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Thema: Fokushima... | Forums

  1. #1
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    Man hat schon seit längerem in den Medien nicht mehr so richtig viel aus dem unglücks AKW Fokushima gehört.

    Das habe ich zuletzt gelesen:

    http://www.spiegel.de/thema/fukushima/

    Die armen Leute sind da ganz schön "am Arsch", wenn ich das mal so sagen darf.
    Letztens gabs noch ein Beitrag im Weltspiegel (ARD) mit versteckter Kamera. Die Arbeiter sind da unter schlechtesten Bedingungen im Einsatz gegen das Unabwendbare.

    Zu Ihren Familien kommen die eh nicht mehr, müssen in einer werkseigenen Sporthalle schlafen...

    ... und wahrscheinlich wie schon ein Arbeiter, arbeiten bis sie tot umfallen...

    Sind diese "Schutzanzüge" überhaupt sicher genug ?
    Vielleicht in der 20 km Zone aber im AKW selber soll die Strahlung so hoch sein, daß die Anzüge nicht reichen...

    Wie verrichtet man überhaupt seine Notdurft ? Gibts da Toiletten, die nicht verstrahlt sind, auf denen man sich mal kurz ausziehen kann ?

    Und was essen die da überhaupt ?
    Wie stehts um die Nahrungsmittel ?

    Ich hab die ganze Zeit seit der ersten Explosion den Verlauf des Supergaus zusätzlich zu Zeitung und Radio/TV über die NTV-App auf meinem Handy verfolgt.

    Eins verstehe ich nicht:

    Die haben immer versucht uns weiß zu machen, daß nur kleine Strahlungslecks da sind und das alles halb so wild wäre. Jetzt natürlich nicht mehr, aber wenn erstmal Strahlung austritt ist das nicht egal, wie klein das Leck ist ???

    Wie schnell kamen die Meldungen über radioaktives Jod im Wasser, in den pflanzen und im Boden ??

    Auch die Aussagen, daß bestimmte Teile des AKWs nicht zugänglich sind wegen zu hoher Strahlung...

    Ist die Strahluung nicht allgegenwärtig in diser 20 km Zone und logischer weise im AKW komplex am stärksten ???

    Ich versteh auch nicht, wie Kamera teams da noch hinfahren. Ich würd für kein Geld der Welt da reingehn, geschweige auch nur in der Nähe der 20 km zone gehen...

    Oder kann man doch sagen: Die Strahlung ist in dem Reaktorgebäude zu hoch, draussen kann ich aber rumrennen ???

    Auch der Katastrophen-Tourismus in Tchernobil. Das muss man sich mal reintun:

    Ihr könnt für ca. umgerechnet 300 € mit dem Bus dahinfahren und vor dem Kraftwerk etwas herumschlendern, dann fährt der Fahrer mit euch durch Pripyat und man kann die Ruinen bestaunen...
    Hallo ???? Strahlung ???!!! riesige Halbwertzeiten !!!
    Tschernobil ist erst 25 Jahre her und da fahren Welche zum gucken hin ?? Geht´s noch ??

    ich mein muss jeder selber wissen, wie er mit seiner Gesundheit umgeht, aber mich würden da keine zehn Pferde für kein Geld der Welt hinkriegen, Weder Japan, noch Russland.

    Ich denke der Ausstieg aus der Atomindustrie hätte schon mit Tschernobil erfogen müssen - weltweit - aber das wurde - wie so vieles Anderes - unter den Teppich gekehrt und nach ein paar interessiert das eh keinen mehr. Solange bei uns nichts passiert ist doch auch nichts los...

    Wir machen nach Fokushima mal ein Moratorium und ein paar Stresstests... Vielleicht wie in jener Nacht in Tschernobil, das war doch auch ein "Stress-Test" und wenn die Ergebnisse kommen strahlen wir alle... auf die eine oder andere Weise..

    Kernenergie: auf Was haben sich die Menschen dabei eingelassen ?

    Tschernobil zeigt es heute und Fokushima wird es noch zeigen.

    Und dennoch. Es gibt immer Leute die sagen: Wir brauchen mehr davon, obwohl wir alle wissen, daß es grade heute auch anders gehen kann....

    Mein tieftes Beileid und Mitgefühl gilt ALLEN betroffenen der AKW Katastrophen sowohl damals als auch jetzt grade.

    mit nachdenklichen Grüßen
    MG Mike
    -----------------------------
    ...und die See ging hoch und der Wind weht...
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  2. #2
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    Hallo Mike,

    die Nachrichten aus Fukushima lassen deutlich nach, weil man halt ein paar neue Säue durchs Dorf jagt.
    Osama bin Laden, Strauss-Khan, Syrien oder Gaddafi, gewürzt mit Schwarzenegger und Obama...

    Das ist auch so gewünscht, um die ganze Sache zugunsten der Atomlobby wieder etwas abzuschwächen.

    Wir können davon ausgehen, dass die Informationen aus Japan extrem manipuliert waren und sind. In Fukushima haben die Kernschmelzen längst stattgefunden und das Zeug ist möglicherweise auch schon durch die Bodenplatten aus Beton in das Erdreich und Grundwasser eingedrungen.
    Fukushima hat keine Core-Catcher (widerstandsfähige Auffangbehälter für geschmolzenes Kernmaterial), wie auch die anderen Kernkraftwerke der Welt keine haben. Es gibt nur zwei Ausnahmen: die einzigen Kernkraftwerke mit Core-Catcher stehen in China.

    Die Menschen in den havarierten Anlagen werden schon nach Kräften geschützt, aber 'nach Kräften' ist halt relativ. Wir können davon ausgehen, dass diese Leute nicht mehr lange Leben. Die Helfer in Tschernobyl wurden auch nach Kräften geschützt und haben zum Beispiel Bleischürzen getragen. Das Ergebnis ist hinlänglich bekannt.

    Wir werden immer mit der angeblichen Sicherheit der Kraftwerke eingelullert und weil keiner in die Zukunft schauen kann, betreiben wir die Kraftwerke nach dem Prinzip 'Hoffnung'. Es wird schon nichts passieren.
    Wir spielen also mit unserer Gesundheit und der Gesundheit nachfolgender Generationen.

    Wir können aber sehr wohl in die Vergangenheit blicken und beurteilen, wie oft bisher diese völlig unwahrscheinlichen Szenarien eingetreten sind, vor denen uns die Atomlobby erzählen will, sie kämen nur alle 10 000 Jahre vor.
    Und da zeigt sich, dass es in den vergangenen 60 Jahren der friedlichen Nutzung der Kernenergie zu mindestens 12 Kernschmelzen gekommen ist. Durch menschliches und technisches Versagen. Und das sind nur die, die bekannt geworden sind.

    Anfangs waren die schweren Unfälle häufiger, aber wir können auch heute auf keinen Fall von einer sicheren Technik sprechen. Der Mensch kann das nukleare Feuer nicht sicher beherrschen und ein gravierender Fehler wirkt sich immer verheerend aus. Wenn ein Windrad umfällt, dann ist das auch gefährlich, aber eben nicht so katastrophal wie bei einem Unglück in einem Atomkraftwerk. Und die Spätfolgen sind deutlich anders.

    Es ist völlig verantwortungslos von sicherer Atomenergie zu sprechen. Und billig ist sie auch nicht. Sie ist nur billig und höchst wirtschaftlich für die Betreiber, aber die Bevölkerung bleibt auf den ganzen restlichen Kosten und den Gefahren sitzen. In Japan dürfen jetzt die Steuerzahler den Betreibern unter die Arme greifen, weil die Pleite sind.
    Die Gewinne aus der japanischen Kernenergie sind auch längst privatisiert.

    Wir müssen endlich einen Schlussstrich ziehen, wir haben uns in die Irre führen lassen. Interessant ist auch, dass ab Samstag nur noch vier der 17 Kernkraftwerke in Deutschland am Netz hängen werden. Hat es nicht immer geheißen, wenn wir zwei, drei abschalten dann gehen überall die Lichter aus? Wir werden immer weiter in die Irre geführt, weil sich mit der Technik einfach wunderbar Unsummen an Geld verdienen lassen. Und das ist es was zählt in unserer Gesellschaft: Geld für einige Wenige.

    Und es ist kein Ende in Sicht. Alles bleibt vage und die 'Experten' sehen wieder auf Jahre hinaus keine Alternative.
    Der Stresstest während des Moratoriums war ein Witz. Es wurde nicht ein einziges Kraftwerk vor Ort inspiziert. Man hat die Betreiber gefragt, ob die Anlagen sicher sind.

    Also ich habe den Verdacht, da will uns jemand auf die Schippe nehmen...


    Grüße!


    So kann es nicht weiter gehen!
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  3. #3
    Avatar von danasan
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    Moin,

    also der Mittelwächter hat eigentlich schon Alles gesagt.

    Bleibt höchstens noch zu ergänzen, dass - solange wir, die Verbraucher, nicht dafür sorgen, dass es einen ernstzunehmenden Wettbewerb gegenüber den "Großen Vieren" gibt - keine signifikante Änderung eintreten wird.

    Mit anderen Worten: Nicht den Kopf in den Sand stecken, nicht nur den Kopf schütteln über die nächste Stromrechnung von Egon Hansen und Co.

    Jeder kann aktiv etwas zum Ausstieg beitragen, so z.B.: Anbieter sinnvoll wechseln, Strom sparen etc. Ist halt etwas mühsam, Mama wird's diesmal nicht richten...
    danasan
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  4. #4
    Kam, sah und tippte Avatar von Bollyman2010
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    Morjensen!

    Danasan, ich mag Deine Beiträge aber hier muß ich Dir widersprechen.

    Anbieter sinnvoll wechseln?Augenwischerei!Keiner macht ein Geschäft ohne Gewinnabsicht auf und der Preis regiert nunmal den Markt. Und es ist gerade in der Energiebranche nicht wirklich nachvollziehbar,woher das eigentliche Produkt kommt.
    Um da was zu bewirken müßten alle Energieverbraucher auf Schlag sagen: Heute ist Schluß!Das tut dann weh und nur dann erziehlt man Ergebnisse.Aber genau das wird nicht passieren,sonst funktioniert unser kleiner blauer Planet nicht mehr.Und beim Sprit sieht`s doch auch nicht anders aus!Leider!

    Gruß Bolly

    Noch eins hinterher! Sieh Dir mal die Wasserpreise in Berlin an,da kriegt man das große Reihern. Ändert sich was ? Nein!Die Leute sind nunmal bequehm (geworden)!Und das ist, für mich zumindest das größte Manko in unserer Gesellschaft....die Bequehemlichkeit!
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  5. #5
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    Also da muss ich bolly zustimmen.

    Ich habe zwar letztes Jahr auch den Anbieter gewechselt, jedoch vorrangig wegen Kostengründen.

    Und wenn ich es aus umweltgründen mache zahle ich zwar mehr wegen grünen Stromx aber ob der dann tatsächlich so grün ist,.kannste eh nicht kontrollieren... Das.ist ja dad traurige.

    Und wenn alle Atommeiler vom netz gehen und alles aus Wind und Wasserkraft kommen soll.wird dieser Umstand zum Anlass genommen die Energiepreise kräftig anzuheben....

    Das kann sich wieder.keiner.leisten, ich auch nicht, also kaufen wir dann wieder billigen Atomstrom aus.den Nachbarland... Und so geht es wieder von vorne los... Leider.....

    Gruß
    Mg Mike
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  6. #6
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    Bequemlichkeit und Ignoranz sind sicherlich zwei Faktoren, die die Situation beeinflussen und die von den Betreibern entsprechend ins Kalkül einbezogen werden.

    Die inzwischen regelmäßig erhöhten Strompreise - die durch die Amortisation der Kraftwerke doch eigentlich billiger werden müssten - werden aber doch gar nicht mit den Herstellungskosten des Stroms begründet, sondern mit der Nachfrage auf dem Markt. Hohe Nachfrage = hohe Preise.

    Natürlich wird der Transport von fossilen Energieträgern nicht billiger, aber bei Kernkraftwerken dürfte das nicht so stark ins Gewicht fallen. Das ist ja auch ein langfistiger Vorteil der regenerativen Energie: der Energieträger wird kostenlos angeliefert.

    Im Moment müssen wir also höhere Kosten durch Investitionen tragen, aber auf Sicht amortisiert sich das und die Gesamtrechnung müsste eigentlich deutlich günstiger werden. Besonders, wenn man bedenkt, dass auch in Zukunft die Transportkosten fossiler Energieträger weiter steigen werden. Die Abhängigkeit von willigen Lieferanten mal ganz außen vor.

    Das ist wie mit einer regenerativen Energieanlage im privaten Bereich: erst muss ich 20 000 Euro hinblättern um mir z.B. eine Photovoltaikanlage aufs Hausdach schrauben zu lassen, aber wenn ich damit meinen Energieverbrauch über 20 Jahre oder länger decken kann und womöglich Überschüsse ins Netz einspeise, dann rechnet sich das.

    Und leisten können wir uns das sicherlich, denn das ist ja nur eine Frage der Prioritäten. Man möge die Kosten für ein Tschernobyl oder Fukushima in NRW oder Bayern mal dagegen rechnen.

    In der Presse werden gerade wieder Horrorszenarien mit Toten in Deutschland durch mangelhafte Stromversorgung lanciert.
    Wer da wohl dahinter steckt?

    Ich vermute, wir werden demnächst mal ein paar ordentliche Stromausfälle erleben dürfen, um uns wieder pro Atomstrom zu motivieren. Und wenn der Kühlschrank und das Handy ausfallen und die Glotze für ein paar Stunden nicht anspringt, dann wird das auch funktionieren.


    Grüße!


    So kann es nicht weiter gehen!
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  7. #7
    Avatar von danasan
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    @ Mittelwächter:

    DANKE

    Da ich hier keine Werbung betreiben werde, muß ich das ein bischen vorsichtig formulieren:

    Mit ein wenig Recherche kommt man zu zertifizierten Anbietern. Das muß - wie in meinem eigenen Fall - nicht einmal teurer werden.

    Mit etwas gutem Willen kann man den eigenen Stromverbrauch erheblich einschränken ohne eingeschränkt zu sein. Mein LICHTstrom (alle Lampen an) ist geringer als 100 Watt ohne Komforteinbußen.
    danasan
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