PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Max Payne 2



Bldrk
23-10-03, 22:26
Habe heute Max Payne 2 bekommen...

Im Juli 2001 machte Undercover-Agent Max Payne seinem Schmerz ein Ende. Vorerst. Unter Mordverdacht ballerte sich der stets grimmig dreinschauende Ex-Cop durch die New Yorker Unterwelt. In Zeitlupe schickte er die Erfinderin der Szenedroge Valkyrie über den Jordan. Jene Droge, auf deren Rechnung der Tod seiner geliebten Familie geht. Rache ist süß, und so lief Max Payne ziemlich gut. So gut, das Remedy sich gleich an den zweiten Teil machte und die Filmrechte verkloppte. Jetzt haben Actionspieler wieder ein Dach über dem Kopf: The Fall of Max Payne wirft Fragen auf. Stirbt Max etwa? Geht es um den New Yorker Herbst oder einen großen, schmerzhaften Fall? Payne, mittlerweile wieder bei der New York Polizei zu Gange, wird von seiner Vergangenheit eingeholt, und zwar in Form einer schönen Frau. Getreu dem Untertitel A Film Noir Love Story bedient sich das Spiel von vorne bis hinten des düsteren Filmgenres: Eine müffige Großstadt, Mord und Betrug, ein harter Knochen, der immer noch nichts zu verlieren hat. Und da wäre noch die Frau, die unseren Helden mit ihrem tödlichen Charme ins Verderben stürzt die Geschichte ist so mitreißend wie traurig. Wieder wird die Handlung in einem Rückblick erzählt und wieder steht Detective Payne unter Mordverdacht diesmal jedoch zu Recht. Hat die Liebe dem guten Max die Sinne verdreht?

Selbstjustiz
Was ist richtig? Die Stimme des Gesetzes oder die des Herzens? Erneut ist Max hin- und hergerissen.

Rollentausch
Das Spiel beginnt im Krankenhaus. Begleitet vom eindringlichen Piepsen der Herzfrequenz liegt Max auf dem OP-Tisch. Panisch tönt es Wir verlieren ihn!, während im Hintergrund jemand seinen Namen flüstert. Es ist Mona Sax, die Frau, die gegen Ende des ersten Teils eine Kugel in den Kopf bekommen hat. Sie war hinter den selben Leuten her wie Max. Nun tritt sie quicklebendig in sein Leben. Wie es dazu kam, erfährt der Spieler in drei Kapiteln voller Wendungen und alter Bekannter. So gibt es ein Wiedersehen mit Russenmobster Vladimir und Max' einstigem Jäger Jim Bravura. Neu dabei ist Detective Winterson, Paynes verkrampfte NYPD-Kollegin, die wer hätte das gedacht eine gewisse Frau Sax auf der Abschussliste hat. Und so pilgert der gute Max zwischen den zwei Fronten von Liebe und Gesetz. Was hat Mona vor? Wie steht sie zu Alfred Wooden, dem seltsamen Kauz aus der Geheimvereinigung des ersten Teils? Damit nicht genug, bekommen wir es mit der Mafia und einer zwielichtigen Reinigungsfirma zu tun, die bevorzugt die eigenen Blutspuren aufwischt. Verworren ist die Story, aber allemal erstklassig. Erzählt wird in meisterhaft geschnittenen In-Game-Sequenzen sowie den bereits bekannten Comicstrips. Letztere sind eine Idee düsterer und professioneller geworden, hat Remedy doch diesmal eine Handvoll professioneller Schauspieler (u.a. Timothy Gibbs als Max Payne) verpflichtet. Nicht selten jagt einem ein kalter Schauer über den Rücken, wenn Max voller metaphorischer Redewendungen seine traurigen Lebensweisheiten haucht. Fast schon kunstvoll berichtet der geschlagene Mann über Liebe, Hass und Tod, über Freunde und Feinde, seine ermordete Frau und seine Sehnsüchte. Den Entwicklern gelingt es vorzüglich, unendliches Mitgefühl für ihren Charakter rauszukitzeln, das beim Kampf mit dem Obermotz in schäumende Wut mündet. Wenn Max, geplagt von Liebeskummer und Verlangen, in depressive Wahnvorstellungen verfällt, laufen wir erneut durch freakige Traumsequenzen.
Diese haben die finnischen Designer so brillant in Szene gesetzt, dass sich dem Spieler fast schon krankhafte Abgründe auftun. Ansonsten hält sich zwischen bereits verbrauchten Locations (Dreckige Hinterhöfe, Lagerhallen) und neuen Ideen - beispielsweise ein abgedrehter Kirmeslevel und Max' Polizeistation die Waage. Gelegentlich kämpft Mister Payne mit schlauen CPU-Gefährten an seiner Seite. Große überraschung: Drei Level lang steuert der Spieler Mona Sax. Hierbei strickt der Titel geschickt eine Doppelhandlung, die der Spieler von zweiten Seiten erlebt. Ständig im Funkkontakt, snipert Mona dem flüchtenden Max den Weg frei. Ein gekonnt verknüpftes Zusammenspiel, das Max' jedoch etwas den Sonderstatus untergräbt, da Mona ebenfalls seine doch so einzigartigen Bullettime-Moves draufhat. Obwohl das Script gegenüber dem ersten Teil umfangreicher ist, sehen Profiballermänner erneut nach sieben Stunden den Abspann. Wieder werden sich hier wohl oder übel die Geister scheiden. Zugegeben ist der Titel indiskutabel kurz, doch ist er dafür wahrlich ein Hochgenuss, der jeden Cent wert ist. Ein Trostpreis: Erneut können einige neue, eher halbherzig erstelle Profimodi freigespielt werden.

Puppenspiele
Schlüsselfeature der Serie ist nach wie vor die Bullettime-Zeitlupe, die in Max Payne 2 zu Höchstformen aufläuft. Einmal aktiviert, taucht die Umgebung in einen bräunlichen Ton. Kugel-Kampfgeschwader summen bedrohlich nahe vorbei, während Max auf dem Rücken liegend mit seinen Ingrams austeilt. Jawohl, unser Held kann nach seinen Hechtsprüngen inzwischen einen Moment liegen bleiben. Ebenfalls neu ist ein Sekundär-Waffenslot, der mit Granaten und Molotovcoctails bestückt werden kann. In Kombination mit der frischen Havoc-Physikengine (u.a. verwendet in Half-Life 2 erreicht Max Payne 2 eine neue Qualitätsstufe des Actiongenres: Köper und Inventar werden im Gemisch mit Fetzen und Splittern physikalisch korrekt durch die Lüfte gewirbelt, ganze Etagen brechen ein, Autos zerbröseln in der Feuerbrunst schlichtweg atemberaubend! Ebenso nimmt es einem den Atem, wenn Max artistisch mit einer coolen Drehung seine Kalaschnikow nachlädt. Auch wenn das Spiel auf den ersten Blick wie ein Abklatsch des Originals daherstolziert, hat der Entwickler gehöigst an der Grafikschraube gedreht: Hochaufgelöste Texturen, schöne Animationen, Spiegelungen und Schatten lassen Max Payne 2 in den Optikolymp aufsteigen schnelle 3D-Karte vorrausgesetzt.

Großstadt-Wahnsinn
Entwickler Remedy versteht es prächtig, den Spieler mit der eindringlichen Geschichte ans Herz zu packen.

Lobenswert auch der aus GTA 3 bekannte Unschärfeeffekt, der besagten Traumsequenzen das Sahnehäubchen aufsetzt. Ohnehin ist das Spiel auf Hochglanz poliert: Wer hier und da Gesprächen oder dem Fernsehprogramm lauscht, entdeckt viele versteckte Gags. Pflicht sind sie nicht, aber allemal für einen Lacher gut. Auch die Geräuschkulisse gehöt zum Besten, was das Genre zu bieten hat: Alle Synchronsprecher passen wie Max' Faust aufs Mafioso-Auge, Waffengeräusche klingen beängstigend authentisch und die geniale Klanguntermalung ist ein Paradebeispiel für gute Spielmusik. So ist, Freunde harter Shooterkost, nicht von der Hand zu weisen, das Max Payne 2 mit seinem genial erzählten Plot eines der besten Actionspiele ist, das jemals in den Händlerregalen stand. Zumindest für Erwachsene, denn hier wird Gewalt mit der künstlerischen Eleganz einer 4. Juli-Parade zelebriert. Eine zensierte Version wird es glücklicherweise nicht geben. Max Payne 2 erscheint hierzulande edel verpackt und ungeschnitten mit übersetztem Handbuch. Und das ist auch gut so.

... dem kann ich mich nur anschließen, Superspiel!


http://www.rockstargames.com/maxpayne2/ss/screen_s18.jpg

Mit bestem Gruß!

http://www.brooksart.com/Toughday.jpg

Bldrk
23-10-03, 22:26
Habe heute Max Payne 2 bekommen...

Im Juli 2001 machte Undercover-Agent Max Payne seinem Schmerz ein Ende. Vorerst. Unter Mordverdacht ballerte sich der stets grimmig dreinschauende Ex-Cop durch die New Yorker Unterwelt. In Zeitlupe schickte er die Erfinderin der Szenedroge Valkyrie über den Jordan. Jene Droge, auf deren Rechnung der Tod seiner geliebten Familie geht. Rache ist süß, und so lief Max Payne ziemlich gut. So gut, das Remedy sich gleich an den zweiten Teil machte und die Filmrechte verkloppte. Jetzt haben Actionspieler wieder ein Dach über dem Kopf: The Fall of Max Payne wirft Fragen auf. Stirbt Max etwa? Geht es um den New Yorker Herbst oder einen großen, schmerzhaften Fall? Payne, mittlerweile wieder bei der New York Polizei zu Gange, wird von seiner Vergangenheit eingeholt, und zwar in Form einer schönen Frau. Getreu dem Untertitel A Film Noir Love Story bedient sich das Spiel von vorne bis hinten des düsteren Filmgenres: Eine müffige Großstadt, Mord und Betrug, ein harter Knochen, der immer noch nichts zu verlieren hat. Und da wäre noch die Frau, die unseren Helden mit ihrem tödlichen Charme ins Verderben stürzt die Geschichte ist so mitreißend wie traurig. Wieder wird die Handlung in einem Rückblick erzählt und wieder steht Detective Payne unter Mordverdacht diesmal jedoch zu Recht. Hat die Liebe dem guten Max die Sinne verdreht?

Selbstjustiz
Was ist richtig? Die Stimme des Gesetzes oder die des Herzens? Erneut ist Max hin- und hergerissen.

Rollentausch
Das Spiel beginnt im Krankenhaus. Begleitet vom eindringlichen Piepsen der Herzfrequenz liegt Max auf dem OP-Tisch. Panisch tönt es Wir verlieren ihn!, während im Hintergrund jemand seinen Namen flüstert. Es ist Mona Sax, die Frau, die gegen Ende des ersten Teils eine Kugel in den Kopf bekommen hat. Sie war hinter den selben Leuten her wie Max. Nun tritt sie quicklebendig in sein Leben. Wie es dazu kam, erfährt der Spieler in drei Kapiteln voller Wendungen und alter Bekannter. So gibt es ein Wiedersehen mit Russenmobster Vladimir und Max' einstigem Jäger Jim Bravura. Neu dabei ist Detective Winterson, Paynes verkrampfte NYPD-Kollegin, die wer hätte das gedacht eine gewisse Frau Sax auf der Abschussliste hat. Und so pilgert der gute Max zwischen den zwei Fronten von Liebe und Gesetz. Was hat Mona vor? Wie steht sie zu Alfred Wooden, dem seltsamen Kauz aus der Geheimvereinigung des ersten Teils? Damit nicht genug, bekommen wir es mit der Mafia und einer zwielichtigen Reinigungsfirma zu tun, die bevorzugt die eigenen Blutspuren aufwischt. Verworren ist die Story, aber allemal erstklassig. Erzählt wird in meisterhaft geschnittenen In-Game-Sequenzen sowie den bereits bekannten Comicstrips. Letztere sind eine Idee düsterer und professioneller geworden, hat Remedy doch diesmal eine Handvoll professioneller Schauspieler (u.a. Timothy Gibbs als Max Payne) verpflichtet. Nicht selten jagt einem ein kalter Schauer über den Rücken, wenn Max voller metaphorischer Redewendungen seine traurigen Lebensweisheiten haucht. Fast schon kunstvoll berichtet der geschlagene Mann über Liebe, Hass und Tod, über Freunde und Feinde, seine ermordete Frau und seine Sehnsüchte. Den Entwicklern gelingt es vorzüglich, unendliches Mitgefühl für ihren Charakter rauszukitzeln, das beim Kampf mit dem Obermotz in schäumende Wut mündet. Wenn Max, geplagt von Liebeskummer und Verlangen, in depressive Wahnvorstellungen verfällt, laufen wir erneut durch freakige Traumsequenzen.
Diese haben die finnischen Designer so brillant in Szene gesetzt, dass sich dem Spieler fast schon krankhafte Abgründe auftun. Ansonsten hält sich zwischen bereits verbrauchten Locations (Dreckige Hinterhöfe, Lagerhallen) und neuen Ideen - beispielsweise ein abgedrehter Kirmeslevel und Max' Polizeistation die Waage. Gelegentlich kämpft Mister Payne mit schlauen CPU-Gefährten an seiner Seite. Große überraschung: Drei Level lang steuert der Spieler Mona Sax. Hierbei strickt der Titel geschickt eine Doppelhandlung, die der Spieler von zweiten Seiten erlebt. Ständig im Funkkontakt, snipert Mona dem flüchtenden Max den Weg frei. Ein gekonnt verknüpftes Zusammenspiel, das Max' jedoch etwas den Sonderstatus untergräbt, da Mona ebenfalls seine doch so einzigartigen Bullettime-Moves draufhat. Obwohl das Script gegenüber dem ersten Teil umfangreicher ist, sehen Profiballermänner erneut nach sieben Stunden den Abspann. Wieder werden sich hier wohl oder übel die Geister scheiden. Zugegeben ist der Titel indiskutabel kurz, doch ist er dafür wahrlich ein Hochgenuss, der jeden Cent wert ist. Ein Trostpreis: Erneut können einige neue, eher halbherzig erstelle Profimodi freigespielt werden.

Puppenspiele
Schlüsselfeature der Serie ist nach wie vor die Bullettime-Zeitlupe, die in Max Payne 2 zu Höchstformen aufläuft. Einmal aktiviert, taucht die Umgebung in einen bräunlichen Ton. Kugel-Kampfgeschwader summen bedrohlich nahe vorbei, während Max auf dem Rücken liegend mit seinen Ingrams austeilt. Jawohl, unser Held kann nach seinen Hechtsprüngen inzwischen einen Moment liegen bleiben. Ebenfalls neu ist ein Sekundär-Waffenslot, der mit Granaten und Molotovcoctails bestückt werden kann. In Kombination mit der frischen Havoc-Physikengine (u.a. verwendet in Half-Life 2 erreicht Max Payne 2 eine neue Qualitätsstufe des Actiongenres: Köper und Inventar werden im Gemisch mit Fetzen und Splittern physikalisch korrekt durch die Lüfte gewirbelt, ganze Etagen brechen ein, Autos zerbröseln in der Feuerbrunst schlichtweg atemberaubend! Ebenso nimmt es einem den Atem, wenn Max artistisch mit einer coolen Drehung seine Kalaschnikow nachlädt. Auch wenn das Spiel auf den ersten Blick wie ein Abklatsch des Originals daherstolziert, hat der Entwickler gehöigst an der Grafikschraube gedreht: Hochaufgelöste Texturen, schöne Animationen, Spiegelungen und Schatten lassen Max Payne 2 in den Optikolymp aufsteigen schnelle 3D-Karte vorrausgesetzt.

Großstadt-Wahnsinn
Entwickler Remedy versteht es prächtig, den Spieler mit der eindringlichen Geschichte ans Herz zu packen.

Lobenswert auch der aus GTA 3 bekannte Unschärfeeffekt, der besagten Traumsequenzen das Sahnehäubchen aufsetzt. Ohnehin ist das Spiel auf Hochglanz poliert: Wer hier und da Gesprächen oder dem Fernsehprogramm lauscht, entdeckt viele versteckte Gags. Pflicht sind sie nicht, aber allemal für einen Lacher gut. Auch die Geräuschkulisse gehöt zum Besten, was das Genre zu bieten hat: Alle Synchronsprecher passen wie Max' Faust aufs Mafioso-Auge, Waffengeräusche klingen beängstigend authentisch und die geniale Klanguntermalung ist ein Paradebeispiel für gute Spielmusik. So ist, Freunde harter Shooterkost, nicht von der Hand zu weisen, das Max Payne 2 mit seinem genial erzählten Plot eines der besten Actionspiele ist, das jemals in den Händlerregalen stand. Zumindest für Erwachsene, denn hier wird Gewalt mit der künstlerischen Eleganz einer 4. Juli-Parade zelebriert. Eine zensierte Version wird es glücklicherweise nicht geben. Max Payne 2 erscheint hierzulande edel verpackt und ungeschnitten mit übersetztem Handbuch. Und das ist auch gut so.

... dem kann ich mich nur anschließen, Superspiel!


http://www.rockstargames.com/maxpayne2/ss/screen_s18.jpg

Mit bestem Gruß!

http://www.brooksart.com/Toughday.jpg

Pelmeni
21-11-04, 18:43
http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif