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D4ene
28-02-13, 18:19
Eine Geschichte von Kyle Morgan, veröffentlicht am 30.09.2011:

Wenig nur ist von der Schrei des Greifen 2 überliefert.
Das Wenige soll nun in die Chroniken eingehen.

„Es ist früh.“

„Die Helden der Zeitalter haben zur Zusammenkunft gerufen. Es wäre unhöflich, dem fernzubleiben, Sol’yaschu.“

„Ja, Mutter. Aber was ist mit den Träumern? Die wenigsten von uns sind bisher erwacht.“

„Ihre Zeit wird kommen, mein Kind. Ossiriandeb wurde zerstört und wir brauchen Verbündete. Noch wissen wir gar nichts über sie. Das ist eine gute Gelegenheit, sie kennenzulernen. Deshalb kommen wir so zeitig. Dann können wir jeden Vertreter eines Reichs bereits bei der Ankunft beobachten.“

„Wir sind da Mutter. Gleich hier liegt ein großer runder Stein, der mit trockenem Moos bewachsen ist. Dort können wir Aufstellung nehmen.“

„Eine sehr gute Wahl, Sol’a. Beschreibe mir was Du siehst.“

„Der Löwenhügel erhebt sich aus dem Wald wie der Kopf eines Löwen aus seiner Mähne.und ist selber unbewachsen, aber von großen flachen Steinen bedeckt. Am nördlichen Ende liegt eine steinerne Erhebung, die wie eine Schnauze in den Himmel ragt. Dort stehen zwei Bannerträger mit einem Banner. Das eine ist blau und zeigt zwei Hände, die zu einer Schale geformt eine Weltenkugel tragen. Das andere ist gelb ohne ein Zeichen.“

„Das eine ist das Banner von SirFireFox. Du hast es sehr gut beschrieben, Liebes. Das andere ist ist das Banner der Helden. Es ist noch leer, weil noch nicht alle dem Ruf von SirFireFox gefolgt sind.“

„Mutter, jetzt kommen andere. Sehr viele in verschiedenen Zügen. Ich sehe reiche Adelige und prächtige Reiter ihre Züge anführen. Einige wenige scheinen sich zu kennen. Sie treffen sich zu einer herzlichen Begrüßung.“

„Danke für deine wachsamen Augen, doch ich spüre, das ist nicht alles. Etwas beunruhigt dich doch, Sol’yaschu. Ich höre Deinen Atem und deine Stimme wird immer leiser.“

„Da sind welche, die sie verfolgen. Bleiche achtunggebietende Männer in dunklen Gewändern. Sie haben keinen Schatten, denn ich kann durch sie hindurch sehen. Doch das verwirrt meine Augen. Es ist als würden sie dem Gras die Farbe stehlen.“

„Jetzt da du sie beschreibst, verstehe ich besser. Der Hügel hat sie auch bemerkt und der Wind hat seine Melodie geändert. Einst waren sie Götter der Menschen, doch wurden sie von anderen Göttern geschlagen und dazu gezwungen unter die Sterblichen zu gehen. Nun wandeln sie als Todlose und sammeln die Gefallenen der größten Helden ein, um ihnen eine Möglichkeit zu bieten, nach ihrem Tode weiterzukämpfen. Du brauchst keine Angst vor ihnen zu haben, Sol'a. Erst wenn auch Du ein großer Held geworden sein wirst, werden sie sich für dich interessieren. Dann kannst du dich entscheiden, ob du am Ende deines Lebens in die Halle der Träumer zurückkehren willst oder in ihren Reihen deinen Kampf fortführst.“

„Das ist irgendwie unheimlich. Aber anscheinend werden sie von den Menschen akzeptiert.“

„Du musst jetzt auch deine anderen Sinne benutzen, Sol’a. Ein anderes Elbenvolk ist eingetroffen.“

„Ich kann sie noch nicht sehen.“

„Schließe deine Augen.“

„Wie du wünschst.
Ja, da sind sie. Ich höre ihr Lied. Versuchen sie zu uns zu sprechen?“

„Ich denke nicht. Es müssen Avari- sein. Sie haben das Lied nie gehört. Sie sind wachsam wegen der Höllenritter, doch sie werden sich wohl bald zeigen.“

„Höllenritter?! Was .. Aber! Dort! Anor! Ich sehe furchtbare Gestalten heraufkommen.“

„Sind sie von grausamer Schönheit? Eine schreckliche Verlockung in Gestalt von hochgewachsenen Recken in bizarrer Rüstung oder Frauen voll ungezähmter Wildheit und Verlangen? Das sind die Höllenfürsten der Schwefelklamm. Sie bewachen die Übergänge in die andere Welt. Die, die weder hier ist noch dort. Es sind machtvolle Wächter, denn sie tragen die Verantwortung, dass unser beider Welten sich nicht vermischen. Es ist ihr Wesen, zugleich schrecklich und schön zu sein, weil sie sowohl unserer als auch der anderen Welt angehören. Und damit lenken sie die Sinne der Menschen ab. Auch du hast durch ihren Anblick ganz die Ankunft der Magier übersehen. Und das obwohl du den ganzen Weg über von ihnen gesprochen hast.“

„Ich habe sie nicht übersehen! Ich habe vor Ehrfurcht geschwiegen, denn sie sind auf fliegenden Teppichen angereist.
Doch jetzt tritt ein Ritter vor und eröffnet die Runde.“

„Ja, die Geschichte der Helden hat jetzt begonnen, Sol’a. Sei wachsam, denn es stehen uns turbulente Zeiten bevor. Und bis ich endgültig erwacht sein werde, musst du mir Auge und Ohr leihen und mich durch diese Welt führen.
Sprich zu ihnen als Gartengeborene. Erzähle ihnen von der Halle der Muster und dem Erddrachenauge. Warne sie vor dem schwarzen Wind und der Geisterhütte, denn sie kennen uns noch nicht. Aber vor allem höre ihnen gut zu, denn auch wir kennen sie nicht..“

Wir sind die Laiquendi oder Leikvir in der Sprache der Menschen. Wenige von uns haben die Zerstörung unserer Heimat überlebt und wir folgten dem großen Fluss Gelion, den wir auch das ewige Lied nennen, in diese unbekannten Lande in der Hoffnung hier die silbernen Tränen Ashas zu finden, in denen das Wissen zur Errettung der Welt schlummern soll.
Der Fluss Gelion hat uns hierher gespült und wir glauben an die Weisheit des ewigen Lieds und so trafen wir auf die Kinder des Sonnenuntergangs und boten den Bund an.

Unsere Führer sind:

Anor Agleiru, die Hüterin des Lieds und Bewahrerin des Volkes
Miriamel, die erste Sängerin führt das Lied in die Schlacht
Alaorn Herroed, der oberste Baumhirte
Demandred, der Himmelsjäger
Nenais'u, Bewahrerin des Erddrachenauges
Briseyu Morgenrotfeder, die Gartengeborene
Amerasu y-Senditu no'e, Hüterin der Halle der Muster
Vinyara Grauspeer, Herzog des schwarzen Windes
Shima'onari Mondauge von den Nachtigallen
Lineira Graukappe, Herr der Geisterhütte

einige Monate später:

Die Nacht ist vorüber und ein kalter Wind bläst den Tau von den Halmen. Einige krumme Eichen beugen sich ächzend unter dem Druck des Windes. Nenaisû hockt mit dem Rücken an einen der Bäume angelehnt und hält die Augen geschlossen. Nur schwach hört sie die Stimme der Erdmutter in ihrem Geist, denn zu stark ist der Einfluss der Dunkelheit an diesem Ort.

"Miriamel hatte Erfolg und Anfauglith, das Land des erstickenden Staubs, unter Kontrolle gebracht. Von dort führt sie die Einhörner an, um den Schatz der Zwergenkönige in Besitz zu nehmen. Und nun berichte Du."

"Die Höhlenfestung Nargothrond ist von den Smaragddrachen in Besitz genommen worden und meine Kundschafter berichten von zahlreichen Höhlen, die noch von Monstern besetzt sind. Ich habe Demandred Himmelsjäger gerufen, um die Höhlen zu säubern. Das Lied ist stark an diesem Ort und schon bald wird hier eine starke Festung der Laiquendi bereit stehen."

"Diese Festung muss das Herz eines Löwen erhalten, Kind, denn der schwarze Wind der Finsternis breitet sich unweit davon aus und hat längst den befreundeten Clan von Lord Gargamel im Dorf der Blüte, Inneil, überrannt."

"Mutter, ich sehe die Krankheit der Finsternis, wie sie nagt an jenem Hain. Die Stimmen der Bäume erschrecken mich. Eine uralte Bosheit wird in diesen Wäldern erweckt."

"Ja, seit Inneil von der Finsternis überrannt worden ist, hat sich eine furchtbare Macht dort niedergelassen. Grausam ist der neue Herr der Kinder des Sonnenuntergangs und schrecklich ist die Saat, die er dort säht.
Dies ist nun Nan Dungortheb, das Tal des abscheulichen Todes. Große Mühen wird es uns kosten, diesen Ort vom Schatten zu befreien, unter den es gefallen ist. Doch bald schon sollen die Kinder Beleriands dagegen rennen."

Uralt und kraftvoll ist der Baum, in deren Ästen sie sitzen. Etwas Bedrohliches liegt in dem Gesang seiner Laubkrone und hält unerwünschte Lauscher fern. Der träumende Rat ist zusammengekommen.

Anôr Agleirû steht mit verschränkten Armen auf einer Astgabelung, die blinden Augen nach Süden gerichtet.
"Nenaisû?"

"Der Löwenhügel wird leerbleiben, Mutter. Es wird zu keiner Versammlung mehr kommen. Seit dem großen Streit ist es zu einem Riss zwischen den Bündnissen gekommen und die Häuser der Viri Fortes werden der Versammlung fernbleiben.
Der Krieg hat die Helden zermürbt. Manche wurden erschlagen, andere sind verschollen und einige nur noch ein müder Schatten ihrer Selbst. Andere verschanzen sich in ihren verbliebenen Trutzburgen und hoffen, dass der Sturm sie verschonen wird."

"Die Welt steht am Abgrund. Sie wird fallen und wir mit ihr. Die Zeichen sind eindeutig.
Miriamel?"

"Die Angreifer sind langsam und das Gelände ist schwer. Ihre große Zahl erfordert gewaltige Aufwendungen und ihr Nachschub zeigt keine Schwächen. Sie werden vor dem Untergang der Welt angreifen. Wir bereiten uns auf ihr Eintreffen vor, doch habe ich Zweifel, dass wir sie ohne Hilfe abwehren können werden."

"Alaorn?"

"Burgen und Kernburg sind im Bau. Sie werden bereit stehen, wenn der Feind eintrifft."

"Amerasu?"

"Die Rohstofflager sind leer, Mutter. Es wird alles unmittelbar in den Truppenaufbau investiert. Wenn wir Unterstützung bekommen, könnten wir den Truppenaufbau wesentlich beschleunigen."

"Lineira?"

"Ich habe Zusagen für Edelsteinlieferungen in großer Zahl bekommen, Ehrwürdige Mutter. Die Koordination ist im Gange. Die Verteidigung wird zwei Angriffe ohne Probleme abwehren können."

"Wenn alles gut geht, wird keiner der drei Angreifer das Monument erreichen.
Vinyara?"

"Die Schatten an der Grenze haben sich etwas beruhigt, doch noch immer werden einige der Festungen bestürmt und überrannt. Es gibt keine Nachricht von den Generälen und ich fürchte, dass einige sich abgesetzt haben.
Seit sie bemerkt haben, dass die Grenze kaum noch bewacht wird, dringen die Schatten Tag für Tag weiter vor und ihre Streitkräfte werden dadurch nur noch stärker."

"Shima'Onari?"

"Das Lied der Nachtigallen wurde angestimmt und die Grenzfestungen geräumt. Wenn wir Amon Hen oder Nargothrond verlieren sollten, werden die Schatten nichts Verwertbares vorfinden. Ich erwarte allerdings nicht, dass eine der Festungen fallen könnte, bevor diese Welt auseinander bricht."

"Der Bund der Helden hat schon bald 13 Tränen zu Monumenten verbaut. Wir müssen diesen Ort nun verlassen, doch wir gehen in Schönheit. Die Laiquendi werden das Lied des Aufbruchs singen und eine neue Heimat finden.
Demandred Himmelsjäger. Ich möchte, dass Du die Schatten bis zur letzten Minute jagst und so wenig wie möglich entkommen lässt.
Der träumende Rat ist beendet, nun zieht los und sucht die Helden der Zeitalter. Wo immer ihr einen findet, ruft ihn in den Kampf.
Die letzte Schlacht hat begonnen!"

Kyle Morgan, 30 September 2011


Ergänzung von SpottedElk 05. Oktober 2011:

Spotted Elk saß nachdenklich vor dem Feuer, ihm fröstelte und er wusste, das seine Zeit nun bald gekommen war. Er, der viele Schlachten geschlagen hatte, der dabei den süßen Geschmack des Sieges und auch die Bitterkeit der Niederlage kannte, wusste das seine Kraft nun nach all diesen Kämpfen am Ende war. Schwach war er geworden, ein blasses Abbild aus frühen Tagen nur, der Kampf an der Seite der Schattenkinder forderte nun seinen Tribut. Ausgezehrt, von all dieser Anstrengung im Kampf gegen die Helden und derer Partner fragte er sich nun nach dem Sinn seiner Dynastie vor Ashas Antlitz. Nein, er hatte nicht aufgegeben, nur hatte er einfach keinen Sinn mehr gesehen in der Erhaltung seiner Dynastie.
Er grübelte und stieß einen Brocken glühender Asche zurück ins Feuer. Ìch mache hier dem ein Ende !`:dachte er, und war fest entschlossen genau das zu tun, als plötzlich laute Rufe im Thronsaal erschallten. "Mein Herr, mein Herr! ": rief sein oberster Ratsherr, " hier ist ein Bote eures ehemaligen Weggefährten Felipo!"
SpottedElk fuhr auf:" Felipo? Ein Bote von Felipo, meinem alten Freund? Was ist? Was will er? Braucht er meine Hilfe?"
"Er erinnert euch an euer Versprechen Herr.": antwortete ihm der Bote.
" Mein Versprechen, ja, das habe ich ihm damals gegeben. Aber sagt mir wie soll ich es einlösen, ich habe keine Kraft mehr zu kämpfen und auch keinen Mut mehr dazu.": Spotted Elk sah sich verzweifelt um. Keiner seiner alten Generäle schien ihm geeignet sich wieder wie in frühen Zeiten an den Kriegen zu beteiligen, zu viele Schlachten hatten sie schon gesehen und zu viele Todesschreie ihrer Untergebenen gehört. Da wandte sich sein Baumeister an ihn:“ Herr mein Sohn ist oft mit eurer Armee marschiert und hat schon an vielen Schlachten teilgenommen. Aber die Missgunst eurer Generäle hat ihn in ein fernes Land vertrieben. Wenn ihr wollt, so werde ich nach ihm schicken. In diesem fernen Land ist er durch seine Tapferkeit und seiner Kraft zu einem Edlen geworden. Man nennt ihn dort Agatanushi!“
Das Funkeln in Spotted Elk´s Augen war keinem am Hof entgangen.“Holt ihn mir auf der Stelle herbei und ich werde sehen, ob er es würdig ist meine Armeen zu führen! Ich habe ein Versprechen einzulösen! “

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SpottedElk 05. Oktober 2011