PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Und sie starb in Kastro… (Erbe des Drachen)



D4ene
28-02-13, 17:58
Geschichte von Sindorey, veröffentlicht am 29.12.2010:

Und sie starb in Kastro…

Am Sonntagabend den 12ten Dezember war es soweit: unser Miststück tappte in die klug ausgelegte Falle der Pioniere. Sie wollte das tun, was man als guter Bündnispartner eben tut, wenn ein Kamerad in Bedrängnis geraten ist. Ihr Ziel war es, die Belagerung von Aue (Gung) zu brechen. Und so rückte sie eilends mit ihrer Armee aus, dem Armen zu Hilfe.

Ihr weiser Hofrat warnte sie: „Die Pioneers sind nah! Eilet nicht, das ist eine Falle!“ Doch als Miststück edlen Blutes warf sie seine Bedenken und ihn selbst über die Zinnen, nahm ihre Armee und zog los. Ach hätte sie nur auf ihren alten Hofnarren gehört! Sie brach zwar die Belagerung von Aue aber in der Zwischenzeit war Rambo aufgezogen. Rambo machte seinem Namen alle Ehre. Er war ein stinkender Lakai von Impulse, einem Pioneer, und brach mit der brutalen Gewalt von 700 Paladinen, 1219 Inquisitoren und 300 Erzengeln über Miststück’s Heimatstadt Kastro herein. Hroti, der sich hochtrabend als „unser Ende“ bezeichnete, weil er ein paar verlassene und vorgeschobene Weiler eroberte, verblasste dagegen regelrecht. Rambo war mehr. Er brachte die Welt zum beben, warf sie aus dem Gleichgewicht.

Noch während Miststück blutverschmiert mit der Axt die Schädel der Feinde zertrümmerte, erreichte sie die unheilvolle Kunde. Wutentbrannt eilte sie nach Hause, aber schon auf dem Weg dorthin war klar, dass sie keine Chance haben würde. Nicht gegen ein solches Aufgebot. Dennoch musste sie die Mauern von Kastro erreichen. Die Stadt wehrte sich verzweifelt aber ohne Chance. Dort angekommen warfen sich Miststück und ihr tapferes Heer wütend in die Schlacht. Doch wie ungleich war der Kampf – Helden, die sich zuvor im fairen Kampf bewährt hatten wurden einfach beiseite gefegt von brutaler Macht! Starben auf dem Schlachtfeld. Und dies war immer noch besser, als in den Kerkern der Pioneers zu vermodern. Am Ende des Tages waren die Felder blutgetränkt vor Kastro. Nein, dies war wirklich nicht mehr als fairer Kampf zu bezeichnen. Miststück schaffte es zwar, den Ring zu durchbrechen und in die Stadt zu gelangen, aber von dort gab es kein Entrinnen mehr. Noch einige Tage wehrte sich die Stadt verzweifelt aber ohne Erfolg.

Und so starb sie in Kastro – unsere letzte Hoffnung. Es wäre eh nicht mehr lange so weiter gegangen, das wussten alle aus unserem Bündnis. Geführt von KingC hatten wir uns in den Kampf geworfen – wir die Outlaws. Hochmütig hatten wir keine Bestechungen an das Schicksal in Form von schnödem Mammon geleistet, uns auf Taktik, Witz und Mut verlassen. Wir hatten Bündnisse geschmiedet, einen Wing gegründet und unsere Welt alsbald schwarz-weiß gezeichnet. Wir waren weiß, Junta und die feigen Bloodlines waren schwarz und die Pioneers unser primärer Gegner. Am Anfang lief es gut für uns. Wir waren sogar für ein paar Tage das beste Bündnis im Land! Aber manch einer sah das Ende schon nahen und machte das, was sich so mancher jetzt schon viel früher gewünscht hatte – Mudge war es, der das Handtuch warf. Er haderte schon lange mit sich, uns und dem Schicksal. Im Prinzip hatte er Recht. Und wie! Außer Miststück, die sich dann doch hatte hinreißen lassen, das Glück zu abbonieren, waren wir blind dem Gegner ins Messer gelaufen. Wir dienten als Beute. Dienten zur Belustigung. Waren wir doch schon nach wenigen Wochen nicht in der Lage, denjenigen, die das Glück abboniert hatten, das Wasser zu reichen. Dazu kamen einige strategische Fehler. Am Ende, waren es Miststück und KingC, die für uns alle ein wenig Glück gebracht hatten.

Aber als Kastro fiel, wollten wir alle nur noch das Ende. Entmutigt und lustlos schoben wir unsere Armeen hin und her. Kuriere brachten die Flüche und Verwünschungen derer, die bei dem Angriff gestorben waren aber keine Befehle mehr. Als schließlich die Abenddämmerung kam, sammelten sich die Überlebenden. Durchzählen. Wer hat noch wie viele Truppen? Und wohin sollten wir uns orientieren? Ich gab zwei Städte verloren. Evakuierte die Armeen, verschickte die Ressourcen und riss ab, was ich konnte. Nichts, aber auch gar nichts sollte dem Feind in die Hände fallen. Eine meiner Städte wurde kurz vor Ende der Belagerung von den Bewohnern umbenannt: DuKriegstNix war ein passender Name und Zeichen ihrer Treue.

…aber starb sie wirklich?

Nun der Krieg war noch nicht vorbei. Noch lange nicht. Wir waren Outlaws. Verzagen war nicht auch wenn wir keine Hoffnung und richtige Motivation mehr hatten. Asha’s Glück hatten wir auch nicht. Na und? Zähne zusammenbeißen und ab in den Westen. Dort ist Junta stärker aber weniger von den Pioneers zu sehen. Stadt erobern und zur Basis ausbauen. Cairn2 hieß sie. Erste Scharmützel, wie wir sogar für uns entscheiden konnten. Und eine Überraschung wartete dort noch im Westen auf uns: Onkelbruno, den alle schon für tot hielten, wachte auf, schloss sich uns an. Uns, die zu Verlierern bestimmt waren. Mit unserem neuen Kameraden ging es weiter. Gegenschlag. Zum Teil geglückt, Belagerungsringe gesprengt aber dann ein fataler Fehler gegen Yunah – wieder ein Pioneer. Und der kommt nicht allein: eines Morgens noch gegen die aufgehende Sonne im Osten geblickt erspähten wir Rauchfahnen und aufgewirbelten Staub. Impulse schickte wieder seinen Rammbock-Lakaien und eroberte Middenheim. Wieder eine Stadt räumen, geordneter Rückzug. Diesmal nach Norden. Die Pioneers halten inzwischen 14 Städte mit Graalsmonumenten.

Doch dann ein unglaublicher Fehler der Pioneers, der uns etliche Stunden breites Grinsen auf die blutverschmierten, rußgeschwärzten Gesichter zauberte: Impulse brach von Middenheim auf, um weit im Norden Städte zu erobern – ohne irgendeinen Schutz für seine Heimatstadt zurück zu lassen. Arroganz der Macht nennt man das wohl. Ohne zu zögern und die einmalige Gelegenheit ergreifend, stürmte warariu mit seiner Armee die Mauern. Das Ziel: Middenheim zurückerobern bevor Impulse mit seiner Mörderarmee zurückkehrt. Wenn dies gelänge, würde sein Heer vor den Toren der Stadt verhungern. Sollte es doch sich selbst auffressen! Die anderen Pioneers waren zu weit weg, um die Belagerung zu brechen. Da war der Rammbock zu weit in unser Gebiet vorgeprescht. Zu viel Machtgeilheit muss sich einfach irgendwann rächen.

Unser Oberhaupt setzte noch eine Bündnisfähigkeit ein, damit er noch schneller zur Stadt gelangen würde. Späher mussten wir nicht ausschicken. Das Heer von Impulse war ja als riesige Staubwolke am Horizont schon gut sichtbar. Daumen drücken. Mit jeder Sekunde wuchs und wuchs die Spannung. Doch am Ende war Asha nicht mit uns – wie schon so oft in diesem Krieg. Kurz vor Einnahme der Stadt kehrte sein Heer zurück. Das Donnern der Armee war unverkennbar. Warariu gab die Belagerung auf. Das wäre auch übel ausgegangen, hätte er es auf einem Kampf angelegt. Na gut, wir hatten einige Stunden wieder richtig blöd gegrinst und uns auf die Schenkel geklopft – das tat gut. Und wir waren sicher, dass einige gewisse Pioneers in diesen Stunden sehr, sehr stark am Schwitzen waren. Haha, sehr schön, ich muss heute noch lachen, wenn ich daran denke!

Im Prinzip ist uns durch diesen brachialen Fehler auch klar geworden, dass wir zwar den Krieg verloren haben aber die Kerle noch ärgern können. Von dem Ohnmachtsgefühl nach dem Fall von Kastro keine Spur mehr. Konsequenterweise kam auch sofort das Kommando vom Chef: Truppen rekrutieren. So stark, dass alle Städte bersten. Aber zackig! Das Essen wurde rationalisiert. Alle Einkünfte der Städte, Holz, Erz, was auch immer greifbar war, wurden beschlagnahmt, verkauft und der Erlös dem Heer zugeführt. Da war sie wieder – die Hoffnung.

Das letzte Kommando

Ein paar Tage später, kurz vor Weihnachten: wir sammeln uns zur letzten gemeinsamen Aktion. Ziel ist es, ein bis zwei Tränen zu erobern. Alles in die Schlacht werfen, was noch da ist. Auch wenn dieses Himmelfahrtskommando den Verlauf des Krieges nicht mehr wenden wird, werden wir alles geben, was uns geblieben ist.

Doch was war das? Der Feind verlegte massiv Truppen just in das Gebiet, das wir angreifen wollten! Aktionsabbruch und grübeln. Haben wir einen Spion in den eigenen Reihen? Einen heimtückischen Verräter? Mein Verdacht fiel auf Onkelbruno, der ja zufällig und als letzter zu uns gestoßen war, nachdem er wochenlang sein Reich nicht regiert hatte. Sein Name war auch unglaublich ähnlich zu OnkelB, dem Haupt der Pioneers. Geklüngel? Verwandtschaft? Das Misstrauen blieb bei mir bis zum Schluss, auch wenn ich ihm wohl Unrecht getan habe. Er möge mir vergeben.

Dennoch: KingC schickte Boten am nächsten Tag zwei Boten mit geänderten Angriffziele bekannt, auch an OnkelB wie ich mit Sorge bemerkte. Kiel von Kium (Junta) und Horncrest von Gramlin (Junta) hatten beides Tränen aufgebaut. Als Ablenkung sollten wir kleinere Armeen auf unsere alten Hauptziele schicken: gruftreich von Impulse und Flensborg von TimmiTammi. Da hatten wir es: unser letztes Kommando. Am kalten Morgen des 22ten Dezember ging es los. Schnee war über Nacht gefallen und tauchte die Erde in ein weißes Kleid. Alle hatten gut gelaunt noch einmal den Sitz ihrer Rüstungen geprüft, die Klingen geschärft und die Speerspitzen geschliffen. Wir wussten, wie aussichtslos diese Expedition war. Aber wir würden Geschichte schreiben. So oder so. Die Armeen waren gut versorgt. Sie mussten Märsche von zum Teil über vier Tagen durchhalten. Es war klar, dass wir auf unseren Rastplätzen angegriffen werden würden. Ich sah meine Aufgabe darin, von den großen Kriegern in unserem Reich (KingC, Miststück, warariu und Eikou) abzulenken. Außerdem hatten wir noch ein kleines Ungeziefer in unserem Reich, das noch nicht komplett ausgerottet war und mittlerweile zu Junta gehörte. Daher musste ich eine kleine aber schlagfertige Armee zurückhalten.

Mein erstes Todeskommando wurde recht frühzeitig von YulY angegriffen und hatte – erwartungsgemäß verloren. Sindorey zog mit dem Hauptheer noch weiter auf die Primärziele zu. Stunde um Stunde verging. Der Gegner verstand offenbar erst spät, welches unsere eigentlichen Ziele waren. Die zweite Rast und noch vier vor mir und meiner Heldin. Die erste Schlacht auf einem Rastplatz hatte sie noch heldenhaft gewonnen, doch dann wurde sie besiegt. Auf dem langen Rückweg, den sie antrat, wurde sie noch mehrfach überfallen. Nun, wer will es den Fürsten verdenken, über deren Boden wir stampften? Die Berichte meiner Späher hab ich schon gar nicht mehr gelesen. Es war vorbei.

Das Ende – nun aber wirklich

Am 29ten Dezember 2010 haben die Pioneers gewonnen – mit 17 errichteten Tränen. Einfach unglaublich! Als guter Verlierer gratuliere ich den Pioneers recht herzlich. Kompliment, ihr habt das genutzt, was die wenigsten von uns hatten – gutes Glück, zum Teil halt gekauft. Aber ihr hattet auch eine klasse Strategie, die nicht nur unser Bündnis sondern das komplette Erbe des Drachen in die Knie gezwungen hatte. Am Ende gab es keinen mehr, der euch das Wasser hätte reichen können. Vielen Dank auch für den fairen Umgang miteinander und die Blumen von MonkeyD. Habe mich echt riesig gefreut zu lesen, dass ihr uns als euren stärksten und widerstandsfähigsten Gegner tituliert habt. Aber ich kann euch sagen, ihr wart ja auch nicht schlecht hehe.

Dank gehört aber vor allem meinen Mitstreitern im Bündnis. Insbesondere KingC und Miststück standen immer mit Rat und Tat zur Seite und haben dafür gesorgt, dass wir auch ohne Träne (!!!) auf Rang 6 geklettert waren. Junta blieb noch hinter uns zurück. Unglaublich aber toll. Aber auch sonst war unser Bündnis ein bekloppter und liebenswerter Haufen.

Ritterlich ist es auch, sich bei den Spielern zu entschuldigen, denen man häufig im Kampfe gegenübertrat. Insbesondere meine ich damit meinen Nachbarn Artie. Ich bitte vielmals um Verzeihung, da offensichtlich bei einem meiner Raubzüge eine Inquisitorenkeule ihn etwas zu unsanft am Kopfe erwischt hatte – meine Schuld, gebe ich gerne zu. Seitdem leidet er stark, redet wirr und ist leider unheilbar im Delirium. Gelegentlich sabbert und brabbelt er vor sich hin und versucht, zu beißen. Ist im Grunde aber ein völlig harmloses Kerlchen. Daher möchte ich an dieser Stelle Junta danken, dass sie ihn in ihrem Bündnis ertragen haben. Es ist nur fair, auch solche Möchtegernlandesfürsten zu integrieren. Vielen Dank euch dafür.

Tja und ich selbst? Ob ich noch versuchen werde, ein weiteres Reich versuchen aufzubauen, weiß nur Asha. Wenn sie es schafft, etwas mehr Balance auf die Welt zu bringen, mit Sicherheit. Ansonsten werde ich ihr fröhlich grinsend den Stinkefinger zeigen und mich neuen Universen zuwenden.

Gruß und Dank an alle, die mit uns auf dem Erbe des Drachen gespielt haben, und an die, die bis hierher gelesen haben.
Sindorey,
Outlaws


Sindorey, 29.12.2010

Ergänzung von KingC, 29.12.2010:

Sindo, nur noch mal zur Erinnerung. Nicht Evi hat den Fehler gemacht, sondern ich, ihr Sitter, weil ich ihre diversen Warnungen vor einer Falle der Pios einfach zu diesem Zeitpunkt vergessen hatte. Evi wäre das nicht passiert ^^
Aber schön geschrieben (cool)

Es gibt aber noch einige kleine Fehler. Nicht Impulse war rechtzeitig zurück, sondern Yuly schaffte es die Belagerung zu knacken. Abgesehen davon hätte Impulse das aber auch gaaaanz knaap rechtzeitig geschafft.

Hätte wir so einiges an Wissen intus, wäre Wara nicht mit Katapulten rausgezogen, was seine Laufzeit entsprechend verlängerte. Ohne Katas, wäre er wesentlich früher da gewesen und selbst Yuly hätte es nicht rechtzeitig geschafft, die Belagerung zu brechen. So war es unsere Unwissenheit, die den Plan misslingen liess. In der nächsten Season wird das nicht noch mal passieren ^^

Und Junta hat es allein MonkeyD zu verdanken, dass sie ihre 2 Tränen noch haben/hatten. Der lag leider extrem ungünstig auf dem Weg und konnte - als einer der Top 5 in Macht - die Armeen von Miststück und mir aufhalten.
Ansonsten hatte die Ablenkung gut funktioniert. Der Fokus lag beim Gegner auf der Verteidigung von TimmiTammi´s Träne.

Hätten wir nicht so ein gutes Team gehabt, wären wir auch nie so "weit" gekommen. Grade die Unterstützung bei den Ressourcen durch unsere ganzen Non-Abo-Spieler hat es ermöglicht das wir immer wieder gut auf die Beine gekommen sind.
Viele Schlachten wurden gewonnen, auch gegen die Pioneers, wobei die Niederlagen für uns zu 99% gegen die Pioneers waren.

Ich freue mich schon auf die nächste Season 1, wo wir dann versuchen werden alles noch einen Tick besser zu machen