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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Assassins Creed - wie ich meine Lieblingsspielereihe verlor



Kayto8
19-06-17, 21:31
Hallo geehrtes Forum,

ich muss ehrlich gesagt sagen, dass ich vom neuen AC, welches auf der E3 präsentiert wurde, nicht gerade begeistert bin. Das war allerdings mit Syndicate auch schon so.
Woher kommt es, dass AC - welches einst meine Lieblingsspielereihe war und welche Spiele ich sofort beim Release ohne zu zögern gekauft habe - mich auf einmal nicht mehr erreicht?
Liegt es an der Übersättigung in all den Jahren? Eventuell.

Ich möchte hier mal versuchen zu beschreiben, wie sich AC damals für mich "angefühlt" hat und wie ich nach dem ersten Teil verstanden habe, was AC eigentlich im großen und ganzen ausmacht.

AC1 hat mich damals umgehauen - die offene Welt, die drei unterschiedlichen Städte (sowohl architektonisch als auch menschlich) und diese Immersion, dass man die Kreuzzüge damals zum Teil "miterlebt" hat bzw. in diese Epoche eintauchen konnte. Dass die Missionen dann immer nur eintönig und das Gleiche waren, waren mir da noch relativ egal. Aber AC1 hat mich in den Bann gezogen.
Ein Teil lag auch an dem Gegenwartssetting, dass von vielen als unnötig empfunden wird, für mich aber AC ausmacht bzw. nur deswegen können wir diese Erinnerungen erleben. Eine Jagd durch die Erinnerungen Desmonds, dessen Vorfahren eine Brotkrümel-Spur legen, die man zum Ende verfolgen muss, um so eine Antwort auf wichtige Fragen der Menschheit und deren Entstehung zu bekommen. (klar, alles fiktiv, aber ich fands toll)

AC2 hat da weiter angesetzt, einen richtig sympathisch und charismatischen Protagonisten eingeführt, der zu Beginn seiner Assassinen Laufbahn war. Die langweiligen Missionen gehörten der Vergangenheit an und die Story war toll geschrieben. Gameplaytechnisch wurde auch einiges verbessert.
AC Brotherhood hat diesen Faden genommen und weitergesponnen. Es wirkte weniger wie ein neuer Teil, sondern wie eine Fortführung, ebenfalls wieder mit toller Story und einem weiteren Lebensabschnitt Ezios.
AC Revelations habe ich ehrlich gesagt nicht mehr genau im Kopf - hier fing es wohl mit dem "Übersättigungsgefühl" an. Bis auf den Enterhaken gab es kaum nennenswerte Änderungen.

Mit AC3 wurde dann eine spannende Geschichte mit einem mies geschriebenen Ende präsentiert. Gameplaytechnisch war das auf Bäume klettern super und ist ja weiterhin ein Teil von den AC-Teilen. Das aprubte Ende von AC3 bzw. Desmond hat mich wirkich geschockt. Auch schon vorher, dass Lucy ziemlich lächerlich umgebracht wurde. Schließlich konnte man sehen, dass sich dort eine Art "Beziehung" anbahnt und dieses Verhältnis einfach so zu kappen, fande ich einfach nicht gelungen.
Zugleich man endlich die erlernten Fähigkeiten von Desmond in einen Zukunftsableger hätte integrieren können.

Ab nun wird AC für mich belanglos - und zwar mit AC4 Black Flag.
Ich fand das Segeln eine Zeit lang ganz nett, die Freiheit die einem dadurch suggeriert wurde, war aber keine wirkliche Freiheit. Die Inseln waren zum Teil nicht frei begehbar, sondern durch Mauern versperrt, damit der Spieler da eben nicht hin geht, die Städte waren langweilig und die Gegenwartsgeschichte eine einzige Farce - ich mein, man spielt da für ein Unternehmen ne Art Spieletester. C'mon! Das ist einfach nur lächerlich.
Für mich hat sich Black Flag einfach nicht wie ein AC angefühlt. Das Piratensetting wirkte auf mich äußerst künstlich und nicht glaubhaft genug.

Mit AC Unity ging Ubisoft wieder Richtung AC1 und AC2, was ich wirklich sehr begrüßt habe. Wir erleben die französische Revolution als neuer Rekrut der Bruderschaft - dachte ich zumindest. Leider erleben wir eben NICHT die französische Revolution sondern irgend so eine komische Rache/Love-Story. Ich mein: Arno verliert 2 mal seinen Vater. 2 Mal. Richtig schwach. (vor allem weil Ezio seinen Vater auch verloren hat. Und eigentlich jeder Protagonist im AC Universum)
Die technische Umsetzung - vor allem auf dem PC - war eine Katastrophe und konnte mit Patches einigermaßen behoben werden. Der Multplayer-Teil hat mir gut gefallen, hatte aber auch mit einigen Bugs zu kämpfen.
Was mich aber am meisten an Unity gefreut hat, war, dass man vor jedem Attentat mehrere Optionen aufgezeigt bekam, wie man sich z.B. Zutritt verschaffen kann oder das Ziel eliminieren kann - man hatte freien Handlungsspielraum. Das war toll!

AC Syndicate bot dann zwei Charaktere - wobei ich am liebsten Evie gespielt habe, da mir ihre lautlosen Schleichskills am meisten zugesagt haben, ein AC Spiel so zu spielen, wie ich das vorhatte. Nämlich unerkannt durch die feindlichen Gebiete schleichend.
Komischerweise war dies das erste AC Spiel, dass ich nicht durchgespielt habe - obwohl es mir ganz gut gefallen hat (im Vergleich zum Black Flag Desaster (denkt dran, nur für mich persönlich)).

Ich weiß einfach nicht woran es liegt. Hab ich zu viel vom selben gesehen?
Ich denke bei mir liegt es daran, dass AC1 - AC3 eine gemeinsame Geschichte alles zusammengehalten hat und so spannend gemacht hat. Danach gab es einen Schnitt und der Zusammenhang hat für mich gefehlt.
Irgend eine Gegenwartsgeschichte als Spieletester in Black Flag hat mich nicht überzeugt und auch danach von Rebecca auf einmal "rekrutiert" zu werden, hat mich nicht genug motiviert.

Ich bin da selber etwas ratlos, aber auf den neuen Ableger mit fragwürdigen Gameplay-Entscheidungen, in dem man auf den Witcher 3 Zug aufspringt, kann ich mich kaum motivieren.

H8d8
20-06-17, 12:40
Hi,

ja, da stimme ich dir zu. In den teilen 1-3 gab es noch diese persönliche Verbindung zu Desmond. Mal ganz abgesehen davon, dass sich sein Aussehen immer wieder verändert hat. Es ging vom sportlichen Latino (Teil 1 bis Brotherhood) über den weissen Typen mit 3-Tage-Bart (Revelations) bis hin zu dem magersüchtigen weissen Typen aus Teil 3 (wahrscheinlich hat er zu wenig gefuttert in seiner Zeit im Animus.)

Man hat mit ihm mitgelebt, nachdem er von den Templern entführt wurde und durch den Animus von seinen Ahnen erfuhr. man hat ihn bei der Informationsbeschaffung geholfen, bei der Flucht aus dem Abstergogebäude, bei der Verteidigung von seinen neuen Weggefährten nach der Flucht usw. In Revelations hat man ihn nach dem Tod von Lucy dabei unterstützt nicht seinen Verstand zu verlieren. Die Ankündigung der Katastrophe durch die Sonne hat der Beziehung zu ihm auch noch mehr Tiefe verliehen. Gerade deshalb hab ich dem magersüchtigen Kerl aus Teil 3 auch noch gerne geholfen, die Geheimnisse der Vörläufer zu ergründen. Aber dann, mit seinem Tod gab es plötzlich den totalen Schnitt in der Geschichte.

Die Katastrophe war auch vom Tisch und auch wenn Juno im nächsten Teil nochmal einen Auftritt hatte, gab es gefühlt überhaupt keinen Zusammenhang mehr. Keine Bezugsperson, die mit Desmond ja gestorben war. Ich hab bis Unity alle Teile durch. Syndicate dann nicht mehr. Nach Teil 3 Gab es überhaupt keine Richtung mehr. Man erährt nie, wohin die Reise gehen soll oder warum man das tut, was man tut. Mit Desmond war es anders. Dort hat sich die Geschichte ja mit jedem neuen Teil weiter zusammengefügt. Nach Teil 3 hätte ich mir sehr gewünscht, dass man Desmond gerettet hätte. Wäre mir egal, ob er Narben davon getragen hätte, oder statt seiner normalen Hand eine Prothese hätte tragen müssen. Für mich machte er den konstanten Teil der Serie aus, ganz egal wessen Leben er im Animus hat nacherleben müssen. Er war die Verbindung, der rote Leitfaden und der Name außerhalb des Animus, der für die Assassinen steht. Ich sage absichtlich nicht Gesicht, da es sich wie gesagt ja ständig verändert hatte. Ich denke, mit ihm gäbe es auch noch genug Material für weitere Teile. Eventuell eine Rache an Juno, das Stoppen von Juno's Plänen. Eventuell das Aufspüren weiterer überlebender Vorläufer als Verbündete gegen Juno (wofür er den Animus hätte verwenden können).

Also kurz gesagt, mir geht es da wie dem TE. Ich kann auch nicht verstehen, warum man Desmond hat sterben lassen. Desomnds Tod hat der Serie eher geschadet, als dass er sie weiter brauchte.

Gruß H8d8

P.S.: ich glaube, ich würde ausflippen, wenn einer der Entwickler jetzt hier auftauchen würde und uns erklärt, was sie dazu bewegte, Desmond sterben zu lassen :p

Waldgeist77
20-06-17, 20:11
Sie haben Desmond sterben lassen, weil das Spiel Assassin's Creed und nicht Desmond Creed heißt. :D

IppoSenshu
20-06-17, 21:46
Sie haben Desmond sterben lassen, weil das Spiel Assassin's Creed und nicht Desmond Creed heißt. :D

Naja, das hat meiner Meinung nach damit nichts zutun. Die ersten Teile könnten dann auch genau so Ezio Creed heißen... oder von AC3 bis Rogue hatten wir die Kenway's.
Auch mit Desmond als "Gegenwartsperson" hätte man weiter in die Rolle der Assassinen schlüpfen können und genau deshalb heißt die Serie auch so. :D

Waldgeist77
20-06-17, 22:09
War ja auch nicht ernst gemeint :D, die wahren Gründe werden wir nie erfahren, weil "Nichts ist wahr, alles ist erlaubt". ;)

Gindalif
22-09-17, 18:54
Vorab: Ich bin immernoch ein großer Fan der Reihe :)

Ich kann aber viele Punkte hier unterschreiben.

Damals bei AC1 war ich vorerst skeptisch. Mir wurde es vorgestellt als "so ähnlich wie Prince of Persia" was ja auf vielerlei Hinsicht stimmt. Ich habe es ganz gern gespielt, die Story war doch recht gut und die sehr ähnlichen Missionen haben mich irgendwie gar nicht mal so gestört. Aber ganz Klick hats bei mir nicht gemacht.
Ich fand das Setting toll, sowie das Gameplay und empfan die Gegenwartspassagen als wichtig. Sie waren häufig was manchmal bisschen nervte, aber ein notwendiges "Übel", den so verlor man nie aus den Augen, dass man Desmond, nicht Altair, spielt.

Beim 2 Teil habe ich in einem Gamemagazin gelesen, man würde einen florentinischen Adeligen spielen und war wiedermals skeptisch. Schließlich ist man mit Altair gerade erst warm geworden und es war damals auch eher üblich bei einer Fortsetzung den selben Protagonisten zu spielen.
In Form von Desmond hat das auch stattgefunden. AC2 hat viel von seinem Vorgänger mitgenommen und verbessert und selbst noch tolle Neuerungen eingeführt. Die Story war super, Charaktere sympatisch und es ist zurecht wohl der beliebteste Teil der Reihe.
Die Gegenwartgeschichte war auch gut erzählt und hat viel richtig gemacht. Zwar fand ich am Schluss etwas seltsam, dass man es plötzlich mit antiken Gottheiten zu Tun hatte (in den historischen Passagen kommen die ja eigentlich gar nicht vor) aber soweit war es noch einigermaßen stimmig.

Bei Brotherhood fand ich das Setting gut gelungen. Die Geschichte führte den 2 Teil gut weiter und generell war wieder alles stimmig. Allerdings war es bei weitem nicht mehr so innovativ wie sein Vorgänger, trotzdem gab es genug Neues um nicht das Interesse zu verlieren.
Spaßhalber habe ich damals angefangen bisschen Begriffe in Google reinzuwerfen und hab dann entdeckt, dass ja erstaunlich viel historisch belegt ist. Das war mir natürlich bei den bekannten Namen der Rennaissance klar, doch hab ich nicht damit gerechnet, dass auch die Assassinen historisch belegbar waren!
Ab da hab ich mich wesentlich mehr für die Spiele interessiert.

ACR fand ich so lala. Das Setting war ok, hat mich aber nicht umgehauen. Mit dem osmanischen Reich wurde ich nicht ganz warm, liegt vielleicht auch daran, dass ich nicht viel über die Persönlichkeiten von Haus aus wusste. (zB bei DaVinci fand ich es toll, mit einer so wichtigen und bekannten Person was zu tun zu haben, bei Süleyman etc. hatte ich das Gefühl nicht, da ich die bis dato nicht kannte). Die Gegenwart war auch eher Mau: fand dieses Lobbymäßige gestrandet sein nicht besonders anregend.
Trotzdem fand ich es ok und hab mich gefreut Ezios Leben zur Gänze verfolgt haben zu können. Gut fand ich, dass der Mythos Altair etwas behandelt wurde. Es war sehr intressant wie es mit ihm weiterging.

Auf AC3 war ich sehr gehypet und wurde ziemlich enttäuscht. Ich könnte die Geschichte heute nicht mehr nacherzählen, denn mir kommt vor sie war doch etwas belanglos. Vor allem auch das Ende kam mir sehr lieblos hingeklatscht vor. Für meinem Geschmack wurde auffallend mit Wachen auf den Dächern übertrieben, sodass man auf den Boden verbannt wurde. Zudem störten die spitzen Dächer sehr den Parkour-Fluss und die Städte hatten kaum Wiedererkennungswert oder interessante, einzigartige Gebäude wie es sie beim charismatichen Florentiner zu Haufen gab.
Dass Desmond dann sein Ende gefunden hat fand ich auch unnachvollziehbar. Vor allem in Rückblick auf die zukünftigen Gegenwartsstellen

AC:BF hat mir Recht gut gefallen. Es gab wieder einiges Neues und die Karibik sah auch dank NextGen wunderbar aus. Die Story fand ich sehr gut. Der Fokus wurde allerdings von Metropolen auf die See verlagert. Nassau, Havanna und Kingston hatten eher "Nebenrollen" trotzdem fand ich sie sehr schön und interessant zu erkunden.
Die Gegenwartspassage empfand ich zuerst als recht witzige Idee. Dass quasi Abstergo die AC-Spiele macht und vertreibt und ich gerade ein Abstego-Produkt spiele. Die Idee war witzig aber nicht mehr. Die Passagen spielten sich öde und sind kein Vergleich zu den vorigen. Mir war es eigentlich auch herzlich egal wer hier CEO ist und was der alles zu sagen hat. Jedesmal wenns mich rausgehaun hat habe ich gehofft bald wieder in die Karibik zu können. Das Schritttempo ist unterirdisch, es gibt viel zu viel zu Sammeln und zu hacken und Tonnen zu Lesen, aber eigentlich will man nur zurück an Bord und Shanties hören ;)

AC:Rogue noch schnell: Tolle Story. Ich war sehr skeptisch einen Templer zu spielen, aber es war sehr stimmig. Hat das Beste aus AC3 un BF in ein Spiel kombiniert. Gegenwartsteile aber unverändert

AC:Unity war wieder ein Rückschritt. Im Vorhinein wurde meines Erachtens mittels Trailer viel versprochen und nichts bis wenig davon gehalten. Da Arno quasi immer mit diesen 3 anderen Assassinen zu sehen war dachte ich die Story sei Multiplayer fähig und in einer Gruppe von 4 Leuten würde ein jeder einen konkreten Assassinen der Gruppe spielen. War leider nicht so.
Der Trailer beim Sturm der Bastille sah genial aus und ich habe mich gefreut den selbst zu spielen, allerdings nicht als Insasse! Ich fand das Setting aufregend aber von Revolution war kaum etwas zu spüren, denn anstatt sich damit auseinanderzusetzen hat man wohl entschieden Arno solle seine persönliche Vendetta verfolgen und seine Liebschaften. Noch nie kam mir eine Geschichte so austauschbar vor. Die Revolution hätte viel geboten, was aber wohl ignoriert wurde.
Bugstechnisch nicht so schlimm gewesen wie ich vielerorts lesen musste.
Gegenwartspassagen hätte man hier besser ganz weg gelassen. Die haben mehr geschadet als genützt und waren kaum spannend.

Syndicate war wieder besser. Setting war intressant und mal wieder was ganz Neues. Protagonisten waren sympathisch und haben durch Geschwisterzwist sehr menschlich gewirkt. Ich hätte mir aber gewünscht und erwartet, dass mehr Missionen wie die Letzte aufgebaut gewesen wären, sprich: Beide arbeiten an der selben Mission und man muss immer wieder wechseln.
Trotzdem fand ich es wieder sehr gelungen.
Gegenwartspassagen wurden auf das nötigste eingeschränkt und hatten keine selbstgesteuerten Elemente mehr. Schade, aber weit besser als im Vorgänger!Aber dass ein verrückter Russe jetzt klonen anfängt finde ich recht lächerlich

Ich find es komisch es zuerst "zu wagen" Gottheiten ins Spiel zu führen (wo es doch sonst so historisch und realitätsnah ist) und sie dann komplett wieder zu verdrängen.
Trotzdem freue ich mich sehr auf ACO denn es wird sicher einige Fragen beantworten und was man bisher sehen konnte wirkte doch sehr vielversprechend. :)

Wolli453
07-10-17, 19:37
Genau so, deiner Meinung bin ich, Black Flag war ein noch einigermaßen gut zu spielendes Spiel. Aber der Auswurf ist Syndicate mit dem ewigen Kutschenfahrten und wenig durchdachten Levels mit etwas Sinn.. Ich werde wohl nie wieder Assassin Spiele kaufen, denn Tomb Raider ist doch noch etwas besser, vom Sinn und der Spielweise. Die ersten Spiele von Assassin waren ja ja noch ganz gut aber es wird immer schlechter mit der Gestaltung und des Spielaufbaus.