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Ertwander
27-01-07, 06:07
Ich war gestern drin und angenehm überrascht: Eastwood zieht das ganz anders auf als Spielberg.

Das Hauptthema,von dem der Film nicht eine Sekunde abweicht,kommt sehr gut rüber.Nämlich,daß Helden künstlich erzeugt werden wenn man sie braucht,und es eigentlich keinen Menschen interessiert was tatsächlich vorgefallen ist.
Im Fokus des Films steht die krampfhafte Glorifizierung der Flaggenhissung auf Mt.Suribachi von entscheidenten Regierungsstellen, um die Männer,die die Flagge aufstellten, auf einen gnadenlosen Propagandafeldzug für Kriegsanleihen zu schicken.Es wird sehr betont wie bitter nötig die USA zu dieser Stunde Helden hatte.

Im Kontrast hierzu sehen wir wie das berühmte Bild wirklich zustande kam (meines Erachtens nach die 2.beste Szene im Film): Daß es sich nämlich nur um eine Auswechslung einer anderen Fahne handelte,die dort schon 1/2 Tag stand.Und der Schnappschuß, der nach der ersten - richtigen - Flaggenhissung entstand, interessierte keinen Mensch.
Was dann auch bei der Propaganda zu heftiger Verwirrung führte (3.beste Szene):"Was, 2 Fahnen? Welche ist denn jetzt die Richtige?"..."Was soll das heißen, Soldat A ist gar nicht auf dem Bild?""Sir, der war bei der 1.Fahne dabei, das hier ist Soldat B!"..."Seid ihr wahnsinnig,wir haben doch schon die Mütter verständigt!" Wie der eine Soldat (der Indianer) ganz richtig das aussprach, was keiner höen wollte:"Das Ganze ist eine FARCE!"
Und wie dann trotzdem alle Realitäten beiseite gewischt wurden um einen Mythos zu erschaffen,den man so dringend brauchte.

Der Film hat seine Längen,vor allem gegen Ende hin.Noch dazu springt er wild zwischen den Zeiten hin-und her.In der Gegenwart versucht der Sohn eines der Hauptprotagonisten die Ereignisse aufzuarbeiten.Dazu befragt er Veteranen, was am Anfang des Films etwas irritierend ist (jedenfalls für mich http://www.ubisoft.de/smileys/bag.gif ).In der Vergangenheit die Kämpfe auf Iwo Jima, dann die "Heimatfront", und dann wird immer wieder auf Iwo Jima zurückgeblendet.Und dazwischen wieder Gegenwart.Etwas anstrengend auf Zeit.

Fazit: Allgemeine Empfehlung.Auch Jene,die sich an "Private Ryan" noch mit Schrecken erinnern, können sich den Film antun,da manche Szenen echt gut sind, und insgesamt ein anderer Eindruck entsteht.Ich bin schon auf "Letters from Iwo Jima" gespannt.

Ertwander
27-01-07, 06:07
Ich war gestern drin und angenehm überrascht: Eastwood zieht das ganz anders auf als Spielberg.

Das Hauptthema,von dem der Film nicht eine Sekunde abweicht,kommt sehr gut rüber.Nämlich,daß Helden künstlich erzeugt werden wenn man sie braucht,und es eigentlich keinen Menschen interessiert was tatsächlich vorgefallen ist.
Im Fokus des Films steht die krampfhafte Glorifizierung der Flaggenhissung auf Mt.Suribachi von entscheidenten Regierungsstellen, um die Männer,die die Flagge aufstellten, auf einen gnadenlosen Propagandafeldzug für Kriegsanleihen zu schicken.Es wird sehr betont wie bitter nötig die USA zu dieser Stunde Helden hatte.

Im Kontrast hierzu sehen wir wie das berühmte Bild wirklich zustande kam (meines Erachtens nach die 2.beste Szene im Film): Daß es sich nämlich nur um eine Auswechslung einer anderen Fahne handelte,die dort schon 1/2 Tag stand.Und der Schnappschuß, der nach der ersten - richtigen - Flaggenhissung entstand, interessierte keinen Mensch.
Was dann auch bei der Propaganda zu heftiger Verwirrung führte (3.beste Szene):"Was, 2 Fahnen? Welche ist denn jetzt die Richtige?"..."Was soll das heißen, Soldat A ist gar nicht auf dem Bild?""Sir, der war bei der 1.Fahne dabei, das hier ist Soldat B!"..."Seid ihr wahnsinnig,wir haben doch schon die Mütter verständigt!" Wie der eine Soldat (der Indianer) ganz richtig das aussprach, was keiner höen wollte:"Das Ganze ist eine FARCE!"
Und wie dann trotzdem alle Realitäten beiseite gewischt wurden um einen Mythos zu erschaffen,den man so dringend brauchte.

Der Film hat seine Längen,vor allem gegen Ende hin.Noch dazu springt er wild zwischen den Zeiten hin-und her.In der Gegenwart versucht der Sohn eines der Hauptprotagonisten die Ereignisse aufzuarbeiten.Dazu befragt er Veteranen, was am Anfang des Films etwas irritierend ist (jedenfalls für mich http://www.ubisoft.de/smileys/bag.gif ).In der Vergangenheit die Kämpfe auf Iwo Jima, dann die "Heimatfront", und dann wird immer wieder auf Iwo Jima zurückgeblendet.Und dazwischen wieder Gegenwart.Etwas anstrengend auf Zeit.

Fazit: Allgemeine Empfehlung.Auch Jene,die sich an "Private Ryan" noch mit Schrecken erinnern, können sich den Film antun,da manche Szenen echt gut sind, und insgesamt ein anderer Eindruck entsteht.Ich bin schon auf "Letters from Iwo Jima" gespannt.

der_Laszlo
28-01-07, 05:14
Ich würde den Film auch ganz gerne mal, kann es jedoch nicht weil kein Kino bei uns den hat!!!

Die Landungszene die 30Min dauert, hat ja Steven Spielberg gemacht.

der.Launebaer
28-01-07, 05:43
Na dann is ja gut! Spielberg hat's halt eben doch nur auf der visuellen und abenteuerlichen Schiene drauf! http://forums.ubi.com/images/smilies/16x16_smiley-wink.gif

Dem Trailer nach lässt sich aber Ertwanders Review nicht ganz nachvollziehen - so sieht das doch alles wieder sehr nach Kitsch aus!

Und von den Kommentaren der Amis bei Youtube kommt mir das kalte Kotzen! "Japanese soldiers are mean bastards! They all deserved to die!" Wahnsinn! http://forums.ubi.com/images/smilies/51.gif

der_Laszlo
28-01-07, 06:23
Hier ist die Landeszene:

http://www.youtube.com/watch?v=LBvNax9bg5g&watch_response

KIMURA
28-01-07, 07:45
Ich glaube die Soldaten-Kommentare von anno dazumal sind nachvollziehbar. Keiner von uns kennt die Schrecken des Krieges und welchen Schaden man dadurch nimmt, an Leib und vorallem der Seele. Wie lässt sich sonst erklären, dass gestandene Männer nach über 60 Jahren immer noch weinen, sobald sie das Erlebte schildern? Ich glaube eine Verurteilung von uns an denen ist unangebracht, weil wie uns nicht im Entferntesten vorstellen können was sie durchlebten.

der.Launebaer
28-01-07, 07:48
Was meinst Du?

Ich glaube kaum, dass Veteranen vorm PC sitzen und den Filmtrailer bei youtube kommentieren! http://forums.ubi.com/images/smilies/16x16_smiley-surprised.gif

Ertwander
28-01-07, 11:08
Den Trailer hab ich mit Absicht vermieden, um so richtig unvorbereitet zu sein.Es gibt Szenen,wo ich mir gesagt habe:Na, da sind sie aber gut weggekommen.Zum Beispiel die Schießerei auf dem Gipfel wo nicht EIN Amerikaner fällt.Oder in der Schlucht,wo sie von einem MG festgenagelt werden (andererseits stirbt da einer der Hauptprotagonisten).Oder der Flammenwerfer im Nahkampf gegen einen Bunker.
Gut,es gibt Glück.Und es gibt Szenen in dem Film wo etliche kein Glück haben.Insgesamt gesehen ist der Eindruck kein unrealistischer.Die Kämpfe sind aus der Sicht der einfachen Soldaten,die miteinander kämpften,litten und starben.Ein solcher Blickwinkel muß logischerweise subjektiv dargestellt werden.

Ein wirklich gerechtes Review kann eigentlich auch erst nach dem 2.Teil mit den Japanern geschrieben werden.Wenn man sieht,ob mit zweierlei Maß gemessen wird oder nicht.

Mein -ziemlich USA-kritischer Kumpel- äußerte nach dem Film ein "gar nicht schlecht".

DerKongoOtto
28-01-07, 11:59
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><div class="ip-ubbcode-quote-title">quote:</div><div class="ip-ubbcode-quote-content">Originally posted by KIMURA:
Ich glaube die Soldaten-Kommentare von anno dazumal sind nachvollziehbar. Keiner von uns kennt die Schrecken des Krieges und welchen Schaden man dadurch nimmt, an Leib und vorallem der Seele. Wie lässt sich sonst erklären, dass gestandene Männer nach über 60 Jahren immer noch weinen, sobald sie das Erlebte schildern? Ich glaube eine Verurteilung von uns an denen ist unangebracht, weil wie uns nicht im Entferntesten vorstellen können was sie durchlebten. </div></BLOCKQUOTE>

Keine Soldatenkommentare, sondern die von Youtube Usern waren gemeint.
Aber was will man von Amerikanern auch anderes erwarten.
Erst lassen Sie England und Frankreich allein und dann bloß weil die Japaner ein paar alte Schlachtschiffe versenken,machen Sie einen auf Retter der Welt.

Tetrapack
28-01-07, 12:20
Es gab gar keinen Kampf auf dem Gipfel des Mount Suribachi... naja, Hollywood und historische Genauigkeiten passen halt ned so zusammen http://forums.ubi.com/images/smilies/16x16_smiley-wink.gif

Jaja.. ich weiss für den Film ist es nicht relevant ob es das gab http://forums.ubi.com/infopop/emoticons/icon_biggrin.gif

KIMURA
28-01-07, 13:07
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><div class="ip-ubbcode-quote-title">quote:</div><div class="ip-ubbcode-quote-content">Originally posted by Kongo Otto:
<BLOCKQUOTE class="ip-ubbcode-quote"><div class="ip-ubbcode-quote-title">quote:</div><div class="ip-ubbcode-quote-content">Originally posted by KIMURA:
Ich glaube die Soldaten-Kommentare von anno dazumal sind nachvollziehbar. Keiner von uns kennt die Schrecken des Krieges und welchen Schaden man dadurch nimmt, an Leib und vorallem der Seele. Wie lässt sich sonst erklären, dass gestandene Männer nach über 60 Jahren immer noch weinen, sobald sie das Erlebte schildern? Ich glaube eine Verurteilung von uns an denen ist unangebracht, weil wie uns nicht im Entferntesten vorstellen können was sie durchlebten. </div></BLOCKQUOTE>

Keine Soldatenkommentare, sondern die von Youtube Usern waren gemeint.
Aber was will man von Amerikanern auch anderes erwarten.
Erst lassen Sie England und Frankreich allein und dann bloß weil die Japaner ein paar alte Schlachtschiffe versenken,machen Sie einen auf Retter der Welt. </div></BLOCKQUOTE>

ahh, o.k., die hab ich nicht gesehen.

10tacle
29-01-07, 03:21
Die Kernaussage war o.k. - Heldentum als Marketingmaßnahme, sprich: um den Bürgern Kriegsanleihen schmackhaft zu machen.

BTW: Die Darstellung, dass die USA kurz vor dem Bankrott standen, fand ich dann doch etwas sehr überzogen.

Die Schlachtenbilder kannte man in ähnlicher Form schon aus Private Ryan, die persönlichen Schicksale bzw. der Werdegang der Protagonischen wurde für meinen Geschmack zu schwülstig rübergebracht - Eben Hollywood-gerecht, damit wenigstens die Produktionskosten wieder reinkommen. Von Letters of Iwo-Jima verspreche ich mir mehr, da der in den USA deutlich weniger Publikum finden wird, und man sich darum nicht am Massengeschmack orientieren muss.