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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Anno 1800 - Ein ganzes Jahrhundert



L4zy
30-08-17, 01:13
Nachdem ich mich jetzt eine Woche jeden Tag gefragt habe, wie zum Teufel ich die knapp 1,5 Jahre bis zum Release aushalten soll - habe ich mir auch einige Gedanken zum Grundkonzept des ANNO 1800 und seiner Nachhaltigkeit gemacht.

Das 19. Jahrhundert ist ein wahnsinnig spannendes Jahrhundert mit vielen, vielen Themengebieten, die man hier im Game anreißen kann, die auch schon in anderen Threads kund getan wurden. Industrialisierung, Imperialismus, politische Unruhen, Sklavenhandel - schier unerschöpflich umfangreich. Doch wie soll man das alles im Spiel erzählen? Und wie soll man Ereignisse, die deutlich nach dem Jahr 1800 stattgefunden haben, Erfindungen, die deutlich spät im 19. Jahrhundert gemacht wurden, in das Spiel einbringen, das sich selbst durch den Titel (und die berühmte Quersumme 9) auf 1800 beschränkt?

Ganz einfach: DLCs! Das ist zwar keine neue Idee - denn es werden sicher DLCs kommen - und das Zeitalter der klassischen Add-Ons ist ohnehin vorbei. Aber mit Inhalts-DLCs, die wirklich Content liefern, könnte man ANNO 1800 auf das komplette Jahrhundert auslegen!
So muss man sich nicht ständig fragen: Ist dieses oder jenes Detail noch 1800 genug oder ist das schon zu "modern"? Am Ende könnte dann die Erfindung des Automobils stehen.

Mir ist bewusst, dass dies in Teilen im Spiel - den bisherigen Videos nach zu urteilen - schon stattfindet mit Dampfschiffen und Eisenbahnen etc. Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass, falls man Anno 1800 mittels lohnender DLCs auf das komplette Jahrhundert auslegte... ich würde mir jedes DLC blind kaufen. So könnte man das neue Anno nachhaltig etwas größer aufziehen, etwas länger auslegen, als die Vorgänger.

AnnoZone
30-08-17, 01:53
Der sogenannte "rote Faden" im Spiel lässt sich bestimmt recht einfach aufnehmen, ein Nachfahre derer aus 1701 erbt ein Schiff samit Ladung, oder sogar eine kleine Handelsniederlassung, die sich in sehr marodem Zustand befindet. Mittels der ladung aus dem Schiff lassen die sich Grundpfeiler einer neuen, und stetig wachsen Siedlung errichten. Da der Zustand des geerbten Kontors aber noch keine Handelsbeziehungen zulässt, muss alles hergerichtet werden, keiner der CG's hat euren Namen gehört, das alte Adelsgeschlecht kaum noch bekannt. Also muss man sich ermal wieder einen Namen machen, der Weg dahin ist steinig aber machbar, es liegt am Spieler wie er alles wieder zu alter Größe aufbaut

Was die Dlc's anlangt, ich bin kein Freund von rein digitalen Zusätzen, schon garnicht wenn sie Content enthalten der spielrelevant ist. Ein anständiges Addon, mit einer Fortsetzung der Geschichte, schöne Maps, reichhaltige Inselauswahl, und als krönender Abschluss einen guten Editor, das ist es was Annofans mögen und wollen. Ein gutes Spiel, und ich hoffe das wird es, lebt auch durch seinen Wiederspielwert, durch Erweiterungen aus der Community, die quasi nur darauf wartet entsprechendes in die Finger zu bekommen, das ist es was ein Spiel auszeichnet.

Beinspiels: Anno 1602 war gut, der mapeditor brauchbar, der Höhepunkt war aber der Inseleditor. Daraus hat die Community etwas langlebiges geschaffen, noch heute wird danach geschaut.

Anno 1503: Das Spiel hat Maßstäbe gesetzt, doch es fehlte etwas, hätte nicht ein Communitymember Editoren programmiert, niemand würde heute noch groß ein Wort darüber verlieren.

Anno 1701: Das Spiel konnte sich durchaus sehen lassen, die Tools die es dazugab haben es der Community ermöglicht mehr daraus zu machen, hervorstechen konnte hier D.E.A.P was dem Spiel eine völlig neue Dimension gab.

Anno 1404: das Spiel hat viele schlichtweg begeistert, von Anfang an. Der Kracher der dieses Spiel fast um ein neues erweiter hat, I.A.A.M
Ohne die passenden Tools, und ungezählte Stunden, würde der Bekanntheitsgrad der Serie unter ferner liefen in einer dunklen Ecke verschimmeln.

Anhand der 4 beispiele, ich habe mit Absicht nur diese 4 genommen, sieht man doch sehr deutlich was eine Community ausmacht, und welches Potenzial in Ihr steckt, es muss einfach nur aus dem Schlaf geholt werden. :)

t_picklock
30-08-17, 07:30
Sehr schön geschrieben von Annozone.

Ich sehe das Thema DLCs so wie Annozone. Auch ich bin kein Freund davon. Ich kenne das von anderen Spielen denen dann ohne die DLCs etwas fehlt. Man ist mit dem Grundspiel allein eingeschränkt und merkt dies teilweise auch. Von daher finde ich sollten alle Spielrelevante Inhalte ns Grundspiel.

L4zy
30-08-17, 09:29
Die Frage war nicht: findet ihr DLCs gut oder nicht?
Dass DLCs kommen, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Es handelt sich hier um Ubisoft, da stellt sich gar nicht die Frage ob DLCs gut sind oder nicht.

Nur: wie gestaltet man diese? Mein Vorschlag war: in dem man inhaltlich das komplette 19. Jahrhundert abbildet und nicht nur die frühe Zeit um 1800 - um das neue Anno richtig groß zu machen.

FIuchur
30-08-17, 09:40
Hallo und guten Morgen L4zy,


in dem GameStar-Interview werden auch genau diese Fragen behandelt: Was bedeutet 1800? Wie weit reicht das spielinhaltlich?

Dabei wird ab ca. 20'05'' (https://youtu.be/5BtCTmpQlWw?t=20m5s) deutlich, dass das Spiel rund um 1800 beginnen und dann das gesamte 19. Jahrhundert umfassen wird.
Dies könnte sogar, deutet Dirk an, noch bis in die frühe Phase des 20. Jahrhunderts reichen: Erwähnt werden die Titanic und deren Untergang im Jahr 1912.

Inwieweit diese Zeitspanne bereits vollständig durch das Grundspiel abgedeckt oder erst sukzessive durch Add-Ons erweitert wird, ist, soweit ich weiß, noch nicht bekannt.
Denkbar wäre aber natürlich die von Dir erwähnte Lösung, das Spiel nach und nach um weitere Jahrzehnte in Richtung der Moderne zu ergänzen. Ich halte diese Variante auch für die wahrscheinlichste.


Liebe Grüße
Chamb

L4zy
30-08-17, 09:52
Oh, danke für den Link Chamb0rd. Werde ich mir gleich mal zu Gemüte führen.

t_picklock
30-08-17, 09:58
Die Frage war nicht: findet ihr DLCs gut oder nicht?
Dass DLCs kommen, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Es handelt sich hier um Ubisoft, da stellt sich gar nicht die Frage ob DLCs gut sind oder nicht.

Nur: wie gestaltet man diese? Mein Vorschlag war: in dem man inhaltlich das komplette 19. Jahrhundert abbildet und nicht nur die frühe Zeit um 1800 - um das neue Anno richtig groß zu machen.

Das wir an DLCs wahrscheinlich nicht vorbeikommen werden ist klar. Es muss einem aber nicht gefallen. :)

Ich bin nur der Meinung das solche DLCs keine Spielrelevanten Inhalte haben dürfen.

L4zy
30-08-17, 11:10
Das wir an DLCs wahrscheinlich nicht vorbeikommen werden ist klar. Es muss einem aber nicht gefallen. :)

Ich bin nur der Meinung das solche DLCs keine Spielrelevanten Inhalte haben dürfen.

Da gebe ich dir - was den Multiplayer angeht - Recht. Dort sollte niemand einen Nachteil haben, der kein DLC besitzt. Gegen inhaltliche DLCs, die vielleicht sogar ein paar Story-Missionen beinhalten, welche die Motivation der neuen Inhalte erzählen (bspw. Erfindung der Elektrizität - falls nicht ohnehin schon im Hauptspiel vorhanden) - habe ich aber nichts einzuwenden.

Ein Negativbeispiel: GTA V. Eine grandiose Story, die aber leider nie einen Singleplayer-DLC bekommen hat, um die Geschichte zu 'spin-offen' oder weiterzuentwickeln. Einmal durchgespielt, nie wieder angeschmissen - trotz des Umfangs. Auch hier gibt es eine große Gruppe in der Community, die nach mehr Singleplayer Inhalten dürstet. Leider konzentrieren sich Entwickler und Publisher aber nur auf den - für mich völlig uninteressanten - Multiplayer.

Auch bei Anno ist der Multiplayer für mich relativ uninteressant. Der Wunsch nach einer packenden Kampagne, die aber nicht zwingend mit dem Hauptspiel zu Ende sein muss, ist umso größer.

Madian_Ovidas
30-08-17, 11:11
Ich bin nur der Meinung das solche DLCs keine Spielrelevanten Inhalte haben dürfen.

so wie ich L4zy verstanden habe geht es ihm hier auch um keinen kleinen DLCs sondern um große welche quasi einem miniAddon ensprechen wie es früher üblich war. Nur heute heißen Addons halt DLC's und sind meist deutlich kleiner.

je nachdem wie viele verschiedene Kolonien es geben wir kann man auch hier über DLC's nachdenken welche dort mehr möglichkeiten bringen (ähnlich wie in 2205, wobei hier anfangs zu viel fehlte und d. h. die DLC's mMn. spielrelavant waren..^^)

Annothek
30-08-17, 12:48
Das System von Anno 2205 fand ich im Prinzip gut viele DLC mit kleinerem bis größeren Inhalten für kleines Geld übers Jahr verstreut und dann ein größeres Addon?

So hätte man immer wieder neues Futter und neue Motivation es zu spielen.

Swimming-Paul
30-08-17, 14:22
Ich stimme mit L4zy und t_picklock. Die DLCs freigegeben für Anno 2205 wo alle fragwürdig und nicht wirklich viel zum Spiel bringen. Ich denke, DLCs ist eine kurzfristige Strategie, um eine Menge Geld zu machen, ohne wirklich wichtige Dinge zu entwickeln. Ich wünschte, sie würden auf die Add-on-Strategie zurückgehen, denn Venedig für 1404 oder Tiefsee für 2070 waren wirklich beeindruckende Erweiterungen, die das Spiel in jeder Hinsicht größer und komplexer machten. Und wenn Blue Byte der DLC-Strategie folgen wird, dann sollten sie es ernst nehmen und erweitern Produktionen Veränderungen, Bevölkerungsniveaus, dekorative Gebäude oder sogar Denkmäler.

MOD_Freeway
30-08-17, 14:32
Die drei DLCs (Tundra, Orbit, Frontiers) die für für Anno 2205 veröffentlicht wurden haben viel Content in das Spiel rein gebracht.
Meiner Meinung nach, waren diese auch nicht sehr teuer.

Wobei, wenn man die Gold-Editon von Anno 2205 hatte ja eh nichts dazu bezahlen musst, da der Seasion-Pass bereits beinhaltet war.

Also von wenig Content kann meiner Meinung nach nicht die Rede sein.

Ich bin mit dem System durchaus einverstanden viele kleine Elemente über das Jahr kaufen zu können.

Die Frage ist nur welche Inhalte wünscht man sich ? Da muss für jeden was dabei sein.


Gruß,

MOD_Freeway

yeti1962
30-08-17, 15:59
ich hatte auf der GC mal die Frage gestellt, ob Addon oder DLC's, eine klare Antwort wurde bewußt vermieden. Meine Vermutung auch geht dahin, dass es eher einige DLC's geben wird, die vielleicht auch komplette Zeitabschnitte zusätzlich implementieren werden. Sofern das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt, wird sicherlich kaum einer sich über diese Praxis beschweren, zumal auf diese Art und Weise auch für "etliche Zeit" ein Nachschub mit "neueren", nicht nur zeitlich gesehen, Elementen zu rechnen ist.

Ich denke gerade im Zeitalter der DLC's werden wir uns wohl von den "alten" Addons verabschieden können. Wie Lord Schoki schon sagte, die DLC's von Anno 2205 waren sicherlich angemessen gerade am Preis-/Leistungsverhältnis.

Schauen wir mal, was als Endprodukt herauskommt.

Swimming-Paul
30-08-17, 17:22
Oh Gott ... Wo ist der "dislike" Knopf? :(

FIuchur
31-08-17, 07:08
Guten Morgen zusammen. :)


[...] Die DLC's von Anno 2205 waren sicherlich angemessen gerade am Preis-/Leistungsverhältnis.


Hierüber lässt sich trefflich streiten. ;) Zumindest in dieser Pauschalität kann ich die Aussage nicht unterschreiben.

Selbstverständlich ist es in Ordnung, für umfangreiche Erweiterungen eines Spiels Geld zu verlangen - sofern der Preis auf angemessenem Niveau festgelegt und durch Umfang und Qualität des Gebotenen gerechtfertigt wird. Auch Du selbst erwähnst ja das Preis-/Leistungsverhältnis.

Meines Erachtens war jedoch gerade dieses bei 2205 nur sehr unausgewogen gewährleistet. Ganz besonders negativ ist mir da die - schon an früheren Stellen angesprochene - Tundra in Erinnerung geblieben:

Da wurden ja unter anderem alte Gebäude einfach anders eingefärbt und uns dann (zusammen mit simplen Countdown-Timern in Form der Pumpen) allen Ernstes exklusiv als "neuer" Content verkauft. Sowas erfordert schon ein beträchtliches Maß an Chuzpe.
Wer derlei tut, der ignoriert die wesentlichen Charakteristika, welche Anno seit jeher ausmachen, und nimmt die Community nicht ernst.

Schlimmer noch: Er degradiert sie (drastisch formuliert) zu einer Herde Melkkühe, der man schlicht alles andrehen kann, um rasch Umsatz zu generieren.
Dass derlei hanebüchene Entscheidungen im Zusammenhang der Erweiterungen von 2205 offenkundig einem immensen Zeitdruck geschuldet waren - geschenkt. Das mag zwar eine Erklärung sein, aber eben noch lange keine Rechtfertigung.

Auch das halbseidene Verwirrspiel um den SeasonPass war einfach nur indiskutabel.

Daher hoffe ich inständig, dass man an relevanter Stelle in Sachen Erweiterungen seine Lektion aus der Tatsache gelernt hat, mit derartigen DLC-Spirenzchen gehörig auf die Nase zu fallen (http://www.gamestar.de/artikel/anno-2205-erzuernte-fans-steam-wertung-stuerzt-nach-dlc-ankuendigung-in-den-keller,3303579.html).
Dass man wirklich gelernt hat.
Denn solche Spielchen sind, wie bereits in anderen Kommentaren erwähnt, eines Anno schlicht unwürdig und sollten sich auf keinen Fall wiederholen.

Aus meiner Sicht lässt sich zum Thema DLCs/Add-Ons daher - nicht allein auf Anno bezogen, sondern auch generell - festhalten:


Sukzessive Content-Erweiterungen können der Langzeitmotivation und dem Wiederspielwert enorm zuträglich sein und auf diese Weise sicherstellen, dass die Fans sehr lange etwas von dem jeweiligen Spiel haben; zugleich bietet sich Publisher und Entwickler die Gelegenheit, über einen längeren Zeitraum hinweg gut daran zu verdienen - eine echte Win-Win-Situation :)
Nicht jeder kostenpflichtige Content braucht von beträchtlichem Umfang zu sein; dann allerdings muss der Preis dies adäquat widerspiegeln. Denkbar sind - speziell im Falle von Anno - beispielsweise kleinere ästhetische/optische Variationen (wie Ornamente, alternative Gebäudevarianten oder eine Mehrauswahl an Spielprofilbildern) sowie zusätzliche KI-Charaktere und Monumente, jeweils gegen Mikrotransaktionen
Sämtliche kostenpflichtigen Erweiterungen müssen jedoch strukturell hinreichend durchdacht und qualitativ akzeptabel umgesetzt sein; zudem sollten sie sich harmonisch in den bisherigen Handlungs-/Spielverlauf einfügen
Strukturelle und designtechnische Notlösungen verbieten sich als kostenpflichtige Erweiterung ebenso wie Tricksereien mit einer intransparenten SeasonPass-Politik. Für uns als Endverbraucher muss zu jedem Zeitpunkt klar ersichtlich sein, welche Gegenleistung wir für bestimmte Kosten geboten bekommen. Ganz gleich wie umfangreich der jeweilige Content ausfällt, gilt grundsätzlich das Prinzip: Angemessen fairer Preis für gute DLC-Produkte
Insbesondere und in jedem Falle verbietet sich die "Todsünde", ein Hauptspiel bewusst um neuralgische Komponenten auszudünnen, nur um mit diesen dann im späteren Verlauf als kostenpflichtige "Ergänzungen" zusätzlich Kasse zu machen



Soweit meine Sicht auf diesen Themenkomplex.

Liebe Grüße
Chamb

Com-mu-nism
31-08-17, 12:55
Insbesondere und in jedem Falle verbietet sich die "Todsünde", ein Hauptspiel bewusst um neuralgische Komponenten auszudünnen, nur um mit diesen dann im späteren Verlauf als kostenpflichtige "Ergänzungen" zusätzlich Kasse zu machen

Joah, das ist eigentlich ein Horror. Aber üblich in der Branche. Leider.

Annothek
31-08-17, 14:20
Soll hier aber nicht gemacht werden, gut man muss es abwarten :)

Com-mu-nism
31-08-17, 15:45
Soll hier aber nicht gemacht werden, gut man muss es abwarten :)

Naja, ein Problem hätte ich damit jetzt auch nicht.

... Content ist Content. Desto mehr desto besser.

Ich kann auch nachvollziehen das bei Veröffentlichung nicht alles in einen Sack geworfen werden kann.

Da sind DLC's schon eine interessante Lösung um den nachhaltigen Content Fluss beizubehalten.