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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Plädoyer für die Unvollkommenheit



Drake-1503
08-09-17, 10:57
Hallo Annofans,
ich habe in den letzten Tagen intensiv überlegt, warum mir Anno spielen immer soviel Spaß gemacht hat - und die verblüffende Antwort ist: weil es ein schwieriges Spiel ist.
Ich habe am meisten 1503 gespielt - das gilt ja allgemein als kompliziert, ist es aber eigentlich nur, wenn man es sich selbst schwer macht ...

Ich liebe es, herausgefordert zu werden und mich selbst herauszufordern, deshalb habe ich auch gerne Contests mitgespielt.
Mit Sorge beobachte ich (teilweise allerdings ohne eigene Erfahrung) einen Trend zu immer perfekterer Grafik bei gleichzeitiger Vereinfachung des Spieles.
Wenn man wie in 1404 ohne Begrenzung Waren verkaufen kann, die niemand braucht, wenn man durch Statistiken und Meldungen auf jedes Problem hingewiesen wird, wenn man durch "mangelhaftes Management" nur etwas weniger aber immer noch viel zu viel einnimmt, dann ist das Spiel aus der Balance geraten.

Ich möchte gestalten dürfen, Fehler machen können und die Konsequenzen zu spüren bekommen. Ich möchte Situationen, in denen man mal nachdenklen oder vorher planen muss.
Und natürlich wünsche ich mir Szenarien und Optionen, die vielfältige Aufgaben bringen, damit es nicht so schnell eintönig wird.

Und ich wünsche mir einen skalierbaren Schwierigkeitsgrad, damit ich mich selbst entsprechend meiner Lernerfahrung weiter fordern kann.

Sephko
08-09-17, 11:12
Amen.
Ich sehe es ganz genauso wie du, Drake-1503. ANNO ist mit den letzten Ablegern jedes Mal spürbar leichter geworden. Ich möchte wieder mehr gefordert werden. Aus diesem Grund zählt auch für mich 1503 zu meinen absoluten Lieblingsspielen, konnte ich doch alle Fortschritte erst mühsam Schritt für Schritt vollbringen.
Mir fehlte in den letzten einfach das Gefühl der Belohnung, weil mir das Spiel alles vorgekaut hat und mir etliche Möglichkeiten ließ, Fehler ohne Nachteil korrigieren zu können.

t_picklock
08-09-17, 11:19
Ich sehe das ähnlich wie Ihr. Aber Anno soll auch für die breite Masse zugänglich sein. Das ist dann ein schwieriger Spagat zwischen Casual tauglich für die Masse und fordernd für die Experten.
Ich wünsche mir auch dass Anno wieder fordernder und schwieriger für uns Annoholiker wird. Ich hoffe mal die Entwickler bekommen das hin.

Gxy12
08-09-17, 11:22
Dem muss ich widersprechen. Das Balancing von Anno 1503 war schrecklich. Es war eigentlich nur ein Wettlauf gegen die Zeit bis man bsp. in Schulden steckte. Das Balancing von Anno 1404 war dagegen schon nahezu perfekt; man hätte noch eine Quote wie Arbeitskraft oder Logistik dazunehmen müssen, dann wäre es perfekt gewesen.
Was an einer besseren Grafik auszusetzen hat, kann ich nicht wirklich verstehen.
Die Spiele wurden zwar weniger kompliziert, dafür aber komplexer (abgesehen von Anno 2205), was auch das Spiel für Anfänger, Gelegenheitsspieler und schlichtweg Nicht-Hardcore-Gamer spielbar machte. Und durch die erhöhte Komplexität wurde zudem der Langzeit-Spaß sichergestellt.
Meiner Meinung nach war deshalb auch Anno 1503 das schlechteste Anno (Anno 2205 zähle ich eher als ein Anno-Spinoff) bis jetzt.

LadyH.
08-09-17, 11:37
haha ... die Diskussion erinnert mich gerade an das hier:

http://ladygames.de/Anno1503-Kerkerratten_1280x1024.jpeg

t_picklock
08-09-17, 11:40
Das war in der ungepatchten Version von Anno 1503 häufiger der Fall. :D

Aber Anno 1503 wurde ja duch die Patches im Balancing angepasst und besser spielbar. Ich finde schon das Anno 1503 eine große Komplexität hatte zum Beispiel durch die abhängig von Standort einer Farm unterschiedlichen Erträge. So etwas würde ich mir auch in Anno 1800 wünschen.

Drake-1503
08-09-17, 11:48
deshalb habe ich je eine einstellbare Schwierigkeit vorgeschlagen.
nur so: man kann in 1503 bereits mit weniger als 200 Pionieren eine positive Bilanz haben ... - mal rauskramen und ausprobieren !

Was sollte man einstellen können:
Steuereinnahmen: 100% = normal, Skala von x - y
Produktivität: 100% = normal, Skala von x-y
Warenbedarf: 100%=normal, Skala von x-y

Damit könnte man z.B. auch erreichen, dass man mehr Einwohner mit weniger Betrieben versorgt (oder umgekehrt). Und das sollte ja eigentlich weder die CPU belasten noch aufwendig umzusetzen sein.

Achtarm124
08-09-17, 13:04
@ LadyH - nice picture

@TE - schon mal was von unterschiedlichen Schwierigkeitseinstellungen gehört?
Gerade mit Frontiers in 2205 hat BB kräftig zurückgerudert zu alten Regeln in genau deinen drei Kategorien.
Und ich bin mir sicher, dass dieses System nun von Release an für Easy bis zur extremen Stufe differenziert eingesetzt wird.
Was das Umsetzen angeht, da muss ich dir wiedersprechen, da dazu jedes Opjekt je Einstellung differenziert im Programm angesprochen werden muss. Aber das ist machbar, trotz massivem Programmieraufwand.

AnnoEmma
08-09-17, 13:10
Moin moin!

Anno 1503 war schon genial komplex und herausfordernd. Aber genau das und das andere leidige Thema (MP) waren der Grund, das es unheimlich schlecht lief und nicht bei der breiten Masse ankam. Zudem haben viele, die es gleich gekauft haben, ganz schnell die Lust daran verloren und sich abgewendet.

Anno 1404+Venedig war vielleicht noch nicht ganz perfekt, es fehlten noch einige Kleinigkeiten, aber es war für alle Arten von Spielertypen sehr gut geeignet. Beim Endlosspiel konnte man ja auch einiges einstellen, was das Spiel dann etwas schwieriger gestaltete. Zwar waren Dinge, die die Bilanz betreffen, meist nur in der Anrangsphase spürbar, aber es gab durchaus auch Sachen, die das ganze Spiel über "nervig" oder "frustierend" waren.

Da Anno 1800 wieder ein historisches Setting ist und Anno 1404 offenbar noch immer in der Fangemeinde sehr beliebt ist, werden sich die Entwickler sicher ein wenig an Anno 1404 orientieren und darauf aufbauen. Und ich glaube, das wäre auch ein guter Ansatz, der sehr gut ausbaufähig ist.

Anno 1701 war zwar ganz nett, aber ich empfand es als viel zu leicht und habe da auch schnell die Lust dran verloren.
Die beiden Titel mit den Zukunftssettings waren zwar ganz nett, vielleicht waren auch in 2070 einige gute Dinge dabei, die man übernehmen könnte. Wobei mir auch das viel zu leicht vorkam und 2205 war völlig anders vom Spielgefühl. Ich habe beide Titel zwar gespielt, aber eben nicht lange. Es war eben irgendwann total öde.

Eine gute Lösung wäre letztendlich, so viel wie möglich gerade beim Endlosspiel einstellen zu können oder wieder einen Szenarieneditor bereitzustellen, mit dem man sich seine "Harcorewelt" selbst basteln kann.

Grüße aus Mannheim

Der3ine
08-09-17, 13:13
Also ich habe in 1503 keine zusätzlichen Patches installiert gehabt, aber es trotzdem immer gut geschafft. Was ich tun musste war einfach nur eine recht große Siedlung auf Stufe 2 zu haben und dann war ich wieder im Plus, auch wenn ich diverse Produktionen und Sonstiges gebaut habe.
Auch sonst fand ich das Spiel einfach nur super.
hinsichtlich der Schwierigkeit: Dort wünsche ich mir wirklich, dass gerade das Endgame sehr komplex wird. Anfangs kann es gerne eine Aneinanderreihung von leichten Erfolgen sein, wie es in 2205 war (aber erst, wenn man das Rennen um eine gute Startinsel aus den ersten Teilen gewonnen hat). Dadurch kommen dann auch die neuen Spieler gut ins Spiel und wissen, wie die Dinge ablaufen.
Dann werden die Prodzuktionsketten mit jeder Stufe immer komplexer und auch die Anzahl der geforderten Waren und zu beachtenden Spielsysteme wird immer mehr erhöht, bzw. muss man immer mehr auf die Spielsysteme achten, die Anfangs noch ohne große Anstrengung rund liefen (logistische Herausforderungen, Diplomatie, da man mehr mit den NPCs zu tun hat, wenn man weitere Inseln besiedelt usw.). Und im Lategame könnte man es dann so machen, dass es wieder so enorm große Produktionsketten gibt, die auch Waren aus früheren Bevölkerungsstufen verwenden, so dass man dort auch wieder auf die Ausgewogenheit der Warenproduktion achten muss. Gerne auch mehrere solche "Monsterketten", eben so, dass selbst die "wahren" Annoholiker sich gefordert fühlen können.
Wenn man so eine Herausforderung dann geschafft hat, wie toll muss isch das anfühlen :cool:

Wetterhexe
09-09-17, 09:26
1503 ist genial und auch für mich das Maß aller Dinge in Anno. Schon 1404 enttäuscht dagegen. Der Werkzeugschmied verbraucht weder Holz noch Kohle, Schiffe werden repariert ohne Materialkosten... wie fad ist das denn. Wäre schön, wenn sich die Entwickler mehr an 1503 orientieren würden und die, die es nicht kennen, sollten es unbedingt anspielen.
Was gegen eine Überbetonung der graphischen Elemente spricht? Eigentlich nichts, außer, daß Entwicklungszeit reingesteckt wird, die ich lieber im Punkt Schwierigkeit und Spieltiefe investiert sehen würde.

Dieb09
09-09-17, 22:05
Hallo!

Bei ein paar Dingen bin ich auch dafür, dass man sich lieber an 1503 orientieren sollte. Wetterhexe hat da ja schon was gutes angesprochen. Ich habe 1503 leider bislang noch nicht ausführlich gespielt, fand aber trotzdem, dass es eine sehr gute Weiterentwicklung von 1602 war. Es war komplex und kompliziert, hatte aber dafür auch einen guten Reiz.

Die Vorschläge von Der3ine zu den Warenketten möchte ich hier vollständig unterstützen!
Gerne können dabei Waren durch solche ersetzbar sein, die erst im späteren Verlauf des Spiels produziert werden können. Ein Beispiel: Brennholz durch Kohle

Gruß
Dieb