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ubi.com    Ubi.com Foren  Springen zu Forum Kategorie  Silent Hunter  Springen zu Foren  Silent Hunter 4: Wolves of the Pacific    Weils gerade Mode ist: "Die Helden der Lancetfish" (SH4 Fanfic)
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Die Helden der USS Lancetfish

Washington D. C., 2. Januar 1944

"S....", entfuhr es Jack, als er beim Aussteigen mit seinen frischgeputzten Schuhen gleich in die ekelerregende Mischung aus Schnee, Öl und Schlamm trat, die den gerade erst ausgewalzten Parkplatz 3 des neuen Gebäudekomplexes bedeckte. Soviel zu den gerade erst an Weihnachten bekommenen Halbschuhen aus New York.
Als Lt. Commander der US Navy hatte er zwar Anspruch auf einen Dienstwagen, aber eben nicht auf einen Chauffeur und erst recht nicht auf einen Parkplatz, bei dem man nicht bis zu den Knöcheln im Schlamm versank.
Er holte seine Aktentasche vom Beifahrersitz und machte sich auf den Weg, und schaffte es bis zum Haupteingang, ohne noch einmal richtig dreckig zu werden.
Der alte Winter im neuen Jahr schien nicht so recht zu wissen, was er wollte. Nachts schneite es, tagsüber wehte ein scheidender Wind, aber der Schnee taute wieder.
Neujahr...
Ein taubes Gefühl war alles, was von der Sylvesterparty vorgestern übrig geblieben war. Er hatte viel zu viel getrunken und viel zu viel geraucht. Nun ja, Marineoffiziere waren offiziell dazu angehalten wenig zu vertragen, da die Prohibition ja bei der Marine nie aufgehoben worden war. Zwar galt Alkoholverbot nur auf Schiffen, aber ältere und religiösere Offiziere nahmen immer noch Anstoß an allzu offensichtlich verkaterten Kameraden.
Verdammter Jitterbug! Er wusste bis heute nicht wie das Mädchen hieß, mit dem er die halbe Nacht getanzt hatte, bis er sie aus Versehen bei einem zu gewagten Manöver fallengelassen hatte. Noch bevor er sich entschuldigen konnte, war sie weg gewesen. Danach hatte er sich besoffen und am nächsten Morgen gewünscht, nie geboren zu sein.
Seit Java hatte ihn keine Frau mehr wirklich interessiert, seit Nella...
"žGood Morning Sir" brüllte der Posten in seine Gedanken.
Er ignorierte den Gefreiten der US Army und ging durch das Hauptportal und nahm seine Schirmmütze ab. Aus Gewohnheit trug er immer noch den weißen Mützenschirm, auch wenn in Washington um diese Jahreszeit eigentlich marineblau Vorschrift war.
Das gesamte neue Kriegsministerium war eine "žno hats, no salutes" Zone. Aber bei so vielen hohen Offizieren hätte sich selbst Jack ja die Hand an der Mütze annähen lassen müssen um jeden zu grüßen.
Selbst in verkatertem Zustand erstaunte ihn dieses Gebäude immer wieder aufs neue. Die Einzelgebäude waren nicht hoch, selbst für Washingtoner Verhältnisse, aber die reine Ausdehnung dieses riesigen Achtecks am anderen Ufer des Potomac. Seit fast anderthalb Jahren arbeitete er jetzt hier und er hatte sich immer noch nicht an die Größe gewöhnt. Trotz der Tatsache, dass es schon Ende 42 eröffnet worden war, wirkte das Pentagon immer noch sehr unfertig. Das mochte auch daran liegen, dass direkt nach der Einweihung die gesamten Ingenieure der Bautrupps zu irgendeinem anderen Projekt abgezogen wurden und bis heute nicht wieder aufgetaucht waren. Alle Reparaturen und Nachbesserungen waren von Leuten ausgeführt worden, die eigentlich keine Ahnung von dem Gebäude hatten.
Jacks Büro war im B-Ring, 3. Stock, Zimmer 3023.
"žZimmer" war eigentlich übertrieben. Es war mehr eine Art Einbuchtung mit einem Sperrholzschreibtisch, einer kaputten Rohrpostleitung und einer Schreibmaschine in einem Großraumbüro, in dem das gesamte Board of Decorations der US Navy untergebracht war.
Denn Jack arbeitete jeden Tag von 9 bis um 5 in der Abteilung, in der sämtliche Gesuche über Ordensverleihungen geprüft und bearbeitet wurden.
Richtig hohe Orden landeten natürlich nicht hier, sondern eher das Kleinzeugs des Krieges.
Jack war für die Verleihung von Purple Hearts, den Verwundetenabzeichen, zuständig. Diese Arbeit bestand eigentlich nur aus einer oberflächlichen Prüfung, ob die Verwundung oder der Tod des betreffenden Soldaten im Zusammenhang mit Kampfhandlungen stattgefunden hatte und einem Stempel. Jacks Kollegen, die sich um etwas höhere Orden zu kümmern hatten, mussten mehr Schreibarbeit leisten, da mit jedem Bronze Star oder Commendation Medal auch eine offizielle Urkunde ausgehändigt wurde, in der beschrieben wurde, welche Heldentat der Verleihung zugrunde lag. Dieser Text hatte in einer bestimmten Weise formuliert zu sein, eben einem leicht altbackenen, heroischen Englisch, ein wenig eine Mischung aus Rudyard Kipling und eine Rede von Teddy Roosevelt, so wie es eben älteren Stabsoffizieren, die nie wirklich Krieg erlebt hatten, gefiel.
Einige von Jacks Kollegen (das Wort "žKameraden" war hier unangebracht) hatten ein Talent dafür, andere ließen talentierte Mannschaftsdienstgrade der Verwaltungslaufbahn ihre Texte schreiben. Die meisten nahmen einfach immer denselben Text, vor allem bei posthumen Orden, wo sich niemand mehr beschweren konnte. Nur der Name und die Einheit wurden geändert, und manchmal nicht einmal das.
Der Krieg war irgendwie nicht mehr wirklich da. Natürlich las Jack die Zeitung und unterhielt sich mit seinen Kollegen über den Kriegsverlauf oder sah die Wochenschau im Kino.
Der Krieg in Washington des Jahres 1944 war unglaublich weit weg. Natürlich wimmelte die Stadt von Uniformen, natürlich wurde überall gebaut und die Zeitungen sprachen von nichts anderem. Doch Krieg war für Jack etwas anderes. Krieg war Angst, Leid, Verlust von allem, was ihm einmal etwas bedeutet hatte.
Der Krieg schien auch ein anderer geworden zu sein: Es gab fast nur noch Erfolgsmeldungen. Im Pazifik eroberten die Marines ein völlig unbekanntes Atoll nach dem anderen und MacArthur eroberte Neuguinea. In Europa waren die Alliierten in Italien gelandet und die B-17 der US Army Air Force bombardierten Deutschland. Mit einer Invasion in Frankreich war dieses Jahr zu rechnen. Der Krieg würde bald ohne ihn zuende gehen. Jack war das Recht.
Auf Java war etwas in ihm zerbrochen, was er dort gesehen hatte, hatte seinen Glauben an Pflichterfüllung und Vaterlandsliebe zerstöt.
"žMorning Sir?" eine bekannte Stimme schreckte ihn auf. Vor ihm stand sein Schreibstubengefreiter, ein schwarzer Seaman 2nd Class namens Rufus Combs. Zu spät, wie immer. "žMorgen Combs, wie geht's ihnen?"
"žKann nicht klagen, Sir. Die blöden Rednecks haben wieder Ärger gemacht an der Grenze vom Distrikt, wie üblich halt. Ich glaube bei ner deutschen Panzerkolonne würden die weniger Ärger machen wie bei nem Bus voller N....."
"žLass dich nicht unterkriegen"
Das Pentagon lag auf dem Gebiet von Virginia, und im Herzland der Konföderation galt nun einmal strikte Rassentrennung. So gab es im Pentagon Toiletten für Weiße und Schwarze, im Bundesbezirk dagegen nicht. Ihren Ärger über eine riesige Kolonie relativ ungestöter Schwarzer in ihrer Mitte ließen die Cops von Virginia dann regelmäßig an den schwarzen Stewards, Schreibkräften und Reinigungsleuten aus, die jeden Tag von Washington hierher mit dem Bus fuhren.
Allerdings ob Combs wirklich ein Opfer von Möchtegern-Sklavenhaltern unter Scarlett O'Haras Nachfahren geworden war oder einfach zu spät von seiner (oder einer anderen) Frau losgekommen war, das wusste Jack eigentlich nie. Deswegen mochte er Combs auch, und weil dieser auch Ubootfahrer war. Bei der normalen Navy waren Schwarze lediglich Stewards oder Verwaltungssoldaten, bei den Ubootfahrern musste jeder alles können und so wurden Schwarze auch als Ausgucks und Maschinenpersonal eingesetzt. Combs hatte drei Jahre auf uralten Schulbooten der O- und R-Klasse an der Ostküste verbracht, gegen die selbst Jacks altes Boot S-50 sehr modern wirkte.
Combs erledigte eigentlich den Großteil der Arbeit, also er kochte den Kaffee und sortierte die Post und stempelte die Gesuche. Jack las meist, oder versuchte sonst wie, die Zeit bis zur Mittagspause totzuschlagen.
Combs ging zur Poststelle. Eigentlich hatte das Pentagon Rohrpost, aber das System hatte nie richtig funktioniert und war, ähnlich wie die Rolltreppen und alle Aufzüge außer denen für Generäle und Admirale, bis auf weiteres abgeschaltet.
Jack schlug die neueste Ausgabe von "žLife" auf und begann, so zu lesen dass er für vorbeigehende höhere Offiziere beschäftigt aussah.
Nichts deutete auf einen ungewöhnlichen Tag hin.
"žDie Post, Sir!" Respektlos wie immer lies Combs einfach einen Packen Umschläge auf Jacks Schreibtisch, seinen Aschenbecher, Life und alles andere Fallen und verfehlte seine Kaffeetasse nur knapp.
Die meisten Briefe waren Ordensempfehlungen, manche sauber von rückwärtigen Dienstellen (wohl wieder ein abgesoffener Schlepper in Seattle, dessen nur leicht angetrunkener Kommandant die Schuld an der fatalen Kollision japanischen Mini-Ubooten gab), manche auch direkt von der Front mit dreckigen Umschlägen und undefinierbaren Flecken. Zwei interne Memos über diverse Verhaltensregeln und den Speiseplan für diese Woche und ein an ihn adressierter offizieller Brief.
Von BuPers an Lt. Commander John R. Zimmerman. Jack hielt inne. BuPers war das Personalamt der US Navy. Was wollten die denn?
Er öffnete:
"žVon BuPers an Lt. Cmdr Zimmerman. Sie wurden zum Indienstellungs-Kommandanten von USS Lancetfish (SS-296) ernannt. Begeben sie umgehend nach Philadelphia, PA zur Cramp Shipbuilding Co., eintreffend nicht später als 8. Januar 1944.
Jack stieß aus Versehen den Kaffeebecher um. Alles verschwamm vor seinen Augen. Der Krieg hatte ihn wieder.




"Ei sink ei si not reit.
All män sit hier and luck in se son und no män work! Sis give it not!"
 
Beiträge: 961 | Registriert: 15.04.2003Mit Zitat antwortenBeitrag editieren oder löschen
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Hallo . sehr gut weiter so
 
Beiträge: 59 | Registriert: 17.04.2005Mit Zitat antwortenBeitrag editieren oder löschen
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sehr athmosphärisch! GEfällt mir echt gut, vorallem hast du sauviel hintergrundwissen über die Amis damals ^^
 
Beiträge: 27 | Registriert: 17.04.2007Mit Zitat antwortenBeitrag editieren oder löschen
<Bleiente-Ralf>
Geschrieben am
Liest sich nett und "süffig"... mach mal weiter.
 
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bevor's weitergeht:
Soll ich den ganzen Teil mit Werft (da gibts Ärger!), Ausbildung und Marsch ins Einsatzgebiet überspringen oder soll ich das auch ausschreiben?

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"Ei sink ei si not reit.
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Meiner Meinung nach:

Immer her damit, will wissen was im Hafen passiert ist Big Grin
 
Beiträge: 20 | Registriert: 15.11.2004Mit Zitat antwortenBeitrag editieren oder löschen
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quote:
Originally posted by theRealAntEater:
bevor's weitergeht:
Soll ich den ganzen Teil mit Werft (da gibts Ärger!), Ausbildung und Marsch ins Einsatzgebiet überspringen oder soll ich das auch ausschreiben?


Hallo,theRealAntEater

Nun ob du es schreiben sollst oder willst oder etwa nicht liegt ganz an dir.
Schöner zu Lesen ist es allerdings wenn die Story keine allzu starken Brüche hat.

cu Wings12
 
Beiträge: 59 | Registriert: 17.04.2005Mit Zitat antwortenBeitrag editieren oder löschen
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Soo, hier gehts weiter

2.

Philadelphia, PA, 7. Januar 1944
KLONK! Der Schlag fuhr Jack jedes Mal in die Glieder, wenn der Zug wieder über eine Weiche sprang. Verdammt, was nützt eigentlich Amerikas modernster Dieselzug, wenn die Weichen noch aus Mark Twains Zeiten sind?
Er saß in einem Pullmanwagen zweiter Klasse (mehr hatten die Geizkragen im Pentagon nicht ausgeben wollen) sehr eng mit vier anderen Reisenden. Alles Zivilisten und alle ziemlich dick. Der jüngere Mann gegenüber von ihm redete pausenlos über den Krieg und versuchte die ganze Zeit, einen Blick in Jacks Lektüre zu werfen. Jack war immer versucht, ihm das abgedroschen loose lips sink ships an den Kopf zu werfen, doch am besten, man redete mit solchen Heimatmaulhelden gar nicht, die jedes Mal groß rauskamen wenn ihnen ein Soldat mit Frontauszeichnungen begegnete. Jack wusste allerdings selbst nicht ganz, wofür er eigentlich den Silver Star bekommen hatte. Für gelungene Flucht aus Java? Das Purple Heart allerdings hatte er verdient, das spürte er manchmal immer noch.
Der Hauptgrund für Jacks Gereiztheit war die Tatsache, dass seine Lektüre tatsächlich geheim war:
Die hundertseitige Broschüre "žthe Fleet-Type submarine", herausgegeben von BuShips, sollte ein genereller Leitfaden für die Flottenboote sein. Auch wenn das Büchlein schon ziemlich umfangreich war, würde er wohl noch viel mehr lesen müssen. Gerade durch das was er schon wusste, war ihm klar geworden, wie sehr sich doch das neue Uboot von S-50 unterschied.
Zwar hatte es auch schon 1942 Flottenboote gegeben, doch irgendwie hatte ihn der unendliche Ratschluss von BuPers immer auf die älteren Boote geführt. Zuerst O-19, dann R-23, dann S-17, dann schließlich sein erstes Kommando, S-50 auf den Phillipinen.
Das Fleet Boat, wie die Lancetfish eines, unterschied sich von diesen Booten wie ein Ford T von einem Cadillac. Nicht nur war das Fleet Boat doppelt so groß, sein Antrieb funktionierte auch dieselelektrisch. Bei den alten Booten kuppelte man einfach die Diesel für überwasserfahrt direkt auf die Welle und fürs Batterieladen direkt an den E-Motor. Bei den neuen Booten trieben die E-Motoren auch über Wasser immer das Schiff an, die Diesel waren praktisch nur Generatoren für die beiden Elektromotoren.
Das ganze Boot war ein Luxusdampfer verglichen mit S-50. Wasserkondensatoren System Kleinschmidt, nicht nur für die Batterien, sondern auch für die Besatzung. Duschen auf Feindfahrt? Ein Kühlsystem für Lebensmittel, sogar eine Klimaanlage!
All das, was sie auf S-50 dringend hätten gebrauchen können, war in den neuen Booten vorhanden. Irgendjemand hatte hier mal die richtigen Schlüsse gezogen.
Sowieso war es schon ein Fortschritt, dass ein Leitfaden für eine Klasse von bald zweihundert Booten ausreichte. Selbst S-17 und S-50 hatten sich so voneinander unterschieden, dass er alle Bordvorgänge noch einmal neu lernen musste, als er das Kommando übernahm.
Die Reaktionen der anderen Offiziere bei der Ordensvergabe hatten von ironischen Beileidsbekundungen bis zu offenem Neid gereicht. Captain Summers, der Abteilungsleiter, wäre am liebsten selber gefahren. Combs hatte sich aufrichtig für ihn gefreut und bedauert, dass er nicht mehr Uboot fahren würde.
Nach einer Abschiedsparty (auf der die mysteriöse Tänzerin von Sylvester nicht aufgetaucht war) hatte er sich morgens verkatert in den Express von Washington nach Philadelphia gesetzt. Er wusste immer noch nicht so ganz, was er eigentlich von der Sache hielt. Nicht dass seine Meinung etwas ausgemacht hätte. Er war nicht gefragt worden, sondern hatte einen Befehl erhalten. Ob es ihm passte oder nicht, er wurde wieder Ubootkommandant. Die Nächte waren unruhig gewesen und während er nicht schlafen konnte, spielte sich vor seinem inneren Auge der Film der Erlebnisse auf S-50 ab. Die Wasserbomben, der Schweiß, die Angst....
All das noch einmal? Ja, sagte er. Denn nicht der Kampf mit den Japanern, die Wasserbomben, Granaten und all das hatten ihm jetzt zwei Jahre lang geplagt. Nein, als Skipper hatte er eine faire Chance gehabt. Was danach kam, wollte er nie wieder erleben und nicht einmal daran denken...
Auf der Party hatte er aber eine Unterhaltung geführt, die ihm allerdings zu denken gab.
Ein Marineoffizier hatte ihm in angeheitertem Zustand einiges über die Werft Cramp Shipbuilding Co. Erzählt, und das meiste, an das er sich noch erinnerte, war nicht sehr positiv gewesen. Er erinnerte sich nur, dass der Offizier sich mit den Worten "žwahrscheinlich wirst du mit Cramp mehr Ärger haben wie mit den Japsen, viel Glück!" verabschiedete.
Cramp, ein komischer Name für eine Werft, und irgendwie passend für eine, die Uboote baute (Cramp heißt Krampf auf englisch).
Die älteste Ubootswerft der Vereinigten Staaten war Electric Boat Co. in Groton, Massachusetts. Uboote wurden auch von der Marinewerft in Portsmouth und am Pazifik von der staatlichen Werft Mare Island bei San Francisco gebaut. Sogar Manitowoc in Wisconsin an den großen Seen baute Uboote, die dann per Flusskahn den ganzen langen Weg bis nach New Orleans gebracht wurden. Aber von Cramp Shipbuilding Co. hatte er noch nie gehöt.
Philadelphia rauchte aus allen Schloten, als der Zug einfuhr. Wie in jeder Stadt der USA war auch hier fast jeder Betrieb irgendwie in die Rüstungsindustrie eingespannt und arbeitete Tag und Nacht. Vom Flugzeugträger über Panzer und Flugzeuge bis hin zum berüchtigten "žSpam"-Dosenfleisch schien sich Roosevelts Rede über das "žArsenal der Demokratie" zu bestätigen. Wer sollte schon gegen eine solche industrielle Macht bestehen können?
Die Bahnhofshalle von Philadelphia schien auch bessere Tage gesehen zu haben, aber in Kriegszeiten hatte man andere Sorgen als Gebäudepflege. Im Gegensatz zu Washington war ja hier der Krieg nicht weit weg: Der Atlantik lag vor der Stadt, und das bedeutete dass das Jagdrevier der deutschen Uboote ebenfalls vor der Haustür lag. überall wiesen Plakate auf die Verdunkelung hin und über der Stadt standen Sperrballons.
Er nahm sich ein Taxi. Der Fahrer schien auf seine Anweisung "žCramp Shipbuilding Co. bitte" irgendwie komisch zu grinsen, fuhr ihn aber dann doch durch die Innenstadt bis zur Werft.
Cramp Shipbuilding war ein ausgedehntes Areal am Ufer des Delaware südlich des Stadtzentrums. Schlote rauchten, ein großes Kraftwerk mit der Leuchtschrift "žPhiladelphia, the Electric City" kündete davon, dass es einmal zu friedlicheren Zwecken Strom geliefert hatte. Die Werft war riesig, größer als Bethlehem Steel in Norfolk und viel größer als die Marinewerft Portsmouth, wo Jack Anfang 1940 S-19 wieder zusammengeflickt hatte.
Der Fahrer ließ ihn am Haupttor aussteigen. Eine Gruppe ziemlich dreckiger Hafenarbeiter, die mit ihm zusammen durch das Tor gingen, nahm kaum Notiz von ihm, sondern unterhielt sich lebhaft auf italienisch.
Erst jetzt sah Jack, dass die Größe getäuscht hatte. Von dem riesigen Werftgelände wurde kaum die Hälfte genutzt. Die großen Helligen im Osten des Geländes schienen mit großen Kriegsschiffen belegt zu sein, doch war kaum zu erkennen, dass sich dort etwas tat. Die großen Krangerüste jedenfalls blieben bewegungslos.
Er fragte sich zur Marinekommandantur durch, was jedoch schwieriger war als erwartet. Die einen Arbeiter schienen Iren zu sein, die ihn zwar verstanden, aber ihm sehr ausweichende, oft auch freche Antworten gaben. Die Italiener verstanden ihn nicht. Die Schwarzen ignorierten ihn.
Irgendwie fand er die Kommandantur dann doch und meldete sich bei Capt. Wilfred E. Thacker, USN.
Thackers Büro dürfte wohl früher das Büro von Mr. Cramp selbst gewesen sein, dem Gründer der Werft, die ihre Blütezeit, an der Einrichtung gemessen, etwa um 1890 gehabt haben dürfte. Zwischen all den gepolsterten Edelholzmöbeln saß an einem gigantischen Schreibtisch voller Schiffsmodelle ein sehr zufrieden aussehender beleibter älterer Herr mit vier Ärmelstreifen.
"žSchön dass sie so rechtzeitig eintreffen, Commander Zimmerman. Wenn sie noch keine Unterkunft in Philadelphia haben sollten, können sie ja wie ich in die Villa des Werftgründers ziehen, sie hat fast hundert Zimmer! Wir arbeiten hier sehr hart, aber mit dieser Belegschaft und dieser uralten Werft ist es nicht immer leicht."
"žWas ist denn eigentlich mit der Belegschaft? Sie schien mir auch etwas eigenartig."
"žNun ja, Cramp Shipbuilding ist eigentlich keine richtige Werft mehr, sondern eher eine Art von gigantischer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Sie wissen ja was unser feiner Herr Präsident für Wirtschaftspolitik betrieben hat vor dem Krieg.
Na ja, der Herr Cramp war ein deutscher Einwanderer, der diese Werft hier in den 1870ern aufgebaut hat. Sehr viel von Teddy Roosevelts weißer Flotte ist hier entstanden und im 1. Weltkrieg war das hier die größte Werft der Welt. Fast jeden Tag lief hier ein Zerstöer vom Stapel! Na ja, 1927 war dann halt Schluss. Die Regierung hat die Werft dann 1940 mit staatlichen Subventionen wieder aufgebaut, nur an den Maschinen und Gebäuden wurde eben über zehn Jahre nichts gemacht und die meisten Arbeiter sind ziemlich ungelernt und noch dazu haben wir Spannungen zwischen den einzelnen Gruppen. Die Iren sind alle in der Gewerkschaft und streiken regelmäßig. Die Italiener, na ja, die sind nicht in der Gewerkschaft, aber dafür hat man da andere Probleme. Und die N....., ja die mucken ja sowieso immer auf....
Aber trotzdem sind wir hier ganz gut dabei. Cramp baut gerade drei Kreuzer der Cleveland-Klasse und acht Unterseeboote, darunter ihre Lancetfish.
Wie ich sehe, haben sie ja Erfahrung mit der Wiederherstellung von Booten und Werftbetrieb, aus ihrer Zeit als Exec auf S-19. Die dürfte hier Gold wert sein. Seit dem.... Unfall von Commander Brett waren die Zügel auf der Lancetfish etwas locker".
Jack war überrascht, um es milde auszudrücken: "žUnfall?"
"žJa, ein bedauerlicher Arbeitsunfall, ihr Vorgänger wurde vor einem Monat von einem Kran erschlagen. Eine Werft, vor allem eine so alt wie Cramp, birgt eben immer das Risiko von Arbeitsunfällen. Ich sage immer, nie unter schwebende Lasten treten! Hier ist eine Besatzungsliste. Die Lancetfish liegt am Ausrüstungskai, Dock 4a. Ich denke mal es dürfte ein Offizier da sein, der sie über den Bauzustand aufklärt. Schönen Tag noch, wir sehen uns heute Abend beim Dinner, wenn sie wollen!"
Jack war gelinde gesagt erstaunt. Er war vom Pentagon zwar Faulheit gewohnt, aber immer unter militärischem Deckmantel. Thacker gab sich gar keine Mühe, sein Desinteresse an dem, was in seiner Werft vorging, zu verbergen. Er wusste noch nicht mal, wer gerade auf der Lancetfish Dienst hatte. Irgendwie kam ihm auch die Geschichte mit dem Arbeitsunfall komisch vor.
Die ganze Werft war eine merkwürdige Mischung. Die meisten Gebäude stammten noch aus dem 19. Jahrhundert. Viele waren halb verfallen, in anderen schien durchaus gearbeitet zu werden. Von der Gießerei stieg Rauch auf, ebenso wie von zahllosen Rangierlokomotiven am werfteigenen Bahnanschluss. Doch der Verkehr auf dem Werftgelände hielt sich in Grenzen und mehr als ein oder zwei LKWs sah Jack nicht auf seinem Weg.
Das Gewirr von Gleisen, Arbeitsstätten und Lagerhäusern machte nun langsam den Weg auf den Delaware frei.
Auf der einen Seite des Ausrüstungsbeckens lag ein großes Kriegsschiff. An den Aufbauten ließ sich erkennen, dass es ein leichter Kreuzer der Cleveland-Klasse werden sollte. Die Geschütztürme waren zwar schon eingebaut, aber die Rohre fehlten und die Aufbauten hatten noch nicht ihre vollständige Höhe erreicht. Wahrscheinlich war die Maschinenanlage auch noch nicht so weit. Bis auf einige Wachen schien der Kreuzer wie ausgestorben und es lag viel Material auf der Pier oder am Oberdeck herum, ohne dass gearbeitet wurde.
Auf der anderen Seite lagen in Päckchen zu drei zahllose Hochseeschlepper des Typs ATF, hässliche, gedrungene Einheitsbauten mit langem Achterdeck und großen Kränen. Die fertigen waren alle nach Indianerstämmen benannt. Hier ging es wesentlich lebhafter zu, auf fast allen Booten wurde gearbeitet. Offensichtlich waren ATFs eine Spezialität dieser Werft.
"žJack?"
Er drehte sich um. Vor ihm stand ein ziemlich großer, blonder Offizier in Blau mit den zwei Kolbenringen eines Lieutenants der US Navy.
"žJa?"
"žIch bin's, Gerry! Gerry Hammersmith! Wir waren in einem Footballteam auf der High School!"
Jetzt erkannte er ihn. Sie hatten drei Jahre zusammengespielt, Gerry als Quarterback und Jack als Running Back. Gerry war gut gewesen, sehr gut sogar und hatte sich große Hoffnungen auf eine Karriere als Colledgefootballer oder Profi gemacht.
"žGerry! Das ist ja ne überraschung! Entschuldige dass ich meinen alten Quarterback nicht erkannt habe, aber ich hatte keine Ahnung dass du hier rumläufst. Oder dass du überhaupt bei der Marine bist. Ich dachte du spielst inzwischen in der NCAA Meisterschaft oder in der NFL"
"žOk, das ist ne lange Geschichte. Ich hatte ein Stipendium bei Notre Dame und die Cleveland Rams hatten auch nachgefragt, aber dann kam Pearl Harbor und der Krieg und so und es kam mir irgendwie so blöd vor, zuhause Geld mit Sport zu verdienen. Da hab ich mich an dich erinnert und bin Reserveoffizier geworden. Na ja, das mit den Heldentaten und so hat nicht ganz geklappt, mein Krieg bestand bisher größtenteils aus Patrouillendienst auf U-Jägern und Patrouillenbooten in der Karibik und im Golf und am Panamakanal, aber nicht jeder kann ja Ubootfahrer werden. Mir haben sie gesagt, ich wäre zu groß! Im Moment rüste ich gerade mein eigenes erstes Kommando aus. Siehst du da drüben, das mittlere Boot im zweiten Päckchen? USS Mescalero, ATF-45. Klein, aber mein, sozusagen! In drei Wochen stellen wir in Dienst! Was tust du hier?"
"žIch soll USS Lancetfish in Dienst stellen, mein zweites Boot"
Gerrys Miene verfinsterte sich:
"žÄhm, toll, dann sehen wir uns ja öfter. Der Ausrüstkai für Uboote ist der nächste nach unserem. Da liegt dein Boot, nicht zu verfehlen, da es das einzige im Moment ist."
Gerry und Jack redeten noch ein paar Minuten über alte Bekannte und Klassenkameraden und verabschiedeten sich dann.
Jack folgte der Wegbeschreibung Gerrys und ging zwischen zwei Lagerschuppen quer über die Pier auf die andere Seite.
Dort lag das Boot.
Der Rumpf war lang, doppelt so lang wie ein Schlepper und fast so lang wie der Kreuzer, nur viel schmaler. Ein Boot, wie gebaut für Geschwindigkeit und lange Reichweite, ein Raubtier der Meere. Nur das Problem war, in jetzigen Zustand würde sie diese Eigenschaften kaum gebrauchen können. Das Oberdeck und die Pier waren voll mit Materialien und im Achterschiff klaffte ein riesiges Loch. Das Loch war wohl für den großen Schiffsdiesel vorgesehen, der ungeschützt auf der Pier stand. Waffen oder Sehrohre waren keine eingebaut und auch keine zu sehen. Ein einsamer Posten lehnte gegen die Basis des Kommandoturms und las ein "žHerrenmagazin". Um die sehr dreckige Stelling kümmerte er sich nicht.
Dieses Boot war laut Jacks Akten Ende 1942 vom Stapel gelaufen! Anderthalb Jahre später sah es aus, als sei dies erst drei Wochen her, mit Ausnahme des Rostes und des Bewuchses am Bootsköper! Was zum Teufel war auf dieser Werft los?
Jack beschlich das Gefühl, dass er die Katze im Sack gekauft hatte.
"žÄhm, Sir, äääh"
Der Posten hatte ihn bemerkt und versuchte so eine Art von Meldung. Jack war viel zu deprimiert, um ihn deswegen zur Sau zu machen.
"žIch bin der neue Kommandant, ist irgendwer hier verantwortlich?"
"žÄääh Lt. Rosenberg ist in der Gießerei, Sir"
"žUnd die anderen Offiziere?"
"žÄääh haben wir nicht, Sir! Chief Marsh ist ansonsten der Ranghöchste.."
"žWas für ein Chief?"
"žÄäääh das ist der Obermaschinist, Sir. Seemännisches oder Zentralepersonal ist noch keins da..."
Oje
"žDann holen sie mal diesen Chief"
Der Posten verschwand im Rumpf mit einem deutlichen Scheppern. Er war wohl im Turm ausgerutscht.
Nach etwa fünf Minuten schepperte es erneut und der Posten brachte einen klischeemäßigen Maschinisten mit, etwa Mitte dreißig, ohne erkennbare Rangabzeichen und extrem dreckig.
"žChief Petty Officer Obediah Marsh, Sir!" meldete er sich in einem erkennbaren Neuenglandakzent.
Jetzt hatte sich Jack genug im Griff um einen standesgemäßen Anpfiff loszulassen.
"žChief, was ist das hier für ein Saustall! Kein ordentlicher Posten, das Boot sieht aus wie nach nem Bombenangriff und da steht ein Diesel auf der Pier und rostet vor sich hin! Und wo sind die anderen Offiziere"
"žÄääh, das hat auch Commander Brett gesagt, als er ankam und er hat bis auf Lt. Rosenberg alle Offiziere versetzen lassen. Seitdem sind wir hier ziemlich wenige, weil Brett keinen Ersatz bekam. Der Diesel steht auf der Pier seit dem Tag wo Mr. Brett seinen, ääh, Unfall hatte..."
Warum wurde alles immer noch schlimmer?
"žGibt es irgendwelche Akten, Zustandsberichte, und sonstiges?"
"žJa Sir, in der Landunterkunft hinter der Pier. Die Kajüte ist noch nicht eingerichtet, also ist ihr Quartier da drüben."
"žGibt's irgendwelches Schreibstubenpersonal?"
"žNein, Sir, da hatten wir noch nie einen, selbst vor Mr. Brett"
"žOk, sagen sie dem Rest von ihrem Haufen, heute um drei ist Kommandantenmusterung, da auf der Pier!"
Jack begab sich zur Unterkunft.
In mehreren hastig aufgebauten Nissenhütten hauste anscheinend die Besatzung in großen Lagerräumen auf Pritschen, die Offiziere hatten Zimmer, die auch als Büro dienten. Einige Matrosen fingen verzweifelt an, Reinschiff zu machen und versuchten ihre Spielkarten verschwinden zu lassen, als sie ihn sahen, aber er kümmerte sich nicht um sie, sondern ging in sein Büro/Schlafzimmer.
Alles schien noch so zu liegen, wie sein Vorgänger es verlassen hatte.
Aus den Akten ging hervor, dass Cmdr. Brett vor einem halben Jahr den ursprünglichen Indienstellungs-Kommandanten abgelöst hatte. Brett war ein Schleifer, er kam von der Matrosengrundausbildung und hatte keinerlei Erfahrung mit Unterseebooten.
Er versetzte die Hälfte der Besatzung auf irgendwelche Idiotenposten und schüchterte die andere Hälfte so ein, dass das ohnehin schon langsame Arbeitstempo noch geringer wurde. Beispielsweise hatte er den Landgang für die Besatzung komplett gestrichen. Das Nachtleben von Philadelphia war zwar dank Verdunkelung und kriegsmäßiger Ausgangsperre nicht gerade spektakulär, aber immer noch besser, als in dieser Werft eingesperrt zu sein.
Ihm wurden einige Dinge klar. Bei Cramp war der Wurm drin, woran es nun lag, war ihm eigentlich egal: Er würde es eh nicht ändern können. Aber er konnte seine Besatzung ändern. Es war auf jeder Werft üblich, dass die Facharbeiter die Besatzung des jeweiligen Schiffs die Drecksarbeit machen ließen, nur hier mussten sie dann halt noch ein bisschen mehr machen.
Ein Nadelöhr schien die Materialbeschaffung zu sein: Fast nichts kam von offizieller Seite.
Auch wenn die Situation trostlos war, er musste es wenigstens versuchen.
Ein kalter Wind vom Atlantik pfiff über die Pier, auf der die etwa 40 Mann angetreten waren. Hauptsächlich technisches Personal, Dieselheizer und Elektriker, sowie ein paar vom Zentralepersonal. Die Mannschaftsdienstgrade waren meist frisch aus der Fachausbildung, die Unteroffiziere meistens ebenfalls, einige wenige kamen von Schulbooten. Chief Marsh und sein Pendant in der Zentrale, Chief LaRusso aus New York, waren die einzigen mit Fronterfahrung. Der einzige Offizier, Lt. (JG.) David Rosenberg, ebenfalls aus New York, war als schiffstechnischer Offizier vorgesehen. Ein schüchtern wirkender schwarzhaariger Reservist, der vom Ingenieursstudium am MIT kam.
Eine halbe Besatzung, und noch dazu eine, die über ein Jahr auf dieser Werft zubringen musste.
Marsh kommandierte
"žAttention! Besatzung stillgestanden!"
"Zur Meldung an den Kommandanten, die Augen links!"
"žMelde Werftbesatzung USS Lancetfish vollzählig angetreten!"
"žVery well, Mr. Marsh. Guten Morgen Besatzung!"
"žGuten Morgen Sir!" Donnerte es ihm entgegen. Die Jungs wollten wohl den ersten Eindruck korrigieren. Ihm fiel auch auf, dass jemand eine Persenning über den Diesel auf der Pier geworfen hatte und das Einbauloch im Rumpf ebenfalls jetzt abgedeckt war.
"žRührt euch!
Ich mache keine großen Worte, was hier schief läuft wisst ihr selbst. Ich weiß nicht, wie viele von euch hier vorhaben, in dieser lausigen Werft den ganzen Krieg zu verbringen. Ich jedenfalls nicht! Meine und eure Aufgabe ist es, USS Lancetfish für Uncle Sam in Dienst zu stellen und mit ihr japanische Schiffe zu versenken! Alles andere ist zweitrangig.
Ich weiß dass diese Werft nicht gerade hilfreich ist. Deshalb gilt ab jetzt: wenn Material nach einmaliger Anfrage nicht zu bekommen ist, holen wir es uns selbst! In einer normalen Werft würden die Restarbeiten noch etwa 3 Wochen dauern, ich denke wir können es in der Zeit schaffen!
Und übrigens, ab jetzt gilt für alle Matrosen über 21 Landgang bis zum Wecken und für alle unter 21 bis Mitternacht! Allerdings nur, solange ihr am nächsten Tag noch arbeiten könnt, habe ich mir klar ausgedrückt?
An die Arbeit, Mr. Marsh, übernehmen sie!"
"žBesatzung, nach vorne zur Arbeitseinteilung weggetreten!"




"Ei sink ei si not reit.
All män sit hier and luck in se son und no män work! Sis give it not!"
 
Beiträge: 961 | Registriert: 15.04.2003Mit Zitat antwortenBeitrag editieren oder löschen
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Hallo theRealAntEater,
Nun ich habe gerade den 2. Teil gelesen.
Wirklich tool.

Weiter so.... und bitte nicht Aufgrund der Ohrfeige durch Ubisoft einstellen bow
Ein paar Bilder zur rechten Zeit wären nett.
cu Wings12

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kann mich Wings nur anschließen.

Schnell weiter
 
Beiträge: 96 | Registriert: 19.09.2006Mit Zitat antwortenBeitrag editieren oder löschen
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Muss echt sagen:Respekt!!

Bring dass als Buch raus und ich kauf das sofort Big Grin
 
Beiträge: 20 | Registriert: 15.11.2004Mit Zitat antwortenBeitrag editieren oder löschen
Bild von Minimax64
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Und nicht nur, weil es gerade Mode ist, sondern weil es sich auch so gehöt und weil es das wert ist und weil keiner der Moderatoren den Thread übernimmen will, nehm ich diesen bilderlosen aber klasse - AAR in den AAR - Sammelthread auf.


* Bin ja nur 'n doofer Segler! *
 
Beiträge: 1032 | Registriert: 04.09.2005Mit Zitat antwortenBeitrag editieren oder löschen
Bild von cook1960
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Mehr davon, viiieeeel mehr. bow
 
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Bild von peterseibert
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Hi,

bitte mehr, mehr, mehr, mehr, mehr.

Ist einfach nur Klasse.

Bitte weiter!!!

Gruß
Peter


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Wenn Du unbedingt dem Tod in's Auge sehen willst, heirate doch einfach.
 
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Bild von Sowjetschreck
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so, den thread mal wieder nach oben bringen Wink2

erstklassig! könnte locker ein aus dem englischen übersetzter bestseller ala tom clancy sein bow

meine verbesserungsvorschläge stehen ja im sh4 - thread des hangars Mean Happy


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Endlich-Thread missing in action!
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Bild von theRealAntEater
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3. Philadelphia, PA, 24. Januar 1944

"Hier probier' mal das! Single malt Scotch von irgendeiner unaussprechlichen Destillerie auf einer der Hebriden. Hab ich von nem halb abgesoffenen Engländer, den wir im Golf ausgeplündert haben, nachdem er torpediert war. Die Besatzung war schon lange weg, aber der Kahn hatte mehr Mumm als seine Tommies und wir haben ihn nach Galveston eingebracht. So einen Whisky gibt's heutzutage nicht mehr, und wer weiß ob es ihn nach dem Krieg wieder gibt! Selbst in England gibt's nur noch Gin!"

Nach unzähligen Flaschen Bier war das wirklich mal ne Abwechslung, dachte Jack.
Ok, Rosenberg und der 1WO der Mescalero hatten die kleine Messe des Schleppers schon verlassen und anscheinend hob Gerry das gute Zeugs für Privatzwecke auf.
Generell war die Indienststellungsfeier des Schleppers nicht gerade im Sinne der alkoholfreien US Navy. "žWie soll ich meinen Jungs das Saufen verbieten? Die sind fast alle eingezogenen Seeleute von zivilen Schleppern und der einzige Grund, warum die meine Befehle ausführen ist, dass sie Angst haben, von einem Ex-Footballer eins auf die Fresse zu bekommen! Aber wer kann's ihnen auch verdenken, die haben ja Ahnung von dem was sie tun, ich nicht!"
Gerry hatte anscheinend seine eigenen Probleme. Die Mescalero war heute morgen in Dienst gestellt worden: Eine kurze Zeremonie, ohne irgendwelche offiziellen Gäste. In einer Marine, in der schon ein Zerstöer als kleineres Kriegsschiff galt, war die Indienstellung eines Hochseeschleppers kein Ereignis. Trotz seiner geringen Größe war der Schlepper durchaus ein Kriegsschiff: ein 3 Inch Geschütz auf der Back, eine automatische 40mm Bofors Flak und 20mm Oerlikons und Maschinengewehre Kaliber 50 an jeder denkbaren Position waren Standard für diese Klasse. Die Waffen hatte Gerry zusammenklauen müssen. Die Bofors und die leichteren Maschinenwaffen kamen aus den Beständen für die Kreuzer. Die 3-inch Kanone war eigentlich für Lancetfish vorgesehen, aber Jack hatte sie an Gerry abgetreten. Für Uboote waren heutzutage größere Kaliber vorgesehen. Diese waren allerdings bei Cramp nicht aufzutreiben. Aber Gerry würde das Geschütz mehr brauchen als er.
"žSo, wie steht's mit der Lancetfish? Bereit zu Probefahrten? Du hattest doch drei Wochen als Frist gesetzt, jetzt sind vier um?"
"žNicht wirklich bereit zur Probefahrt. Die Diesel haben wir mit viel Schweiß und Arbeit einsatzbereit gekriegt, aber das nützt nicht sonderlich viel, da die E-Anlage fehlt. Die festen Teile für die E-Motoren sind zwar drin, aber die ganzen Spulen, Leitungen und so weiter fehlen noch. Meine Mannschaft ist wirklich klasse, was die unter widrigsten Umständen auf dieser Sch.....werft geackert haben. Aber bei den E-Motoren ist einfach Schluss: Keine Teile aufzutreiben und Elektriker scheint's auf der Werft auch nicht zu geben. Ist auch kein Wunder, wahrscheinlich hatten sämtliche jemals von Cramp gefertigten Schiffe zusammen weniger Elektrik als Lancetfish! Die Werft ist halt im 19. Jahrhundert stehen geblieben. Immerhin haben wir das Rohleitungsnetz fertig gekriegt."
"žWie denn das? Kupferrohre sind doch totale Mangelwahre bei Cramp."
"žNa ja, Combs und ein paar von der Maschinenraumgang sind zur Helling 2 zur einem der Kreuzer, der Little Rock und wollten ein paar Yards Kupferrohre ausbauen, dabei hat die Wache sie erwischt"
"žCombs? Ist das nicht dieser schwarze Seaman 2nd C, der uns den Alkohol für die heutige Party angedreht hat?"
"žJa, ich hab ihn aus Washington angefordert, er war mein Schreibstubenheini da. Einerseits weil ich mit dem Papierkram Hilfe brauchte, andererseits weil er nun mal ein ziemlich guter Organisierer ist. Was hat Combs eigentlich dafür bekommen?"
"žOh, nichts weiter als die üblichen Stangen Zigaretten. Ach ja, und ein Paar Hängematten. Wozu braucht er die denn? Was ist eigentlich passiert bei eurem Raubzug. Hat die Wache der Little Rock bei Thacker gepetzt?"
"žNein, Combs hat Chief Marsh und den Rest von der Maschinenraumgang geholt und sie haben der Wache die Fresse poliert und gleich sämtliche Rohre mitgenommen..."
"žDie Armen Kreuzerheinis, irgendwie tun die mir leid. Ich glaube dass nicht einmal der Spendenkreuzer in nächster Zeit fertig wird."
"žSpendenkreuzer?"
"žDie Oklahoma City dort drüben" Gerry meinte den Cleveland-Kreuzer im Ausrüstungsbecken, an dem sich in den drei Wochen rein gar nichts getan hatte.
"žKurz nach Pearl Harbor waren die ehrenwerten Bürger Philadelphias ziemlich aufgebracht und spendeten einen Haufen Geld, über 8 Millionen Dollar. Damit sollte ein Kreuzer gebaut werden, der die Japaner ordentlich in den A.... tritt. Na ja, vom Stapel lief er Mitte 42, seitdem liegt er dort. Cramp halt."
"žWem sagst du das. übrigens, Combs braucht die Hängematte, weil er auf See darin schlafen will."
"žWas? Ich dachte ein Fleet Boat hat Kojen für alle?"
"žJa, aber erstens behauptet er, seekrank zu sein, außerdem besteht mein nagelneuer XO (erster Offizier) auf strikter Rassentrennung."
"žXO, ich wusste gar nicht, dass es bei dir außer Rosenberg noch Offiziere gibt? Warum hast du ihn nicht mitgebracht?"
"žEiner muss ja aufs Schiff aufpassen, und ein XO soll ja schließlich der Aufpasser sein. Na ja, Red hat sich außerdem eher selbst versetzt."
"žRed?"
"žEigentlich Lt. Robert E. Beauregard, irgendwo aus dem tiefsten Mississippi oder Louisiana, jedenfalls ein Redneck, wie er im Buche steht. Kein schlechter Mann, bis auf den Dialekt und seine etwas merkwürdigen Ansichten zum Thema Rasse. Immerhin hat er Fronterfahrung. War Torpedooffizier auf zwei ziemlich erfolgreichen Booten im Pazifik, sollte XO auf nem Schulboot werden und hat von der Lancetfish gehöt und stand auf einmal auf der Matte. Ich brauchte Leute und hab ihn mit ein paar Tricks zu mir versetzt. Lustigerweise war es ausgerechnet Combs, der das gedeichselt hat."
"žEin N.... hilft nem Redneck, ich komm mir vor wie bei Onkel Toms Hütte. Wie hält er es denn unter einem Yankee wie dir aus?"
"žWie gesagt, eigentlich bin ich zufrieden mit meiner Rumpfbesatzung, und alles was wir mit eigenen Mitteln tun können, tun wir auch. Nur diese verdammten E-Maschinen! Na ja, selbst wenn wir die hinbekämen, wo würden wir eigentlich Sehrohre, die ganze Sensorik und die Feuerleitanlage hernehmen? Und wer von Cramp soll uns eigentlich bei Probefahrten unterstützen? Hier in der Werft hat doch keiner irgendwelche Erfahrung mit Ubooten! Irgendwie ist es fast, als dass die Probleme mehr würden, je mehr Probleme man löst! Es ist zum Verrücktwerden! Und Thacker sitzt da in seiner Villa auf seinem fetten A.... und unterhält die feine Gesellschaft von Philadelphia!"
"žBeschwer dich doch mal über ihn, du hast doch Connections zum Pentagon."
"žThacker... Das ist doch ein sinnloser Kampf. Die Thackers dieser Marine gewinnen ja doch immer. Egal ob auf den Phillipinen, auf Java oder eben bei Cramp. Diese aufgeblasene Fettschicht ahnungsloser Berufsoffiziere kümmert sich einen Scheiß, ob gute Männer sterben oder sie ihre eigene Marine um ein paar Schiffe bringen. Inkompetenz stirbt immer zuletzt!"
Jack griff zur Whiskyflasche und goss nach: "žCheers! Auf die Thackers dieser Welt, den ihnen ist das Himmelreich!"
"žWas zum Henker ist damals auf Java passiert? Raus damit, ich hab die Nase voll von dunklen Andeutungen!"
Jack dachte nach..."Ich hatte das Kommando über S-50 bekommen, nachdem Commander Danforth bei unsrer ersten Wasserbombenverfolgung vor Lingayen einfach durchgedreht ist. Das war ne Art, sein erstes Kommando zu kriegen! Es gab einfach keinen anderen. Das Boot war vielleicht ein Rosteimer! Die Japse haben uns wahrscheinlich einfach durch das Öl gefunden, dass das Ding ständig leckte. Nach dieser Feindfahrt war Schluss in Manila, Cavite war ein Trümmerhaufen und verlegten nach Tjalajap. Auf den zwei Feindfahrten hat S-50 alles versucht, uns umzubringen. Die Diesel waren unzuverlässig, die Batterien haben jedes Mal versucht, uns zu vergasen und das Angriffssehrohr klemmte bei fast jedem Angriff. Trotzdem, ich hatte eine tolle Crew und wir hatten Erfolge!
Ein Zerstöer vor Balikpapan und bei Tarakan ein kleiner Frachter, und bei Palembang haben wir nen Viererfächer in einen Transporterverband geschossen und eindeutig Treffer gehöt. Keine Chance, dazubleiben, und danach hätten uns die Japse beinahe am Wickel gehabt. 8 Stunde haben die uns beharkt und ich hab keine Ahnung, warum sie dann aufgegeben haben.
S-50 war werftreif danach, also haben wir nach Surabaya ins Dock verholt. An diesem Tag haben die Japse einen Luftangriff geflogen und unser Boot und noch ein holländisches Boot bekamen Treffer. S-50 ist im Dock umgekippt. Die Holländer wollten es wieder herrichten, so dass wir zumindest über Wasser nach Australien kommen, aber unsere eigenen Kommandeure waren anderer Meinung. Sprengen, Besatzung wird per Flugzeug evakuiert, hieß es.
Na ja, also haben wir unserem geliebten Schrotthaufen mit einer Wasserbombe hochgejagt und uns nach Malang zum US-Flugplatz durchgeschlagen. Dort war so ne Art Luftbrücke eingerichtet. B-17er, britische Bomber, KLM-Maschinen von den Holländern, alles mögliche.
Nur für keinen von uns war Platz! Praktisch jeder Stabsoffizier, Kolonialbeamte oder Plantagenmanager von den Phillipinen und was weiß ich alles noch wurde ausgeflogen. Dass die US Navy so viele Offiziere über 50 in Landkommandos hat, wusste ich auch nicht.
Als das letzte Flugzeug ging, boten sie mir nen Platz an, aber ich hab nein gesagt und gebeten doch wenigstens meinen malariakranken Chief auszufliegen. Aber nein, da kam dann Captain irgendwer, Verbindungsoffizier zu den Holländern und musste unbedingt mit.
Uns hat man dann holländische Gewehre gegeben und eine komplette kampferfahrene Ubootsbesatzung zog in den Bodenkrieg! Nach zwei Gefechten hatten wir zehn Tote und der Rest war mehr oder weniger verwundet. Wir zogen uns nach Süden zurück.
Die Holländer waren zusammengebrochen und alles versuchte nur irgendwie nach Süden zu kommen. Die Hälfte blieb zurück, wurde zurückgelassen oder ging irgendwie verloren.
In Tjalajap gab es ein paar Frachter, da kamen einige von uns noch drauf. Ich selber bin mit ein paar holländischen Ubootfahrern und Zerstöerleuten auf einen total vergammelten Schoner, haben ihn wieder flottgemacht und sind davon gesegelt.
Es hat sechs Wochen gedauert, bis wir in Australien ankamen, wir waren alle halb verrückt vor Sonnenbrand und Wassermangel. Als ich meine Restbesatzung suchte, stellte sich raus, dass ich der einzige war, der durchgekommen war. Die Frachter waren alle verschwunden. Die Japaner müssen sie versenkt haben, aber genaues wusste man nicht.
Wir sind wahrscheinlich durchgekommen, weil die Japse uns für ein treibendes Wrack gehalten haben. Das waren wir ja im Prinzip auch.
Verstehst du, keiner von meinen Männern hätte sterben müssen! Auf Lancetfish habe ich drei Leute mit Kampferfahrung, und diese Leute hat man weggeworfen! Aber es war nicht nur das, das waren meine Leute, meine Freunde, ich war für sie verantwortlich! Ich habe sie nicht durchgebracht, und ich bin selber davongekommen!"
"žHö auf mit dem Mist, Jack! Du kannst mir nicht einreden, dass du gerne tot wärst, dazu kenn ich dich zu gut!
Warum willst du dann dein Boot so schnell fertigkriegen? Du willst wieder da raus, du willst Blut sehen für alles was die Japse dir angetan haben! Glaub mir, sobald du in einem Kriegsgebiet bist, bist du in einer anderen Marine! Das ist nicht mehr die Thacker-Marine mit weißen Uniformen und Reinschiff und Zeremoniell.
Java und die Phillipinen sind nicht umsonst passiert. Es HAT sich was geändert in der Navy.
Die Frontmarine besteht aus Reservisten, jungen Berufssoldaten wie dir und den Alten, die es im Frieden schwer hatten!"
Gerry wurde auf einmal ernst: "žIch hab darüber nachgedacht. Mescalero hat Order nach New Orleans, und dann weiter nach Panama und den Pazifik. Wir wär's wir schleppen euch nach New Orleans? Dort werden doch die Uboote ausgerüstet, die in Wisconsin gebaut werden. Die müssten doch alles haben, was die Lancetfish noch braucht? Cramp kann euch nicht mehr helfen, glaube ich, selbst wenn sie wollten."
"žWie soll das denn gehen? Das müsste über Thacker gehen und der wird so ein Gesuch nie weiterleiten, weil dann rauskäme, was für einem Saustall er hier vorsteht."
"žWer hat denn was von Dienstweg gesagt? Ich dachte eher, ihr packt heimlich alles ein, was hier zu gebrauchen ist, wir nehmen euch an den Haken und auf geht's!"
"žSpinnst du, Thacker wird dir die Dienstaufsicht an den Hals schicken! Mir ist's egal. Mehr als wieder in die Ordensabteilung zurückschicken können die nicht. Und besser als lebenslang Cramp Shipbuilding ist das Pentagon allemal. Aber du, du hast noch ne Karriere vor dir. Wenn's mit Mescalero einigermaßen läuft, hast du spätestens einem Jahr einen Zerstöer! Das setzt du aufs Spiel für ein halbfertiges Uboot?"
"žWeißt du, meine Karriere ist mir ziemlich wurscht.
Nach dem Krieg werde ich hoffentlich wieder Football spielen.
Ich hab den Krieg gesehen, und ich weiß dass ich ihn nicht zum Beruf machen will.
Mein ganzer Krieg bestand darin, hinter euch Berufskriegern herzuräumen. Ich hab versucht, brennende Schiffe, halb abgesoffene Schiffe, zerbrochene Schiffe zu bergen, von Cape Cod bis runter nach Trinidad.
Ich hab Leichen aus eisigem Wasser gefischt, ich hab Leichen aus tropischem Wasser gefischt. Nur eins hab ich nie getan: Auf den Feind geschossen. Ich bin ein Totengräber des Krieges, und auch Mescalero ist nicht mehr als das. Selbst wenn ich wollte, was könnte dieses Boot zum Krieg beitragen?
Ich kann nicht mit einem Schlepper in der Bungo-Straße oder vor Tokio Bay spazieren fahren und mit deinem Ex-Geschütz auf Marujagd gehen. Ich hab gesehen was Uboote anrichten können. Deine deutschen Berufskollegen haben's mir nur zu gut gezeigt.
Wir brauchen Uboote da draußen, wenn es eine Waffe gibt, die diesen Krieg gewinnen kann, dann ist es das Uboot, selbst wenn es von Cramp gebaut wird! Zudem wirschen wir so Thacker eins aus!"
Jack überlegte. Durch den Zigarettendunst schienen sich die Nieten an der Decke der spartanischen Offiziersmesse zu drehen. Warum musste er solche Entscheidungen immer treffen, wenn er sternhagelvoll war?
Im Prinzip hatte Gerry recht. Er gehöte in den Pazifik, Lancetfish gehöte in den Pazifik. Selbst wenn sie dabei draufgingen, war es nicht besser, wie den Krieg im Pentagon oder bei Cramp verbracht zu haben und sich ewig vorwürfe gemacht zu haben?
"žGut, wir ziehen das durch! Du musst mir aber für die überführung ein paar Leute ausborgen, ich brauche ein halbes Dutzend seemännisches Personal als Leinenfahrer beim Manöver und als Ausgucks, außerdem einen Signäler.
WOs können Red, Rosenberg und ich machen, die Chiefs übernehmen die Zentralewache, wobei es da kaum was zu überwachen gibt, außer die Lenzpumpe."
Das Schott zur Messe wurde aufgestoßen:
"žBoss, Boss" rief ein sichtlich angeheiterter Schleppermatrose mit einer Bierflasche in der Hand.
Die Schleppermatrosen nannten Gerry immer Boss, als wären sie noch auf einem zivilen Schlepper. "žDie Jungs von der Deckgang wollen Parker kielholen! Wollen sie zuschauen?"
"žWas?" Gerry raffte sich irgendwie auf und torkelte durch die Messe und den Mittelgang aufs Achterschiff, Jack hinterher. Auf dem Achterschiff zwischen den großen Spills hatte sich ein Haufen grölender Seeleute daran gemacht, ein Seil am Fuß eines laut protestierenden Matrosen zu befestigen..
"žIch wollte das nicht, ehrlich! Das war ein Versehen!"
"žWas soll denn das?" wollte Jack wissen.
"žDer Arsch hat die Flagge und den Wimpel bei der Indienststellung vertönt! Das bringt Unglück! Und generell baut der Idiot nur Mist! Das ist unser Jonas, und einen Jonas muss man ersäufen!"
"žJack, ich glaube deinen Signäler hast du" grinste Gerry.
"žWas kann er denn so am besten?"
"Ähm, also im Flaggensetzen ist er nicht soo gut, mit Winkflaggen steht er auf Kriegsfuß, und Blinkern, na ja... es gibt bessere als ihn. Sollen wir ihn wirklich retten?"
Gerry stellte sich vor den Haufen mit Parker.
"žJungs, ich hab ne bessere Strafe für Parker! Wir schicken ihn auf das Uboot!
Lautes Gegröle begrüßte diese Ankündigung.
Es war fast drei, als Jack auf die Lancetfish zurücktorkelte. Red schlief auf einem Feldbett in der zukünftigen Offiziersmesse: Eine psychologische Maßnahme, die Inneneinrichtung fehlte noch fast völlig. Red wollte einfach dem Rest der Besatzung zeigen, dass für ihn Lancetfish bereits ein Boot war, und kein Metallhaufen.
Jack platzte hinein, aber Beauregard war wach, bei dem Gepolter auch kein Wunder.
"žWas gibt's, Skipper?"
"žMr. Beauregard, das Boot ist heute Abend um 11 seeklar zur Schleppfahrt. Packen sie alles ein, was hier noch von Nutzen ist. Bei der Morgenmusterung kein Wort, die Abschnittsleiter sollen's den Jungs bei der Arbeitseinteilung sagen."
Red war plötzlich hellwach. "žWohin geht's?"
"žIn den Süden, Red. Wir klauen unser eigenes Boot. Wir verlegen in ne Werft, die Lancetfish fertig stellt und dann geht's in den Pazifik!


PS. Noch eine "Folge" (New Orleans und Verlegung in den Pazifik) und dann wird scharf geschossen!
Parker (Bernard C.) ist ein running gag aus Subsim.com. Das ist der animinierte Sailor, der immer auf Ausguck die Sehrohre mit dem Fernglas anguckt und so...

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"Ei sink ei si not reit.
All män sit hier and luck in se son und no män work! Sis give it not!"
 
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Tzw
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Super! Gefällt mir sehr gut, bitte weitermachen!
 
Beiträge: 108 | Registriert: 20.04.2007Mit Zitat antwortenBeitrag editieren oder löschen
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Hallo ,
Kamm mich Tzw anschliessen.

Bin schon gespannt wie es weiter geht.
cu WIngs12
 
Beiträge: 59 | Registriert: 17.04.2005Mit Zitat antwortenBeitrag editieren oder löschen
Bild von Palm1970
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Hi! Also ich bin nebenbei auch so etwas wie eine Leseratte Big Grin und muss sagen, das die Geschichte so gut geschrieben ist, das ich mit Spannung auf die Fortsetzung warte. Klasse gemacht und beeile dich mit der nächsten Folge Big Grin Big Grin Big Grin!
Gruß Palm
 
Beiträge: 186 | Registriert: 17.05.2007Mit Zitat antwortenBeitrag editieren oder löschen
Bild von Mazak1966
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Klasse Story! Satan Die Lancetfish hatte ja wahrlich kein Glück, ich hoffe Du kannst ihr wenigstens etwas Ruhm verleihen! Veryhappy

Mazak

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