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Kriegstagebuch (in echt) (überarbeitete Fassung)|
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Wie versprochen hier nun die endgültige Fassung des Kriegstagebuchs meines Vaters.
Zu Beginn werde ich einige Posts machen, welche die Kindheit und die Jugend meines alten Herrn zum Thema haben. Meiner Meinung nach bildet es einen guten Einstieg in das Kriegstagebuch, in der es in heutiger Form vorliegt. Wenn ihr Fragen, Anmerkungen oder einfach nur eurer Begeisterung oder Kritik, schriftliche Form geben wollt... nur her damit. Kptlt. Ol' dirty McSchnibbel (my Nick, created on a 4 Day LAN Party with my Fun-CLAN, after many Beers and tons of Kids playing CS around me and 8 People sinking Ships) |
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Es war einmal....,
Nicht nur Märchen beginnen so. Es war einmal, Anfang der zwanziger Jahre im zweiten Jahrtausend. Da war ein junger Mann, ausgebildet, er hatte einen Beruf und den unstillbaren Wunsch, etwas Neues zu sehen. So packte er seine nicht sehr umfangreichen Sachen zusammen und sagte seiner geliebten Heimat im bergigen Land ADE. Er zog ins flache Land, dort wo an sonnigen Hügeln die Trauben reifen. Auch anderes gedieh dort im Unterland. Fröhliche Menschen, nicht so herb und bedenklich wie daheim. Sie feierten ihre Feste und konnten das Leben geniessen im Zusammenhang mit dem sprühenden Wein. Es ist Frühjahr, Zeit der Fasnacht, wie sie es nennen. Oder Karneval, wie man in Venedig sagt. - Der junge Mann kannte ein junges Mädchen, schwarzhaarig und jung wie er. Sie liebten sich in dieser so lustigen Zeit. Wie es heisst im alten Testament, so zeugte Hermann mit Luise den Hermann II. Im November 1924, so erzählte Tante Berta, war es dann so weit: In ihrem Haus fand die zwar unaufhaltbare, aber scheinbar unendlich dauernde Geburt statt, denn Hermann II hatte anscheinend keine Lust, aus dem warmen Nest in diese Welt zu schlüpfen. Es war eine schwere Sache mit dem Beginn des neuen Seins. Auch die Zukunft sah nicht sehr viel versprechend aus: Es war die Zeit der Inflation .Man erzählte später, Die Frauen mussten um zwölf Uhr an den Fabriktoren das Geld abholen, das der Mann am Morgen verdient hatte, am Abend konnte man nicht mehr ein Brötchen dafür kaufen. Im Dezember war dann Hochzeit. Hermann II kam im November. Doch es gabs schon oft, dass Zweimonatskinder überlebten. Dieses Wunder wird auch weiterhin geschehen. Getauft wurde ich am 26. Dezember in Neckarsulm. Die Mutter starb als klein Hermann eineinhalb Jahre alt war. Auch im Frühjahr. Dann kam die Zeit bei den beiden Grosseltern väterlich und mütterlicherseits. Es war wohl eine schöne Zeit. Auf beiden Seiten junge Tanten, die dem Scharm des Jungen nicht widerstehen konnten und mithalfen, ihn nach Strich und Faden zu verwöhnen .Zu dieser Zeit war es keine Seltenheit, dass die Kinder von der Schule oder dem Kindergarten Kopfläuse nach Hause brachten. So fiel der blonde und rollige Haarschopf der Schere zum Opfer. Was dann erschien, waren die dunklen Haare der übrigen Verwandtschaft mütterlicherseits. Hermann II ist vierjährig, als Vater wieder heiratet .Für ihn kam die Zeit des Umgewöhnens. Dank der neuen Mutter und ihrer Geduld kam mit der Zeit ein brauchbares Mitglied der Gesellschaft zu Stande. Wir alle, Grossmutter Klaiber, ihr lediger Sohn Onkel Fritz, meine neue Mutter, Vater und ich wohnten im Schloss. Dieses gehörte der Gemeinde, und in dem alten Gemäuer waren Sozialwohnungen eingerichtet. Vor vielen Jahren, ihre drei Kinder waren noch unmündig, starb der Ernährer, ein Bergmann. Grossmutter war Witwe und ein Sozialfall. In einer der besseren Wohnungen war der Dorfpolizist mit seiner Familie zu Hause. Die erste Bekanntschaft mit dem deutschen Schäferhund des Polizisten machte klein Hermann mit vier Jahren. Der liebe Hund hinterliess an beiden Knien dauerhafte Abdrücke seiner Zähne. Wie es dazu kam, weiss ich nicht. Ab diesem Ereignis setzt mein Erinnerungsvermögen ein, ich bin auf der Welt. Die Zeit ist für mich ruhiger geworden, ich bin in eine Grossfamilie eingebunden und nicht mehr zwischen den Grosseltern unterwegs. Onkel Fritz ist Buchdrucker und arbeitslos. Als Wanderbursche war er in ganz Europa tätig. Vor allem konnte er vieles und interessantes aus den skandinavischen Ländern erzählen, in denen er sich vermehrt aufgehalten hat. Es entwickelte sich eine innige Freundschaft, Liebe zwischen uns. Das führte sogar dazu, dass ich meinen „Schnuller“, den ich bis jetzt nicht vermissen konnte oder wollte, in das Feuer des Herdes warf. Was für eine Überwindung durch Zuneigung und Vertrauen erreicht Im Schloss war ein langer Gang, von dem aus die Sozialwohnungen nach links und rechts abgingen. Die Armen hatten an einem keinen Mangel, Kinder. Das alte Schloss ist ein riesiger Spielplatz. In dem Gang waren auch die gemeinsamen Toiletten, „Plumpsklos“ Oft war es wohl für das kleine Geschäft zu weit für mich. Wir wohnten in einem Seitenflügel. Doch es war eine grosse Zimmerlinde da, der Stolz der Grossmutter. Und die war näher. Scheinbar war es der Pflanze nicht unbedingt zuträglich. Die Frage, warum sie nicht mehr so gut gedieh, konnte nicht gelöst werden. Irgendwann wurde es doch bekannt, sonst wüsste ich es nicht. Fast bin ich sicher, dass Onkel Fritz dahinter steckte. Diese Sache wurde so oft erzählt und darüber gelacht, dass es mir in der Erinnerung bleibt. Im September 28 kam meine Schwester Erna auf die Welt. In einem Schloss geboren Wer kann das schon von sich sagen? Sie. Mit der Zeit wurde es doch ein bisschen eng. So kam die Idee ein eigenes Haus zu bauen. Mein Vater als neues Mitglied der Familie hatte einen sicheren Arbeitsplatz und Einkommen, das damals dem Verdienst eines Arbeiters entsprach. Was sonst noch für die Verwirklichung des Vorhabens vorhanden war, weiss ich nicht. Viel später entdeckte ich, dass für mich eine Lebensversicherung abgeschlossen wurde, die mithalf, den Plan zu verwirklichen .Es war einfaches Haus, ein Doppelhaus. Jede Hälfte hatte eine zwei Zimmerwohnung im Parterre und im Obergeschoss. Das Haus war unterkellert, eine Waschküche ist vorhanden und darin eine Badewanne. Was für eine Freude, ab jetzt war jeden Samstag Badesaison. Auch einen grossen Garten hatten wir jetzt, zur grossen Freude meines Vaters, der ein leidenschaftlicher Hobbygärtner war. Bald kam die Schwester Marianne auf die Welt und die Familie war komplett.. An den Besuch in der Kinderschule kann ich mich gut erinnern. Unser Vater züchtete deutsche Schäferhunde. Nicht in grossem Rahmen, ab und zu waren junge Welpen da, mit denen wir Kinder spielten. „Prinz“ war der Stammvater. Kptlt. Ol' dirty McSchnibbel (my Nick, created on a 4 Day LAN Party with my Fun-CLAN, after many Beers and tons of Kids playing CS around me and 8 People sinking Ships) |
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Er holte mich manchmal vom Kindergarten ab. Wie man erzählte, hat er sie aufmerksam gemacht, wenn es Zeit war, mich abzuholen Ich war sicher sehr stolz, nach dem Kindergarten von einem Hund abgeholt zu werden. Du musst ihn am Halsband festhalten, war die klare Anweisung.
An etwas in jener Zeit kann ich mich allerdings auch erinnern, das nicht so schön war. Damals gab es ein Kupfergeldstück zu vier Pfennig. Dieses entstand wohl mit aus dem Grund, Weil eine Bretzel oder ein Brötchen vier Pfennig gekostet hat. Eines Tages hatte Mutter nur einen fünfer für die Bretzel. Selbstverständlich wurde erwartet, dass ich den Pfennig nach Hause bringe. Die Versuchung im Bäckerladen beim Anblick der süssen Stückchen, die fünf Pfennig kosten, war doch zu gross, ich konnte nicht widerstehen. Bei der Heimkehr kam die logische Frage nach dem Pfennig. Ich sagte, ich hätte das Geld verloren Ich kann nicht vergessen, wie mich diese Lüge beschäftigt hat, und ich erleichtert war, als ich doch zuletzt die Wahrheit sagte. Diese Erfahrung hat jedoch nicht verhindern können, dass ich im späteren Leben in einer Lüge Zuflucht suchte. Sonst war es ein Leben, wie es in einer Familie normal angesehen wird. Wir Kinder hatten unsere Aufgaben, der Vater ging zur Arbeit und Mutter waltete im Haus. Es kam die grosse Arbeitslosigkeit und die allgemeine Not. Es kam die politische Unruhe, die schlussendlich in die Diktatur führte. Als Knabe musste ich erleben und zusehen, wie sich die einzelnen Gruppen Strassenschlachten lieferten. Meim Vater war auch dabei, er trug die Fahne der Sozialdemokraten, drei weisse Pfeile im roten Feld. Sie schrieen „Freiheit“, andere „Rot Front“ und wieder andere „Heil Hitler“ .Es war eine schlimme Zeit. Bei einer Kundgebung in Heilbronn sah ich eine ältere Frau, blutüberströmt, ein Stein hatte sie am Kopf getroffen, geworfen von einem SA-Mann aus einem vorbeifahrenden LKW. Diese Eindrücke vergisst man nicht, ich weiss heute noch die Strassenecke, an der ich mit meiner Mutter stand. Dann kam die grosse Wende. Einer war gekommen und brachte Arbeit und Brot.. Welch ein Wunder. Ein ganzes Volk schrie „Heil“. Zwölf Jahre später konnte das keiner verstehen. Vor allem die Fremden nicht, die den furchtbaren Krieg siegreich beendet hatten. Machtübernahme 1933.Für diejenigen, die mit der neuen „Führung“ nicht einverstanden waren, begann ein Martyrium, das für viele im Konzentrationslager endete. Auch mein Vater wurde verhaftet. Schutzhaft hiess es. Man musste die, die gegen das Regime waren, beschützen. So weit sind wir gekommen, Freundschaften zerbrachen durch diese Politik einiger Spinner. Bei einem Besuch im Gefängnis in Heilbronn habe ich beim Abschied meinen Vater das erste und das letzte Mal weinen gesehen. Mutter hatte in den mitgebrachten Socken eine Tafel Schokolade versteckt. Vater wurde dann in ein so genanntes Umerziehungslager im Schwarzwald verlegt. Aus diesem entstand dann später ein Konzentrationslager. Nach einigen Wochen war er wohl keine Gefahr mehr und wurde entlassen. Arbeitsbeschaffung. Zu der Zeit wurde der Neckarkanal gebaut und mein Vater war auch dabei. Wir hatten wieder zu Essen und die Not war nicht mehr so gross, das Leben besserte. Mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus kam die Hitlerjugend. Pfadfinder und alle anderen Jugendorganisationen wurden verboten. Das Hakenkreuz stand über Allem. „Hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder, schnell wie ein Windhund, getreu bis in den Tod“ Das war der Wahlspruch der neuen Führung für die deutsche Jugend. Der deutsche Junge und die Mädchen wurden uniformiert. Braun war die neue Farbe, versehen mit dem schwarzen Hakenkreuz im weissen Feld der roten Fahne. Schwarz, Weiss, Rot die Farben des neuen Grossdeutschen, Tausendjährigen Reiches, das nach zwölf Jahren zu Ende war, diese zwölf Jahre hatten vollauf genügt. Ich kann mich noch gut erinnern, dass mein Vater sich weigerte, mir eine braune Uniform zu kaufen und somit gegen meinen Eintritt in die Hitlerjugend war. Doch die neue Regierung fand einen Weg, seine Bürger, die nicht einverstanden waren, auf den „richtigen“ Weg zu bringen. Der Staatsjugendtag wurde eingeführt. Das hiess, für Mitglieder der Hitlerjugend war am Samstag keine Schule, sondern Sport Geländespiele, Vorbereitung für das Militär und den Krieg. Die Querulanten mussten in die Schule. Die eingeteilten Lehrer waren sicher nicht erfreut wegen diesen und ihren Eltern ihren freien Samstag einbüssen zu müssen Es waren nicht mehr sehr viele, in einer Klasse hatten wir Platz. Doch sicher litten wir darunter, in diesem Alter ausgeschlossen zu sein. Ab 1935 war die gesamte Jugend nach dem Gesetz in der HJ. Bis dahin war mein Vater als überzeugter Sozialdemokrat gegen diese braune Uniform im Zeichen des Hakenkreuzes. Er hatte keine Chance, da war die Familie, eine neue Verhaftung konnte er nicht riskieren, so gab er seine Zustimmung. Kptlt. Ol' dirty McSchnibbel (my Nick, created on a 4 Day LAN Party with my Fun-CLAN, after many Beers and tons of Kids playing CS around me and 8 People sinking Ships) |
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Jugend in Kochendorf
1930/31 begann für mich der Schuleintritt. Das Klassenzimmer der ersten Klasse war in einem Seitenflügel des alten Schlosses. Mein erster Lehrer hiess Götz, er war ca. 50 Jahre alt. Seine aus Holz geschnitzte Schäferschippe diente dazu, die Kinder in der Zucht zu halten. Einmal fiel Kleinhermann wohl aus dem von ihm gedachten Rahmen und die Schäferschippe schickte ihn in das Land der Träume. Aufgewacht bin ich in seinen Armen mit Pfefferminzbonbons. Wir wohnten etwas ausserhalb des Dorfes, deshalb holte mich mein Vater mit dem Fahrrad von der Schule ab. Wahrscheinlich sah ich noch etwas bleich aus, doch mit Hilfe der Schulkameraden wurde die Frage, warum, geklärt. Was mein Vater mit dem Lehrer besprochen hat, weiss ich nicht, jedenfalls bedeutete die Schippe keine Gefahr mehr für mich. Dann war die Sache mit der Blinddarmentzündung. Im Krankenhaus in Neckarsulm wurde die Operation durchgeführt. Meine Grossmutter mütterlichseits und all die Tanten wohnten in der Nähe.. Es mangelte nicht an Besuchen, um den „armen“ Patienten zu verwöhnen. Einmal brachten sie Bananen mit. Vor Freude hüpfte ich im Bett herum und die Operationswunde brach auf. In meiner Erinnerung war das Schlimmere, dass die Krankenschwester, die ich so lieb gewonnen hatte, böse mit mir war. In meiner Jugendzeit gab es auch schöne Höhepunkte. Allein schon die Hochzeiten in den verschiedenen Verwandtschaften. Als Junge konnte ich keinen Schleier nachtragen, aber einmal richtig den Bauch voll schlagen mit all den guten Sachen, die sonst nicht auf dem Speisezettel standen.. Ostern. Im Garten waren die Osternester. Darin lagen die Eier aus dem eigenen Hühnerstall. Es lag auch ein Zuckerhas darin und eine Orange, vielleicht auch zwei, eine Sensation. Weihnachten. Das Grösste war: In der Wohnstube strahlte der Kanonenofen seine wohlige Wärme aus, es war eine Seltenheit, sonst wickelte sich unser Leben in der Küche ab. Auf dem Tisch im Wohnzimmer stand ein Christbaum Im Kreis darum die aufziehbare Eisenbahn von Onkel Heinrich, mit der schon gespielt hatte. Alle sassen um den Tisch, wir spielten Halma und Mensch ärgere dich nicht. Radio war eine Utopie. Die Eisenbahn fuhr ihre Kreise. Kleine Schokoladestückchen waren in dem Güterwagen untergebracht. Bei dem der Wagen anhielt, der bekam den Inhalt. Meine Schwesterchen fanden, dass der Wagen öfters bei mir anhielt. So genau konnte man die Feder nicht aufziehen. Oder vielleicht doch ? Vater bekam dann eine Arbeit in Neckarsulm. Mittagspause eine halbe Stunde. Auf halbem Weg, zwischen Kochendorf und Neckarsulm in den Weinbergen war der Treffpunkt. Wir Kinder brachten ihm das Essen, ich weiss, wir waren immer in Eile. Sommerferien. Jedes Jahr 12o km Eisenbahnfahrt in die Heimat meines Vaters zu den Grosseltern. Da war noch der Onkel Arthur mit seiner Geige und der Klarinette. Der Onkel Heinrich, von Beruf war er Graveur, Malen war sein Hobby. Es sind die Brüder meines Vaters. Er war der Älteste, sie nach den Tanten die Letzten.. So waren sie für mich wie ältere Brüder und nicht wie Onkels.. Auch die drei Tanten, Anna, Klara und Emmi waren noch zu Hause. Sie waren auch älter geworden und die Interessen und Wünsche gingen andere Wege. Das kleine Hermännle war nicht mehr zum Herzen und Schmusen da, er war im Schulalter und nicht mehr zwei oder drei Jahre alt. Doch sie waren da, vor allem wenn ich am Abend nicht von der Gasse heimkehren wollte. Ein Klapf auf den Hintern war doch manchmal angebracht, ohne dass die Liebe und Anhänglichkeit darunter gelitten hätten. Tante Klara hatte einen Freund. Wandervogel und Hobbyfotograf, Erwin. Sie beide nahmen mich mit zum Wandern. Stundenlang über die schwäbische Alb. Es waren schöne Erlebnisse. Die Knackwurst und der Wecken zum Abschluss waren das Schönste. Später heirateten die zwei. Leider fiel Erwin in den ersten Tagen des Krieges in Polen. Auch der Winter war für uns eine feine Sache. Lange Schlittelbahnen, Eis auf dem Kocher. Im Frühjahr war das Neckartal vom Hochwasser überschwemmt, dann kam der Frost und hat uns eine kilometerlange Eisbahn beschert. Einige Holzlatten und ein altes Leintuch von Mutter reichten für ein Segel. Schlittschuhe zum Anschnallen und der Wind sorgte für das Übrige. Es war auch möglich, dass man eingebrochen ist, doch das Wasser war nicht tief, es stand ja nur über den Wiesen. Im Bahnhofwartesaal wurde getrocknet. Der verständnisvolle Bahnhofwärter brachte noch einen zusätzlichen Eimer Koks, so war es kein Problem, das Trocknen. Gerne erinnere ich mich an das Zusammensein mit den Schulkameraden. Nicht aufzuhalten, notgedrungen kam die Zeit der Pubertät und dass ich mich verliebte. Es war ein Mädchen in meinem Alter. War aus einer „besseren“ Familie und ging schon in eine höhere Schule. Ich sah sie nur einmal in der Woche beim Religionsunterricht. Ich war zu schüchtern, um mich ihr zu nähern. Ich litt aus der Ferne. Dennoch ergab sich eine Gelegenheit, sie zu sehen. Durch Zufall stellte sich heraus, dass sie am Abend bei demselben Bauern Milch holte. Das war zu der Zeit noch üblich, dass man die Milch direkt beim Bauern holte. Es war nicht einfach, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Aber manchmal gelang es doch. Ich war der glücklichste Junge auf der Welt, wenn ich neben ihr gehen, mit ihr reden konnte. Ihre Hand zu halten war das Höchste der Gefühle. Lange Jahre war sie meine grosse „Liebe“. Es gab für mich kein anderes Mädchen, obwohl sie meine Zuneigung nicht erwiderte. Wenn sie mich auf dem Sportplatz beim Handball angefeuert hat, war ich überglücklich. Kptlt. Ol' dirty McSchnibbel (my Nick, created on a 4 Day LAN Party with my Fun-CLAN, after many Beers and tons of Kids playing CS around me and 8 People sinking Ships) |
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Bahnhofstrasse: Unser Spielplatz. Die Prachtstrasse von Kochendorf. Ende der 20iger Jahre wurde sie gebaut. Breite Strasse, breiter Gehweg Beflanzt mit Akazien, deren Rispenblätter mit den vielen einzelnen Blättchen gut geeignet waren für die Frage, sie liebt mich von Herzen, mit Schmerzen und so weiter .Es waren schöne neue Häuser an der Strasse der Schiffsleute vom Neckar, die Kohle vom Ruhrgebiet brachten und dafür mit Salz beladen wurden. Von Zeit zu Zeit kamen die Kinder der Schiffleute in die Schule.
Das Salzbergwerk war damals schon zu bestimmten Zeiten für Besucher geöffnet. Aus ganz Deutschland kamen deswegen viele Besucher nach Kochendorf. Sie fuhren mit grossen Omnibussen, welche entsprechend Platz benötigten, in unseren Ort ein. Das war bestimmt mit ein Grund, die Bahnhofstrasse in dem Rahmen auszubauen, dass die Riesengefährte sogar auf der einen Strassenseite parkiert werden konnten. Doch das war nur über die Wochenenden, in der übrigen Zeit gehörte die Strasse uns. Zu der Zeit gab es fast keinen Autoverkehr Wir spielten Fussball auf der Strasse, und der Gehweg stand denen zur Verfügung, Dde mit Stecken und Schnur ihre Holztänzer in Bewegung hielten. Ein Bäckerladen war auch da. Manchmal fiel für uns ein nicht gut geratenes Brötchen oder Brezel ab. In der Osterzeit war für uns Kinder Hochsaison Es gab den Abfall von den Zuckerhasen, die er in dieser Zeit herstellte. Auf dem Weg zur Schule gingen wir dort vorbei, keiner ging leer aus, auch wenn sich eine kleine Schlange gebildet hatte. Von der Bahnhofstrasse war es nicht weit bis zum Neckar. Dort war das Kraftwerk und die Schleuse. Oft haben wir uns hier aufgehalten, um die Schiffe und die Schleusendurchfahrten zu sehen. Baden war dort verboten. Doch wir hatten das flache Gewässer des Kochers und sein Weidengestrüpp zur Verfügung, um die ersten Rauchversuche mit Nielen ( wilde Reben ) zu machen. Der tollwütige Hund.- Ein Erlebnis, das sich mir tief eingeprägt hat. Ich war vielleicht 7 oder 8 Jahre alt. Da war beim Friedhof am Ende der Bahnhofstrasse ein deutscher Schäferhund, ähnlich wie wir zu Hause einen hatten. Angeblich war er tollwütig. Ein Polizist war auch da, alarmiert von einem ängstlichen Nachbarn. Eigentlich war der Hund zutraulich, ich hatte keine Angst vor ihm. Aber der Polizist anscheinend doch. Er zog seine Pistole und wollte ihm in den Kopf schiessen. Er traf nicht gut und bei dem Hund war eine offene Schussverletzung an der Schnauze. Er jammerte füchterlich, bis ihn der zweite Schuss tötete. Dieses Schmerzgeheul des armen Tieres kann ich nicht vergessen. War er wirklich tollwütig? Meine Familie mütterlichseits in Neckarsulm. Im Laufe der ganzen Jugendzeit machte ich oft am Sonntagnachmittag einen Besuch bei ihnen .Es waren nur drei Kilometer Es gab Kaffee und Kuchen. Manchmal gab mir Grossmutter beim Abschied noch ein zehn Pfennigstück. Das reichte damals noch für einen Kinobesuch im sechs Kilometer entfernten Wimpfen. Zu Fuss dem Neckar entlang war das kein Problem. Wenn allerdings diese Besuche durch Arbeitskollegen, die in der Nähe von Grossmutter wohnten, meinem Vater zu Ohren kamen, war er nicht sehr erfreut. Wenn es möglich war habe ich deshalb diese Besuche für mich behalten. Ich kann mir das nur so erklären, dass mein Vater Bedenken hatte wegen meiner neuen Mutter. Diese waren sicher nicht berechtigt. Es gab keine Fragen oder Kommentare über die neue Situation, dieses Thema war tabu. Beinbruch.- In der fünften Klasse. Im Schulhof sollte eine neue Plakatsäule aufgestellt werden. Die Betonröhren und der Betondeckel lagen bereits im Schulhof. Wer war stark genug, den Deckel vom Boden zu heben? Jeder probierte, ich auch. Ich war doch nicht stark genug, ich musste ihn fallen lassen. Unglücklicherweise brachte ich mein rechtes Bein nicht auf die Seite. Es war geschehen. Der Unterschenkel war gebrochen. Mein Vater wurde in der Fabrik benachrichtigt . Ich lag in einem Klassenzimmer auf dem Tisch, nur dem Einsatz eines Lehrers ist es zu verdanken, dass mein Vater mir nicht das Hinterteil versohlt hat. Nun kam der normale Ablauf in solchen Situationen. Gipsverband, keine Schule, im Bett liegen. Doch wenn das nicht passiert wäre, hätte ich nie die Möglichkeit gehabt, Karl May zu lesen, die mir ein Freund, der Sohn des Lehrers im Nachbarhaus geliehen hat. Dann kam die Zeit, dass die Schule zu Ende geht und, wie man sagt, der Ernst des Lebens beginnt. In der Schule hatte ich immer gute Noten Vor allem im Zeichnen. Der Lehrer Herr Holzapfel in der letzten Klasse war der Meinung, man sollte in der Richtung weiterfahren. Die finanzielle Lage war nicht für den Besuch der Kunstgewerbeschule geeignet. Du kannst gut zeichnen, also wirst du Maschinenzeichner. Eine klare Zielsetzung zu Hause. Die Lehrstelle war auch schnell gefunden. Eine Maschinenfabrik in Heilbronn. Im Frühjahr 1939 begann die Lehrzeit. Über diese Periode in meinem Leben gibt es einiges zu berichten Sie war neu und manchmal auch beschwerlich. Morgens früh aufstehen und zum Bahnhof, der Zug war pünktlich und wartete nicht. Mein Vater musste mit einem früheren Zug fahren und konnte mich deshalb doch noch zeitig aus dem Bett bringen. Trotzdem musste ich manchmal meine Kaffeetasse mit auf den Weg nehmen Auf dem abgekürzten Weg zum Bahnhof ging es durch den Garten vom Restaurant „Waldhorn“ .Im Garten war eine Kegelbahn. Dort konnte ich die Tasse auf einer Fensterbank abstellen und bei der Heimkehr wieder mitnehmen. Jedenfalls war die Pünktlichkeit des Zuges nicht immer mit meinem mühevollen Aufstehen in Einklang zu bringen. Oft musste ich mit dem Fahrrad dem Neckar entlang die zehn Kilometer nach Heilbronn fahren, um zeitig im Büro zu erscheinen. Es ist das Leben eines Lehrlings. Eintönig, doch mit interessanten Unterbrechungen. Das Technische Büro war ein grosser, langer Raum. Links und rechts des Mittelganges waren die Reissbretter und Arbeitsplätze der Ingeneure. Am Ende des Ganges mit guter Übersicht ,in einer Glaskabine der Chef, Dipl. Ing. Regierungsbaumeister Rudolf Wagner .Seine „Schäfchen“ befanden sich unter guter Aufsicht. Eines davon war Herr Göttle, gross, sicher einhundert Kilo schwer und er litt unter seinem Namen. Wir mussten aufpassen nicht zu schnell das Herr und Göttle zusammen zu hängen, die Folge war ein allgemeines verstecktes Grinsen. Eines Tages schickte er mich in die Kantine um ihm eine Flasche Mineralwasser zu holen. Zurückkehrend trug ich die Flasche offen in der Hand an seinen Arbeitsplatz und stellte sie auf den Schreibtisch. Dann schickte mich eine kräftige Ohrfeige für kurze Zeit auf den Boden. Er hatte Angst, er wollte nicht, dass der Chef sieht, wenn er während der Arbeitszeit Mineralwasser trinkt. Ich war ihm nicht böse und er erklärte mir dann auch, warum er so reagiert hatte. „Schaf“ bleibt „Schaf“. Kptlt. Ol' dirty McSchnibbel (my Nick, created on a 4 Day LAN Party with my Fun-CLAN, after many Beers and tons of Kids playing CS around me and 8 People sinking Ships) |
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So „böse“ war der Chef gar nicht, ich hatte keine Angst vor ihm.
Unter Anderem hatten die Lehrlinge die Aufgabe, Lichtpausen anzufertigen .Die nötigen Einrichtungen befanden sich in einem eigenen Raum. In der Nähe war ein kaufmännisches Büro. Eine der jungen Frauen hatte mich scheinbar ins Herz geschlossen. Oft, wenn ich dort arbeitete, erschien sie und streichelte mich. Es war nicht unangenehm, doch mit 15 Jahren war man damals noch nicht in der Lage, das zu verstehen und entsprechend auswerten zu können. Im Nebengebäude des Büros war das Lager der Holzmodelle, die für die fabrikeigene Giesserei notwendig sind. Eines Tages erschien der Modellschreinermeister wutentbrannt im Techn.Büro, eine Schlange,, bestehend aus vielen kleinen Holzmodellen mit Klebeband zusammenhängend hinter sich herziehend. Es war nicht schwer, auf Grund des Klebebandes die Übeltäter zu finden. Wer auf diese Idee gekommen ist und welche der Stiften beteiligt waren, ist nicht wichtig, wir hingen alle mit drin. Alle, die kleinen Modelle wieder nach ihren Nummern einzusortieren war Strafe genug. Dieser Streich machte in den Büros die Runde und mancher hat wohl im Stillen darüber gelacht. Sogar unser Juniordirektor hat sich vielleicht an seine Jugendstreiche erinnert. Unser Herr Wagner stand über der Sache, obwohl er sonst sehr pedantisch war. Eines habe ich nie verstehen können, dass er unser Büromaterial selbst verwalten wollte. Bei seiner Pedanterie beging er trotz aller Intelligenz einen Fehler. Er hat nicht mit seinen Lehrlingen in allen Altersklassen gerechnet. Ein Beispiel: Wenn einer der Bürobelegschaft einen neuen Bleistift benötigte, musste er den kurzen Stummel vorweisen. Je nach Länge dessen wurde ein neuer Bleistift bewilligt. Der Fehler war, er hat nicht Buch geführt und den Stummel zurückbehalten. Bei uns Lehrlingen machte der Stummel die Runde, wir hatten mehr Bleistifte in der Schublade als mancher Ingenieur. Es heisst nicht umsonst, Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Noch zwei Episoden aus meiner Lehrzeit möchte ich festhalten. Als Maschinenzeichnerlehrlinge mussten wir zwei Jahre im Betrieb in verschiedenen Abteilungen lernen wie die Praxis aussah, deren Theorie wir im Büro lernen. Ich befand mich in der Montagehalle zur Ausbildung. Dort war auch ein Schlosserlehrling in meinem Alter. Zu der Zeit gab es Grosskaufhäuser, in denen man für wenig Geld eine ganze Bekleidung , von der Unterhose bis zur Krawatte kaufen konnte. Eine Taschenuhr war auch dabei .Der Junge hatte so eine Uhr. Sie war nicht sehr wertvoll, Für ihn schon, sein Vater hatte sie ihm geschenkt. Eines Morgens kam er in die Werkstatt und sagte, sie geht nicht mehr .Das ist ganz einfach, sagte der Vorarbeiter, die ist verdreckt, die muss ausgeblasen werden. Kurz und gut, hinten den Deckel auf und mit Pressluft blasen. Der Dreck war draussen und die Rädchen mit allem sonstigen mechanischem Interieur auch. Nie werde ich das Gesicht des Jungen vergessen. Tränen standen ihm in den Augen und die Arbeiter lachten. Doch alle haben zusammengelegt, dass er sich so eine Uhr kaufen konnte. Dann gab es noch die Sache mit der Wasserwaage. Man schickte einen Lehrling in die Werkzeugausgabe, um neue Gewichte für die Wasserwaage zu holen. Der in der Werkzeugausgabe weiss Bescheid. Unter dem Jubel und dem Gelächter der Arbeiter bringt der Lehrling eine schwere Kiste mit Eisenabfall. Das gelingt selbstverständlich nur einmal. Die Älteren, die auch schon reingefallen waren, hüten sich natürlich davor, den Neuen zu warnen. –Wo bleibt die Solidarität? Luftschutz.- Es war Krieg. In allen Fabriken wurden Alarmposten eingerichtet. Ein Telefon war mit der Luftwarnzentrale verbunden und musste Tag und Nacht besetzt sein. Für den Abend und die Nacht, wenn der Betrieb geschlossen war, wurde ein Telefondienst organisiert. Dafür wurden auch Lehrlinge eingesetzt. Ich war auf die Heimreise mit der Bahn angewiesen. Das bewahrte mich manchmal vor den Zärtlichkeiten der weiblichen Ablösung.. Ich fühlte mich eigentlich nie belästigt, im Gegenteil. Rückblickend verstehe ich, die Männer waren im Krieg In der Härterei war ein Meister beschäftigt, wenn ich dort zu tun hatte, versuchte er immer mich zu überreden, an einem Abend mit ihm zu einer gewissen Susi zu kommen, Er wurde auch zudringlich, Ein Arbeiter hat mich gewarnt und so vielleicht vor Schlimmerem bewahrt. Es kamen die ersten Kriegsgefangenen aus Frankreich. Mit Plakaten musste ich die Toiletten beschriften. „Prisonnier Guerre“. PG stand auch auf dem Rücken ihrer Kleidung. Heute ist es schwer zu verstehen, die Menschen wurden mit Buchstaben und Zeichen erkenntlich gemacht. Die Juden mit einem Stern. Die dafür Verantwortlichen waren überzeugt, im Zeichen des Hakenkreuzes alle Menschenrechte missachten zu dürfen. Das Angenehmere in dieser Zeit war für mich und einen Teil meiner Altersgenossen die Tanzstunden. Der Vetter meiner Mutter, Gustaf Popp hatte eine Tanzschule .Mein Freund Kurt und ich hatten die Ausbildung hinter uns. Durch den Krieg bestand ein Mangel an jungen Männern. Um diesen Mangel auszugleichen, wurden wir eingesetzt. Das Restaurant mit einem Tanzsaal war in einem Dorf, zu Fuss zwei Kilometer. In dem Dorf war auch der Friseur, der meinem Freund und mir einen angemessenen Haarschnitt verpasste. Kurt bekam Wasserwellen und meine krummen Haare wurden mit Hilfe von Brillantine in Form gebracht. Wir zwei waren auch sonst sehr verschieden, aber immer gute Freunde. Er war der stärkere und beschützte mich manchmal auf dem Heimweg, von der Schule, wenn von anderen Jungs Gefahr drohte. Dafür konnte ich ihm bei den Hausaufgaben beistehen. Wir waren gute Tänzer und in unseren Konfirmandenanzügen, die voraussehend genügend gross angelegt waren, sahen wir nicht schlecht aus. Gustaf Popp, der Tanzlehrer und die das Tanzen lernen wollten waren immer zufrieden mit uns. Wir waren siebzehn Jahre jung und „genossen“ das Leben, ohne nachher etwas bereuen zu müssen. Warum auch?? Wir wussten ja nicht, was der Krieg noch für uns bereit hält. Ein Jahr später waren wir Soldaten für Führer, Volk und Vaterland. Kptlt. Ol' dirty McSchnibbel (my Nick, created on a 4 Day LAN Party with my Fun-CLAN, after many Beers and tons of Kids playing CS around me and 8 People sinking Ships) |
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Meine Erlebnisse als Soldat in der deutschen Kriegsmarine im zweiten Weltkrieg
Prolog Leider gingen meine Tagebuchaufzeichnungen beim Schiffsuntergang 1944 verloren, nach sechzig Jahren ist es nicht einfach, das Erlebte aus dem Gedächtnis wiederzugeben. Bewußt vermeide ich in meinen Aufzeichnungen, den Krieg mit all seinen Grausamkeiten, dem Schmerz, Blut und Tod zu schildern. Über diese Dinge wurde und wird immer noch genügend publiziert. Dagegen hoffe ich, dass es mir gelingt, zu zeigen, daß auch in einem Krieg Menschlichkeit vorhanden sein kann. Nie mußte ich in diesem furchtbaren Krieg eine Waffe ergreifen um einen Menschen zu töten, dafür bin ich dankbar und froh, mir ist aber klar, daß die Minen, die wir transportierten, auch Menschenleben forderten. Einberufung Der Krieg ist 1941 in vollem Gange. Ich war 17 Jahre alt. Meine Lehrzeit ging im Frühjahr 1942 zu Ende, und ich mußte wie viele meiner Altersgenossen mit der Einberufung zum Militärdienst rechnen. Welche Waffengattung mir bevorstand wußte ich nicht. So nahm ich die Sache selbst in die Hand und meldete mich zur Kriegsmarine, ohne vorher die Werbeschrift studiert zu haben. Mein Gesuch mußte allerdings vom Vater unterzeichnet werden, da ich noch nicht 18 Jahre alt war. Doch er verstand meine Argumente (Infanterie bedeutete Rußland), so war er damit einverstanden, auch wenn ich deshalb einige Monate früher eingezogen würde. Irgendwann war es dann soweit. In Heilbronn musste ich mich gesundheitlich untersuchen lassen im Zusammenhang mit einer Intelligenz und Sportprüfung. Dann war alles klar, ich war für die Kriegsmarine brauchbar. Nun ging es noch darum, für mich die richtige Laufbahn zu finden. Auf Grund meiner Lehre als Maschinenzeichner setzte man voraus, dass ich mich für die Laufbahn des Navigations-Steuermanns eignen würde. Dann kam notgedrungen der Stellungsbefehl. Am 2. Mai 1942 wurde ich zur 6. SSTA Wilhelmshafen (Schiffstammabteilung) der Kriegsmarine einberufen. Die erste Phase der Ausbildung fand in Wezep (Holland) statt. Von wegen schöne blaue Uniformen. In feldgraue Infanterieuniformen wurden wir gesteckt. Dann ging es los, Infanterieausbildung mit allem Drum und Dran. Die Sanddünen- und Kuhlen waren bestens dafür geeignet, aus uns " Sandhasen" zu machen. Zum Glück war unser Ausbilder-Gruppenführer ein Frontsoldat mit Erfahrung und einem Herz für uns junge Rekruten, - es gab auch andere . Er war schwer verwundet und für den normalen Kriegsdienst nicht mehr verwendbar, d.h. nicht mehr "KV". Rekrutenalltag Exerzieren bis zum Umfallen. Solange dies im Rahmen der Gruppe stattfand, ging’s noch. Doch wenn das in der Kompanieformation, unter dem Befehl des Kompaniechefs durchgeführt wurde, war es nicht mehr schön. Der Kompaniechef war ein Etappenhengst im wahrsten Sinne 'des Wortes. Erstens trug er während seiner Aktion die blaue Paradeuniform mit umgeschnalltem Degen und Reitstiefel. Seine sadistischen Befehle und die dazu geäusserten Kommentare waren kaum zu ertragen, jedenfalls waren wir froh, wenn diese Tortur wieder einmal vorüber war. Der Geländedienst, Zeltbau, Schiessen am Schiesstand war dagegen Erholung. Auch Zeugdienst, Waffenkunde und Spindkontrolle waren notwendig und haben manchem von uns nicht geschadet. Was allerdings so lustig war, war der "Maskenball". Egal zu welcher Uhrzeit doch jedenfalls nachts: Tenüwechsel, von der Sporthose bis zur feldmarschmässigen Ausrüstung lag alles drin, dazu noch jedesmal antreten im Kasernenhof. In der Kaserne, wir durften das Areal nicht verlassen, gab es nicht viele Möglichkeiten zur Unterhaltung. Wenn einmal der Dienst zu Ende war, ging es so schnell wie möglich in die Koje. Trotzdem kann ich mich an eine, für mich als 17 jähriger überraschende Situation erinnern. In der Kaserne waren holländische dienstbare Geister angestellt. Eine der Frauen, für mich damals eine ältere, erwischte mich und nahm mich in die Besenkammer. So erfuhr ich, dass man mit der Zunge küssen kann. Das war der erste Kontakt mit der holden Weiblichkeit. Nur dank meiner Unerfahrenheit habe ich meine Unschuld nicht verloren. Nach gewisser Zeit, ich glaube 13 Wochen, wurden wir in Blau eingekleidet und für die Vereidigung vorbereitet. Diese fand in Steenwyk auf dem grossen Marktplatz statt. Im Viereck aufgestellt um die 3000 Rekruten. Ein hoher Offizier auf einem Podium vollzog die Vereidigung "für Führer, Volk und Vaterland". Matrosen in Blau Nun waren wir Matrosen in Blau. Der erste Ausgang wurde vom Gruppenführer begleitet, in eine nahe gelegene Waldschenke, später durften wir auch allein ausgehen. Ich habe ein holländisches Mädchen kennengelernt. Geküsst, geschmust, dabei blieb es. Doch für mich war es eine wunderbare Erfahrung. Das Mädchen wohnte in Zwolle, dahin waren es einige Kilometer, man konnte zu Fuss hinkommen, doch auf ihrem Fahrrad war es schneller und weniger mühsam. Bei ihren Eltern gab es wunderbare Bratkartoffeln und Spiegeleier, eine gute Abwechslung zum Kasernenfrass. Es war der militärische Zeitplan, der unsere Romanze unterbrach, wir wurden in ein Durchgangslager nach Halbemond/Ostfriesland verlegt. Um die Zeit totzuschlagen, mussten wir in der Lüneburger Heide (Truppenübungsplatz), eine Übung als Marineinfanterie mitmachen. Dann war es so weit, Scheele, Scheler, Schellhorn und Schnurpfeil ( jetzt ging es nach dem Alphabet, bis zum Untergang des ersten Schiffes 1944 waren wir immer zusammen) wurden abkommandiert zur Steuermannschule in Gotenhafen. In Gotenhafen gab es sicher mehr Marinesoldaten als Einwohner. Im Hafen lag die "Wilhelm Gustloff" als Wohn- und Schulschiff, hauptsächlich für U-Boot Besatzungen. Dann war da noch ein Segelschulschiff für die Ausbildung der Steuermannschüler. Es war immer eine schöne Abwechslung gegenüber der Theorie in der Schule, wenn auch manchmal anstrengend. In die Wanten, Segel setzen, Segel raffen. Wir hatten noch keine Ahnung, was uns in diesem Krieg erwartet. Für den freien Ausgang jeden Tag bestand kein grosses Interesse, die Bars und Restaurants waren überfüllt und die Bordelle waren für mich uninteressant. Irgendwann, irgendwo lernte ich eine junge Frau kennen. Eine Polin. Ich hatte Urlaub bis zum Wecken, so war es kein Problem, dass ich mit ihr ging. Wir hatten eine schöne Zeit. Nach Beendigung der Schule kommt das Bordkommando, dann ist unsere Zweisamkeit zu Ende. Das wissen wir, doch es belastet unsere Beziehung nicht. Wir liebten uns. Für mich war es wunderbar, von einer erfahrenen Frau in die Variationen der "Liebe" eingeweiht zu werden. Vor allem Zärtlichkeit und Geduld in der männlichen Ungeduld. Kptlt. Ol' dirty McSchnibbel (my Nick, created on a 4 Day LAN Party with my Fun-CLAN, after many Beers and tons of Kids playing CS around me and 8 People sinking Ships) |
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Rückblickend haben mich diese Erfahrungen für die nachfolgenden Kontroversen mit der holden Weiblichkeit tiefhaltend geprägt.
Nach einem kurzen Aufenthalt auf der "Gustloff" hat man unser Bordkommando bekanntgegeben, "MTS-Otter", sie liegt in Helsinki. Also auf, mit Seesack und Marschbefehl sind wir mit der Bahn unterwegs, Scheele, Scheler, Schellhorn und Schnurpfeil. In Helsinki macht uns der Hafenkapitän klar: "Unser" Schiff ist vor zwei Tagen nach Cuxhafen ausgelaufen. Also hier abwarten, bis eine Verbindung nach Reval besteht. Wir wurden in einem Lazarettschiff im Hafen untergebracht, mit der Auflage, uns jeden Vormittag zu melden. Für uns war es die Gelegenheit, etwas von Helsinki kennenzulernen. Eine blonde Finnin hat mir beigestanden. Sie sang immer, "Du swarse Sigeunär". Scheinbar waren bei ihr alle dunkelhaarigen Zigeuner. Nach einigen Tagen bekamen wir vom Hafenkapitän die Nachricht, dass in Turku ein Frachter auf uns wartet, Richtung Reval. Mit der Bahn nach Turku, wir fanden unser Schiff, so stand der Fahrt nach Reval nichts mehr im Wege. Von Reval mit der Bahn nach Deutschland Doch da war wieder etwas, mit dem wir nicht gerechnet hatten. Der Zug, mit dem wir fahren müssen kommt von der Ostfront. Diese Züge fuhren nur bis Tauroggen, Dort war die Entlausungsstation. Das heisst, auf der einen Seite standen die verlausten Züge, auf der anderen die Sauberen. Dazwischen war die Entlausung. Wir in unseren blauen Uniformen sahen aus wie die Müller von dem weissen Pulver. Für uns gab es wieder einen Aufenthalt. Zeit für einen Besuch im Wehrmachtskino und in der Kantine. Die deutsche Gründlichkeit kam auch hier, weit im Osten zum Vorschein. Jahrzehntelang wurde der Ackerdreck durch die bäuerliche Tätigkeit im Dorf auf den Strassen abgelagert. Im Bereich des Kinos und den anderen deutschen Dienststellen war der ellentiefe Dreck weggeräumt. Darunter war eine sauber gepflasterte Strasse. Im Durchgangslager wurden wir mit Verpflegung und Sold versorgt. Für mich war es das erstemal zu erfahren, was der Krieg besonders für die Soldaten an der russischen Front bedeutet. Auch, wenn sie als Fronturlauber in die Heimat fahren durften. Nach einigem Umsteigen erreichten wir Cuxhafen und unser Schiff in der Werft. Es war der zweite Weihnachtstag, 26. Dezember 1942. Im November war ich 18 Jahre alt geworden. Cuxhaven MTS-Otter -Minentransportschiff. Was das bedeutet wurde mir erst später bewusst. Der erste Eindruck war nicht sehr erfreulich. Ein grosser Teil der Mannschaft war im Weihnachtsurlaub. Die zurückgebliebene Bordwache hatte anscheinend ausgiebig gefeiert. Ein Seemann lag mit gekürztem Haupthaar kopfüber in einem Putzeimer und versuchte die diversen eingenommenen Getränke wieder loszuwerden. Nachher erfuhr ich, für einen entsprechenden Geldbetrag durfte jeder einmal sein Haupt beschneiden lassen. Nach den Feiertagen begann wieder der normale Törn. Ich wurde zur Backbordwache und zum Steward des Kommandanten eingeteilt. Kapitänleutnant Gertz, auch er war neu auf dieses Schiff kommandiert worden. Der Steward war verantwortlich für das Wohlbefinden des Kommandanten, Wäsche und Aufklaren. Diese Aufgabe wurde mir nicht zum Nachteil. Wenn meine Freiwache auch manchmal darunter gelitten hatte. Er war im Grunde nicht sehr mitteilsam. Einmal sagte er zu mir, er liebe meinen schwäbischen Dialekt in dem Hochdeutsch, das ich versuchte, mir langsam anzugewöhnen. Von ihm wusste ich, er war Handelsschiffkapitän und zur Kriegsmarine dienstverpflichtet. Nach dem Alter könnte er mein Vater sein. Mit dem gegenwärtigen Regime hatte er nichts am Hut. Über Religion und Politik wird unter seinem Kommando nicht diskutiert. Während der Werftliegezeit (kleinere Schäden, meistens durch Flugzeuge) wurde ich zur Dienstleistung auf ein Begleitschiff abkommandiert, das mit anderen die Aufgabe hatte, einen Geleitzug durch den Kanal an die französische Küste zu bringen. Dann war der Angriff der englischen Schnellboote. Angst war alles, was ich bei dem Feuerzauber fühlte. Ein Deckoffizier hat wohl meine Verzweiflung bemerkt, mich in Sicherheit gebracht und aufgefordert zu bleiben, bis der Angriff vorüber ist. Das war meine "Feuertaufe". Nach der Werftliegezeit machten wir Probefahrten in der Nordsee. In der terrestrischen Navigation musste ich meine theoretischen Kenntnisse in die Praxis umsetzen. Es hat geklappt, wir kamen wieder nach Cuxhafen. Nur als Rudergänger war ich noch nicht so erfolgreich. Der Kommentar des Kommandanten; Schellhorn schreibt seinen Namen ins Kielwasser. MTS Otter Dann kam der Ernst des Krieges auf uns zu. MTS-Otter- Minentransportschiff. Wenn wir beladen waren, hatten wir 660 Minen an Bord. Diese grossen runden Kugeln mit den Hörnern, mit einigen100 kg Sprengstoff geladen. Die Besatzung bestand nur aus 48 Mann. Wohl aus dem Grund, wenn das Schiff durch irgendwelche Feindeinwirkung in die Luft fliegt, war der Verlust an Mannschaften nicht so gross. Also ein Himmelfahrtskommando. Zuerst fuhren wir durch den Kanal nach Kiel. Zwischen Kiel und Laboe war eine Verladerampe für alle Art von Munition und Minen. Aus dem Hintergrund der Landschaft brachten sie die, wie riesige Kugeln aussehenden hinterlistigen Mordinstrumente. Russische Kriegsgefangene mussten sie auf Schienen herbeibringen und unser Schiff damit beladen. Die Gefangenen hatten eine gut funktionierende Organisation. Notgedrungen. Fünf Mann, vier arbeiten und einer besorgt etwas zu Essen, oder was sonst noch für das körperliche Wohlbefinden notwendig war. Auf dem Schiff gab es viele Möglichkeiten an etwas Essbares zu kommen, unser Koch ist grosszügig und Essenreste sind sehr willkommen. Die mit einer Schnur um den Leib gebundenen Konservendosen, taugten gut für den Transport. Einer der Wachsoldaten, es waren ältere Reserveleute, die für den "normalen"" Kriegsdienst nicht mehr zu gebrauchen waren hat erzählt, die Russen streiten sich, alle möchten für die Arbeit bei den Kriegsschiffen eingeteilt werden. Mit Alkoholhaltigem musste man vorsichtig sein. Auch Tabak in jeder Form war beliebt. Toilettenwasser, Rasierwasser, diverse Mittel im Lazarett, alles was irgend Alkohol enthält war nicht sicher. Die Gewohnheit, in der Heimat Wodka, sicher nicht vom besten, zu trinken, hat sie wohl vor dem Schlimmsten bewahrt. Dann war noch die Sache mit unserer Motorjolle. Wir waren, wegen unserer gefährlichen Ladung gezwungen, auf der Reede zu ankern. Diese Jolle war für uns die Verbindung nach Kiel. lm Bereich der Kieler Förde war bei klarer Sicht kein Kompass nötig. Doch bei Nacht oder Nebel war es gut, dass einer vorhanden war. Es war ein einfaches System, das Gehäuse in Form einer Halbkugel, kardanisch aufgehängt und mit Alkohol gefüllt, in der die Kompassrose schwimmt. Die Flüssigkeit hat zum Einen den Zweck, dass die Rose sich träge bewegt und zum Andern, dass der Kompass nicht einfriert. Wieder einmal musste ich nach Kiel, um die Post abzuholen. Beim Fahren hat man unbewusst den Kompass im Auge. Es fiel mir auf, dass sich die Rose unruhig hin und her bewegte. Wieder an Bord fanden wir den Fehler. Das Gehäuse war leer, der Alkohol verschwunden. Es gab nur eine Möglichkeit, die '"Russen". Nicht zu vergleichen mit Wodka, was zählt ist die Wirkung. Von Nachteilen haben wir nichts vernommen. Nordkap Dann kamen die Fahrten zum Nordkap. Unsere Ladung war dazu bestimmt in der Barentssee Minensperren aufzubauen, um die Route der amerikanischen Geleitzüge nach Murmansk zu erschweren. Zerstörer und Minenleger übernahmen diese Aufgabe. Unser Liegeplatz war der Flottenstützpunkt im Altafjord. Die Scharnhorst und Tirpitz waren auch da, eine illustre Gesellschaft. Viele Zerstörer und Vorpostenboote. 1943 pendelten wir zwischen Kiel und Nordkap. Kptlt. Ol' dirty McSchnibbel (my Nick, created on a 4 Day LAN Party with my Fun-CLAN, after many Beers and tons of Kids playing CS around me and 8 People sinking Ships) |
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Für mich gab es allerdings einige Unterbrechungen. ZBV (zur besonderen Verwendung). Da heisst, man wurde für einen Einsatz auf einem anderen Schiff abkommandiert um die Lücken, die durch den Krieg entstanden sind, aufzufüllen. Diesmal war es ein Zerstörer in Brest. Mit einem Zweiten müssen wir einen Hilfskreuzer, der im indischen Ozean operiert hatte, nach Brest geleiten. Der Treffpunkt war im Südatlantik. Und da war der Äquator und ich das erstemal in diesen Breiten. So kam ich zur Äquatortaufe. Über diese Zeremonie wurden schon viele Einzelheiten berichtet. Eitel Freude war es nicht, wenn es auch nachher eine Extraflasche Bier gab.
Wieder in Brest bekam ich 4 Tage Kurzurlaub. Auf dem Weg nach Kiel machte ich zu Hause Station. welch eine Überraschung, meine Schwester Erna hat Konfirmation. Auch im Mittelmeer musste ich auf einer Korvette Dienst tun. Im Zusammenhang mit dem Afrikafeldzug, der Damals schon verloren war, geleiteten wir Lazarettschiffe und Truppentransporter nach La Spezia. Der Weg zurück nach Kiel bleibt mir wohl immer im Gedächtnis. Von Personenwagen im Wechsel mit Viehwagen lag alles drin. Wieder war ich dabei, Minen nach Norden zu bringen. Manchmal gab es auch Momente, in denen man den Krieg vergessen konnte. Gerne mag ich mich erinnern, wenn wir in der Kieler Bucht segeln durften. Unser erster Offizier und der Maschinist hatten Verbindung zum Olympiahafen in Kiel. So konnten wir ein hochseetaugliches Schiff bekommen. Doch die beiden amüsierten sich mit den Damen, die sie eingeladen hatten. Es war nicht zu übersehen, was in der Kabine geschah, wenn sie erhitzt und zerzaust am Oberdeck erschienen. Wir jungen Mannschaftsdienst- grade widmeten uns dem Segeln. Einmal machten wir einen Törn bis in die Höhe von Bornholm. Allerdings ohne "Damen", das Schiff forderte unsere ganze Aufmerksamkeit. Das waren die Zeiten, in den man den Krieg verdrängen konnte. Im September 43 waren wir wieder im Stützpunkt Altafjord. Funker und Navigationspersonal von uns wurden ZBV auf diverse Zerstörer abkommandiert, die durch Feindeinwirkung Soldaten verloren hatten. Unternehmen Spitzbergen Mit Gebirgsjägern auf den Schiffen als Landetruppen sollte die Insel besetzt werden. Die armen Gebirgsjäger und die Seekrankheit, das Wetter war sehr unruhig, wie oft im Nordmeer. Nach massivem Artillerieduell auf beiden Seiten war es dann durch die militärische Überlegenheit möglich, die Situation zu Gunsten der Besatzer zu entscheiden. Auf dem Weg nach Deutschland. Die Minendecks waren leer. Unser Kommandant war der Meinung, wir könnten in Aalesund Fässer mit Salzheringen laden. In Deutschland lebte man mit Lebensmittelkarten, so dachte man an einen kleinen Zustupf. Es gab sie in verschiedenen Grössen. Die grösseren für das Militär und die kleineren waren für die Mannschaft bestimmt, damit wir sie nach Hause schicken können. Doch der Transport nach der Heimat verlief nicht ohne Zwischenfall. Schlussendlich waren wir ein Kriegsschiff Und kein Frachter mit Personal an Bord, die für das Stauen solcher Fracht geschult sind. Die Heringsfässer waren nicht so gut verstaut, dass sie die stürmische See ohne Schaden überstehen konnten. Also, runter in die Decks, und versuchen Ordnung zu schaffen. Das war leichter gesagt als getan. Die Fässer waren in Bewegung und versuchten sich dem Schaukeln des Schiffes anzupassen. DIES NICHT OHNE Schaden zu nehmen. In diesem Mief von Hering und dem Seegang fiel es manchem seefesten Seemann schwer, den Mageninhalt bei sich zu behalten. Doch auch das konnten wir mit viel Mühe und Tauen lösen, das war eine Gelegenheit, dass man vergass auf einem Kriegsschiff zu sein. Mein Fässchen schickte ich von Kiel aus nach Hause, dort war es im Zeitalter der Lebensmittelkarten sehr willkommen, ich erfuhr es lm nächsten Brief, der mich trotz dem Problem, dass ich meistens auf See war, erreichte. In Kiel lernte ich auch ein Mädchen kennen, rein platonisch. Man hatte gerne ein Mädchen, das ab und zu ein Päckchen schickte - selbstgebackener Kuchen war im unserem Speiseplan nicht enthalten. Ende 43. Wir hatten meinen 19. Geburtstag in Kiel gefeiert und waren wieder unterwegs nach Tromsö. Wie immer mit der gleichen Ladung. Minen und Sonstiges für die Kriegsführung notwendiges Material. Auf der Höhe von Stavanger "U-Bootalarm". Von der Brücke war das Torpedo zu sehen, doch an ein Ausweichmanöver war nicht zu denken. Mit weichen Knien erwarteten wir den Rumms. Doch es geschah nichts. Das Torpedo hatte uns, dank dem niederen Tiefgang, der uns bei Seegang manchen Kummer bereitet, unterlaufen. Es explodierte trotzdem. Wir fuhren dicht unter der Küste so ist es wahrscheinlich auf einen Unterwasserfelsen aufgelaufen. Unsere Wasserbomben waren in Aktion aber eine Wirkung war nicht erkennbar, das U-Boot hat uns in Ruhe gelassen. Vielleicht waren wir zu klein, um noch ein Torpedo zu riskieren. Wenn der gewusst hätte: Kurz darauf konnten wir in die Fjorde verschwinden. Nach Möglichkeit suchten wir immer die Fjorde auf, dort waren wir sicherer. Die MTS-Otter ist als Kriegsschiff für die Defensive gebaut. Flak, Maschinengewehre, Wasserbomben waren zur Verteidigung vorhanden. Wenn wir auch, durch den Transport der Minen und als Minenleger eingesetzt werden konnten, bei genauer Betrachtung doch nicht nur defensiv waren. Es gab schöne interessante Begegnungen während der Fahrt in den Fjorden. Da waren die Fischer in ihren Booten. Mit denen wir Rum, Zigaretten und Tabak gegen frisch gefangenen Fisch eintauschen konnten. Was kümmert das Volk, die Menschen der Krieg, unter uns war Frieden. Kptlt. Ol' dirty McSchnibbel (my Nick, created on a 4 Day LAN Party with my Fun-CLAN, after many Beers and tons of Kids playing CS around me and 8 People sinking Ships) |
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Tromsö
Wir ankern in Tromsö. Dabei ist• ein tragischer Unfall passiert. Beim Ankern riss die Kette und as freie Ende hat den am Spill stehenden Seemann unter dem Kinn getroffen und den Schädel zertrümmert. Er war nicht mehr zu retten. Gefallen für Führer, Volk und Vaterland. Was würde seine Witwe dazu sagen? Auch mir ist ein Missgeschick geschehen, allerdings weniger schlimm. Unsere Minen wurden von einigen Zerstörern übernommen. Wir hatten das nötige Ladegeschirr an Bord. Mein rechter Fuss wurde zwischen einer Mine und der Bordwand eingeklemmt. Nach dem zerdrückten Schuh zu urteilen, sah es schlimmer aus, als es war. Aber einige Tage Behandlung im Lazarett an Land, waren notwendig. Das Krankenhaus wurde von norwegischen Ordensschwestern geleitet. Gerne wäre ich noch einige Zeit geblieben, eine der Schwestern hat für mich mütterliche Gefühle entwickelt. und mich ins Herz geschlossen. Sie versuchte auch mein Bleiben hinauszuzögern, Im Bett sitzend musste ich die gewaschenen Wundbinden aufrollen. Das Warten auf einen Zerstörer, der mich zum Stützpunkt bringen sollte ging viel zu schnell vorbei. Dann kam der Abschied, und der Krieg hatte mich wieder. Es war Anfang Dezember 43 und Polarnacht, als ich auf "meinem" Schiff im Altafjord landete. Von hier aus versuchte die deutsche Kriegsführung den Weg der amerikanischen-englischen Geleitzüge nach Murmansk zu stören. Diese Schiffe waren beladen mit Kriegsmaterial für die russische Armee. Mit Minensperren, U-Booten versuchte man diese Aufgabe zu lösen. Auch Überwasserstreitkräfte waren dafür vorgesehen. Das waren das Schlachtschiff "Scharnhorst" und Zerstörer. Die "Tirpitz" war auch im Stützpunkt, Doch sie war von engl. Mini U-Booten beschädigt worden und nicht einsatzfähig. Weihnachten 1943 war ein schwarzer Tag für die deutsche Kriegsmarine. Am zweiten Weihnachtsfeiertag wurden die "Scharnhorst" und einige Zerstörer für den Angriff auf einen amerikanischen Geleitzug eingesetzt, der auf dem Weg nach Murmansk war. Doch der Geleitzug war von starken engl. und amerik. Streitkräften begleitet. Gegen diese Übermacht hatte die Scharnhorst keine Chance, sie wurde besiegt und versenkt. Bis die Zerstörer eintrafen, war alles vorbei, sie konnten nur noch die in ihren Schwimmwesten treibenden Leichen bergen. Überlebende gab es keine mehr. In unseren leeren Minendecks hatte es genügend Platz um die Särge für den Transport nach Deutschland auf zunehmen. Eine traurige Fracht - In Kiel an der Bahnhofspier wurden sie ausgeladen. Irgendwie ist es publik geworden. Viele Menschen standen auf der Pier, wahrscheinlich waren auch Angehörige der Toten darunter. Für mich war es eines des Schlimmsten, das ich in diesem Krieg erlebt habe. Es ist schwer für mich, dieses Leid, verursacht durch den Krieg, kann ich nicht vergessen. Doch für uns ging er weiter. Skagerrak Obwohl wir oft in diesem Seegebiet unterwegs waren, mag ich mich nicht erinnern, dass einmal kein schlechtes Wetter und entsprechender Seegang war. So war es auch das erste Mal, als ich mit nach dem Norden fuhr. Wir waren im Januar in Cuxhaven aufgebrochen. Der Weihnachtsbaum war immer noch an Bord. Da hatte einer die fixe Idee, der Baum muss im Masttopp befestigt werden. Ich war der Jüngste, warum es der Jüngste machen soll, war mir nicht klar, aber ich war dran. Das Wetter war nicht schön für diese Aufgabe. doch was nützt das, der Baum muss rauf. Bei der Schaukelei wurde ich am Toptau angebunden und es ging über die Mastleiter aufwärts. Der Baum ist im Top, wenn auch nicht gerade. Die anschliessend vom Kommandanten spendierte Flasche Bier war angebracht, der mit der Idee und alle andern waren in die Spende eingeschlossen. Einer für Alle, alle für Einen. Das andere Erlebnis war weniger schön. Wir waren im Skagerrak, als die Zylinderkopfdichtung an unserem Dieselmotor ihre Pflicht nicht mehr erfüllte. Mit Müh und Not ereichten wir die Werft in Horten im Oslofjord. Einige Tage Ruhe taten uns gut. Eisfahrt Wir waren im Nordmeer auf der Heimreise. Sturm, raue See, jeder Wassertropfen gefror an Deck. Das Vorschiff war mit dickem Eis überzogen. An Kriegshandlungen war nicht zu denken. Die Gegenseite hatte dieselben Probleme. Im Süden war es wärmer. Trotzdem ist es in den zwei Wochen bis Kiel nicht gelungen, mit allem Eispicken das Eis loszuwerden. In der Kieler Förde hatte eben die Badesaison begonnen, für die Schwimmer war es eine Freude, wenn sie mit den Eisbrocken aus dem Norden spielen konnten. Stavanger Wieder war es Zeit, Treibstoff und Proviant zu übernehmen. Es war in Stavanger. Die Mannschaft hatte Ausgang. Zu viert gingen wir in den 'Vergnügungspark "Tivoli". Nach kurzer Zeit hatten wir ein paar junge Mädchen im Schlepptau. Man kam sich näher und wir erfuhren, dass sie in einem Pensionat in der Nähe des Hafens zu Hause waren. Was lag näher, wir brachten sie nach Hause, nachdem der lustige Nachmittag vorüber war. Doch da war ein Portier, ein älterer Mann. Unser Schiff lag in der Nähe und mit einer Flasche Schnaps und Überreden konnten wir ihn beruhigen und davon überzeugen, dass den Mädchen nichts passieren würde. So war es dann auch. wir waren lustig und mit einem Grammophon wurde Musik gemacht. Vielleicht war es dann doch zu laut. Der Portier war sich wohl plötzlich seiner Pflicht bewusst, bevor es jedoch grössere Probleme gab mit Militärpolizei und so, zogen wir uns zurück. Ein schöner Landgang war zu Ende. Am Tag danach gingen wir im Fjord zwischen den Felsen zum Schwimmen. Dort habe ich das erste Mal mit Quallen Bekanntschaft gemacht. das brannte recht unangenehm. Ich schreibe immer von "Wir". das waren vier junge Soldaten, die sich zu einer Interessengemeinschaft gefunden hatten. Es waren nicht mehr Scheele, Scheler, Schellhorn und Schnurpfeil. Der Dienst auf dem Schiff hat uns durch die Einteilung in Backbord- und Steuerbordwache getrennt. Kptlt. Ol' dirty McSchnibbel (my Nick, created on a 4 Day LAN Party with my Fun-CLAN, after many Beers and tons of Kids playing CS around me and 8 People sinking Ships) |
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An der Hafenpier in Bergen
Materialübernahme. Es ist ein warmer Sommertag und Schwimmen angesagt. Über eine Strickleiter Aussenbords war es leicht ins Wasser und wieder herauszukommen. Für unsere Nichtschwimmer, auch das gab es in der Marine/wurde ein Lademast eingesetzt. Er diente sonst zur Materialübernahme, zweckentfremdet war er ideal dafür, die Matrosen mit einem Tau um den Leib gebunden, ins Wasser zu lassen. Das war eine lustige Abwechslung, nur nicht für die, die im Wasser hingen, Es war sehr frisch, wie üblich in diesen Breiten. Das Wasser war so klar, dass man einen Teller bis zum tiefen Grund hinabschaukeln sehen konnte. Vestfjorden - Lofoten Es war immer gut, wenn wir bei Sturm die Lofoten an Luv hatten. Bei einer Rückreise war Sturm. Sobald wir aus dem Schutz der Inseln in die Nordsee kamen, hat uns dieser voll erwischt. Es war Nacht, ich musste zu dem Zeitpunkt meine Brückenwache antreten. Ein steifer Südwest. Wellenberge, Wellentäler wie auf einer Achterbahn. Ich habe die Seeleute, die das nicht ertragen konnten immer bedauert. Bei mir war es umgekehrt. Nach längerer Sturmfahrt ging es mir die ersten Tage an Land nicht besonders. Immer hatte ich das Gefühl, der Boden schwanke unter mir und mein Appetit war nicht besonders. Dafür konnte ich bei Seegang das Doppelte essen weil die armen seekranken Kameraden nicht am Essen interessiert waren. Auch unser Kommandant als "alter" Handelsschiffkapitän hatte Probleme, die er aber mit trockenem Brot und einem Schluck aus dem Flachmann in den Griff bekam. Der Gefechtsrudergänger stand am Ruder, das war nicht unbedingt ein gutes Zeichen. Das Schiff war nicht beladen, es hatte wenig Tiefgang und war so ein Spielball der See. Wir fuhren dicht unter der Küste. Ich stand auf der Brückennock und sah zu, wie immer wieder die Unterwasserfelsen zum Vorschein kamen. Alle waren froh, als wir im Hafen von Bodö Schutz finden konnten. Eine Heimreise von Tromsö nach Kiel Diese Fahrten fanden, soweit es möglich war, im Bereich der Fjorde statt. Es war nicht nur der Schutz vor feindlichen Aktionen, sondern auch vor der rauhen See bei Sturm. Doch es lauerten andere Gefahren. In den engen Gewässern war es notwendig, genau zu navigieren und den Kurs zu halten. Dazu war die Befeuerung nicht so optimal, vor allen Dingen in der Nacht. Wir waren bei Nacht, Schneetreiben und schlechter Sicht unterwegs. Südlich von Haratad hatten wir echt Schwierigkeiten. Auch der norwegische Lotse, den wir in diesen Gewässern an Bord nehmen mussten, konnte es nicht verhindern. Rumms - Ich war auf der Brücke und habe es miterlebt. Das Kommando: AK zurück. - Rumms das Ruder und die Schraube waren kaputt. Wir befanden uns in einem Gewirr von Unterwasserfelsen. Langsam bekommen wir Schlagseite nach Backbord. Rettungsboot zu Wasser lassen und Lecksegel setzen lautet notgedrungen das Kommando. In dieser Situation war ich für das Rettungsboot zuständig. Ich musste mich darin aufhalten, als Wache sozusagen. Man wusste noch nicht wie gross das Leck war und ob das Lecksegel reichte, es abzudichten. Es war recht kalt, doch mit einer kleinen Flasche "Half and Half" konnte ich es überstehen. In dem ca. 30 Seemeilen entfernten Narvik wurde per Funk ein Schlepper angefordert. Das Leck konnte gedichtet werden, doch unsere Schraube und das Ruder waren nicht mehr zu gebrauchen. Man schleppte uns nach Narvik ins Schwimmdock. Dieses wurde von Deutschland hierher gebracht, nachdem die Besetzung Norwegens abgeschlossen war. Landgang in Narvik war nicht sehr interessant. Viele Soldaten aller Waffengattungen, Militärkasino, Kino und wie überall, wo viele Soldaten waren, ein Bordell. Wir gingen an Land und sahen uns die Zerstörungen an, die der Krieg und der Kampf hinterlassen hatte, die abgesoffenen Schiffe lagen auch noch da. Wir konnten auf dem Schiff wohnen, nur die Toilette und die Dusche durften wir nicht benützen. Verständlich im Dock, doch dort gab es kein warmes Wasser und ich vergesse nicht, wie kalt die Dusche war. Solche Unfälle, wie bei uns wurden natürlich genau untersucht, wegen Sabotage und so. Die Verhandlung fand beim Hafenkapitän statt. Zeugen war die Brückenwache, der erste Offizier, der Lotse und ich. Nach Aussage des Lotsen hat das Leuchtfeuer an Backbord nicht gebrannt, diese Signale sind keine grossen Leuchttürme, sondern nur kleinere Lampen in einem Gestell auf den Felsen. Wir konnten diese Angaben nicht bestätigen, denn in so einem Fall trägt der Lotse, der sich ja in diesen Gewässern auskennt, die Verantwortung für eine sichere Fahrt. Während der Werftliegezeit wurde das überprüft und es stimmte, was der Lotse sagte, er war entlastet. wir waren alle froh, dass diese Sache so ausgegangen ist. Die Militärgerichte waren nicht zimperlich, wenn sie Sabotage nachweisen konnten. Dann war das Schiff repariert und es ging ab nach Deutschland. Wenn auch der Aufenthalt hier nicht sehr befriedigend war, ich wäre gerne noch eine Weile dem verdammten Krieg ferngeblieben. Kptlt. Ol' dirty McSchnibbel (my Nick, created on a 4 Day LAN Party with my Fun-CLAN, after many Beers and tons of Kids playing CS around me and 8 People sinking Ships) |
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