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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Alternative zu Steuern



Chisutra
09-09-17, 21:18
Seit jeher wurden in den Anno Teilen die Steuersäckel auf altbekannte Weise gefüllt, sodass in diesem Bereich scheinbar niemand mehr an eine Weiterentwicklung gedacht hat. Natürlich ist das nichts schlechtes und das alte System hat immer funktioniert, war selbsterklärend und einfach umzusetzen. Viele werden wohl auch sagen 'Never change a running system' aber mir geht es hier weniger darum die Entwickler dazu anzuhalten auf Biegen und Brechen ein neues System einzuführen, sondern viel mehr möchte ich hier ein bisschen brainstorming betreiben, um sich interessante Alternativen zu erarbeiten, die bei gefallen vielleicht sogar in das Spiel finden.

In einem anderen Thread wurde das Einführen eines Marktes vorgeschlagen, der seine eigene Bilanz führt. Ich würde die Idee gerne aufgreifen. Als alternative Möglichkeit Gelder einzunehmen könnte man den Marktplatz (1404 Bezeichnung) als eben solchen nutzen. Die Bewohner der Stadt werden sich dort ihre Waren einkaufen und dadurch erhält der Spieler sein Einkommen. Möglich wäre auch eine Art Mehrwertsteuer zu erheben und dadurch stattdessen indirekt seine Kronen zu verdienen.
Der Vorteil darin läge bei den Interaktionen die sich einführen lassen. Es wäre z.B. möglich (bspw. nachfragebedingt) schwankende Preise einzubauen, die Nachfrage der Bevölkerung durch Katastrophen, gegnerische Aktionen, persönliche Vorlieben zu beeinflussen, besonders aufwendige Produktionsketten einzubauen deren Luxusitems sehr teuer verkauft werden können, den Konkurrenten mangelhafte Ware verkaufen und bestimmt noch vieles mehr an das ich aktuell einfach nicht gedacht habe.

Drake-1503
09-09-17, 21:32
Man kann nicht alles wissen: es gab in Anno 1503 keine Steuern. Einnahmen wurden dort ausschließlich über die Verkäufe von Waren erzielt, sowohl an die Bevölkerung, die dazu einkaufen oder Bisr trinken ging als auch an andere Spieler (Warenhandel), die allerdings nur soviel kauften, wie sie brauchten (und natürlich nur Waren, bei denen sie den eigenen Bedarf nicht decken konnten).

Das war ein gutes System, weil man Produktion und Absatz gleichermassen im Blick haben musste. Zusätzlich gab es in 1503 Marktstände, die man einzeln frei platzieren konnte. Damit hatte man sehr viel Einfluss darauf, welche Häuser Zugang zu welchen Waren hatten. Auch damals musste man nicht alle Bedürfnisse erfüllen, um klar zu kommen.

Zurück in die Zukunft: Anno 1800 wird zwar wieder echte Waren haben, die Verteilung der Ware auf die Häuser wird aber wieder rechnerisch erfolgen. Ob dabei alle Häuser einer Insel gleich behandelt werden oder doch "regionale Verfügbarkeit" der Ware eine Rolle spielt, weiß ich nicht. Ich fände eine Kombination aus Steuern und Verkaufserlösen sinnvoll und dem Zeitalter angemessen.

Sephko
10-09-17, 19:21
Ich mag sowohl das System der Steuern, als auch das Marktstandsystem aus 1503. Ich kann mir für ein ANNO 1800 beide Systeme vorstellen.

Was ich auf jeden Fall möchte ist, dass der Handel mit NPCs, also KI-Gegnern oder die fliegenden Händlern, mehr Einfluss und Anteil auf die Bilanz haben soll. Zu ANNO gehört seit jeher auch der Handel, aber in den vergangen Teilen ist dieser mehr und mehr zusammengestaucht worden. In den letzten Teilen gab es nicht mal mehr Angebot und Nachfrage, sondern man konnte beliebige Mengen bzw. jeden Mist den NPCs verticken. Das hat mir nie sehr gut gefallen.

Der3ine
10-09-17, 20:00
Ich denke das ließe sich dann im Spiel doch so umsetzen, dass man die Waren an Marktständen und entsprechenden Gebäuden verkauft (Kneipe) und nur noch geringe Mieten von den Wohnhäusern erhält anstatt den üblichen hohen Steuern. Vlcht sogar, dass öffentliche Gebäude zum Teil Eintritt verlangen.
Die Sache ist aber, dass dies eine Kernkomponente des Spiels ist und ihre Umsetzung wird wohl bereits entschieden sein. Ich lasse mich gerne überraschen, rechne aber eigentlich mit dem schon bekannten Steuersystem, in dem man (nahezu) sämtliche Einnahmen direkt durch die Häuser erhält anstatt durch gesonderte Gebäude (Marktstände).

Sephko
11-09-17, 21:38
Im 19. Jahrhundert wurden mit der Etablierung der parlamentarischen Monarchie vielerorts auch erstmals liberale Kräfte wichtige Protagonisten auf der Bühne der Politik. Und was können und wollen liberale Kräfte vor allem sehen?

Genau!

Steuersenkungen!

Drake-1503
13-09-17, 10:11
Das Problem mit den Marktständen oder Läden, wie ich sie mir wünsche, ist die umständliche Prüfung, ob ein Haus Zugang zu einem Marktstand / Laden hat, also eine Prüfung unter Beachtung von Radien und ggf. sogar Straßenanbindungen. Die gleiche Prüfung findet natürlich auch für die öffentlichen Gebäude statt, insofern ist das kein ko-Kriterium, aber es macht das Spiel cpu-mäßig natürlich komplexer, da man für jedes Haus einzeln nachhalten muss, welche Waren dort verbraucht werden können. Ich hadere auch damit, dass man Waren nur "inselweit" sperren kann, deshalb habe ich je den Vorschlag gemacht, mehrere Siedlungen auf einer Insel zu ermöglichen ...

Chanyoi
13-09-17, 10:40
Konnte man nicht mal Häuser oder Marktplatzspezifisch Waren sperren? Ich meine schon (auch wenn ich den Sinn dessen bisher nicht erfasst habe, da nie gebraucht), dass würde die "Marktstanddiskussion" überflüssig machen aus meiner Sicht.

Drake-1503
13-09-17, 10:59
in 1503 konntest du an den Marktständen Waren sperren (da die zumeist 2 Waren angeboten haben, z.B. Tabak und Gewürze). Da die Bewohner nur eins von beiden zwingend brauchen, konnte man verhindern, dass sie beides bekommen und so mehr EW mit der gleichen Menge versorgen ...

Chanyoi
13-09-17, 11:39
Aber ich meine auch mich erinnern zu können, dies auf Häuser oder Marktplatzebene gehabt zu haben. Aber mittlerweile benötigen ja auch die gehobenen Gebäude, die Waren der niedrigen, was das Abschalten aus meiner Sicht überflüssig macht (und auch logischer ist).

Warum logischer: Wenn du genug Geld für ein Auto hast, willst du ja nicht Zwangsläufig aufs Fahrrad verzichten.

Hansol333
15-09-17, 23:52
Ich hätte kein Problem damit, wenn ein paar Gewisse Waren wie in 1503 verkauft werden.

nehmen wir mal einen seltenen Rohstoff der sonst keine Verwendung hat. Nehmen wir mal Salz (wird bestimmt in 1800 Verwendung finden) aber ich habe gerade mal wieder 1602 gespielt und da gibt es das nicht.

Salz ist ein seltener Rohstoff, ähnlich wie in 1602 wo es vielleicht einen oder 2 Goldberge gab. Wenn man Pech hatte gar keinen. Gerade bei sehr seltenen Rohstoffen und ich hoffe, das es seltene Waren gibt ist eine Vollversorgung der ganzen Insel nur schlecht möglich. Wenn man diese Waren direkt an die Bevölkerung verkaufen kann, könnte man trotzdem Gewinn machen.

Haupteinnahmequelle sollten aber wie in allen Anno Teilen (außer 1503) Steuern sein.

Edit: Mit Handel konnte man in den meisten Anno Teilen auch sehr gut gewinn machen.