http://forums-de.ubi.com/eve/forums?q=Y&a=tpc&s=59010161&f=719100233&m=544107933&p=2)

Vielleicht erbarmt sich ja irgendwer und "zerrt es wieder aus der Versenkung"
Wär schön... http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/16x16_smiley-happy.gif

______________________________
"Was einmal gedacht wurde lässt sich nicht mehr zurücknehmen" Möbius in Dürrenmatts die Physiker

"Manchmal ist eine Zigarre eben einfach nur eine Zigarre" Sigmund Freud

Mirdath
02-05-04, 11:58
Lunaya, das 2. Katzengedicht stammt von Charles Baudelaire (man glaubt es kaum http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif)

____________________________

http://www.lolope.de/misc/haduin.jpg

darknight976
02-05-04, 12:34
Der Panther ist wirklich gut. Kannte das Gedicht aber schon (ist ja relativ bekannt)

Klassiker
02-05-04, 12:55
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><font size="-1">quote:</font><HR>Originally posted by darknight976:
Kannte das Gedicht aber schon (ist ja relativ bekannt)<HR></BLOCKQUOTE>

-----------------------------------------------------

Stimmt. Ich habe es auch in der Schule gelernt. Aber nicht einmal diese Tatsache kann es mir vermiesen... http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif

______________________________
"Was einmal gedacht wurde lässt sich nicht mehr zurücknehmen" Möbius in Dürrenmatts die Physiker

"Manchmal ist eine Zigarre eben einfach nur eine Zigarre" Sigmund Freud

Klassiker
02-05-04, 14:16
Drei Raben

Drei Raben fliegen durch die Nacht,
was haben sie uns mitgebracht?
Hunger, Durst die größte Not
Schmerzgeheul, den nackten Tod

Drei Raben fliegen durch die Nacht
was haben sie uns mitgebracht?
Angst, Verzweiflung Traurigkeit,
Wut, Zynismus andres Leid.

Drei Raben zerstöten unser Glück
was ließen sie uns nur zurück?
Bombenkrater, verbrannte Erd'
weinende Frauen vorm leeren Herd

Drei Raben kommen morgen wieder
und werfen ihre Ladung nieder.
Bleiben werden nach dem Besuch
zerfetzte Köper, Blutgeruch

Drei Raben kommen Tag für Tag
gibt es kein Ende unsrer Plag?
Warum sieht denn der Mensch nicht ein,
dass Krieg kann niemals Lösung sein?

______________________________
"Was einmal gedacht wurde lässt sich nicht mehr zurücknehmen" Möbius in Dürrenmatts die Physiker

"Manchmal ist eine Zigarre eben einfach nur eine Zigarre" Sigmund Freud

goetterfunkHen_
02-05-04, 14:24
1. Freude schöner Götterfunken,
Tochter aus Elysium,
Wir betreten Feuertrunken,
Himmlische, dein Heiligtum!
Deine Zauber binden wieder,
Was die Mode streng geteilt.
Alle Menschen werden Brüder,
Wo dein sanfter Flügel weilt.
Seid umschlungen, Millionen!
Diesen Kuß der ganzen Welt!
|: Brüder, überm Sternenzelt
Muß ein lieber Vater wohnen, :|

2. Wem der große Wurf gelungen,
Eines Freundes Freund zu sein,
Wer ein holdes Weib errungen,
Mische seinen Jubel ein!
Ja, wer auch nur eine Seele
Sein nennt auf dem Erdenrund!
Und wer's nie gekonnt, der stehle
Weinend sich aus diesem Bund!
Was den großen Ring bewohnet,
Huldige der Sympathie.
|: Zu den Sternen leitet sie,
Wo der Unbekannte thronet. :|

3. Freude trinken alle Wesen
An den Brüsten der Natur,
Alle Guten, alle Bösen
Folgen ihrer Rosenspur.
Küsse gab sie uns und Reben,
Einen Freund, geprüft im Tod,
Wollust ward dem Wurm gegeben,
Und der Cherub steht vor Gott.
Ihr stürzt nieder, Millionen?
Ahnest du den Schöpfer, Welt?
|: Such ihn überm Sternenzelt!
über Sternen muß er wohnen. :|

4. Freude heißt die starke Feder,
In der ewigen Natur,
Freude, Freude treibt die Räder
In der großen Weltenuhr.
Blumen lockt sie aus den Keimen,
Sonnen aus dem Firmament,
Sphären rollt sie in den Räumen
Die des Sehers Rohr nicht kennt.
Froh wie seine Sonnen fliegen
Durch des Himmels prächtigen Plan,
|: Laufet Brüder, eure Bahn,
freudig wie ein Held zum Siegen! :|

5. Aus der Wahrheit Feuerspiegel
Lächelt sie den Forscher an.
Zu der Tugend steilem Hügel
Leitet sie des Dulders Bahn.
Auf des Glaubens Sonnenberge
Sieht man ihre Fahnen wehn,
Durch den Riß gesprengter Särge
Sie im Chor der Engel stehn.
Duldet mutig, Millionen!
Duldet fur die beßre Welt!
|: Droben überm Sternenzelt
Wird ein großer Gott belohnen. :|

6. Göttern kann man nicht vergelten,
Schön ists, ihnen gleich zu sein.
Gram und Armut soll sich melden,
Mit den Frohen sich erfreun.
Groll und Rache sei vergessen,
Unserm Todfeind sei verziehn,
Keine Träne soll ihn pressen,
Keine Reue nage ihn.
Unser Schuldbuch sei vernichtet!
Ausgesöhnt die ganze Welt!
|: Brüder - überm Sternenzelt
Richtet Gott, wie wir gerichtet. :|

7. Freude sprudelt in Pokalen;
In der Traube goldnem Blut
Trinken Sanftmut Kannibalen,
Die Verzweiflung Heldenmut. -
Brüder, fliegt von euren Sitzen,
Wenn der volle Römer kreist;
Laßt den Schaum zum Himmel spritzen:
Dieses Glas dem guten Geist!
Den der Sterne Wirbel loben,
Den des Seraphs Hymne preist,
|: Dieses Glas dem guten Geist
überm Sternenzelt dort oben! :|

8. Festen Mut in schweren Leiden,
Hilfe, wo die Unschuld weint,
Ewigkeit geschwornen Eiden,
Wahrheit gegen Freund und Feind,
Männerstolz vor Königsthronen -
Brüder, gält' es Gut und Blut:
Dem Verdienste seine Kronen,
Untergang der Lügenbrut!
Schließt den heilgen Zirkel dichter!
Schwöt bei diesem goldnem Wein,
|: Dem Gelübde treu zu sein,
schwöt es bei dem Sternenrichter! :|

Friedrich Schiller 1785

So kam ich aber nicht auf den Namen *lüg* http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif
http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/16x16_smiley-very-happy.gif

__________________________________________________
http://www.tlagency.com/images/CompanyLogo/nvidia-logo3.jpg http://www.3dgpu.com/previews/images/GEFFX_3D.jpg
Wegen Sativ's Anti-Nvidia Streifzug http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif

Klassiker
02-05-04, 14:28
Hmm, ich weiß das ist jetzt peinlich http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_redface.gif, aber das ist das erste mal das ich die Ode an die Freude komplett irgendwo gesehen habe... Man kennt zwar viele Zitate und Halbverse,und die erste Strophe sowieso, aber ganz...

______________________________
"Was einmal gedacht wurde lässt sich nicht mehr zurücknehmen" Möbius in Dürrenmatts die Physiker

"Manchmal ist eine Zigarre eben einfach nur eine Zigarre" Sigmund Freud

gollum72
02-05-04, 14:33
Ich find ja die Musik, die einer zur Ode an die Freude geschrieben hat, sehr schön, passt so zum Text. Von wem ist die nur *nachdenk*, ich komm nicht drauf, helft mir! Bach? Mozart? irgend so einer...

------------------------------

SCB und e^(i*[pi])+1=0 forever

http://www.world-of-smilies.de/smiliesgenerator/quote.php?smilie=28&mytext=Hopp%0D%0ASchwiiz%21&schriftgroesse=14&textfarbe=%23fffffE&umrandung=%23000000&submit=Smilie+erstellen&hintergrund=%23FF0000

Klassiker
02-05-04, 14:34
Beethoven!

______________________________
"Was einmal gedacht wurde lässt sich nicht mehr zurücknehmen" Möbius in Dürrenmatts die Physiker

"Manchmal ist eine Zigarre eben einfach nur eine Zigarre" Sigmund Freud

gollum72
02-05-04, 14:45
Beethoven! Na klar! Wie konnt ich das vergessen http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/51.gif! *schäm*

------------------------------

SCB und e^(i*[pi])+1=0 forever

http://www.world-of-smilies.de/smiliesgenerator/quote.php?smilie=28&mytext=Hopp%0D%0ASchwiiz%21&schriftgroesse=14&textfarbe=%23fffffE&umrandung=%23000000&submit=Smilie+erstellen&hintergrund=%23FF0000

Klassiker
02-05-04, 15:19
@gollum
naja, kann ja mal passiern, aber schäm dich ruhig! http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/16x16_smiley-very-happy.gif

@ topic

Mal etwas schmalz:

Die Beiden.

Sie trug den Becher in der Hand,
Ihr Kinn und Mund glich seinem Rand.
So leicht und sicher war ihr Gang
kein Tropfen aus dem Becher sprang.

So stark und ruhig war seine Hand.
Er ritt auf einem jungen Pferde
und mit nachlässiger Gebärde
erzwang er, dass es zitternd stand.

Jedoch wenn er aus ihrer Hand
den leichten Becher nehmen sollte
da wurd es beiden gar zu schwer
denn sie zitterten so sehr
das keine Hand die andre' fand
und dunkler Wein am Boden rollte.

Hugo von Hoffmannsthal

______________________________
"Was einmal gedacht wurde lässt sich nicht mehr zurücknehmen" Möbius in Dürrenmatts die Physiker

"Manchmal ist eine Zigarre eben einfach nur eine Zigarre" Sigmund Freud

Yelenol
03-05-04, 06:54
...

[This message was edited by Yelenol on Mon June 07 2004 at 02:34 PM.]

Sigmar_
03-05-04, 08:08
Oh du lieber Tod:

Du bist nicht gut und auch nicht bös,
Du kennst des Menschen Leid und erlöst uns von unseren Qualen;
Du blickst auf uns hinab und früher oder später wirst du kommen,
Im Namen Gottes oder des Teufels,
Uns zu befreien von allen Qualen.

Doch das Leben kann so schön sein,
Und drotzdem holst du uns so früh zu dir,
Du kennst keine Gnade;
So komm und hol auch mich spät am Abend meines Lebens,
Bitten, ist hier vergebens,
So führe mich ins Paradies,
Doch nicht ins endlose Leere;

So leg ich meine Arm in die Hände von Gevatter Tod,
der uns befreit aus unsrer Not.


Dieses Gedicht spricht das Leid auf der Erde an.

I am MONSLANOS!

Stammeshäuptling im Langhaus:Wulfgardh Schwarzmähne.
Merkmale: Eine Seite meines Gesichts ist blau tätowiert un ich hab ne Narbe an meiner linken Wange.
Bewaffnung: Runenbreitschwert un axt un Schild un Helm un....

Inquisitor im CdAB. http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/784.gif

Großinquisietor des Ordo Hereticus. Adeptus Inquisitoris.

Selbsternannter Runenprophet und Mystiker von 13 http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/mockface.gif

13 ist eine rätselhafte Zahl... http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/11.gif

Sigmar_
03-05-04, 12:17
Kein kommentar zu meinem schönen Gedicht????

I am MONSLANOS!

Stammeshäuptling im Langhaus:Wulfgardh Schwarzmähne.
Merkmale: Eine Seite meines Gesichts ist blau tätowiert un ich hab ne Narbe an meiner linken Wange.
Bewaffnung: Runenbreitschwert un axt un Schild un Helm un....

Inquisitor im CdAB. http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/784.gif

Großinquisietor des Ordo Hereticus. Adeptus Inquisitoris.

Selbsternannter Runenprophet und Mystiker von 13 http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/mockface.gif

13 ist eine rätselhafte Zahl... http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/11.gif

Klassiker
03-05-04, 12:22
Das hast du selbst geschrieben? Soll dieses Gedicht beruhigen, oder hast du es in Verzweiflung geschrieben? Bei mir löst es zwei Gefühle aus: Erstens Angst, aber auch die Hoffnung, dass nach dem Tod nicht alles aus ist. Wie ist es ursprünglich gemeint?

______________________________
"Was einmal gedacht wurde lässt sich nicht mehr zurücknehmen" Möbius in Dürrenmatts die Physiker

"Manchmal ist eine Zigarre eben einfach nur eine Zigarre" Sigmund Freud

Sigmar_
03-05-04, 12:24
Tja:
1.Ja das mit der Hoffnung hat gestimmt
2.Man braucht eben KEINE Angst haben!

I am MONSLANOS!

Stammeshäuptling im Langhaus:Wulfgardh Schwarzmähne.
Merkmale: Eine Seite meines Gesichts ist blau tätowiert un ich hab ne Narbe an meiner linken Wange.
Bewaffnung: Runenbreitschwert un axt un Schild un Helm un....

Inquisitor im CdAB. http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/784.gif

Großinquisietor des Ordo Hereticus. Adeptus Inquisitoris.

Selbsternannter Runenprophet und Mystiker von 13 http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/mockface.gif

13 ist eine rätselhafte Zahl... http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/11.gif

Mirdath
03-05-04, 12:41
Eins meiner Lieblinge:

<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><font size="-1">quote:</font><HR>Sieben Septillionen Jahre
zählte ich die Meilensteine am Rande der Milchstrasse.

Sie endeten nicht.

Myriaden Aeonen
versank ich in die Wunder eines einzigen Thautröpfchens.

Es erschlossen sich immer neue.

Mein Herz erzitterte!

Selig ins Moos
streckte ich mich und wurde Erde.

Jetzt ranken Brombeeren
über mir,
auf einem sich wiegenden Schlehdornzweig
zwitschert ein Rotkehlchen.

Aus meiner Brust
springt fröhlich ein Quell,
aus meinem Schädel
wachsen Blumen.

Arno Holz<HR></BLOCKQUOTE>

____________________________

http://www.lolope.de/misc/haduin.jpg

Mirdath
03-05-04, 13:03
Etwas eigenes:

<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><font size="-1">quote:</font><HR>Glückliches Schicksal


Wenn ihr erwacht
dann der eine mehr
als der andere
und was der eine
als leichte Zwischentöne vernimmt
ist für den anderen ein lauer Sommerwind
Sie lacht dir
ihr Elend ins Gesicht
und du kochst ihr Götterspeise -
grün, weil Hoffnung doch
am besten schmeckt
Was am Abend bleibt
ist eine Note aus Hohn
und Unverständigung
die euch umschlingt
wie ein reines A -
unzertrennlich

Mai 2002<HR></BLOCKQUOTE>

@ Klassiker: Das Thema Krieg scheint dich sehr zu beschäftigen http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif

Zum ersten: Ich finde es gar nicht schlecht, jedoch bin ich persönlich nicht sehr angetan von der ständigen Wiederholung - "Und warum? Warum denn bloß?" ... Es mag ein eindringliches Stilmittel sein, ermüdet mich jedoch und erweckt in mir durch die Wortwahl eher den Eindruck der Naivität. Wobei ich dich persönlich nicht für naiv halte, wenn ich das betrachte, was ich bisher von dir gelesen habe http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif

Zum zweiten: Hm, ich glaube, ich muss allgemeiner werden, denn hier kommt in mir auch wieder das Gefühl auf, was ich auch schon beim ersten Gedicht hatte. Du willst das Thema Krieg zwar bildhaft-verschlungen beschreiben, benutzt dabei aber eine zu profane Sprache. Die drei Raben beispielsweise lenken das Gedicht auf eine bildliche Ebene - es geht hier nicht wirklich um Raben, sie stehen für etwas ganz anderes. Das ist es dann aber auch schon, was du uns Lesern an Bildern lieferst, die restlichen Verse sind wieder direkt und real. Ich würde mir wünschen, wenn du länger/durchgehender auf der Ebene der Raben verweilen würdest - die Folgen des Krieges nicht so beschreibst, wie wir alle es schon kennen, sondern sie umschreibst, um ihnen eine tiefere Bedeutung zu geben, sie eindringlicher und bemerkenswerter zu gestalten. Zeige sie uns auf eine neue, schockierende Weise - dann bleiben uns deine Zeilen auch in der Erinnerung erhalten und werden nicht nur einmal überflogen und wieder vergessen, weil schon so oft gehöt.

ABER: ich mag sie beide, sie haben Potential, du solltest nur noch etwas mehr aus der Sprache herausholen http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif

____________________________

http://www.lolope.de/misc/haduin.jpg

Mirdath
03-05-04, 13:08
Und noch eins meiner Favoriten (besonders angetan bin ich vom ersten Teil):
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><font size="-1">quote:</font><HR>Gesänge

I

O dass wir unsere Ururahnen wären.
Ein Klümpchen Schleim in einem warmen Moor.
Leben und Tod, Befruchten und Gebären
glitte aus unseren stummen Säften vor.

Ein Algenblatt oder ein Dünenhügel,
vom Wind Geformtes und nach unten schwer.
Schon ein Libellenkopf, ein Möwenflügel
wäre zu weit und litte schon zu sehr.

II

Verächtlich sind die Liebenden, die Spötter,
alles Verzweifeln, Sehnsucht, und wer hofft.
Wir sind so schmerzliche durchseuchte Götter
und dennoch denken wir des Gottes oft.

Die weiche Bucht. Die dunklen Wälderträume.
Die Sterne, schneeballblütengross und schwer.
Die Panther springen lautlos durch die Bäume.
Alles ist Ufer. Ewig ruft das Meer -

Gottfried Benn<HR></BLOCKQUOTE>

____________________________

http://www.lolope.de/misc/haduin.jpg

Sigmar_
03-05-04, 13:27
Die Gedichte sinn ja toll!

I am MONSLANOS!

Stammeshäuptling im Langhaus:Wulfgardh Schwarzmähne.
Merkmale: Eine Seite meines Gesichts ist blau tätowiert un ich hab ne Narbe an meiner linken Wange.
Bewaffnung: Runenbreitschwert un axt.

Inquisitor im CdAB. http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/784.gif

Großinquisietor des Ordo Hereticus. Adeptus Inquisitoris.

Selbsternannter Runenprophet und Mystiker von 13 http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/mockface.gif

13 ist eine rätselhafte Zahl... http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/11.gif

Klassiker
03-05-04, 15:11
@ mirdath
Danke erst mal für deine Rückmeldung. Schön, wenn dir die Gedichte gefallen. Du hast recht, die bildliche Sprache bei den "Raben" ist noch nicht ausgereift. Das Gedicht ist schon älter und noch nicht fertig. Ich schreibe so ein Gedicht, und immer wenn ich es mir wieder mal ins Gedächtniss rufe, verändere (und -hoffentlich- verbessere) ich es auch noch. Es gibt für mich wenig schlimmeres, als eins meiner ersten Gedichte zu lesen, weil ich selber sehe, wo es da noch hapert. Wenn du wüsstest, wie viele Gedichte als "nicht mehr zu retten" in meiner untersten Gedankenschublade verschwunden sind... http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif
Also nochmal danke für deine Anmerkungen, ich werde sie beim nächsten überdenken der Gedichte berücksichtigen.

______________________________
"Was einmal gedacht wurde lässt sich nicht mehr zurücknehmen" Möbius in Dürrenmatts die Physiker

"Manchmal ist eine Zigarre eben einfach nur eine Zigarre" Sigmund Freud

Klassiker
03-05-04, 15:56
Goethe, Faust 1 (na, déjà vue? http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif)

Das Hexen 1*1

Du musst verstehn
aus Eins mach Zehn
und Zwei lass gehn
und Drei mach gleich
so bist du reich
Verlier die Vier!
Aus Fünf und Sechs,
so sagt die Hex,
mach Sieben und Acht,
so ist's vollbracht:
Denn Neun ist Eins
Und Zehn ist keins.
Das ist das Hexen-Ein-mal-Eins!

Fausts (für mich verständliche http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif) Entgegnung:
"Mich dünkt, die Alte spricht im
Fieber!" http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/16x16_smiley-very-happy.gif

______________________________
"Was einmal gedacht wurde lässt sich nicht mehr zurücknehmen" Möbius in Dürrenmatts die Physiker

"Manchmal ist eine Zigarre eben einfach nur eine Zigarre" Sigmund Freud

Sigmar_
04-05-04, 09:47
Hehehehe!

I am MONSLANOS!

Stammeshäuptling im Langhaus:Wulfgardh Schwarzmähne.
Merkmale: Eine Seite meines Gesichts ist blau tätowiert un ich hab ne Narbe.
Bewaffnung: Runenbreitschwert un axt.
Inquisitor im CdAB. http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/784.gif

GREOSSINQUISITOR des Ordo Hereticus. Adeptus Inquisitoris. Goldene rüssi un Sturm/Bolter+Energiesäbel un Sigmata des Adeptus Technikus.

Selbsternannter und Mystiker von 13 http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/mockface.gif

13 ist eine rätselhafte Zahl... http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/11.gif

Klassiker
04-05-04, 14:04
Jetzt noch ein schönes Verzweiflungs-Liebesgedicht aus dem .... Faust http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_razz.gif
Ist mein Letztes aus dem Faust, viel mehr gibts aus ihm ja nicht mehr rauszuholen, aber ich finde das ganze Werk eben sooo toll!!

Meine Ruh ist hin,
mein Herz ist schwer,
ich finde sie nimmer
und nimmermehr

Wo ich ihn nicht hab
ist mir das Grab
Die ganze Welt
ist mir vergällt

Mein armer Kopf
ist mir verrückt
mein armer Sinn
ist mir zerstückt.

Meine Ruh ist hin,
mein Herz ist schwer,
ich finde sie nimmer
und nimmermehr

Nach ihm nur schau ich
zum Fenster hinaus
nach ihm nur geh ich
aus dem Haus

Sein hoher Gang,
Sein' edle Gestalt
Seines Mundes Lächeln
seiner Augen Gewalt

und seiner Rede
Zauberfluss
Sein Händedruck
und ach sein Kuss

Meine Ruh ist hin,
mein Herz ist schwer,
ich finde sie nimmer
und nimmermehr

Mein Busen drängt
sich nach ihm hin.
Ach dürft ich fassen
und halten ihn!

Und küssen ihn
So wie ich wollt
an meinen Küssen
vergehen sollt!

*seufz*http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/16x16_smiley-sad.gif Und wie endete diese Liebe...

__________________________________________________ __________
"Was einmal gedacht wurde lässt sich nicht mehr zurücknehmen" Möbius in Dürrenmatts die Physiker

"Manchmal ist eine Zigarre eben einfach nur eine Zigarre" Sigmund Freud

Klassiker
05-05-04, 09:54
Ok, ich habe jetzt mal nach den Tipps von Mirdath (die Ebenen (Bildebene-Realität) nicht so oft und aprupt wechseln) ein neues Gedicht verfasst. Was meint ihr dazu?

Herbstlaub

Es fällt von einer Eiche
das Laub stetig herab.
Und erreicht als Leiche
am Grund das Modergrab.

Doch würd kein Blatt bedenken,
wie's weiterfallen kann,
es könnt es gar nicht lenken
es merkt's am Ende dann.

Wie könnt' es planen auch
was es zu Nächst verrichtet,
wenn flüchtger Windeshauch
den ganzen Plan vernichtet?

Es fällt so lang es fällt.
Es braucht so lang es braucht.
Bis es von dieser Welt
in Grabesmoder taucht.

__________________________________________________ __________
"Was einmal gedacht wurde lässt sich nicht mehr zurücknehmen" Möbius in Dürrenmatts die Physiker

"Manchmal ist eine Zigarre eben einfach nur eine Zigarre" Sigmund Freud

da_Gmos
05-05-04, 10:41
*räusper*
une gedichté:

das gras ist grün, weil der himmel blau ist,
der schnee ist weiss weil die sonne gleb ist
das blut ist rot weil der mensch grausam ist.

wer tugendhaft lebt, wird geehrt, aber nicht beneidet.

nazgul des tartaros im CDAB.

servus primus inter pares

jonne ohonnen :Wirt und mann von leilet im Langhaus

Mirdath
05-05-04, 15:29
@ Klassiker: Erstmal das, was mir "missfällt" http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif

a) Der Rhythmus schwankt sehr. In der Poesie ist es für mich die schwierigste Aufgabe, einen Gedanken in Reimform auszudrücken - denn der Rhythmus, der idealerweise doch einheitlich durchzuhalten ist, grenzt den Bewegungsraum sehr ein. Einen Bruch im Stil kann ich nur dann akzeptieren, wenn er inhaltlich notwendig ist - bricht der Gedanke, darf auch der Rhythmus brechen. Tut er es jedoch ohne erkennbaren Grund, sieht es eher danach aus, dass der Dichter nicht sorgfältig gearbeitet hat. (Darum habe ich es größtenteils vermieden, diese Form der Poesie zu wählen - ich schreibe lieber "offen" ;-) - wobei, es ist schon laaaaange her, dass ich etwas schrieb ...)
Ich will mal deine Zeilen durch Zeichen ersetzen, der Betonung entsprechend (ich benutze das ^-Zeichen, da ich nicht weiss, wie man einen Pfeil nach unten herzaubern kann *g*):

1.Strophe:

^ - ^ - ^ - -
^ - ^ - ^ -
^ - ^ - ^ ^(&lt;--- Bruch in Bezug zum ersten Vers)
^ - ^ - ^ -

2. Strophe:

^ - ^ - ^ - -
^ - ^ - ^ -
^ - ^ - ^ - -
^ - ^ - ^ -(wunderbar durchgehalten ;-))

3. Strophe:

^ - ^ - ^ -
^ - ^ - ^ - -(hier verdrehst du den Rhythmus)
^ - ^ - ^ -
^ - ^ - ^ - -(zwar einheitlich für diese Strophe fortgeführt, insgesamt aber ein Bruch)

4. Strophe:

^ - ^ - ^ -
^ - ^ - ^ -
^ - ^ - ^ -
^ - ^ - ^ -(wieder ein totaler Wechsel im Rhythmus)

Jaja, klingt alles sehr kleinlich, ist es auch *g* Wir sind Laien, also nimm es dir nicht allzu sehr zu Herzen - aber wenn dir die Poesie doch etwas wichtiges ist, dann wirst du zukünftig vielleicht mehr auf den Rhythmus achten http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif

b) In der zweiten Strophe taucht das Wort "es" zu häufig auf.

Doch würd kein Blatt bedenken,
wie's weiterfallen kann,
es könnt es gar nicht lenken
es merkt's am Ende dann.

Das wirkt stöend, unsauber - und sollte vermieden werden.



Jetzt zu dem, was mir gefällt:

a) Der Schicksalsgedanke ist in ein sehr schlüssiges und passendes Bild gefasst - und dieses Mal bleibst du der Bild-Ebene treu, bis zum Schluss http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif

Inhaltlich spricht es mich sehr an.

b) Ich liebe den Bogen, welchen du in der ersten Strophe beginnst und in der letzten sehr schön abschliesst:

Und erreicht als Leiche
am Grund das Modergrab.

-

Bis es von dieser Welt
in Grabesmoder taucht.


Einen dicken Pluspunkt dafür, es lässt dein ganzes Gedicht wunderbar in sich geschlossen wirken.



Insgesamt: inhaltlich und sprachlich eine Verbesserung (von der Wortwiederholung mal abgesehen :-p), an der Form musst du noch arbeiten - aber dennoch halte ich hier den Daumen hoch *g*

____________________________

http://www.lolope.de/misc/haduin.jpg

Klassiker
05-05-04, 15:46
@ Mirdath: Vielen Dank für die genaue Analyse.
Zur Metrik:
Erste Strophe: Sattgegeben http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif Der Rhytmus ist in der dritten Zeile unsauber.

Zweite Strophe: Danke http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif

dritte Strohe: Meiner Merinung nach rein metrisch die schlechteste Strophe

vierte Strophe: Der Rhytmus ist bewusst geändert. Ich finde, er klingt ruhiger und gesetzter, gleichmäßiger. Das wollte ich rüberbringen, es kommt wie es kommt (deshalb auch der Parallelismus.)

Nochmal vielen Dank für die Arbeit die du dir mit meinen Gedichten machst, und natürlich auch danke für das inhaltliche Lob http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif (höt man immer gern http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif)
Mfg der Klassiker

__________________________________________________ __________
"Was einmal gedacht wurde lässt sich nicht mehr zurücknehmen" Möbius in Dürrenmatts die Physiker

"Manchmal ist eine Zigarre eben einfach nur eine Zigarre" Sigmund Freud

Codas-1
06-05-04, 03:13
jetzt kommt mal ein gedicht der jugend das mehr als spaß gedacht ist also nicht so ernst nehmen :d eigentlich sind es nur ein paar ferse und kein gedicht:

Ich liebe die Vögel,
Die Vögel lieben mich,
doch die die ich v**eln will,
die liebt mich nicht

^^ http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif scherz natürlich nur alles spaß

-----------------------------
http://www.cuneo.us/tesmw/images/Bloodtwista/Ihr_seit_die_naechsten.jpg
Ihr seid die nächsten
Mfg die Morag Tong http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif
-----------------------------

Mirdath
06-05-04, 04:56
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><font size="-1">quote:</font><HR>Originally posted by Klassiker:
vierte Strophe: Der Rhytmus ist bewusst geändert. Ich finde, er klingt ruhiger und gesetzter, gleichmäßiger. Das wollte ich rüberbringen, es kommt wie es kommt (deshalb auch der Parallelismus.)<HR></BLOCKQUOTE>Ja, das passt - somit habe ich jetzt an der vierten Strophe nichts mehr auszusetzen http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif

Auch wenn ich gern an Form und Sprache mäkel - der Inhalt ist für mich an einem Gedicht dann doch immer noch das wichtigste http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif Ein Werk kann noch so formschön und sprachgewaltig sein - wenn ich dem Inhalt nicht zustimmen kann, mag ich es trotzdem nicht *g* Daher bevorzuge ich auch Schiller gegenüber Goethe, da ich seine Philosophie und Weltanschauung eher teile http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif
Aber auch umgekehrt - hat ein Gedicht eine sehr gute Aussage, dann kann ich auch mal über Schwächen der Form/Sprache hinwegsehen und es trotzdem mögen.

____________________________

http://www.lolope.de/misc/haduin.jpg

Klassiker
06-05-04, 14:18
Also ich bin (wie man wohl schon gemerkt hat http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif) ein großer Goethefan... Besonders der Faust I gefällt mir.

Ich habe auch schon mal versucht ohne Versmaß und Rheim zu dichten, aber ich finde das fast schwerer. Da kann man sich noch mehr Verzetteln als wenn man ein festes Schema (Metrum, Reime...) vorgegeben hat.

Mfg der Klassiker

__________________________________________________ __________
"Was einmal gedacht wurde lässt sich nicht mehr zurücknehmen" Möbius in Dürrenmatts die Physiker

"Manchmal ist eine Zigarre eben einfach nur eine Zigarre" Sigmund Freud

naquada99
06-05-04, 15:27
also als bemerkung: schaut net aufs reimschema oder so zeugs, ich schau nähmlich auch net da drauf http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif lest einfach... ich poste das jetz aber wahrscheinlich gefällts mir selbst nach 5min nicht mehr, wie bei allem was ich mache... musste gesagt sein, damit man mich nach 5 min versteht^^



Das Leben ist ein Traum
Ausgeglichen läuft es durch
Einzwängt im grossen Raum
Niemand kommt bei Wänden durch

Zeit nutzen nicht versäumen
Links, rechts, runter, rauf
Doch man kann nicht ewig träumen
Und einmal wacht man auf

http://gallery.cybertarp.com/albums/userpics/21575/mansonstripe1.jpg

Klassiker
07-05-04, 17:27
Theodor Storm
Die Stadt

Am grauen Strand
am grauen Meer
und seitab liegt die Stadt.
Der Nebel drückt die Dächer schwer
und durch die Stille braust das Meer
eintönig um die Stadt

Es rauscht kein Wald es schlägt im mai
kein Vogel ohn' Unterlass
die Wandergans mit hartem Schrei
nur fliegt in Herbstesnacht vorbei
am Strand da weht das Gras.

Doch hängt mein Herz an dir
du graue Stadt am Meer
der Jugendzauber für und für
ruht lächelnd doch auf dir auf dir
du graue Stadt am Meer.

Jetzt auch mal ein herzliches Dankeschön an alle die hier so fleissig dichten und/oder Gedichte reinposten. Bitte weiter so http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/11.gif
Und lasst mir doch bitte dasLiteraturlateral (http://forums-de.ubi.com/eve/forums?q=Y&a=tpc&s=59010161&f=719100233&m=544107933&p=2) nicht ganz in der Versenkung verschwinden http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif Dankeschön

Gute Nacht, der klassiker

__________________________________________________ __________
"Was einmal gedacht wurde lässt sich nicht mehr zurücknehmen" Möbius in Dürrenmatts die Physiker

"Manchmal ist eine Zigarre eben einfach nur eine Zigarre" Sigmund Freud http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif

gelber_Vogel
08-05-04, 06:09
Das ist göttlich!!!!!!!!!!!

Alles von mir
________________________________________________
Beim Drachen er sitzt
Drache die Haut ihm aufschlitzt
Schreiend fällt er um
________________________________________________
Herbstwinde wehen
Sommervögel still flehen
Winter trozdem kommt
________________________________________________
Samurai ist hier
Gegner sind viele, gleich vier
Krieger sich verbeugt
________________________________________________

http://imperium.de/animationen/anims4/Lemmin~1.gif

Modder ne Mod baut
Spieler nicht schlecht drüber staunt
Ich mich schon drauf freu

Die Shoji-Tür öffnet sich.
Sensei das wichtigste für einen Samurai ist Giri, oder?
Iie mein Schüler. Giri ist nicht alles. Vergiss Ninjo nicht. Mann muß Pflicht und Mitgefühl immer in der Waage halten.

Der Tod ist eine Feder, die Pflicht ist ein Berg.

http://www.click-smilies.de/sammlung0304/starwars/star-wars-smiley-023.gif
Im VRS als Anlu bekannt

mullen24
08-05-04, 06:55
Ich kenn auch einige Gedichte die ich selber erfunden hab!

Bimmel, Bimmel, Bimmel
Der Zug fährt dem Schaffner über den Fuß

Das Gras ist hoch, kaum zu überblicken
Das ist die richtige Zeit zum Rasenmähen

Da oben flieg ein Geier
Da sieht man seine Turnschuhe
achne das ist ein Kranich
Der hat sowas garnich

__________________________________________________ _________________________________________
"Skatboarding is my life but it's not the only thing IN my life........" (Chet Thomas)
"You conquer your board, your board didn't conquer you" (Chet Thomas)
"Be water my Friend" (Bruce Lee)




http://www.surfersvillage.com/_sv0800/image/news/clip_image002.jpg http://ghettokillaz.8m.com/images/tensor.jpg

Mirdath
09-05-04, 03:03
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><font size="-1">quote:</font><HR>Originally posted by mullen24:
Ich kenn auch einige Gedichte die ich selber erfunden hab!<HR></BLOCKQUOTE>

Mal abgesehen davon, dass du hier mal wieder nur Müll hinterlassen hast, mullen - gib einmal "Da oben fliegt ein Geier" bei Google ein - soso, selbst erfunden? Tu uns allen einen Gefallen und zieh dich aus diesem Forum zurück, mullen - bitte.

____________________________

http://www.lolope.de/misc/haduin.jpg

[This message was edited by Mirdath on Sun May 09 2004 at 11:38 AM.]

Klassiker
09-05-04, 06:26
Jetzt mal wieder ein Eigenes, Uraltes, das ich wieder ausgegraben habe und mich über den Inhalt totgelacht habe. Ich habe es für meine Großmutter ins Gästebuch gedichtet, und es ist also eher kitschig und inhaltlich... naja, seht selbst
Ich bitte um ein mildes Urteil
(*zuMirdathrüberschiel* http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif).

Ein Frühlingsspaziergang

Wie dort durch die Krone bricht
hell und klar das Frühlingslicht
welch ein harzig süßer Duft
liegt heut in der Frühjahrsluft.

Wie der Schmetterling sich wiegt
taumelnd durch das Frühjahr fliegt
wie die Vögel zwitschern fein
in dem güldnen Sonnenschein.

Wie der Bach gar lustig springt
jedem Mensch' sein Lied vorsingt
und wir alle stimmen ein
es sollt ehwich Frühjahr sein.

http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif Oh Gott, was war mit mir los, als ich das verzapft habe http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/crazy.gif http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/crazy.gif

__________________________________________________ __________
"Was einmal gedacht wurde lässt sich nicht mehr zurücknehmen" Möbius in Dürrenmatts die Physiker

"Manchmal ist eine Zigarre eben einfach nur eine Zigarre" Sigmund Freud

Mirdath
09-05-04, 08:24
Oooh, deine Oma wird sich wahnsinnig gefreut haben :-D Und so übel finde ich es gar nicht - es tropft ein wenig vor Schmalz, aber man kann es noch aushalten *hehe*
Ich werde hier jetzt auch nicht jedes Gedicht auseinander nehmen - ich hatte nur das Gefühl, dass dir Poesie etwas bedeutet, darum war ich bei dir etwas ausführlicher, aber ich werd's zukünftig auch nur noch ab und an tun - sonst geht noch der Spaß flöten http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif

Hier auch mal ein altes von mir, das EINZIGE, das lustig ausgefallen ist und eines der wenigen, das sogar - tada - gereimt ist! :-p Es entstand aus reinem Spaß an der Freude *g*

Früchte des Zorns

Zarte Knospen hab' ich erblickt
reckten mir ihr grün entgegen
Fast hätte ich den Ast geknickt
Fast begann ich schon zu sägen
Wie kannst Du's wagen? fing's an zu lärmen
Das Weltgebälk begann zu zittern
Ein Stechen spürt' ich in den Gedärmen
Die Erde bebte unter schweren Gewittern
Mein Gesäß fand Ruh' auf einem Stein
Die Stürme fegten schlimm und schlimmer
Blitze zuckten und schlugen ein
um mich herum flogen die Trümmer
Ein Donner noch - dann plötzlich Stille
Vom Baume war nichts steh'n geblieben
So zeigt sich also Gottes Wille -
war das nicht ein wenig übertrieben?

Juni 2000

____________________________

"Ich bin in guter Laune in einer üblen Gegend." ~ Fehlfarben

Klassiker
09-05-04, 08:35
Auch schön! Das vorhin sollte übrigens nicht heißen, dass ich es nicht gut finde, wenn du meine Gedichte "auseinendernimmst"! Den Spaß lasse ich mir dabei nicht verderben. Mich stöt kritik nicht, solange sie begründet und nicht auf dem Niveau "boaa is des schei**" ist.

Und jetzt muss ein bisschen "Rache" sein http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif:

Vom Baume war nichts steh'n geblieben
...
war das nicht ein wenig übertrieben?

-.-.-.-.-
-.--.-.-.-
Ist die Abweichung bei Silben 3+4 Absicht? Oder von mir falsch skandiert?

-= Unbetont
.ist betont

MfG der Klassiker

__________________________________________________ __________
"Was einmal gedacht wurde lässt sich nicht mehr zurücknehmen" Möbius in Dürrenmatts die Physiker

"Manchmal ist eine Zigarre eben einfach nur eine Zigarre" Sigmund Freud

Mirdath
09-05-04, 08:53
"Ist die Abweichung bei Silben 3+4 Absicht?"

Nein - das ist einzig und allein schlampig gearbeitet *fg*

____________________________

"Ich bin in guter Laune in einer üblen Gegend." ~ Fehlfarben

kraller
09-05-04, 10:59
Passend zum Muttertag
http://www.cuneo.us/tesmw/images/kraller/muttertag.jpg

-----------------------------
Mein Char:
http://www.cuneo.us/tesmw/images/kraller/mein_gefolge_und_ich.jpg
Haben die besten Decks!!!!
http://www.cuneo.us/tesmw/images/kraller/alien_workshop.gif http://www.cuneo.us/tesmw/images/kraller/thinkflames.jpg
Skate4Funhttp://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/16x16_smiley-wink.gif

Klassiker
11-05-04, 15:13
Wilhelm Busch

Bewaffneter Friede

Ganz unverhofft an einem Hügel
sind sich begegnet Fuchs und Igel.
"Halt", sprach der Fuchs "du Bösewicht
kennst du des Königs Order nicht?
Ist nicht der Friede längst verkündigt
und weißt du nicht, dass jeder sündigt
der immer noch gerüstet geht,
im Namen seiner Majästet
geh her und übergib dein Fell!"

Der Igel sprach: nur nicht so schnell!
lass du dir erst die Zähne brechen,
dann wollen wir uns weiter sprechen!"
Und alsogleich macht er sich rund
schließt seinen dichten Stachelbund
und trotzt getrost der ganzen Welt
bewaffnet zwar, doch Friedensheld.

__________________________________________________ __________
"Was einmal gedacht wurde lässt sich nicht mehr zurücknehmen" Möbius in Dürrenmatts die Physiker

"Manchmal ist eine Zigarre eben einfach nur eine Zigarre" Sigmund Freud

Klassiker
16-05-04, 13:13
Na, geht euch allen die puste aus? http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif

Mal was moderneres

Personalkontrolle

"Name, Alter und Adressse?"
"Goethe fuffzich Isserlohn!"
"Sie nicht, halten sie die Fresse,
Er da, aufstehn, sag Er schon!"

"Kapuzinergresse heiß' ich,
Alter: Siebenhundert Jahr,
Hussum, Windelgasse dreißig..."
"Mann, das ist ja gar nicht wahr!

Kann er uns nicht offen sagen,
wer Er ist, wie Alt? Von wo?"
"Jetzt, da Sie mich danach fragen
bin ich Alfred Krupp & Co.

Wohnhaft in unendlichen Weiten
unsrer' Steppe-ja was ist?
Aber nein, wer wird denn streiten,
ich sag Dir jetzt wer du bist!

Du bist König Heinrichs Neffe
das was von ihm übrigblieb.
Ach wie gut dass ich dich treffe,
Hände hoch, du Hühnerdieb!

Weißt du noch wie die Korsaren....
Halt! Wo rennt er denn jetzt hin?
So wird er ja nie erfahren,
dass ich F.W. Bernstein bin!"

F(?) W. Bernstein

__________________________________________________ __________
"Was einmal gedacht wurde lässt sich nicht mehr zurücknehmen" Möbius in Dürrenmatts die Physiker

"Manchmal ist eine Zigarre eben einfach nur eine Zigarre" Sigmund Freud

gollum72
23-05-04, 14:07
Ich habs ja nicht so mit Gedichten, aber das find ich gut: http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif

Dunkel war's, der Mond schien helle,
Schnee lag auf der grünen Flur,
Als ein Wagen blitzesschnelle
Langsam um die Ecke fuhr.
Drinnen sassen stehen Leute,
Schweigend ins Gespräch vertieft,
Als ein totgeschosss'ner Hase
Auf der Sandbank Schlittschuh' lief.
Drinnen sass ein holder Jüngling,
Schwarzgelockt mit blondem Haar,
Neben ihm 'ne alte Schachtel,
Zählte kaum ein halbes Jahr,
In der Hand 'nen Butterwecke,
Der mit Schmalz bestrichen war.

Ich weiss nicht von wem das ist und ich glaube, es geht noch weiter...

----------------------------------------------------
"Freude herrscht!" (Adolf Ogi, Alt Bundesrat)

http://instagiber.net/smiliesdotcom/otn/blobs/boldblue.gif http://instagiber.net/smiliesdotcom/otn/blobs/boldyellow.gif http://smilies.jeeptalk.org/otn/blobs/bounce.gif http://smilies.jeeptalk.org/otn/blobs/boldred.gif http://www.smiliegenerator.de/smiley-flag/smiley-14288.png http://smilies.jeeptalk.org/otn/blobs/bounce.gif http://instagiber.net/smiliesdotcom/otn/blobs/boldblue.gif http://smilies.jeeptalk.org/otn/blobs/boldred.gif http://instagiber.net/smiliesdotcom/otn/blobs/boldyellow.gif

-------http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/11.gif #17 http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/11.gif ------- http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/11.gif RV-OA (http://forums-de.ubi.com/eve/forums?q=Y&a=tpc&s=59010161&f=416100233&m=314100653&p=4) http://ubbxforums.ubi.com/images/smiley/11.gif-------

Klassiker
23-05-04, 14:41
Seufz, ich bin gerührt... Danke Gollum, du hast den Thread wieder ausgebuddelt... Ich habe das schon 2 Mal gemacht, und mich deshalb nicht mehr getraut... http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif

Ich mach das Gedicht von dir mal fertig (soweit ich es kenne)

.....
in der Hand ne Butterwecke die mit Schmalz bestrichen war.

Und der Knabe sagt zum Fräulein:
Lieber Engel
Holder Bengel
vielgeliebtes Trampeltier.
Deine Augen sind Korallen
die auf deinem Schafskopf wallen
meine Liebe steht zu dir,
wie zu einer Kuhstalltür.

Dieses dichtete Herr Goethe
als er in der Morgenröte
thronend auf dem Nachtopf saß
und im Bett die Zeitung las


Das Gedicht gefällt mir auch http://ubbxforums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif

__________________________________________________ __________
"Was einmal gedacht wurde lässt sich nicht mehr zurücknehmen" Möbius in Dürrenmatts die Physiker

"Manchmal ist eine Zigarre eben einfach nur eine Zigarre" Sigmund Freud

dragon12321
23-08-04, 21:08
Im Nebel

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.

- Hermann Hesse

http://web3.ewsg.net/bilder/foren/dragonborder.gif
:: Deviant (http://dragon12321.deviantart.com) | Homepage (http://www.hertztod.de) | Oekaki Board (http://oekaki.dragoncast.de/) ::

El_Hatschi
03-03-05, 14:15
Weis zwar nicht, ob ich sagen kann:"Das ist von mir." Aber:

Der Dichter, der Dichter,
der kriegt eins auf die Lichter. http://forums.ubi.com/images/smilies/88.gif

Paveman_II
03-03-05, 15:13
ich liebe die vögel....
die vögel lieben mich...

doch die, die ich liebe
die vögelt mich nicht http://forums.ubi.com/images/smilies/blink.gif

Klassiker
05-03-05, 06:29
Drachenblut

Für die Kinder kämpfen wir
für die Kinder
völlig Blinder
für die Blinden töten wir
handeln schon im jetzt und hier.

Für die Sklaven kämpfen wir
für die Sklaven,
ewig Braven
für die Braven töten wir
helfen damit letztlich dir.

Für uns selber kämpfen wir
für uns selber
und die Kälber
für die Kälber töten wir
wider ihrer Schlächter Gier.

Für das Rechte kämpfen wir
für das Rechte
nie das Schlechte
für das Rechte töten wir
sterben alle euch, uns -mir.

("Ach wir
die wir den Boden bereiten wollten für Freundlichkeit
Konnten selber nicht freundlich sein!"
Brecht)

Micha1989
05-03-05, 06:34
Also ich hab mir da ma was ausgedacht:

Frauen

Der Spruch
Mit dem du jede kriegst
Doch nach dem Fi**en
Wieder rausfliegst
Dieser endet mit U
Und lautet
Wie viel kostest du

Klassiker
05-03-05, 06:54
Nacht

Nun blickt er wieder nieder
doch oft sein Blick viel höher zieht
wo er die lichte Feindin sieht
des Nachtes-immer wieder.

Und oft packt ihn das Wüten
wo er nur kalte Landschaft kennt
am Tag ihr Blick auf Wiesen brennt
voll Leben, Farbe, Blüten.

Und doch schenkt sie ihm Leben.
In ihre Strahlen eingetaucht
zieht er die Kraft die er so braucht
aus ihrem ewgen' Geben.

Und mag er noch so toben:
Wenn sie am Himmel tot verglüht
man auch ihn selbst nie wieder sieht:
So muss er doch sie loben.

So triffts den bleichen Streiter:
Selbst wenn des Nachts er sie besiegt
am morgen er dann unterliegt:
So dreht und wirkt es weiter.

Paveman_II
08-03-05, 07:55
Andreas Gryphius

Tränen des Vaterlandes

Wir sind doch nunmehr ganz, ja mehr denn ganz verheeret!
Der frechen Völker Schar, die rasende Posaun
Das vom Blut fette Schwert, die donnernde Karthaun
Hat aller Schweiss, und Fleiss, und Vorrat aufgezehret.
Die Türme stehn in Glut, die Kirch' ist umgekehret.
Das Rathaus liegt im Graus, die Starken sind zerhaun,
Die Jungfern sind geschänd't, und wo wir hin nur schaun
Ist Feuer, Pest, und Tod, der Herz und Geist durchfähret.
Hier durch die Schanz und Stadt rinnt allzeit frisches Blut.
Dreimal sind schon sechs Jahr, als unser Ströme Flut
Von Leichen fast verstopft, sich langsam fort gedrungen.
Doch schweig ich noch von dem, was ärger als der Tod,
Was grimmer denn die Pest, und Glut und Hungersnot,
Dass auch der Seelen Schatz so vielen abgezwungen.


gott is des gedicht toll ^^

Klassiker
08-03-05, 08:24
Schlaflied

Am Himmel steht der Mond
und helle Sterne auch.
Aus Häusern die bewohnt
steigt feiner, grauer Rauch.

Ganz still wird's auf der Flur
ganz still auch auf dem Feld
im Schlaf liegt die Natur
im Schlaf die ganze Welt.

Ganz ruhig liegt jedes Tier
egal in welchem Haus.
ganz ruhig sind jetzt auch wir
und löschen's Lichtlein aus.

So schlaf geschwind auch du
rast' von des Tages Plag
mach jetzt die Augen zu
bis kommt ein neuer Tag.

Ich wünsch dir einen Traum
der dir die Nacht versüßt
flieg frei durch Zeit und Raum
bis dich der Tag begrüßt.

dark_huntress
09-03-05, 12:48
Broken wings

broken wings
I'm falling down
down to the earth where you belong

next to your feet I'm lying,
next to your heart I'm crying

broken wings
don't need them any more
my soul needs yours
that is for sure


alles MEINS http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif

Klassiker
22-03-05, 15:13
Morgenlied

Die Sonne blickt hervor
vorüber ist die Nacht
der Vögel Morgenchor
ist auch schon aufgewacht

Es steigt aus Baches Tal
der Morgennebel auf
der Mond-schon blass und fahl
beendet seinen Lauf.

Der Sonne Strahlen früh
erwecken jedes Tier
wenngleich manchmal mit Müh
erwachen nun auch wir.

So sei auch du jetzt brav
vorbei ist ja die Nacht
erhebe dich vom Schlaf
die Welt ist aufgewacht.

Des tiefen Schlafes Ruh'
gibt allen Wesen Stärk'
steh auf also auch du
vollbring dein Tageswerk.

Moosmaennchen
24-03-05, 14:49
Die ersten beiden Verse von Pommernland. Habe ich letzte Woche erdacht,so schnell habe ich noch nie ein Gedicht geschrieben (Merkt man auch http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif). Ich muß noch ein Lob an Klassiker aussprechen wunderschöne Gedichte.

Die Gänse kreuzen den Dorfweg,
Hinter weißem Schimmer die Sonne gleißt,
Am nahem Dünenstrande eine Möwe sich regt,
Wisst ihr wie dieses Land heißt?

Hohes braunes Graß und endlose Felder,
Im Dickicht ein Wolf die Tiere reißt,
Am Ufer das Wasser leise plätschert, endlos die Wälder,
Wisst ihr wie dieses Land heißt?

Gruß

Micha1989
25-03-05, 06:32
Konfuzius sagt:

Reis aus der Fot*e Haare raus
und strick dir ein paar Socken draus
denn wer ocken trägt aus Fot*enhaar
dem steht das ding das ganze Jahr

tini2004
25-03-05, 11:26
Licht aus! Licht aus!
Papa holt den Dicken raus,
Mama zieht sich nackig aus,
einmal rein und einmal raus,
fertig ist der kleine Klaus!

chickpea
01-04-05, 07:04
O, schaurig ists, übers Moor zu gehn,
Wenn es wimmelt vom Heiderauche,
Sich wie Phantome die Dünste drehn
Und die Ranke häkelt am Strauche,
Unter jedem Tritte ein Quellchen springt,
Wenn aus der Spalte es zischt und singt -
O, schaurig ists, übers Moor zu gehn,
Wenn das Röhricht knistert im Hauche!

Fest hält die Fibel das zitternde Kind
Und rennt, als ob man es jage;
Hohl über die Fläche sauset der Wind -
Was raschelt drüben am Hage?
Das ist der gespenstige Gräberknecht,
Der dem Meister die besten Torfe verzecht;
Hu, hu, es bricht wie ein irres Rind!
Hinducket das Knäblein zage.

Vom Ufer starret Gestumpf hervor,
Unheimlich nicket die Föhre;
Der Knabe rennt, gespannt das Ohr,
Durch Riesenhalme wie Speere;
Und wie es rieselt und knittert darin!
Das ist die unselige Spinnerin,
Das ist die gebannte Spinnlenor',
Die den Haspel dreht im Geröhre!

Voran, voran! nur immer im Lauf,
Voran, als woll' es ihn holen!
Vor seinem Fuße brodelt es auf,
Es pfeift ihm unter den Sohlen
Wie eine gespenstige Melodei;
Das ist der Geigenmann ungetreu,
Das ist der diebische Fiedler Knauf,
Der den Hochzeitheller gestohlen!

Da birst das Moor, ein Seufzer geht
Hervor aus der klaffenden Höhle;
Weh, weh, da ruft die verdammte Margret:
"Ho, ho, meine arme Seele!"
Der Knabe springt wie ein wundes Reh;
Wär nicht Schutzengel in seiner Näh,
Seine bleichenden Knöchelchen fände spät
Ein Gräber im Moorgeschwele.

Da mählich gründet der Boden sich,
Und drüben, neben der Weide,
Die Lampe flimmert so heimatlich,
Der Knabe steht an der Scheide.
Tief atmet er auf, zum Moor zurück
Noch immer wirft er den scheuen Blick:
Ja, im Geröhre war's fürchterlich,
O, schaurig war's in der Heide!
Anette von Droste-Hülshoff
---
Eines der schönsten Gedichte zum laut lesen, wie ich finde.

Klassiker
03-04-05, 15:18
Danke, Moosmännchen für dein Lob! http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif

Die Möwe

Sie schwebt weit überm' Meer
sie schwebt, fliegt, flattert, gleitet
der Himmel, weit und leer
scheint nur für sie bereitet.

Blick ich zu ihr empor
beobachte ihr treiben
kommt es mir stets so vor
als sollt' ich ewig bleiben.

Sie ist zwar eher klein,
ein Nichts im Windesrauschen
und doch bild' ich mir ein
sie würd' nie mit mir tauschen.

Was bin ich gegen sie
die kreuzt dort überm' Hafen?
Nein, tauschen würd' sie nie
mit mir dem Erdensklaven.

S'wär auch ein schlechter Tausch:
Lebt sie doch ohne Grenze
Wer bremst denn ihren Rausch?
Wer bremst denn ihre Tänze?

Schau ich mich selber an
schau auf mein eignes Leben
seh' ich der Erde Bann
dem ich bin untergeben.

Ich komm ihm niemals bei
ich werd' ihn nie besiegen.
Sie ist dagegen- frei.
Kann ohne Grenzen fliegen.

Was gilt ihr denn Gesetz?
Sie kann sich frei entfalten.
Kein Strick, kein Ring, kein Netz
kann sie in Grenzen halten.

Schon spür ich da die Wut:
Was jeder mensch begehret:
Die Freiheit-höchstes Gut:
-ihr wurd's für Nichts gewähret.

Doch wenn ich's überdenk
bemerke ich zu Letzt
das göttliche Geschenk
wurd nie von ihr geschätzt


Nur wer sich kann nicht retten
weiß, was die Rettung gibt
nur wer da liegt in Ketten
so sehr die Freiheit liebt.

Klassiker
13-05-05, 14:09
Um diesen Thread der Archivierung zu entreißen (ab wann ist da Gefahr?):

Im Gewitter der Rosen
Wohin wir uns wenden im Gewitter der Rosen,
ist die Nacht von Dornen erhellt, und der Donner
des Laubs, das so leise war in den Büschen,
folgt uns jetzt auf dem Fuß.

Wo immer gelöscht wird, was die Rosen entzünden,
schwemmt Regen uns in den Fluß. O fernere Nacht!
Doch ein Blatt, das uns traf, treibt auf den Wellen
bis zur Mündung uns nach.

Ingeborg Bachmann

Klassiker
16-05-05, 06:58
Lebensfahrt

Das ganze Leben ist ein Fluss
der strömt mal ruhig, mal wilder.
Es wechseln Lieb', Hass, Leid, Genuss
ganz wie des Ufers Bilder.

Das ganze Leben ist ein Fluss,
mal groß und breit, mal kleiner.
Es gibt kein "Kann" es gibt nur "Muss"
denn steuern kann hier keiner.

So reisen wir auf unserm' Boot
und können nirgens bleiben.
Geburt der Anfang s'End der Tod

Der Anfang: Quell-die Mündung: End'
ins weite Meer das keiner kennt
in das doch alle treiben.

Exequtor
16-05-05, 07:37
Hallo, ich habe folgendes Problem:

Wir sollen als Hausaufgabe ein Sonnet über Köperkult (z.B. schöne Augen... ihr wisst schon) im Barockstil schreiben, anhand von:

Sonnet über die Augen der Astree Martin Oplitz (1630)

Dies sind die Augen: was? Die Götter; sie gewinnen
Der Heldenkraft und Mut mit ihrer Schönheit macht.
Nicht Götter; Himmel mehr; denn ihrer Farbe Pracht
ist himmelblau, ihr Lauf ist über Menschensinnen:

Nicht Himmel; Sonnen selbst, die also blenden können,
dass wir um Mittagszeit nur sehen lauter Nacht.
Nicht Sonnen; sondern Blitz, der schnell und unbedacht
Herab schlägt, wann es je zu Donnern will beginnen.

Doch Keines-. Götter nicht, die Böses nie begehen.
Nicht Himmel, denn der Lauf des Himmels wanket nicht.
Nicht Sonnen, denn es ist nur einer Sonne Licht.

Blitz auch nicht, weil kein Blitz so lange kann bestehen:
Jeden noch sieht sie des Volkes blinder Wahn.
Für Himmel, Sonnen, Blitz und Götter selber an.



Bitte helft mir, ich bin dafür zu ungeschickt!

Mirdath
16-05-05, 07:39
Ganz ganz fein, Klassiker http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif Obwohl ich inhaltlich nicht ganz übereinstimme, da bei dir der freie Wille nicht existiert ... http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif

Liebesgarten

Wo sind noch unbetretne Länder?
Wo ist noch unbefahrnes Meer?
Wo schreitet noch der Sechzehnender
Vor Königen und Helden her?
Wo tritt das Einhorn aus den Tannen
Noch vor die Jungfrau hin und kniet?
Wo sind noch Schemen, sie zu bannen?
Wo ist noch heiliges Gebiet?
Wo zünden noch beschworne Feuer
Vom Himmel, wie es einst geschehn?
Wo gibt es noch Abenteuer,
Die es sich lohnte zu bestehen?
Wo ist das Wunder noch lebendig?
Warum erreicht es uns nicht mehr?
Die Ferne ist so unbeständig,
Die Nähe ohne Gegenwehr.
Wir aber, die im Walde warten,
Bis sich die Zeit erfülle, sehn
Noch manchmal fern den Liebesgarten
Hell durch das Rosendickicht wehn,
Und fangen dann und wann von drüben
Wohl einen Ton ein im Verziehn,
Aber noch während wir ihn üben,
Fällt Laub und wir verlieren ihn...

Alexander von Bernus

Klassiker
16-05-05, 09:39
@ Mirdath:
Danke für das Lob! http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif

Und, was du auf deinem kleinen Boot machst ist schon dir überlassen.http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif

@ Exequtor:
Ich überlege mal... http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif
Inwieweit müsst ihr das Reimschema mit Zäsuren und so weiter kopieren?

Exequtor
16-05-05, 10:10
Wenn möglich beibehalten, und da breche ich mir die Finger bei ab http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_frown.gif

Klassiker
16-05-05, 11:47
So, es hat etwas gedauert, da ich bis vor einer viertel Stunde keine Zeit hatte, aber jetzt:

Ich habe mir mal ein paar Gedanken zum Menschen im Barock gemacht: Gottesfürchtig, vanitasgläubig, schönheitsliebend , Hang zur übersteigerten Sprache.
Das schwierigste ist, das ganze in Sonnetrhytmus zu bekommen, als Anregung mal ein schneller Versuch von mir, der aber vielleicht etwas zu wenig schönheitsfürchtig und zu sehr gott/lammfromm ist. http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif :

Antlitz der Sonne

Es scheint mir ihr Gesicht so blendend wie die Sonne
und doch reicht dieses Bild unendlich wenig aus
denn während dieser Schein ist mir die höchste Wonne
mischt sich zu jenem ein auch trockner Hitze Graus

Wie sehr verzehr' ich mich nach diesem goldnen' Haare
so leuchtend und so rein grad wie gediegnes' Gold
so überirdisch schön Beweis fürs' Schöne Wahre
Beweis, dass diese Welt vergänglich zwar, doch hold.

Wie muss ich loben Gott für dieses Engelswesen
die Venus selbst hat er für mich allein' gemacht.
Hat schon in diese Welt ihr himmlisch' Bild gebracht

Die Krönung seines Werks hat er mir ausgelesen
Blick ich in ihr Gesicht verschwindet all Bedenken
Wer solche Wesen schafft wird alles bestens lenken!


So, Inhalt sehr schmalzig und fragwürdig, aber es ging mir eher um den Rhytmus^^

Hoffe ich konnte ein bisschen helfen.

Exequtor
16-05-05, 12:28
Danke, schmalzig ist gut ^^. Dürfte ich das so übernehmen, wenn du willst, schreib ich deinen Namen dazu, nur Klassiker... ^^ Sag einfach ob ichs auch übernehmen darf.

Klassiker
16-05-05, 12:31
übernimm es wenn du willst, schreibe den Namen dazu oder lasse ihn weg, ist mir egal! http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif

Klassiker
09-08-05, 08:20
Einlaß

Huri

Heute steh ich meine Wache
Vor des Paradieses Thor;
Weiß nicht grade, wie ich's mache;
Kommst mir so verdächtig vor!

Ob du unsern Mosleminen
Auch recht eigentlich verwandt?
Ob dein Kämpfen, dein Verdienen
Dich ans Paradies gesandt?

Zählst du dich zu jenen Helden?
Zeige deine Wunden an,
Die mir Rühmliches vermelden,
Und ich führe dich heran.

Dichter

Nicht so vieles Federlesen!
Laß mich immer nur herein:
Denn ich bin ein Mensch gewesen
Und das heißt ein Kämpfer sein.

Schärfe deine kräftgen Blicke!
Hier durchschaue diese Brust,
Sieh der Lebenswunden Tücke,
Sieh der Liebeswunden Lust!

Und doch sang ich gläubger Weise,
Daß mir die Geliebte treu,
Daß die Welt, wie sie auch kreise,
Liebevoll und dankbar sei.

Mit den Trefflichsten zusammen
Wirkt ich, bis ich mir erlangt,
Daß mein Nam in Liebesflammen
Von den schönsten Herzen prangt.

Nein! du wählst nicht den Geringern!
Gib die Hand, daß Tag für Tag
Ich an deinen zarten Fingern
Ewigkeiten zählen mag.

__________________________________________________


Suleika

Als ich auf dem Euphrat schiffte,
Streifte sich der goldne Ring
Fingerab in Wasserklüfte,
Den ich jüngst von dir empfing.

Also träumt ich; Morgenröte
Blitzt ins Auge durch den Baum.
Sag, Poete, sag, Prophete,
Was bedeutet dieser Traum?

Hatem

Dies zu deuten, bin erbötig!
Hab ich dir nicht oft erzählt,
Wie der Doge von Venedig
Mit dem Meere sich vermählt?

So von deinen Fingergliedern
Fiel der Ring dem Euphrat zu.
Ach, zu tausend Himmelsliedern
Süßer Traum, begeisterst du!

Mich, der von den Indostanen
Streifte bis Damaskus hin,
Um mit neuen Karawanen
Bis ans Rote Meer zu ziehn,

Mich vermählst du deinem Flusse,
Der Terrasse, diesem Hain,
Hier soll bis zum letzten Kusse
Dir mein Geist gewidmet sein.
______________________________________________

Und wer franzet oder brittet
Italiänert oder teutschet,
Einer will nur wie der andre
Was die Eigenliebe heischet

Denn es ist kein Anerkennen,
Weder vieler, noch des einen,
wenn es nicht am Tage födert
Wo man selbst was möchte scheinen.

Morgen habe dann das Rechte
Seine Freunde wohlgesinnet
Wenn nur heute noch das Schlechte
Vollen Platz und Gunst gewinnet!

Wer nicht von dreytausend Jahren
Sich weiß Rechenschaft zu geben,
Bleib im Dunkel unerfahren
Mag von Tag zu Tage leben!

Aus dem Buch des Unmuths

J.W.v.G. - West-östlicher Divan

Ilkum Sortil
10-08-05, 01:37
Pumpen wir mal wieder einen Thread richtig voll! *evilgrin*

Aus meiner persöhnlichen Sammlung "Lieder des Drachen" (Gedichte von mir für mich und andere)
Der Name der sammlung leitet sich von dem Pseudonym Ryu (jap. Drache) Kazuha ab, unter dem ich diese Werke geschaffen habe (und nicht nur die ^^).

Der Mut

Brauche ich Mut um zu töten?
Ist dazu Mut von Nöten?
Brauche ich Mut um zu schießen?
Um Blut zu vergießen?
Brauch ich mut um zu vernichten?
Den Mut der alten Geschichten?
Was ist Mut? Ist er Gut?
Oder schlecht? Ist er echt?
Sag, ist's Mut? Oder nur Wut?
Bin ich mutig, weil mein Schwert blutig?
Weil ich erschlag, was ein and'rer mag?
Ist das Mut? Dann ist's gut.
Dann will ich nicht mutig sein.


Die Angst

Die Angst überkommt micht,
umhüllt und verschlingt mich.
Ich starre ins Leere, gelähmt
von der Angst die mich so grähmt.
Ich bin so stark und doch so schwach,
steh wie aus Stein, bin doch wach,
seh das du nicht mehr kämpfen kannst,
kann dir nicht helfen, ich habe Angst.


Gedanken eines Selbstmöders

Das eine Leben gehöt mir,
das eine mit dem ich tu was ich will,
das ich beende wenn es richtig scheint,
seid alle still.

Ihr wollt mi Vorschirften machen
und verhönt mich, ihr seid dumm,
ich bin nicht taub, nicht blind,
ich bin nur stumm.

Ich habe gelebt, gelitten,
eure dummheit ertragen,
nun will ich ein Zeichen setzen,
meinem letzten Recht entsagen.

Keiner von euch ist schuld,
ihr wusstet es nicht besser,
Keiner von euch hat es mal gespürt
das von Einsamkeit geführte Messer.

Ihr werdet Schuld auf euch laden,
weil ihr wieder nur euch seht,
was ich für Lasten auf micht lud,
ists was ihr nicht versteht.

Ihr brecht die Brücken,
ruft mir ich solle den Abgrund überspringen,
und wenn ich dann stürtze,
seid ihr die, die heuchlerisch Trauer singen.

Ich lebe nicht mehr,seit so langer Zeit nicht,
ich starb in euren Augen schon vor Jahren,
jetzt lasst mich wenigstens an eurer statt,
als Sünder zur Hölle fahren.

Um einer von euch zu werden,
werde ich für euch sterben.


Himmlische Schlacht

Auf schwarzen Schwingen steigt er hinab,
mit augen aus blauem Kristall.
Das rauschen seiner Flügel ist weithin zu höen,
man meint er wäre überall.

Auf weißen Schwingen stößt er nieder,
mit Augen wie von Rubin.
Die donnernd schlagenden Flügel,
tragen ihn überall hin.

Sie sind gekommen,
im Kampf sich zu messen,
mit Schwert und Schild,
beide besessen.

Im weiten Feld,
die Waffen kreischen,
wenn beide den andern,
in Hass zerfleischen.

Ein rotgoldner See,
entstand auf dem Feld,
auf dem einer dem andern
zum Opfer fällt.

Die Schilde werden Felsen,
die Schwerter Bäume,
zwei einsame Inseln
im Meer der Träume.

In Ketten gefesselt,
die Flügel gestutz,
die Schlacht hat wie immer,
nur dem Tode genutzt.


Was tun wir?

Alles ist vergänglich, alles wird zerstöt,
wird noch viel kommen, oder wird uns alles genommen?
Warum ist uns nichts heilig?
Weil wir uns als Götter fühlen, nur an uns Gefallen finden.

Sollte es nicht unser Ziel sein, den Fireden zu wahren?
die Erde auf immer zu schützen? Das würde uns nützen.
Doch wir ziehen in den Krieg,
zerstöen uns, alles.

Immer suchen wir Streit, messen uns im Kampf,
die Hamonie der Natur, für uns Legende nur.
Frieden ist für Schwache.
Wir ziehen in den Krieg.


Das Sein

Alles ist jemand, jemand ist alles.
Du bist alles, alles ist nichts.
Ich bin nichts, so bin ich alles?
Wer ist mehr als ich, als du?
Für mich, für dich, für uns.
Wer bist du? Du bist ich.
Ich bin du. Wer bin ich?
Wer ist alles? Wer jemand?
Du bist alles und jemand und ich und nichts.


Erwache

Einmal fährt ein Sturm über das Land,
ein Sturm von Schwertern und von Brand,
alles niederwerfend, tosend und stumm zugleich.

Einmal legt sich Stille auf den Verstand,
und öffnet dem Tode die Tür.
Hast du diesen aus deinem Herzen verbannt,
erwacht die heilie Kraft in dir.
Was andere zerstöte, zerfraß und zerbrach,
rief in dir uralte Kräfte wach.

Der Verlöschung entgangen,
wurde das Schwert zersplittert,
du hast Mächte erlangt,
vor denen das Dunkel selbst erzittert.


Der Illumined

Flammender Mut, verbrennt seinen Leib,
aus Fleisch und Blut, ist die Seele befreit.
Hält sich aus eingener Kraft in der Welt,
er ist ein Bleibender, ein strahlender Held.

Unendliche Mächte, hat er sich geschenkt,
die nutzen er wollte, wie er das gedenkt.
Die die ihm unlieb, mit Schrecken zerstöen.
und seine Freude, mit sanftmut betöen.

Er ist einer der vielen, die die Macht verdarb,
ist mit dem Tag gefallen, an dem er sie erwarb,
Er wurde versiegelt, von uns, den ander'n,
gefesselt zu bleiben, während wir wandern.

Im Zentrum der Macht, herscht immer tiefste Nacht.


Du

Warum sind wir alle so verschieden, und doch so gleich?
Warum sind wir alle so verblieben? Warum sind wir so weich?

Wenn ich auch du bin, wie du immer gesagt,
warum bist du dann weg? haben wir nicht alles gewagt?

Du bist für mich alles, das Licht dieser Welt,
der Schatten der Wälder, der mir so gefällt.

Du bist mein Schild, mein Traum in der Nacht,
mein schönstes Bild und mein Schwert in der Schlacht.

Ohne dich bin ich nichts, als eine leere Hülle,
die nur darauf wartet das dein Geist sie erfülle.

Wenn du nur da bist, ist alles egal,
mein irdischer Auftrag so wie mein Schicksal.

Denn du bist die eine, die alles ändern kann,
wenn du es wolltest wär ein Tag unendlich lang.

Ich trage Erinnerungen bei mir, schlechte Abbilder deiner Seele,
meine Gedanken sind bei dir, würgen meine Kehle.


Du bist ...

Du bist das Licht, ohne dich existiere ich nicht,
es gibt mich dann auch, doch das Leben ist Rauch.
Erst wirklich existent, machen mich deine Händ'.
Mein Geist nährt sich an Worten die so herrlich,
Der süße Honig deiner Stimme, betöt meine Sinne.
Selbst wenn ich dich berühre, dich heilige anrühre,
scheue ich deine Gefühle zu erspüren.
du selbst sollts sie mir vor Augen führen.
Ohne dich bin ich müde und schwach,
miit dir kraftvoll und wach, du gibst mir die Kraft,
bist die einz'ge die es schafft,
legst meine Wut an die Zügel,
in der Umarmung deiner goldenen Flügel.
Ohne dich würde es mich wohl geben,
doch ich würde nicht leben.


Mein Stern

Warum kann ich dich nicht lächeln sehn?
Warum kann ich dich nicht so verstehn,
wie ich will?

Warum sind deine Augen so unendlich tief?
Ein kristallnes Labyrinth, in dem ich mich verlief,
ganz allein.

Warum bist mir so nahund doch so weit?
Warum spür ich in deiner Nähe, nur Einsamkeit?
Todeskalt.

Ich bin wie ein Schatten, der nach dem Lichte strebt.
Der es trachtet zu erreichen, auch wenn er drin vergeht.
Voller Qual.

Du bist das Licht der Sterne, in das ich Blick so gerne,
ob mein Stern mich sieht...


Der Tod

Der gute schlechte Tod,
befreit uns von der Not,
fragt niemals, nie zurück,
nimmt uns unser Glück.
Jeder einmal stirbt,
doch wenn die Angst und verdirbt,
leben wir lange mehr nicht,
drum wendet euch ins Licht.
wenn uns der Tod macht,
auch noch so betroffen,
es gibt Licht nach der Nacht,
auf da könn' wir hoffen.


Darmoklesschwert

Ein Schwert über mir,
singt teuflische Klänge.
ein Schwert über dir,
treibt dich in die Enge.
Ein Schwer über uns,
mit strahlender Klinge,
ein Schwert über uns,
wär froh wenn es ginge.


Das Ende aller Dinge

Wenn trockne Träne fließen,
Schwerter Pfeile schießen,
Schilde Köpfe Spalten,
die Jungen sind die Alten,
Tote wieder wandeln,
Geschichten nicht mehr handeln,
dann sei dir gewiss,
das alles zu Ende ist.


Warum?

Das Schwert bohrt sich in mein Fleisch,
ich fühl die kalte Klinge,
doch das ist mir gerade gleich,
wie alle ausser einem Dinge.

Warum hast du das getan?
Wer hat dich zu dem gemacht?
Bin ich etwas Schuld daran?
Das du um den Verstand gebracht.

Ich huste, schlucke warmes Blut,
es reißt dabei der kalte Stahl,
mich wie in mächtiger rasender Wut,
jedes Mal.

Warum kamst du mich zu strecken?
Durch des dunklen Fürsten Banne?
Warum du, ein stolzer Recken,
kam zu morden jenen Manne,
denn er seinen Bruder nannte?

Wie, sag, konntest du das tun?
Ich werde sterben nun,
ich bitte dich, töte jenen der dich bannte
und den Bruder Feind benannte!


Und zu guter letzt mein Machwerk:


Käfig des Autoren

Ich zittere,
zittere vor dem,
das mich vergitterte,
mit seinen Worten,
meine Worte in mich sperrte,
ganz egal wie sehr ich auch,
an diesem Gitter zerrte,
es setzte mir immer Grenzen,
eng und enger werden sie,
je mehr meine Sprache im mir wächst,
ich brauch nicht seine Worte,
so alt um abgewetzt.
Was euer Laufgitter,
mein winziges Gefängnis.

SCHEIß WÖRTERBUCH!

Katja14
11-08-05, 13:01
an Ilkum Sortil

wie lange hast du dafür geschrieben? ist ja viel zu lang um das zu lesen. kann das sein das du Rap magst? manches höt sich nämlich so an http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif und es fehlt die romantik

Ilkum Sortil
12-08-05, 02:51
Ich hasse Rap und ich werde jeden auslöschen der etwas anderes behauptet.



Die "Lieder des Drachen" entstanden innerhalb von 2 Jahren zu verschiedenen Gelegenheiten, zT auf Pfadi-Lagern, manchmal in der Schule, etc.

Das mit dem Gefühl ist eine subjektive Einschätzung die ich bisher selten zu meinen Schriften gehöt habe.

I. Sortil

Frostfels
12-08-05, 02:57
Hängt alle Rapper und Hip-Hopper!!!!!!
Hop-Hipper weg!

Ilkum Sortil
12-08-05, 03:29
@Thom: überließ das bitte kurz aber es bricht gerade so aus mir raus...



Hoppser an die Bäume, das sind uns're Träume!



*hüstel* Ich bin da völlig neutral *hüstel*

Authchir
12-08-05, 16:46
Liegt der Rapper tot im Keller, war der Frostfels wieder schneller http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif

KoenigKaoz
16-08-05, 04:47
Hier erst mal mein erster literarischer Erguss *hüstl* http://www.ubisoft.de/smileys/bag.gif

Stolz und Treue

Es ist wieder mal so weit
Trikot und Schals an den Armen
Jung und Alt sind schon bereit
Keiner bleibt heut im Warmen

Auf dem Weg zur Ballspielstätte
Tratscht man mit den Gleichgesinnten
"žWir gewinnen, jede Wette!"
Gut fürs allgemeine Wohlbefinden

Angekommen im Steigerwald
Mischen wir uns in die Menge
Und der Anpfiff ist auch bald
überall Rot-Weißes Gedränge

Wenn der Stadionsprecher ruft
"žHier ist unsere Aufstellung"
Ballons steigen in die Luft
Alle Fans sind voller Hoffnung

Und da rollt der Ball auch wieder
Und die Kurve fängt an zu singen
Die Fans singen ihre Lieder
Höst du wie die Stimmen klingen?

"žRot Weiße Dresse und ne große Fresse,
das können nur die Erfurter sein
Ungeputzte Schuhe und den A**** voll H***
Das können nur die Erfurter sein!"

Und so gewinnt Rot Weiß am Ende doch
Jedes Mal aufs Neue
Erfolgreich immer noch
Stolz und Treue

http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif

Klassiker
28-08-05, 16:19
Der Ring
- eine Nachdichtung-

Will dir diesen Ring hier geben
trag' ihn stets an deiner Hand!
Denn so wechselnd ist das Leben:
Freud' und Kummer nah verwandt.

Wenn du lebst auch manche Tage
voller Freude, voller Glück,
wirft dich ohne weitre' Frage
bald schon Leid und Schmerz zurück.

Dieser Ring soll uns verbinden
in des Lebens wechselnd' Flut
Der Schmerz, das Leid mag steigen, schwinden,
wenn nur Herz bei Herze ruht!

Dieser Ring soll uns begleiten
auf des Lebens langem Steg
von Grat zu Grat getreu uns leiten
auf gesichert-breiten Weg.

Dieser Ring soll uns erhalten,
stärken dann auch unsern' Bund!
Er werde niemals mehr gespalten
bis zur allerletzten Stund!

gewidmet Suleika und Hatem

Klassiker
31-08-05, 10:39
Herbstlaub II
für Mirdath http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif

Es schwebt von einer Eiche
das Laub so sanft herab...
Bevor's erreicht als Leiche
am Grund das Modergrab.

Doch würd kein Blatt bedenken,
wie's weiterfallen kann,
wie wollt's auch "fallen" lenken?
Wie käm's dagegen an?

Wär doch die Zeit verschwendet
das "Lenken" bloßer Wahn:
Der kleinste Windhauch wendet
Das Blatt mitsammt dem Plan!

Es fällt so lang es fällt.
Es braucht so lang es braucht.
Bis es von dieser Welt
in Grabesmoder taucht.
__________________________________

Hatte eben Zeit und Lust, das alte Gedicht ein bisschen zu überarbeiten...
Ein paar deiner Tipps konnte ich hoffentlich umsetzen, Mirdath http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif

Raveren
09-09-05, 16:32
Urghz! Gegen Klassikers Gedichte komme ich nicht an, zumal ich nur dann was einigermaßen Brauchbares zu Papier bringe, wenn ich mich von irgendwas ablenken will.

---------------------------------------------------------
Einsamkeit

Ich liege hier allein.
Draußen heult der Wind.
Wann werde ich wieder bei dir sein?
Ich liebe dich, mein Kind!

Einsamkeit

Langsam erinnere ich mich
an dein tiefschwarzes Haar.
Immer vermisse ich dich,
seit gut einem ganzen Jahr.

Eisamkeit

Nun liege ich hier in meinem Grab
ohne dich je wieder zu seh'n.
Niemand wird wissen, dass es dich je gab.
Nie wird meine Liebe zu dir vergeh'n.

Einsamkeit

Mein Blick ist leer,
mein Köper ist kalt.
Ich vermisse dich so sehr.
Ohne dich fehlt mir der Halt.

Einsamkeit

Ich liege hier allein.
Draußen heult der Wind.
Bald wirst du wieder bei mir sein,
wenn deine Lebenskraft verrinnt.

Einsamkeit

Iserlohn den 10.11.2004; Gewidmet meiner toten Trimeresurus gumprechti

Klassiker
11-09-05, 06:17
@Raveren: Ich finde dein Gedicht sehr schön! http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif

Passend zur düsteren Stimmung noch eines von mir:

Ein Rosenkranz

Der Liebe Rose glänzet
so rot, so voll,- so wahr
ihr Blühen - wunderbar-
scheint uns durch nichts begrenzet.

Die Schönheit dieser Blume
erscheint uns grenzenlos
es scheint als blüht' sie bloß
der Lieb' zu stetem Ruhme

Doch nach dem Blühn' der Pflanze
was bleibt dem Rosenkranze
als Dornen, scharf und tot?

Sie tilgen alte Küsse,
ihr Biss färbt jetzt die Flüsse
der Träne rosenrot.

Aftzengeier
11-09-05, 08:40
liegt der camper tot im keller
war der rusher wieder schneller
liegt der rusher tot daneben
hat der camper nen kollegen


Edit:

achja... der geilste spruch der welt

... <span class="ev_code_RED">WIR SIND DIE BORG, WIEDERSTAND IST SPANNUNG DURCH STROHMSTÄRKE! </span>

Raveren
11-09-05, 17:42
@Klassiker: Und wieder hast du ein Gedicht nieder geschrieben, bei dem man echt neidisch werden könnte! Respekt! Und Danke für das Lob! ^.^

Zum Thema Widerstand ^.^http://www.voak.at/images/portal/36/comp_widerstand.jpg

Wenn die Wildnis stirbt,
stirbt die Hoffnung mit ihr,
stirbt der Wille zu Leben,
stirbt das schöne auf Erden
Wenn ihre Farben dunkel werden
Wenn ihr Lied aufhöt zu Singen
Dann werden wir wissen das es zu spät ist!
(Quelle ist verschütt gegangen.)

Kann man in diesen Thread eigentlich auch Lyrics von schönen Liedern schreiben, wo man toll findet?

miimpo2
12-09-05, 06:50
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><div class="ip-ubbcode-quote-title">quote:</div><div class="ip-ubbcode-quote-content">Kann man in diesen Thread eigentlich auch Lyrics von schönen Liedern schreiben, wo man toll findet? </div></BLOCKQUOTE>

ich denke nicht, da gabs mal einen eigenen Thread dafür... wart kurz...

hier ist er, aber ich weiss nicht ob das wirklich das ist was du dir vorgestellt hast...

Eure liebsten Songtexte (http://forums-de.ubi.com/eve/forums/a/tpc/f/719100233/m/484102843/r/873105843#873105843)

Klassiker
15-10-05, 14:59
Nebel

Die weißen Wogen wiegen
die regennasse Welt,
den Fluss, den Wald, das Feld.
Sie lähmen, lasten, liegen.

Sie halten mich gefangen
in ihrem Labyrinth
als wär ich kleines Kind
in lang verdrängtem Bangen.

Dort in der Wogen Falten
erkenne ich Gestalten
ich renn', erreich' sie knapp-

Ich greif' nach ihren Händen
doch kaum versuch ich's wenden
sie schnell von mir sich ab.

Mirdath
15-10-05, 17:20
Sehr, sehr schön, Klassiker :-D
Nur zwei klitzekleine Änderungen würde ich vornehmen, dann wäre es eine runde Sache ;-)

<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><div class="ip-ubbcode-quote-title">quote:</div><div class="ip-ubbcode-quote-content">Nebel

Die weißen Wogen wiegen
die regennasse Welt,
den Fluss, den Wald, das Feld.
Sie lähmen, lasten, liegen.

Sie halten mich gefangen
in ihrem Labyrinth
als wär ich kleines Kind
in lang verdrängtem Bangen.

Dort in der Wogen Falten
erkenne ich Gestalten
ich renn', erreich' sie knapp-

Ich greif' nach ihren Händen
doch kaum versuch ich's<span class="ev_code_RED">,</span> wenden
<span class="ev_code_RED">sie schnell sich von mir ab.</span> </div></BLOCKQUOTE>

Wer2006_05
08-11-05, 13:17
So ich hab den Treat grad gefunden und hab mir gedacht ich stell auch mal eins rein.


Ein Gefühl der Freude und des behaglichen Wohls.

Ein Gefühl, wie das Treffen eine verehrten Idols.

Jeder Tag ist voll Sonne die unendlich scheint.

Bis was passiert, das die Liebe verneint!



Denn die Liebe macht jeden, den sie kriegt blind!

Ob jung, ob alt, ob Vater, ob Kind.

Sie lässt dich hoch steigen und fallen geschwind,

denn die Liebe ist tückisch, wie ein eiskalter Wind.



Die Liebe bringt Schmerz, nicht heut und nicht morgen.

Doch wenn es passiert, bringts dir Kummer und Sorgen!



Doch kann eure Liebe rein garnichts zerreißen,

ist euch von mir ein Lob gutzuheißen!

By Wer2006_05

Manuel-SuReAi-
09-11-05, 07:12
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><div class="ip-ubbcode-quote-title">quote:</div><div class="ip-ubbcode-quote-content">Originally posted by Frostfels:
Hängt alle Rapper und Hip-Hopper!!!!!!
Hop-Hipper weg! </div></BLOCKQUOTE>

Ich bin zwar kein natureller Hip Hopper - ich höe eigentlich ziemlich alles - aber bei diesem Satz habe auch ich mich angeschprochen gefühlt.

Und irgendwie tust du mir Leid, dass du deiner Meinung nach, Anerkennung so was von nötig hast, dass du ins Extreme gerutscht bist. Denn es bildetet doch den Grundstein der Demokratie, dass jeder seine eigenen Ideale und Meinungen haben darf - solange diese niemandem schaden und deine sind nun wirklich ein Aufruf auf Tötungen und Mord. Einen Rückblick auf Deutschland vor mehr als 60 Jahren will ich jetzt nicht geben, aber solch eine perverse, faschistische Haltung ist wirklich eine Schande für - wenn ich es so sagen darf - das ganze Forum hier. Und deine Hetzung auf eine gewisse Musikkultur ist nun wirklich ein Akt voller seelischer Armut, die nicht von einem scharfen Verstand zeugt. Ich muss wirklich sagen, dass du mir Leid tust...

Ich hoffe du gerätst auch mal zur Einsicht, dass so was (politisch) nicht korrekt ist und überdenkst deine Vorstellungen und Ideale. Denn dann, dürftest du dich auch einen zivilisierten, kultivierten Menschen nennen.
überhaupt ärgert mich das auch, dass ich jetzt OT gegangen bin, da ich mich nur an den Gedichten erfreuen wollte - hier sind ja wirklich gute und schöne. Schade, nicht wahr?

Mfg,
Manuel

Rastus_Ardarnel
09-11-05, 07:43
Jaaaaaa, immer alles mit Nazideutschland vergleichen, dann bekommst du auch ne gute Note in Deutsch http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif

Mal im Ernst:
Die Ansicht ist vielleicht extrem (ziemlich sogar http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_rolleyes.gif), aber man kanns mit seiner kritischen Antwort darauf auch übertreiben... http://forums.ubi.com/images/smilies/88.gif

Manuel-SuReAi-
09-11-05, 08:36
Na ja. Am besten lockern wir mal die Stimmung mit einem melancholischen Gedicht:

Der Schlüssel der Wahrheit

Der Schlüssel der Wahrheit,
tief drin ist er zu finden,
im strömenden Ozean verdrängt,
unbeachtet, verschenkt

Oh, du beflügeltes Leid,
überall bist du zu finden,
Schmerzen, Kummer, Zorn,
stählern, eisig, dein weites Horn

Hab Erbarmen, hab Erbarmen,
mit mir und der Welt,
alles hast du, was dir gefällt,
der Schlüssel vermag dich einzuhalten,
doch, oh, sag mir Leid,
wer wird darüber walten?

Ich höe die Tränen singen,
(Tag für Tag, Nacht für Nacht,)
doch unbeachtet müssen sie klingen,
schreiende Gesichter, Grimassen gleich,
Ach, Tränen, angewachsen zu einem Teich

Wie lange müssen noch die Ketten klingen?
Eisern, verschlossen, kalt,
Der Schlüssel, im dunklen, schattigen Wald,
wird wohl niemals sein erhofftes Lied singen

_____

übrigens halte ich meine Auffassung über seine schwarz-weiß seherische und infantile Denkweise für kein bisschen übertrieben.

Klassiker
13-11-05, 10:32
Herbst I

Die bunten Schleier schweben
im nebelnassen Wald.
Die Sonne kupfern-kalt
kann schwachen Schein nur geben.

Die Tiere leben leiser
im dunkeldumpfen Tann.
Nichts bricht den bleichen Bann
als Krähenkrächzen, heiser.

Und doch durchbrechen Strahlen
die Lufteslast und malen
durch Bäume bunten Schein.

Des Bannes Bürden schwinden
weil wir im Scheine finden
die Farben, froh und rein.

Gott-Frosfels
30-11-05, 15:22
Achtung,diese Gedicht ist NICHT VON MIR!Ich habe es von der unten genannnten Website!
Ich finde diese Gedicht so "Wunderbar" was ich es einfach mal posten muss:

<span class="ev_code_BLACK">When the snow falls wunderbar</span>

When the snow falls wunderbar
And the children happy are,
When the Glatteis on the street,
And we all a Glühwein need,
Then you know, es ist soweit:
She is here, the Weihnachtszeit

Every Parkhaus ist besetzt,
Weil die people fahren jetzt
All to Kaufhof, Mediamarkt,
Kriegen nearly Herzinfarkt.
Shopping hirnverbrannte things
And the Christmasglocke rings.

Merry Christmas, merry Christmas,
Hear the music, see the lights,
Frohe Weihnacht, Frohe Weihnacht,
Merry Christmas allerseits...

Mother in the kitchen bakes
Schoko-, Nuss- and Mandelkeks
Daddy in the Nebenraum
Schmücks a Riesen-Weihnachtsbaum
He is hanging auf the balls,
Then he from the Leiter falls...

Finally the Kinderlein
To the Zimmer kommen rein
And es sings the family
Schauerlich: "Oh, Chistmastree!"
And the jeder in the house
Is packing die Geschenke aus.

Merry Christmas, merry Christmas,
Hear the music, see the lights,
Frohe Weihnacht, Frohe Weihnacht,
Merry Christmas allerseits...

Mama finds unter the Tanne
Eine brandnew Teflon-Pfanne,
Papa gets a Schlips and Socken,
Everybody does frohlocken.
President speaks in TV,
All around is Harmonie,

Bis mother in the kitchen runs:
Im Ofen burns the Weihnachtsgans.
And so comes die Feuerwehr
With Tatü, tata daher,
And they bring a long, long Schlauch
An a long, long Leiter auch.
And they schrei - "Wasser marsch!",
Christmas is - now im - Eimer...

Merry Christmas, merry Christmas,
Hear the music, see the lights,
Frohe Weihnacht, Frohe Weihnacht,
Merry Christmas allerseits...
----------------------------------

Diese geniale Gedicht ist von dieser (http://www.blinde-kuh.de/weihnachten/gedichte/when-the-snow-falls-wunderbar.html) Website.

Klassiker
04-12-05, 10:49
Schön, Frostfels! http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif

Mal wieder etwas von mir, diesmal ein Experiment...

Einsam
Wer in dem Bewusstsein stirbt
dass an seinem Grab
keine Träne vergossen wird
der stirbt wie er lebte
obwohl er lebte
tot

Dunkel11
09-12-05, 07:59
Nacht


Spuerst Du die Nacht, wie sie dir Freude macht...
wie sie aus ihren Loechern kriechen und nach Alkohol und Zigaretten riechen...
Die Gestalten der Nacht, bleich wie Kreide, verfilztes Haar, der Bartwuchs wild und des Ganges schwer...
Gestalten der Nacht, wie armselig seid ihr...
Hoert ihr keuchen, hoert ihr schnauben...
...ihr Gestalten der Nacht...
finster und scheu, ihr habt Angst vor dem Tag, denn dort seid ihr schwach, von eurem Anlitz ins Abseits gebracht

Klassiker
10-12-05, 09:49
Schattenbruch

Die dunklen Schatten liegen
auf jedem Tag des Lebens
das Kämpfen scheint vergebens:
Ich kann sie nicht besiegen.

Sie lasten immer weiter,
egal was ich auch tue.
Ich komme nie zu Ruhe,
sie werden breit und breiter.

Und doch ist ihr Entstehen
so viel wie ihr Vergehen
ein Werk von hellem Licht.

Ich werd' das Licht nun finden,
dass Schatten, die mich binden
dies' helle Licht zerbricht.

Dunkel11
10-12-05, 13:03
Liebe Lust und Heiterkeit

Wir laufen die Strasse lang, freuen uns, unser Glueck ist frisch, wir verstehen uns und wir lachen...
lachen uns an vor Zufriedenheit, unser Herz ist froh und die Liebe ist unser Niveau in der Nacht
Laternen leuchten uns unseren Weg entlang der Wiesen, sie riechen so frisch wie der Fruehlingswind in meinen Traeumen
wir laufen die Strasse entlang und der Mond am Himmel mein Herz entflammt...
Deine Augen, sie leuchten wie der Abendstern im tiefen Kosmos Deiner Pupillen und der Ort, der unser Ziel ist, ist in weiter Ferne und...
wir laufen die Strasse entlang der Aufregung und Schmetterlinge im Bauch, sie fliegen umher und kribbeln...
mir wird heiss und der Weg ist noch so weit und ich sehe Dein Lachen, es faengt mich ein, wie ein unsichtbares Netz koennt ich jetzt Sachen mit Dir machen...
Ich Liebe Dich und Dein Blick macht mich an wie ein Sonnenstrahl der die Nacht durchdringt und das LSD grad zu wirken beginnt... und wir strahlen uns an und die Sehnsucht auf das Erlebnis mit Dir und wir laufen auf die Wiese hinzu, springen ueber einen Graben und fallen auf den Rasen uns umarmen und lachen uns an...
ein Kuss auf den Mund sich fand und die Gefuehle sind so stark... ich ein Drang, der Dich zu spueren vermag, wir rollen umher, uns fallen zu lassen, fiel uns nicht schwer und Deine Beruehrungen erregten mich so sehr und Dein Lachen, die Wollust erschien und unser verlangen, Du willst mich spueren und wir ziehen uns aus, in der Nacht, auf der Wiese nach Mitternacht und das Haar wird feucht, unsere Koerper ganz heiss, Schweissperlen unseren Poren entweichen und der Kuss...fluten von Genuessen mehr von Dir haben zu muessen,
Deinen Koerper zu spueren, Deine Haut zu fuehlen, Dich beruehren, Dich wahrzunehmen...
unsere Zunge wild kreist und wir verschlingen uns in unserem Genuss und die Aussenwelt war nur noch - Lust Lust Lust
Wir konnten uns nicht mehr zuegeln, unser Verlangen und unser Begehr, ein Pilz der Stand, Deine Orchidee ganz weit und ich ohne muehe in Dich eindrang...unsere Gefuehle schlagen Purzelbaeume und ich wusste, dass ich mit Dir und nur mit Dir, es ist so schoen, so wunderschoen, wir spueren uns, ganz tief in uns drin, Deine Ausstrahlung und Dein laecheln, so suess und wunderbar, wir geben uns hin und spueren uns...
tief in uns drin...
tief in uns drin...
tief in uns drin...
Das Verlangen war so gross, tief in uns drin, die Nacht ist klar und es ist so wunderschoen, wir spueren uns, tief in uns drin, tief in uns drin, koennt es noch die ganze Nacht weitergeh'n, so schoen, so wunderschoen...
tief in uns drin...

Klassiker
31-12-05, 11:40
Erster Schnee

Die frühen Flocken schweben
vom hohen Himmelszelt.
Die klirrend kalte Welt
erfüllt mit leisem Leben.

Dies Leben wirkt wie Seide
die dämpft selbst leisen Laut.
Die weiche, weiße Haut
bedeckt Feld Wald wie Weide.

Doch lebt der schimmernd' Schleier
der deckt Wald, Wies' wie Weiher
nur nichtgen' Lidschlags Dauer.

Bald bricht in weiße Strecken
der Sonne Sengen Flecken
gefolgt von schmutzgem' Schauer.

Dunkel11
02-01-06, 11:33
Mein Begehr


Hallo Freunde des Sinnlichen...
Hallo Freunde des Schoenen...
Hallo Freunde der Lust...
Kommt her zu mir und
nehmt mich in den Arm...
Mein Schoss voller begehr...
Meine Liebe so schwer...
Die Glut in mir,
so gross wie das Meer...
Ich suche nach Dir,
Die erfuellt mich so sehr...
Meine Flamme, die lodert...
Meine Sehnsucht, die brennt...
Doch mein Herz ist leer...
Die Liebe, vermisse ich so sehr...

Ich sehe Deine Lippen
Der Apfel traegt Flammenfarben
Wir tanzen die Zukunft im Jetzt und erfreuen uns an der Vergangenheit

Mirdath
04-01-06, 14:48
Nach Jahren mal wieder was eigenes - der folgende Ausschnitt eines Fotos wurde gezeigt, und man sollte sagen, was einem dazu einfällt:

http://www.lolope.de/mw/20060104-whatdoyouthink.jpg

Ein Himmelstürmer, stark verwurzelt noch im Hier und Jetzt,
trotzend jedem Wellengang des Lebens,
schaut das Rot der Leidenschaft, sein Herz in Brand gesetzt,
und zittert wild im Rhythmus seines Bebens.

Was ihm gewahr wird ist der grelle Ruf der Ewigkeit
- gleich dem geilen Locken eines Weibes.
Sein Sehnen nach Vereinigung jedoch ist nur Vergeblichkeit,
gefangen in der Starre seines Leibes.

Der Hoffnung gelber Samen, gesät von ihm in die Äonenglut,
erblüht als Pforte, die verschlossen bleibt dem warmen Blut
und niemand weiß zu brechen dies Gebot.

Dem vor dem Tore Harrenden, geknüpft an eine unsichtbare Schnur
des Schicksals, das ach so grausam unerbittlich scheint, bleibt nur
das Warten auf den Pfötner - nach dem Tod.

Dunkel11
04-01-06, 17:45
Blum

Manchmal sind wir allein und fangen an zu denken...
die ganze Zeit...
Aber Traeume sind vergangen und die Realitaet ist nah
Ich nehme Dich bei den Haenden
Ich moechte nicht laenger allein sein
Wir gehen in den Kreis, der uns verband
Die Welt erpresst mich, ich will frei sein,
lebe mich - fuehle mich - traeume mich

Die Zeit geht weiter, ueber das was Du denkst
der Rauch drueckt Dich, was Du fuehlst,
ja was Du fuehlst
Die Nacht bricht an, Freudenzauber, Finsternis, Wohlklang
ja was Du fuehlst - in Deinen Gedanken

Die Zeit geht weiter
Ich sage Dir was Mir fehlt, ja was Ich fuehl
der Rauch drueckt mich -
raus aus der Tiefe des Nichts
Nun ist es Zeit eine neue Wirklichkeit zu finden
lebe Deine Gefuehle, sei Du Selbst

Wenn Du siehst, der Himmel ist rot,
wie Glut ueber die Berge rollt -
Wenn Du siehst, wie sich die Sonne verdunkelt
wie eine schwarze Scheibe am Firmament steht -
Wenn Du siehst, wie Tiere vom Himmel fallen
dann wende Dich ab,
so gehe,
runter auf die Knie,
drehe Dich nicht um, denn Die Welt ist vergangen
und wirst es niemals wieder sehen

Ich erzaehle Dir, dass all meine Experimente...
Ich kann die Wahrheit nicht sagen, wenn man Angst vor den Folgen hat...
Sie kamen aus der Dunkelheit und schritten ein in mein Licht und löschten mir meine Gedanken
Sie erzaehlten mir eine grosse Geschichte und distanzierten meinen Verstand
Sie sagten, dass all meine Experimente, verbale Interpretationen des Seins waehren
Sie erzaehlten mir, das - Ich muss den Sinn des Werdens verstehen
Wahrheit oder Luege, Real, Surreal, Illegal
Ein Wesen kam auf mich zu und erzaehlte mir von einem neuen
Gott, einer neuen Entstehung
Es erzaehlte mir von den Menschen, die Geschichte des Lebens,
des Seins, vom Sinn und Unsinn, die Moral, die Ethik, der Weg
Es erzaehlte mir den Anfang, Werdegang und Untergang
Es erzaehlte mir über Traeume, Visionen, Phantasie und Wahnsinn
Es zeigte mir das Leben...
doch dann,
Es beschritt die Isolation und driftet langsam davon
die Sucht, der Egoismus, Dein Trieb...

Hallo ihr Personen ausserhalb der Tuer, hoert Ihr die Stimmen
mein Kopf ist so schwer, mein Geist so leicht - meine Gefuehle -
meine Gedanken - so wunderschoen, versteht Ihr die Phantasie, das Mystische, die Magie...
meine Rolle -
meinen Film -
meine Welt -
meine Gefuehle -
Das Realistische Sein, die Halluzinogene Entstehung des Lebens...

Vergesst niemals den Schatten, der Euch ueberall mit hin begleitet
und sehet, wie alles im Sein und Schein langsam vergeht...

miimpo2
06-01-06, 13:24
I thought that I could love no other.
Until, that is, I met your brother.

Roses are red, violets are blue,
sugar is sweet and so are you.
But the roses are wilting, the violets are dead,
the sugar bowl's empty and so is your head.

Of loving beauty you float with grace.
If only you could hide your face.

Kind, intelligent, loving and hot.
This describes everything you are not.

I want to feel your sweet embrace.
But don't take that paper bag off of your face.

I love your smile, your face, and your eyes.
Damn, I'm good at telling lies!

My darling, my lover, my beautiful wife:
Marrying you screwed up my life.

I see your face when I am dreaming.
That's why I always wake up screaming.

My love, you take my breath away.
What have you stepped in to smell this way?

My feelings for you no words can tell.
Except for maybe "go to hell".

What inspired this amorous rhyme?
Two parts vodka, one part lime.

Mirdath
08-01-06, 17:30
Man sagt aber immer die Quelle dazu, miimpo! :-p

miimpo2
09-01-06, 07:27
joa, keinen Plan von wem das stammt, hat mir ne Freundin geschickt, aber ich bezweifle dass sie das selbst kreiert hat...

Klassiker
01-02-06, 15:18
@Mirdath: gefällt mir! http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif Auch ein Sonett... (?)
Komischerweise stöt mich da Versmaß oder so kein bischen, obwohl ich da sonst sehr empfindlich bin... Es passt irgendwie alles zusammen http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif

Zwei Neue von mir, beide in gewisser Weise Nach/Weiterdichtungen...

Gartenröslein

Sah ein Knab ein Röslein stehn';
sah es wachsen, blühen, glänzen
wollte zu dem Pflänzlein gehn'
überwinden alle Grenzen

Sah ein Knab ein Röslein stehn',
sah es glücklich-rosig blühen
wollte zu dem Pflänzlein gehn'
es sich pflücken, trotz der Mühen

Sah ein Knab ein Röslein stehn',
sah, dass es ein andrer' pflegte
wollte zu dem Pflänzlein gehn'
sah, dass es der andre' hegte

Sah ein Knab ein Röslein stehn',
sah es froh und glücklich strahlen
wollte zu dem Pflänzlein gehn
lindern seines Herzens Qualen.

Sah ein Knab ein Röslein stehn',
ahnt', dass es gepflückt verdorrte
musst' er auch zum Pflänzlein gehn
ließ er's doch in Glückes Horte

Sah ein Knab ein Röslein stehn'
setzt' sich in den Rosengarten
blickte auf das Pflänzlein schön
wusst' er musst' auf andres warten.

_____________________________________________

Geschlossene Wünschelrute

Schläft ein Lied in allen Dingen
die da träumen fort und fort
und die Welt hebt an zu singen
triffst du nur das Zauberwort
Eichendorff

Schläft ein Lied in allem Streben
das sich zog durch alte Zeit
und die Zeit erwacht zum Leben
bist du nur zum Hön' bereit

Schläft ein Lied in allem Hoffen
das sich in die Zukunft reckt
und die Zukunft steht dir offen
hast du erst dies' Lied entdeckt.

LordEL
03-02-06, 17:07
(Räusper)

Als ich dich am Himmel sah,

war mir eines sofort klar,

du fällst von da oben runter,

und machst vor mir den Boden bunter...

Klassiker
15-04-06, 05:30
Das Mädchen und der Tod

Das Mädchen
Ich hab' zu lang gelitten
gelebt, gekämpft, gestritten
in dieser kranken Welt
s' gibt nichts mehr was mich hält.

Musst, Menschenfreund, erlösen
dies Kind von allem Bösen
vom schlechten Jetzt und Hier.
Drum lass mich gehn' mit dir.

Der Tod
Was willst du, Kind, vom Tod?
So groß ist keine Not
dass sie würd' dein Verderben.
Du bist zu jung zum Sterben.

Stets folgt auf Trauer, Leid
bald eine bessre' Zeit,
wie auf Gewitterregen
stets folgt der Sonne Segen.

Das Mädchen
Ach, drischst selbst du nur Phrasen
die schmelzen hin im Licht?
Wohl glänzen Seifenblasen
nur halten tun' sie nicht!

Doch nie erlischt mein Hoffen:
Kann nichts erweichen dich
ein andrer' Weg steht offen:
Ich selbst erlöse mich!

ScooterM
18-04-06, 11:00
das hier hat mal n kumpel von mir geschrieben:



Es gibt so vieles, was nicht wachsen darf,

leider sind Rechtsradikale auf Schlägereien scharf.

Wieso gibt es eigentlich Hass?

Schon sehr viele Kinder nehmen Gras.

Gibt es Krieg nur für den Sieg,

oder aus Spaß?

Es gibt Kinder, die wegen Drogen,

ihre Eltern schon belogen.

Es gibt sehr viele, die morden.

Genau das sind unsere Sorgen.

Klassiker
17-07-06, 12:46
St. Petersburg

Goldne' Spitzen, stromumflossen,
weiße, halbe, helle Nacht.
Eisengitter, einst gegossen,
Zeugen längst vergangner' Macht

Hohe Mauern, drohend wachend,
Trutzburg, großer Zaren Stolz,
davor Menschen, badend, lachend,
Brackenwasser, totes Holz.

Bunte Häuser, frisch gestrichen,
Maske wieder aufgesetzt,
und daneben, längst verblichen,
Hütten, brüchig und zerfetzt.

Und von oben, goldne' Flecken,
Flecken in dem bunten Store
Bombenkrater, Buxbaumhecken
blitzen Seit' an Seit' hervor

Müde Luft und müde Leute
hitzig, schwül und sorgenschwer,
morgen, gestern, wie auch heute,
dampfen schwindend über Teer.

Gegensätze, eng verwoben,
Wolken, die sich kaum bewegen,
Zeit gleich Werten wie verschoben
und der Wunsch nach fernem Regen.

ProGeologist
18-08-06, 09:28
Ich tue mein Kunstwerk auch mal dazu:

Macht

Und da seh' ich dich unter der Straßenlaterne,
Ganz allein bist du am chillen.
Mal wieder bin ich für dich in weiter ferne,
und du bist bekifft und voll mit Pillen.

Doch für Menschen wie dich wird die Nacht zur Gefahr,
weder Freunde noch Kraft, doch von Dummheit sehr viel.
Gelbe Zähne, keine Puste und fettiges Haar
Doch an sich nimmt dich so niemand als ernstes Ziel.

Für die Gangs die in der Nacht die durch die Straßen jagen
Bist du selbst für eine Mutprobe viel zu schwach.
Bei den Mädchen die sich um 12 noch auf die Straßen wagen.
Wird ihr Puls bei deinem Anblick sogar nicht wach.

Ich nähere mich dir langsam, ohne Eile.
Denn den Moment ich will lange genießen können.
Anduil und ich warten noch ne Weile,
Und wir wollen dir noch ein bisschen von deinem Leben gönnen.

Kämpf nicht gegen die Mächtigen wird schon seit Jahren gesagt,
doch Napoleon hat sich daraus nicht viel gemacht.
Auch Hitler hat damals viel zu viel gewagt.
Und die Russen haben ihn einfach -bäm- platt gemacht.

Du drehst dich dann um und schaust mir ins Gesicht.
Schwups liegt dein Schädel alleine im Dreck.
Und ohne Kopf bewegt dein Köper sich nicht.
Doch im Geiste höe ich immer noch: verreck verreck.

Voll Blut ist mein Schwert, ich fletsche meine Zähne,
Und nehme deinen Kopf doch kann ich ihn nicht essen.
Oh, Gott, warum bin ich denn jetzt keine Hyäne
Dann könnte ich deine Gedärme noch genüsslich fressen.

Deine Leber und dein Arm wären für mich kein Schmerz
Und aus deinem Munde erschellte dein letztes Wort.
In zwei Teile würd' ich teilen dein kleines Herz
Einen für morgen Abend und einen für sofort.

Und dann ziehe ich vom Halse heraus deine Niere.
Ich will dich essen, ich will dich zermürben
Doch bin ich noch nicht mutiert zum fressenden Tiere
Und daher kommt dann bei mir im Halse das würgen.

Also gehe ich nach Hause und denke ich bin frei.
Doch da ist Blut von meinem Kopfe bis zu meinem Knie.
Ich käme in die Zelle säh mich jetzt die Polizei,
und ich merke: Menschen Sterben doch Ideen sterben nie.


Anhang:
Für's nächste Leben hab ich mir geschworen,
ich wird dir eine Krankheit schenken.
Wirst du dann noch mal geboren,
wird ich dich im Rhein versenken.

ProGeologist

Klassiker
17-11-06, 10:02
Herbst II

Die Blätter rosten rot
von hohen Waldesbäumen
die kahl und nackt noch träumen
von Leben, Sterben, Tod.

Du siehst die stete Flut
aus schwarzen Armen fließen,
zu Füßen toter Riesen
verkrusten: Rotes Blut.

Du watest durch die Lachen
die den Spaziergang machen
zu einem Grabbesuch.

Der Totenvögel Krächzen,
der Riesenleichen Ächzen
ist dir bekannter Fluch.

Mirdath
17-11-06, 17:50
http://ffw.lolope.de/images/smiles/love.gif Ganz toll http://ffw.lolope.de/images/smiles/cheesy.gif

Hab' mich vor Monaten auch mal wieder an einem Gedicht versucht, es war aber doch sehr mühsam, die einstige Leichtigkeit ist leider dahin - vielleicht kommt sie eines Tages mal zurück http://ffw.lolope.de/images/smiles/hmmm.gif



Ein Himmelstürmer, stark verwurzelt noch im Hier und Jetzt,
trotzend jedem Wellengang des Lebens,
schaut das Rot der Leidenschaft, sein Herz in Brand gesetzt,
und zittert wild im Rhythmus seines Bebens.

Was ihm gewahr wird ist der grelle Ruf der Ewigkeit
- gleich dem geilen Locken eines Weibes.
Sein Sehnen nach Vereinigung jedoch ist nur Vergeblichkeit,
gefangen in der Starre seines Leibes.

Der Hoffnung gelber Samen, gesät von ihm in die Äonenglut,
erblüht als Pforte, die verschlossen bleibt dem warmen Blut
und niemand weiß zu brechen dies Gebot.

Dem vor dem Tore Harrenden, geknüpft an eine unsichtbare Schnur
des Schicksals, das ach so grausam unerbittlich scheint, bleibt nur
das Warten auf den Pfötner - nach dem Tod.

Abalone/Mirdath

Klassiker
18-11-06, 10:09
Dankeschön, Mirdath http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif

Das Gedicht hast du glaube ich schoneinmal hier veröffentlicht, es gefällt mir sehr gut, auch oder vielleicht auch gerade weil es etwas unregelmäßig ist... Nur an einer Stelle komme ich immer aus dem Gedankenfluss, bei dem "nur" im vorletzten Vers... Irgendwie von der Betonung her... Man kann sehr schön träumen zu diesem Gedicht http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif
Hier noch ein neues Gedicht von mir:

Herbst III

Die weiße Seide hemmt
des Lebens buntes Toben
die Farben, grau verwoben,
verschwimmen fern und fremd.

Im Scheiden stößt das Licht
die letzten warmen Bahnen,
die im Ersticken ahnen,
dass ihre Macht nun bricht.

So schmeichelnd-leis' umgeben
die Wogen alles Leben
im kühlen Nebeltau.

Bald schwindet auch das Glänzen
von letzten Farbentänzen-
was bleibt ist grau in grau.

Mirdath
20-11-06, 14:12
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><div class="ip-ubbcode-quote-title">quote:</div><div class="ip-ubbcode-quote-content">Originally posted by Klassiker:
Dankeschön, Mirdath http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif

Das Gedicht hast du glaube ich schoneinmal hier veröffentlicht </div></BLOCKQUOTE>
http://ffw.lolope.de/images/smiles/pee.gif Altersdemenz? *kreisch* http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif

Das neue ist auch wieder wunderschön - aber ich sehe den HErbst anscheinend doch mit positiveren Augen als du, es ist meine bevorzugte Jahreszeit :P

Klassiker
06-08-07, 18:01
*mal wieder den Thread hervorzerr*

Ich habe ein paar Gedichte, die mir immer einmal wieder in den Kopf kommen, wenn bestimmte Lebenssituationen auftreten, oder ich einfach mal nichtsdenkend vor mich hin träume.
Eines der für mich beeindruckendsten davon ist "Der Rabe" von Poe. Auf Englisch ist das Gedicht in meinen Augen überwältigend schön. Aus Lust, mal wieder zu Reimen und aus "Liebe zum Werk" habe ich mir vorgenommen, im Laufe der Zeit eine übersetzung zu versuchen.
Hier mal der erste Entwurf zu meiner Lieblingsstrophe: Der letzten http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_smile.gif


Und der Rabe in dem Zimmer
sitzt noch immer, sitzt noch immer
auf der alten Götterbüste
über meiner Türe schwer.
Seiner Augen schimmernd Schweigen
sind dem Dämon sonst zu eigen
und der Kerzenlichter Reigen
wirft der Schatten schwarzes Meer
und ich merk es - meine Seele
aus der Schatten schwarzem Meer
wird sich heben - nimmermehr.


Im Original (das natürlicherweise vieeeeeel besser ist)


And the raven, never flitting,
still is sitting, still is sitting
On the pallid bust of Pallas
just above my chamber door;
And his eyes have all the seeming
of a demon's that is dreaming,
And the lamp-light o'er him streaming
throws his shadow on the floor;
And my soul from out that shadow
that lies floating on the floor
Shall be lifted - nevermore!

Valan2007
01-09-07, 17:07
(hab das ma kurz selbst zusammengereimt, aba das von poe ist wirklich gut, er war und ist ein meister der literatur in jeglicher form)


Trauer?

Kleine Blumen seh' ich blühen,
sie sind gar schön anzusehen,
meine roten Wangen glühen,
aber will ich doch hier stehen.

Ein kalter Wind der rauscht,
ganz sanft über dein Grabesstein,
aber niemand ist da der lauscht,
nur ich und ich bin allein.

Keine Trauer ist in mir,
denn du hattest mich verlassen,
der Tod nahm dich von hier,
er wollt' mich auch, hätt ich ihn nur gelassen!

Klassiker
19-07-08, 12:04
Erinnerungen an Marie A.


An jenem Tag im blauen Mond September
Still unter einem jungen Pflaumenbaum
Da hielt ich sie, die stille bleiche Liebe
In meinem Arm wie einen holden Traum.
Und über uns im schönen Sommerhimmel
War eine Wolke, die ich lange sah
Sie war sehr weiß und ungeheuer oben
Und als ich aufsah, war sie nimmer da.


Seit jenem Tag sind viele, viele Monde
Geschwommen still hinunter und vorbei
Die Pflaumenbäume sind wohl abgehauen
Und fragst du mich, was mit der Liebe sei?
So sag ich dir: Ich kann mich nicht erinnern.
Und doch, gewiß, ich weiß schon, was du meinst
Doch ihr Gesicht, das weiß ich wirklich nimmer
Ich weiß nur mehr: Ich küsste es dereinst.


Und auch den Kuss, ich hätt' ihn längst vergessen
Wenn nicht die Wolke da gewesen wär
Die weiß ich noch und werd ich immer wissen
Sie war sehr weiß und kam von oben her.
Die Pflaumenbäume blühn vielleicht noch immer
Und jene Frau hat jetzt vielleicht das siebte Kind
Doch jene Wolke blühte nur Minuten
Und als ich aufsah, schwand sie schon im Wind.

Bertolt Brecht

Law1988
20-07-08, 00:30
ein Teil vom Zauberlehrlin (den anderen Teil hab ich vergessen konnte den mal auswendig :bag http://www.ubisoft.de/smileys/bag.gif):

Hat der alte Hexenmeister
Sich doch einmal wegbegeben!
Und nun sollen seine Geister
Auch nach meinem Willen leben.
Seine Wort und Werke
Merkt ich und den Brauch,
Und mit Geistesstärke
Tu ich Wunder auch.
Walle! walle
Manche Strecke,
Daß, zum Zwecke,
Wasser fließe
Und mit reichem, vollem Schwalle
Zu dem Bade sich ergieße.

blockheaddrum
20-07-08, 07:05
hust hust, warum heißt dieser thread "EIGENE gedichte" ?

Klassiker
21-07-08, 04:01
Eigene ist eingeklammert, also Gedichte die schön sind und einen berühren oder eigene, wie man möchte... http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_wink.gif

blockheaddrum
21-07-08, 06:17
ah ein klassiker, gehöst du zu den leuten die sich hier immer nur im gast status einloggenhttp://forums.ubi.com/images/smilies/16x16_smiley-very-happy.gif?

Klassiker
05-01-09, 08:52
Einmal wieder eine kleine "Studie"/Nachdichtung/Terrainerkundung

Dem Monde

Dich, den Goethe schon verehrte
dich, den Eichendorff verklärte
kann auch ich am Himmel sehn'.

So viel Chöre dich besangen,
so viel Lieder dir erklangen
wie wohl Sterne dich umstehn'.

Vieler Menschen Lebensreigen
sahst du fallen, sahst du steigen
während deiner Wacht.

Und im Steigen und im Fallen
wurdest du gesehn' von allen
in der dunklen Nacht.

Große Lieder großer Geister,
hohe Kunst der hohen Meister
ehren dich zu Hauf.

Schwach dagegen tönt mein Singen
doch, wenn auch auf kleinen Schwingen,
steigt es mit hinauf.

Caesarline
05-01-09, 17:17
Ein sehr schönes Gedicht, Klassiker, lädt ein zum Träumen! Nur der vorletzte Vers in der letzten Strophe klingt etwas holprig (liegt wohl an den Sprechpausen, die durch die Kommas entstehen).

RhenDhark
06-01-09, 03:27
Oh, wie hat es mir gefehlt des Klassikers gepflegtes Wort
versetzt in alte Zeiten, mein erwärmtes Herz laut an zu pochen fängt
- an diesem neu erschaffenen Ort

HRW

Edith:

Schwer ist das sterben der Greise.
Noch schwerer ist es,
seine schönen blauen Augen auszusäen
die noch keine nackte Frau sahen,
die noch keine Lippen küssten
mit einem geflüsterten: Dein bin ich
( nichts haben diese Augen gesehen )
Seine schönen blauen Augen aussäen
als fruchtlose Saat
in fühllose Erde

HRW

Edith 2:

9 Uhr morgens,
da bin ich wieder
auf der anderen Seite der Träume.

Der Tag präsentiert seine Wechsel.

Ich schalte meine Sorgen ab
und das Radio an.

Nachrichten 10:00 Uhr!
Da ist sie wieder die große, weite Welt.

- Waffenstillstand -

Der Tag ist noch nicht verloren.

HRW