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Natas_du_Vall
20-01-10, 17:02
Nach einer langen und beschwerlichen Schifffahrt erreichte Natas du Vall, seines Zeichens Marquis und Privatier das beschauliche Städtchen "Annoport". Sobald das Schiff sicher am Landugssteg angelegt hatte und es fest am Kai vertaut worden war, riskierte Natas einen flüchtigen Blick auf seine neue Heimat. Man musste kein großer Menschenkenner sein, um seinen an den Tag gelegten Gesichtsausdruck zu deuten: Perplexheit war eine gutgemeinte untertreibung, Fassungslosigkeit traf es schon eher. Ein weiterer Blick auf den Steg auf dem soeben die Rampe ausgefahren wurde, verriet ihm , dass er es schwer haben würde einen Lastträger, geschweige denn einen Pagen einzustellen. Laut seufzend gab er sich seinem Schicksal hin, blickte sich auf dem Schiffsdeck um und rief einem jungen, kräftig aussehenden Burschen zu: "Heda! Will er sich ein wenigt Gold verdienen?" Der Gesichtsausdruck des Jungen war eine tragische Mischung aus Unverständnis, Schüchternheit und ein klein wenig Kleingeist. "Öh... Wer? Ich? Gold?", nickte er stammelnderweise. Natas rollte mit den Augen, seufzte erneut, diesmal ein wenig theatralischer als vorhin, und antwortete: "Ja er. Ich meine, ja du, dich meine ich. Hilf mir meine Koffer in mein neues Domizil zu schaffen und ich werde dich mit einigen wenigen Goldmümzen entlohnen." Eifrig nickte der Bursche und machte sich sofort daran die Koffer seines neuen Arbeitgebers zusammenzusuchen. "Wo wohnst.. wohnen S...", Natas strafte ihn mit einen tadelnden Blick, "wohin soll's geh'n?", fragte er schließlich stolz das Fettnäpfchen umgangen zu haben. Natas griff in die Innenseite seines Brokatgewandes und holte eine kleine Pergamentrolle zum Vorschein. Nachdem er sich seinen messing farbenen Monokel aufgesetzt hatte, las er laut vor: "Zum Dorfplatz 14. Kennst du das Haus?" Wiedereinmal nicte der Burche stumm und fügte nuschelnd hinzu: "Jau, ich komm von hier. Bin gerade auf dem Rückweg von einer Lehrreise", wieder schwellte er stolz seine Brust. "Lass mich raten", entgegnete Natas, "du bist Bäcker?" "Oh ja, woher wisst ihr das?", fragte der Junge. "Nur eine Ahnung, nur eine Ahnung", antwortete Natas diplomatisch während er an ein gewisses Sprichwort aus seiner Heimat dachte, dass da lautete: "Dumm wie Brot"...

Natas_du_Vall
20-01-10, 17:02
Nach einer langen und beschwerlichen Schifffahrt erreichte Natas du Vall, seines Zeichens Marquis und Privatier das beschauliche Städtchen "Annoport". Sobald das Schiff sicher am Landugssteg angelegt hatte und es fest am Kai vertaut worden war, riskierte Natas einen flüchtigen Blick auf seine neue Heimat. Man musste kein großer Menschenkenner sein, um seinen an den Tag gelegten Gesichtsausdruck zu deuten: Perplexheit war eine gutgemeinte untertreibung, Fassungslosigkeit traf es schon eher. Ein weiterer Blick auf den Steg auf dem soeben die Rampe ausgefahren wurde, verriet ihm , dass er es schwer haben würde einen Lastträger, geschweige denn einen Pagen einzustellen. Laut seufzend gab er sich seinem Schicksal hin, blickte sich auf dem Schiffsdeck um und rief einem jungen, kräftig aussehenden Burschen zu: "Heda! Will er sich ein wenigt Gold verdienen?" Der Gesichtsausdruck des Jungen war eine tragische Mischung aus Unverständnis, Schüchternheit und ein klein wenig Kleingeist. "Öh... Wer? Ich? Gold?", nickte er stammelnderweise. Natas rollte mit den Augen, seufzte erneut, diesmal ein wenig theatralischer als vorhin, und antwortete: "Ja er. Ich meine, ja du, dich meine ich. Hilf mir meine Koffer in mein neues Domizil zu schaffen und ich werde dich mit einigen wenigen Goldmümzen entlohnen." Eifrig nickte der Bursche und machte sich sofort daran die Koffer seines neuen Arbeitgebers zusammenzusuchen. "Wo wohnst.. wohnen S...", Natas strafte ihn mit einen tadelnden Blick, "wohin soll's geh'n?", fragte er schließlich stolz das Fettnäpfchen umgangen zu haben. Natas griff in die Innenseite seines Brokatgewandes und holte eine kleine Pergamentrolle zum Vorschein. Nachdem er sich seinen messing farbenen Monokel aufgesetzt hatte, las er laut vor: "Zum Dorfplatz 14. Kennst du das Haus?" Wiedereinmal nicte der Burche stumm und fügte nuschelnd hinzu: "Jau, ich komm von hier. Bin gerade auf dem Rückweg von einer Lehrreise", wieder schwellte er stolz seine Brust. "Lass mich raten", entgegnete Natas, "du bist Bäcker?" "Oh ja, woher wisst ihr das?", fragte der Junge. "Nur eine Ahnung, nur eine Ahnung", antwortete Natas diplomatisch während er an ein gewisses Sprichwort aus seiner Heimat dachte, dass da lautete: "Dumm wie Brot"...

Tangorina
21-01-10, 06:43
<span class="ev_code_GREEN">Tangorina bringt die Pferde vor dem Haus zum Stehen und geht zum Postkasten.</span>

Sie wirft eine Karte hinein.

<span class="ev_code_GREEN">Ich nehme mir die Freiheit,euch aufs
Herzlichste in Annoport zu begrüßen und darf mich euch auch gleich vorstellen.</span>

<span class="ev_code_GREEN">Ich bin Tangorina,die Finanzverwalterin und auch gleichzeitig Baumeisterin,wenn ihr also was bauen wollt,ich bin der richtige Ansprechpartner.</span>

<span class="ev_code_GREEN">Ich wünsche euch,dass sich alle eure Wünsche und Vorstellungen hier bei uns erfüllen mögen.</span>

<span class="ev_code_GREEN">Ergebenst Tangorina von Annoport</span>

Sie fährt weiter zur Speicherstadt

Prunklord
21-01-10, 08:02
Prunklord wirft kurz den Brief in den Kasten und eilt dann in Richtung Schmiede.

Werter Herr.
Ich möchte sie hiermit herzlichst in unserer wunderschönen Stadt Annoport begrüßen. Sie werden sich bestimmt schnell eingewöhnen.

Ich bin der hießige Schmied. Wenn sie etwas brauchen oder Geschäfte machen möchten, scheuen sie sich nicht, mich anzusprechen. Ich leite außerdem den Kurierdienst der Stadt und bin als diplomatischer Gesandter tätig.

Mit freundlichen Grüßen
Prunklord
Haus 48

calypso1960
21-01-10, 08:27
Auf ihrem Nachhauseweg kommt sie an Haus 14 vorbei und sieht durch die Fensterscheiben, dass sich drinnen etwas bewegt.

Im Markthaus hat sie schnell einen kleinen Brief aufgesetzt, den sie jetzt in den Postkasten wirft, denn sie möchte nicht stören.


Herzlich Willkommen in Annoport,

ich freue mich, dass Sie den Weg in unsere Stadt gefunden haben und hoffe, dass Sie mit den Annehmlichkeiten, die Annoport zu bieten hat, zufrieden sind.

Wenn Sie etwas benötigen, Fragen haben, oder sich einfach nur mal auf einen kleinen Plausch unterhalten wollen, dann kommen Sie mich doch gerne besuchen. Sie finden mich entweder im Senat oder in Haus 11, in Calypsos Parfümerie.

Liebe Grüße von

Calypso, Bürgermeisterin von Annoport

Natas_du_Vall
21-01-10, 11:04
Da stand er also. Prüfend blickte er auf sein neues Heim.
"Bist du sicher, dass das die richtie Adresse ist?", fragte er seinen Begleiter. Eifrig nickend bestätite der junge Mann. "Ja Herr, das ist das Haus!"
Haus, ja ein Haus war das in der Tat vor das er stand; und genau das war auch der Grund seines Unmutes. Ein Haus! Wie konnte sein Onkel nur von ihm erwarten hier standesgemäß zu leben? Einen Augenblick lang spielte er mit dem Gedanken sich aufs nächste Schiff zu begeben und schleunigst wieder zurückzusegeln, doch diese Genugtuung wollter er seinen Zweiflern nicht geben! Er hatte es sich fest vorgenommen sein Verpsrechen einzuhalten. Er würde hier bleiben, koste es was es wolle!
"Nun gut, wenn du es sagst. Dann bringe schon mal das Gepäck hinein, hier ist der Schlüssel", damit übergab er seinem temporären Diener einen kupferfarbenen Schlüssel. "Jawohl, Herr", sprach dieser und eilte sodann in Richtung Eingang davon. Natas nutzte die Gelegnheit, um sich ein wenig umzusehen:
Er blickte auf den Dorfplatz, auf dem emsiges Treiben herrschte. Hin und wieder erkannte er Menschen, die ihn seltsam prüfend ansahen und die beim ersten Anzeichen ertappt worden zu sein, sofort beschämt in eine andere Richtung blickten. Er sah sich auch die kleinen, hübschen angrenzenden Stadtvillen an und legte besonderes Augenmerk auf die kleinen äußeren Details, die sonst wohl niemand anderes bemerken würde.
Er glaubte fest daran, dass sich die Klasse und das Vermögen einer Person aus eben diesen Kleinigkeiten ableiten lässt. Wie oft hatte er schon vor prunkvollen Villen mit ausladenen Gärten gestanden, die für das ungeschulte Auge durchaus Wohlhaben signalisierten, nur um dann festzustellen, dass die Außentore mit Patina überzogen waren, oder dass die entsprechende Hausnummer bereits zur Unkenntlichkeit verwitter worden war, wenn denn überhaupt eines zu finden war, oder auch dass die steinerne Umzäunung bereits einige Ziegelsteine vermisste. Genau das waren die Familien, die kurz darauf konkurs anmelden mussten und nach einer kurzen Zeit in ein Kaufmannshaus ziehen mussten.
Doch erstaunlicherweise fand er hier kaum Anzeichen von solch drohendem Verfall, ganz im Gegenzteil: Die meisten Villen sahen eher so aus, als wären sie erst vor einige Jahren errichtet worden. Während er weiterhin auf die nachbarlichen Details achtete, fiel sein Blick auf die seines neuen Heimes. Sachte trat er gegen die backsteinerne Umzäunung seines Hauses, worauf sich ein Ziegelstein von den anderen herauslöste und zielstrebig gen Boden fiel. Das Emblem, auf dem seine Hausnummer hätte stehen sollen, sah ebenfalls so aus, als wäre es vor einhundert Jahren angebracht worden und der Briefkasten vor seinem Tor hing windschief auf einem verwitterten Holzpfahl. Das war der Augenblick, in dem er brummend bemerkte, dass die Korrespondenz ihm anscheinend vorgeeilt ist. Schnell griff er sich die enthaltenen Briefe, trat durch das Tor und ging zum Haupteingang seiner neuen Bleibe.

Natas_du_Vall
21-01-10, 13:40
Während sein angeheuerter Bursche unten die vielen Koffer auspackt, beschließt Natas erst einmal sein neues Heim zu begutachten:
Der relativ breite Hauseingang führt direkt auf einen geräumigen und hellen Eingangszimmer zu, von dem 3 weitere Räume und eine breite Treppe nach oben abgehen. Das Möbiliar ist sorgsam mit weißen Laken bedeckt worden, auf denen sich bereits eine feine Staubschicht niedergelassen hat. An den vertäfelten Wänden hängen einige, noch verdeckte, Bilder und vier Wandlampenhalterungen. Der Marmorsteinernde Boden ist mit exotischen Tierfällen dekoriert, eines in der Mitte des Raumes und das andere vor einem kleinen Kamin.
Die linke Tür führt zu einem holzvertäfelten unnd mit parkettboden bedeckten Ballsaal, von dem eine kleine Tür zum Wintergarten führt.
Die rechte Tür führt zu einem kleinen Zimmer, der wohl als Wartezimmer gedacht ist. In diesem befinden sich zwei Polstersofas, ein Beistelltisch und diverse Wanddekorationen. Die Wände schmücken drei schön gearbeitete und mit allerlei Bänden vollgestellte Bücherregale. Bei genauerem Hinsehen entdeckt Natas ein kleines eingebranntes "A.P."
Die dritte Tür, befindet sich neben dem Wartezimmer und führt ein einen ausladenen und mit viele Fenstern ausgestattenen Zimmer, in dem sein Onkel wohl zu Essen pflegte. Eine lange Tafel mit vielen Stühlen zierte die Mitte des Raumes und die zwei großen Kronleuchter, die darüber hingen, taten ihr übriges, um dem Zimmer einen Hauch von Luxus zu verleihen. Am anderen Ende des Esszimmers befand sich eine Tür, die wohl zur Küche führte.
Die breite Treppe, die zur oberen Etage führt, war mit einem kunstvoll verarbeiteten Teppich ausgelegt. Oben befindet sich das Schlafzimmer, sowie eine große Bibliothek und ein geräumiges Arbeitszimmer. Die Ausstattung des Schlafzimmers bedarf keiner weiteren Erwähnung und auch die übrigen Zimmer entsprechen seinen Erwartungen. Kuzerhan entschließt Natas sich in sein neues Arbeitszimmer zu begeben wo er, nachdem er die weißen Laken erst einmal entfernt hatte, an dem Sekretär platz nimmt. In den Schubladen findet sich ein Stapel papier sowie ein Tintenfäßchen samt Feder. Von dieser Erkenntnis überrascht, beginnt er sogleich ein Schreiben aufzusetzen...

Natas_du_Vall
21-01-10, 15:23
Als Natas du Vall endlich fertig mit dem Schreiben ist, legt er die Gänsefeder zurück in ihre Halterung, nimmt sich ein wenig feinkörniges Schreibsand, gibt es über die noch feuchte Tinte und bläßt dann die Überreste behutsam weg. Sobald er sich sicher ist, dass die Tinte getrocknet ist, legt er den fertigen Brief auf den kleinen Stapel, der sich inzwischen gebildet hat, schließt die Augen und reibt sich gleichzeitig den Nacken. Ein Blick nach draußen lässt ihn wissen, dass es wohl bald dunkel werden wird und so macht er sich daran die gefalteten Briefe schleunigst in entsprechende Umschläge einzulegen. In der Schublade befand sich noch ein wenig Siegelwachs, mit dem er jeden einzelnen Umschlag beträufelt, um am ende seinen Siegelring auf das noch flüssige Wachs zu drücken. Sodann ruft er seinen Burschen zu sich hinauf und gibt ihm genaue Anweisungen wie er die Briefe zu verteilen hat...

Natas_du_Vall
22-01-10, 09:55
Bereits in den frühen Morgenstunden des zweiten Tages, machte Natas du Vall sich daran das neue Städtchen, das seine neue Heimat bildete, näher kennenzulernen. Er ging auf den Dorfplatz hinaus, nahm die erste Gasse links und lief ohne Ziel in der Absicht sich so in der neuen Umgebung besser zurechtzufinden. Erstaunlicherweise waren die Gassen nicht so leer, wie er es erwartet hätte, die Bewohner Annoports mussten alle emsig arbeitende Menschen sein. Die Tatsache, dass ein neues Gesicht durch ihre Stadt schlenderte, hinderte die Bewohner nicht daran ihn bei jeder Begegnung freundlich zu grüßen. Eine Geste, die er nur allzugern erwiderte. Nach einer Weile stand er wieder auf dem Dorfplatz und war inbegriff zurpck in seine Villa zu gehen, als sein Blick auf das linke Nachbarhaus fiel. Ein Schild auf dem mit goldenen Lettern das Wort "Bank zu Annoport" zu lesen war, zierte den Eingang. Positiv überrascht ging er in das offene Bankgebäude hinein...

Prunklord
22-01-10, 10:11
Prunklord kommt ans HAus Nummer 14 und sieht, das niemand daheim ist. Also zieht er seinen Mantel fester und wartet vor dem Haus.

Natas_du_Vall
22-01-10, 10:51
Nachdem Natas seine Bankgeschäfte erledigt hat, macht er sich auf dem Weg nach Hause. Sofort föllt ihm die kleine Ansammlung von Menschen auf, die alle anscheinend auf seine Rückkehr warten.
"Da, das ist er!", kommt es aus der Menge.
Ratlos hält Natas inne und spricht die Leute an:"Was ist denn hier los? Kann ich etwas für euch tun?" "Wir sind wegen der Arbeitsstellen, die ihr ausgehängt habt, hier", sprach jemand. "Oh tatsächlich? Nun denn, dann werd ich mal die Türe aufsperren", entgegegnete Natas.
Unter der Menschantraube befand sich auch jemand, der nicht den Anschein erweckte, dass er auf Arbeitssuche sei.
"Seid Ihr etwa auch auf Arbeitssuche?", fragte er den Mann...

Prunklord
22-01-10, 10:55
Prunklord sieht Natas in die Augen.

Guten Tag.
Sie müssen Herr du Vall sein. Nein ich bin nicht auf Arbeitssuche.
Meine Name ist Prunklord und ich wollte ihnen einen Besuch abstatten.

Natas_du_Vall
22-01-10, 11:05
Nun, dann schlage ich vor, wir gehen ins Haus.
Zur Menschenmenge sprach er dann: "Ich weiß euer Bemühen durchaus zu schätzen, doch wäre es mir lieber, wenn ihr morgen wiederkämt." Ein kurzes Raunen ging um und schließlich begannen die Bittsteller sich auf den Gassen Annoports zu verteilen.
"Nun denn mein lieber Prunklord, nach Euch..."

Prunklord
22-01-10, 11:07
Prunklord streitet zur Tür und wartet, bis er öffnet.
Nachdem die Tür aufgeschwungen ist, tritt er ein und wartet auf Natas.

Natas_du_Vall
22-01-10, 11:14
Nachdem beide eingetreten waren, sprach Natas: "Bitte verzeiht die Unordnung, aber wie ihr bestimmt wisst, habe ich dieses Haus erst gestern bezogen. Wenn es euch nichts ausmacht, so würde ich euch gerne in meinen kleinen Wartezimmer empfangen. Das ist das einzige Zimmer, das sich in einem vorzeigbaren Zustand befindet.

Prunklord
22-01-10, 11:16
Prunklord macht eine Angedeutede Verbeugung und sagt mit einem Grinsen

Wie ihr wünscht, Durchlaucht.

Natas_du_Vall
22-01-10, 11:20
Sichtlich überrascht antwortete er: "Ich sehe ihr wisst euch auf dem Höfischem Parkett zu bewegen." Nachdem beide eingetreten waren uns jeweils auf den Polstermöbeln Platz genommen haben, fragte er: "Nun, was ist denn Grund eures Besuches?"

Prunklord
22-01-10, 11:27
Zuersteinmal wollte ich sie persönlich in Annoport begrüßen und ihnen dieses Geschenk machen.

Prunklord stellt den Wein und die Becher auf den Tisch und schiebt beides zum Marquis.

Dies ist ein Barbaroux.

Zum zweiten sehe ich, das dieses Haus keinem Marquis würdig ist. Wie wärs, wenn ich mit meinen Arbeitern aus der Schmiede hierherkommen und das Haus ein wenig auf Vordermann bringen würde?

Natas_du_Vall
22-01-10, 11:31
Oh, das ist ein reizendes und aufmerksames Begrüßungsgeschenk von euch. Habt Dank. Bezüglich des Hauses: Ihr habt Recht. Ich suche in der Tat die Hilfe eines Schmiedes. Ihr kennt doch das Eingangstpr zur Straße hin und die Umzäunung? Nun, das müsste erneuert werden. Außerdem würde ich mich über einige Feinschmiedearbeiten durchaus freuen. Beispielsweise habe ich auf meinen Reisen ein neues Wunderwerk der Technik gesehen. Eine aufziehbare Uhr, die so groß ist, dass man sie ich der Tasche stets bei sich tragen kann.

Prunklord
22-01-10, 11:34
Prunklord wittert die Chance auf ein Geschäft.

Nun ich denke, das wird kein Problem sein, wenn der Preis stimmt. Nur die Uhr wird schwierig. Soetwas habe ich weder gesehen noch davon gehört.

Da wir beim Geld sind. Wisst ihr schon, mit was ihr euren Lebenunterhalt bestreiten wollt?

Natas_du_Vall
22-01-10, 11:37
"Wie meint ihr das, 'euren Lebensunterhalt bestreiten'", fragte Natas du Vall ein wenig pikiert.

Prunklord
22-01-10, 11:39
Prunklord sieht ihn verwundert an.

Wie wollt ihr Geld verdienen? Jeder hier in Annoport arbeitet.
Oder gehört ihr zu den Adligen, die noch nie einen Finger gerührt haben, Mylord?

Natas_du_Vall
22-01-10, 11:46
Schmunzelnd antwortet er: "Nun, ich kann euch versichern, dass ich als Privatier über genügend Mittel verfüge, um meinen Lebensunterhalt, wie ihr es nanntet, zu bestreiten. Und ja, ich habe durchaus schon gearbeitet. Ich habe sehr anspruchsvolle Freizeitbeschäftigungen, denen ich mich widme. Als da wären zum Beispiel, die Astronomie, die Chemie und letzlich nicht zu unterschätzen: die Musik.
Leider konnte ich meine Apparutern nicht alle gleich mitnehmen, so dass ich erst auf deren Ankunft warten muss. Bis dahin habe ich einige venezianische Wechsel mitgenommen, die ich die Tage beim hiesigen Bankhaus einzutauschen gedenke."

Prunklord
22-01-10, 11:50
Nun gut. Dies ist euch überlassen.

Ihr sagtet, ihr seid der Musik zugetan?
Interessant. Spielt ihr ein Instrument? Ich habe mir vor nicht allzu langer Zeit einen Flügel angeschafft und das Musizieren wieder aufgenommen.

Natas_du_Vall
22-01-10, 11:54
Oh ja ich beherrsche das Klavier und die Violine. Ich bin zwar kein Meister der Musik, aber ich verstehe es durchaus meine Zuhörer zufriedenzustellen. Wir könnten ja bei Gelegenheit gemeinsam spielen.

Prunklord
22-01-10, 11:57
Sehr gern.

Wenn ich euch eine weitere Frage stellen darf Monseigneur, was verschlägt euch denn nach Annoport? Ich denke doch, das ein Marquis eher auf seinem Besitz Leben sollte.

Natas_du_Vall
22-01-10, 12:03
Sanft lächelnd entgegenet er: "Nun, ich war stellvertretener Statthalter über eine karibische Kolonie. Als Piraten die Insel angriffen und plünderten, entzürnte sich mein Onkel, dessen Administration ich übernommen hatte, derart, dass er mich auf hierhin versetzte, damit ich sein Landhaus", er deutet um sich herum, "verwalten möge."

Prunklord
22-01-10, 12:06
Prunklord nickt.

Naja. Immerhin lebt ihr ja noch.
Ihr solltet übrigens eine Wissen Marquis. Hier in Annoport wird ein Mensch nicht nach Titeln beurteilt. Ihr solltet also mit dem Adelstitel nicht rumprahlen, geschweige denn auf eine Sonderbehandlung hoffen.
Fragen sie die Bürgermeisterin. Wir haben vor eingier Zeit den Venezianischen Dogen mitsamt seinem Hof hier gehabt und sie mit Schimpf und Schande verjagt.

Natas_du_Vall
22-01-10, 12:12
Ich habe schon bemert, dass die Sitten hier anders sind, als ich es gewohnt bin, aber da ich nicht mit der Absicht zum Prahlen gekommen bin, zumal sich das für einen Mann meines Standes sowieso nicht geziemt, denke ich, dass ich hier gut zurechtkommen werde.
Verzeiht mir meine Forschheit, doch es ist relativ spät geworden und ich muss noch einige Schreiben aufsetzen. Euer Besuch war durchaus angenehm und erfrischend. Wir sollten das wiederholen, sobald das Haus vollendet ist.

Prunklord
22-01-10, 12:14
Prunklord erhebt sich und deuted wieder eine Verbeugung an.

Na dann, wenn ihr etwas braucht, kommt zum Haus 48.
Auf wiedersehen, Mylord.

Mit diesen Worten geht er zur Tür und verlässt das Wohnhaus.

Natas_du_Vall
23-01-10, 15:41
Der Tag begann für Natas du Vall heute ziemlich früh. Aus unerfindlichen Gründen war ihm eine angenehme Nachtruhe verwehrt geblieben und so verbrachte er die letzten Stunden vor dem ersten Hahnenkrähen wach in seinem Himmelbett. Als er es nicht mehr aushielt, beschloss er doch noch aufzustehen und in die Küche zu gehen. Während seiner Zeit als kolonialer Statthalter, hatte er es sich zur Gewohnheit gemacht drei mal am Tag ein schwarzes, geröstetes und feingemahlenes Pulver, welches die Europäer "Kaffee" nannten, zu trinken. Doch leider musste er feststellen, dass die Schränke und Schubladen in der Küche allesamt leergeräumt waren. Nach vergeblicher Suche entschloss sich der schlechtgelaunte Natas schließlich sich anzukleiden und seiner geplante Tagesroutine nachzugehen. Als er dann endlich fertig war, beschloss er zum Gemischtwarenhändler zu gehen, um einige Vorräte für die nächsten Tagen einzukaufen, als ihm einfiel, dass er heute seine neuen Bediensteten einstellen wollte. Als er die Haustüre dann öffnete, stand wiedereimal die gestrige Menschenmenge davor und wartete auf Einlaß.
"Guten Morgen", begrüßte der Hausherr die Leute, "ich werde jeden Bewerber einzeln hereinbitten und ein Gespräch mit ihm oder ihr führen. Aber um euch und mir Zeit zu ersparen, möchte ich all diejenigen bitten, die weder des Lesens noch des Schreibens mächtig sind, kehrtzumachen." Ein leichten Raunen ging durch die Menge, worauf sich vereinzelte Gestalten lösten und weggingen. "Desweiteren möchte ich ebenfalls alle, die jünger als 14 und älter als 50 Jahre sind, bitten, nach Hause zu gehen." Auch diesmal entfernten sich einige, auch wenn es nicht so viele, wie beim ersten Mal waren. "Ausgezeichnet! Der Rest möge sich in einer Reihe aufstellen und auf den Einlass warten."
Daraufhin begann der längste Abschnitt des Tages. Es wurden unzählige Gespräche geführt, Aufgaben gestellt und Fragen beantwortet, ehe gegen 18:00 Uhr der letzte Bewerber das Empfangszimmer betrat. Es war niemand anderes, als der junge Bursche, der Natas bei seiner Ankunft geholfen hatte. "Sieh an. So trifft man sich wieder", begrüßte Natas seinen Bekannten, "ich dachte du hättest schon einen Beruf" "Ja, hatte ich auch", stammelte er unsicher, "aber als mein Vater erfuhr, dass ich aus meiner Lehrreise nichts gelernt habe, hat er mir nahegelegt, mi einen anderen Beruf auszusuchen" "Ist das so? Nun gut, da ich deine Fähigkeiten kenne und du mir bis jetzt sehr hilfreich zur Seite gestanden hast, werde ich dich einstellen. Sagen wir als Kammerdiener?", fragte Natas. Unsicher nickend entgegenete der Junge: "Ja, wenn ihr das wollt, gerne." "Ausgezeichnet! Du wirst Kost und Logie frei haben und ein Wochenende im Monat frei. Während deiner Arbeitszeit wirst du nur mir direkt Rede und Atwort stehen. Auch erwarte ich äußerste Loyalität, Höflichkeit und Disziplin. Machst du deine Arbeit gut, so wirst du entsprechend entlohnt werden, versagst du aber, so wirst du die volle Härte der Disziplinierung zu spüren bekommen. Bist du damit einverstanden?" "Ja, Herr! Ich werde mir stets Mühe geben."
"Sehr gut, das freut mich zu hören. Wie ist eigentlich dein Name?" "Johann", antwortete er. "Dann schlage ich vor, Johann, du bringst deine Sachen her, damit du dein Zimmer beziehen kannst." Strahlend vor Glück verließ Joahnn das Anwesen, welches auf unbestimmte Zeit sein neues Zuhause sein wird und machte sich auf, seine Habseligkeiten zusammenzutragen, um seinen neuen Beruf als Kammerdiener auszuführen.
Als Natas wieder alleine war zog er eine abschließende Bilanz: Heute hatte er einen Kammerdiener, 2 Dienstmädchen, eine Köchin, einen Gärtner und eine Haushälterin, der die Organisation des gesamten Haushaltes unterstellt war, eingestellt. Erschöpft, aber dennoch zufrieden, beschloß er den Tag mit einem Abendspaziergang saft ausklingen zu lassen.

Natas_du_Vall
26-01-10, 13:09
Die vergangenen Tagen verliefen relativ ereignislos. Natas' Bedienstete hatten alle schon ihre Quartiere im angenzenden Gesindehaus bezogen und hatten sofort mit den Aufräumarbiten begonnen. Bertha, die Haushälterin, herrschte mit Bestimmtheit und Strenge über ihre neue Domäne. Sie machte ihre Arbeit so gut, dass selbst Natas es niemals in den Sinn gekommen wäre ihr zu widersprechen. Die 2 Dienstmädchen arbeiteten fleißig nach Berthas Anweisungen und waren nur noch damit beschäftigt im ganzen Haus staubzuwedeln, Fenster zu putzen oder den Boden zu schrubben. Marco, der Gärtner, und Johann, der persönliche Diener des Hausherren, halfen munter mit. So verging das Wochenden in windeseile, doch die Mühen hatten sich gelohnt. Das Haus strahlte in noch nie dagewesenem Glanz. Die Kamine wurden wieder befeuert, Vorhänge waren angebracht worden und der Boden glänzte wie noch nie.
So kam es, dass Natas beschloss, den Rest des Abens in seiner Bibliothek zu verbringen und in den alte Werken seines Onkels zu stöbern. Die Tür zum Raum war so gut in den Rahmen eingebracht worden und von innen gepolstert, dass keinerlei Geräusch von aussen einzudringen vermochte. Das Einzige, das man vernehmen konnte, war das regelmäßige Ticken einer alten aufziehbaren Wanduhr, die an der Nordwand stand. Entspannt blätterte Natas du Vall in einer alten Ledergebundenen Originalasgabe von Nikolaus Kopernikus' "De Revolutionibus Orbium Coelestium".
Die Bücherregale waren in verschiedene Sektionen unterteilt. Dies hier war anscheinend die Naturwissenschaftliche Abteilung. Beim Betrachten der Bücherrücken entdeckte Natas viele weitere Bücher, die alle auf dem Index Romanum, dem Index der Katholischen Kirche für verbotene Schriften, standen. Blaise Pascal, Galileo Galilei, Kopernikus, Décartes, Machiavelli, Hobbes; die Liste setzte sich weiter. Viele von diesen Verbotenen Werke waren gebundene Erstausgaben, die wenigen, die es nicht waren, wurden in speziellen, selbst erstellten Umschlägen aufbewahrt. Kaum hatte Natas das Buch von Kopernikus wieder an seinen Platz zurückgestellt, als plötzlich die Türe aufgerissen wurde. Johan, der völlig außer Atem war, stand in der Tür und keuchte: "Herr, ihr müsst an den Hafen kommen, da ist ein Schiff... ein großes Schiff, das wartet auf euch." Verwundert blickte Natas ihn an. "Was stammelst du da? Ich habe kein Schiff bestellt!" "Ich bin mir ganz sicher. So kommt doch." Leicht verägert kam Natas seiner Bitte nach, aber nicht ohne ihm vorher eine ordentliche Tracht Prügel angedroht zu haben, sollte er ihn umsonst in die Kälte getrieben haben.

Prunklord
06-02-10, 08:38
Prunklord kommt an den etwas verfallenen Anwesen des Marquis an und wirft den Brief ein.
Dann klopft er kurz an und geht dann weiter zum Haus von Frau Calypso.

Geehrter Marquis du Vall,

Wie sie mir erzählten, waren sie ein Staathalter in der Karibik. Nun, ich brauche eure Hilfe. Der Erzbischof von Paris, Louis-Antoine Kardinal de Noailles, bat mich für ihn 200 kg eines Gewürzes Namens Zimt aufzutreiben. Allerdings habe ich noch nie von solch einem Gewürz gehört.
Wenn sie mir helfen können und ich hoffe dem ist so, dann würde ich gerne eine Unterredung mit euch führen.

In der Hoffnung das es euch Wohlergeht,
Prunklord
Gesandter Annoports

calypso1960
07-02-10, 03:53
Sie geht den Weg zum Eingang hoch. Noch liegt hier eine dünne Schneedecke über den Pflanzen, aber hoffentlich hat der Winter bald ein Ende, denkt sie und wirft die Nachricht in den Postkasten.


Werter Herr du Vall,

unser Gesandter Herr Prunklord ist auf der Suche nach Zimt. Er benötigt davon 200 KG. Nun zu meiner Frage:

Meinen Sie, es wäre möglich, dieses köstliche Gewürz in der nahen Zukunft von Ihnen zu erwerben? Das würde unseren Handel erheblich vorwärts bringen.

Bitte setzten Sie sich doch, sobald es Ihre Zeit erlaubt, mit Herrn Prunklord oder mit mit in Verbindung.

Herzliche Grüße
Calypso


Die Hündin läuft vor und sie schließt sich ihr an, verlässt das Grundstück wieder und geht weiter in Richtung See.

Natas_du_Vall
18-02-10, 03:23
Inzwischen ist schon eie geraume Zeit vergangen seit Natas du Vall in Annoport angekommen ist. Obwohl er sich anfangs nicht an den Gedanken gewöhnen konnte hier leben zu müssen, so schwanden doch seine Zweifel im Laufe der Zeit zusehends. Die vergangene Woche musste er leider krank im Bett liegen, doch mit Hilfe seines Dieners Johann und den ausgezeichneten Fähigkeiten der hiesigen Medica gelang es ihm die Krankheit unbeschadet zu überstehen.

Am frühen Morgen klopfte Johann vorsichtig an seine Schlafzimmertür und wartete geduldig auf die Erlaubnis eintreten zu dürfen. "Herein", kam es aus dem Zimmer. Sachte drückte Johann die zwei schwer quietschende Flügeltüren, die das beachtliche Schlafzimmer seines Herren elegant abschlossen, auf und trat schließlich hinein. Erstaunt darüber, dass sein Herr bereits wach auf der Bettkante saß, begrüßte er ihn höflich: "Guten Morgen, Herr" "Einen wunderschönen guten Morgen wünsche ich dir auch, Johann", entgegnete Natas und fuhr in einem Satz dann fort: "Du musst unbedingt etwas gegen das Quietschen der Türen hier im Haus unternehmen. Gehe am besten auf den Markt und sieh zu ob du etwas Walfett und Lampenöl ergattern kannst." "Jawohl, das werde ich heute als Erstes erledigen", nickte er, "und darf ich noch sagen, dass es mich sehr freut zu sehen, dass es euch anscheinend besser zu gehen scheint", fügte er noch hinzu. "Ja, du darfst", grinste ihn Natas an, "ich habe großen Hunger, bitte gehe in die Küche und sag Bertha sie möge mir doch etwas leckeres zubereiten" Nach einer höflichen Verbeugung verließ Johann das Zimmer und gegab sich schließlich in die Küche.

Als Natas wieder alleine war, stemmte er sich hoch, ging zu seinem Spiegel und betrachtete sich lange und kritisch. Nachdem er sich sattgesehen hatte stand sein entschluss fest: Er musste sich unbedingt ein Bad nehmen und sich mal wieder rasieren. Auch wenn er fand, dass ihm der verwilderte Bart stand, so konnte er seine, wie seine Mutter stets zu sagen pflegte, gute Erziehung nicht vergessen. 'Nur Minenarbeiter und Bettler tragen zotteliges Barthaar', hallte die mahnende Stimme seiner Mutter in seinem Kopf.
Plötzlich vernahm er ein Räuspern hinter sich und als er sich umdrehte, stand Johann in der Türe. "Bertha lässt ausrichten, dass sie sich freut wieder für euch kochen zu dürfen. Sie war so entzückt, dass sie eine der Mägde zum Markt schickte, um frischen Schinken und Konfitüre einzukaufen. Auch habe ich der zweiten Magd gesagt sie solle schonmal die Wanne mit warmen Wasser füllen, damit ihr euch erfrischen könnt", sagte er und fuhr fort, "kann ich sonst noch etwas für euch tun", fragte er und holte frische Rasierutesilien, die er sorgsam hinter seinem Rücken versteckt hatte, hervor. Grinsend antwortete Natas: "Aber sei bitte vorsichtig, ich muss heute perfekt aussehen. Ich möchte noch jemandem einen Besuch abstatten." Nickend machte sich Johann daran, seinen Herren wieder gesellschaftsfähig zu machen während die zweite Magd den leeren Wasserbottich in das Nebenzimmer hievte und ihn dann schließlich mit angenehm warmen Wasser füllte. "Ich denke ich werde diesesmal die Moustache behalten", sagte Natas ehe Johann mit seiner Arbeit begann. Nachdem der Diener seine Arbeit erledigt und Natas das Bad genommen hatte, ließ er sich von Johann ankleiden und betrachtete sich anschließend wieder in den mannshohen Spiegel. "Ausgezeichnet!", entgegenete Natas zufrieden. "Ich finde der Schnurrbart steht mir", fuhr er begeistert fort, "dann lass uns mal frühstücken."
Das Frühstück schmeckte ihm so gut, dass er fast alle Speisen, die ihm Bertha aufgetischt hatte, aß. Sie kam zwischendurch immer wieder ins Schwitzen, hatte sie doch die Befürchtung sie hätte zu wenig vorbereitet, doch am Ende hatte ihr Instinkt sie nicht im Stich gelassen. Sehr zufrieden mit dem Mahl, bedankte sich Natas, eine Eigenschaft, die seiner Dienerschaft stets positiv aufgefallen war, und begab sich in den Wintergarten, wo er auf Carlos, seinen andalusischen Gärtner, traf. "Buenos días, Carlos", begrüßte ihn Natas. Carlos, der damit beschäftigt war die üppig wachsenden und gedeihenden Pflanzen zu versorgen, fuhr erschrocken um und antwortete dann etwas schüchtern indem er sich rasch seinen Strohhut vom Kopf nahm und diesen in seinen Händen hielt: "B-Buenos días, Señor" "Heute ist doch ein schöner Tag, findest du nicht auch?" Unsicher blickte er aus den hohen, verglasten Fenstern auf den trüben Regen, der draußen herrschte, hinaus und antwortete unsicher: "Sí, Señor. Ein schöner Tag". Stumm betrachtete der Hausherr die vielen prächtigen Pflanzen und Blumen, die der geschickte Gärtner zum erblühen gebracht hatte. "Ich möchte heute jemanden besonderen besuchen und brauche entsprechende Blumen, die ich mitnehmen kann. Ich dachte da an diese hier", sagte er und deutete auf ein paar schöne Rosen. "Oh, no, no, no", erwiderte Carlos, diesmal schon entschlussfreudiger, "no, keine Rosen, Señor, ich emfehle ihnen lieber diese schönen Tulpen, sie sind gerade der leste Srei in Andalucía", sprach er in seinem spanischen Akzent. "Tulpen, sagst du? Nun gut, so soll es sein! Bitte schneide mir die schönsten ab, die du hast und binde sie zu einem Strauß. Efrig nickend machte sich Carlos an die Arbeit und innerhalb weniger Augeblicke zauberte er aus ein paar bunten Tulpen einen der schönsten Sträuße hervor, die Natas je gesehen hatte. "Ausgezeichnete Arbeit, Carlos! Ich bin sehr zufrieden." Damit nahm er den Strauß an sich, ging ins Wohnzimmer, wo ihn Johann bereits mit einer kleinen Schachtel Marzipanpralinen erwartete. "Für euren Besuch", grinste er ihn an, "ich wünsche euch viel Vergnügen!"
Fröhlich pfeifend nahm Natas einen Sonnenschirm, dessen Aufgabe es heute wohl sein würde ihn weniger vor der Sonne, als mehr vor dem Regen zu schützen, und begab sich auf die geschäftige Hauptstraße Annoports.