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Silent Hunter
Silent Hunter 4: Wolves of the Pacific
Die USS Greenhorn das Einsteigerboot
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Vorwort
Ein Publisher ist ein Wirtschaftsunternehmen, das seine Entscheidungen nach marktpolitischen Gegebenheiten fällen muss, zuweilen sind diese auch einmal unglücklicher Natur. Viel wichtiger sind die Menschen an ihren Arbeitsplätzen, die tagtäglich die kleinen und großen Räder drehen, um alles am laufen zu halten, so wie wir alle unseren Aufgaben nachgehen. Es wird schnell etwas hinter einem Begriff verallgemeinert und kollektiv verurteilt, doch jeder von uns ist ein Individuum und möchte auch als solches beurteilt werden. Somit wäre etwas Menschlichkeit und Verständnis wichtig, um allen gleichermaßen eine würdige Existenz zu ermöglichen. Dieses Forum hat sinnbildlich schon einige schwere Stürme erlebt und überstanden, denn wie ein treues Schiff hat es trotz Schlagseite sich wieder aufgerichtet und seinen Kurs aufgenommen. Die USS Greenhorn soll in Zukunft für Mitglieder und hoffentlich baldige Mitglieder zu einem unterhaltsamen und informativen Teil des Forums werden. Inhaltlich wollen wir (Sanomator) und (Roteroktober) euch mit Informationen zu Technik und Geschichte des Unterseebootes versorgen, um vielleicht einige Einsteiger dafür zu interessieren. Das Forum ist hauptsächlich mit sehr erfahrenen SH Spielern gesegnet, und darum traut sich vielleicht der Eine oder Andere sich nicht, hier etwas zu fragen oder auch einmal zu schreiben. Nein, traut euch und lest in Ruhe nach, was bereits in den verschiedenen Elementen der SH4 Foren für euch beantwortet wurde. Unseren „alten Hasen“ möchte ich nur ans Herz legen, dass dies hauptsächlich für die Simulationseinsteiger gedacht ist, die noch kein umfangreiches Marinewissen besitzen. Und wie der Klabautermann sagte: „Hier unten spielt es keine Rolle, ob sie gar nicht oder nur nicht lange Schwimmen konnten!“ Denn jeder fängt einmal an, und darum auch ein wichtiger Tipp von uns: „ das inoffizielle Handbuch“ das von Forumsmitgliedern für Euch geschaffen wurde, um einen glatten Start in das SH4 U-Boot Leben zu ermöglichen. Warum ein bisschen Einsteigerwissen nicht schaden kann wird klar, wenn noch nicht einmal die NASA bestreiten würde, dass die komplexesten Gefährte, die von Menschenhand geschaffen wurden, die heutigen U-Boote sind. Aber nun soll es nicht langweilig werden, und deshalb nur noch etwas Wichtiges, dieser Topic wird geschlossen bleiben und nur regelmäßig mit neuen Beiträgen ergänzt. Das Einstellen wird von Voyager532 dem Moderator des Forums übernommen, der Euch natürlich auch zur Seite steht, wenn mal der Schuh drückt. So nun kann es losgehen, und ich hoffe wir werden gemeinsam eine menge spaß haben. Sanomator 1. A. Vom Tauchboot zum Unterseeboot In diesen ersten Artikel wollen wir uns mit dem Kernthema beschäftigen dem Tauch und Unterseeboot. Im Prinzip ist es korrekt sie alle U-Boote zu nennen, denn ihre Fähigkeit sich „Untersee“ fortzubewegen ist ihnen allen mehr oder weniger gemein. Dennoch unterscheiden sich die Tauchboote aus der Zeit des ersten und zweiten Weltkriegs deutlich von denen, die Ihr heute kennt. Die Bedürfnisse der Mannschaft und des Bootes nach Regeneration bestimmt die Zeit in der das Boot getaucht fahren kann. In der Frühzeit der Tauchboote wurde experimentell sogar mit Muskelkraft gearbeitet, unter zur Hilfenahme von Pedalen und Kurbeln wurde dann ein mehr oder weniger seetüchtiges Fahrzeug angetrieben. Und sofort zeichnete sich ein dauerhaftes Problem ab, denn der Sauerstoff für die jeweilige Mannschaft war deutlich begrenzt und die Frischluftzufuhr durch kleine Rohre, die über die Wasseroberfläche hinausragten, war sehr unzuverlässig und von der Luftmenge her nicht ausreichend. Anfänglich bewegten sich diese Gefährte nur sehr dicht unter der Wasseroberfläche, wobei die Einstiegsluke Überwasser lag, es gab die kuriosesten Konstruktionen, die hinsichtlich ihrer militärischen Nutzbarkeit stellten sie oft eine größere Gefahr für die eigene Besatzung als für den Feind dar. Die prinzipielle Intension dieser Konstruktionen war und ist, sich unauffällig bewegen zu können, um entweder eine unbemerkte Aktivität durchzuführen oder aber mit einem Überraschungseffekt angreifen zu können. Selbst die durch die Industrielle Revolution geförderte Dampfmaschine, brachte außer einer deutlichen Leistungssteigerung mehr Nach- als Vorteile, denn die enorme Hitzeentwicklung im Inneren des Bootes und eine weithin sichtbare Rauchfahne des Auslassrohres, machten die gewünschten Eigenschaften zunichte. Die Hauptproblematik der Boote, ist der Antrieb Unterwasser, denn logischerweise sind Verbrennungsmotoren von der Sauerstoffzufuhr abhängig, erst die Anwendung der Elektrizität brachte die ersten wirklichen Fortschritte dieser Technologie zu Tage, vor allem weil der Besatzung nun etwas bessere „Umweltbedingungen“ zur Verfügung standen.. Sobald der Mensch seinen angestammten Lebensraum verlässt, wird es nötig sich künstlich die erforderlichen Lebensbedingungen zu schaffen. Dazu zählt nicht nur der lebensnotwendige Sauerstoff, sondern auch die Umgebungstemperatur und Luftfeuchte Man kann sich sicherlich vorstellen, wie schnell es unerträglich im Inneren des Bootes wird, wenn der Antrieb, und die Beleuchtung auf Verbrennung basieren. Die Entwicklung des Kompressors war entscheidend, um endlich in einem druckstabilen Behälter, Atemluft in komprimierter Form als Pressluft speichern zu können, zeitgleich inspirierte diese Technik die Ingenieure und Erfinder zu dem was bis heute die gängige Tauchtechnik darstellt. Die Erfindung des Ballasttanks ermöglicht nun ein kontrolliertes Ab- und Auftauchen des Bootes, denn regelbare Ventile lassen Wasser in den Tank einfließen (Ballast aufnehmen), der das Boot sinken lässt Wenn nun durch ein Regelventil Pressluft in den Tank eingeleitet wird, ist das Ausblasen des Wassers aus dem Tank die Folge. Nun wird das Boot leichter und erzeugt „Auftrieb“, um wieder zur Wasseroberfläche aufzusteigen, durch die Wiederholbarkeit dieses Vorgangs war das Tauchboot geboren. Dennoch blieb die Tauchzeit weiterhin begrenzt, denn die nötigen Vorräte an Atemluft nehmen natürlich auch erheblichen Raum im Boot ein, was zusammen mit allen weiteren erforderlichen Ausrüstungen und Betriebsstoffen das technisch Mögliche festlegt. Die auch bereits erwähnten Regelventile sind elementar wichtig, um das Ab- sowie Auftauchen steuern zu können, denn ein zu tiefes Absinken hat katastrophale Folgen. Der Wasserdruck ist ein sehr reales Phänomen und schon wenn man im Schwimmbad mal zum Beckengrund taucht, machen damit die Ohren Bekanntschaft. Für das Boot ist es eine ebensolche Belastung wenn der Wasserdruck die gesamte Außenhaut langsam immer weiter zusammenpresst, je nach dem Stand der Technik ist die Tauchtiefe dadurch begrenzt. Wenn solch eine Maximaltauchtiefe deutlich überschritten wird, erfolgen zu erst immer beängstigende Geräusche und dann wird das Boot wie eine Blechdose vom Druck zerquetscht. Durch die vorschreitende Entwicklung der Technik und Materialforschung wurde es möglich, nach und nach selbst die größten der Menschheit bekannten Tiefen zu erreichen. Aber natürlich werden an ein militärisch genutztes Tauchboot sehr spezielle Anforderungen gestellt, und mit der Einführung des neu entwickelten Elektromotors und des Generators im Zusammenspiel mit brauchbaren Batterien, erfuhr dieses ein reges Interesse des Militärs. Denn nun war der Zeitpunkt gekommen ein Gefährt Unterwasser mit Elektroantrieb, unter Nutzung der in Batterien gespeicherten Energie, zu bewegen, um diese wiederum bei der Überwasserfahrt mittels erzeugten Generatorstroms wieder aufzuladen. Der Überwasserantrieb entwickelte sich zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg vom Petroleum zum Dieselmotor, der einen deutlich höheren Wirkungsgrad aufweist. Doch so fragte man sich damals, was dieses Wunderding denn eigentlich in einen Kampfeinsatz Nützliches bewirken könnte, denn die Gelegenheiten sich an vor Anker liegende Schiffe anzuschleichen um Sprengsätze anzubringen sind eher selten. Da kam eine weitere bahn brechende Erfindung zu Tage, die das Tauchboot zu einer gefürchteten Angriffswaffe machte, der Torpedo, mit diesem war es jetzt möglich sich in Fahrt befindende Schiffe anzugreifen. Zunehmend wurde diese Technik effektiver und zuverlässiger, und die Distanzen, die ein Torpedo überwinden konnte immer größer, was den Vorteil der “Unsichtbarkeit“ vergrößerte. Was uns nun langsam zum eigentlichen U-Boot führt. Schon in der Endzeit des Zweiten Weltkriegs gelang es in Deutschland eine Schnorchelanlage zu entwickeln, die es dem Boot ermöglichte im getauchten Zustand Atemluft und Ansaugluft für die Dieselmaschinen aufzunehmen. Diese Boots war auch bei der Unterwasserfahrt bedeutend schneller als alles Vergleichbare dieser Zeit, es war dort wirklich in seinem Element. Nunmehr galt das gesamte Entwicklungsbestreben der Nachkriegszeit, das Tauchboot zu einem immer autarkeren, in sich geschlossenen System werden zu lassen. Die Erforschung von Luftreinigungs-Systemen und die unglaubliche Fähigkeit Sauerstoff aus dem Meer zu gewinnen im Zusammenspiel mit einer Meerwasserentsalzungs-Anlage machte den Lebensraum Unterseeboot für den Menschen langzeittauglich. Natürlich benötigen solche Technologien außerordentliche Mengen an Energie, sowie alle weiteren elektrischen und elektronischen Bordsysteme, diese Bedürfnisse brachten die wohl mächtigste Form der Energieerzeugung auf den Plan. Die Nuklearenergie als ein stetiger Lieferant von großen Energiemengen mit einem vergleichbar geringen Platzanspruch im Boot ist nahezu als ideal zu bezeichnen, wenn sie nicht auch ebenso gefährlich wäre. Doch letztendlich hat diese Entwicklung das moderne U-Boot mit einer extremen Einsatzdauer geschaffen, die nur noch durch die Bedürfnisse der Besatzung begrenzt wird. Solange die psychische und physische Belastbarkeit und die Nahrungsmittelvorräte es zulassen, kann ein solches Boot unter Wasser operieren. Und wenn es heutzutage gilt etwas in Erfahrung zu bringen ohne jede Aufmerksamkeit zu erregen, ist das U-Boot die erste Wahl, denn die Flugbahnen von Satelliten können beobachtet werden, doch ein hochmodernes Aufklärungs- Boot eher selten. So das war jetzt der erste Artikel der USS Greenhorn, ich hoffe es hat euch gefallen, ich werde Euch so gut ich kann mit Datumsangaben und Erfindernamen verschonen, weil wir hier nicht in der Schule sind.. Viele Dinge und Zusammenhänge, die hier nur kurz angesprochen wurden, werden später noch im Einzelnen in anderen Artikeln behandelt. Sanomator |
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A.2. Eine kleine Geschichte von der Sicht- Horch- und Funkpeilung
Hallo Skipper, diese kleine Geschichte ist vor allem für die gedacht, die Ihre ersten Einsätze fahren. Da die US Boote schon sehr früh mit Radaranlagen ausgestattet wurden, stehen euch nun in SH4 drei Freund/Feind- oder Ziel Erkennungsmöglichkeiten zur Verfügung. Da wäre dann als erste und bekanntermaßen eine Bewährte, die visuellen Identifikation, denn das menschliche Auge ist ein fantastischer „Sensor“ (auf den sich die japanische Marine hautsächlich verließ.) Auf dem Boot stehen euch dazu Ferngläser mit dazugehörigen Turmwachen zur Verfügung, im getauchten Zustand ist es das Periskop Es ist euch natürlich jederzeit möglich, selbst alle diese optischen Stationen zu bedienen. Doch Vorsicht, ein aufgetauchtes U-Boot ist äußerst verwundbar und auch das Periskop eines getauchten Bootes ist nicht unsichtbar. Ein Seeaufklärer (Langstreckenflugzeug mit Beobachtern und Bewaffnung) kann eure Silhouette unter Umständen bei gutem Wetter im Wasser sehen, wenn das Boot auf Periskoptiefe ist. Und dann kommt eine Wasserbombe für euch im wahrsten Sinne „aus dem heiteren Himmel.“ Es steht euch auch ein Luftzielperiskop zu Verfügung, um einen „Rundumblick“ zu machen, allerdings sind Flugzeuge sehr schnell und kommen manchmal direkt aus der Sonne. Also mit anderen Worten, „den leisen Jäger sollte man auch nicht sehen“ und somit ist vor allem die Nacht euer Freund. Warum gibt es das Erkennungsbuch und was so wichtig daran ist? Es ist durchaus möglich auch ohne direkte Sicht einen Gegner anzugreifen, aber ist es auch ein Gegner oder vielleicht ein Lazarettschiff oder ein Truppentransporter der eigenen Seite. Für den korrekten Eintrag in das Logbuch muss das Ziel identifiziert worden sein, und auch eine Funkmeldung wird von euch erwartet über den Status der Feindfahrt. Ihr seht, auf euch lastet eine hohe Verantwortung, denn ihr seid der Kommandant und ihr möchtet sicher nicht eure Kameraden zu den Fischen schicken. Was uns direkt zur zweiten und elementar wichtigsten Entwicklung führt, die das U-Boot zu einem gefürchteten Jäger macht. Die Horchpeilung oder auch Sonar, das sich in zwei Anwendungen unterteilt mit der aktiven und der passiven Nutzung. Keine Angst wir werden jetzt nicht zum Physikunterricht übergehen, nur das Wichtigste zum besseren Verständnis. Euer Boot verfügt über eine Eigenschaft die sonst nur „echte Meeresbewohner“ besitzen. Durch aussenden von Schallwellen und deren Auffangen ist es möglich andere Objekte im und auf dem Wasser zu lokalisieren. Vermutlich war jeder von euch schon mal mit dem Kopf unter Wasser, was vor allem in der Badewanne interessante Geräusche hörbar macht, die sonst über Wasser nicht hörbar sind. Die durch Gegenstände in das Wasser übertragenen Schallwellen lassen plötzlich ein Gespräch (oder anderes) der Nachbarn hörbar werden, trotz der Wände dazwischen. Und im Ozean ist eine Menge zu hören wenn man die passenden Ohren dafür hat, in einen U-Boot nennt man sie Hydrophon. (Unterwassermikrophon) Es ist die Basis für das aktive und passive Sonar. Durch reines Belauschen des Meeres nutzt ihr es passiv, durch aussenden einer Schallwelle und auffangen deren Reflektion arbeitet ihr aktiv. (einen Ping senden) Zur aktiven Nutzung gibt es eine wichtige Anmerkung, auch andere militärische Seeeinheiten verfügen über ein Hydrophon, und wer zu viel „Krach“ macht, wird auch schnell entdeckt. Somit wird schnell klar, dass die passive Nutzung euer Hauptwerkzeug ist, natürlich ist zu bemerken, dass die Fähigkeiten eines Bootes aus dem 2 WK nicht mit den heutigen zu vergleichen sind. Ein modernes U-Boot trägt eine Phalanx aus Hydrophonen und kann Geräusche über unglaublichen Entfernungen wahrnehmen. Sie verfügen über Computer zur Geräuschanalyse und erkennen sogar Freund und Feind, diese Fähigkeiten sind in SH4 natürlich nicht vorhanden. Deshalb ist euer Sonarmann oder ihr selbst gefragt, wenn es um die Horchpeilung geht, eine gewisse Tauchtiefe ist notwendig um „wirklich“ etwas zu hören. (weniger Störgeräusche) Wenn ihr auf „Beutesuche“ geht, solltet ihr regelmäßig auf Tiefe gehen, und da gibt es auch noch einen interessanten Effekt der durch unterschiedliche Temperatur und Dichte des Wassers entsteht. Die Thermalschicht, wenn euer Boot diese Grenze durchtaucht, werdet ihr eine Meldung darüber erhalten und das Ganze hat gleich mehrere Auswirkungen. In gewisser Hinsicht existiert dort ein Art U-Boot „Hola“, denn die Schicht reflektiert den Schall eures Bootes (Bewegungsgeräusche) und lässt sie kaum noch in die oberen Wasserschichten vordringen. Der Effekt ist, dass ihr für Verfolger die keine genaue Vorstellung eurer Position haben, nahezu verschwunden seid. Darüber hinaus ist durch Veränderung der Temperatur und Dichte des Wassers auch die Hörbarkeit von Geräuschen beeinflusst. Im warmen Wasser wird der Schall schneller übertragen, wo hingegen in größerer Tiefe mit zunehmender Dichte und sinkender Temperatur die Geschwindigkeit abnimmt. Allerdings hat das zur Folge, dass der langsame Schall deutlich weiter Übertragen wird, darum taucht der Wal tiefer für ein Ferngespräch Die Qualität der Sonarbediener ist absolut entscheidend für den Nutzen dieser Technologie, denn das Telefonat von Familie Pottwal bringt euch nicht weiter. Des Weiteren sei zu erwähnen, dass euer Boot hinten keine Ohren hat und somit ist es klug auf „Beutesuche“ eine langsame „Kreisfahrt“ durchzuführen, um sich mal „umzuhören“. Aufgrund der Tatsache das es damals noch keine Hydrophone zum „hinterher schleppen“ für U-Boote gab, würde euch sonst ein möglicher Kontakt durch die Lappen gehen. Es ist auch nicht empfehlenswert unmittelbar vor einem Zerstörer aufzutauchen der dann direkten „Kuschelkurs“ zu euch aufnimmt. (Rammen) Ja so ein U-Boot zu fahren ist deutlich mit Arbeit verbunden, allerdings bedeutet das nicht, keinen Spaß zu haben oder permanent nur schuften zu müssen, Eure Crew ist gerne bereit die Stationen zu bedienen. und Meldungen zu geben über die wichtigen Ereignisse was euch die Möglichkeit gibt das „Kommandantengefühl“ zu erleben. Nun kommen wir zu einer für damalige Verhältnisse noch „jungfräulichen“ Technologie deren Einsatz die Seekriegsführung (auch Luft) nachhaltig veränderte. Mit Verstecken war nun zunehmend Schluss, denn Strahlen durchdrangen auch die Nacht. Die Entdeckung der Grundlagen und Entwicklung dessen, was wir heute als Radar (Radio Detection and Ranging also Funk Erkennungs- und Abstandsmessung) kennen, fand schon im frühen 19 jahrhundert ihre Anfänge Und ihr werdet mit der Zeit in SH4 auch selbst ein Teil der Radar Evolution miterleben, doch am Anfang unserer „Einsatzgeschichte“ 1941 habt ihr es noch mit einer Art „Fliegenklatsche“ zu tun, die irgendwas und irgendwo als Kontakt sichtbar macht, das hatte noch lange nichts mit der heutigen Technologie zu tun. Das anfängliche Luftzielradar ist trotzdem sehr nützlich denn Flugzeuge, ihr wisst es schon, sind schnell und gefährlich, und so ist es sinnvoll lieber einmal mehr als zuwenig auf Tauchstation zu gehen. In der Realität sind nicht wenige Boote auch mal vor einem Kormoran auf Tiefe gegangen, weil auch dieser einen Kontakt abgibt. Doch mit der Zeit verbesserte sich die Zuverlässigkeit und auch die Ablesbarkeit, dennoch gilt es die Radarschirme zu Interpretieren, infolge dessen haben wir einen weiteren „Spezialisten“ an Bord. Erlaubt sei auch ein kurzer Ausflug in die Gegenwart denn den Begriff „Stealth“ wird mit Unsichtbarkeit in Zusammenhang mit Radar falsch verstanden. Die Wirklichkeit ist, das ein Objekt (Flugzeug, Schiff, etc.) an seinen Oberflächen optimiert wird, dass es eine möglichst kleine „Signatur“ erzeugt. Dieses hat zufolge das ein „winziges“ Objekt unbemerkt zwischen zwei Radaranlagen durchschlüpfen kann. (Unsichtbar macht nur der Illusionskünstler, oder auch nicht!) Der Versuch der Radarstörung ist hingegen schon im 2WK angewendet worden, mit wechselndem Erfolg. Tatsache ist auch das euer Radar in SH4 noch recht begrenzte Fähigkeiten hat, und das eine Kombination aller hier beschriebenen Erkennungssysteme wichtig ist. Das Eine macht euch Aufmerksam, dass es eine „Mahlzeit“ gibt, während ein Anderes einen näher an die Beute heran führt und dann ein genauer Blick die Verdaubarkeit ermittelt. Das U-Boot hat viele Gemeinsamkeiten mit den „Räubern“ der Meere und ist zu recht gefürchtet, wenn ihr nach und nach Alles erlernt und eure Strategie mit Geduld und Besonnenheit paart, werdet ihr bald selbst gefürchtet sein. Meine Empfehlung für den Start ist, sich an den feindlichen Küsten „Einzelfahrer“ zu suchen, denn ohne Zerstörer im Gefolge, gibt es auch die Zeit für einen weiteren Torpedo oder den Einsatz des Bordgeschützes. Doch bitte dran denken, Überwasser ist euer Boot ein rohes Ei, und ein Speichern vor dem nächsten „Experiment“ kann viel Verdruss ersparen. So Freunde der „Stählernen Röhre“, ich hoffe das es nicht langweilig für euch war und die Tipps euch vor dem Schwimmen bewahren. Bringst Du Dein Boot in einem Heim, wird die Besatzung glücklich sein. Sanomator |
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A.3. Von Bohnen und Kanonen
Wenn so ein schickes U-Boot schon so ein tolles Deckgeschütz und Flakkanonen besitzt, möchte man ja auch etwas davon haben und wenn es nur ein höherer Strömungswiderstand ist. Zweifellos ist so ein Showdown in der untergehenden Sonne am OK Atoll eine aufregende Nummer, doch erzählen können höchstwahrscheinlich nur die Flugzeugbesatzungen davon. Selbst Wyatt Earp am Flakgeschütz kann nicht verhindern, dass ein Kampfflugzeug mit seiner Bordbewaffnung das Deck des U-Bootes neu dekoriert und anschließend wird die mitgeführte Spreng- oder Wasserbombe, selbst wenn sie nicht direkt trifft, mit dem nah am Rumpf entstehenden Wasserdruck etwas ähnliches machen wie ein Fuß mit der Getränkedose. Das muss einen jetzt nicht weiter beunruhigen, doch der nächst Tauchversuch könnte deutlich anders verlaufen als beabsichtigt. Und genau das führt uns zu dem Thema wozu dienen eigentlich diese Sekundär- und Verteidigungswaffen? Obwohl das Element Wasser zuweilen sehr tückisch ist, stellt die Unterwasserfahrt den sichersten Ort für ein U-Boot dar, insbesondere im Kampfeinsatz bei Tageslicht und möglicher luftgestützter Feindaktivität. Leider lässt sich der Umstand nicht ausschließen, dass ein technischer Defekt oder eine besondere Situation einen Tauchvorgang verhindern, nun wäre das Boot völlig wehrlos und genau hier kommen alle diese Verteidigungswaffen zum tragen. Auch nicht außer Acht zu lassen ist das vor Anker liegen im Hafen, nicht selten hat das geballte Abwehrfeuer aus örtlicher und bordgestützter Flak einen Angriff abgeschmettert. Letztendlich gilt es anzumerken, dass bereits zu Zeiten des 1. Weltkrieges Luftangriffe mit die größte Gefahr für ein U-Boot darstellten, seinerzeit waren es vor allem die Luftschiffe mit ihren gewaltigen Reichweiten und Gesamtflugzeiten, die eine pausenlose Verfolgung ermöglichten. Die im Pazifik vorliegende Situation ist durch die Langstreckenseeaufklärer nicht minder brisant. Hinzukommend ist die Funktechnologie, die etwaige Verstärkungen unverzüglich herbeibeordern kann. Die Gesamtsituation verdeutlicht, dass die einzig richtige Entscheidung bei einem Fliegeralarm das „selbst eingeleitete“ Abtauchen ist. Postume Ehren und die Gewissheit einen wertvollen ökologischen Beitrag als künstliches Riff geleistet zu haben, sind nur ein schwacher Trost für Leben und Gesundheit einer ganzen Bootsbesatzung. Das Deckgeschütz auf U-Booten war in seiner gesamten Verwendungszeit sehr umstritten, zwischen einer geforderten Notwendigkeit und unnützen Ballast, reichten die Meinungen. Die grundsätzliche Annahme war entweder bereits gestellte und beschädigte Schiffe endgültig zu versenken, ohne einen weiteren wertvollen Torpedo zu verschwenden oder einen deutlich unterlegenen Gegner im Überwassergefecht zu vernichten. Wie das Wort schon sagt, „Überwassergefecht“ kann auch bedeuten, dass sich der Gegner zur Wehr setzt, selbst kleinere Segelschiffe wie Schoner hatten zuweilen ein kleines Bordgeschütz in Kriegszeiten. Während des zweiten Weltkrieges im Atlantischen Raum wurden von England Frachtschiffe mit getarnten Bordgeschützen ausgerüstet (Wölfe im Schafspelz), so genannte „Q Ships“. Jetzt wird deutlich, dass man in einer solchen Situation schnell den Kürzeren ziehen könnte, denn selbst wenn man den Gegner versenkt, reicht ein einziger Treffer in euren Bootskörper, der ein tauchwichtiges Element zerstört, dass Ihr ab jetzt selber nur noch eine Zielscheibe seit. Es ist immer wieder atemberaubend an die Kanonenduelle des Achtzehntenjahrhunderts zu denken, wenn majestätische Schlacht- und Linienschiffe sich in epischen Feuergefechten dicht an dicht Ihren Schicksal stellten. Allerdings hatte das schon im frühen Neunzehntenjahrhundert nichts mehr mit der realen Seekriegsführung zu tun, die Distanzen über die ein Gefecht geführt wurde stiegen dramatisch an. Es ist natürlich möglich sich mit seinem U-Boot Überwasser ein Gefecht mit Zerstörern, U-Boot Jägern, oder Küstenschnellbooten zu stellen, aber euere größte Chance, das zu überstehen ist höchstens, dass alle Gegner vor Schreck von Bord fallen. Nicht wenige Kommandanten wollten dieses „Gerümpel“ von Deck haben, und einer von Ihnen drückte es so aus „Ich habe auch nicht die Absicht meine Männer den Gegner mit Äxten und Schwertern Entern zulassen“ Sanomator |
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Der Torpedo
Vom Rammsporn zum Shkval Als vor etwas über 30 Jahren Gerüchte über einen Raketentorpedo mit einer Unterwassergeschwindigkeit von ca. 350 Kmh bekannt wurden, lachten viele Experten laut auf, doch bald verstummten sie denn es entsprach der Realität. Wieder einmal hatte der menschliche Geist Unglaubliches ersonnen und es Gestalt annehmen lassen. Die Triebfeder der menschlichen Evolution ist der Erfindungsgeist und das permanente Hinterfragen aller Erscheinungen und Ereignisse unserer Umwelt. Leider ist diese Eigenschaft mit der kontinuierlichen Bestrebung des Menschen gepaart, sich gegenseitig möglichst effizient auszumerzen, somit ist es auch nicht verwunderlich, dass auch die maritime Geschichte stark mit der militärischen Entwicklung verknüpft ist. Es steht nicht fest ob, die erste Seeschlacht der Menschheitsgeschichte ein paar Männer in Fellen gehüllt, auf treibenden Baumstämmen führten, die sich gegenseitig mit Steinen bewarfen. Die Ereignisse der Antike jedoch sind in Wort und Bild manifestiert. Mit dem aufkommenden Warenhandel und der Erschaffung von großen seetüchtigen Handelsschiffen, keimten sogleich auch die territorialen Streitigkeiten auf. Nunmehr galt es seine Handelswege zu schützen, welches immer effizientere Kriegsschiffe erforderte und sobald diese auf gegnerische trafen, entbrannten grausame Gemetzel. Um einen entscheidenden Vorteil zu erlangen, musste man den Gegner mit einem Schlag manövrierunfähig machen können, Mit der Einführung der Galeere und der durch die Ruderer kontrollierbaren Antriebsenergie, wurde eine tödliche Waffe zum Einsatz gebracht. Der Rammsporn, eine mit Metall verstärkte, aus dem Bug auf Höhe der Wasserlinie hervorstehende Holzkonstruktion, mit der es unter aufnehmen der „Rammgeschwindigkeit“ durch die Ruderer möglich wurde ein feindliches Schiff durch den „Rammstoß“ in der Flanke vernichtend zu beschädigen. Somit wurde das gesamte Schiff zu einem Waffensystem, doch nach und nach verlagerte sich das Gewicht im Kampfgeschehen auf die an Deck montierten Fernwaffen, die durch verschießen von Steinkugeln, Brandsätzen und Metallbolzen dem gegnerischeren Schiffen und ihrer Besatzung zu Leibe rückten. Sogar ein schiffsgestützter Flammenwerfer kam zum Einsatz, von einem Spritzenschiff aus wurde das “Griechisches Feuer“, eine auf Erdöl oder Asphalt basierende Substanz in entzündeter Form, dem Gegner entgegengesprüht, auch dieses hatte eine vernichtende Wirkung, weil es sich nicht mit Wasser löschen ließ. Etwas was uns nun thematisch schon nahe an den Torpedo als „Einwegwaffe“ führt, wäre der „Brander“, ein zumeist ausgemustertes kleineres Schiff, das mit einer geringen Besatzung auf den jeweiligen Gegner zusteuerte und in Brand gesetzt wurde, die Mannschaft versuchte sich dann möglichst spät zu lösen, um ein Aufprallen auf das gegnerische Schiff zu gewährleisten. Nicht selten waren die verfeindeten Flotten derart eng gestaffelt, dass sie kaum noch Raum zum Manövrieren hatten, wenn nun ein lichterloh in Flammen stehendes Schiff in diesen Flottenverband eindrang, konnten die Flammen schnell auf mehre Schiffe übergreifen. Da zu dieser Zeit Holz als Hauptbaumaterial und Leinensegel üblich waren, breitete sich das Feuer nahezu explosionsartig aus und ebenso die Panik der Besatzungen. Sehr wichtig ist die Tatsache, dass auch eine mit Schießpulver beladene Variante des Branders zum Einsatz kam, welche bei ihrer Detonation die brennenden Trümmer in einem großen Radius auf die Umgebung verteilte. Darüber hinaus bestand die Möglichkeit feste Hindernisse wie Hafenbarrieren oder Fluss- sperren mit der Explosivkraft zu zerstören, ebenso wie vor Anker liegenden Schiffe. Doch ein Überraschungsmoment ließ sich mit solchen Taktiken nicht erreichen, auch die Gefahr für die jeweilige Branderbesatzung war enorm: Mit der zunehmenden Verwendung von Feuerwaffen vor allem der Schiffskanonen, wurde eine solche Annäherung zum Himmelfahrtskommando. Einen schwimmfähigen Explosivkörper von einer kaum sichtbaren Struktur zu entwickeln erschien nun unabdingbar, genau an diesem Punkt ist es wichtig die Vermischung des Begriffes von Minen und Torpedos zu definieren. Das was wir heute unter dem Begriff Torpedo verstehen, entstand aus einer, über einem Jahrhundert andauernden, Entwicklung von Unterwassersprengsätzen, die treibend oder stationär angewendet wurden. Namentlich stammt „Torpedo“ vom Zitterrochen aus der Familie der Torpedinidae ab, der die höchst unangenehme Fähigkeit besitzt Stromschläge mit einer Stärke von bis zu 220 Volt abgeben zu können. Überlieferungen von Seeleuten nach gab es eine Mutprobe, in der man auf den durch den Fang schon enorm gereizten Rochen urinierte, der durch den plötzlichen Temperaturanstieg besonders heftige Reaktionen zeigte. Den Erzählungen nach sorgten diese Mutproben unter Umständen für längere Flauten in den Ehebetten der Seeleute. Sehr große militärische Bedeutung gewannen viele diese Erfindungen im Amerikanischen Bürgerkrieg, von den Südstaaten wurden Sabotagekommandos eingesetzt, die den „Kohletorpedo“ verwendeten, ein gusseiserner mit Schießpulver gefüllter Körper, der durch bekleben mit Kohlenstücken und Ruß unbemerkt in die Kohlebunker der Nordstaatenschiffe eingeschleust werden konnte. Es bedarf keiner weiteren Beschreibung, was eine Explosion in der Kesselanlage eines Dampfschiffes bedeutete, aber verdeutlicht die „Heintücke“ solcher Waffen. In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass die ersten Torpedokorps nicht aus Marineeinheiten entstanden, sondern aus Pioniereinheiten, die in Flüssen und Hafeneinfahrten Torpedosperren anlegten, um diese Sprengkörper am hineintreiben zu hindern. Auch die ersten Versuche des „Torpedierens“ durch ein Unterwassergefährt mittels Anbringens eines „Fasstorpedos“ an ein Schiff, fielen in diese Zeit, doch noch mit sehr bescheidenen Ergebnissen und tragischen Unfällen. Die heutige klare Unterscheidung von Minen und Torpedos liegt im Antrieb, der auch zeitgleich den Offensiv Torpedo definiert, der sich so vom Sabotage-Instrument zum Waffensystem entwickelte. Was unserer Vorstellung eines Torpedos am ehesten entspricht, ist der „Fischtorpedo“, der die Hauptkriterien erfüllt, die bis in die heutige Zeit Geltung haben. Ein Sprengkopf mit Zündanlage, einen zylindrischen Körper der die Antriebsmittel beherbergt und einen Antriebsmotor mit Propellerschraube und Richtruder. Eine Vielzahl von Antrieben und Zündmechanismen entwickelten eine völlig neue Offensivwaffe, die vor allem die Marine inspirierte sich mit neuen Wasserfahrzeugen zu beschäftigen, darunter auch das Tauchboot. Die rasante Entwicklung der neuen „Dreadnout Klasse“ (Metallgepanzerte Schlachtschiffe) machten neue Taktiken erforderlich, eine Art wenn man mir diese Bezeichnung erlaubt, „Kavallerie“, die schnell auf verschiedene Gefechtssituationen reagieren kann. Dieses war die Geburtsstunde des Zerstörers und Torpedobootes, die zunehmend an Bedeutung gewannen aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit unverzichtbar für jede moderne Flotte wurden. Doch sich im Gefecht einem feindlichen Schlachtschiff zu nähern war für diese leicht oder gar nicht gepanzerten Einheiten ein Spiel auf Leben und Tod. Langsam entwickelte sich das Tauchboot zur Einsatzreife und im Zusammenspiel mit dem Torpedo konnten auch die letzten Kritiker von der Schlagkraft dieser neuen Technologie überzeugt werden. Der Einsatz der U-Boote im ersten und zweiten Weltkrieg meißelte Ihre Bedeutung unauslöschlich in die Annalen der Kriegsgeschichte ein. Was den Torpedo über all die Zeit und Entwicklungsstufen gemein blieb, ist sein enorm hoher Herstellungspreis, denn Edelmetalle und Hochtechnologie auf kleinsten Raum machen ihn zur „Preziose“ der Waffentechnologie. Weitere Fortschritte in der Forschung brachten immer größere „Unabhängigkeit“ der Zielsysteme und Suchverfahren dieser Waffe, ebenso erhöhten sich die Reichweiten. Der so genannte „ kalte Krieg“ trieb die Evolution von U-Booten und ihrer Primärwaffen in ungeahnte Sphären, denn nun konnten sich die Boote gegenseitig angreifen. Dieses gewann besondere Bedeutung mit dem Erscheinen der Raketenboote, die ihre bedrohliche nukleare Fracht vor die Küsten des „Feindes“ trugen, welches das Jagd-U-Boot zu einer neuen Klasse von hochspezialisierten Unterwasserfahrzeugen machte. An der Tatsache das Vorkommnisse, die nun über vierzig Jahre zurückliegen immer noch der Geheimhaltung unterliegen und viele Familien noch immer nicht wissen, was mit ihren Ehemännern, Vätern, Brüdern und Söhnen geschah, ist zu erkennen wie heiß der „Kalte Krieg“ wirklich war. Aufgrund der immer stärkeren Nutzung der Elektronik und Hydrophonik war es nahezu ausgeschlossen sich unbemerkt wirklich nahe an einen Gegner anzuschleichen, das erforderte ein Waffensystem, das sehr große Distanzen überbrückte und dabei seinen Kurs immer wieder an sein Zielobjekt anglich. Die Geschwindigkeit spielt nun eine maßgebliche Rolle, um die mögliche Reaktionsfähigkeit des Gegners einzuschränken, um seine Gegenmaßnahmen einzuleiten oder einen Gegenangriff vorzunehmen. In der Physik sind Körpern Grenzen in ihrer Bewegungsfähigkeit gesetzt, zum Beispiel der Luftwiderstand den ein Auto erfährt wenn es sich fortbewegt oder dem Torpedo der durch das wesentlich dichtere Wasser einen enormen Strömungswiderstand ausgesetzt ist, der seine Höchstgeschwindigkeit einschränkt. Doch während der Entwicklung der Unterwasser startenden Mittel- und Langstreckenrakete von U-Booten aus, machte man sich den Effekt einer „Gasblase“ zu Nutze, in dem man sie in geringeren Strömungswiderstand schneller aufsteigen ließ, um nachdem die Rakete die Wasseroberfläche durchdrungen hat den Antrieb zu starten. So wie es einst galt die Schallmauer zu durchbrechen, wurde auch hier mit den neusten Erkenntnissen gearbeitet, um den Strömungswiderstand noch mehr Geschwindigkeit abzuringen. Der Gedanke lag nahe nun auch einen raketenbetrieben U-Boot-Torpedo zu entwickeln, nach jahrzehntelanger Forschung und Erprobung von optimierten Körpern und Strömungs- Physik, gelang sowjetischen Wissenschaftlern der Durchbruch. Superkavitation ist ein Phänomen, das bei Objekten in Wasser ab einer Geschwindigkeit von ca. 180 km/h auftritt. Durch die hohe Reibung verdampf das Wasser und durch die spontane Druckveränderung wird eine Gasblase gebildet, die das Objekt vollständig umschließt. Dadurch wird die Reibung erheblich reduziert und die bisherigen Obergrenzen bei Geschwindigkeiten im Wasser (ca. 50-70 km/h) gelten nicht mehr. Da die Objekte dann in einer Gasblase eingeschlossen sind, funktionieren Schiffsschrauben im Vakuum natürlich nicht mehr, man verwendet stattdessen Raketentriebwerke. Die Superkavitation wurde zuerst von der Sowjetunion für Torpedos eingesetzt. Im Jahre 1977 wurde der "Shkval" (Sturmböe)entwickelt und konnte damals bis zu 350 km/h erreichen und war damit für kein feindliches Schiff oder U-Boot abzuwehren. Inzwischen soll es eine zweite Generation des Shkval geben, der bis zu 500 km/h erreicht. Ein Test dieses Torpedos wird mit dem tragischen Verlust der Kursk in Verbindung gebracht, dessen hochexplosiver Treibstoff durch einen „Kurzschluss“ zur Detonation gebracht worden sein soll. Ich hoffe, dass ich euch eine interessante „Fahrt“ durch die Geschichte des Torpedos liefern konnte. In einem anderen Artikel kommen natürlich auch die Funktionsweise und Antriebe der Torpedos an die Reihe und warum die Dinger nicht immer Tun was sie sollen. Also dann hoffentlich bis zum nächsten Mal Sanomator |
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Die Besatzung
Es gibt nur wenige Orte und Situationen in denen Menschen auf engsten Raum, auf das Äußerste gefordert werden und dabei so sehr aufeinander angewiesen sind. Ein Segelschiff in einem schweren Sturm ist wohl das prägendste Erlebnis für eine Besatzung und der Prüfstein für Mensch und Schiff zugleich. Den Elementen zu trotzen und seinen Kurs zu halten, das galt als Ideal der „Seemannschaft“, diese Werte werden auch noch heute traditionell weltweit auf Schulschiffen vermittelt. Der Begriff Besatzung definiert sich aus dem besetzen einer Position, im Ursprung von den Ruderbänken der Galeeren. Heute sind es die vielschichtigen Aufgaben, die ein modernes Wasserfahrzeug im Betrieb erfordert, doch bedingt gerade dieser Unstand, dass jeder Mensch an Bord mehrere Funktionen erfüllen muss. Erst diese Reglung macht es möglich eine effiziente und funktionsfähige Besatzung von überschaubarer Stärke einzusetzen, und nirgendwo wird das so deutlich wie auf einem U-Boot. Wenn schon sonst ein Feuer auf See einen tödlichen Gegner darstellt, wird es in einem getauchten U-Boot zu einem Überlebenskampf ohne jede Fluchtmöglichkeit. Solche und andere Situationen verdeutlichen die Wichtigkeit die Fähigkeit zur Brandbekämpfung oder der Erstversorgung von Verletzten zu besitzen, ungeachtet der jeweiligen Hauptaufgaben. Die Spezialisierung von Besatzungsmitgliedern wurde vor allem im zweiten Weltkrieg wichtig, da neue Technologien umfassende Ausbildungen erforderten. Dennoch gab es eine maximale Anzahl von Personen, die ein U-Boot mit dem Lebensnotwendigen versorgen konnte. Aus dem ständigen Platzmangel resultieren viele besondere Lösungen, unter anderen die doppelte Nutzung der Kojen oder zeitlich versetzte Essensausgabe. Da ich persönlich dem Kochen sehr zugetan bin, befinden sich meine „Helden“ in der Kombüse, denn auf den wenigen Quadratmetern eine ganze Besatzung zu versorgen, ist eine tägliche Meisterleistung. Das gemeinsame Essen ist eine der wenigen sozialen Strukturen bei dem auch mal ein paar Gespräche stattfinden. Darum ist es auch von hoher moralischer Bedeutung. Derjenige, der das Gerücht in die Welt setzte, das schlecht versorgte Soldaten besser kämpfen, war vermutlich nie einer. Was das allgemeine Interesse für diese Thematik weckte war die Verfilmung des Buches „Das Boot“, in dem die schicksalhafte Geschichte eines Deutschen U-Bootes im zweiten Weltkrieg beschrieben wird. Doch bei allen eindrucksvollen Bildern, mit der beklemmenden Atmosphäre, konnte eines nicht vermittelt werden, der Geruch. Eine Mischung aus menschlichen Ausdünstungen, Dieselschwaden und durch Feuchtigkeit entstehende Fäulnis. Sich nicht mehr riechen zu können bekommt da eine ganz neue Bedeutung, zumal die Möglichkeiten zur Körperpflege äußerst begrenzt waren. Und auf der anderen Seite gilt man auch bis heute schnell als „Badenutte“ wenn man zu sehr auf seine Hygiene achtet. Eine Menschengruppe auf engsten Raum unter solchen Bedingungen, neigt auch zu sehr hoher Reizbarkeit, was unter Umständen zu einer verminderten Einsatzfähigkeit führt. So genannte „Gammelfahrten“ die Deutsche U-Bootfahrer während des zweiten Weltkriegs erlebten, untergruben die Kampfmoral der Mannschaften sehr, weil sie verdeutlichten das ihnen keine effiziente Aufklärung zur Verfügung stand. Dass Kameradschaft sich nicht anerziehen lässt, sondern erarbeitet werden muss, ist für mich persönlich das Sinnbild einer gewachsenen Struktur, man muss nicht unbedingt der beste Freund sein, aber gewissenhaft Hand in Hand arbeiten können. Die Verlässlichkeit in einer Notsituation, sagt am meisten über ein Individuum aus und wie überlebensfähig dadurch eine Besatzung insgesamt sein kann. Eine fundierte Ausbildung und fortlaufendes Training sind unersetzlich und erzeugen eine stabile Routine, die gepaart mit ausgeglichener Freizeitgestaltung einen Menschen vor einem Koller bewahrt. Um euch einen kleinen Eindruck der Platz und Lebensverhältnissen an Bord eines US U-Bootes zu vermitteln habe ich einen Videolink eingefügt, der die USS Cod zeigt. Sie ist ein Boot der Gato Klasse und hat als „Museum“ ein würdiges Schicksal gefunden, ihr könnt dort mit einem Kamerateam unter Begleitung eines Veteranen einen interessanten Rundgang machen. http://www.youtube.com/watch?v=UJcuLdwxhyc (Leider nur in Englisch aber sehr lustig) Eine der wenigen Annehmlichkeiten an Bord der „neueren“ Boote wie der Gato Klasse war die Klimaanlage, die in Hinblick auf die Temperaturen und der Luftfeuchte des Pazifikraumes wenigstens ein wenig Erleichterung brachte. Zusätzlich verbaute Ventilatoren an den Stationen und Gängen sorgten für die Luftzirkulation. Auf fast jedem Boot gab es jemanden, der ein Instrument spielte und auch einen der singen konnte, was in der Freizeit für Stimmung oder auch mal für ein kleines Bordfest sorgte. Überhaupt findet man bei der Marine viele Improvisationstalente, denn was man nicht mit Bordmitteln herstellen kann, das gibt es dann eben auch nicht. Und so wurden „Siegesflaggen“ zur Versenkung von Gegnern genäht, und nicht gerade wenige, wirklich imposante Gemälde in Form von Maskottchen und Sieges Insignien, zierten Turm oder Bordwände. Was man mit einem Pinsel und Geduld so zaubern kann ist beeindruckend, und einiges landete auch im Form von Tattoos auf den verschiedensten Körperteilen. (Autsch!) Es braucht auch nicht unbedingt einen menschlichen Gegner, der umfangreiche Reparaturen nötig macht, denn die See richtet manchmal ein Schiff oder U-Boot genauso schlimm zu. Von einem Moment zum anderen wird eine Gruppe von Menschen unter der Anleitung eines „Technischen Offiziers“ zur Reparaturcrew, die mit allen Kräften ein ungewolltes Abtauchen zu verhindern sucht oder gerade diese Fähigkeit des Bootes wieder herstellt. Der Wassereinbruch während der Tauchfahrt ist wohl eines der traumatischsten Erlebnisse für eine U-Bootbesatzung, dort zählt dann wirklich Koordination und Schnelligkeit als Überlebensmaxime. Und so wurde mit Werkzeugen und Leckwehrmaterial unter klaustrophobischen Bedingungen und dem höchsten vorstellbaren physischen und psychischen Druck gearbeitet. Von vielen Rettungseinrichtungen, die heute zur Verfügung stehen, konnten die Besatzungen in zweiten Weltkrieg nur träumen, zu ihrer Zeit drohte in größeren Tiefen nur noch der sichere Tod. Ereignisse der Nachkriegszeit haben auf amerikanischer und sowjetischer bzw. russischer Seite gezeigt, dass bereits die geringste Nachlässigkeit in Entwicklung oder Wartung katastrophale Folgen für ein U-Boot und seine Besatzung hat. Warum ich in diesem Artikel bisher die Bezeichnung Mannschaft nicht verwendet habe, hängt mit der Tatsache zusammen das in der gesamten Geschichte der Seefahrt auch viele Frauen ihren prägenden Beitrag geleistet haben. Sie waren Matrosen in Verkleidung, die ihr Heil auf See statt in einer Zwangsheirat suchten, und sie waren Piraten und sogar Kapitäne die den männlichen Freibeutern in nichts nachstanden. Heute leisten Frauen in der Handelsmarine und in den Seestreitkräften von vielen Nationen dieser Welt ihren aktiven Dienst, vor allem sehr erfolgreich in der Offizierslaufbahn. Meiner Erfahrung nach verbessern sich dadurch auch die Umgangsformen und Gesprächsinhalte - zumindest etwas, gegenüber einer reinen Männerwirtschaft. Seit den Zeiten des „kalten Krieges“ hat sich das U-Boot zu einer „Mehrzweckbasis“ entwickelt und ebenso die „Spezialisten“ an Bord. Es gilt nicht nur einen eventuellen Feind orten zu können, sondern auch allgemeine Aufklärung zu leisten, denn vor allem ist das Militär eine „Informationsgesellschaft. Wenn man heute eine Operationszentrale auf Schiffen oder U-Booten betritt, wird sofort deutlich das computergestützte Analysesysteme, Satellitenkommunikation, Decodierung und Zielsysteme die elementaren Entscheidungshilfen sind. Weltweites Anwachsen von Piraterie und Terrorismus sind der Auslöser für große Umstrukturierungen der Seestreitkräfte, um den überlasteten Küstenschutz zu verstärken. Viele U-Boote der Navy dienen nach einem Umbau jetzt als Multifunktionsplattformen, die nun Kampftauchern, Marineinfanterie, Navyseals und Sondereinsatzgruppen als Basis zur Verfügung stehen, um vielfältige Aufgaben unter größter Geheimhaltung durchzuführen. Ebenso ist die elektronische Ausrüstung zur „Informationsbeschaffung“ auf dem höchsten vorstellbaren Stand, ebenso sind die Waffensysteme auf äußerst präzise Operationen ausgelegt. Welchen großen Beitrag die U-Boote während des „Inselspringens“ im Pazifik geleistet haben ist nur unzureichend bekannt. Kaum eine größere Landeoperation fand ohne eine entsprechende Aufklärung statt, die nicht nur aus Luftbilder bestand, viele lebenswichtige Informationen konnten nur durch abgesetzte Spezialisten ermittelt werden. Dazu gehörten auch Erkenntnisse über die zu erwartenden Wetterverhältnisse oder das Vorhandensein von Landungs-Barrieren, Seeminen und vielen anderen unliebsamen Überraschungen Es ist zweifellos der Hauptauftrag der Boote, feindliche Schiffe zu versenken, doch das Leben von vielleicht Hunderten von Marinesoldaten durch eine gelungene Aufklärungsarbeit gerettet zu haben, ist ungleich gravierender. Die Erkenntnis über das Vorhaben eines Gegners, ist der Schlüssel zur Abwägung einer Siegeschance, denn eine sichere Niederlage zu vermeiden ist auch ein Sieg. Sanomator. |
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7 Dezember 1941
Amerikas endgültiger Schritt in den zweiten Weltkrieg Ein fortwährend tosendes Schlachtfeld ist die Geschichte und Historiker sind darauf Generäle und Soldaten zugleich. Wie unvorbereitet oder unschuldig eine Nation sein kann, die mit Embargos und Interventionen einen vermeintlichen Gegner zu einer Handlung provoziert, sei dahingestellt. Jedoch ein Stützpunkt von elementarer strategischer Bedeutung in einer sich anbahnenden Krisensituation für unangreifbar zu halten ist eher eine sträfliche Fehleinschätzung. Die große Anzahl der selbstgefälligen Berichte von britischen und amerikanischen Militärs, die einen Gegner beschrieben der durch körperliche Benachteiligung und geistiger Rückständigkeit keine wirkliche Bedrohung darstellte, sprechen für sich selbst. Die scheinbar völlig unbemerkte Industrielle Revolution Japans und der Wille zum Aufstieg zur Weltmacht, sollten weitreichende Konsequenzen für alle Beteiligten mit sich bringen. Die Vorgeschichte zum Angriff auf die Stützpunkte des Britischen Empires, der Niederlande und Amerikas im Pazifikraum, sind eine Aneinanderreihung von Zufällen und Versäumnissen. Ein Blick aus dem Fenster war der spionagetechnische Hauptaufwand der nötig war, um die Lage in Pearl Harbor geheimdienstlich zu erfassen. Eine Reihe von Fotos und Zeichnungen wurden per Brief nach Japan verschickt, darüber hinaus wurden viele Informationen, auch über die dort ansässige japanische Gesandtschaft als verschlüsselte Funkmeldungen übermittelt. Zwar verfügten Briten und Amerikaner über die Fähigkeit diese Meldungen zu entschlüsseln, aber man nutzte diesen Vorteil nur unzureichend oder maß deren Innhalt keine größere Bedeutung bei. Die Planung des Angriffs auf den Flottenstützpunkt Pearl Harbor ist bei nüchterner Betrachtung ein Nebenprodukt auf dem Weg zu den kriegsnotwendigen Rohstoffen auf den britischen und niederländischen Kolonien in Südost Asien. Für alle weiteren Kriegsanstrengungen der Japaner war die Eroberung von Malaysia, Singapur, Burma, und Niederländisch – Indien unabdingbar, um das durch die USA verhängte Öl-Embargo ausgleichen zu können. All diesen Erwägungen der Japaner standen die Philippinen, eine halbautonome Kolonie der USA entgegen, die bei einem Kriegseintritt der Amerikaner eine erhebliche Bedrohung für ihre zukünftigen Rohstoffnachschubwege darstellte. Zumal die Vereinigten Staaten eine allgemeine Truppenverstärkung auf ihren Stützpunkten im Pazifikraum und die Verlegung der Pazifikflotte von San Diego nach Pearl Harbor vornahmen, als Reaktion auf die japanische Okkupation von Französisch – Indochina. Doch ein Zufall sollte dem Kaiserreich einen taktischen Vorteil von unschätzbarem Wert in die Hände spielen. In den Morgenstunden des 11 November 1940 wurde das britische Frachtschiff Automedon von dem deutschen Hilfskreuzer Atlantis westlich von Sumatra gestellt und nach kurzem Beschuss geentert Die deutsche Kapermannschaft konnte eine Anzahl von 15 Postsäcken mit geheimem Inhalt und die aktuellen Tabellen mit dem britischen Handelsmarinecode in ihren Besitz bringen. Eine besonders auffällige, grüne Dokumententasche, die mit Messingösen durchsetzt war, um sie im Notfall schnell in der See versinken lassen zu können, wurde sofort dem Kommandanten der Atlantis Kapitän zur See Bernhard Rogge überbracht. Die erbeutete Tasche enthielt eine umfassende, britische, strategische Lagebeurteilung für Südostasien, die an den Oberbefehlshaber auf Singapur gerichtet war. Die detaillierten Informationen über Truppenstärken, Ausrüstungen und vor allem über die zu erwartenden Unterstützungen aus dem Empire waren überwältigend. Englands ursprüngliche Planungen zur Verteidigung seiner Kolonien in Asien waren durch die Ereignisse in Europa und der Kriegsentwicklung auf dem Atlantik deutlich eingeschränkt worden. An eine Verlegung eines umfangreichen Flottenverbands oder von großen Heeresgruppen war nicht mehr zu denken, auch Flugzeuge waren für das Überleben Englands unabkömmlich. Die eigentlich einzig positive Einschätzung dieses Papiers war, dass man einen japanischen Angriff zurzeit für unwahrscheinlich hielt. Durch ein simples Tauschgeschäft gelangten diese Unterlagen in den Besitz des japanischen Oberkommandos, die anfänglichen Zweifel an der Authentizität der Informationen dauerten nicht lange an. Sämtliche nachrichtendienstliche Berichte des Kaiserreichs deckten sich mit den Inhalten der erbeuteten Unterlagen und mehr noch, zu diesen Erkenntnissen hätte man durch eigene Spionage niemals in diesem Umfang gelangen können. Für Japan war die Zeit gekommen seinen Eroberungsplänen in ungeahnten Größenordnungen nachzugehen, denn niemals hätten die Vorraussetzungen günstiger sein können. Eine Abfolge schneller Überrachunksangriffe nach dem deutschen Blitzkriegmuster sollten mit einem Schlag den Grossteil der geplanten Eroberungen Japans ermöglichen. Zugleich war die Möglichkeit der Ausschaltung der US Pazifikflotte in einer kühnen und völlig neuen Angriffsform mit gleichzeitiger Zerstörung der Hafen und Versorgungsanlagen in greifbare Nähe gerückt. Mit der Planung dieses komplexen und entscheidenden Angriffs wurde Admiral Yamamoto beauftragt, er war ein genialer Stratege und ein weiser Prophet zugleich. Er sah das wechselnde Kriegsglück voraus und als Kenner der USA und seiner Wirtschaftsmacht wusste er um den Riesen den man wecken würde. Doch das Bushido und die Treue zum Kaiser machte es den Offizieren, gleich den Samurai, unmöglich auch nur einen Gedanken an Ungehorsam aufkommen zu lassen. Viele Mythen und Geheimnisse ranken sich um die Ereignisse am 7.12.1941 in Pearl Harbor auf O´ahu Hawaii. In der Dokumentation „Unsolved History Myths of Pearl Harbor“ werden Antworten gesucht und mit modernsten Mitteln der Computeranimation und Laborforschung auch gefunden. Welche Rolle spielten die neusten Kleist U-Boote der KJM und griffen sie wirklich an oder wurden sie alle vorher versenkt? Kann eine kleine Holzkonstruktion ein Schlachtschiff vernichten und was hat eine Schlachtschiffgranate an Bord eines Bombers zu suchen? In dieser auch selbstkritischen, amerikanischen Dokumentation werden gerade die vielen ungeklärten Aspekte beleuchtet. Viele dort zu sehenden Filmaufnahmen und Fotos sind in Deutschland noch nicht gezeigt worden und inhaltlich ist diese Sendung für mich persönlich das Beste was ich in diesem Zusammenhang bisher gesehen habe. Der kleine Aufwand mit den 8 Teilen zu jeweils etwa 10 Minuten lohnt sich und zeigt euch in allen Einzelheiten was damals wirklich geschah. Leider ist, wie sonst oft, alles nur in Englisch verfügbar, aber auch die Bilder selbst sind wirklich sehenswert. Teil1 http://www.youtube.com/watch?v=2OhFTggzMlY&mode=related&search= Teil2 http://www.youtube.com/watch?v=b2OrztVZeuA Teil3 http://www.youtube.com/watch?v=6Q8dCFX1yko&mode=related&search= Teil4 http://www.youtube.com/watch?v=TzDxuqBW3OI&mode=related&search= Teil5 http://www.youtube.com/watch?v=E496tOGwp5M&mode=related&search= Teil6 http://www.youtube.com/watch?v=pS0QoJpi700&mode=related&search= Teil7 http://www.youtube.com/watch?v=SEIZB2sNHtE&mode=related&search= Teil8 http://www.youtube.com/watch?v=KJ7vaKqmSCo&mode=related&search= Die bis zu diesem Datum eher pazifistisch eingestellte Bevölkerung der Vereinigten Staaten, entflammte danach geradezu in dem Bestreben nach Vergeltung Die Kriegsanstrengungen Amerikas waren von solch gigantischem, industriellen Ausmaß, das es sogar gelang, ihren zukünftigen Alliierten mit einem Strom von Rüstungsgütern zu versorgen. Die Auswirkungen des 1 Weltkriegs machten die USA zur Großmacht, die Folgen des zweiten zur ersten atomaren Supermacht. Yamamotos schlimmste Befürchtungen wurden noch in den Schatten gestellt, wie die Silhouetten von Menschen an den Mauern von Hiroshima und Nagasaki mahnend bewiesen. Japan zahlte einen hohen Preis für einen Traum von der asiatischen Wohlstandssphäre und hat sich gesellschaftlich bis zum heutigen Tage nicht wirklich davon erholt. Die zeitgleich zu Pearl Harbor laufenden Angriffe auf die Kolonien mit den unersetzlich wertvollen Rohstoffen für das Kaiserreich waren genauso überraschend und vernichtend. Die amerikanischen Verluste an Menschen und kriegswichtigen Gerät waren fatal. Für das Britische Empire sollte es noch bedeutend schlimmer kommen, die japanischen Angreifer waren nun weitaus besser informiert über Möglich- und Unmöglichkeiten der Verteidiger als sie selbst. Eine militärische Katastrophe folgte der anderen, und die zum Teil schlecht ausgebildeten und unerfahrenen Soldaten der Kolonialstreitkräfte, trafen auf zwar zahlenmäßig unterlegene japanische Truppen. Mussten aber schnell feststellen, das sie diesen kampferprobten und exzellent taktierenden Gegner nichts entgegenzusetzen hatten. Akkurat aufeinander Abgestimmte Luft-, See- und Bodenangriffe fegten die Verteidigungsanlagen der Briten und Niederländer einfach hinweg. Was auch immer die verzweifelten und auch schon sehr unkoordiniert handelnden Kommandanten versuchten misslang tragisch. Was auf japanischer Seite nicht mit Hochtechnologie bewältigt wurde, ersetzten sie durch simple aber geniale Lösungen, wie zum Beispiel schnelle Fahrrad – Vorstöße. Die einen sich schnell zurückziehenden Gegner jede Möglichkeit auf eine Reorganisation und Bau von Verteidigungsstellungen nahmen. Ohne jede Unterstützung oder Nachschub, unter erschütternden Verlusten, musste der Oberkommandierende der britischen Truppen Arthur Percival die unausweichliche Niederlage eingestehen. Sein Entschluss zur Kapitulation auf Singapur die etwa 80.000 Soldaten in japanische Kriegsgefangenschaft führte, hatte zumindest die völlige Vernichtung der Truppen verhindert. In den Lagern trafen sie auf weitere 50.000 Gefangene, die von den anderen Feldzügen in den Kolonien stammten. Doch das Los der Männer und auch der nicht mehr evakuierten Frauen war besonders hart, die klimatischen Bedingungen und die Brutalität ihrer Bewacher ließen noch Tausende sterben. Japan hielt sich nicht an die Genfer Konvention und nutzte seine Gefangenen zur Zwangsarbeit für militärische Zwecke. Unter den Folgen von Unterernährung und Tropenkrankheiten leidend, den ständigen brutalen Repressalienen ausgesetzt, unterschieden sich die Menschen bald nicht mehr von den KZ Opfern in Deutschland. Auch die Zivilbevölkerung wurde mit absoluter Härte behandelt und zuweilen willkürlich ermordet. Die Japaner betrachteten ihre Handlungsweise als legitime Rache an den westlichen Unterdrückern, darüber hinaus sahen sie die Bewohner größtenteils als Untermenschen an. Welches aus der rechtspopulistischen Orientierung rührte, die das ganze Kaiserreich ergriffen hatte und jede Opposition im Keim erstickte. Die britischen südostasiatischen Kolonien existierten nicht mehr, ganze Armeen wurden vernichtet oder gingen durch die Kriegsgefangenschaft verloren. Doch ein weiteres Ereignis sollte gerade die alte Seemacht England ebenso hart treffen und auch die Geschichte der Seekriegsführung nachhaltig verändern. Nur drei Tage nach dem Angriff auf die Schlachtschiffe in Pearl Harbor erfolgte ein kombinierter Angriff von japanischen Horizontal- und Torpedobombern auf die als Verstärkung von England entsandten Schlachtschiffe HMS Repulse und die HMS Prince of Wales. Die als Force Z eingeteilten Schiffe fuhren wie ein Verband des ersten Weltkriegs ohne weitere Unterstützung oder Deckung aus der Luft im Seegebiet vor der malaiischen Halbinsel als sie von den japanischen Aufklärern lokalisiert wurden. Mit großer Tapferkeit wehrten sich die beiden Schiffe, unter Einsatz Ihrer Flakgeschütze und ständigen Ausweichmanövern versuchten sie sich der japanischen Angriffswelle zu entziehen. Anfänglich gelang dieses auch, doch der japanische Angriff war voll koordiniert, immer mehr Bomben und Torpedos trafen ihre Ziele und brachten schließlich die Schiffe zum Sinken. Die Ära der Schlachtschiffe als Königinnen der Meere war beendet, das Flugzeug in Kombination mit dem neuen Flugzeugträger hatten sie endgültig abgelöst. Für die weiteren Kampfhandlungen galt, dass Großkampfschiffe oder überhaupt Wasserfahrzeuge ohne Luftunterstützung in ein Gefecht zu schicken einem Todesurteil gleich kam. Das Britische Empire sollte nie wieder seine einstige Machtausdehnung erreichen, und mit dem Ende des zweiten Weltkriegs kam aus vielen Kolonien das Aufbegehren nach Autonomie und Unabhängigkeit. Im Jahre 1775, zu Füßen der Burg Nagashino in der Provinz Mikawa, galoppierte die Berittene Samurai Elite des Hauses Takeda gegen die Holzpalisaden der Arkebusenschützen des Oda Clans an. In wenigen Augenblicken war eine jahrhundertealte Kriegerkaste ausgelöscht und die Feuerwaffe siegte über Lanze und Schwert. Sanomator |
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Der „Swede“ und das Fleetboat
Der Wert einer Entscheidung wird erst manifestiert wenn der Ursprungsgedanke sich realisiert. Amerika benötigte ein neues Tauchboot das den Erfordernissen des Pazifikraums angepasst sein müsste, mit hoher Reichweite und von großer Kampfkraft. Das existierende Sammelsurium aus den Zeiten des ersten Weltkriegs und den Bauten danach war den künftigen taktischen Anforderungen keinesfalls gewachsen. Quantitativ gesehen musste eine U-Boot Flotte überhaupt erst geschaffen werden, um in einem Konfliktfall handlungsfähig zu sein. Seit dem Beginn der industriellen Massenproduktion von Kraftfahrzeugen zeigten sich die Vorteile einer vereinheitlichten Konstruktion, die an verschiedenen Produktionsstandorten zeitgleich stattfinden konnte. Diese Form der Serienproduktion wollte man sich auch für den Aufbau der neuen U-Bootflotte der Navy zu nutze machen. Die Hauptlast der Neubauten trugen die „EBC“ Electric Boat Company, sowie das „PNY“ Portsmouth Navy Yard, und das „MINY“ Mare Island Naval Shipyard. Die zwischen 1936 bis 1939 produzierten Boote der Salmon und Sargo Klasse waren als „Vorserien“ für die radikalen Technologieentwicklungen vorgesehen, die nach eingehender Erprobung in den Standart eines zukünftigen „Fleetboats“ münden sollten. Die Konstrukteure hatten außer der Fähigkeit den Tauchvorgang einzuleiten nichts aus den vorhergehenden Bootsklassen übernommen. Neue leistungsfähigere Dieselaggregate mit ausgezeichneten Laufleistungen und einem akzeptablen Verbrauch, bedingten eine verbesserte Verbrennungsluftversorgung. Dazu wurde eine besonders große Ventilanlage konzipiert die sich innerhalb des Turmaufbaus verbarg, um sie vor den das Deck überrollenden Wellen besser zu schützen. Herzstück der elektrischen Verschluss- Systeme der Ventilanlagen war die in der Zentrale montierte Anzeigetafel, die man auch scherzhaft „Weihnachtsbaum“ nannte. Eine der Hauptanforderungen an die neuen Boote war das Alarmtauchen auf Periskoptiefe (15 Meter) in einer Zeitspanne von 60 Sekunden zu bewältigen, dieses erforderte eine schnelle und sichere Kontrolle der Verschlusssysteme und Luken. Die elektrischen Kontakte mit denen alle Öffnungen des Druckkörpers versehen wurden und die mittels Anzeigen von rot (offen) auf grün (verschlossen) auf der Anzeigetafel wechselten, brachten einen entscheidenden Geschwindigkeitsvorteil bei der Tauchklarmeldung. Im Zusammenhang mit dem geplanten Einsatz des neuen Luftraumradars würde es den Booten auch eine realistische Chance geben vor einem herannahenden Flugzeug rechtzeitig abtauchen zu können. Des Weiteren sollte eine Patrouliendauer von 75 Tagen erreicht werden, mit der angestrebten Reichweite von 10.000 Seemeilen bei 10 Knoten Marschgeschwindigkeit. Die Besatzungsstärke lag bei 62 Mann inklusive der Offiziere, gerade dieser Umstand erforderte die Schaffung von erträglichen Lebensbedingungen an Bord, mit der zum Beispiel durch den Einbau einer Klimaanlage Rechnung getragen wurde. Kombüse und Messe boten zwar beengte aber dennoch annehmbare Versorgungsverhältnisse für die Besatzung, die ihre Nahrung nun nicht länger irgendwo im Boot unter noch viel weniger komfortableren Umständen einnehmen musste. Eine Seewasserdestillationsanlage sorgte für dauerhafte Frischwasservorräte, die auch eine Platz- und Gewichtseinsparung mit- sich brachte. Der Ausbau der sanitären Einrichtungen durch Waschgelegenheiten und einer Dusche verbesserten den allgemeinen Hygienezustand und somit auch die gesundheitliche Situation der Menschen an Bord. Doch einige der wichtigsten Ausrüstungen des Bootes zum Wohle der Menschen an Bord dienten nicht der Bequemlichkeit, sondern der Sicherheit oder letztendlich dem Überleben. Einen Menschen zu beschreiben, dem man nie persönlich begegnet ist, kann im Guten wie im Bösen leicht in Übertreibung münden, doch um Charles Bowers Momsen gerecht zu werden, kommt man um einige Superlativen nicht herum. Ein Mensch der sich selbst über die verhärteten militärischen Strukturen hinwegsetzte, um Leben und Gesundheit der Seeleute zu schützen. Der mit unermüdlichem Eifer neue Rettungssysteme entwickelte und maßgeblich an der Einführung von Sicherheitssystemen in den neuen Bootsklassen beteiligt war. Momsen der auch den Spitznamen „Swede“ trug umgab ein unüberwindliches Charisma, das nur durch die Beliebtheit bei den Besatzungen der U-Boote übertroffen wurde. „Bubbleheads“ wurden sie genannt und „Sargdienst“ hieß es zu einer U-Bootbesatzung zu gehören. Der Verlust von 20 Booten der mit dem Tod von über 700 Seeleuten endete, erweckten eher Angst vor dieser Technologie als Vertrauen , eine dieser Tragödien sollte besonders prägend für Momsen sein. Nach einer Havarie mit einem Handelsschiff sank das U-Boot S51 im Jahre 1925 mit seiner Besatzung auf den Meeresgrund, es wurde angenommen, dass niemand den eigentlichen Unfall überlebt hätte. Doch nach dem erfolgreichen Heben des Bootes offenbarte sich die grausige Wahrheit, und Momsen erblickte die Leichen einiger seiner persönlichen Freunde, die mit den letzten Atemzügen in ihrer Verzweiflung versucht hatten das Turmluk zu öffnen. Sie waren im gesunkenen Boot eingeschlossen worden, dessen Druckkörper noch größtenteils intakt war, doch sie hatten weder Ausrüstung noch Ausbildung sich selbst retten zu können, da die Abteilung mit dem Notausstieg geflutet war.. In einer Tiefe von nur 25 Metern waren sie für Helfer genauso unerreichbar wie auf dem Mond und erstickten langsam und qualvoll. Die Vorstellung ihres Todeskampfes und der Ausdruck ihrer Gesichter sollten für Momsen unauslöschlich in Erinnerung bleiben. Die Gründung einer Abteilung der Navy, die sich mit Tauch- und Rettungssystemen beschäftigte war die bereits überfällige Konsequenz, endlich flossen aktuelle Forschungen und Erfindungen in die Entwicklungen der Navyboote und die Ausbildung der Besatzungen ein. Ein besonders markantes Gebäude zierte alsbald jede Ausbildungsanlage für Ü-Bootfahrer, der Tauchturm, in dem der Aufstieg aus 30 Meter Tiefe zur Pflichtausbildung und Feuertaufe für zukünftige Besatzungsmitglieder wurde. Dieses Rettungsmanöver wurde durch die Weiterentwicklung der „Escape Lung“ oder „rebreather“, die auf dem „Tauchretter“ basierte den Hermann Stelzner konzipierte und der von der Firma Dräger ab 1912 in Deutschland produziert wurde, möglich. Dieses Hilfsgerät ähnelt einer heutigen Tarierungstaucherweste und hatte den grundlegenden Zweck dem Menschen während der Aufstiegszeit mit Atemluft zu versorgen. Dieses wurde möglich, durch den Umstand, dass die normale Atemluft 21% Sauerstoff enthält und bei einem Atemzug des Menschen nur ca. 4% davon entzogen werden und durch die entsprechende Menge von ausgeatmeten Kohlenstoffdioxid (CO2) ersetzt wird. Somit kann das Volumen der Weste mehrmals durchgeatmet werden bis der Sauerstoffanteil zu gering wird und eine gefährliche Unterversorgung eintritt. Die Gefahr besteht jetzt in dem immer höher werdenden CO2 Anteil, der ein baldiges Erstickungsgefühl hervorruft. Um diesen Effekt entgegen zu wirken, wurde eine Filterpatrone entwickelt. Aus gebranntem Kalk wurde eine austauschbare Filterpatrone gefertigt, die der sie durchströmenden ausgeatmeten Luft einen erheblichen Teil des CO2 durch Bindung an dem Atemkalk entziehen konnte. Lebenswichtig ist bei der Nutzung dieses Gerätes die erlernte Atemtechnik einzuhalten, der Aufstieg muss langsam und gleichmäßig erfolgen. Mit einer immer weiter abflachenden Atemfrequenz und dem Entleeren der Lunge bei dem Erreichen der Meeresoberfläche soll ein Bersten der Lungengefäße verhindert werden, welches durch den Wechsel der Druckverhältnisse von der jeweiligen Tautiefe zur „normalen“ Atmosphäre droht. Doch all dieses ist nur anwendbar wenn überhaupt eine Ausstiegsmöglichkeit besteht, denn einfach eine Luke eines getauchten Bootes zu öffnen ist entweder durch den vorherrschenden Wasserdruck nicht möglich oder verhindert durch das explosionsartige Eintreten der Wassermassen jedes geordnete Ausstiegsmanöver. Nur wenn alle Abteilungen oder zumindest die Wichtigsten über einen Notausstieg verfügten, gäbe es eine realistische Chance für die Besatzung auch nach einem Rückzug aus beschädigten Teilen des Bootes noch einen Fluchtweg zu besitzen. Den „Escape Hatch“ kann man am besten als Schleuse beschreiben, eine abschottbare Kammer die nach dem Einstieg einer oder mehrer Personen geflutet wird und es dann ermöglicht die äußere Luke zu öffnen und die Kammer zu verlassen, um danach die Luke von außen wieder zu verschließen (oder mechanisch von innen) und darauf den Aufstieg zur Meeresoberfläche zu beginnen. Die noch im Boot verbliebenen Personen stellen durch das Einleiten von Pressluft wieder den „trocknen“ Zustand der Kammer her, um somit weiteren Menschen den rettenden Weg zurück an Luft und Licht zu ermöglichen. Doch bei Tiefen jenseits der 30 Meter Grenze wurde der freie Aufstieg zu einer lebensgefährlichen Angelegenheit woran die „Momsenlunge“, wie das verbesserte Atemsystem auch genannt wurde, nichts ändern konnte. Ohne einen sofortigen Aufenthalt in einer Dekompressionskammer waren schwerste gesundheitliche Folgen oder sogar der Tod wahrscheinlich. Der im Blut gelöste Stickstoff, wird dann durch die Gefäße zu den verschiedenen Geweben im Körper transportiert, wo sich der Stickstoff ebenfalls vermehrt löst. Es entsteht eine hohe Sättigung des Gewebes mit Stickstoff, während des Aufstieges entsättigt sich das Körpergewebe von dem Stickstoffgas, das über das Blut zur Lunge transportiert wird und dann ausgeatmet wird. Bei einem zu schnellen Aufstieg an die Oberfläche, unter Missachtung der Dekompressionsregeln, sinkt der mechanische Druck auf den Körper schneller ab, als es zur entsprechenden Entsättigung kommen kann. Blut und Gewebeflüssigkeit weisen dann eine Gasübersättigung auf. Der Stickstoff zusammen mit allen anderen gelösten Gasen bleibt dann nicht vollständig in Lösung, sondern bildet Blasen. Dies kann mit dem Aufschäumen von Kohlensäure beim Öffnen einer Flasche verglichen werden. Die entstehenden Gasblasen können im Gewebe zu mechanischen Verletzungen führen, und in den Blutgefäßen zu einer Gasembolie führen, die eine Unterbrechung der Blutversorgung hervorrufen kann. Darüber hinaus sind Desorientierung und vorübergehende oder bleibende Lähmungserscheinungen möglich, die dann zum Ertrinken der hilflosen und nicht mehr schwimmfähigen Person führen können. Als Leiter der Tiefseetauchabteilung forschte Charles Momsen an Problemen der Dekompression und der Stickstoffnarkose. Er testete verschiedene Atemgasgemische und ersetzte das Stickstoff der Atemluft wegen seiner schädlichen Wirkung teilweise durch das Inertgas Helium. Dieses ermöglichte den Tauchern in ihren Helmtauchausrüstungen in größeren Tiefen über einen längeren Zeitraum zu arbeiten. Bis zum heutigen Tage wird bei Tieftauchgängen Trimix, eine Mischung aus Stickstoff, Helium und Sauerstoff, eingesetzt. Es kam die Frage auf, was bei einem Sinken eines U-Bootes in große Tiefen an Rettungsmöglichkeiten bestand. Hier kam die Konzeption eines ebenfalls visionären und zugleich pragmatischen Erfinders zum tragen, Allan R. Mc Cann war der Vater der „Mc Cann Rescue Chamber“ eines Tiefsee- Fahrstuhls der mittels einer Seilführung zwischen einem Rettungsschiff und dem havarierten U-Boot pendeln sollte. Diese basierte auf der von Mosen konzipierten Glocke, die aber wesentlich kleiner war und daraus resultierend auch weniger effektiv. Für die Durchführung eines solchen Manövers war der Einsatz eines Helmtauchers unabdingbar, um ein Führungsseil neben einer Luke anzubringen, eine entsprechende Befestigungsmöglichkeit müsste zukünftig an allen Booten vorgesehen werden. Kernelement dieser Apparatur sollte die druckdichte Gummischürze am unteren Schott der Glocke sein, die es ermöglichen würde sich abdichtend über die Ausstiegsluke des Bootes zu setzen und durch Ausblasen mittels Pressluft einen Druckausgleich zu schaffen, um das Öffnen der Luke und somit einen „trockenen Übergang aus dem Bootsinneren in die Glocke zu gewährleisten. Die Mc Cann Rettungskammer besaß selbst Ballasttanks die genau wie bei einem U-Boot für Ab- oder Auftrieb sorgen konnten und war dafür über eine Schlauchverbindung mit der Kompressoranlage des Rettungsschiffes verbunden. Ebenso bestand eine elektrische Versorgung für alle Regelapparaturen und der Beleuchtung, sowie eine Telefonleitung, um alle Abläufe koordinieren zu können. Momsen stand stets in Kontakt mit Mc Cann, und weitere Verbesserungen die zur überarbeiteten Version der Glocke führen sollten, hatten schon auf dem Papier Gestalt angenommen. Weitere Notausrüstungen waren aber ebenso von entscheidender Bedeutung, um ein gesunkenes U-Boot überhaupt lokalisieren zu können, es bedurfte einer Signalanlage die es der Besatzung ermöglichte auf ihre Position aufmerksam zu machen. Ein vertikales Ausstoßrohr für Signalraketen war eine einfache aber solide Lösung. Gleich einem kleinen Torpedorohr wurde die Rakete eingesetzt und anschließend mit Pressluft ausgestoßen, er Treibsatz reagierte mit dem Wasser und brachte sie zur Wasseroberfläche, von der aus sie deutlich sichtbar ihren Weg in die Höhe fortsetzte, um dann auf ihrer maximalen Steighöhe mit einer Explosion in einem großen Umkreis Aufmerksamkeit zu erzeugen. Des Weiteren wurde eine Signalboje Bestandteil der neuen Boote die durch Auslösung durch die Besatzung zur Oberfläche aufstieg, aber dabei mit einer Kabelverbindung zum Boot positioniert blieb und darüber hinaus eine integrierte Sprechverbindung enthielt, die eine Kommunikation zwischen Rettungsmannschaft und Havaristen ermöglichte. Der wechselseitige Austausch von Informationen war ein entscheidendes Element einer erfolgreichen Hilfsaktion und hatte natürlich auch einen enormen psychologischen Effekt, vor allem für die in der Tiefe Eingeschlossenen. Eine wichtige Grundlage für zukünftige Such- und Rettungsmissionen müssten Schiffe sein die über alle nötigen Ausrüstungen verfügten und an „strategischen“ Standorten auf Abruf bereit stehen würden. Diverse Tauchunfälle hatten zumindest die Unterbringung der neuen Dekompressionskammern auf einigen Schiffen zur Folge gehabt, doch die Visionen von Mc Cann und Momsen reichten weiter. Doch noch immer sahen viele Admiräle und politische Entscheidungsträger es als unabwendbares, soldatisches Schicksal an, im Einsatz sein Leben zu verlieren. Diesen antiquierten Ansichten wollten sich die Männer, die unermüdlich an neuen Rettungsmethoden arbeiteten und selbst auch erfahrene U-Bootfahrer oder Taucher waren, niemals beugen. Die fachliche Kompetenz und Beharrlichkeit die Momsen gegenüber der Admiralität zum Tragen brachte, machten ihn bei seinen Vorgesetzten alles andere als beliebt. Dennoch gelang es ihm viele seiner Ideen und Intuitionen in Ausrüstungen oder Ausbildungen gegen alle Widerstände durchzusetzen und zu integrieren. Am 23. Mai 1939 absolvierte vor der Isles of Shoals die SS-192 ihre neunzehnte Testfahrt, mit dem Ziel ein Alarmtauchmanöver durchzuführen. Die USS Squalus gehörte zu den als neue S-Klasse bezeichneten Salmom-Sargo Bootsklasse, die als der Hoffnungsträger der Navy galt, und durch den Einsatz der aktuellsten Sicherheitsvorrichtungen dieser Zeit den fortwährenden Bootsverlusten eine Ende setzen sollten. Das aus der Marinewerft Portsmouth im US-Staat New Hampshire an der Atlantikküste Neuenglands ausgelaufene Boot begann Routinemäßig mit seinem Testablauf, es wurde Fahrt mit Maximalgeschwindigkeit aufgenommen und per Funk eine Positionsmeldung abgegeben, danach kam das Kommando zum Alarmtauchen. Planmäßig erreichte die Squalus in vorgeschriebener Zeit von 60 Sekunden eine Tiefe von 15 Metern, doch der allgemeinen Zufriedenheit folgte alsbald blankes Entsetzen. Aus dem Maschinenraum kam die Meldung über einen massiven Wassereinbruch, der sich trotz sofortiger Reaktion der Maschinencrew nicht beenden ließ. Es wurde offensichtlich das Wasser durch die Dieselmotorenluftzufuhr eindrang, und sich das riesige Ventil auch nicht über Handregler verschließen ließ. Aufgrund der nicht mehr zu verhindernden Flutung der Maschinensektion und des Übergreifens auf die anderen Abteilungen mussten das angrenzende Schott verschlossen werden, und 26 Seemänner verloren in wenigen Augenblicken ihr Leben. Ohne Antrieb begann das immer schwerer werdende Boot zu sinken, auch das Ausblasen aller Tauchtanks konnte das Unvermeidliche nicht verhindern, die Squalus setzte in einer Tiefe von 75 Metern auf dem Meeresboden auf. Die verblieben Besatzung von 33 Männern aber sah sich noch weiteren akuten Gefahren gegenüber. Das eingedrungene Meereswasser hatte auch die Batterieräume überflutet, was die Bildung von Chlorgas zur Folge hatte. Die beiden gekoppelten Reihenbatterien mit jeweils 152 Zellen drohten bei einem Kurzschluss mit 70.000 Ampere das Boot in Stücke zu reißen. Es blieb keine weitere Alternative als die Stromversorgung abzuschalten, wodurch alle elektrischen Bordsysteme, wie Heizung und Hauptbeleuchtung ausfielen. Die einzige Hoffnung der Männer bestand in der Hilfe von außen, und diese sollte nicht enttäuscht werden. Momsen der zu diesem Zeitpunkt sich auf der Marinewerft von Washington befand, wurde mit seinem Tiefseetauchteam umgehend nach Portsmouth geflogen, und es begann die bis dahin größte Rettungsaktion der US Navy. Alle hier beschriebenen Ausrüstungen kamen zum Tragen und leisteten ihren Beitrag zur Rettung der Besatzung. Niemand stellte nach dieser erfolgreichen Mission jemals mehr den Sinn von Ausrüstung zur Tiefseerettung und der Schulung von Besatzungen oder der Rettungsspezialisten in Frage. Um das Leben aller anderen Besatzung auf den neuen Bootstypen zu sichern musste die Squalus gehoben werden, denn war es ein Defekt oder eine Fehlkonstruktion die das Sinken des Bootes verursacht hatte. Auch mit dieser Aufgabe wurde das Team um Momsen betraut, nach einem erfolglosen Versuch, gelang es mittels Auftriebs- Körpern das Boot der See zu entreißen und den Familien die Bestattung ihrer Angehörigen zu ermöglichen. Eine intensive Untersuchung der Squalus ergab, dass es sich um eine „Schwäche“ bei der Konzeption der Dieselmotorenluftzufuhr handelte, die fälschlicher Weise das Verschließen an die Zentrale gemeldet hatte - warum das mechanische Verrieglungssystem ebenfalls versagte konnte nie einwandfrei geklärt werden. Zusätzliche Sicherungsmaßnahmen an diesem Bauteil sollten in Zukunft derartige Unglücke verhindern. Für die SS-192 die nun ohne „Taufnamen“ in der Werft lag begann ein zweites Leben sie wurde zu den Kosten von 1 Millionen Dollar überholt und umgerüstet. Unter dem Namen Sailfish wurde das Boot in den aktiven Dienst gestellt und nahm am gesamten Pazifik Krieg teil. Das Boot absolvierte 12 Patroulienfahrten und versenkte 7 Japanische Schiffe, darunter auch den Eskortenflugzeugträger Chuyo. Für das versenken von 40.000 Tonnen Schiffsraum wurde dem Boot die Presidential Unit Citation verliehen. Unter diesem Link könnt ihr eine Diashow der Rettungsaktion ansehen, die auch Personen und Ausrüstung zeigt die hier beschrieben wurden. http://www.youtube.com/watch?v=Uxa5iNvdANc Der Pazifikseekrieg machte die U-Boote zu der Waffengattung mit der höchsten prozentualen Verlustrate, die aber zeitgleich maßgeblich am Sieg über Japan beteiligt waren. In „Friedenszeiten“ sollte der Bedeutung von Menschenleben deutlich mehr Tribut gezollt werden. Der alsbald einsetzende „kalte Krieg“ machte wiederum die unverzichtbare Rolle der U-Boote deutlich, die sich in einer rasanten technologischen Evolution befanden. Jeder Verlust einer erfahrenen Crew von Spezialisten und eines dieser Technologieträger hatte schwerwiegende Konsequenzen. Ein Zusammenspiel von Rettungserfordernissen und Spionageinteressen brachten auch einen Quantensprung bei Konzeption von Klein U-Booten für große Tauchtiefen mit sich, was unter anderem das DSRV (Deep Sea Rescue Vehicel) hervorbrachte. Ein äußerst flexibles Tauchfahrzeug, das auf Grund seiner kompakten Konstruktion von Schiffen, U-Booten und Flugzeugen transportiert werden kann. In maximal 24 Stunden soll auf diese Weise das Rettungsgerät überall auf der Welt zur Verfügung stehen. Zu den heute an Bord eines U-Bootes befindlichen Ausrüstungen gehören auch Überlebensanzüge die einen Notaufstieg aus einer Tiefe von 180 Metern ermöglichen. Und darüber hinaus, an der Meeresoberfläche das Entfalten eines Schlauchbootes mit Pressluft gewährleisten, die Materialbeschaffenheit des Anzuges sorgt auch für Schutz vor Unterkühlung. Die am 10 April 1965 gesunkene USS Thresher (SSN 593) die wie die Squalus den Vorläufer einer neuen Bootsgeneration darstellte rief das „Subsafe Programm“ hervor. Nunmehr wurde an die Konzeption, Herstellungsverfahren und Wartung im Betrieb der Boote, die höchst mögliche Sicherheitsanforderung gestellt. Nach jeder Einsatzphase erfolgt nun ein umfassender Wartungsaufenthalt in der Werft. Es ist eine wiederkehrende Tatsache, dass es oft den unermüdlichen Anstrengungen einzelner zu verdanken ist, das die Existenz vieler erhalten bleibt. Männer wie Momsen und Mc Cann sind der Beweis dafür. Sie stellten nicht selten ihre militärische Kariere aufs Spiel, um für eine Vision einer Technologie zu kämpfen. Von Charles Bowers Momsen ist bekannt, dass er sich nicht selten persönlich höchst unangenehmer und auch zum Teil nicht ganz ungefährlichen Experimenten aussetzte. Immer in dem Bestreben Forschung und Anwendung dessen voranzutreiben, was das Leben schützte oder rettete. „Wenn wir sie nach unten schicken um unser Land zu verteidigen, ist es das Mindeste zu dem wir verpflichtet sind, sie wieder hinaufzuholen wenn sie unseres Schutzes bedürfen.“ Sanomator Wichtiger Hinweis! Ich hätte gerne Grafiken und Bilder zum bessren Verständnis eingesetzt, nur stehen mir die dafür erforderlichen Genehmigungen nicht zur Verfügung. Es werden zum Teil drakonische Strafen für die Verletzung des Urheberrechts verhängt, dieser Gefahr möchte ich mich nicht aussetzen. |
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