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Silent Hunter 4: Wolves of the Pacific
kleiner AAR oder Taktik für Einsteiger oder Einsteigertutorial anhand einer Feindfahrt...|
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Da hier verschiedentlich Bedarf nach ein wenig Taktik aufkam, dachte ich mir, ich mach mal einen AAR (after action report) für Einsteiger, obwohl ich sicherlich nicht der U-Boot-Taktik-Fachmann bin. Aber vielleicht animiert das ja auch andere, mal einen zu schreiben.
Und anhand eines AARs kann man gut grundlegende Spielprinzipien umfassend gerade Einsteigern nahebringen. Und vielleicht hat ja auch der eine oder andere Profi seinen Spaß daran... AARs findet man bei Strategiespielen recht häufig ( Beispiel), hier erstaunlicherweise noch gar nicht. Wie dem auch sei, es sei begonnen! ******************************************************************************************************* Zunächst einmal die Rahmenbedingungen: SH4 1.2, deutsche Sprache, imperiale Maße Ich spiele ohne Mods mit den Ausnahmen: - der "Grünknopfmod" Änderungen in der commands.cfg - Torpedotaste [Enter] auskommentiert - Taste [ctrl+g] für die Ansage der Restreichweite und - Taste [ctrl-w] für Wetteransage Zu den Spieleinstellungen: Ich wähle einen moderaten Schwierigkeitsgrad, weil ja alles für Einsteiger nachvollziehbar sein soll - die grundlegenden Taktiken ändern sich durch den Schwierigkeitsgrad ohnehin nicht wesentlich. ******************************************************************************************************* ******************************************************************************************************* ******************************************************************************************************* Ich darf mich zunächst kurz vorstellen, mein Name ist Manne Manta (sprich "Männä Mäntä"). Vor ein paar Jahren war ich eher aus Neugier und jugendlichem Leichtsinn in den spanischen Bürgerkrieg geraten. Während ich der Niederschlagung der freien Anarchisten in Spanien durch die Faschisten, Royalisten und Kommunisten zusehen musste (ich schmuggelte Waffen auf einem kleinen Segelkutter für die Anarchisten ins Land), führte ich viele Diskussionen mit einem weitgereisten Mann namens George Orwell, der mich in der überzeugung bestärkte, dass dem Totalitarismus auf der Welt Einhalt geboten werden müsse. Gedacht, getan und nochmals bestärkt durch die aktuelle politische Entwicklung in Europa trat ich 1938 die Offizierslaufbahn in der amerikanischen Marine an. Nach ein paar kürzeren Stationen auf Zerstöern und Schnellbooten, bot sich mir vor einigen Monaten die Chance, auf das hierzulande ungeliebte U-Boot zu wechseln. Alle Kadetten wollen auf Flugzeugträger oder Schlachtschiffe, manche ja noch auf Zerstöer, aber Freiwillige für U-Boote sind rar. Dabei sind diese 'Schiffe' so seetauglich wie kaum ein zweites... Und wie es der Zufall so will, bekomme ich doch tatsächlich ein paar Tage nach dem japanischen überfall auf Pearl Harbor mein erstes Kommando als Lieutenant Commander auf der USS Tautog, einem nigelnagelneuen Boot der Tambor-Klasse. Später sollte sich noch heraustellen, weshalb es auch ein Nachteil sein kann, ein Boot frisch aus der Werft zu übernehmen, bei dem in der Eile des Kriegsausbruchs doch auf manch qualitätssichernde Maßnahmen verzichtet wurde. Kaum im verwüsteten Pearl Harbor angekommen, das die Junghs vor Ort erstaunlich schnell wieder zum Leben erweckt haben, machte ich mich auf den Weg zum Ausrüstungsdock. Meine Mannschaft kannte ich bis dahin noch nicht, also musste ich mich erstmal alleine um mein Schiff kümmern. Bewaffnung war Ok, Munition, Proviant und Ersatzteile bereits bis zum Anschlag gebunkert, nur so ein paar nette Kleinigkeiten wollte ich mir noch vom Werft Captn einbauen lassen. So ein neumodisches Flugsichtungsradar ließ er sich ja abschwatzen und durch einen Azubi einbauen, bei allen anderen Wünschen wie z.B. der Idee, eine bessere Flak zu montieren, blockte er allerdings sofort mit unschlagbaren Argumenten wie "er kenne mich ja nicht" oder "da könne ja jeder kommen" ab. Beziehungen scheinen hier in P.H. wichtig zu sein! Das merkte ich auch, als ich mir mal die Personalakten meiner Mannschaft zu Gemüte führte: jede Menge freie Posten und auf dem Standort war auch jede Menge qualifiziertes Personal vorhanden und noch nicht zugeteilt. Jeden Wunsch aber nach einem erfahren Offizier oder Bootsmann konterte die Personalabteilung allerdings mit den gleichen Argumenten wie der Werftkapitän. Also nahm ich, was ich kriegen konnte und legte erst mal Wert darauf, mein Schiff überhaupt voll besetzt zu bekommen! Dabei legte ich außerdem Wert darauf, dass alle Wachen ähnlich stark besetzt sind und die Bugtorpedoräume voller Spezialisten sind - die Hecktorpedos können ruhig ein wenig länger zum Nachladen brauchen. *Edit: falsches Bild - hier fehlt ein Besatzungsmitglied, eigentlich sind alle da* Als ich mir die Lebensläufe in Ruhe anschaute, beschlich mich allerdings schon ein komisches Gefühl. Bis auf wenige Ausnahmen war nirgends von einer maritimen Laufbahn die Rede. Entweder fielen die umfangreichen Erfahrungen der Geheimhaltung zum Opfer oder alle Seeleute sind auf dem Atlantik unterwegs und wir hier im Pazifik müssen mit Landratten auskommen. Kaum waren dann alle Mann an Deck, erhielt ich auch schon mein erstes Einsatzziel: Mitten in die Höhle des Löwen! Na wenn das man nichts ist - entweder traut der Admiral mir und meiner jungen Crew besonderen Heldenmut zu oder er meint, auf soviel Unerfahrenheit auf einem Fleck könne man auch schon mal verzichten. Opfer muss halt jeder mal bringen... Trotzdem war ich über den Befehl begeistert! Wir werden dem Kaiser schon zeigen, dass er einer freie Nation nicht einfach in den A**** treten kann! Gestern früh war es dann so weit: alle Mann an Deck, ich hielt eine längere Rede vor versammelter Mannschaft ("mmhm, Ihr macht das schon, los jetzt"), der Bootsmannn pfiff seine Befehle und ich ziehe mich erstmal mit meinem 1.O. und meinem Navigator an den Kartentisch zurück. Der 1O ist ein ergehrzeiger junger Lieutenant namens Bryant, dessen Spezialität Torpedolösungsrechnungen sind. Gut so - die hab ich in der Akademie nie so ganz verstanden! Der Navigator namens Brown macht übrigens auch einen ganz hervorragenden Eindruck. Also hab ich zumindest einen Kern von Fachleuten zur Seite! Zunächst sind wir uns einig, dass wir uns ohne groß aufzufallen sowie mit minimalem Dieselverbrauch (minimale Fahrstufe)und im Besitz vollständiger Munition und aller Torpedos ins Einsatzgebiet schleichen werden. Brown legt also erstmal einen Kurs fest und wird auch in Zukunft dafür sorgen, dass derartige Kurse auch eingehalten werden. Brown erhielt übrigens von der Mannschaft auf Grund seiner Vorliebe für Rennwagen den Spitznamen "Autopilot". Und später stellte sich heraus, dass die gleiche Vorliebe dazu führte, dass er nach jedem Befehl auch sofort ordentlich Speed befahl. Deshalb habe ich mir schnell angewöhnt, nach jeder seiner Kursberechnung sofort den Fahrtbefehl auf das von mir gewünschte Maß zu reduzieren. Tag 6 Nachdem in den letzten Tagen die meisten Landratten eifrig am Verbrauch der Vorräte gespart haben, der CI dafür allerdings mehrmals das vollgeko*** Bordklo zerlegen, reinigen und wieder zusammensetzen musste, haben sich Wetter und Mägen beruhigt, Bordroutine ist eingekehrt. Es wird Zeit, dass wir ein paar Tests starten und ein paar übungen veranstalten. Zunächst gab es heute mal ein Alarmtauchen, ohne die Kampfstationen zu besezten. Nach 1 Minute und 26 Sekunden sind wir auf 100 Fuß Tiefe. Na ja. Also üben wir nach dem auftauchen und Batterie - Laden das Gleiche noch mal mit vorheriger Besetzung der Kampfstationen: und sieh an, wir messen 40 Sekunden für die 100 Fuß - da kann man auch schon mal vor einem rechtzeitig bemerkten Flieger abtauchen! Also können wir anschließend beruhigt auftauchen, wieder auf langsame Fahrt gehen und alle Mann von den Wachstationen zum Standarddienst beordern. Ein besonderes Augenmerk muss ich dabei auf das besonders engagierte Reperaturteam legen. Die ignorieren nämlich den 'Kampfstationen - aufheben - Befehl' und stehen weiter mit ihren Köfferchen und Schraubenschlüsseln überall im Boot im Weg herum, deshalb muss ihnen immer gesondert mitteilen, dass der Befehl auch für sie gilt. Ich hoffe ja, die Landratten lernen das noch irgendwann auf dieser Fahrt, aber ich befürchte, sie sind gegen weitere Lernerfolge resistent. Am Abend schalte ich dann mal unser Super-Flieger-Erkenn-Radar ein: aber leider hat der Azubi beim Einbau vergessen, die Instrument mit dem Radar zu verbinden. Wir werden also sehen müssen, ob das gaaaanz vorsichtige "einmal-den-Einschaltknopf-drücken" Wirkung gezeigt hat. Das Panel stellt sich jedenfalls tot und auch der LI hat keine Lösung sondern behauptt gar, nach seinen Schadensanalysen sei alles in bester Ordnung. So - jetzt werte ich noch die Funksprüche aus und hau mich ne Weile auf meine privilegierte Einzelkoje. Morgen ist ja auch noch ein Tag auf See! Dieser Beitrag wurde editiert. Zuletzt editiert von: Minimax64, * Bin ja nur 'n doofer Segler! * |
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Offizieller Silent Hunter III Moderator |
Hallo Minimax,
kleiner Tipp von meiner Seite, ist aber eher Geschmakssache. Wenn ich diesen Auftrag bekomme dann halte ich nach dem Auslaufen aus Pearl Harbor und tanke auf dem Weg in Midway nochmal auf. (Sind immerhin ein paar Liter die man verbraucht) Frei nach dem Prinzip: Immer für den Tiger im Tank sorgen. ____________________________________________________________ Die Nacht ist dunkel, und ich bin weit von Zuhause entfernt. |
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guter Tipp! Hab ich nicht dran gedacht - also werd' ich mit einer Tankfüllung auskommen müssen.
* Bin ja nur 'n doofer Segler! * |
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Mach ich auch immer so
Aber sehr schöner AAR um das mal zu sagen Dieser Beitrag wurde editiert. Zuletzt editiert von: Blackbird_402, ------------------------------- Die deutsche Sprache sollte sanft und ehrfurchtsvoll zu den toten Sprachen abgelegt werden, denn nur die Toten haben die Zeit, diese Sprache zu lernen. (Mark Twain) |
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Heiligabend ! Tag 16
Wir sind jetzt irgendwo im Nirvanna des Pazifik. Der Navigator macht einen Superjob. Bei ruhiger See und klarem Sternenhimmel konnten wir gestern Nacht eine exakte Position schießen und siehe da: Mr. Brown hat perfekt gekoppelt. Unser Standort stimmt genau! Jetzt laufen an Bord die Vorbereitungen für die morgige Weihnachtsfeier. Die letzten Tage machte sich trotz gelegentlicher Alarmübungen etwas lange Weile bereit. Die Deckswachen sind inzwischen braun gebrannt wie nach einem 6-wöchigen Karibikurlaub, der Rest der Mannschaft sieht jedoch ziemlich blass aus. Auch die Raucher müssen inzwischen ziemlich leiden. Nur tagsüber darf immer mal einer der Freiwache an Deck, um seiner Sucht zu frönen. Nachts ist sowas natürlich tabu. Apropos Nacht: gegen 0900 wird es hier hell, gegen 1930 wieder dunkel. Die Zeiten werden ordentlich protokolliert - das Wissen werden wir noch brauchen. Ob unser Radar funktioniert, konnten wir noch nicht herausfinden. Vermutlich gab es noch nichts zu entdecken. über Funk erhalten wir wenig erfreuliche Meldungen. Die Japse scheinen uns komplett aus dem Pazifik schmeißen zu wollen. Und so richtig ist noch nicht auszumachen, wie wir dem entgegentreten wollen. Na die Tautog wird jedenfalls erstmal ihr Bestes geben, wenigstens den Nachschub der Japse etwas einzuschränken! Kontaktmeldungen über Konvois in unserer Nähe gabs jedenfalls noch nicht. Da wir uns allmählich dem japanischen Festland nähern, werden wir nach der Feier morgen mit dem regelmäßigen Rundumlauschen beginnen. Die Mannschaft bekomt zusätzliche übung und Abwechslung und wir wollen ja auch allmählich mehr mitbekommen, was sich um uns herum so tut. Weihnachten! Nach ein wenig stimmungsvoller Musik, einigen kabarettistischen Vorführungen der Freiwache und einem besonderen Essen, dass unsere beiden Matrosen mit italienischen Vorfahren gezaubert haben, gabs noch jeweils für die Freiwache eine halbe Flasche Bier. Dann haben wir zum ersten Mal unser Rundumhorch - Manöver trainiert, dass ab jetzt mindestens zwei mal täglich zur Routine gehöen wird: Zunächst gingen wir mit langsamer Fahrt auf 100 Fuß Tiefe, dann bekam der Sonarmaat den Auftrag, auch tatsächlich die Kopfhöer aufzusetzen und alle Kontakte zu melden. (diesen Landratten muss man aber wirklich auch Alles extra anordnen) Nachdem der Maat eine Viertelstunde Zeit hatte, eventuelle Schiffe aus den üblichen Meeresgeräuschen herauszuhöen, drehen wir um 90˚ im Uhrzeigersinn und lauschen wieder eine Viertelstunde. Nach vier Lauscheinheiten, die uns keinerlei neue Erkenntnisse gebracht haben, dürfen wir wieder an die frische Luft. Ab übermorgen können wir dann langsam mit japanischer Luftüberwachung rechnen und werden zumindest tagsüber beginnen, uns vor dem Auftauchen immer erstmal auf Periskoptiefe umzusehen... * Bin ja nur 'n doofer Segler! * |
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Den Tommies scheints übrigens auch nicht besser zu ergehen als uns: sie haben sich gerade in Hongkong ergeben...
30. Dezember 1825: erster Kontakt und auch gleich Flugzeugalarm! Die Vorschläge, die mir der 1O zuruft ignoriere ich und lasse erst mal die Flak besetzen und gebe sofort das Feuer frei! Der Maat soll ruhig versuchen, dem Flieger eins mitzugeben, bis wir in Sicherheit sind! Anschließend gibt's sofort den Befehl "Kampfstationen besetzen", "Alarmtauchen" und eine Richtungsänderung um 90˚. Als wir bei 100 Fuß das Boot abfangen und die Kampfbereitschaft wieder aufheben, geht erstmal ein allgemeines erleichtertes Durchatmen durch das Boot. Wir haben zwar dem Flieger nichts getan, er uns aber auch nicht. Ein paar Salven aus der Bordkanone weit daneben, das war's. Da wir eh schon unten sind und warten wollen, bis der Flieger weg ist, nutzen wir die Zeit, um mit langsamer Fahrt unser Rundum-Horchmanöver durchzuführen. Ein wenig beunruhigt mich der Angriff aber schon. Haben die Japse soweit draußen regelmäßige Aufklärungsflüge? Da wir entdeckt wurden, kann ich davon ausgehen, dass sie weiter nach uns suchen werden - dem Flieger dürfte unser ursprünglicher Kurs nicht entgangen sein. Was ist mit dem Radar? Der Radarmaat schwöt Stein und Bein, nichts bemerkt zu haben. Funktioniert das Teil nun oder nicht? Für den Fall, dass die Japse unseren ursprünglichen Kurs intensiver überwachen sollten, ändern wir unseren Kurs ins Zielgebiet. Und bei Einbruch der Dämmerung tauchen wir vorsichtig wieder auf. Dem Radarmaat gebe ich nochmals explizi die Order, auch wirklich auf alle Kontakte zu reagieren! Mal sehen, obs hilft.... Dieser Beitrag wurde editiert. Zuletzt editiert von: Minimax64, * Bin ja nur 'n doofer Segler! * |
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Wo finde ich ihn denn? Die SUFU bringt leider kein Ergebnis... Danke Sven |
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Hallo Minimax64,
Bin erst seit letzem Samstag im Besitz von SH4 und sehr dankbar über solche Erklärungen. Grüsse aus der Schweiz |
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...möchte ich beipflichten, super des Teil, bitte weiter!!!
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wieder einmal saubere Arbeit von dir Minimax!
Und wieder was neues gelernt, bei Alarmtauchen alle Mann auf Gefechtsstation schicken.(eigentlich logisch) Mach weiter so! Und mal abgesehen davon das deine Texte sehr Hilfreich sind, machts möderisch Spaß sie bei deiner genialen Ausdrucksweise zu lesen!!! MfG Jerry |
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Sylvester
Es ist der 31. Dezember und wir haben unser einsatzziel erreicht. Zunächst muss ich unser Patroulliengebiet abstecken. Ich ziehe also einen Kreis mit 80nm Radius um unsere Zielkoordinaten. Nach allem, was ich bislang von der Admiralität gehöt habe, sollte das dicht genug sein, um unseren Auftrag zu erfüllen. Diesen Kreis werden wir also nicht verlassen, bevor wir die entsprechende Order duch das Head Quarter erhalten. Unter guten Bedingungen sollte ich Kontakte 20 nm weit höen können, manchmal allerdings auch erst später. Also zeichne ich mal einen 20 nm Kreis ums Schiff, um ein Gefühl zu bekommen, was ich so abtasten kann, wenn ich auf Horchposition liege. Dann lege ich einen Zickzackkurs, der fast auf der Stelle hin und her läuft und vor allem quer zur erwarteten Route der abzufangenen Supertanker, unbegleiteten Flugzeugträger und ähnlichem, dass so durch meine Fantasie geistert, liegt. Nachdem der Kurs freigegeben ist, widerufe ich erst wieder die Speed-Befehle meines Navigators und gehe auf 1/3 voraus. Es gibt keinen Grund zur Eile. Wir haben ca. 25% unseres Treibstoffvorrates benötigt, um hieher zu kommen, werden also ähnlich viel für den Rückweg brauchen. Da wir aber quer zur Schiffahrtsroute laufen, können wir beruhigt Treibstoff sparen. Wenn später mal zur Jagd geblasen wird, müssen wir ja vielleicht auch mal 'ne Weile AK durchhalten... Unser Suchkurs erlaubt uns jetzt, in aller Ruhe einmal an jedem Wendepunkt und jeweils einmal auf der Hälfte des Kreuzkurses unser 'Rundum-Horchmanöver' durchzuführen. Erstmal ist nix zu höen, aber gegen Mittag bekomme ich eine Standortmeldung ganz in meiner Nähe. Mr. "Autopilot" hat sie sofort korrekt in der Karte vermerkt. Da wir diese Kontakte durch die viele Zeichnerei auf der Karte mit der Zeit immer verwischen, markiere ich die Position mit dem Spezialstift, den ich nur dem dazugehöigen Spezialradierer wieder wegbekomme: Da der Kontakt mit Kurs ca. SW und langsamer Fahrt gemeldet wurde, schau ich mal, wo er so bei angenommenen 7 kn FdW (Fahrt durchs Wasser) ungefähr wäre. und hier wäre er so pi mal Daumen in 2 Stunden, also um 1420. Dafür muss ich ja noch nicht mal meinen Suchkurs verlassen! und wie weit liegt der Abfangpunkt so weg ? 12,4 nm Entfernung, d.h. bei 12,4 kn FdW wären in 1 Stunde am Abfangpunkt. Na ganz so eilig haben wir es nicht, der Frachter braucht ja noch fast 2 Stunden! Also informier ich die Besatzung, damit sich langsam etwas Spannung aufbauen kann. Anschließend tauchen wir auf und gehen auf gemütliche 8 Knoten und laden dabei automatisch unsere Batterien wieder voll. Damit sind wir locker in 1,5 Stunden am Treffpunkt. Leider wird mein Plan jetzt durch eine unschöne Alarmmeldung des achterlichen Ausgucks durcheinandergebracht: Auf die Flakbesetzung verzichte ich jetzt, denn solange uns der Flieger noch nicht definitiv entdeckt hat, möchte ich hier niemanden auf uns aufmerksam machen. Die nächste Stunde wird jetzt recht abwechslungsreich für meine Crew und schafft ordentlich Training. Unser Rythmus läuft in etwa so: - Auftauchen - mit 12 Knoten Richtung Treffpunkt eilen - Fliegeralarm - Radarmaat zusammenstauchen - alle auf Kampfstation - Alarmtauchen - 10 Minuten wieder auf langsame Fahrt, um die Batterien zu schonen - auf Periskoptiefe - schauen, ob der Flieger noch da ist - von oben gehts wieder los Dann haben wir bei einem unserer Tauchmanöver plötzlich Horchkontakt: Nun kann das Abfangmanöver schon etwas genauer geplant werden! Erstmal müssen wir jedoch genauer Kurs und Geschwindigkeit unseres Opfers ermitteln. Dazu muss der Navigator erstmal die Karte putzen, sonst kann sein Captn ja nicht vernünftig arbeiten! Dann markiere ich erstmal den Endpunkt der Peilinie. Irgendwo kurz davor auf dieser Linie, auf keinen Fall aber dahinter steckt der Frachter jetzt. Zugleich starte ich die Stoppuhr und befehle dem Steuermann ein paar Strich weiter nach Steurbord zu halten, damit wir schon mal in Richtung Abfangkurs gehen. Nach genau 6 Minuten nehm ich eine zweite Markierung vor und messe die Strecke zwischen den beiden Markierungen: 0,8 nm in 6 Minuten macht 8 kn. Die 8 Knoten sind dabei der maximale Wert, weil wir die Endpunkte der Horchlinien genommen haben. Damit haben wir die theoretisch größtmögliche Entfernung für die 6-Minuten-Strecke und damit auch die größtmögliche Geschwindigkeit ermittelt. Die wahre FdW wird eher 10% bis 20% darunter liegen. Nun trage ich den Kurs des Opfers ein und ermittel anhand der 8 kn - Maximalfahrt den Standpunkt, an dem der Frachter nach einer Stunde liegen könnte: Da der Frachter jedoch 1. langsamer ist, als wir gerechnet haben und 2. näher an uns dran ist, als das Ende der Peillinie uns zeigt, wird sein Standort etwas nordöstlich versetzt vom ermittelten 1-Stunden-Standort sein. Ich werde also nicht allzu dicht an seine Kurslinie heranfahren, ermittel aber trotzdem erstmal unseren Abfangkurs und die notwendige Geschwindigkeit zum ermittelten Abfangpunkt: Aufgetaucht gehen wir jetzt auf 10 Knoten Fahrt Allein die neue Geschwindigkeit erweckt bei der Mannschaft das Jagdfieber. Alle spüren an den Vibrationen im Boot, dass sich etwas anbahnt. Kurz informiere ich noch alle daüber, dass wir in 1 Stunde voraussichtlich etwas Platz im Bugtorpedoraum bekommen werden. Unsere erste Jagd beginnt ! Dieser Beitrag wurde editiert. Zuletzt editiert von: Minimax64, * Bin ja nur 'n doofer Segler! * |
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oh - was ist denn mit meinen Bildern los ???
Da ist wohl was schiefgelaufen! *Edit: was so ein kleines Leerzeichen an der falschen Stelle doch so alles bewirken kann *kopfschüttel - diese Apache-Server... jedenfalls seh ich jetzt Bilder und ich hoffe, Ihr auch! Dieser Beitrag wurde editiert. Zuletzt editiert von: Minimax64, * Bin ja nur 'n doofer Segler! * |
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So - ich hab mich nochmals kurz aufs Ohr gelegt, mir vom Smutje was Leckeres in die Messe bringen lassen und meinem 2O das Kommando überlassen...
Unser Abfangkurs steht und ich geh jetzt mal dran, den idealen Abfangpunkt zu ermitteln: Genau auf der Pfeilspitze in 2 nm Entfernung will ich für den letzten Anlauf auf den Frachter warten. Jetzt enter ich nochmal die Brücke, scheuch die Maate, die hier in Badehose und Sonnenbrille rumlungern in ihre Kojen und werf einen Rundumblick, um mal Sicht und Wetter zu peilen. Das Wetter ist leider eher dazu geeignet, eine schöne Ankerbucht für 'nen Badeausflug zu suchen, als bei Tage einen Frachter anzugreifen.... Während ich mit dem 1O drüber diskutiere, wie wir den Angriff am besten fahren, kommt von der Brücke der Alarmruf Ich scheuch meine Offiziere, mal vorrübergehend für etwas Disziplin unter den Landratten zu sorgen, ohne gleich alle auf die Kampfstationen schicken zu müssen und werf mal einen Blick durchs Uzo: Dann schau ich mir die Lage wieder auf der Seekarte an und beginne auf den Navimaat zu fluchen. Welcher Schwachkopf hatte doch gleich behauptet, wir hätten alle Zeit der Welt ? Die Bemerkung des 2WO, dass das wohl der Skipper persönlich gewesen sei ignoriere ich geflissentlich. Jetzt ist jedenfalls etwas Tempo angesagt. Und das bei dieser beschissenen Sicht, bei der man die Mövenscheiße auf dem Deck des Frachters über 10 Meilen sehen kann! Also markieren wir wieder, wo wir hinwollen und ich beschließe, mit allem, was die Akkus hergeben, unter Wasser heranzurauschen. Wenn wir über Wasser bleiben, könnt ich noch die Hoffnung haben, dass der Frachtercaptn unter unserer Bugwelle bei 12 Knoten das Schiff nicht erkennt - aber misstrauisch könnt er schon werden.... Bei AK knapp unter Periskoptiefe rauschen wir unserem Treffpunkt entgegen. Bei meinem Sonarmaat muss ich mich zutiefst entschuldigen! Der hat Ohren wie ein Uhu oder Luchs oder so. Bei dem Tempo direkt unter der Wasseroberfläche höen alle anderen nur noch sowas ähnliches wie die Niagarafälle - unser Sonarmaat folgt dem leise dahinschleichenden Frachter derart locker mit einem Ohr, dass keiner dagegen wetten wollte, dass er den Frachter auch noch mit ner Opernarie im anderen Ohr verfolgen könnte. *Edit: irgendwie hab ich heute meine Probleme mit den Grafiken, aber ich glaube, jetzt klappts! Dieser Beitrag wurde editiert. Zuletzt editiert von: Minimax64, * Bin ja nur 'n doofer Segler! * |
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Wir halten also mit unvermindert AK auf unseren vereinbarten Treffpunkt zu, während der LI mit magisch fixiertem Zauberblick die Batterieladestandsanzeige am Sinken zu hindern sucht.
Am vereinbarten Treffpunkt angekommen, steigen wir die paar Fuß auf Periskoptiefe und fahren das Periskop mal aus, um jetzt den Frachter ins Visier zu nehmen und mal genau zu schauen, mit wem wir es eigentlich zu tun haben. Aha: ein oller mittlerer Frachter. Na besser als gar nix! Da ich aus zuverlässiger Quelle aus P.H. weiß, dass bei der Drucklegung der Erkennungshandbücher eingeschleuste japanische Spione die Tiefenangaben gefälscht haben, nehm ich die im Handbuch angegebenen 24 Fuß nicht ganz ernst und reduzier sie mal locker um ein Drittel. Während wir das Periskop für den finalen Anlauf gleich wieder einfahren, mach ich jetzt mal die Feinheiten im Torpedorechner klar: Die Torpedogeschwindigkeit wird auf hoch eingestellt. Zum Glück hat unser LI gestern noch die durch in die Werft eingeschleusten Spione sabotierten Torpedos reparieren können, so dass auch die Mark 10 jetzt wieder mit voller Geschwindigkeit bei der Einstellung 'high' laufen. Die Tiefe der Torpedos stell ich auf die 2/3 der sabotierten Angabe im Handbuch = 16 Fuß. Das müsste in etwa so passen, dass die Torpedos entweder im Kiel einschlagen oder kurz darunter durchlaufen. Zünder lass ich deshalb sicherheitshalber beide an, da ich in meinen Ausbildungsfahren eher Probleme mit überhaupt-nicht-zündenden als mit zu-früh-zündenden Torpedos hatte. Direkt auf Torpedotiefe gehts weiter - wir sind für meinen Geschmack noch zu weit weg. Nach ein paar Minuten gibts wieder eine kurze Kontrollpeilung durchs Periskop, das anschließend sofort wieder eingefahren wird: Der Kurs wird noch ein paar Grad nach Steuerbord korriegiert, damit wir den Frachter auch schön quer bekommen. Wieder ein paar Minuten später reduzier ich die Geschwindigkeit auf Standard, damit unser Sehrohr nicht zu einem Gesehenrohr wird und schieb es wieder über die Oberfläche. Jetzt haben wir den Frachter, der vermutlich mit absolut kriegsentscheidenden Gütern wie z.B. Reis oder Fisch beladen ist, auf dem Präsentierteller! Da meine Crew ohnehin schon aufgeregt genug ist und ich den Landratten mal gehöig Respekt vor ihrem Skipper einjagen will, verzichte ich auf die allgemeine Mobilmachung äh Besetzung der Kampfstationen, checke meine Werte und die Lösung, die der 1O ins TDC eingegeben hat ein letztes mal und lasse in aller Ruhe die Mündungsklappen von Rohr 1 öffnen. Anschließend wird der Aal ins Wasser gejagt. Der 1O bekommt jetzt doch einen Rüffel, denn ich höe zwar, dass er die Stopuhr mitlaufen lässt, er will mich aber extra auf die Folter spannen und mir nicht die Restlaufzeit des Torpedos verraten. Mir bleibt also nur, zu gucken, was passiert: Na das nenn ich Volltreffer! Bevor wir jetzt eine kleine Bordfeier auf unseren ersten Treffer starten können, legen wir noch unseren weiteren Suchkurs fest und verdrücken uns erstmal ganz langsam, wir müssen jetzt doch ein wenig Strom sparen, unter Wasser vom Tatort. Falls der Funker auf dem ehemaligen Frachter noch ein Mayday absetzen konnte, wollen wir die Rettungsarbeiten durch herbeileilende Zerstöer und Marinebomber ja nicht behindern! * Bin ja nur 'n doofer Segler! * |
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ach ja - beihnahe hätt ichs vergessen: Danke fürs nette Feedback zwischendurch - ich hoffe ja, wir kommen hier noch zu einem anständigen Konvoi...
PS: mir macht das Schreiben ja fast mehr Spaß als das Spielen - und, nicht weitersagen, wenn Spiel und Handbuch perfekt gewesen wären, hätt ich null bock gehabt, Tutorials zu schreiben - so aber gabs ne Menge Geheimnisse zu lüften Dieser Beitrag wurde editiert. Zuletzt editiert von: Minimax64, * Bin ja nur 'n doofer Segler! * |
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@minimax
Macht echt Spaß, dein Feindfahrt-Tagebuch zu lesen. Und selbst wenn es nicht für das lernen wäre, 'ne super Geschichte ist es allemal. Du hast da aber auch ein paar Saubeutel an Bord. Laufen die in P.H. frei herum? Sachen gibt's . . . PS.: Da könnt ich mir ja schon wieder 'ne Medaille zu einfallen lassen AMBVLARE PER PLVRIMARVM ANIMARVM OCEANUM PEDES VIX MADEFACIT |
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Ich seh den Bildern vom Luftangriff nicht an, woher der Angriff kommt, aber als Einbau in die Flugalarmroutine bei später Erkennung (wenn der Radarwieder spinnt): immer querab zum Flugzeug legen! Erstens hat der Pilot viel mehr Probleme mit der Weite der Bombenzielung als mit seitlicher Abweichung und zweitens muss er so noch seinen Zielflug ändern und schießt aus einer Kurvenlage, was es auch nicht einfacher für ihn macht. Für Angriffe mit der MG gilt das erst recht, weil er dich nicht der Länge nach bestreichen kann, wenn er seitlich kommt. Dann ist er schneller vorbei.
Und immer schön drauf achten, im Zweifel in die Richtung zu drehen, die ihn zu einer möglichst engen Kurve zwingt... |
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